Man mag ja von der Weltgeschichte halten was man will und sich anstatt für Politik auch lieber für Fußball interessieren (womit ich letzteren jetzt wirklich nicht abwerten wollte), vor einem kann man den Blick nicht verschließen: den apokalyptischen Endkampf zwischen der katholischen Kirche und den Freimaurern.

Wer jetzt erschrocken zusammenzuckt und denkt, ich hätte heute irgendetwas geraucht, der irrt: zu den großen Machtkämpfen der Weltgeschichte gehört einer, bei dem "wir" gerade mitten drin sind, weil "wir" Papst sind. Es ist ein außerordentlich spannender Krimi, der leider durch die Popularität gewisser moderner Filmwerke sehr gelitten hat. Aber das mag ja auch beabsichtigt sein.

Schachzug um Schachzug geht es da hin und her. Vermeintliche Giftmorde hier, offensichtliche Morde dort ... man glaubt, das muß ein Roman sein. Vor allem der deutsche Bundesbürger, der kaum glaubt, das die Realität innerhalb seines Fernsehschirms etwas mit der außerhalb zu tun hat und für den der Sieg
des FC Bayern München oder der Sieg beim Grand Prix Eurovision wichtiger ist als die Tatsache, das die Mafia (sowohl russischer als auch italienischer Art) zunehmend durch ihre gewaltigen Kapitalmengen zu seinem Arbeitgeber wird, wird Probleme haben, diese Dimensionen noch erfassen zu können. Sie gehören halt zu den wirklich unangenehmen Wahrheiten ... über die dann eben auch nicht so ausführlich berichtet wird wie über jene relativ unangenehmen Wahrheiten (bzw. platte Lügen, nur im Sprachgebrauch des Sozialfaschisten werden sie gerne anders bezeichnet), die so gerne als größtes Übel verkauft werden - wie z.B. das der deutsche Bürger einfach zu teuer ist.

Dabei geschieht der Krieg ganz öffentlich:

http://www.amazon.de/Ihr-habt-get%C3%B6tet-Machtkampf-Vatikan/dp/3746681227/ref=pd_cp_b_0

Ihr habt getötet: Der Machtkampf der Logen im Vatikan (Broschiert)
von Discepoli DiVerita (Autor)

Insider berichten über einen Mord, der sich 1998 innerhalb der Mauern des Vatikans zutrug und nie aufgeklärt wurde. Ableger der berüchtigten Freimaurerloge P2, der auch Silvio Berlusconi nahesteht, rivalisieren mit dem international agierenden Opus Dei. Alles deutet darauf hin, daß zum Ende der Ära Wojtyla der Kampf um die Schlüsselpositionen im Vatikan neu entbrannt ist. Ein sensationelles Dokument über die Auswüchse klerikaler Machtpolitik.

Wer will, findet viele Informationen zu diesem Thema. Informationen, die zu vielfältig sind für einen kleinen Blog - aber dafür gibt es ja Bücher:

http://www.amazon.de/Die-Verschw%C3%B6rung-Schatten-Freimaurer-Vatikan/dp/3869015934

Der Leser wird neben allgemeinen und kritischen Informationen zur Freimaurer-Thematik viel Neues aber auch Schockierendes erfahren. Der Autor schreibt über okkult-magische Traditionen, die tatsächliche Verquickung mit dem weltweit bekanntesten politischen Geheimbund, den "Illuminaten", betrachtet freimaurerische "Politaffären" wie die italienische Freimaurerloge Propaganda Due (P2) und die Macht des P2-Logenbruders und jetzigen Ministerpräsidenten Italiens, Silvio Berlusconi. Günter Wohlmuth versucht, das wahre Gesicht der Freimaurerei zu enthüllen - er hinterfragt damit auch den Zustand unserer parlamentarischen Demokratie.

Neu und schockierend ist das alles nicht, es wird nur gerne zugunsten von DSDS und Westerwelle verdrängt ... weil es den normalsterblichen Leser schnell überfordert. Zu kraß unterscheidet sich die Realität der Machtkämpfe im Vatikan von dem Weltbild, das die Medien ansonsten so gern vermitteln: edel, hilfreich und gut ist der Mensch, die Erde ein Paradies und wir stehen kurz davor, alle überglücklich zu werden.

http://www.amazon.de/Schleichende-%C3%9Cbernahme-unter-Papst-Benedikt/dp/3880951616/ref=pd_sim_b_3

Skandal in der Kirche: Papst spricht Opus-Dei-Gründer heilig
Die Heilisprechung des Gründers des katholischen Geimbundes, des spanischen Priesters Josemaría Escrivá, ist ein Skandal. Am 6. Oktober wird in Rom mit Massenveranstaltungen vor Augen geführt, wer die stärksten Bataillone in der katholischen Kirche und wer die Macht hat, bis zu eine Millionen Menschen generalstabsmäßig nach Rom zu führen. Der Geheimbund zeigt sich dann als eine »Kampftruppe mit straffster Disziplin«, wie er sich selber nennt.

