szmmctag

Archiv der Einträge: September, 2011
  • Regierung klaut Wohnzimmer

    Tja, ich komme nur noch selten in mein Wohnzimmer. Ist wie im realen Leben:auch dort bin ich ein Freund der Wohnküche. In der Küche arbeite ich auch etwas seltener, aber das eine oder andere Gericht schaffe ich noch. Zum Beispiel zum Papstbesuch. Da kommt der nach Deutschland, pfeift den ganzen Bundestag zusammen und alle meinen: "Hach, war das aber eine schöne Rede".

    Ich meine das nicht. Berücksichtigt man die Umstände und hört auch wirklich genau hin, dann hat er eine Warnung ausgesprochen, die es in sich hat:

    http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/09/23/papstbesuch-in-deutschland-und-die-warnung-vor-einem-neuen-auschwitz/#comments

    Noch einmal was zu den besonders dämliche Kommentaren, die hier NICHT veröffentlicht werden: wie blöd muss man eigentlich sein, das man in der Tat glaubt, inhaltlose Beleidigungen würden hier auch noch Speicherplatz fressen dürfen?

    Nichts gegen Kritik - aus manch einem Kritiker ist schon mal ein Freund geworden - aber ehrlich: Inhalt sollte schon dabei sein, oder? Wenigstens ein bischen.

    Viel zu selten komme ich dazu, den Journalismus selbst zu reflektieren. Sein Zustand scheint mir auf jeden Fall erbärmlich zu sein: hohe Arbeitslosigkeit, hohe Jobunsicherheit, hohe Abhängigkeit - alles Faktoren, die aus Journalisten ganz schnell Pressesprecher von Interessengruppen machen ... aber das interessiert nur wenige.

    http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/09/22/die-widerliche-journailie-der-goebbels-von-nebenan-uber-journalismus-in-deutschland-2011/

    Den DAX sehe ich ja gerne unter 5000. Gestern war es soweit, aber Stützungskäufe haben das verhindert. Man hört nur noch wenig von "Stützungskäufen", oder? Früher wurde offen darüber geredet, das große Anleger den DAX künstlich hoch halten, um ihre Aktienwerte nicht zu verlieren. Geht er nach unten - na, dann kauft man einfach noch mehr davon - solange, bis er wieder deutlich steigt.

    Entweder macht man das nicht mehr - oder man redet nicht mehr darüber, um den Wähler nicht völlig zu verunsichern.

    Bis der merkt, was los ist, wenn er selber Rentenkürzungen von 20% hinnehmen muss ... ist er politisch schon längst entmachtet:

    http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/09/21/deutschland-im-aufschwung-bei-rentnerarmut-kinderarmut-preisen-und-blodheit-uber-die-versklavung-europas-durch-die-usa/

    Eine Entwicklung, die ganz offen beobachtbar ist.

    http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/09/20/die-heimliche-hinrichtung-griechenlands-als-vorspiel-der-deutschen-pleite-und-der-entmachtung-des-deutschen-volkes/

    Schon schade, was wir da mitmachen. Solange man noch ein Wohnzimmer hat, ist das erträglich. Von dort aus kann man so tun, als ginge einen das alles nichts an. Wenn dann die EU die griechische Immobiliensondersteuer im Rahmen der Rechtsangleichung über ganz Europa ausdehnt - bei gleichzeitiger Befristung der Leistungen für Arbeitslose auf sechs Monate und völliger Streichung der Sozialhilfe, dann ist es schnell vorbei mit dem Wohnzimmer.

    Kein Wunder, das ich sehr wenig Zeit für mein eigenes Wohnzimmer habe. Ich will mir nachher nicht nachsagen lassen, ich hätte nur faul auf der Couch gelegen, als unser Wohlstand, unsere Demokratie und unser Rechtssystem auf den Müllbergen der Bankengeschäfte landete - da koche ich lieber täglich eine neue Buchstabensuppe.

    Ich würde auch gerne mehr machen, aber ... so persönlich und privat geht es mir recht schlecht. Nicht, das ich das kommentieren möchte (geteiltes Leid ist ja auch eher doppeltes Leid), aber ich möchte darum bitten, Nachsicht wallten zu lassen, das ich viele Pläne - wie zum Beispiel den "Menschenschutzbund" oder die "OP100" nicht weiterverfolgen kann - und zwar sehr lange nicht.

    Vielen Dank also auch für die Einladungen ... aber mir ist gerade sehr nach Abgeschiedenheit, Ruhe und Stille.

