szmmctag

Archiv der Einträge: 29 April, 2010
  • Griechenland: Schäuble im Vollrausch, Merkel gut drauf

    Die Nachrichten überschlagen sich ja geradezu. Erst kommt mal Griechenlands Pleite. Huch. Alle erschrocken. Dann erstmal die Kanzlerin: das kann auf keinen Fall bei den anderen Staaten passieren.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gipfel-zu-griechenland-rettung-merkel-sieht-kaum-gefahr-fuer-andere-staaten;2570524

    Merkel ist optimistisch, dass die Griechenland-Krise nicht auf andere Euro-Staaten wie Portugal oder Spanien übergreift.

    Die ist halt gut drauf die Merkel und wenn man so gut drauf ist, dann ist man schon mal optimistisch.

    Die Ratingagenturen jedoch denken sich: denkste - und schießen Spanien ab.

    http://boersenradar.t-online.de/Aktuell/Anleihen/Spanien-herabgestuft-Euro-Zone-unter-Druck-22452206.html

    Die Krise der Euro-Zone hat sich massiv verschärft. Nach Griechenland und Portugal hat die Ratingagentur Standard & Poor's nun auch die Kreditwürdigkeit von Spanien herabgestuft. Die Finanzanalysten senkten die Bewertung der spanischen Staatsanleihen laut einer Mitteilung um eine Note von "AA+" auf "AA". Die Finanzmärkte reagierten geschockt. Der Euro sank auf ein neues Jahrestief.

    Wäre also doch besser gewesen, die Merkel wäre eher realistisch gewesen anstatt optimistisch, aber so hatte sie gestern wenigstens noch einen schönen Tag.

    Noch besser ist jedoch der Schäuble.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,691923,00.html

    25 Milliarden allein aus Deutschland? 30 Milliarden? Die Schätzungen über die Höhe der Griechen-Notkredite werden immer spektakulärer. Die Stabilität des ganzen Euro-Raums werde damit verteidigt, rechtfertigt sich nun Minister Schäuble. Und sagt: "Wir hoffen, dass es gar nichts kostet."

    Ich fahre jetzt gleich mal zur nächsten Niederlassung von Mercedes und kaufe mir dort das teuerste Modell. Ich hoffe, das es mich nichts kostet ... weil der Verkäufer mich so nett findet, einsieht, das ich den Wagen dringend brauche und sich einen guten Werbeeffekt verspricht. Vielleicht spiele ich auch Lotto und hoffe dann, das ich mit dem Gewinn noch zehn weitere Autos der Marke kaufen kann.

    Hoffen kann man viel, das ist Wirtschaftsplanung im Vollrausch.

    Dabei hatte ihm der Brüderle gestern erst ganz brüderlich und hilfreich unter die Arme gegriffen

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,691783,00.html

    Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) multiplizierte bei einer Visite im brasilianischen Sao Paulo den möglichen Gesamtbedarf Griechenlands bis 2012 auf wahrscheinlich 135 Milliarden Euro.

    Das ist natürlich ungeheuer viel Geld ... und das macht den Schäuble richtig wach:

    Vor einigen Wochen noch hatte Schäuble öffentlich erklärt, Deutschland dürfe nicht "für Griechenlands Probleme zahlen". Nun aber findet Schäuble, es müsse "ungeheuer schnell" gehandelt werden.

    Toll, oder? Das geht nur mit Drogen. Ich weiß nur nicht, mit welchen.

    Während die Kanzlerin noch mit ihrer wirtschaftlichen Weisheit hausieren geht, ist die deutsche Wirtschaft pragmatischer:

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,691707,00.html

    Die Zinsen steigen, die Zahlungsmoral sinkt: Griechenland verliert nach den jüngsten Rating-Herabstufungen dramatisch an Attraktivität für ausländische Firmen. Der auch für die Stabilität des Euro bitter nötige Wirtschaftsaufschwung in dem Land rückt damit in weite Ferne. In den Abwärtsstrudel geraten auch andere Staaten.

    Nicht nur der Staat scheidet als Zahler oft aus, auch die Privatwirtschaft gerät zunehmend in den Abwärtsstrudel. Konsum und Investitionen gehen zurück, weil sich der Staat zurückzieht. Insolvenzen nehmen zu, Geschäftspartner vertrauen einander nicht mehr.

