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Archiv der Einträge: 28 April, 2010
  • Täterschutz, Wohlstandsblasen, Glück und Schlafstörungen

    Eigentlich ... sollte ich meinen Blog schließen. Oder zumindest ein Warnschild aufstellen: nur für Erwachsene. Das würde mir den Besuch kindischer Kommentatoren ersparen. Ich weiß, das das was ich hier schreibe, gefährlich ist...gerade in Deutschland:

    http://www.welt.de/wissenschaft/article6318744/Deutschland-Land-der-schlaflosen-Gruebler.html

    Rund vier Millionen Arbeitnehmern leiden in Deutschland unter schweren Schlafstörungen – behandelt werden sie oft nur mangelhaft. Leistungsdruck und Job-Ängste dürften in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zur weiteren Ausbreitung dieser Volkskrankheit beitragen. Viele Betroffene schleppen sich trotz Erschöpfung, Antriebslosigkeit oder Nervosität zur Arbeit. Das geht aus dem in Berlin vorgestellten Gesundheitsreport 2010 der Krankenkasse DAK hervor.

    An diesem Trend ... bin ich mit beteiligt. Dabei mache ich eigentlich nichts anderes, als Nachrichten zusammenzufassen, die frei verfügbar überall herumliegen. Ich denke mir ja nichts aus, noch male ich den Teufel an die Wand. Ich zeige nur, wo er schon überall herumläuft. In der Tat - merken wir in der Eifel nicht viel davon. Und selbst wenn: wie sind für jede denkbare Krise sehr gut aufgestellt. Wir bräuchten uns eigentlich keine Sorgen zu machen. Allerdings lesen auch wir Zeitung und machen uns unsere Gedanken, ob das denn alles so sauber ist da draußen ... und ob die Neanderstädter wohl irgendwann kommen und unsere Idylle stören.

    Wir glauben nicht daran ... aber die Mahnmale der Geschichte stehen hier noch überall in der Gegend herum. Bunker, Panzer, Soldatengräber - kennt man. Hungersnöte auch. Ist noch gar nicht so lange her.
    Und als die Wollseifener vertrieben wurden, haben wir auch gemerkt, wie "freundlich" "die da draußen" sind. Das war uns eine Lehre.

    Wir wissen, wie sie denken, diese "Wohlstandsblasen", die auf den Ruinen des letzten Krieges gewachsen sind. Sie leben in ihrer kleinen, eigenen heilen Wohlstandswelt, die nur aus Grillen, Fußball, Fernsehen und anderen Ablenkungen besteht und glauben, das würde ewig so weitergehen. Wohlstandsblasen sterben auch nicht. Sie werden auch nicht alt noch chronisch krank. Jedenfalls glauben sie das solange, bis die Realität etwas anderes bestimmt.

    Die Lehren des positiven Denkens von dem "Ewigen hier und jetzt" haben sie auf eine ganz seltsame Art umgesetzt, in dem sie die Realitäten des Lebens vollständig verdrängen. Den Preis einer eingeschränkten Dimension von Lebendigkeit zahlen sie gern, um weiterhin in ihrer Blase vor dem Leben geschützt zu sein.
    Seltsam schon ... das man sich mit so einem großen Aufwand vor dem schützt, weshalb man eigentlich da ist: Leben. Leben geht auch mal schief. Leben bedeutet auch Schmerz, Leid, Kampf ... und auf jeden Fall den Tod, der allzuoft sehr schmerzhaft ist - und langwierig.

    Es ist schon seltsam, das das Leben durch Leiden gerade eine gewisse Tiefe bekommt.....eine besondere Qualität und Lebendigkeit, die ihm überhaupt erstmal einen gewissen Sinn gibt. Die Erfahrung kann sehr heilsam sein, weshalb ... Managementtrainer schon mal ihre "Kunden" für drei Tage als Penner verkleidet ohne Geld in der Frankfurter Innenstadt aussetzen. Ziel: überleben.