    Die habe ich - Gott sei Dank - weshalb es mir in allem Trubel eigentlich doch gar nicht so schlecht geht.

    Denke ich jedoch an die viele gestohlenen Wohnzimmer, dann meine ich, man sollte doch noch mal eine Warnung aussprechen:

    Achtung: die Regierung klaut Wohnzimmer.

    Die wirklichen, realen Schulden der BRD belaufen sich nach aktuellen Studien auf über 7 Billionen Euro. Nein, nicht zwei Billionen, sondern SIEBEN BILLIONEN.

    Deshalb werden die bald ans Eingemachte gehen. Das sie sich dafür nicht schämen, beweist der beschämende und entwürdigende Umgang mit Hartz IV-Abhängigen seit Jahren. Die sind jetzt Pleite, haben ihren Beitrag geleistet.

    Wetten, bald sind andere dran?

    Hauseigentümer und Rentner.

    Die können sich nämlich auch nicht wehren.

  • Denkwürdig dunkle Zeiten im Renditewahn

    Denkwürdige Zeiten, oder?

    Die Kanzlerin spricht indirekt im Bundestag von möglichen europäischen Kriegen, die nur durch den Euro verhindert werden:

    http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/09/08/merkel-krieg-in-europa-moglich-vertreibung-der-armen-ist-sicher/

    Währenddessen läuft die Vertreibung der Armen (und die Spaltung der Gesellschaft) immer weiter.

    Kein Wunder: hier ist die Schwachstelle unserer Demokratieform. Im Kampf "Reich gegen Arm" unterliegen die Armen immer, denn jeder von ihnen, der in den Bundestag einzieht, wird automatisch durch Diäten reich gemacht - und durch Lobbyisten gefügig.

    Von da ab wundert es nicht, das man Zusammenhänge findet, die noch unheimlicher sind:

    http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/09/06/der-borsencrash-2011-und-ein-paar-unangenehme-hintergrunde/

    Die gleichen Leute, die in Europa die Armen aus den Städten vertreiben, zetteln international ungestraft Kriege an, die gegen das Völkerrecht verstossen ... und keinen interessierts.

    So langsam greift man auch offen nach der Macht und lässt erkennen, wohin die Reise gehen soll:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,785237,00.html

    Jetzt soll Schluss sein mit dem Schlendrian: Zur Lösung der Schuldenkrise präsentiert der deutsche EU-Kommissar Oettinger radikale Ideen. Künftig sollen nicht mehr die Griechen in Griechenland die Steuern eintreiben, sondern EU-Beamte - und die Fahnen Griechenlands könnten auf Halbmast wehen.

    Oder zeigt läßt die Bürger mal spüren, was es heißt, sein Leben vom Strom abhängig gemacht zu haben:

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,785241,00.html

    Ein schwerer Stromausfall hat weite Teile des Grenzgebiets zwischen den USA und Mexiko in Dunkelheit getaucht. Mehr als fünf Millionen Menschen waren betroffen. Die Feuerwehr verzeichnete zahlreiche Einsätze, um in Aufzügen steckengebliebene Personen zu befreien.

    Ein Unfall? Eher eine von vielen Folgen des Renditewahns. "Sicherheit" ist nur was für Kunden, sie kostet Geld und bringt keinen Gewinn für den Anleger.

    Erinnert mich daran, das mir ein Geschäftsleiter eines Pharmakonzerns mal gesagt hat, das er den Laden verkauft und mit dem Geld lieber an den Börsen spekuliert, wenn die Regierungen weiter so auf den Nebenwirkungen und Todesfällen herumhacken.

    "Die" können bald ganz ohne "uns".

    Das Geld braucht uns nicht mehr, aber wir kriegen ohne Geld nichts mehr zu essen.

  • Der Kinderkram der moralischen Pflicht und des Anstandes

    Nützt es eigentlich noch was, zu bloggen - oder ist das nur eine Frage des Egos?

    Bringt es etwas, ständig neu mit kurzen Strichen (mehr erlaubt das Medium nicht)dunkle Bilder an die Wand zu malen:

    http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/09/03/der-burger-als-fette-gans-zwischen-wolf-und-fuchs-911-die-weltrezession-und-das-arbeitsamt/

    Nützt es etwas, Perpektiven aufzuzeigen, die alle Alarmglocken zum Klingen bringen sollten:

    http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/09/05/wahl-in-mecklenburg-vorpommern-uberraschender-und-beangstigender-sieg-gegen-hartz-block-parteien/

    Ist es nicht nur Kinderkram, mit der eigenen Puste gegen den Orkan der neuen Zeit angehen zu wollen:

    http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/09/06/der-borsencrash-2011-und-ein-paar-unangenehme-hintergrunde/

    Ganz klar: das ist es. Kinderkram.