    "Die Konsequenzen der griechischen Haushaltskrise für die Privatwirtschaft sind noch größer als bisher angenommen", sagt Länderanalyst Martin Köhring von der internationalen Wirtschaftsauskunftei D&B gegenüber manager magazin. "Wir erwarten, dass sich die Zahlungsmoral im zweiten Quartal deutlich verschlechtert."

    Kurzum ... wir sollten schon mal über Nahrungsmittelspenden für die Griechen nachdenken. Und nicht nur darüber:

    Auf dem Spiel steht ein bedeutender Teil des deutschen Exports. Im Jahr 2009 betrug das deutsche Exportvolumen in die verschuldeten Staaten Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien etwa 75 Milliarden Euro, das sind immerhin gut 11 Prozent der gesamten Ausfuhren.

    Der BGA schätzt die Gefahr einer Kettenreaktion zwischen den Ländern des Südgürtels zwar als gering ein - zu unterschiedlich sei die Wirtschaftskraft von Griechenland, Spanien oder Irland. Die Meldungen einzelner deutscher Außenhandelskammern zeichnen jedoch durch die Bank ein beängstigendes Bild in den von hohen Haushaltsdefiziten gebeutelten Ländern.

    Zwar schätzt man wieder alles sehr positiv ein, kommt jedoch nicht um unangenehme Beobachtungen herum:

    In Spanien seien Zahlungsmoral und -konditionen "zum Hauptproblem spanischer Niederlassungen deutscher Firmen geworden", sagt der Außenwirtschaftsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Alexander Lau, gegenüber manager magazin

    Und die kaum vorhandene Krise mit kaum vorhandenen Risiken, jene Krise, die hoffentlich nichts kostet, hätte auch kaum Konsequenzen für Deutschland ... wenn die Unternehmen in diesem Land nicht so pingelig wären und eher dem Weg von Schäuble und Merkel folgen würden: Glauben und Vertrauen!

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,690561,00.html

    Die Krise in Griechenland und vier weiteren Euro-Staaten führt bei fast jedem dritten deutschen Unternehmen zu Umsatzeinbußen und anderen wirtschaftlichen Belastungen. Laut einer Umfrage von PwC sind Großunternehmen besonders stark betroffen. Jedes vierte denkt über Standortverlagerungen nach.

    Von den 234 Unternehmen, die in einem der Krisenstaaten investiert haben, fürchtet jedes zweite Umsatzeinbußen. Knapp jedes vierte (23 Prozent) hält sogar den Abbau von Arbeitsplätzen für möglich. Demgegenüber sehen von den Unternehmen, die in keinem der genannten Länder aktiv sind, nur 29 Prozent das Risiko sinkender Erlöse. Stellenkürzungen in Folge der Krise halten lediglich sieben Prozent dieser Unternehmen für denkbar.

    So als Firma kann man von flotten Sprüchen nicht gut leben ... jedenfalls nicht, wenn der Kunde nicht mehr oder viel zu spät bezahlt.

    Aber man hat ja schon Maßnahmen im Blick, mit denen man die Krise bewältigen kann:

    http://www.handelsblatt.com/

    Nach den Herabstufungen Griechenlands, Portugals und Spaniens wächst in Deutschland die Kritik an den Rating-Agenturen. Die Politik will die Macht der Agenturen deutlich zurückdrängen: So sprachen sich Bundesaußenminister Westerwelle und die SPD dafür aus, für die Bewertung von Bonitäten eine unabhängige europäische Behörde einzurichten. Die Grünen fordern weit mehr als das.

    Kann es sein, das US-amerikanische Ratingagenturen nicht ganz so unpatriotisch sind, wie sie sein sollten ... und hier und da mal ein Auge zudrücken, wenn es zum Vorteil der eigenen Wirtschaft ist?

