Wir haben wieder Krieg. Meinen jedenfalls manche:

http://www.muslim-markt.de/forum/messages/1738.htm

Es ist Krieg, nur die Bevölkerungen dürfen es nicht wissen, weil sie ihn sonst verhindern würden.
Innerhalb des Kapitalismus ist ein offener Krieg ausgebrochen, denn es geht darum, wer die Welt zukünftig beherrschen darf und kann. Der Angriff erfolgte von den USA. Europa war auf den Angriff nur schlecht vorbereitet. Die Waffen in diesem Krieg sind ungleich verteilt. Daher lohnt ein Blick auf die eingesetzten Waffen.

Die USA verfügen über einen Geheimdienst, der seit Jahrzehnten beste Beziehungen zu Terroristen, Tyrannen, Königen, Prinzen, USAmas, zum Drogenanbau und Piraten unterhält. Europa sammelt erste Erfahrungen mit selbstgemachten Terroristen, kann bisher aber nur über Amateure verfügen, die zudem nicht gegen den Kriegsgegner, sondern zumeist gegen die eigenen Bevölkerungen agiert haben.

Die USA verfügen über drei bis vier Rating-Agenturen, die jedem europäischen Staat den Geldhahn zudrehen können, Europa hat dem nicht eine einzige Agentur entgegen zu setzen.

Nun, der gestrige reflexhafte Schlag nach den Rating-Agenturen (deren Auflösung schon lange fällig ist) scheint dahin zu deuten, das deutsche Politiker auch so langsam dahinterkommen. Es wäre nicht das erste Mal, das man nebenbei (und einige Jahre später) von einem großartigen Handelskrieg zwischen den USA und Europa erfährt, der im Rahmen der politischen Rücksichtnahme an der Öffentlichkeit vorbei geführt wurde.

Die EU bedroht mit ihrem Riesenmarkt die langfristigen Pläne der USA elementar, im Verbund mit den Rohstoffen Russlands und den Finanzen Chinas düfte das manche strategischen Planer im Pentagon und im Weißen Haus sehr nervös machen. Was, wenn man einfach mal ein bischen wirtschaftliche Unruhe in die aufmüpfigen europäischen Zwerge bringt? Dann hätten die erstmal zu tun - und wären wieder auf ihren Platz verwiesen.

Schon vor einem Jahr wurde vor einem Handelskrieg gewarnt:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/eu-und-kanada-warnen-usa-vor-handelskrieg;2139986

und man findet am Rande immer wieder Kommentare die auf eine Verschärfung des Konfliktes hinweisen:

http://www.wsws.org/de/2010/mar2010/useu-m13.shtml

Im Nachhall der Finanzkrise von 2008 greifen führende kapitalistische Länder auf zunehmend aggressive protektionistische Maßnahmen zurück, um ihre Interessen zu wahren.

Der Protektionismus kam diese Woche in scharfer Form auf die Tagesordnung, als der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS bekanntgab, sein Angebot für einen 35 Mrd. Dollar Auftrag des amerikanischen Militärs für 179 Tankflugzeuge zurückzuziehen.

Politiker in Berlin und Paris beschuldigten die Regierung in Washington verärgert des Protektionismus zugunsten von Boeing, dem führenden amerikanischen Hersteller von Militärflugzeugen. Ein führendes Mitglied der FDP forderte die deutsche Regierung auf, Druck auf die Vereinigten Staaten auszuüben, damit sie ihre protektionistischen Tendenzen aufgäben.

Andere waren noch direkter. Joachim Pfeiffer von der CSU schäumte: "Das ist skandalös und inakzeptabel," und müsse politische Folgen für unser Verhältnis zu den USA haben.

Von dem Handelskrieg mit China spricht man ganz offen ... auf den allerletzten Seiten jener Zeitungen, die man nur hat, aber nie liest. Aber im März war es da schon mal sehr heftig zugegangen:

http://www.news.de/wirtschaft/855048640/billiges-geld-als-waffe-im-handelskrieg/1/

Billiges Geld als Waffe im Handelskrieg
Von Andreas Landwehr

Die USA werfen den Chinesen vor, ihre Währung künstlich billig zu halten. Doch davon wollen die Chinesen nichts wissen und behaupten von den Amerikanern das Gleiche. Die Spannungen eskalieren.

