Langsam wird die Welt völlig verrückt. Nicht die Zeitung, sondern die ganze Welt:
Die designierte niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) hat sich für ein Verbot von Kruzifixen an öffentlichen Schulen ausgesprochen und damit herbe Kritik in den eigenen Reihen ausgelöst. "Christliche Symbole gehören nicht an staatliche Schulen", sagte Özkan dem "Focus" am Wochenende. Diese Position sei "so abwegig wie erschreckend", erklärte der Integrationsbeauftragte der Unionsfraktion, Stefan Müller (CSU).
Bin ich der Einzige, den das verwirrt? CDU ... das ist doch die Partei mit dem großen C. Die sind doch für Kreuze überall. Die haben doch alle selber eins. Und jetzt kommt jemand von denen daher und sagt uns:
die Kreuze müssen weg. Dieser jemand ist auch noch selbst Muslimin....hatte aber nie ein Kopftuch und ist deshalb wohl harmlos.
Jedoch sind nicht alle Mitbürger dieser Meinung:
Der 38 Jahre alten CDU-Politikerin aus Hamburg steht kein leichter Start im Ministeramt bevor. Özkan steht seit einigen Tagen unter Polizeischutz. Die "Bild am Sonntag" berichtete, Özkan erhalte Morddrohungen von Rechtsradikalen. In E-Mails und Foren hätten Unbekannte geschrieben, dass etwas passieren werde, wenn die Muslimin den Posten annehme, schrieb der "Focus". Özkan reagierte aber selbstbewusst - sie wolle sich nicht einschüchtern lassen.
Nun, das kommt davon wenn die Medien den Islam und seine Anhänger als Todfeinde des westlichen Menschen verteufeln und beständig vor der Islamisierung der Republik warnen. Ansonsten hätte das alles niemanden interessiert - bis auf die Sache mit den Kreuzen natürlich.
So ist es jedem klar: die Frau will im Namen von al Kaida das Abendland vernichten. Da kommt der Bürger dann wieder erstmal mit Mistgabeln und Fackeln.
Interessant natürlich - wie immer - warum jetzt, warum so? In NRW ist Wahl, dort wohnen viele türkischstämmige Muslime ... die die CDU jetzt mal ganz schnell mit anderen Augen sehen.
Gut, das kann ich noch verstehen. Dafür verstehe ich die WELT nicht mehr ... also jetzt doch die Zeitung:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article7319276/Lasst-die-Banken-fuer-Griechenland-zahlen.html
Die Banken haben trefflich an den Griechen verdient. Nun scheint es, als würden die Verluste auf die Allgemeinheit abgewälzt, während die Gewinne in den Tresoren der Geldinstitute bleiben. So weit darf es nicht kommen. Die Banken müssen ihren Beitrag zur Bewältigung der griechischen Finanzkrise leisten.
War sie doch einst die Bildzeitung für Proleten mit Hotel und Nummernkonto in der Schweiz, wird sie jetzt zum Hausblatt für Klassenkämpfer?
Vielleicht war ich mit meinem Bildzeitungsurteil zu voreilig...oder es ändert sich etwas in der Welt.
Ob die Banken in Zukunft noch großartige Anzeigen bei der WELT schalten, wird sich zeigen. Auf jeden Fall ... zeigt sich jetzt eins: die alten politischen Muster greifen nicht mehr. Der Staatsbankrott der BRD infolge der Machenschaften einer gewissenlosen Lumpenelite beunruhigt auch Wähler rechts der schrumpfenden Mitte. Wer Tauschmittelhorten als Sport auf Lebenszeit ansieht, entzieht der Gesellschaft Kaufkraft....und wer das als Bank betreibt, verhält sich erst recht wie ein Parasit, der ständig saugt aber nichts gibt.