    Macht man nicht gerne mit, aber der Lerneffekt ist gigantisch....nur leider hat er auch unangenehme politische Nebenwirkungen, aus ihrer Wohlstandsblase herausgerissene Manager tendierten dazu, urplötzlich "links" zu werden. Leid kann positive Nebeneffekte haben, so wie auch ein Abenteuerurlaub aus viel Leid besteht, das man nur nicht so definiert, weil man sich auf etwas anderes konzentriert - und so wird selbst Bungeejumping zu einem tollen Erlebnis.

    In der WELT war vor einigen Tagen ein Artikel, der beschrieb, das wir psychologisch nicht in der Lage sind, große Katastrophen zu erfassen oder zu verarbeiten. Ich wollte was drüber schreiben, doch dann geschah viel Neues, was mir wichtiger erschien. Schien mir nicht ganz plausibel....aber wenn ich mir das Gehabe von Wohlstandsblasen so anschaue, ihre Weltsicht, ihre Welterfahrung: fein behütet und gut abgeschirmt in ihren Egotempeln ... ja, da ist kein Platz für den Gedanken an die Apokalypse - in welcher Form auch immer. Jetzt kommt die Grillsaison, da hat man keine Zeit für Wirtschaftskrise.

    Absurd, aber so denken sie. Sie leben abgeschlossen in ihrer eigenen kleinen Welt, in der es nur ein Problem gibt: haben wir noch genug Kaffee im Haus, wenn Besuch kommt.

    Das ist auch nicht schlimm, noch ist es zu verurteilen ... aber es erklärt die Schlafstörungen, denn das Unterbewußtsein registriert die Nachrichten so oder so - und es merkt die Bedrohung, die dahintersteckt.
    Letztlich tut man sich selbst keinen Gefallen, sich in seiner kleinen Wohlstandsblasentraumwelt zu verstecken. Auch wenn der eigene Kandidat bei DSDS gewonnen hat, die Lieblingsmannschaft an der Tabellenspitze steht und auf dem eigenen Konto gerade genug Geld ist ... so richtet sich die Relität nicht nach den Wünschen verwöhnter Egomanen - auch wenn die Esoteriker dies noch so oft predigen.

    Und so kommt es, das wir vor verblüffenden Erscheinungen stehen, die seit dreißig Jahren ziemlich stabil bestehen und mich persönlich sehr tangieren: dem Täterschutz in Deutschland.

    http://www.haschcon.com/2010/04/nachrichten-mann-zeigte-zivilcourage-jetzt-muss-er-600-euro-strafe-zahlen/

    Der Münchener Uwe W. zeigte Zivilcourage, indem er an einem U-Bahnhof eine Frau beschützte. Jetzt wird er dafür mit einer saftigen 600-Euro-Strafe “belohnt”.

    Das war passiert: Auf dem Heimweg sah W., wie ein Betrunkener eine Frau mit einer Flasche niederschlägt. Er geht auf den Angreifer los. Dabei stürzt der Betrunkene ins Gleisbett.

    Das kostete 600 Euro Schmerzensgeld.

    Einen ähnlichen Fall kenne ich aus meiner Jugend, durch Arbeit beim Sozialdienst katholischer Männer. Willy war reich - für meine Begriffe. Eine Bäckerei, zwei Mietshäuser, gute Chancen, in der CDU Parteikarriere zu machen. Dann griff ein Mann seinen Freund in einer Kneipe an, schlug ihn zusammen, Willy griff ein und ... war sein Vermögen los. Der Angreifer stürzte unglücklich - und war fortan querschnittsgelähmt. Willy ... ist heute tot. Aber ich fand das eine beunruhigende Botschaft.

    Für mich der Moment, wo ich hinter meinem eigenen Wohlstandsblasenleben eine finstere Wahrheit erkannte: die Welt ist keine Puppenstube. Da geschieht wohl auch ungerechter Mist. Ich fand, es sei eine gute Sache, darauf ein Auge zu haben - denn dieser Mist ist nicht notwendig.

