Man kommt ja selten dazu, mal einen Menschen zu loben. Böse fallen einem gleich in Massen ein, aber Gute?
Da wird man schnell stumm und nachdenklich. Ist der auch WIRKLICH gut oder hat der irgendwo dann doch ....

Meine Ansprüche sind da viel niedriger, deshalb finde ich ganz schnell gute Menschen ... wenn ich gerade Lust dazu habe. Den zum Beispiel:

http://www.sagel.info/index.php

Rüdiger Sagel, ein Landtagsabgeordneter der Linken. Er könnte von mir aus auch von der CDU sein, ich würde ihn trotzdem sympathisch finden, weil er umsetzt, was andere beschließen. Zum Beispiel weiß man bei ihm genau, was er vom Volke bekommt:

Einnahmen
Abgeordneten-Bezüge: 8216,- Euro
Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung: 310,- Euro
Keine Nebeneinkünfte

Und nicht nur das: er sagt auch, wofür er es ausgibt:

Einkommenssteuer: 1853,33 Euro
Kranken- und Pflegeversicherung: 618,75 Euro
Krankenzusatzversicherung: 80,97 Euro
Rentenversicherung: 893,61 Euro
Personal- und Sachkosten: 1500 Euro
Mieten, Strom etc. : 350 Euro
Mietgliedschaften (u.a. attac, Ver.di, GGUA Flüchtlingshilfe, Rosa Luxemburg Stiftung), Spenden: ca. 200 Euro
Informationen (z.B. Zeitungen, Zeitschriften), dauernde Aktualisierung des Internetauftritts etc.: ca. 250 Euro

Das ist MEIN KANDIDAT FÜRS KANZLERAMT. Kann man gleich anrufen und sagen: Rüdiger, du verbrauchst zuviel Strom, mach´mal halblang, dem Land geht es schlecht. Da rechne ich auch gar nicht aus, was der noch für Privatkonsum übrig hat, ist mir völlig egal. Keine Nebeneinkünfte: der Mann nimmt seine Arbeit ernst.

Aber nicht nur das. Anders als alle anderen Politschranzen, die einem so auf dem Flur begegnen, hat er Stil. Er ist nämlich fraktionslos. D.h. auf deutsch: einer der wenigen Abgeordneten in Bund- und Landtagen, der so sein darf wie er entworfen wurde: frei und unabhängig.

Und nicht nur das: Politik endlich mal ganz ohne Papa ... aber mit Lebenserfahrung:

Von 1968-1970 lebte ich in Indien und ging dort zur Deutschen Schule in Rourkela. Mein Abitur machte ich 1975 in Lünen und studierte im Anschluss Bergbau an der TU Clausthal und der RWTH Aachen. 1979/80 hielt ich mich während eines Urlaubsemester in den USA und Mexico auf. Ich schloss das Studium als Diplom-Ingenieur 1983 ab und machte danach ein zweisemestriges Ökologie Fernstudium an der Uni Tübingen. In den folgenden zwei Jahren war ich u.a. als Geschäftsführer der Hambachgruppe in Aachen, einer Initiative gegen den Braunkohletagebau, tätig und arbeitete zudem für das Ökologiezentrum Aachen, das ich 1982 mit FreundInnen gegründet hatte.

1988 war ich u.a. in Nicaragua an verschiedenen Projekten in Rama und Granada beteiligt.

Das ist schon was anderes als zehn Jahre für die Junge Union Plakate kleben.

Aufmerksam geworden auf ihn bin ich jedoch nicht auf der Suche nach einem neuen Bundeskanzler, der ehrlich, bescheiden, aufrichtig, ehrvoll, anständig, lebenserfahren, gebildet und weltoffen ist - also das Gegenteil von Schröder, sozusagen - sondern durch einen Artikel von ihm.

