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Archiv der Einträge: Maerz, 2010
  • Arbeitslosenstatistik März 2010 ... Kröten, Banker und dreiste Lügen

    Wir haben ja jetzt eine neue Arbeitslosenstatistik. Wie schön. Alle sind am Jubeln. Vor allem die Ökonomen.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,686677,00.html

    Es war die schwerste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik - doch der Arbeitsmarkt bleibt stabil. Im März ist die Zahl der Erwerbslosen sogar spürbar gesunken, die Quote liegt nur noch bei 8,5 Prozent. Ökonomen sind verblüfft: "Alle Prognostiker waren zu pessimistisch".

    In der ganzen Republik tanzen die Experten auf den Tischen und sind außer sich:

    Auch die Experten der NordLB jubeln: "Nie waren die Aussichten besser, dass es der Arbeitsmarkt ohne größere Blessuren durch die Krise schafft", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Die Arbeitsmarktdaten seien insgesamt eine positive Überraschung.

    Manche können sich vor Freude kaum noch halten:

    Bei der Postbank heißt es, der Arbeitsmarkt zeige sich robust. Andreas Scheuerle von der DekaBank spricht gar von einem "kleinen Wunder".

    Das müssen unglaubliche Szenen sein, die sich heute in den Banken abspielen: die Menschen schmeißen ihre Krawatten fort, machen die Computer aus, tanzen auf den Tischen, fallen sich um den Hals und singen gemeinsam die Nationalhymne.

    Nur einer tanzt nicht. Wolfgang Schäuble. Der hat eine ganz häßliche Entdeckung gemacht: die sind zwar nicht da, diese Arbeitslosen ... die kosten aber trotzdem:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,686655,00.html

    Das Defizit von Bund, Ländern und Kommunen hat sich enorm ausgeweitet. Die öffentlichen Haushalte häuften im vergangenen Jahr ein Minus von 105,5 Milliarden Euro an - das ist 20-mal mehr als im Vorjahr. Besonders drastisch schrumpften die Einnahmen der Städte und Gemeinden.


    Auch die Sozialversicherung, deren Einnahmen und Ausgaben ebenfalls zu den öffentlichen Haushalten dazugezählt werden, schrieb tiefrote Zahlen. Sie meldete 2009 ein Minus von 14,7 Milliarden Euro. Dafür war vor allem die Bundesagentur für Arbeit verantwortlich, die hohe Kosten für Kurzarbeit und steigende Arbeitslosigkeit tragen musste.

    Ja, Schäuble, wie kann denn das sein? Verrechnet? Hohe Kosten für steigende Arbeitslosigkeit ohne steigende Arbeitslosenzahlen - wie geht das denn? Hört man in Berlin die Experten nicht jubeln?
    Und wieso ... jubeln die eigentlich nur bei Banken?

    Ich denke ... wir müssen weiter schauen. Ein Rätsel tut sich auf. Eine Antwort finden wir in der WELT:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article6998540/Banken-sind-von-aktuellen-Krisenkosten-verschont.html

    Die Banken sollen sich künftig an einer staatlichen Rettung finanziell beteiligen. Das beschließt heute die Regierung. An den Kosten der laufenden Krise sollen sich die Geldhäuser aber nicht beteiligen müssen.

    Na, da wissen wir doch, warum die in den Banken jubeln. Alles geht auf Steuerzahlers Deckel, Merkel machts möglich. Da werden die Sektkorken in den Büros aber heute wieder Stalinorgel spielen. Gut, das gibt auch die Hoffnung, das nicht noch mehr Banker arbeitslos werden, doch erklärt es uns nicht die Diskrepanz zwischen sinkenden Arbeitslosenzahlen und steigenden Kosten durch angeblich nicht vorhandene Arbeitslose.

    Noch einen Grund zu Jubeln haben heute die Banker von Lehmann Brothers:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article6986416/Lehman-erwartet-559-Milliarden-weniger-Ansprueche.html

    Lehman erwartet 559 Milliarden weniger Ansprüche
    Gute und schlechte Gläubiger bei Lehman Brothers: Die insolvente Investmentbank hält nicht alle Forderungen ihrer Gläubiger für berechtigt oder angemessen. Ein großer Teil der Ansprüche soll daher abgewiesen werden. Für die anderen, berechtigten Forderungen bleibt dann mehr vom Kuchen übrig.

