Wenn wir in der Schule Geschichte lernen, so lernen wir die Geschichte von Kriegen, die von Königen geführt wurden. Dreissigjähriger Krieg, siebenjähriger Krieg, napoleonische Kriege. Und irgendwie zwischen diesen Kriegen entwickelte sich der Rest. Es ist eine sehr merkwürdige Sichtweise für ein kapitalistisches System ... doch stört es bislang nur recht selten jemanden.

Wer bei uns vollkommen hinten ´rüberfällt sind die Händler. Sie waren nicht weniger abenteuerlustig als die Krieger und Ritter - nur waren ihre Methoden nicht so gewalttätig. Viele von ihnen wagten sich in ferne Länder, erschlossen Handelswege und vermehrten so Wohlstand, Wissen und kulturelle Vielfalt.
Doch ihre Namen werden kaum gelehrt, dagegen kennen wir Cäsar, Karl den Großen und Napoleon fast persönlich, so oft wird über sie berichtet. Ohne Wirtschaft hätten sie ihre großen Kriege nicht führen können.

Handel weiß, das Sklavenarbeit schlechte Qualität produziert. In einer Diktatur ist schlechte Qualität egal, in einer Marktwirtschaft ist sie tödlich für die Firma, die sich diesen Fehler erlaubt. Natürlich ist das nur ein kleiner Aspekt eines großen Themas, aber ein auffälliger, zumal wir gerade merken, das die Qualität der Waren nachläßt. Kaum eine Woche vergeht, wo nicht eine Autofirma ganze Reihen von Fahrzeugen zurückrufen muß, weil wieder was kaputt gegangen ist. Auch hier: Diktatur. Allerdings die Diktatur des Profits, der Händlern und Produzenten nur noch einen geringen Handlungsfreiraum läßt.

Diktatur, Unfreiheit und Ungleichheit sind für die Marktwirtschaft enorm schädlich. Niemand wagt ein Abenteuer, wenn der König einem jederzeit alles wegnehmen kann. Das Land erstarrt ... und Raubwirtschaft nimmt zu. Wirtschaften muß man halt, solange man Nahrung braucht, und die erfolgreichste Art des Wirtschaftens ist nun mal das Raubrittertum. Einfach mal anderen wegnehmen, was die haben. Macht genauso satt wie ehrliche Arbeit, geht aber schneller.

Das merken auch die Konzerne, und da es sich bei ihnen um virtuelle Maschinen handelt, die nur noch dem Zwecke der ungehemten Geldvermehrung dienen, ist ihre Tendenz zur Raubwirtschaft sehr groß. Natürlich entstammen Konzerne einer anderen Zeit...und sie sind auch keine Menschen. Sie rauben nicht mehr mit der Waffe in der Hand (jedenfalls kaum in unseren Breiten, in den USA und der zweiten und dritten Welt geht es da schon noch anders zur Sache), sie erledigen die Sache eleganter. Sie übernehmen den gesamten Marktplatz und diktieren die Preise. Da macht man mit noch weniger Risiko noch mehr Geld....ganz legal.

Ist zwar irgendwie auch unethisch und unmoralisch, aber bringt Rendite. Die Folgen sind die gleichen wie bei offener Raubwirtschaft: diejenigen, die sich am Wenigsten wehren können, sterben, so wie jetzt unsere Alten und Kranken.

http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article8266366/Schwarz-Gelb-will-Wohngeld-drastisch-kuerzen.html

Die Bundesregierung will das Wohngeld zusammenstreichen – um rund 40 Prozent. Verbände sprechen schon von "sozialem Kahlschlag".