    Auf einmal kommt man zu überraschenden Erkenntnissen ... die eigentlich vor einem Jahr schon Konsequenzen hätten haben müssen:

    Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), sagte der Zeitung: ?Es kann nicht sein, dass Rating-Agenturen, die die Finanzkrise zu einem großen Teil mitzuverantworten haben, weil sie wertlosen Papieren Bestnoten verliehen haben, immer noch solch eine herausragende Rolle spielen.? Zudem sei die Methodik der Rating-Agentur nach wie vor intransparent.

    Auch Guido Westerwelle hat dazu gelernt:

    „Rating-Agenturen dürfen nicht gleichzeitig Finanzprodukte entwickeln, vertreiben und bewerten.“

    Toll, das das erst jetzt auffällt. Ein bischen spät, oder?

    Wenn ich sage, das läßt sich nur mit Drogen ertragen, dann meine ich das auch so. Und dafür gibt es auch Belege:

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/813/507964/text/

    Die Deutschen saufen sich öfter ins Koma als in der Vergangenheit. Das geht aus dem Jahrbuch Sucht 2010 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hervor.

    Vor allem Rentner und Jugendliche fallen auf. Die einen können nicht fassen, was aus ihrem Land geworden ist - die anderen können nicht fassen, wie lange sie noch darin leben müssen.

    Aber immerhin einen Hoffnungsschimmer gibt es jetzt - aus Indien. Von Luft und Liebe leben, ein alter Traum wird Wirklichkeit:

    http://de.news.yahoo.com/2/20100428/tsc-aerzte-untersuchen-asketische-faehig-c2ff8aa.html

    Ein extrem asketisch lebender Hindu ist aufgrund seiner Fähigkeiten nun zum Studienobjekt indischer Ärzte geworden. Der 83-jährige Yogi Prahlad Jani, der nach eigenen Angaben seit mehr als 70 Jahren weder Nahrung noch Wasser zu sich genommen hat, wurde in ein Krankenhaus im westindischen Ahmedabad eingewiesen. Dort unterziehe er sich einer Reihe von medizinischen Tests und werde rund um die Uhr beobachtet, sagte G. Ilavazahagan, Direktor des nationalen Verteidigungsinstituts, am Mittwoch.

    Mit acht Jahren von der Göttin gesegnet ... und schon fähig Hartz-IV-kompatible Essgewohnheiten zu überleben.

    Wo gibt es diesen Segen? Ich denke, viele werden ihn bald brauchen können.

  • Griechenland: Lügen, verdrängte Kriege und deutsche Abscheulichkeiten

    Es gibt nun viele Lügen um den Griechenskandal. Viele Schlaumeier und Besserwisser schrauben sich gerade aus den Abfalltonnen der Medienwelt um wieder mal auf sich aufmerksam zu machen. Jeder weiß mehr als der andere, warum nun gerade die Griechen so richtig leiden müssen. Und weil der Sado-Masoball nun so richtig eröffnet werden könnte, erregt sich auch ein Spiegel-Online-Autor über fehlende Grausamkeiten:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,691501,00.html

    Bislang zeigten sich Merkel und ihre Koalition in der Finanz- und Wirtschaftskrise weiter spendabel. Anfang des Jahres wurden Entlastungen in Höhe von acht Milliarden umgesetzt, weitere 16 Milliarden sollen es bis spätestens 2012 sein - so will es vor allem die FDP.

    Grausamkeiten? Fehlanzeige.

    Wieder einmal ist es der soziale Bereich, der ach so schlimm drückt. Nur mal so zur Erinnerung: der soziale Bereich ist der Bereich, weswegen wir überhaupt so etwas wie Staat haben. Sonst bräuchten wir den nicht. Wenn also nur jeder dritte Euro für "Soziales" ausgegeben wird, so ist das ziemlich wenig.
    "Staat" machen wir, damit es den Menschen besser geht, nicht damit anonyme Anleger ganz sicher ganz große Kapitalhaufen sinnlos beiseite schaffen. Aber im Laufe der Zeit gewöhnt man sich wohl zu sehr an alles, so das man Ursprünge und Rahmenbedingungen für Politik schnell mal aus den Augen verliert.

    ■1980 wurden noch 16 Prozent des Bundeshaushaltes für Soziales ausgegeben,

    ■2010 sind es bereits 54 Prozent.

    ■Die größten Posten sind rund 80 Milliarden Euro für Rente und 40 Milliarden Euro für das Arbeitslosengeld II.