    Täterschutz gibt es gerade aber auch in größeren Dimensionen ... und das merken inzwischen sogar konservative Kommentatoren:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article7359406/Die-Zahlen-der-Deutschen-Bank-sind-alarmierend.html

    Die Zahlen der Deutschen Bank sind alarmierend
    Von Sebastian Jost 27. April 2010, 12:49 Uhr
    Die Deutsche Bank übertrifft im ersten Quartal alle Erwartungen. Die Investment-Sparte erzielte das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Das Geldhaus profitiert auch von noch nicht durchgeführten Regulierungen der Märkte durch die Politik. Notwendige gesetzliche Reformen für die Kapitalmärkte sind überfällig.

    Ungläubig schaut man auf das Datum dieser Meldungen. Die Deutsche Bank legt im Investmentbanking das beste Quartal aller Zeiten hin und erreicht eine Rendite von 30 Prozent. Die Politik lässt die Finanzwirtschaft derweil am langen Zügel – ein Gesetz für eine schärfere Bankenregulierung fällt im US-Senat durch. Das liest sich, als sei es drei Jahre her, als habe es keine Finanzkrise gegeben. Doch es sind Nachrichten vom April 2010 – und das ist alarmierend.

    Das beste Ergebnis aller Zeiten? Und das ist alarmierend?

    Ja.

    Jedenfalls für Menschen, die eher Handelsblatt und Manager Magazin lesen als Asterix und Micky Mouse.

    Irgendjemand muß irgendwo ganz schön bluten für das Geld, das sich dort anhäuft. Das kann man morgen schon selber sein - wenn mangels Geld die Aufträge ausbleiben.

    Irgendwo häufen sich nutzlos Unmengen an Kapital an, das andernorts zur Bezahlung realer Wirtschaftsleistung fehlt. Das ist ungefähr so, als würde Papa sein ganzes Geld unterm Bett verstecken, während Mama nichts mehr hat um Essen kaufen zu können.

    Das man als Wohlstandsblase da Schlafstörungen kriegt, weil man mit Grillen, Fußball und Fernsehen Probleme dieser Art nicht bewältigen kann, kann ich verstehen.

    Da ich keine habe, kann ich aber dabei nicht helfen. Ich schlafe sehr gut, denn wirklich wichtige Dinge kann mir keine Krise nehmen: den Wind, die Sonne, die Wolken, die wunderbare Lebendigkeit der Welt.

    Manchmal ... muß man sich daran erinnern, wie schön Leben wirklich ist und wie wenig man braucht um wirklich glücklich zu sein. Seltsam, das so viele Menschen so weit davon entfernt scheinen und offenen Auges in Zonen der Realität marschieren, wo Glück schwerer zu erlangen ist.

    In den klimatisierten Büros der Lumpenelite zum Beispiel.

    Kein Wunder, das die vor Neid zerplatzen, wenn die an Arbeitslose denken, die die Freiheit haben, sich einfach mal in die Sonne zu setzen, wenn ihnen danach ist. Für viele Mitglieder der Lumpenelite ist das ein Reichtum, den sie erst im Ruhestand erlangen werden - wenn sie den überhaupt erleben, denn der Herzinfarkt ist in ihrem lieblosen Leben ein ständiger Begleiter.

  • Griechenland, Portugal und andere Schweine

    Man nennt sie ja die PIGS. Schweine - was gelinde gesagt eine Unverschämtheit ist. Portugal, Italien, Griechenland, Spanien. Einst unverzichtbare Verbündete im Kampf gegen den Kommunismus, unverzichtbar auch wegen der gewünschten Kontrolle über den Mittelmeerraum - jetzt nur noch Pigs. Die Schweineländer. Ramsch.
    Griechenland jetzt ganz offiziell.

    http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,691649,00.html

    Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Portugals heruntergestuft und die Bonität Griechenlands auf Ramschstatus herabgesetzt. Dies sorgt für einen Kurseinbruch an den Börsen weltweit. Anleger fürchten eine Ausbreitung der Krise

    Vor ein paar Tagen hatte ich noch gelesen, wie ein "Experte" meinte, das könne nie geschehen. Griechenland ja, aber doch nicht bei Portugal.

