Es gibt Menschen, die sich wundern, wie viel ich jeden Tag schreiben kann. Mir kam schon mal die Meinung zu Ohren, "Eifelphilosoph" seien mehrere.

Schön wäre es.

Ich kann nur schnell tippen, das ist alles. Und die Themen? Manchmal reicht ein Artikel in den Bezahlmedien aus, um mich lange zu beschäftigen und mir den Tag zu versauen:

http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/05/27/panorama-wird-funfzig-der-spiegel-gratuliert-und-ich-kriege-panik/

Es gab Zeiten, da konnte man sich in Ruhe seiner Arbeit widmen, weil man sich sicher sein konnte, das genug wache, aufmerksame Journalisten tagtäglich die Welt nach Verschwörungen und Intrigen der Lumpenelite durchsuchten und so über die Demokratie (und ihren Wohlstand) wachten.

Heute ist die Suche selbst verboten, seit dem 11.9.2001 wirkt hier ein vom amerikanischen Präsidenten Bush öffentlich verhängtes Tabu ... was an sich niemanden weiter zu stören scheint.

Vergeblich suche ich in den Medien auch Nachrichten über die Jobcenter - ist das schon mal aufgefallen, das es da kaum interne Berichte gibt?

Ich bekomme manchmal welche - per Mail. Anonym, weil die Mitarbeiter Angst haben. Nicht alle Jobcentermitarbeiter sind geist-und gewissenlose Folterknechte - aber alle sind überarbeitet.

In Blogs findet man manchmal einen Einblick in deren Arbeitsalltag:

Das Chaos im Jobcenter Neukölln – aber auch in anderen Jobcentern in Berlin- ist eng verknüpft mit der prekären Situation vieler JobcentermitarbeiterInnen, denn eine große Anzahl arbeitet mit Zeitarbeitsverträgen, andere sind Opfer der Privatisierungspolitik von ehemals Post und Telekom.
Unter jenen MitarbeiterInnen, die befristet arbeiten, herrscht Unsichheit. Diese Jobcenter-Beschäftigten stehen unter Druck. Der Krankenstand unter ihnen ist sehr hoch. Laut Vorgabe der Papiertiger des Arbeitsministeriums soll ein Beschäftigter 170 Fälle bearbeiten. Die Realität sieht anders aus, oft mehr als 300 zu bearbeitende Fälle.

Aus internen Quellen weiß ich, das die mitlerweile 600 Fälle pro Mitarbeiter "betreuen" müssen. Da reicht die Zeit gerade, um jene Fälle zu bearbeiten, bei denen Zahlungsanweisungen von Gerichten vorliegen. Der Rest der vom Jobcenter abhängigen Bürger muss sehen, wie er klar kommt.

Wenn jetzt 10000 weitere Mitarbeiter eingespart werden, wie sehr eskaliert dann wohl die Situation vor Ort?

Wieviele Tote pro Woche wird das wohl bundesweit geben?

Und wer denkt sich solche sadistischen Grausamkeiten aus, ohne sich in Grund und Boden zu schämen?

Hier werden Menschen in der Behörde verheizt, was in Folge auch Leid und Elend bei allen produziert, die von der Behörde abhängig sind.

Mal ein paar der seltenen Details, die nach aussen dringen? Hier aus dem Westen:

Bei den 440 Beschäftigten, die von der Stadt zum Job-Center gewechselt sind, „gibt es 180 Anträge auf Rückversetzung zur Stadt”, so Giesecke. Außerdem sei der Krankenstand hoch, 70 Beschäftigte müssten sich ärztlich begutachten lassen.

Rekordartige Krankenstände lassen auf ein super Arbeitsklima schliessen.

Früher gab es mal eine Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, die wohl gleichzeitig mit der Fürsorgepflicht des Staats abgeschafft wurde.

Und so werden entsorgte städtische Angestellte gegen entsorgte Angestellte aus der Wirtschaft aufgebaut, während der politisch-wirtschaftliche Komplex sich auf Kosten beider Seiten die Taschen füllt und die Medien jeden Tag aufs Neue Themen suchen, die die Wirklichkeiten in Deutschland verschleiern, verdrängen oder verfälschen.

Was mir noch fehlt, ist die Verdienststruktur in Jobcentern. Alle Informationen zu dem Thema werden wie üblich streng vertraulich behandelt ... und veröffentlicht. Gerne hätte ich auch mal eine der Zielvereinbarungen veröffentlicht, die mit den Mitarbeitern bezüglich ihrer "Quote" geschlossen werden und einen Bericht darüber, was einem selbst geschieht, wenn man die Vermittlungsquote nicht erreicht.

Da muss es doch ausserdem auch Richtlinien geben ... oder arbeiten alle nach den Richtlinien von Kienbaum?

Für nur 185 Euro kann man die kaufen. Dafür ist immer Steuergeld da.