http://www.sagel.info/meldung.php?meldung=207&page=

Hartz IV: Sumpf der Selbstbedienung - System der Eigenfinanzierung bei ARGEN

Münster offensichtlich kein Einzelfall / Umschichtungen aus Arbeitsmarktmitteln finanzieren Repressionen gegen Arbeitslose
"Es ist nicht nur ein Skandal, dass drei Millionen Euro Finanzmittel aus Eingliederungshilfen für Arbeitslose für die eigenen Personalkosten bei der ARGE in Münster zweckentfremdet werden", kritisiert der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel (LINKE) die Umschichtungspolitik in Münster scharf. "Vielmehr handelt es sich nach Aussage der Leiterin der münsterschen Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Ulrike Otto - "Das machte jede ARGE so" - bei dem nun aufgedeckten Vorgang offensichtlich um ein System der Selbstfinanzierung bundesweiten Ausmaßes und lässt die gesamte Arbeitslosenpolitik in einem anderen Licht erscheinen."In Münster sind für das Verwaltungsbudget von 16,99 Millionen Euro im Rahmen der Finanzplanung 2010 rund drei Millionen Euro aus dem Eingliederungsbudget für Arbeitslose zur Sicherung der eigenen ARGE-Personalkosten umgeschichtet worden. Als Begründung wird von der ARGE die seit 2005 chronische Unterfinanzierung des Bundes für den Verwaltungsapparat angeführt.

Wieder mal ARGE, wieder mal Münster. Die Stadt, in der eine amtliche mehrfache Kindesentführung mal den Zorn der Republik hervorgerufen und sehr dubiose Strukturen zutage gefördert hat. Gut, das ist ein gesondertes Thema, habe ich mir sagen lassen. Deutschland ohne Münster wäre ein schöneres Land, hieß es da. Doch bleiben wir bei der ARGE.

Fördern und Fordern wollten die ja - und was ist daraus geworden? Den Fördertopf verbraten, damit man beim Fordern mehr Leute zum Bespitzeln in den Außendienst schicken kann?

"Das ist ein Sumpf der Selbstbedienung und schlägt ein neues düsteres Kapitel in der Hartz IV Politik auf", sieht Sagel die Notwendigkeit das ganze Ausmaß des Skandals zu klären. Münster ist offensichtlich kein Einzelfall. Die wesentliche Ursache für dieses System der Eigenfinanzierung liegt in der Unterfinanzierung des Bundes. Hier zeigt sich erneut, dass das ganze System Hartz IV falsch ist und abgeschafft gehört. Denn statt der Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt werden intern auf unzulässige Weise zuerst die Hartz-Verwaltungsapparate finanziell bedient, die dann wiederum Repressionen gegen die Arbeitslosen ausüben.

Wie man sieht, ist "spätrömische Dekadanz" im Umkreis der Arbeitslosen sehr wohl auszumachen, allerdings ... nicht bei den Arbeitslosen selbst. Hat der Westerwelle also doch gar nicht so Unrecht gehabt.

Gerade die ARGE in Münster steht nach kürzlich veröffentlichten Untersuchungen an vordester Stelle bei Repressionsmaßnahmen gegen Arbeitslose. Dies obwohl mehr als 13 000 Hartz-EmpfängerInnen gerade einmal rund 1500 als offen gemeldete Stellen gegenüberstehen, was auch in vielen anderen Städten und Kreisen der Fall ist. Es ist nicht nur ein unerträglicher Zustand sondern eine zynische Umkehrung des Förderns und Forderns, wenn die 214 Beschäftigten bei der ARGE in Münster durch die Arbeitslosen und durch für sie vorgesehene Mittel finanziert werden und die Beschäftigten dann statt die Arbeitslosen zu fördern diese mit Repressionen überziehen, obwohl nur für rund 10 Prozent - und das auch nur theoretisch - Arbeitsplätze zur Verfügung stehen."

So was wundert mich nicht ... es ist immerhin Münster. Zur Erinnerung nochmal hier die Kinderklaubehörde Münster in Aktion:

http://femokratieblog.wgvdl.com/bundesregierung-will-schweigepflicht-von-aerzten-aufheben/04-2009/