    Aber was macht man mit Schweinen? Man schlachtet sie, nimmt sich das, was man will und schmeißt den Rest weg. Sowas machen Heuschrecken auch mit Firmen, jetzt wagen sie sich wohl an Länder heran.

    http://wirtschaft.t-online.de/kreditwuerdigkeit-portugals-abgewertet/id_41459530/index

    Griechenland gerät unterdessen an den Finanzmärkten unter massiven Druck, denn zu allem Übel wurde neben Portugal auch die Kreditwürdigkeit der Hellenen weiter herabgestuft. Griechenland-Anleihen haben jetzt nur noch Ramsch-Status. Die anhaltenden Diskussionen über Zeitpunkt und Bedingungen einer Rettungsaktion für Athen trieben die Risikoprämie für griechische Staatsanleihen schon am frühen Nachmittag auf einen neuen Höchststand. Die Differenz zwischen den Zinsen auf zehnjährige griechische Staatsanleihen zu denen auf Bundesanleihen stieg am Dienstag auf 6,8 Prozentpunkte. Die Zinsen auf zehnjährige griechische Staatsanleihen beliefen sich damit auf 9,85 Prozent. Die Zinsen für Papiere mit zweijähriger Laufzeit kletterten um einen weiteren Prozentpunkt auf 14,96 Prozent.

    Dabei konnte man doch an Griechenland so gut verdienen. Gerade wir Deutschen haben uns an den Griechen eine goldene Nase verdient...es gab da ja so ein paar kleine Bedingungen für den Beitritt in die Eurozone:

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/medien-und-politik-wie-griechen-hetze-das-klima-vergiftet;2569233;7#bgStart

    Griechische Medien beschwerten sich lautstark über einen angeblichen Kaufzwang für Rüstungsgüter aus den EU-Staaten. Demnach habe man dem Nato-Mitglied dringend die Aufrüstung empfohlen und das moderne Kriegsgerät gleich auf pump geliefert. Im Bild der Leopard 2, von dem Deutschland etliche an die Griechen verkauft hat.

    Also - das war Fakt. Ich kann mich noch daran erinnern....weiß nur nicht, ob das schon im Netz gespeichert ist. Die Aufrüstung der PIGS war lange Zeit ein Thema in der Nato. Die waren nämlich lange Zeit mit altem Ramsch aus dem zweiten Weltkrieg ausgerüstet - das entsprach nicht dem Nato-Niveau.
    Die Griechen selber hätten nicht mehr gebraucht, aber innerhalb der Nato-Verbände wollte man sie als "starke Verbündete". Also ... mußten die aufrüsten. Gab´s ja auch alles ganz billig gegen Kredit.
    Panzer, U-Boote, Flugzeuge....dabei war gar kein Krieg. Aber die deutsche Wirtschaft brauchte Wachstum.
    Jeder der locker ohne stottern bis drei zählen konnte wußte, das sich ein Land wie Griechenland eine solche Armee gar nicht leisten kann - aber egal, sind ja nur PIGS.

    Man stelle sich mal vor: eine Familie wird von ihrem Vermögensberater zum Kauf einer unnötigen Immobilie überredet, damit sie in der Nachbarschaft nicht so arm dasteht, wie sie ist. Klar sind die selbst schuld, wenn die das tun - aber die Geschichte ist ja noch nicht zu Ende. Jetzt geht es weiter. Die Familie bekommt Zahlungsschwierigkeiten. Was macht der Vermögensberater (der bislang super an dem Geschäft verdient hat)? Er setzt die Zinsen herauf. Das erleichtert der Familie nicht gerade das Überleben...und weil das so ist, setzt er die Zinsen noch mehr herauf - bis auf 14,96 %.

