Jahrhundertelang war das ja gefürchtet: der Russe kommt!

Erst kam er, um die "Grande Armee" Napoleons nach Frankreich zurückzutreiben. Dann kam er, um die großen Armeen Hitlers zurückzutreiben. Dann kam er, um das Wettrüsten der Weltmächte zu legitimieren und den Kapitalismus zurückzutreiben.

Jetzt kommt er um das Afghanistankorps der Bundeswehrmacht zu vernichten. Und außerdem vermiest er uns den Urlaub, kauft unsere Geschäfte leer und unsere Firmen auf ... aber das ist ja alles ok, haben die Amis früher auch gemacht. Außerdem sind die Araber und Chinesen ja auch dabei, die bonigeplünderten Unternehmen für sich zu vereinnahmen.

Wie immer fragt man sich: was soll diese Nachricht, was soll sie gerade jetzt? Warum wurde überhaupt so ein Riesentamtam um die drei toten Bundeswehrsoldaten gemacht, während die anderen 30 - 40 nie erwähnt wurden?

Nur weil wir jetzt "umgangssprachlich Krieg" haben, kommen die "Helden" ins Fernsehen? Oder sollen wir schon mal drauf vorbereitet werden, das in Zukunft noch viel mehr "Helden" produziert werden?

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,688292,00.html

Die Mörder der drei Bundeswehrsoldaten waren mit modernsten Waffen ausgerüstet und erhielten Hilfe von internationalen Terror-Netzwerken.

Es sind vor allem Extremisten aus dem Nachbarland Usbekistan, einige kommen aber auch aus Tadschikistan und Tschetschenien. Es sind ausgebildete Profikiller. Sie gehören zum Netzwerk der in ganz Zentralasien gefürchteten Islamischen Bewegung Usbekistan und werden von Osama Bin Ladens Qaida unterstützt.

Außerdem sind es schwule, asoziale arbeitslose alte Linke, die ihre Socken mit dem falschen Waschmittel waschen und nicht nach der neuesten Mode gekleidet sind.

Also einfach böse.

Man greift nicht einfach die Besatzungsarmeen anderer Länder an, das gilt als pfui. Sollen die sich doch eigene Länder suchen, in denen sie einmarschieren können. Haben wir doch auch gemacht.

Seine Soldaten tragen kurzläufige Kalaschnikows mit modernen Plastikmagazinen, wie sie normalerweise nur Spezialkräfte nutzen. Ihre Panzerfäuste sind, anders als die Waffen, mit denen sonst in Afghanistan geschossen wird, noch vergleichsweise neu. Erst seit gut zehn Jahren ist etwa die Aerosolgranate TBG-7V auf dem Markt, die dem Gegner nach der Explosion die Lunge zerreißt.

Ah ... toll, Aerosolgranaten. Zerreissen die Lunge. Welche Terroristen denken sich eigentlich so etwas aus? Alles die Jungs von "Quaida?". Haben die nicht auch die Streubomben erfunden? Gehören Leute, die sich so etwas ausdenken, planen und produzieren nicht automatisch auch zu den Terroristen?

Derart hochentwickelte Kriegswaffen lassen sich nur mit guten internationalen Kontakten über kriminelle Wege im Ausland beschaffen. Lokalen Taliban fehlt üblicherweise schon das Geld, um solch teure Ausrüstung zu erwerben. Für die Usbeken-Truppe, die unbeirrbar weiterkämpft, obwohl ihr oberster Anführer im August von einer amerikanischen Drohne im pakistanischen Süd-Waziristan getötet wurde, scheint Geld keine Rolle zu spielen. Sie wird aus den Golf-Staaten mit üppigen Spenden - und mit neuestem Kriegsgerät aus Armeebeständen - versorgt.

Ähem ... die "Golfstaaten" ... das sind doch unsere Verbündeten. Da machen wir doch Urlaub, die bauen schöne große Häuser, kaufen unsere Firmen und unsere maroden Staatsanleihen - wieso rüsten die jetzt unsere Feinde aus? Oder ist das "uns" etwas falsch gedeutet?