Aber das die USA UNS, ihre VERBÜNDETEN, mit KRIEG überziehen ... das kann man dem deutschen Wähler doch so nicht verkaufen. Nachher droht ANTIAMERIKANISMUS, der nur dort schlimm sein kann, wo man zur Zwangsliebe dieses Volkes verpflichtet wird. Dabei braucht man mich gar nicht dazu verpflichten - ich mag sie, die Amerikaner. Nur ihre Geldsäcke sind mir ein Dorn im Auge, ihre Hedgefonds, ihre Ratingagenturen, ihr ganzes imperiales Finanzwesen.

Die Folgen des Krieges merken die Griechen jetzt zuerst....und dort merkt man auch, wo es hakt. Der "American Way of Life" hat auch dort Einzug gehalten:

http://www.welt.de/politik/ausland/article7396540/Reiche-Griechen-bringen-ihr-Geld-ins-Ausland.html

Ausgerechnet die Bezieher kleiner Gehälter und Rentner werden für den griechischen Staatsbankrott aufkommen müssen. Sie zahlen bereits freiwillig in einen Unterstützungsfonds zur Rettung der Nation ein. Die Reichen haben allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres acht Milliarden Euro aus dem Land abgezogen.

Man hat bei dem System ganz gut verdient ... und zieht jetzt Leine. Darf man das asozial nennen? Während jene, denen man gerne vorwirft, nur "Kosten auf zwei Beinen" zu sein, alles tun, um ihr Land zu retten:

Bezahlen werden dennoch vor allem jene, die auch bisher immer zahlten: Die Rentner und Empfänger von geringeren Gehältern. Sie sind es auch, die bereits freiwillig in einen Unterstützungsfonds zur Rettung der Nation einzahlen. Im März wurde er aus der Taufe gehoben. Seither liest man in den Medien gelegentlich von rührenden patriotischen Gebärden wenn etwa Kinder ihr Taschengeld spenden, Rentner ihren Spargroschen, Nana Mouskouri Tausende von Euro. Auch Politiker Spenden in den Fonds, um für sich zu werben: Der Chef der Nationalistenpartei Laos etwa gab 5000 Euro.

Das ist rührend und nett ... aber auch vollkommen nutzlos. Es wird nicht reichen. Und die Vermögen, die die asozialen Schmarotzer beiseite geschafft haben, kriegt man auch nicht wieder. Da wissen wir, wozu unsere acht Milliarden gebraucht werden: zur Vermögensrettung der griechischen Oberschicht, die zuvor an den Zuständen sehr gut verdient hat.

In Deutschland sieht es nicht anders aus.

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/NEWSTICKER/7365348.php

Die privaten Haushalte haben im vergangenen Jahr 147 Milliarden Euro gespart. Das waren 21 Milliarden Euro mehr als im Jahr zuvor, wie die Deutsche Bundesbank am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Das Geldvermögen der privaten Haushalte stieg so bis Ende 2009 auf 4672 Milliarden Euro und lag damit rund 240 Milliarden Euro über dem Niveau von 2008. Neben den Sparanstrengungen sei dies auch auf hohe Kursgewinne bei Wertpapieren zurückzuführen, erklärte die Bundesbank.

Mitten in der Krise räumen "private Haushalte" 147 Millarden Euro ab. Macht knapp 1500 Euro pro Bundesbürger ... die man "über" hat. So gesehen wäre das gut ... aber gemeint sind natürlich nur jene oberen zwanzig Prozent, die 90% des Vermögens haben. Würden die ... als Notopfer ... nur die Hälfte des überflüssigen Gewinns abgeben, so wären das 73,5 Milliarden, die wir reinweg zur Schuldentilgung benutzen könnten. Mit einem Drittel ihrer Rücklagen könnten wir unser Schulden komplett zurückzahlen.

Da "wir" aber immer nur die Gemeinschaft der Zahler meint (Steuerzahler, Beitragszahler, Preiszahler...) stehen "wir" mit den Schulden ziemlich alleine dar. Aber jedenfalls können wir uns sicher sein, das die 80 Milliarden zusätzliche Staatsverschuldung zur Rettung der Banken den Reichen die Vermögen weiter aufgeblasen hat. Dafür fehlt den Menschen im Land das Geld an allen Ecken und Enden:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,691352,00.html

Steuern rauf, Löhne und Renten runter - Griechenland drohen harte Einschnitte. Was bedeutet das für die Bürger? SPIEGEL ONLINE zieht den Vergleich - und zeigt, was in Deutschland passiert würde, ginge die Bundesregierung auf den gleichen Sparkurs wie Athen.