    Die Historie mag ja stimmen, allerdings ist der Rest mit Sicherheit eine Lüge. Besonders sind mir diesmal die Rentenzahlen aufgefallen. Es ist häufig die Rede von 20 Millionen Rentnern, die wir haben. Die bekommen 80 Milliarden Euro Rente. Das macht für jeden Rentner ... 4000 Euro. Im Jahr. Das ist fast exakt Hartz IV-Niveau. Also ... was ist da ´rausgerechnet? Wo ist da wieder der Statistik-Trick, mit dem die Katastrophe klein- oder großgerechnet wird?

    http://www.bundesfinanzministerium.de/bundeshaushalt2010/pdf/vorsp/vsp_m.pdf

    Ich stelle fest: der Posten "Rente" betrifft nur die Leute, die beim Bund angestellt sind: 72 123 942 000 Euro.

    Für das Arbeitslosengeld 2 zahlt man: 38 311 100 000 Euro, im Vorjahr waren es 500 Millionen weniger.

    Dafür stieg die Arbeitslosenversicherung der Angestellten des Bundes von 7,7 auf 20,7 Milliaren - ein Posten, der in den Medien kaum Beachtung fand. Ebenso wie die Kosten für Arbeitslosigkeit steigen die Kosten für "auswärtige Angelegenheiten" ... ein Posten, in dem man wunderbar ein paar Millionen verschwinden lassen kann.

    Verteidigung: 31 187 975 000 Euro. Billiger als Arbeitslose, dafür richten die mehr Schaden an und sind viel weniger Leute.

    Denkt man aber daran, das locker mal 100 Milliarden zur Rettung einer einzigen Bank ausgegeben wurden ... scheint da irgendwie noch viel Luft zu sein.

    Insgesamt steigt der Haushalt von 303 Milliarden auf 319 Milliarden. Prozentual ist der Anstieg der Kosten für Arbeitslosengeld II einer der geringsten im Bundeshaushalt - und das sind Kosten, hinter denen Menschen stecken, keine renovierten Gebäube, gepflasterten Straßen oder neu angeschaffte Maschinen.

    Die Grundschule meines Sohnes steht gerade mangels Schüler vor der Schließung. Jetzt bekommt sie erstmal mit den Mitteln des Konjunkturpaketes II eine Energiesanierung. Wir müssen noch sehr reich sein.

    Und doch wird man langsam auf Grausamkeiten vorbereitet. Es scheint, als wären die Grausamkeiten das Ziel, nicht die Einsparungen.

    Schaut man mal darauf, was der Bund der Steuerzahler früher noch ausgerechnet hat, so machen die Grausamkeiten insgesamt keinen Sinn:

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,508296,00.html

    Fehlplanungen, steuerfinanzierter Luxus, teure Imagepflege und unnötige Reisen: Die Verschwendung von Steuergeldern belief sich im vergangenen Jahr nach Schätzungen des Steuerzahlerbundes erneut auf 30 Milliarden Euro. manager-magazin.de präsentiert Beispiele aus dem "Schwarzbuch 2007".

    Jahr für Jahr 30 Milliarden. 10 % des Gesamthaushaltes. Da kann man doch Griechenland zweimal retten und hat immer noch was übrig.

    Und gerade da ... kommen wir zu weiteren Abscheulichkeiten:

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-03/griechenland-tuerkei-ruestung

    Nun sind an der komplizierten Lage nicht allein die Deutschen schuld. Türken, Griechen, Zyprer, andere EU-Staaten – sie alle haben ihr Scherflein zur Dauerspannung im östlichen Mittelmeer beigetragen. Aber die Deutschen verdienen kräftig daran, wie der Sipri-Bericht nun überzeugend zeigt. Das macht die Überheblichkeit, mit der einige deutsche Politiker und Medien derzeit über Griechenland herziehen, so abscheulich.