Na ja ... es gibt die mit Geld ... und unsere Soldaten. Die haben zweifellos nicht soviel Geld, sonst wären sie ja nicht da. Und unsere Leute mit Geld gehen auf die gleichen Partys, auf die auch die Geldgeber der Taliban gehen. Da trinkt dann der Ackermann mit dem Ölscheich zusammen Champagner, während gleichzeitig Aerosolgranaten Lungen zerfetzen und die Deutschen mit Ackermanns 25%-Rendite, die auch der Scheich zu ansprechend fand, aus Afghanistan zu vertreiben:

Doch bis heute hat das Verteidigungsministerium keine Antwort auf die Herausforderung gefunden. Immer wieder bekräftigte die Bundeswehr, sie könne die Lage beherrschen. Noch am Morgen nach dem tödlichen Überfall auf ihre Soldaten hieß es auf ihrer Website: "Ein Großteil der deutschen Kräfte befindet sich noch zur Sicherung und auf Patrouille im Einsatzraum." Tatsächlich hatten die Taliban da die Deutschen nach einem achtstündigen Feuerkampf längst aus dem Dorf Isa Khel verjagt.

Die Taliban dagegen standen an jenem Morgen des 3. April stolz vor einem brennenden Dingo, dem modernsten Transportfahrzeug der Bundeswehr. Ein Aufständischer hielt seine neue Aerosol-Panzerfaustgranate in die Kamera.

Doch liest man weiter ... wird es wirklich sehr sehr gruselig - wenn man auf die Details achtet.

Der Tod der drei Soldaten eignet sich durchaus, den deutschen Einsatz in Afghanistan grundsätzlich zu hinterfragen. Ihr Auftrag an diesem Karfreitag lautete lediglich, die Zugangsstraßen zu zwei von deutschen und afghanischen Soldaten besetzten Checkpoints von Sprengfallen zu säubern, damit der Nachschub dorthin und der Abzug von dort jederzeit sichergestellt wäre. Die Deutschen wollen mit ihrer punktuellen Präsenz im Krisendistrikt Chahar Darreh wenigstens den Anschein von Kontrolle behalten. Für das größere strategische Ziel, etwa die Taliban und ihre schlagkräftigen Alliierten aus Usbekistan zu bekämpfen, sind Berlins Soldaten laut Mandat nicht zuständig.

Wenn das Dorf erobert wurde, der Anschlag kurzfristig organisiert wurde, dann heißt das: Nachschub und Rückzugsmöglichkeiten sind nicht mehr sicher. Klar, es geht vieles aus der Luft, aber Luftabwehrraketen dürften die Taliban auch haben.

Zusätzlich erschwert wird die Lage aller westlichen Truppen durch die Tatsache, dass nicht mehr klar ist, ob der afghanische Präsident Hamid Karzai überhaupt noch ein zuverlässiger Partner ist. Das Verhältnis zwischen dem Staatschef und seinen westlichen Verbündeten erreichte vorvergangene Woche einen neuen Tiefpunkt, als Karzai sich angeblich zu der Drohung verstieg, zu den Taliban zu wechseln, falls seine Alliierten ihn weiter unter Druck setzten.

Bis Berlins Politiker sich endlich darüber verständigen, was ihre Soldaten in Afghanistan wirklich erreichen sollen, möchten die den Einsatz führenden Amerikaner offenbar nicht mehr warten. Bis zum Sommer werden sie eines ihrer sogenannten Brigade Combat Teams mit bis zu 5000 Soldaten in den Norden verlegt haben, eine zweite Elite-Brigade könnte schon bald darauf folgen.

Der Stellvertreter im bislang von deutschen Offizieren geführten Regionalkommando Nord in Masar-i-Scharif, dem auch das Wiederaufbauteam in Kunduz untersteht, wird dann ein Amerikaner sein. Und, selbstverständlich, er wird das Sagen haben.