    Die normale Sparkasse um die Ecke würde sagen: Zinsen auf Null runter, Sanierungskonzept, Rettungskredit -damit die nicht verhungern. Nicht jedoch die "internationalen Finanzmärkte" hinter denen nur die asoziale Gier steht, ohne Arbeit superrreich zu werden. Die setzen erst nochmal richtig einen drauf damit die Familie nicht nur im Dreck liegt sondern diesen auch essen muß.

    Griechenland ... ist nicht nur ein Land. Das sind Millionen Familien. Die hatten schon - wie wir auch - unter der Einführung des Euro zu leiden:

    Mancher Grieche macht den Euro und die damit verbundeten Preissteigerungen für die Misere des Landes verantwortlich.

    Preissteigerungen, die es ja offiziell nie gegeben hat - aber jetzt darf man zumindestens offen darüber reden, das da mal was war.

    http://wirtschaft.t-online.de/kreditwuerdigkeit-portugals-abgewertet/id_41459530/index

    "Wir erleben in Griechenland die härteste Zeit seit Jahrzehnten", sagte der Athener Ministerpräsident Giorgos Papandreou. "Die Herausforderungen, vor denen unser Land steht, sind beispiellos, nicht nur für Griechenland, sondern auch für Europa und sogar die Weltwirtschaft. Und was ich sage, ist keine Übertreibung." Eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands würde den Euro beschädigen und könnte dazu führen, dass die Krise andere überschuldete EU-Staaten wie Portugal und Spanien erfasst. Beide Wackelkandidaten könnten in den gleichen Teufelskreis mangelnder Kreditwürdigkeit und steigender Zinsen geraten.

    Und wieso geschieht das alles? Wäre auch nur irgendetwas von dem eingetreten, wenn es keine Rating-Agenturen gäbe?

    Möglicherweise hätte wir noch nicht mal Finanzkrise:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ratingagentur

    Die vorgenannten Schwächen im Ratingprozess stellen zunehmend auch die Kritikpunkte an Rating-Agenturen dar. Im Rahmen der Subprime-Krise 2007/2008 hat sich die Kritik gegenüber den Ratingagenturen weiter verschärft und in den USA und Europa eine politische Debatte auf höchster Ebene ausgelöst. Die Ratingagenturen stehen in der Kritik, mit der Vergabe teilweise unrealistisch guter Ratings oft gar mit der Bestnote AAA bewertete verbriefte Wertpapiere den Marktteilnehmern ein zu niedriges Risiko signalisiert und dadurch den Finanzmärkten einen falschen Anreiz geschaffen zu haben. Viele Kreditinstitute haben weltweit in Subprime-Bestände nur wegen des „Triple-A“-Ratings investiert und diese Bestnoten unkritisch als gegeben akzeptiert. Die Glaubwürdigkeit der Ratingagenturen bzw. die Aussagekraft der von ihnen vergebenen Ratings wird spätestens seit dem Ausbruch der Subprime-Krise in Frage gestellt. Dies spiegelt sich auch in den Anleihenkursen bzw. den Risikoaufschlägen wider, die oft bei weitem nicht mit den entsprechenden Ratings übereinstimmten.
    Insbesondere stehen die Ratingagenturen in der Kritik, weil sie von ihren Auftraggebern bezahlt werden, deren Finanzprodukte sie bewerten sollen. Den Ratingagenturen wird vorgeworfen, sie hätten zu gute Ratings für die Finanzprodukte vergeben, weil sie die Aufträge haben wollten.[19]

    Die Agenturen meinen nun: wer ihnen glaubt, ist selber schuld. Wenn aber soviele Leute diesen bewiesenermaßen fehlerhaften Agenturen glauben, dann sollte der Staat als Hüter wirtschaftlicher Vernunft
    die Agenturen aus dem Verkehr ziehen oder sie öffentlich als Versager anprangern, auf die gefälligst keiner hören sollte. Vielleicht findet man ja auch Wahrsager mit besseren Kristallkugeln.