    Welche komplizierte Lage? Die ständige militärische Drohung der Türkei gegen Griechenland - ein Konflikt, den wir gerne vergessen, weil es eigentlich abscheulich ist, beide Konfliktparteien mit Waffen auszustatten.

    http://www.nadir.org/nadir/initiativ/ikrg/buch/b_v/kap305.htm

    Das von B + V angeführte Konsortium erhielt den ersten Grossauftrag von der fünfköpfigen Militärjunta, die sich am 12. September 1980 an die Macht geputscht und das Land unter Kriegsrecht gestellt hatte. Zwar wurden ab 1983 politische Parteien wieder zugelassen und zivile Koalitionsregierungen gebildet, doch das türkische Militär ist nach wie vor ein entscheidender Machtfaktor in diesem Staat. Bei der Bekämpfung aller inneren und äusseren Kräfte, die von der Armeeführung als Störfaktor oder als Bedrohung wahrgenommen werden, geht das Militär mit rücksichtsloser Härte vor. Es erhebt für die Türkei - als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches - Anspruch auf eine regionale Grossmachtrolle. Hierfür ist nicht nur die Erwerbung moderner Waffensysteme wichtig, sondern auch der Aufbau eigener Rüstungskapazitäten. So strebt die türkische Marine im Zusammenhang mit dem Fregattengeschäft die Fähigkeit an, "alle Kriegsschiffe und Hilfsschiffe für unsere Seestreitkräfte selbst zu bauen".16 Dies kommt vor allem im Ausbau der Gölcük-Werft am östlichen Ende des Marmara-Meers zu einem modernen Zentrum des Kriegsschiffbaus zum Ausdruck; sie ist der grösste Industriebetrieb der türkischen Armee.

    Die türkische Rüstung im Marinebereich ist unverkennbar in erster Linie gegen Griechenland gerichtet. Seit 1994 haben sich die seit langem schwelenden türkisch-griechischen Konflikte um die östliche Ägäis und um Zypern wieder deutlich verschärft, wofür die Türkei die Hauptverantwortung trägt

    Blohm + Voss und das türkisch-griechische Wettrüsten
    Viermal haben die Türkei und Griechenland im 19. und 20. Jahrhundert gegeneinander Krieg geführt (1821-30, 1897, 1912/13 und 1920-22), die militärische Besetzung Nordzyperns durch die Türkei im Jahr 1974 nicht mitgerechnet. Das türkisch-griechische Verhältnis ist nach wie vor durch tiefes Mißtrauen und schwere Interessenskonflikte geprägt, wobei jede Seite historische Ereignisse instrumentalisiert, um sich als Opfer expansionistischer Bestrebungen der Gegenseite darzustellen. Beim Wettrüsten legen beide Staaten besonderes Gewicht auf die Vergrösserung der Seestreitkräfte - und Deutschland ist hierbei neben den USA die Hauptbezugsquelle. B + V liefert MEKO-Fregatten an beide Seiten, obwohl das Kriegswaffenkontrollgesetz bekanntlich Exporte untersagt, wenn die Gefahr besteht, dass die Waffen bei einer friedensstörenden Handlung verwendet werden.

    Neben Zypern, das inzwischen zu den am stärksten militarisierten Gebieten der Welt gehört, ist es vor allem die östliche Ägäis mit ihren Hunderten von Inseln und ihren Meeresbodenschätzen, an der sich immer wieder neue Spannungen entzünden. Seit 1974 hat die Türkei Griechenland über ein dutzend Mal mit Krieg für den Fall gedroht, dass Athen seine Hoheitsgewässer von sechs auf 12 Seemeilen ausdehnen sollte. Die Türkei argumentiert damit, dass durch eine solche Massnahme ihr maritimer Bewegungsspielraum stark eingeschränkt würde. Es geht bei dem Streit aber vor allem um die Erdölvorkommen in der Ägäis und um das Recht zu ihrer Ausbeutung. Bereits 1974, 1976 und 1987 standen beide Länder am Rand eines neuen Krieges.

    Da hat die Lumpenelite mal wieder super abgesahnt. Nur leider konnten weder die Griechen noch die Türken ihre Schiffe bezahlen.