Eine Absicht des Opus Dei ist es, die Macht in der römisch-katholischen Kirche zu erobern. Das unverschmutzte Opus Dei solle als »Werk Gottes« die nach dem letzten Konzil verschmutzte Kirche reinigen und zur Tradition zurückführen. Weil der Papst nicht nur vom Heiligen Geist inspiriert sei, müsse Opus Dei auch diese Lücke füllen. Das Buch zum Thema:

Peter Hertel Schleichende Übernahme Josemaría Escrivá, sein Opus Dei und die Macht im Vatikan

Ich weiß nun nicht, warum man von einer schleichenden Machtübernahme ausgeht, wo doch Dokumente genug vorhanden sind, die belegen, das der Opus Dei absichtlich als Gegenbewegung gegen zunehmenden Freimaurereinfluß im Vatikan gegründet wurde, ein Einfluß, der sich am deutlichsten in der Erklärung zum zweiten Vatikanischen Konzil wiederspiegelt und zu dessen Eindämmung der Opus Dei gezielt geschaffen wurde. Alles altbekannter Tobak - wie auch jene Geschichte, die scheinbar noch nicht im Internet archiviert wurde: die Ermordung eines Papstes, der eine Liste von 121 aktiven Freimaurern im Vatikan erhalten hatte.

http://www.stern.de/politik/geschichte/papst-johannes-paul-i-wabernde-geruechte-und-kein-ende-514258.html

Er sei beseitigt worden, weil er angeblich die mächtige römische Kurie grundlegend reformieren wollte, weil er in der in undurchsichtige Geschäfte verwickelten Vatikanbank aufräumen wollte, ja sogar, weil er radikale Kursänderungen der Kirche geplant habe. Bücher wurden über den angeblichen Mord geschrieben - für die angeblichen Tatmotive gibt es jedoch bis zum heutigen Tag keine ernst zu nehmenden Anhaltspunkte.

Wer könnte auch sonst schon etwas gegen einen solche freundlichen Menschen haben:

http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Paul_I.

Der Papst fand wegen seines freundlichen Auftretens (?Der lächelnde Papst?) auch bei Nichtkatholiken sofort Sympathie. Als erster Papst verwendete er in offiziellen Schreiben und Ansprachen für sich selbst nicht mehr die Anrede ?Wir? (Pluralis majestatis), sondern ?ich?. Der Verzicht auf die Papstkrönung und den Majestätsplural blieb für seine Nachfolger maßgeblich. Auch war er der erste Papst, der selbst ein Telefon bediente und auf den Kniefall der Schweizer Garde bei seinem Vorübergehen im Vatikan verzichtete.

Ob er ermordet wurde, ist ... fraglich. Zumindest kann er nicht so gestorben sein, wie die Kirche sagt.

Die offizielle Version des Fundortes der Leiche, nämlich im Bett aufgesetzt, lächelnd und mit einer Druckschrift in den Händen, wird bezweifelt, da mit dem Tode alle Muskeln erschlaffen, so dass eine bestimmte Körperhaltung, Ausdruck oder ähnliches nicht beibehalten werden kann.

Dabei gibt es schon Stimmen, die Täter aufzeigen könnten:

http://www.amazon.de/Wir-klagen-Millenari/dp/3746670306

Der Vatikan, ein Sumpf aus Machthunger und Korruption, Günstlingswirtschaft, Postenschieberei, Bestechung und Erpressung? -- Irgendwie kommen einem diese schockierenden Behauptungen bekannt vor, und doch ist Wir klagen an! keines der üblichen Pamphlete über die Abgründe der katholischen Kirche. Denn wer hier so publikumswirksam die schmutzige Wäsche des Vatikans wäscht, ist kein selbsternannter Enthüllungsjournalist, sondern eine anonyme Gruppe römischer Prälaten, die sich selbst "I Millenari" nennen -- die Jahrtausendmänner.
Natürlich dreht sich letztlich alles um die Frage, ob die skandalösen Enthüllungen nun wahr sind oder nur üble Verleumdung. Man weiß es nicht, und die kuriale Geheimhaltungspflicht macht ein objektives Urteil unmöglich. Die Geschichten sind jedoch mit so vielen Details gespickt, dass als Autoren nur Insider infrage kommen, und tatsächlich wurde mit dem pensionierten Prälat Luigi Marinelli bereits einer der Millenari enttarnt.