    Es ist keine Frage des Egos, der Selbstverliebtheit, des Ergötzens am eigenen Wort, sondern eine Frage der moralischen Pflicht und des Anstandes.

    Solche sinnlosen Aktionen starten sonst nur Kinder - aus Trotz gegenüber der Ungerechtigkeit ... und aus Liebe zum Guten, Wahren, Schönen, aus Liebe zu einer besseren Welt, deren Ideale man tief in sich trägt.

    Es geht nicht darum, mit möglichst viel Puste das Rad der Zeit umzudrehen. Das wird nur mit Waffengewalt möglich sein ... letztendlich. Das Beispiel Gaddafi zeigt: Diktatoren gehen nicht von selbst, die Opfer der Finanzdiktatur haben aber keine Nato, die ihnen zur Hilfe kommt - ganz im Gegenteil.

    Es geht einfach nur darum, trotzig im Orkan zu stehen und ihm zu zeigen, das man sich so leicht nicht umpusten lässt.

    Und wer weiß, vielleicht wächst im Schatten des Trotzigen etwas Neues heran, das Nutzen bringt.

  • Alltäglicher Wahnsinn - und schöne Tapeten

    Man kann inzwischen ganz offen die Ankündigung der Vernichtung des deutschen Mittelstandes finden - nur die Art, wie schnell er enden wird, bleibt noch offen:

    http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/08/30/die-alternativlose-vernichtung-des-deutschen-mittelstandes-zur-rettung-der-bankerboni/

    Einige wenige Menschen empört das noch. Die Mehrheit aber ... macht es sich behaglich in schönen Tapeten.

    http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/09/02/emport-euch-aber-dann-geht%C2%B4s-ab-nach-hause-achtung-enthalt-fakalsprache/

    Man marschiert in vollem Bewusstsein auf die Altersarmut zu - und ist voll zufrieden, weil das Rundfunkfenster immer klarere Bilder mit immer weniger Inhalt zeigt, durch Flachbildschirme haben sich Inhalt und Technik endlich soweit angeglichen, das keinerlei anhaltende Beunruhigung mehr entsteht.

    Immerhin erspart uns das die Sorge um die Weihnachtsgeschenke.

    Ein frisch gebackenes Brötchen gilt als Highlight im Jahre 2025 - für die, die es sich leisten können.

    Bis dahin tun wir so, als gäbe es keinen Morgen und nichts Wichtigers als die Familienplanung von Schauspielerinnen:

    http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,783917,00.html

    Sie ist mit Daniel Craig gerade mal ein paar Monate verheiratet, und schon stellt sich für Rachel Weisz die Frage nach Kindern mit dem "James Bond"-Darsteller.

    die Mieten in New York:

    http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,783068,00.html

    Die Lower East Side war einst der verruchteste Stadtteil Manhattans, heute ist sie ein Treffpunkt der Kreativen. Trotzdem trauern manche Einwohner vergangenen Zeiten nach: Die Mietpreise steigen ins Astronomische - und die Seele des Viertels geht verloren.

    die Experimente von Autofahrern:

    http://www.spiegel.de/sport/formel1/0,1518,783872,00.html

    Vom letzten Startplatz auf Rang fünf - und dann auch noch Teamkollege Rosberg überholt: Michael Schumacher fuhr in Spa ein grandioses Jubiläumsrennen.

    oder die Spielsucht von Fussballprofis:

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,782680,00.html

    Die Spielsucht hat dem früheren Fußballprofi René Schnitzler die Laufbahn verbaut. Seine Kontakte zur Wettmafia brachten das endgültige Karriereende.

    Alles Artikel aus dem "Sturmgeschütz der Demokratie".

    Sieht man, wohin das Geschütz rollt, dann weiß man auch, was die mit "Demokratie" meinen und versteht, warum es die Brötchen unter seinen Ketten zugunsten der Ledertapeten zermalmt.

    Schon Wahnsinn irgendwie.

    Aber "total angesagt".

    Einfach "cool" eben.

    Als ob "kalt" jetzt wirklich so angenehm wäre.

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