Es gibt solche und solche Tage.

Tage, an denen man in den Wald geht und den Bären jagt:

http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/02/25/lybien-bundeswehr-rettet-aufschwung-vor-bin-laden/

Und Tage, an denen man in den Wald geht und vom Bären gejagt wird:

http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/02/24/deutschland-aufruhr-nee-aber-diktatur-gestapo-in-vaals-und-hausdurchsuchungen-beim-eifelphilosophen/

So ist das halt: unruhige Zeiten.

Für einen Moment habe ich erleben dürfen, wie sich viele Verfolgte in der Welt fühlen. Ob es wirklich mit einer neuen Politik zusammenhängt, die von Holland nach Deutschland übergreift, kann ich nicht beurteilen.

Ich tippe auf ... üble Nachrede und übereifrige Mitarbeiter. Im Wohnzimmer bin ich halt gelassener, ruhiger. Dort ... betrachte ich das Leben gerne von hinten. Vom Ende her, genauer gesagt. Irgendwann kommt der Moment, da steht Gevatter Tod vor Dir und sagt: egal, was heute im Fernsehen kommt, egal, wen du gerade retten oder töten wolltest, egal, wieviel Champagner noch im Glas ist: das war es jetzt.

Eine der ganz wenigen ganz sicheren Gewissheiten im menschlichen Leben ist ... nicht die Materie, sondern das Ende - auch wenn es nur eine verschwindend kleine Minderheit aus politischen Gründen für das Ende hält. Die Mehrheit hat da andere Gedanken, Hoffnungen, Erfahrungen.

Darum fallen mir auch metaphysische Spekulationen über den Weltuntergang leicht. Weltuntergänge machen mir im Prinzip überhaupt nichts aus. Ich habe schon einige überlebt, von manchen habe ich erst viel später erfahren, da waren sie schon längst vorbei, einige gab es schon vor meiner Zeit, der nächste kommt 2012.

Ich habe mir mal den Spaß gemacht und die Mayaprophezeiung (2012 passiert ... halt irgendwas) mit der Johannesapokalypse verrechnet. Darf man ja - Synkretismus nennt man das und es ist noch nicht verboten. Außerdem haben wir die 666 auf jedem Apothekenrezept, auf jedem Barcode und wer weiß wo sonst noch alles.

Wenn Johannes sich nicht vertan hat und die Maya sich nicht verrechnet, dann begann die Herrschaft des Antichristen ungefähr im April 2010. Ich habe einfach die 1000 Tage seiner Herrschaft vom 22.12.2012 zurückgerechnet. Hätte ein Artikel werden sollen ... aber es gab Interessanteres und dann habe ich es schlichtweg vergessen. Weltuntergänge berühren mich halt nicht so.

Aber mal ehrlich: April 2010 bis heute ... Erdbeben, Vogelsterben, Fische tot, Welt wird täglich verrückter - noch sind wir im Plan. Ich hätte es mir zwar heftiger vorgestellt, diese Herrschaft des Antichristen - aber ich stelle ihn mir ja auch mit Dreizack und Hörnern vor, nicht mit Anzug und Investmentfonds.

Ich wollte das noch immer mit Nostradamus abgleichen - was jedoch schwer fallen dürfte, weil nach seinen Visionen läuft das Geschäft hier unten noch Jahrtausende weiter: gute Nachrichten für Investoren, würde man heute sagen.

Was ich schlimm finde an den Weltuntergangsphantasien sind die enttäuschten Gesichter, wenn wieder mal nichts passiert.

Sich den Untergang der Welt zu wünschen, damit das eigene Elend endlich vorbei ist ... das ist bitter. Es ist bitter, das wir den Alltag so eingerichtet haben, das Menschen so weit kommen.

Aber wir denken ja nicht ... wir machen lieber. Einfach weiter. Bis aus Weltuntergangsphantasien der weltweite thermonukleare Krieg wird.

Mal ehrlich: das hat es doch noch nie gegeben, das Militärs so ein schönes Spielzeug hatten und es letztlich einfach wegschmissen, oder? Irgendwann werden die auch mal eine Party steigen lassen wollen - und das ist vielleicht ja auch besser als ein Ende mit Hunger, Durst und Kälte neben einem prall gefüllten Supermarkt, aus dem aber aufgrund der REGELN keiner mehr was bekommt, weil das Geld alle geworden ist.

Aber bis dahin ... werden wir wohl noch ein paar andere Weltuntergänge erleben. Und viele sterben vorher einfach so an Altersschwäche.

Das Schöne an der Johannesapokalpse ist: dies ist ein Weltuntergang, der nicht zu fürchten ist. Das vergessen viele, die mit düsteren Prophezeiungen umherwerfen und ständig neue Parallelen zur Offenbarung entdecken.

Gott steigt dann - am Ende der Wirrnisse - persönlich hernieder, räumt unser Kinderzimmer auf und macht alles wieder heil.

Wäre ja zu schön um wahr zu sein, wenn das ... das nächste Jahr schon geschehen sollte. Das würde sicher eine Riesenshow - ganz ohne Thomas Gottschalk.

Wahrscheinlich würden wir aber aus Gründen der öffentlichen Sicherheit nichts davon erfahren - wenn es sich irgendwie machen läßt. Das Paradies könnte den Aufschwung gefährden und vor allem: es fördert Arbeitsunlust das dann im himmlischen Garten noch mit Regelsatzkürzung bestrafen?

Man merkt gleich: Paradies - nicht mit uns in Deutschland. Hier weht ein anderer Wind.