So, schon wieder ein neues Jahr. Ging verdammt schnell diesmal. Ist deshalb auch verdammt ruhig hier geworden um den umtriebigen Eifelphilosophen. Gibt ja auch viel zu verarbeiten in meinem Leben - Suizidversuche in der Familie, kranke Kinder, kaputter Rücken ... das haut selbst den stärksten Mann um.
Fast drei Jahre blogge ich jetzt - hier habe ich angefangen. Früher habe ich die Vermutung, ich wäre ein Schwarzseher, weit von mir gewiesen.
Heute sehe ich das anders - aktuell sind nur noch die Schwarzseher Realisten. Weil ich gerade sehr schwarz sehe, kümmere ich mich jetzt sehr um den Aufbau von Netzwerken vor Ort - realen Netzwerken. Gerade das Wohl von Kindern liegt mir sehr am Herzen - nicht nur das von meinen eigenen.
Geht aktuell etwas schief auf der wirtschaftlichen oder politischen Ebene, bekommen wir die schlimmste Barbarei, die die Menschheit seit langem gesehen hat, schlimm deshalb, weil es keine Fluchtorte mehr gibt: der Wald ist tot.
Ich werde noch etwas schreiben, ja. Dafür haben wir ja auch einen Ort geschaffen:
Da gibt es heute noch was Neues - wie fast jeden Tag.
Es ist erschreckend zu sehen, wie viele Menschen dort wirklich lesen. Das macht nervös. Riecht nach Verantwortung - weshalb die Artikel immer länger werden und viel Zeit vertilgen.
Ich finde - die Welt braucht sie trotzdem ... aber natürlich nicht nur das. Was die Welt in allererster Linie braucht, sind Menschen, die in Krisenzeiten zusammenhalten, um etwas Neues aufzubauen, um die Zukunft vor den Bestien zu schützen.
Der "Menschenschutzbund" war eine erste Idee zu dem Thema, aber um es real lebbar gestalten zu können, muss man es vor Ort ins Leben rufen - und nicht virtuell. Das tue ich gerade - mit echten Menschen im echten Leben.
Nicht das ich die Menschen im Internet nicht für echt halten würde - sie sind so echt, wie die da draußen.
Wenn aber mal die Autobatterie leer ist, nützen Freund in Nürnberg, Celle und Offenbach wenig. Schön, das man mit ihnen drüber reden kann ... aber leider hilft das nicht wirklich weiter. 25 km für einen Einkauf zu Fuß bewältigen, ist vielleicht ... etwas viel. Jedenfalls für einen alten Mann wie mich.
Vor Ort haben wir erstmal ein Wohnprojekt - die alte Pension, die ich mitten im Paradies gemietet habe. Nächtens wohnt man hier zwischen Dachs und Wildschwein, Reh und Fuchs ... das macht die Seele heil.
Tagsüber gibt es Sonne, Wind und Wälder, das hält den Alltagsterror fern. Wir organisieren uns vor Ort um, so das Platz für neue Menschen da ist - und es zeigt sich, das die Nachfrage nach bezahlbaren, bescheidenem Wohnraum in Gemeinschaft recht groß ist. Zu groß für uns. Wir bräuchten ein Hotel. Wenn jemand eins kennt ...
Dann gibt es ein Projekt ortsansässiger Geschäftsleute, das mich sehr interessiert - und wo man mich eingeladen hat, die Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Das mache ich gern - wenn ich es in meinem übervollen Leben noch auf die Reihe kriege.
Letztlich habe ich aber - als arbeitender, alleinerziehender chronisch kranker Mensch mit einer problematischen Ex-Frau - auch noch ein paar Bücher im Sinn. Schreiben ist mein Leben - und damit meine ich nicht nur diesen kleinen Hobbyblog.
Es wird Zeit für ein paar praktische Arbeiten ... und da müssen andere Sachen weichen. Ich habe schon gekürzt wo ich kann .... aber es geht nicht anders: vorläufig werde ich hier nicht mehr schreiben können.
Dieses Jahr muss dieser Ort mal ruhen - es steht ja auch wirklich genug zum Lesen hier. Wer sich dafür interessiert, was ich so zur Weltgeschichte meine, wie ich in meiner Nachrichtenküche den faden Einheitsfraß neu kombiniere, der weiß ja, wo er lesen kann.
Diesem Ort jedoch muss ich erstmal ein wenig Pause gönnen, um eine ausgewogene Balance zwischen Taten und Worten zu finden. Worte habe ich jetzt sehr viele gemacht - mich dürstet nach Taten.
Regionalgeld, Kooperativen zwischen Bauern und Verbrauchern ... da gibt es viel, was getan werden kann, damit "der Wolf vor der Tür bleibt".
Wenn das mal fertig ist ... werde ich hier auch mal wieder mehr schreiben können. Vielleicht gibt es dann auch ein Blogtreffen - das war vor Jahren mal angedacht.
Wüsste nicht, wann ich das noch einfügen sollte.
Und - ehrlich gesagt - ich genieße inzwischen auch einfach mal die Ruhe.
Stille - ist der schönste Klang der Welt.
Also - nicht böse sein, wenn hier nicht mehr so viel steht, wenn Aktionen nicht weiter wachsen, keine neuen Impulse kommen und ich auch nicht anrufe. Manches wächst im Verborgenen besser - hat aber dafür umso mehr Früchte.
Vielleicht kommt mal die Zeit, wo man so etwas dringend brauchen kann ...
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