Manchmal findet man Nachrichten, die gehören ganz oben in jede Zeitung ... liegen aber hinten in irgendeiner Ecke herum, weil sie ... unangenehm sind.
So ein Artikel ist der von Wolfgang Reuter bei SPIEGEL ONLINE:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,690324,00.html
Deutsche Politiker fallen über das US-Geldhaus Goldman Sachs her - weil es die Mittelstandsbank IKB geprellt haben soll. Dabei ist das Ganze Heuchelei: Auch die Deutsche Bank drehte der IKB verhängnisvolle Schrottpapiere an, ohne dass Berlin dagegen vorgegangen wäre.
Und Ackermanns Verhalten .... war keine Kleinigkeit. Hier lohnt es sich im Detail zu lesen, denn so scheffeln die Leistungsträger der Lumpenelite ihre Milliarden, die sie dann großzügig unter ihre Speichellecker verteilen:
Denn auch die Deutsche Bank hat der IKB jene verhängnisvollen Schrottpapiere angedreht, die das Institut in den Untergang trieben - und zwar zu einer Zeit, als die smarten Investmentbanker die Papiere längst aus den eigenen Beständen verkauft hatten, wie Konzernchef Josef Ackermann indirekt zugab. Mehr noch: Die Bank hat sogar auf einen Verfall solcher Papiere gewettet. "Es stimmt, wir hatten zeitweise eine andere Marktauffassung als die IKB", erklärt die Deutsche Bank heute. Gleichzeitig beteuert das Institut jedoch, dass dies für jedermann erkennbar gewesen sei. Genau das bezweifeln viele Finanzexperten.
Vor allem aber hat die Deutsche Bank den wohl unvermeidlichen Zusammenbruch der IKB selbst ausgelöst - und zwar durch einen Anruf von Institutschef Ackermann beim Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio.
Dem teilte er mit, dass die Deutsche Bank die Kreditlinien an die IKB sperren werde. Beide Männer mussten wissen, dass dies das Ende der IKB bedeuten würde, sollte der Staat kein Rettungspaket auflegen. Insgesamt waren bis Ende 2009 sogar drei Rettungspakete mit einem Volumen von mehr als zehn Milliarden Euro nötig, um das marode Geldhaus vor dem Zusammenbruch zu bewahren.
Das hört sich nicht nur asozial und kriminell an, das ich auch so:
Schon im März 2008 kam deshalb der renommierte Wirtschaftsstrafrechtler Walter Perron zu dem Schluss: "Das Verhalten von Mitarbeitern der Deutschen Bank gegenüber der IKB kann den Straftatbestand des Betruges verwirklichen."
In einem normalen Land käme so ein Ackermann in den Knast - samt dem Rest der schmarotzenden Betrügerelite. Anders bei uns. Der zuständige Finanzminister erklärte dazu:
Doch Steinbrück ließ seine Parlamentarische Staatssekretärin Nicolette Kressl antworten, die sich in dem Schreiben für nicht zuständig erklärte: "Es ist nicht Aufgabe des Bundesministeriums der Finanzen, die Geschäftspraktiken von Banken zu beurteilen."
Noch ist es nach Ansicht unserer Politiker ihre Aufgabe, das deutsche Volk vor Schaden zu beschützen. Das müssen wir wohl sebst erledigen, während die mit den Tätern fein im Kanzleramt speisen und deren Geburtstag feiern.
Und während alle über Goldman Sachs schimpfen, kaufen die sich erstmal ganz dicke in Deutschland ein:
Bislang sind es nur Spekulationen, allerdings verdichten sich die Anzeichen, dass die US-Bank Goldman Sachs unter Umständen an dem Erwerb der deutschen Handelskette Karstadt interessiert ist. Goldman ist ohnehin bereits im Konsortium vertreten, dass die Warenhäuser derzeit besitzt.
So helfen die Politiker mit Steuergeldern der anderen Lumpenelite, noch mehr Eigentum betrügerisch an sich zu bringen.
Ob die das ganz selbstlos aus Idealismus machen? So eine Art Bruderschaft der freien Kriminalwirtschaft?
Asozialenloge ""Freier Marktplatz für freie Plünderer?" Wirtschaftsmongolen und Finanzhunnen für ein Weltreich der Freibeuterei?
Vielleicht fragt ihr ja mal die Frau Schaller:
http://www.goldman-sachs.de/default/default/default/nav_id,1/menu_id,/
Goldman Sachs nimmt Stellung zu den am Freitag durch die US-Börsenaufsicht SEC erhobenen Vorwürfen im Zusammenhang mit einer 2007 durchgeführten Transaktion in synthetischen CDOs. Untenstehend finden Sie die Links zu der deutschsprachigen Stellungnahme sowie der deutschsprachigen Pressemitteilung von Goldman Sachs und der englischsprachigen Pressemitteilung der SEC. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Monika Schaller, Goldman Sachs & Co oHG, Leiterin Unternehmenskommunikation Deutschland, Österreich, Schweiz und Osteuropa, unter der Telefonnummer +49 69 7532 2962 oder der Email monika.schaller@gs.com.
