Heute ist ja Ostern. Das wichtigste Fest der Christenheit. Nein, nicht Weihnachten. Weihnachten ist die alte heidnische Sonnenwende. Man hat fälschlicherweise behauptet, das Jesus dort geboren worden ist, die Kirche weiß seit langem, das das falsch ist...aber es paßte so schön ins Konzept.
Ostern ist das Fest der Wiederauferstehung, der Triumph des Lebens über den Tod. Ein schönes Symbol. Ein altes heidnisches Fruchtbarkeitsfest. Darum die Hasen. Einfach mal ein Paar davon in einen Stall tun ... und man wird sehen, wie da früher die gedanklichen Zusammenhänge hergestellt wurden.

Die Juden meinen ja, er wäre gar nicht auferstanden. In ihren Mythen gibt es Erzählungen, das die Wachen bestochen worden sind. Die Moslems wiederum meinen, er ist aus Jerusalem abgehauen. Manche meinen, nach Tibet, wo man auch Spuren von ihm und seiner Mutter findet. Manche meinen, nach Südfrankreich, wo er mit seiner Frau Maria Magdalena und seinen Kindern lebte, aus denen dann das königliche Geschlecht der Merowinger entstand, jene letzten Könige, denen noch Zauberkraft angedichtet wurde.

Einer der größten Irrtümer der Welt ist der Glaube daran, das das römische Reich untergegangen ist. Ist es nie. Es hat nur von Hardware auf Software umgestellt.....und marschiert weiter durch die Geschichte und assimiliert Kulturen. Möchte auch nicht damit aufhören. Seine Missionare sind immer noch unterwegs, allerdings in guter Absicht. Dort, wo es sich festgesaugt hat, führt es einen erbitterten Krieg um die Herrschaft über die Gedanken und die Köpfe.

Darüberhinaus ... war und ist die katholische Kirche die Speerspitze des Atheismus.

Das verblüfft jetzt vielleicht manchen. Ich spreche jetzt nicht von dem Imperium der Erbschleicher, das im Vatikan aufgebaut wurde, noch von der willkürlichen Ausgrenzung biblischer Schriften, deren Inhalt der Kirche nicht paßte, noch von dem Umschreiben der aufgenommenen Texte, damit ihr Inhalt zur Kirchenmeinung paßte sondern von der Tatsache, das die Kirche alle lebendigen religiösen Traditionen in ihrem Herrschaftsgebiet vernichtet und sie ersetzt hat durch das Bild eines fernen, unerreichbaren Gottes (der keinerlei biblische Entsprechung hat, für das alte Volk Israel war er im wahrsten Sinne des Wortes "erlebbar" und deshalb "wahr"), dessen Wille für Menschen völlig undruchschaubar ist.

Kirche, Staat, Konzerne und ähnliche Götzenstrukturen haben die Welt in ein Schlachthaus verwandelt. Dabei ... sollte man doch keine Götter neben ihm haben. Auch keinen Papst. Man sollte sich auch kein Bild von ihm machen - und trotzdem hängt sein Sohn bei den Katholiken als Leiche überall herum.

Ein schönes Symbol, wie ich finde. Es demonstriert den Sieg von lebensfeindlichen Mächten über das Leben.
Und nach zweitausend Jahren ... sieht es mit dem Leben auf diesem Planeten von Tat zu Tag ärmlicher aus.

Täglich sterben Tier- und Pflanzenarten aus, trotz aller Vernunft werden grausamste Kriege geführt, sogar Folter wird wieder modern, alle jagen wie verrückt hinter Tauschmitteln her und horten sie, wo sie nur können, weshalb der tauschmittelbasierte Warenfluß immer geringer wird. Hunger und Not wird heute gesetzlich verordnet - sogar in Deutschland als Hartz IV. Wir waren da schon mal weiter, schließen uns aber lieber dem weltweiten Trend an.

Insofern scheint die Botschaft des Kreuzes ja wahr zu sein. Das meinten ja auch die Katharer (von der Kirche ausgerottet), die Albigenser (von der Kirche ausgerottet) oder die Bogomilen (von der Kirche ausgerottet): die Welt ist der Tummelplatz eines bösen Dämon.

Schaue ich Nachrichten, kann ich ihnen nicht widersprechen....und das katholische Kreuz bekommt einen ganz anderen Sinn, der aber zur wahrnehmbaren Alltagswirklichkeit paßt.

Auf der anderen Seite ... der Atheismus. Von der Kirche als großes Übel gebrandmarkt. Da gebe ich ihr gerne mal recht. Atheismus schüttet das Kind mit dem Bade aus ... und schafft sich seinen eigenen Gott.
Den "Fortschritt", die "Rendite", den "Arbeitsplatz", den "Markt" mit seiner oft beschworenen unsichtbaren Hand, die "Freiheit" (aber eher in dem Sinne, das man selber tun kann was man will ohne sich um das Geschrei der Hartz-IV-Abhängigen kümmern zu müssen, die man gerade mit seinem Benz überrollt hat),
das "Vaterland" und was es dergleichen noch an grausigen Götzen gibt, für die man gerne auch Blut vergießt.

Da ist "Du sollst nicht töten und stehlen" doch schon angenehmer. Hält sich auch keiner dran, aber man hat es wenigstens nicht vergessen, das morden und rauben prinzipiell nicht so klasse ist.

Ein riesiges Universum. Viele Dimensionen, von denen wir nur vier wahrnehmen können ... und die vierte, die Zeit, können wir sogar nur zweidimensional wahrnehmen. Milliarden von Galaxien und jeweils Milliarden von Planeten.