Das betrifft jetzt mal nicht die Arbeitslosen, das betrifft nun mal die Alten und Kranken, die Sozialhilfe beziehen oder Minirenten und durch das Wohngeld einen kleinen Zuschuß gegen Mietwucher erhalten. Die Mieten bleiben stabil, d.h. wer hat, der kriegt auch weiterhin, und wer nichts hat ... der friert im Winter, sitzt schon im Sommer auf der Straße oder verhungert elendig in seiner Hütte, weil das Geld zum Essen nicht mehr reicht. Ich warte schon auf die Schlagzeilen der Zeitungen, was ihnen nun einfallen wird, das zu rechtfertigen. Die Arbeitslosen waren ja faul, versoffen und doof. Und die
Omas und Behinderten? Was sind die jetzt? Unwertes Leben, klar, aber wie nennt man das in Schöndeutsch?

"Unwertes Leben" ist die exakte Gegenseite der Medaille "für Soziales ist kein Geld da". Damit wir uns klar verstehen: wenn wirklich kein Geld da ist, ist keins da. Explodieren die Eifelvulkane und alles versinkt in Chaos, dann nützt es nichts auf der Straße zu sitzen und seine Ansprüche zu formulieren.
Aber wir haben kein Chaos. Wir sind ein reiches Land. Eins der reichsten Länder auf Erden. Und darum ist das Bekenntnis "für manche Menschen ist kein Geld da" automatisch ein Bekenntnis zu der Anschauung des
"Unwerten Lebens". Kranke, Alte, Behinderte ... manchmal auch gut durchmischt mit Juden und Zionisten, Ausländern und Zigeunern ... es ist immer das gleiche Spiel: RAubwirtschaft.

Einfach mal was wegnehmen. Man verspricht sich dadurch Einsparungen von 300 Millionen Euro. Dementgegen stehen jährliche Subventionen an die Wirtschaft von 166 000 Millionen Euro. Mehr als das fünfhundertfache.
Zusätzlich noch Steuerverschwendung von 30 000 Millionen Euro. Das hundertfache. Afghanisten mir Folgekosten: 3000 Millionen Euro. Das zehnfache.

Ich gehe also davon aus, das Geld da ist. Sogar in unglaublich großen Mengen, aber ... für andere Werte als "Leben" ... und dadurch kommt die Unterscheidung "wertvolles Leben" und "unwertes Leben" in die Welt - nur nennt man es nicht so. Man spricht schöner davon, doch die Leichen der Unwerten stinken genauso wie früher.

Viel Geld war zum Beispiel auch für die Wiedervereinigung da. Doch auch dort ... wurde es menschenverachtend aus dem Fenster geschmissen.

http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/0,2828,703960,00.html

Hamburg - Die D-Mark? In der DDR? "Kommt überhaupt nicht infrage, ausgeschlossen!" Karl Otto Pöhl reagierte so spontan wie überzeugt, als ihm Reporter am 6. Februar 1990 diese Frage stellten. Der Bundesbankpräsident kam gerade von einem Treffen mit seinem Ostberliner Kollegen Horst Kaminsky aus dem Gebäude der Staatsbank der DDR. Pöhl warnte davor, "die Wiedervereinigung mit der Notenpresse zu finanzieren".

Die Namen der Beteiligten kommen einem seltsam bekannt vor:

Der oberste Hüter des westdeutschen Geldes war überrumpelt, von Bundeskanzler Helmut Kohl, Finanzminister Theo Waigel und dessen Staatssekretär Horst Köhler - nach Vorarbeit seines SPD-Parteifreunds Thilo Sarrazin, damals Referatsleiter im Bundesfinanzministerium, heute ausgerechnet Vorstandsmitglied der Bundesbank.

Die Folgen waren eine - vermutlich genau einkalkulierte - Katastrophe, wie man sich schnell hätte denken können.

Die DDR-Bürger bezahlten einen kurzfristigen Konsumrausch mit der Massenpleite ihrer Betriebe und damit dem dauerhaften Verlust eines Großteils ihrer Einkommensbasis. Nur dank Hilfe von außen ist der Lebensstandard, immer noch deutlich unter Westniveau, zu halten.