Die Kirche sei "von den Dienern des Teufels" belagert, verkünden die Millenari. Dies mag noch Ansichtssache sein, aber problematisch wird es, wenn sie den verderblichen Einfluss von Kommunisten, Freimaurern und Satanisten in der Kurie anprangern und ihre abstrusen Behauptungen auf einschlägige Verschwörungstheorien stützen. Mit solchen verbalen Entgleisungen tun sie ihrem an sich berechtigten Anliegen bestimmt keinen Gefallen.

Der Mann, der Johannes Paul 1 die Daten über die Freimaurer zugespielt hat, war Mino Pecorelli, damals in seiner Eigenschaft als Redakteur des "Osservatore Politico", wo auch die Namen öffentlich gemacht wurden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Carmine_Pecorelli

Mino Pecorelli wurde im Prati-Viertel in Rom durch vier Pistolenschüsse ermordet. Die verwendete Munition war von der Marke Jules Gévelot, die auch in einem Waffenlager der Banda della Magliana[5] im Keller des italienischen Gesundheitsministeriums gefunden worden war.

Wer diese Liste finden will: hier sind die letzten Spuren von ihr, wohin sie führen, kann ich von hier aus nicht sagen:

http://www.amazon.de/mysteri%C3%B6se-Papstes-Johannes-Tatsachen-Hintergr%C3%BCnde/dp/3499611759/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=books&qid=1269102053&sr=1-2

Tatort Vatikan? Sofort nach dem plötzlichen Tod des Papstes Johannes Paul I. tauchten Spekulationen auf, der heilige Vater sei keines natürlichen Todes gestorben. David A. Yallop deckt in seinem Bestseller die Verstrickungen des Vatikans in die internationale Finanzwelt auf und enthüllt die Intrigen im Machtzentrum der katholischen Kirche.

Und was hat das jetzt alles mit Mißbrauch zu tun?

Erwartet wurde eine Zuspitzung des Machtkampfes zwischen Freimaurern und der katholischen Kirche im 21. Jahrhundert. Und wenn ich mir diese Liste so anschaue, dann kommen mir Zweifel, ob es bei der Kampagne wirklich nur um Mißbrauchsfälle geht:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,684769,00.html

In Deutschland melden sich immer mehr Opfer sexueller Übergriffe von Geistlichen. Mittlerweile haben die katholischen Bistümer mehr als 250 Verdachtsfälle von Berlin bis Regensburg registriert. SPIEGEL ONLINE dokumentiert die angezeigten Taten.

Rottenburg-Stuttgart: 14 Geistliche sind unter Verdacht. Sieben Priester der Diözese, von denen vier bereits tot sind, und sieben Ordenspriester. Ein ehemaliger Pfarrer in der Pius-Pflege in Oggelsbeuren ist dement und kann nicht mehr vernommen werden.

Regensburg: Zwei bereits vor langer Zeit gestorbene Priester sollen sich sich an Schülern des Domspatzen-Internats vergriffen haben.

Aachen: Im katholischen Internat und Gymnasium Haus Overbach sollen Ordensleute, die als Lehrer arbeiteten, in den fünfziger Jahren drei Kinder missbraucht haben. Unter Verdacht steht auch ein Priester wegen sexuellen Missbrauchs vor 20 Jahren.

Diese Übergriffe sind eine Sauerei, keine Frage. Sie müssen unnachgiebig verfolgt werden. Wie kommt es aber, das ich von ihnen ca. 1979/1980 wußte ... und das erst heute ein Riesenthema wird? Bei uns war es Thema einer "Selbsterfahrungsgruppe", die bei Kirchenleuten zu Gast war.

Ich bin wahrlich kein Freund dieser katholischen Kirche und ihrer zölibatären Kleiderpuppen und halte das ganze antichristliche Glaubensgebäude für verlogen und gesellschaftlich sehr schädlich. Aber diese Kampagne ... könnte ich mit jeder Organisation der Welt machen, wenn ich einen Zeitraum von sechzig Jahren wähle.

Die Frage, die mich interessiert ist: warum gerade jetzt ... und warum gerade so.

Nun, wahrscheinlich alles mal wieder Zufall. So, wie das ganze Leben Zufall ist. Es ist ja auch jedem plausibel, das ich eine Kiste Buchstaben nur zwei- bis dreimal in die Luft werfen muß, bis sich die Buchstaben zufällig zu einer Zeitung zusammenfügen. Na ja, vielleicht vier- bis fünfmal, aber dann sollte die Zeitung daliegen. Mit korrektem Datum.