    Doch was machen unsere Politiker? Folgen den Agenturen, weil´s so schön bequem ist. Wie im Casus der Unternehmensberater kann man hier wunderbar Verantwortung auslagern:

    http://wirtschaft.t-online.de/kreditwuerdigkeit-portugals-abgewertet/id_41459530/index

    Sollten die beiden anderen Rating-Agenturen (Moody's und Fitch) ihre Bewertung für Griechenland auf ein ähnliches Niveau senken, würden griechische Anleihen auch nicht mehr von der Europäischen Zentralbank (EZB) als Sicherheiten akzeptiert.

    Und wer zahlt?

    Nun, der deutsche Steuerzahler. So oder so. Der hat noch was, das wissen die "internationalen Finanzmärkte" genau. Spiegel, Stern und Fokus berichten seit Jahrzehnten über die Billionen, die hier noch herumliegen. Und da haben wir doch die gute alte HRE gerettet - was uns noch teuer zu stehen kommen wird:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,691559,00.html

    Denn in Deutschland haben nach jetzigem Kenntnisstand ausgerechnet die Banken viele Griechenland-Papiere in ihren Büchern, die dem Staat ganz oder teilweise gehören: Die Hypo Real Estate (HRE) und die Commerzbank.

    Die HRE - die mittlerweile Deutsche Pfandbriefbank heißt und mit rund 100 Milliarden Euro gestützt wird - kam zum 31.12.2009 auf ein Volumen von 7,9 Milliarden Euro an griechischen Staatsbonds. Bei der Commerzbank sind es etwa drei Milliarden. Auch einige Landesbanken sind betroffen. Bei der BayernLB etwa sprechen Finanzkreise von einem Engagement in Höhe von 300 Millionen Euro.

    Die Finanzlumpen haben ihre Risiken schon längst ausgelagert. Die sind ja nicht blöd. Wir zahlen also, wenn Griechenland bankrott geht, oder wir zahlen, damit es nicht bankrott geht. Aber eins ist klar: wir werden wieder zahlen. Mit Geld, das der Staat gar nicht mehr hat.

    Aber selbst wenn wir zahlen ... kann es sein, das das Geld sinnlos zum Fenster herausgeworfen wird:

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/nutzlose-hilfen-warum-athen-der-pleitegeier-treu-bleiben-koennte;2569299;9#bgStart

    Das gegen eine Staatspleite kämpfende Griechenland kann auf Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Euro-Länder setzen. Hilfe von Außen ist aber keine Garantie gegen eine Staatspleite.

    Wie man sieht, gibt es eine ganze Reihe von Schweinen. Unter anderem bei der Leistungselite: den Finanzlumpen und Anlagehalsabschneidern.

    Und die wetten schon längst auf die nächsten Wellen:

    http://www.handelsblatt.com/reform-noetig-es-droht-ein-schulden-tsunami;2558770

    Die OECD rechnet damit, dass das Verhältnis von Schulden zu Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr in vielen Industriestaaten die Marke von 100 Prozent übersteigen wird – ein in Friedenszeiten einmaliger Vorgang. Wenn der Westen nicht der Größe des Problems angemessen handelt, wird ihn ein Schulden-Tsunami überrollen.

    Ein in Friedenszeiten einmaliger Vorgang. Ist ja auch kein Frieden. Es herrscht Krieg. Ein brutaler Wirtschaftskrieg einer kleinen Lumpenelite gegen weite Kreise der Bevölkerung. Ziel: möglichst viele Tauschmittel auf eine einsame Insel zu schaffen. Weil es Spaß macht.

    Ob die deshalb mit Griechenland angefangen haben um sich schon mal eine von den tausenden unbewohnten griechischen Inseln zu sichern ... wenn ihre Saat auf dem Kontinent völlig aufgeht?

    Ist Bankraub eigentlich noch Strafbar oder läuft das schon unter Steuerrückerstattung?

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