Gestern teilten das Oberkommando der Wehrmacht mit, das im heldenhaften Kampf gegen die primitiven Talibanratten drei Herrenmenschen Heeressoldaten getötet wurden.

Was war passiert? Wie konnte das geschehen? Gibt es denn keine Gerechtigkeit mehr in der Welt? Dürfen jetzt alle Wilden einfach so auf unsere Soldaten schießen, die wirklich nur mit den besten Absichten in Afghanistan gelandet sind?

Schauen wir mal nach.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,687140,00.html

Die Aktion war möglicherweise eine Reaktion auf einen neuen Bundeswehr-Vorposten in der Region, von dem aus die Soldaten den Unruheherd Chahar Darreh besser übersehen können. Schon bei Errichtung des Postens war es zu schweren Auseinandersetzungen mit den Taliban in der Region gekommen. Die gleiche Einheit, die nun drei Männer verlor, lieferte sich schon vor etwa zwei Wochen ein stundenlanges Gefecht mit den Taliban.

Also ... die marschieren schwer bewaffnet in Talibangebiet ein, errichten dort einen Stützpunkt - um besser gucken zu können. Man hat zwar Satelliten und Drohnen, aber selber gucken macht doch einfach mehr Spaß.

Und dann? Gefällt den Afghanen nicht. Und: die riskieren richtig was und liefern sich der Feuerüberlegenheit der deutschen Wehrmacht aus. Doch ... es funktioniert. Wider Erwarten.

Der Hinterhalt der Taliban funktionierte trotz der Feuerüberlegenheit der Deutschen. Kämpfer feuerten mit Sturmgewehren und Panzerfäusten auf die Bundeswehreinheit, schon in der ersten Phase der Attacke wurden drei der Fallschirmjäger, die einer Einheit aus Niedersachsen angehören, tödlich getroffen. Mehrere ihrer Kameraden wurden teils schwer verletzt.

Sowas passiert schon mal im Krieg. Der Feind schießt zurück. Im eigenen Land sogar schon mal unter großem persönlichen Risiko. Das ist natürlich völlig überraschend für unsere Politiker.

"Mit großer Betroffenheit habe ich heute von den Gefallenen und Verwundeten in Afghanistan erfahren müssen", sagte Guttenberg. "Ich bin in Gedanken und Gebeten bei den Soldaten und ihren Familien."

Die lesen das ... und denen geht es sofort besser. Denen und all den anderen, für die jetzt gebetet werden muß. Beim Cowboy/Indianer-spielen fangen die Taliban an, gegen die Spielregeln zu verstoßen. Ihr Platz ist vor dem MG-Lauf und nicht dahinter. Sie sind die bösen Wilden, wir die Zivilisation. Sie verlieren, wir nicht, so läuft das Geschäft.

"Angesichts der Gefechte dieses Ausmaßes wird deutlich, wie gefährlich und doch gleichwohl notwendig der Einsatz in einem von kriegsähnlichen Zuständen erschütterten Afghanistan ist", sagte der Christsoziale.

Das ist ja der besondere Knaller. So krumm denkt nur der Adel. Nehmen wir mal an, wir schicken einfach mal so ... dreitausend Soldaten nach Russland. Damit die besser gucken können. Die Russe schießt. Schon wieder, der hat sich auch noch nie an die Regeln gehalten. Was lernt der Guttenberg daraus?

"Da ist ja richtig Krieg, da müssen wir jetzt aber hin!!!". Ja, wem die Besatzungsmacht nicht gefällt, der hat halt mit Krieg zu rechnen. So lief es bei Militärdiktaturen schon immer. Einfach mal fragen, was Tschechen, Polen, Dänen, Norweger und Österreicher da 1933-1945 für Erfahrungen gesammelt haben.

Drollig mal wieder: Frau Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich ebenfalls entsetzt über den "verabscheuungswürdigen und hinterhältigen Angriff auf unsere Soldaten". Den Angehörigen der Toten und Verletzten sprach sie ihr Mitgefühl aus. "Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den betroffenen Familien, bei den Verwundeten und bei unseren in Afghanistan gefallenen Soldaten."

Merke: "Verabscheuungswürdige und hinterhältige Angriffe" macht immer der Feind, wir selbst legen geschickte und gut durchdachte Hinterhalte, um die eigenen Verluste zu minimieren....oder wir schmeißen die einfach alle mit Bomben zu. Soll Allah die Taliban dort von den Zivilisten trennen, wir können uns nicht um alles kümmern.