Eine Bankenabgabe, wie sie die Bundesregierung zur Bekämpfung künftiger Finanzkrisen favorisiert, greift daher viel zu kurz. Banken müssen, entweder durch strengere Regulierung oder durch innovative Arten der Besteuerung, einen eindeutigen Anreiz bekommen, klein zu bleiben ? oder klein zu werden. Dies umso mehr, als Kreditinstitute derzeit einen gegenteiligen und deswegen geradezu perversen Anreiz haben: Nach den Erfahrungen der vergangenen drei Jahre wird sich jede Bank mühen, durch Aufkäufe, Zusammenschlüsse oder eigenes Wachstum einen Zupzug-Status zu erlangen ? oder ihn zu zementieren. Die Erpressbarkeit des Steuerzahlers durch den Bankensektor wird also, wenn nichts passiert, im Zweifel nur noch größer werden, als sie ohnehin schon ist.
Ich weiß nicht, was ein Zupzug-Status ist, aber ich merke auch, das mehr und mehr Rechtschreibfehler durch die Presse wandern (nicht nur bei mir) weil man Personal gespart hat (ich kann mir auch keinen Lektor mehr leisten).
Und selten hat ein konservatives Blatt das Ende der bundesdeutschen Demokratie so deutlich und offen formulieren lassen wie hier, denn Erpreßbarkeit auf der einen Seite ist ... Diktatur auf der anderen Seite. Das Ergebnis sehen wir als strukturelle Gewalt in den Auswirkungen der Agenda 2010, in massenhaften Firmen- und Privatpleiten, in bald exponentiell wachsenden Steuerschulden zur sinnlosen Bereicherung des amorphen Bankwesens.
Da ist Bankenkritik schon längst keine Frage von "rechts" oder "links" mehr, sondern eine Frage der Notwehr. Die einen kommen früher darauf, die anderen später, aber das Ergebnis ist das Gleiche: Fronarbeit für die neuen Feudalherrscher ist angesagt. Ackern für den Ackermann.
Da ist es gut wahr zu nehmen, das die Karten gerade neu gemischt werden:
http://www.welt.de/webwelt/article7299674/Das-Internet-hat-die-Regeln-der-Macht-neu-definiert.html
Weltweit operierende Konzerne und mächtige Politiker kommen nicht mehr am Netz vorbei. Durch soziale Netzwerke bekommen Internet-Nutzer ein machtvolles Sprachrohr. Auf konventionelle Medien sind sie nicht mehr angewiesen. Ein Experte prophezeit die Repolitisierung der Gesellschaft.
"Das Internet repolitisiert die Welt jenseits der Parteien", sagt Kruse. Es verändere damit die Machtverhältnisse, indem es das Selbstbewusstsein der Gesellschaft stärke. "Die politische Macht geht auf die Masse über", sagt der Professor. Durch das Web werde die Gesellschaft sich ihrer selbst bewusster. Und das stärke ihr Selbstbewusstsein. So werden Menschen politisch, die sich von den herkömmlichen, altbackenen Strategien der Politik nicht faszinieren lassen.
In der Tat ... ändert sich hier etwas. Ein Medium ist dabei, Macht- und Kommunikationsstrukturen zu verändern. Und das führt unweigerlich zur Schweinevirusgrippe oder zur Vulkanasche. Zu dem unglaublich bösen fiesen Schweineinternetvirus, der alle Dateien und Rechner infiziert oder jener bösen Datenwolke, die das Internet abstürzen läßt ... eine weitere Naturkatastrophe im Dienste der Politik:
"Die Veränderungen durch das Internet sind systembedingt und daher außer durch die Abschaltung des Netzwerkes nicht zu stoppen", sagt Kruse.
Wollen wir mal hoffen, das die sich das nicht trauen. Spätestens dann wird sich zeigen, wer recht hat: Verschwörungstheoretiker oder Verschwörungsskeptiker.
Wer auf jeden Fall recht hat, ist Aygül Özkan. In einer säkularen Gesellschaft haben verstörende Abbilder
von gefolterten Gottessöhnen in den Klassen kleiner Kinder nichts zu suchen. Man sieht ja an den Mißbrauchsskandalen, wohin das führt, wenn man sich nur noch in einer Welt voll Schmerz und Leid bewegt. Da fallen dann alle natürlichen Grenzen.