Pöhl und seine Bundesbanker waren nicht die einzigen Kritiker. "Watte" sei die Rede von der Währungsunion, warnten die fünf Wirtschaftsweisen. "Dahinter verbirgt sich auf Jahre hinaus ein zweistelliger Milliardentransfer." Tatsächlich rechnete im Bonner Finanzministerium ein Thilo Sarrazin bereits mit dreistelligen Milliardenbeträgen - die dann auch flossen, und zwar bis heute. Der westdeutschen Wirtschaft wurden so bislang nach verschiedenen Schätzungen 1,3 bis 1,6 Billionen Euro entzogen.

Ein vollkommen unverantwortlicher Umgang mit den Staatsfinanzen. Aber: macht ja nichts: wenn´s schiefgeht, war´s der Ossi in Schuld. Ich war schon vor der Wende in der DDR. Häufiger. Die Leute dort hatten überhaupt keine Ahnung davon, welchen Preis man hierzulande für den Konsum zahlen muß. Mich wundert es nicht, das die SED in Form der LINKEN im Osten so stark ist. Unsere Galeere ist bunter und flotter als ihre gewesen ... aber hier wird unter Deck gepeitscht und geblutet. Das finden nur wenige wirklich lustig. Aber es geschieht halt unter Deck, dort, wo die Wirtschaft herrscht. Auf dem Oberdeck machen wir schön in Demokratie, da sieht alles propper aus.

Und das sich ein Thilo Sarrazin dahinstellt und lustig auf Arbeitslose und Migranten eindrischt, während er genau weiß, wo das Geld der Arbeitslosenversicherung geblieben ist, ist schon ein starkes Stück.

Hartz IV ist die direkte Folge der Wiedervereinigung ... das sollte man nicht vergessen, wenn es mal wieder heißt: "Soziales können wir uns nicht leisten".

Wir konnten uns immerhin leisten, eine Menge gesunder Betriebe im Osten bewußt und willentlich zu vernichten ... und im Prinzip läuft jetzt in Griechenland, Italien, Spanien das gleiche Spiel. Die Industrie verdient daran, der Staat bleibt auf seinen arbeitslosen Menschen sitzen. Anstatt "Wiedervereinigung" gab es ein Raubritterschlachtfest, gesponsert by Steuerzahler.

Ruckzuck wurde das kleine Häuflein Ostdeutscher eingemeindet, über den Tisch gezogen, völlig unsinnigerweise wurde die Hauptstadt mit enormen Kosten nach Berlin verlegt: alles Spielereien der Lumpenelite auf Kosten der Steuerzahler. Im Osten besonders schlimm: für drei Tage Bananen und einen alten Videorekorder dürfen die jetzt ein Leben lang abzahlen und darben. Aber wer interessiert sich schon für die. Sind nur wenige, die jungen Leute kommen eh´ in den Westen und wer dort bleibt ... na ja. unwertes Leben, wie schon gesagt.

Und wann entkommt die ostdeutsche Wirtschaft dieser Abhängigkeit endlich? Thilo Sarrazin, Architekt der Währungsunion auf westdeutscher Seite, ist optimistisch: Die Unterteilung in Ost und West habe sich bald "historisch überholt". Edgar Most, Mitgestalter auf ostdeutscher Seite, winkt ab: "Ich sehe das nicht, die nächsten zwanzig Jahre nicht." Dann hätte die ostdeutsche Transferökonomie ein genauso langes Leben wie die DDR.

Und das ... dank der tollen Vorarbeit von Thilo Sarrazin. Der Mann scheint mit Zahlen umgehen zu können wie eine Gans mit Quittungen. 1600 Milliarden Euro für seine Fehlplanungen. Und der ist jetzt bei der Bundesbank. Schöne Aussichten. Was kostet denn ein Taschenrechner? Ich würde ihn persönlich bezahlen....und ihm schicken, wenn ich davon ausgehen könnte, das er endlich Gebrauch davon macht.

Oder aber ... man hat uns wieder mal bewußt belogen. Uns alle. Das ... würden aber nur Lumpen ihrem Volk antun.