Heute war ja ein wichtiger Tag für ... leistungsloses Einkommen. Wieder einmal wurde von einem Gericht bestätigt, das leistungsloses Einkommen völlig in Ordnung ist, wenn es in Form von Rundfunkgebühren erhoben wird.

Ist ja prinzipiell auch in Ordnung. Man will ja informiert sein - und ganz ganz selten gibt es ja vielleicht auch mal eine Sendung, die ihr Geld wert ist, meistens jedoch gibt´s Infotainment, wo lieblich säuselnde Stimmen über Dax, Kachelmann und Völkermord berichten - in immer demselben Ton.

Vor allem findet man aber diese Zwangsabgabe gut, weil ja ... ganz viele tolle interessante Arbeitsplätze dadurch geschaffen werden. Diese wichtigen, sozialversicherungspflichtigen Arbeiten, die ja in der Privatwirtschaft gerade aussterben.

Jedenfalls sollte man meinen, das eine öffentlich rechtliche Anstalt so mit ihren Leuten umgeht.

Was man nicht machen darf ist: mit Eltern jener Menschen reden, die sich beim öffentlich-rechtlichen Rundfunkt um eine Anstellung bemühen.

Ich habe das heute mal getan, zufällig zu dem Zeitpunkt wo man über meine RundfunkPc-Gebühren entschieden hatte.

Natürlich darf ich keine Namen nennen, auch nicht den WDR in Köln zum Beispiel - wenn es denn da gewesen wäre. Und wenn es denn da gewesen wäre, wo man Praktikanten für einen Hungerlohn, der Hartz IV als Reichtum erscheinen läßt, um sieben Uhr Morgens zum Kaffee kochen antanzen läßt und sie um 20.00 Uhr überrascht fragt, warum sie schon gehen wollen, dann frage ich mich: wofür soll ich eigentlich Gebühren zahlen?

Nur damit die Parteien (schön korrekt nach Proporz) dort Versorgungströge für ansonsten unfähige und nicht sonderlich qualifizierte Altlasten einrichten können, die letztlich von Praktikanten durch ihre Lebenszeit finanziert werden?

Wie gut, das es ja nicht beim WDR gewesen sein kann, weil dies ja anonym ist und ich niemals WDR geschrieben hätte, wenn es der WDR gewesen wäre.

Aber als Souverän dieses Landes erlaube ich mir zu sagen: ich find dat Kacke!

Man entschuldige den derben Ausdruck, aber sonst wollte nichts Alternatives aus den Fingern kommen.

Und natürlich ist mir klar, das der WDR so etwas nie machen würde. Monitor würde ja sofort einen Bericht darüber bringen.

Außerdem sagt der WDR, das er fair mit seinen Praktikanten umgeht:

http://www.wdr.de/unternehmen/karriere/hospitanzen_praktika/praktika.jsp

Der WDR unterstützt die Initiative FAIR COMPANY der Zeitschrift "Junge Karriere". Wir möchten damit deutlich machen, dass wir mit unseren Praktikanten und Hospitanten fair umgehen.

Das bedeutet unter anderem, dass wir keine Vollzeitstellen durch Praktikanten substituieren und dass sich unser Praktikumsangebot auf Praktika und Hospitanzen zur beruflichen Orientierung während der Ausbildungsphase konzentriert.

Meine Praktikantin möchte nicht weiter erzählen weil ... sie in der Branche noch arbeiten möchte. Ich aber fand - man sollte es wenigstens mal erwähnt haben.

Man findet die Praktikanten inzwischen überall beim WDR:

In nahezu allen Organisationsbereichen des WDR werden Plätze für Praktika angeboten - sei es in der Verwaltung, im Bereich Dokumentation und Archive, in der Unternehmenskommunikation oder in den verschiedenen Fachbereichen der Produktion und der Technik. Diese Bereiche bilden das breite und vielseitige Spektrum an Tätigkeiten und Berufen ab, die im WDR anzutreffen sind. Im Redaktionellen Bereich bieten wir Hospitanzen an. Pflichtpraktika mit einer Länge von mehr als 2 Monaten sind hier nicht möglich.

Der Laden scheint voll davon zu sein.

Nun gut, in echt weiß ich wirklich nicht, welcher öffentlich-rechtliche Sender so tolle Praktika anbietet. Mutter und Tochter wissen, das ich ... öffentlicher arbeite. Ist mir auch lieber so. Aber da ich weiß, wo die wohnen ... habe ich so einen Verdacht.

Den äußere ich auch nicht.

Aber empören wird man sich doch mal dürfen ... denn mehr wird da auch nicht drin sein: die Leute reißen sich nämlich um die Gratisarbeit, sie arbeiten gern und brauchen auch keinen Schlaf, haben kein Privatleben und sind glücklich mit Kantinenkost.

Das erklärt mir auch, warum die Gewerkschaften immer ... unbedeutender werden. Deren Mitgliedstyp stirbt aus.