Ich kann mir gut vorstellen, wie beschissen und hilflos sich unsere Jungs dort hinten jetzt fühlen. Wie beschissen diese Erfahrung war, wie grauenvoll jetzt jede Minute wird, wo man merkt: das ist ja gar kein Abenteuerurlaub. Das ist ja ... echter Krieg. Und der wird immer schlimmer:

Ranghohe Offiziere betonten kurz nach Bekanntwerden des Gefechts, dass die Taliban mit dem Hinterhalt bewiesen hätten, wie handlungsfähig sie trotz mehrerer Großoperationen und gezielter Missionen gegen ihre Führer im Norden noch sind. Folglich müsse man in naher Zukunft mit weiteren Attacken rechnen.

Trotz den ganzen Massenmorden an Zivilisten Kollateraltoten werden die Kämpfer immer mehr. Na ja, bald hat ja jeder einen Zivilisten in der Familie, der mal der Nato zum Opfer gefallen ist. Da muß man auch immer die andere Seite sehen ... früher konnten wir so etwas noch.

Früher wurden wir auch noch von unseren Politikern vertreten. Heute sind 70 % der Bevölkerung gegen den Einsatz, aber 90 % der Politiker dafür. Wie kann das sein? Wen vertreten die eigentlich? Und doch nicht, oder? Wir dürfen unsere Kinder irgendwo am Hindukusch verbluten lassen. Sollen die doch selbst mal dahin.
G 3 in die Hand und Abmarsch. Einfach mal selber gucken anstatt andere gucken lassen. Gerne auch ganz vorne. Mal sehen ... ob die nicht auf einmal auch ein Ohr für die Stimme der Deutschen kriegen, die einfach nur eins sagt: "RAUS DA!"

Ich persönlich möchte mich ab heute dafür aussprechen, das Fahnenflucht von Afghanistankämpfern in Afghanistan absolut straffrei bleibt und ohne jegliche sonstige Benachteiligung für die Betreffenden
abgewickelt wird. Flugticket zahlt der Guttenberg. Und ich möchte auch die Soldaten bitten ... den Mist sein zu lassen. Kunduz war schon Kacke....aber jetzt noch das hier:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,687153,00.html

Bundeswehrsoldaten haben am Karfreitag fünf Mitglieder der afghanischen Armee getötet. Wie die Bundeswehr am späten Freitagabend mitteilte, eröffnete ein Marder-Schützenpanzer der Bundeswehr das Feuer auf ein afghanisches Armeefahrzeug, nachdem sich die Insassen nicht korrekt identifiziert hätten.

Der Mann muß sogar schnell nach Hause. Die anderen auch. Was meint ihr denn, wie gut das jetzt wieder bei den Afghanen ankommt? Die sehen nur ihre Leichen - Brüder, Schwäger, Söhne - und interessieren sich nicht für die Verteidigungsreden der Täter. Würde ich ja auch nicht machen. Sind Stammeskrieger da unten, Blutrache hat für die noch eine gewisse Bedeutung. Wir nennen das dann Taliban, aber dadurch wird die Sache auch nicht besser.

Eure Generäle haben schon recht: das wird jetzt sehr heiß da unten. Und mit ein bischen Pech ... kommt niemand von Euch mehr lebend nach Hause.

Ich habe selbst auch Kinder. Mein Ältester ist 22. Er könnte jetzt auch da sein. Und tot ebenfalls.
Er ist nicht dort. Er wollte sich mal freiwillig melden. Jetzt glaube ich nicht mehr. Ich kann gut nachfühlen, wie es einem jetzt da unten geht...und wie es den Angehörigen geht erst recht.

Das ist kein Krieg des Deutschen Volkes, das ist ein Krieg der Lumpenelite, die für ein paar freundliche Worte der USA unsere Kinder verheizt. Von den Geldern rede ich jetzt mal nicht.

Ich kann nur sagen: Frohe Ostern wird das nicht mehr.

Nicht für mich jedenfalls.

Langsam dünkt mir, die Lumpenelite gehört zum Teufel gejagt, bevor die noch mehr Menschen in einen sinnlosen Tod schicken, noch mehr Steuergelder den Banken in den Rachen schmeißen, in deren Aufsichtsräten ihre Parteifreunde sitzen, noch mehr Geld sinnlos aus dem Fenster schmeißen, um damit Bürgerrechte an allen Ecken und Enden abzubauen und die Lebensqualität in diesem Land endlich auf Kongo-Niveau zu fahren.