Und auf einem Planeten am Rande eine völlig unbedeutenden Galaxie: der Naturwissenschaftler. Völlig überzeugt, das er alle Rätsel des Universums gelöst hat. Völlig überzeugt davon, das nichts schneller als Lichtgeschwindigkeit ist ... und das es außer ihm kein anderes intelligentes Leben im Universum gibt.

Sicher, es sind nicht alle so. Aber achtet mal in der naturwissenschaftlichen Szene drauf, was mit Menschen geschieht, die sagen, sie hätten ein UFO gesehen oder mit Gott gesprochen.

Ihnen widerfährt im Prinzip die gleiche Ächtung, die die Hexe im Mittelalter von der Kirche erfahren hat -nur die Nebenwirkung dieser Ächtung sind geringer.

Der normale Alltagsverstand von Handwerkern reicht aus, um zu sagen: über die Existenz von Leben außerhalb unserer Wahrnehmung können wir nichts sagen. Brauchen wir auch nicht, wieso denn auch?

Über die Existenz von Göttern können wir ebenfalls nichts sagen. Brauchen wir auch nicht, wenn denen unser Leben nicht paßt, dann können sie das doch sagen. Und wenns die nicht stört, brauchen wir uns auch nicht drum kümmern. Und wozu drüber streiten, ob es UFO´s gibt ober nicht? Wenn die im eigenen Dorf landen, ist es Zeit genug, sich mit dem Gedanken vertraut zu machen. Aber jemand mit Schimpf und Schande aus dem Dorf zu jagen, nur weil er meint, er hätte eins gesehen? Wozu?

Es herrscht eine böse, menschenfeindliche Dogmatik in weiten Kreisen der Naturwissenschaften ... aber sie nimmt ab. Hoffe ich. Weil es diese menschenfeindliche Dogmatik gibt, verstehen die auch nicht, das sie für Nebenwirkungen ihrer Erfindungen verantwortlich sind. Manche erfinden sogar Seuchen als biologische Kampfstoffe, von denen einer vielleicht irrtümlich mal die ganze Menschheit ausrottet.
Das mache man mal einem Bauer aus der Eifel klar: da investieren Menschen ganz viel Zeit und Geld, um eventuell alle Menschen auszurotten.

Also ... mit Vernunft ... hat das nichts mehr zu tun.

Die gleiche böse, menschenfeindliche Dogmatik herrscht innerhalb der Kirche, die eigentlich ja eine "frohe Botschaft" verbreiten sollte ... Evangelium heißt frohe Botschaft.

Schaue ich mir Bischof Mixa an, so kriege ich den Verdacht, das der über ganz andere Dinge lacht als sein Jesus.

Insofern ist es gerade wirklich für die Wahrheit eine finstere Zeit. Kein Wunder, das Philosophen allerorten von den Dogmatikern beiseite gedrängt werden. Ihr Wunsch, den Menschen gedankliche Selbständigkeit und Freiheit zu ermöglichen macht sie zu Feinden beider Seiten.

http://www.philo.uni-saarland.de/people/analytic/strobach/alteseite/hroseminare/politeia/schwarzer.pdf

„Wenn nicht entweder die Philosophen König werden in den Städten [...], oder die, die
man heute Könige und Machthaber nennt, echte und gründliche Philosophen werden, und
wenn dies nicht in eines zusammenf ällt: die Macht in der Stadt und die Philosophie, und
all die vielen Naturen, die heute ausschließlich nach dem einen oder dem anderen streben,
gewaltsam davon ausgeschlossen werden, so wird es [...] mit dem Elend kein Ende haben,
nicht für die Städte und auch nicht [...] für das menschliche Geschlecht.

Aus Plato, der Staat. Die geisten Souveräne zu weltlichen Souveränen machen, die weltlichen zu geistigen ... ein Vorschlag von einem demokratisch gesinnten Menschen. Mir würde es schon reichen, wenn man die Lobbyisten in Berlin 1:1 durch Philosophen ersetzen würde. Da würden dann auf einmal wieder argumentiert anstatt nur beschlossen. Aber wo soll man die in den Massen schon noch hernehmen...

Finstere Zeiten. Finstere Zeiten für Menschen mit Liebe zum Leben, zur Vielfalt, zum Glück, zum Miteinander, Liebe zu Menschen, Tieren, Pflanzen, Licht, Wasser, Wind und Erde und was es sonst noch alles an erfreulichen Dingen jenseits von Sportschaut und DSDS gibt.

Doch ... und das ist Kern der urchristlichen Botschaft ... wer Liebe in sich trägt, ist nie arm. Liebe ist eine eigenständige Qualität, die das eigene Leben enorm bereichert. Nur halt nicht mit Tauschmitteln oder politischer Macht, wer danach strebt, kann mit Liebe wenig anfangen - und ist ein unglaublich armer Tropf, was seine wirkliche erlebbare Lebensqualität jenseits der Statussymbole angeht. Beides schließt sich sogar aus, denn wer der Liebe fähig ist, sieht keinen Sinn darin, andere zu benachteiligen, zu quälen, zu töten oder zu berauben. Wozu auch?

Einem selber geht es gut ... warum sollte es anderen nicht auch gut gehen.

In dieser Hinsicht ist die Botschaft Christi nie neu gewesen. Schon die alten Griechen kannten sie - und darum spielt Liebe in der Philosophie eine so große Rolle: Liebe zur Wahrheit. Man will sie nicht haben, besitzen oder verkaufen ... man liebt sie einfach.

Ist aber vielleicht auch ein genetischer Defekt.

Doch am heutigen Tage wollen wir mal nicht weiter unken ... und deshalb: Frohe Ostern!