Oder man erinnert die Deutsche Bank daran, das in Deutschland auch Menschen wohnen, denen sie helfen kann ... und nicht nur frei plünderbares Nutzvieh:
http://www.deutsche-bank.de/csr/de/content/soziales_kapital_schaffen.htm
Wir eröffnen Menschen und Gemeinschaften Chancen, Arbeitslosigkeit und Armut zu überwinden und ihre Zukunft selbst zu gestalten.
Das hört sich gut an ... jedoch hilft man lieber in den USA während man in Deutschland hemmungslos zugreift.
Dauerhafte soziale und wirtschaftliche Stabilität gehören zu den Grundvoraussetzungen für die Leistungsfähigkeit von Städten, Regionen und Nationen. Das gilt keineswegs nur für Entwicklungsländer. Auch in den reichen Industriestaaten gibt es einkommensschwache Gemeinden, die unter Instabilität leiden.
Über die Deutsche Bank Americas Foundation und die Community Development Finance Group unterstützen wir eine Vielzahl von Kommunen in den USA – und das weit über das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß hinaus. Dafür bescheinigt uns die US-Regierung Jahr für Jahr „hervorragende“ Ergebnisse. Ein Grund: Unser Einsatz beschränkt sich nicht nur auf die Bereitstellung finanzieller Mittel, sondern wir stehen sozialen Organisationen auch beratend zur Seite und unterstützen sie bei der Planung und Umsetzung komplexer Finanzierungskonzepte.
Na ja ... deren Hilfe scheint sich auf Kreditvermittlung zu beschränken. Wenn es mal Geld kosten könnte - wie in Haiti ... ruft man lieber Mitarbeiter und Kunden zu Spenden auf, die man dann um einen kleinen Betrag ergänzt, damit eine Million Euro zusammenkommen.
Andererseits ... mit den Betrügereien um Immobilien hat man ganz andere Summen verdient:
Beide Institute sind trotz einiger Blessuren mit dem Nimbus der Gewinner aus der Finanzkrise hervorgegangen, haben zugleich aber den Zorn vieler Verlierer der Krise auf sich gezogen. Beide haben früher als andere erkannt, dass der Preisverfall von US-Immobilien zu Kreditausfällen führen würde, und mit der Wette darauf Milliarden verdient - während sie weiterhin Kreditderivate wie Collateralized Debt Obligations (CDOs) verkauften und ihre Kunden damit auf die Verliererseite schickten.
Doch die Parallelen zwischen Goldman und Deutscher Bank sind groß. "Wall-Street-Journal"-Reporter Greg Zuckerman schreibt in seinem Buch "The Greatest Trade Ever", Paulson habe die Idee derartiger CDOs an der Wall Street beworben, um seine eigene Wette gegen den Häusermarkt besser platzieren zu können. Dafür winkten den Banken Millionengebühren - und die Chance, mitzuwetten. Die inzwischen kollabierte Bear Stearns habe das als "unethisch" abgelehnt, Goldman Sachs und die Deutsche Bank nicht.
Besonders für Paulson zahlte sich die Wette aus, laut dem Branchenblatt "Alpha Magazine" markierte der zurückhaltende Mann mit der leisen Stimme 2007 mit 3,7 Milliarden Dollar den historischen Einkommensrekord an der Wall Street - im Jahr, als die Finanzkrise ausbrach. Auch das CDO-Team der Deutschen Bank unter Greg Lippmann soll damals immerhin zwei Milliarden Euro verdient haben.
Lippmann warb aktiv um Hedgefonds, die CDOs der Deutschen leerverkaufen sollten. Dabei verteilte er mitunter T-Shirts mit der Aufschrift "I'm short your house" - ein Bekenntnis also zur Wette gegen das Vermögen amerikanischer Hausbesitzer. Lippmann gehörte auch zu der "Gang of Five" von CDO-Händlern fünf großer Investmentbanken, die sich 2005 am New Yorker Sitz der Deutschen trafen und neue Regeln ersonnen, um Wetten mit CDOs schneller, einfacher und ertragreicher für die Leerverkäufer zu machen.
Sprachlich für Normalbürger kaum zu fassen, gedanklich ein völlig fremdes Universum ... menschlich allerdings nur noch abartig und widerwärtig zu nennen.
Und so etwas isst mit der Kanzlerin zu Abend.
