Hartz IV als Zuchtgrund für die SA des Vierten Reiches - der Gedanke beschäftigt mich seit den Vorgängen in Ägypten immer mehr. Ich weiß und sehe, das im Rahmen der Agenda 2010 Prinzipien in die Sozialgesetzgebung eingebracht worden sind, die vom Geiste des nationalsozialistischen Arbeitsfetischismus durchdrungen sind: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht Essen" - so die Kurzformel der neuen Ideologie.

Wird das Prinzip konsequent in Zeiten knapper Arbeitsplätze angewandt, haben wir eine künstlich geschaffene Hungersnot mit hohem Ungerechtigkeitsfaktor, Lagerhaltung und Massenvernichtung am Horizont.

Als Philosoph kümmere ich mich halt nur um Prinzipien. Dafür werde ich zwar nicht bezahlt, aber dafür wurde ich ausgebildet - für die Verlängerung von Prinzipien in die geschichtliche Wirklichkeit hinein, für Phantastereien und Spekulationen. Als Bürger jedoch ... würde ich nicht an die Massenvernichtung von Arbeitslosen glauben wollen, obwohl das Prinzip "Kosten auf zwei Beinen" in Zeiten der Renditemaximierung keine anderen Folgen zulassen würde, als die Kostenverursacher irgendwann mal physisch zu eliminieren - geschieht ja auch schon in den meisten Unternehmen, weshalb der Staat einspringen muß.

Die demokratischen, bürgerlichen Traditionen sind halt zu fest verankert, trotz aller Versorgungsängste.

Die Vorgänge in Ägypten brachten mit jedoch auf eine andere Idee, auf die ich wohl von alleine nicht gekommen wäre:

http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2011/02/04/haarp-911-und-das-endgueltige-aber-unmerkliche-ende-europas/

Was die Agenda 2010 real züchtet, ist ein Millionenheer von zornigen Menschen. Diese politisch unter einen Hut zu bekommen, ist schwierig, weil sie nicht aufgrund gemeinsamer politischer Überzeugung arbeitslos geworden sind und auch im Zustand der Arbeitslosigkeit CDU-Wähler bleiben können.

Was aber ... wenn eine Bewegung sie einstellt? Ihrem Leben Sinn und Würde zurückgibt? Dank unseres maroden Sozialstaates wird das immer billiger, schon läppische 1000 Euro stellen für unsere jugendlichen Arbeitslosen ein traumhaftes Vermögen da - so wie früher mal die heiße Suppe für den SA-Mann.

Der Wind könnte ganz schnell drehen. Die neue Bewegung braucht auch gar nicht rechtsradikal zu sein - es reicht, wenn man der jahrelangen erlebten Ungerechtigkeit ein Ventil gibt, um an die Stelle einer maroden Demokratie, die zur Zuchtanstalt von Jungmillionären auf Kosten der Allgemeinheit verkommen ist, irgendetwas anderes setzt ... und sei es "nur" das erfolgreiche chinesische Modell, das dann auch seine "Innovatoren" bekommen würde - so wie die USA 1945.

Da braucht auch kein Tropfen Blut zu fließen. Und selbst wenn ... anhand von Kommentaren, die ich hier nicht mehr veröffentliche, sehe ich schon das ... ein unglaublicher Hass der Opfer durchbricht. Es reicht auch manchmal die Kommentare in den etablierten Medien zu lesen - da wird einem schon Angst und Bange.

Ich hoffe aber, hier liest niemand, der so blöd ist, mir aufgrund dieser Worte jetzt zu unterstellen, ich hielte jetzt alle Arbeitslosen für rechtsradikal.

Ganz im Gegenteil, das ist aus der Perspektive heraus überhaupt keine Frage der politischen Gesinnung. Ich halte alle Hartz-Abhängigen für unschuldige Opfer und weiß, das der Kampf gegen erlittenes Unrecht auch für den "normalen" SA-Mann ein wichtiges Motivationselement war. Die haben sich selbst nicht für Bestien gehalten, sondern für edle Kämpfer einer hehren Sache. So kann man Massen mobilisieren - für wenig Geld.

Und soll ich wirklich ganz sicher sein, das nicht das der eigentliche Hintergedanke bei der Implementierung des Unrechtssystems war? Er scheint mir auf einmal ... plausibler zu sein als die herkömmlichen Beschwichtigungstheorien, die mir nicht erklären, warum man einen fleissigen Angestellten, der nach zwanzig Jahren Knechterei einer Rationalisierung zum Opfer fällt oder eine alleinerziehende Mutter mit dem Vollzeitjob "Hausfrau" auf die gleiche Stufe stellt wie einen zwanzigjährigen faulen Sack, der in seinem Leben nie gearbeitet hat.

Wenn ich zehn Arbeitslose mit Druck auf einen Arbeitsplatz setzen will ... so sehe ich nicht, wie die da alle Platz finden sollen. Aber ich weiß, was der Druck sonst noch so auslöst und wofür man das Ergebnis gebrauchen könnte.

In Ägypten funktioniert das schon mal. Recht nützlich, so eine Gruppe von Menschen, die man mit Gewalt und Absicht dicht am Existenzminimum hält. So was erhöht die Chance, im Notfall für einen Teller Suppe engagierte Mitarbeiter zu bekommen, die gegen die erlittene existenzbedrohende gesellschaftliche Gewalt mit Gegengewalt reagieren.

Das ist aber vielleicht auch mal eine motivierende Perspektive für den gemütlichen, bequemen, satten deutschen Mittelstand, weniger engagiert an der Entwürdigung der deutschen Arbeitslosen mitzuarbeiten und sich für einen besseren Umgang und vor allem eine bessere Versorgung der Globalisierungs- und Industrialisierungsopfer einzusetzen. Bei Kriegsopfern ging das ja auch gut als "Kriegsopferfürsorge".

Es ist nicht undenkbar das die ansonsten irgendwann mal mit Uniform vor der Tür stehen, die ihnen ein nobler Spender zusammen mit Stolz, Sinn, Würde, einer Suppe und 1000 Euro Handgeld spendiert hat. Zumindest wäre es nicht neu - dieses Motivationsprogramm wurde schon mal sehr erfolgreich angewendet.

Das könnte für manch einen sozialfaschistischen Schreihals ein böses Erwachen geben.

Menschen mit Machtgier und Rekordvermögen, die das initiieren könnten, gibt es genug.

Der neue SA-Mann würde auch sehr gewinnbringend eingesetzt werden können. Zwar gibt es kaum noch jüdisches Vermögen ... aber es gibt genug Privatvermögen. Was noch fehlte, wäre eine Zieldefinition.
Beamte zum Beispiel - an dem Feindbild wird schon lange gearbeitet. Oder aber ... Lumpenelite.

Dann hätte ich - oh graus - selbst an der Feindbilddefinition mitgearbeitet. Aber wer für viel Geld die intelligentesten Menschen der Welt kaufen kann, der kann auch raffinierte Pläne weben, in die sich auch kleine Eifelphilosophen schnell verstricken.

Aber vielleicht irre ich mich ja und das alles geschieht nur aus Zufall, Gedankenlosigkeit und aufgrund schlechter Verdauung. Immerhin ist es theoretisch denkbar, das ich einen Sack voller Buchstaben aus dem Fenster kippe und daraufhin eine komplettes Buch auf der Wiese liegen haben. Extrem unwahrscheinlich - aber nicht undenkbar. Soll ja so bei der Evolution auch funktioniert haben.