    Macht nichts, die Bundesregierung hat´s ja:

    Die Bundesregierung hat für die ersten vier Türkei-Fregatten, die zwischen 1984 und 1989 gebaut wurden, Hermes-Bürgschaften über insgesamt 800 Mio. DM. übernommen. Für die vier ab 1990 gebauten Fregatten beläuft sich der Umfang der übernommenen Bürgschaften auf 1,1 Mrd. DM.15

    Wenn die nicht zahlen können: kein Problem. Dann zahlen wir. Obwohl dort beständig Krieg droht ... wegen Öl. Ist also kein Kinderspiel, es geht um echte Werte, an denen auch die USA Interesse haben. In dem Zusammenhang wird der geforderte Verkauf der griechischen Inseln besonders ... interessant.

    Neben Zypern, das inzwischen zu den am stärksten militarisierten Gebieten der Welt gehört, ist es vor allem die östliche Ägäis mit ihren Hunderten von Inseln und ihren Meeresbodenschätzen, an der sich immer wieder neue Spannungen entzünden. Seit 1974 hat die Türkei Griechenland über ein dutzend Mal mit Krieg für den Fall gedroht, dass Athen seine Hoheitsgewässer von sechs auf 12 Seemeilen ausdehnen sollte. Die Türkei argumentiert damit, dass durch eine solche Massnahme ihr maritimer Bewegungsspielraum stark eingeschränkt würde. Es geht bei dem Streit aber vor allem um die Erdölvorkommen in der Ägäis und um das Recht zu ihrer Ausbeutung. Bereits 1974, 1976 und 1987 standen beide Länder am Rand eines neuen Krieges.

    Der Artikel ist nun etwas älter, aber dieser nicht:

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-03/griechenland-tuerkei-ruestung

    Über griechischen Inseln donnern täglich Jets der türkischen Luftarmada. Trotz der Annäherung zwischen der griechischen und der türkischen Regierung führen die Streitkräfte beider Länder den Kalten Krieg um die Ägäis fort. Wenn die Griechen deutsche U-Boote bestellen, ordert die türkische Marine noch mehr. Wenn die Griechen deutsche Panzer kaufen, verdoppeln die Türken den Einsatz für die Leopard-Modelle.

    Und es gibt auch Tote. Nur ... sind die den Medien keinen Bericht werden. Kalter Krieg unter Nato-Partnern paßt in kein Schema:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/837/506022/text/

    Kalter Krieg am Rande Europas

    Die zwei Ägäis-Anrainer rüsten seit Jahren gegeneinander auf. Kampfflugzeuge beider Nationen liefern sich regelmäßig Schaukämpfe, dabei gibt es immer wieder Tote. Der kalte Krieg in der Ägäis hat schon viele Pilotenleben gekostet. Nato und EU schauen diesem hochriskanten Spiel schon viel zu lange zu. Falls es doch Kritik an Athen und Ankara gibt, dann wird sie nicht öffentlich bekannt.

    Kritik würde ja auch beim Aufrüsten, Ausrüsten und Geld verdienen stören. Öffentlich bekannt ist auf jeden Fall, das sich Griechenland das aufgezwungene Wettrüsten nicht erlauben konnte. Die Türkei auch nicht.

    Aber dafür gibt es ja die deutschen Hermes-Bürgschaften.

    http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/export/panzer.html

    Einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen zufolge hat die Bundesregierung bereits im April 2000 eine grundsätzliche Deckungszusage für Hermes-Bürgschaften gegeben, falls Griechenland Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 kaufen möchte. Die Bürgschaft sollte bis zu einer Höhe von 3,989 Milliarden DM gehen.

    Und alle mache mit:

    Der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Paul Breuer, hat die deutsche Regierung aufgefordert, nicht nur Griechenland, sondern auch der Türkei auf Wunsch den Kampfpanzer Leopard II A5 zu liefern. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Mittwoch (23.08.2000) betonte Breuer, sonst würde sich die Regierung international völlig unglaubwürdig machen und "gleichzeitig Misstrauen in der NATO" säen.

    Mißtrauen in der Nato säen ... das wollen wir auf keinen Fall. Und so können wir Geld verdienen ... und vielleicht gibt es ja doch noch einen kleinen Krieg am Rande Europas. Aber jetzt groß jammern, das die Griechen nicht wirtschaften können.

    Was da in Berlin abgeht, versteht man wahrscheinlich nur, wenn man unter Drogen steht.

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