(es heißt natürlich: "passieren würde" ... aber infolge der Sparmaßnahmen nehmen technische Fehler bei Autos und Rechtschreibefehler in Zeitungen eben zu: daran sollte man sich gewöhnen)

Ob der Spiegel uns schon mal drauf vorbereiten möchte, was dann bald passieren wird, weiß ich nicht - kann es mir aber gut vorstellen.

Für ihr Personal geben Bund, Länder und Kommunen jährlich etwa 200 Milliarden Euro aus. Die Renten schlugen bei der Deutschen Rentenversicherung nach den jüngsten Berechnungen für 2008 etwa mit 230 Milliarden Euro an Altersbezügen und Zuschüssen zur Krankenversicherung zu Buche. Würde pauschal alles um zehn Prozent gekürzt, käme immerhin schon mal ein beträchtlicher zweistelliger Milliardenbetrag zusammen.

Das sind schon mal ganz schöne Summen. Natürlich dürfen die wahren Kostentreiber des Landes nicht wählen ... aber wenn man es ernst wird und man genau hinschaut ... kosten die eigentlich nichts:

Also müsste die Bundesregierung auch an vergleichsweise kleine Posten ran. Beispiel Arbeitslosenhilfe: Für die Grundsicherung Arbeitsuchender plant das Bundesministerium für Arbeit für 2010 mit 38,7 Milliarden Euro an Ausgaben. Hinzu kommen etwa 15,8 Milliarden Euro Unterkunftskosten, die sich Bund und Kommunen aufteilen. Macht zusammen mehr als 50 Milliarden Euro. Doch selbst wenn die ohnehin schon geringen Leistungen um zehn Prozent gekürzt würden, blieben am Ende lediglich Einsparungen im einstelligen Milliardenbereich. Und ein Arbeitslosengeld-II-Empfänger bekäme dafür nur noch 323 Euro Regelsatz statt 359 Euro.

Brächte auch nichts, da zu sparen. Und denen künstliche Arbeitsplätze auf Staatskosten zu geben, kostet einfach nur noch mehr, aber Arbeitslose quälen macht halt den Sadisten unter den Beamten total viel Spaß -und das lassen die sich gerne was kosten. Insofern wird man sich in den ARGEN freuen, das der eigene Arbeitsplatz ziemlich sicher ist.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/hoechster-stand-seit-august-2008-zahl-der-hartz-iv-empfaenger-klettert-kraeftig;2571555

Wie der Deutsche Landkreistag am Donnerstag mitteilte, erhielten im April nach vorläufigen Daten rund 6,7 Mio. Menschen Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende. Das waren 1,1 Prozent mehr als im Vormonat, als im März 2010, und 2,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, also April 2009.

Mehr und mehr wird Hartz IV die Zukunft für den Deutschen ohne Hotel und Beamtenstatus, damit eine kleine Gruppe von Leistungsträgern dir Erträge der Leistungen der Deutschen auf ihre Offshore-Konten tragen kann.

Wenn ihr Interesse habt ... ich hätte da gleich eins:

http://www.anuber.de/offshore-konto.html

Man prahlt dort unter anderem mit der Sicherheit vor den deutschen Finanzbehörden.

Für uns andere ... bleibt die Zukunft Modell Lettland in erreichbarer Nähe:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,691352,00.html

Auch in Lettland reagierte die Bevölkerung entsetzt auf radikale Sparpläne der Regierung. Und trotzdem zieht die Regierung seit mehr als einem Jahr ein regelrechtes Blut-Schweiß-und-Tränen-Progamm durch. Tausende Beamte wurden entlassen, Krankenhäuser geschlossen, die Gehälter der übrigen Beamten drastisch gekürzt. Renten und Kindergeld wurden ebenfalls zusammengestrichen

Ein Handelskrieg der kapitalistischen Eliten untereinander und aller zusammen gegen das Volk. Das ist schon ein Wirtschaftsweltkrieg an allen Ecken und Enden - und das in einer Welt, die noch nie so voller Waffen war wie heute.

Und das soll gut gehen?