Ne, was war das für ein Geschrei. Mit einem "heißen Herbst" wollte man sich zurückmelden. Was kam war - ein weiterer Suizid eines Hartz IV-Abhängigen:

http://www.nachrichtenspiegel-online.de/2010/11/30/das-ende-der-sozialen-bewegung-in-deutschland-arbeit-macht-wieder-frei/

Was mich ankotzt ... weshalb ich mitlerweile auch die dummdreisten Altmarxisten mit ihren politischen Steinzeitparolen von diesem Ort verscheuche ... ist die Tatsache, das man wieder mal die Hoffnungen kleiner Leute enttäuscht hat - um sich selbst im tollen Sozialrevolutionärslicht zu baden. Sowas kann auch tödlich enden - sofern man den falschen Versprechungen Glauben schenkt.

Und wenn man dann sieht, was wirklich geplant war, was wirklich die Ausplünderung des Sozialstaates aufhalten sollte, dann denkt man, man ist wieder im Politik-Grundkurs der gymnasialen Unterstufe, wo einem der Bildungsbeamte beibringt, wie man "richtig Politik macht".

Möglicherweise sollten manche Leute eher mal das Handelsblatt anstatt Marx lesen - denn wo nichts mehr ist, kann auch die Diktatur des Proletariats nichts mehr verteilen:

Das Rettungspaket für Irland ist durch. Doch an den Märkten geht die Spekulation jetzt erst richtig los. Portugal gilt als nächster Kandidat für ein Hilfspaket. Und auch Italien und Spanien rücken zunehmend in den Fokus. Die Investoren sind verunsichert und fliehen aus Papieren der Krisenstaaten.

Die ersten Stimmen sprechen Deutschland die Kreditwürdigkeit ab, die Krisenbewältigungskosten marschieren in eine Alptraumhöhe von 3000 Milliarden Euro ... aber wir jubeln, weil wir endlich die Arbeitslosen auf eine Weise zählen, die so günstig ist, das kaum noch einer statistisch arbeitslos ist.

Vor Ort bringen sich die Leute weiter um ... weil sich für sie eigentlich keiner interessiert, sondern nur dafür, was man mit ihnen machen kann. Revolution oder Rendite. Wer beides nicht möchte ... hat Pech gehabt. Geht nur noch entweder oder. Wer nicht mag ... kann ja nach drüben gehen. Nur ist "drüben" diesmal ganz woanders.

Nun, vielleicht sind wir alternden Sozialwähler einfach auch über. Wir haben früher SPD gewählt, damit das Land sozialer wurde. Bei der Beton-SPD in den Ruhrgebietsstädten konnte man schon sehen, das dort ein seltsamer Geist weht. Darum haben wir danach die Grünen gewählt, um noch "reinere" Sozialpolitik zu bekommen. War auch ein Griff ins Klo. Jetzt sollen wir die "Linken" wählen ... bei denen man mit der Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen schon jetzt mit Gegenwind in der Partei rechnen muß.
Man kann sich ausrechnen, was geschieht, wenn die an der Macht sind - neu werden nur die Sprachhülsen und Floskeln sein, mit denen man sich dem Sachzwang beugt, der letztlich heißt: wer zahlt, befiehlt.

Und weil dieser Satz allgemein anerkannte Gültigkeit hat, braucht eine Demokratie ein Grundeinkommen, das bedingungslos ist - und so umfangreich, das der Zahlende auch befehlen kann. Ist immerhin sein Land und er ist der Souverän. Oder aber man sagt sich offen von der Entwicklung hin zu einer Demokratie los und bekennt sich offen zur Diktatur der Konzernwelt - da weiß man dann wenigstens, woran man ist, oder?

Wird sicher lustig für Historiker, wenn man die Mehrparteiendiktatur des Westens gegen die Einparteiendiktatur des Ostens als großen Gewinn darstellen soll. Die Wahl zwischen Pest fällt auch leicht ... allerdings brauchen nur Arme diese Wahl zu treffen.