Aha, Hamid Karzai will auch schon mal die Seiten wechseln. Ganz schnell ... innerhalb weniger Stunden ... könnte jeder deutsche Soldat in Afghanistan in Gefahr sein. Jeder.

Und wenn "wir" erstmal unter der Kontrolle der US-Armee stehen, wird es wohl nicht besser. Wohin werden "wir" den Krieg dann tragen? Usbekistan? Werden wir jetzt langsam darauf vorbereitet, von Afghanistan aus - "weil es nicht anders geht" - Richtung Rußland vorzustoßen? Im Kampf gegen die Taliban?

Und wir sollen den Einsatz nicht hinterfragen? Warum nochmal sind wir eigentlich da ... diese Frage sollten wir jeden Tag stellen. Mehrfach. Jedem, der politische Verantwortung trägt. Denn hier geht es in erster Linie um Geld.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article7150594/Das-sind-die-groessten-Ruestungslieferanten-der-Welt.html

Weltweit setzten die 100 größten Rüstungshersteller 385 Milliarden Dollar um. Das waren elf Prozent mehr als im Vorjahr. Die weltweite Entwicklungshilfe wird von der OECD auf 120 Milliarden Dollar veranschlagt.

Die Verantwortlichen sind leicht ausgemacht ... es sind keine Taliban:

http://www.zeit.de/2009/46/Willemsen-Graesslin-46?page=1

Jürgen Grässlin ist Deutschlands bekanntester Rüstungsgegner. Er bezeichnet Waffenexporte als Beihilfe zum Völkermord
Grässlin: Und wohlgemerkt: Drei Viertel aller Waffen werden von den fünf ständigen Mitgliedern im UN-Sicherheitsrat geliefert. Die reichen Länder in West und Ost profitieren, Daimler/EADS, Heckler & Koch sind Kriegsgewinnler.

Deutschland ist gut dabei:

Grässlin: …der Firma Heckler & Koch, der tödlichsten Firma Deutschlands. Sie hat schätzungsweise mehr als 1,5 Millionen Tote mitzuverantworten. Durchschnittlich alle 14 Minuten stirbt ein Mensch durch eine Kugel aus einer H-&-K-Waffe.

Grässlin: Die meiden mich wie der Teufel das Weihwasser, und bitte: Seit der Firmengründung sind pro Arbeitsplatz ungefähr dreißig Menschen durch deren Waffen getötet worden. Absolut unmoralisch ist es, mit Arbeitsplätzen den Tod in der Dritten Welt zu befördern.

Und so ... landen wir in einer ziemlich komplizierten Welt.

Aus Angst vor Hartz IV verseuchen wir die Welt mit Tod und Verderben. Und obwohl wir fleißig arbeiten ... kann es für uns ganz übel enden, denn schon längst hat der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan nichts mehr mit dem Willen des Volkes zu tun:

http://www.friedensnetz.de/Anfang/FB73/00520080907T13_22_21+00_00_main.html

Und das obwohl 86% der Bevölkerung den Einsatz der BW in Afghanistan ab-lehnen und über 60% generell gegen Auslandseinsätze der BW sind! Aber selbst das Parlament und die MdBs wer-den immer weniger informiert, über OEF/KSK-Einsatz schon gar nicht und über Operationen der BW im Norden völ-lig unzureichend! Das ist ein sys-tematisches Unterlaufen von Parlaments-rechten, weg von der Parlamentsarmee, hin zur Geheimarmee!

Aber durch den Erfolg von Heckler&Koch schafft Ackermann letztlich seine 25%-Rendite, die wiederum den Scheichs das Geld gibt, die Taliban mit modernen Waffen auszustatten, die dann unsere Soldaten töten.

Und so tötet ... wenn auch auf Umwegen ... Hartz IV deutsche Soldaten. Und der Afghanistaneinsatz demonstriert, das unsere Demokratie ... ebenfalls auf Umwegen ... durch etwas Anderes abgelöst wurde.