Eine Familie hat 6 Kinder und ein Neugeborenes ist hinzu gekommen. Die Mutter bittet das Jugendamt um vorübergehende Unterstützung. Was die Eltern nicht ahnen: Das Jugendamt schickt einen Psychologen, dieser erstellt ein Gutachten und befindet die Familie als erziehungsungeeignet. Darüber lässt sich natürlich trefflich streiten, denn schließlich definiert jeder Kinderziehung anders. Was mir aber Tränen in die Augen treibt, ist die Tatsache, wie Jugendämter in vielen solcher Fälle vorgehen. Statt einer überforderten Familie für einen Übergang jemand Kompetentes zur Seite zu stellen, reißen JA-Mitarbeiter eine solche Familie lieber auseinander und nehmen Kindern ihre Eltern. Im Fall Haase erzählte das Jugendamt sogar einem der Kinder, das die Eltern tot seien.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Bundesrepublik Deutschland - nicht nur - im Fall der Familie Haase der massiven Menschenrechtsverletzung angeklagt und verurteilt. Trotzdem musste diese Familie noch viele Jahre kämpfen und laut ihrer Homepage sind immer noch nicht alle Kinder zu Hause.
Eines der 7 Kinder ist mittlerweile tot. Angeblich sei das Kind an einer Lungenentzündung gestorben, was die Familie bezweifelt. Das Mädchen hatte 2 Selbstmordversuche hinter sich und aus diesem Grund bleibt nur die Frage übrig: Was für Unmenschen arbeiten da teilweise bei unseren Jugendämtern und im Fall Haase das Jugendamtes Münster.

Auch die Mutter hatte zwischenzeitlich versucht, sich umzubringen. Und das ganze scheint auf den ersten Blick sogar einen industriellen Charakter zu haben:

http://www.kindesschutzbehoerde.ch/dokumente/monalisa.pdf

"Es wird vom Jugendamt recherchiert, ohne das Wissen der Eltern.
Es wird ein Gutachter eingesetzt. Die Kinder werden plötzlich und
ohne Ankündigung aus der Familie gerissen und an einen
unbekannten Ort gebracht", so Dr. Christian Wolff, Gutachter für
Familienrecht.
"Profi-Eltern" für die Kinder
Der 17-jährigen Pia aus Osnabrück wurde ihr Baby noch auf der
Säuglingsstation weggenommen wegen ihrer "labilen Persönlichkeit
und nicht altersgemäßen Entwicklung". In Münster wurden der Familie
Haase sieben Kinder entzogen. Auch hier wurde das Jüngste direkt
aus der Säuglingsstation heraus abgeholt.
Und die Kutzners waren sieben Jahre getrennt von den eigenen
Kindern, weil sie, so das zuständige Jugendamt aus Osnabrück, "zu
wenig intelligent für die Erziehung seien". Skandalöse Fälle, die
auffällig oft in der Region Münster/Osnabrück vorkamen. Bei den
Kutzners in Osnabrück trennte das Jugendamt die beiden Kinder
Corinna und Nicola von ihren Eltern und brachte sie in die Einrichtung
"Backhaus", ein Unternehmen, das Kinder an so genannte "Profi-
Eltern" vermittelt. Gerhard und Marianne Backhaus leiten die
Einrichtung: "Das sind Fachleute mit pädagogischen Hintergründen.
Sozialpädagogen, Heilpädagogen und Erzieher, die ein Kind in ihrer

Familie aufnehmen können."Kritik von Kinderschützer
Das Pädagogen-Ehepaar Backhaus beschäftigt 150 dieser "Profi-
Eltern" und betreibt sieben pädagogische Zentren, in denen die
Ersatzeltern ausgebildet und regelmäßig betreut werden. Das kostet
das Jugendamt und damit die Steuerzahler viel Geld. Beispiel Corinna
Kutzner: Hier kassierte "Backhaus" mehr als 2700 Euro monatlich.
Davon wurde die Profi-Familie bezahlt. Mindestens 870 Euro aber
flossen an das Unternehmen "Backhaus" selbst. Monat für Monat,
sieben Jahre lang. Ihre Erklärung dazu: "Wir würden das auch gerne
billiger machen, wenn wir das könnten."
Heimunterbringung oder "Neubeelterung", wie sie die Unterbringung
bei "Profi-Eltern" nennen, "Backhaus" hat alles unter Kontrolle. Sie
stellen die Gutachter, und sie bereiten in ihrer hauseigenen so
genannten "Clearingstelle" die Entscheidungskriterien für die Beamten

Nach den Erfahrungen vom Rechtsverständnis münsteraner Ämter muß ich sagen: das scheint nicht ein Problem der ARGE zu sein, sondern ... des Filzes. Und wie man sieht, kann man an den Beutekindern gut verdienen ... wenn die überleben.