    Und natürlich gab´s für die Megapleite, die die ganze Welt an den Rand des Abgrundes gerückt hat, auch noch fette Boni ...

    http://www.welt.de/wirtschaft/article6040224/Ex-Lehman-Banker-kassieren-Milliarden-Boni.html

    Ihre Bank ist spektakulär in die Pleite geschlittert und hat die Finanzkrise befeuert. Trotzdem kassieren rund 2500 Ex-Mitarbeiter von Lehman Brothers noch einmal saftige Bonuszahlungen. Pro Person gibt es im Schnitt rund 400.000 Dollar – ausgerechnet für die Leistungen in den Krisenjahren 2008 und 2009.

    ...und man darf wieder weiterwursteln:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article6804171/Pleitebank-Lehman-Brothers-wird-wiederbelebt.html

    Die US-Investmentbank Lehman Brothers bekommt eine neue Chance: Laut eines Restrukturierungsplans soll aus der Pleitebank ein Vermögensverwalter namens Lamco werden. Allerdings muss der Insolvenzrichter noch zustimmen. Der Fall ist kompliziert – noch wollen jede Menge Gläubiger ihr Geld zurück.

    Na ja, wo man doch jetzt 559 Milliarden Dollar einfach mal herausgerechnet hat, wird man wohl bald wieder Riesengewinne machen. Und diese Banker als Vermögensverwalter einzusetzen ... kam wahrscheinlich als Rat von Ökonomen. Da sagt man besser nichts zu.

    Zurück zu der Welt der Arbeitslosen bei Spiegel Online, die sich von der Welt der Ökonomen scheinbar deutlich unterscheidet.

    Bemerkenswert: Der Arbeitsmarkt in Ost und West nähert sich immer stärker an. Zwar liegt die Erwerbslosenquote im Osten mit 13,5 Prozent deutlich über dem Westwert von 7,2 Prozent. Allerdings hat sich die Zahl der Arbeitslosen in den neuen Ländern im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,5 Prozent verringert - in den alten Ländern ist sie um 2,1 Prozent gestiegen.

    Große Unterschiede gibt es je nach Alter. Deutschlandweit ist die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren deutlich gesunken - um 6,3 Prozent auf 373.000. Die Zahl der Arbeitslosen über 55 Jahren hat sich dagegen um 8,9 Prozent auf 552.00 erhöht.

    Das riecht stark danach, als hätte man zur Statistikmanipulation viele Jugendliche im Osten des Landes in Maßnahmen gesteckt. Ist ja auch einfach und billig und bringt prozentual am Meisten. Viele Gemeinden sanieren durch diese Maßnahmen ihren Haushalt und setzen dafür ältere (teurere) Mitarbeiter frei.

    Der Anstieg der Arbeitslosen über 55 ... ist die eigentlich wichtige ... und gruselige Zahl. Das heißt nämlich:
    Verurteilung zu ZWÖLF JAHREN HARTZ IV bis zur Rente (mit 67). Diese Altersgruppe kriegt keinen Job mehr ... aber sie kann erstmal ihr Vermögen aufbrauchen, bis sie was von der ARGE bekommt. Die kosten also erstmal nichts. Leben von dem Geld, das sie für das Studium ihrer Kinder zurückgelegt hatten.

    Kein Wunder, das die Ämter Panik bekamen, als die CDU die Maßnahmengelder streichen wollte. Dank der SPD sind sie ja jetzt wieder drin, dafür bekommt die CDU ihre Verfassungsänderung und die Ämter ihre niedrigen Arbeitslosenzahlen, während die Wirtschaft jene Menschen entsorgt und aufs Abstellgleis Hartz IV schickt, die in ihrem Leben richtig schwer geschuftet haben. Jene Menschen, denen wir unseren ganzen Wohlstand verdanken. Dann noch ein paar Millionen als Aufstocker, schon hat man eine schöne Statistik ...trotz massiv steigender Arbeitslosigkeit unter Vollzeitbeschäftigten.

    Vielleichth hilft ein Blick ins Ausland, um die Realitäten jenseits der öffentlichen Zahlenmystik zu besser erfassen zu können:

    Auch in den 27 Ländern der gesamten EU erreichte die Arbeitslosigkeit mit 9,6 Prozent einen Höchststand seit Beginn der Statistik Anfang 2000. Nach Angaben von Eurostat waren im Februar in der Europäischen Union 23,02 Millionen Männer und Frauen ohne Job, davon 15,8 Millionen im Euro-Raum. Am stärksten sind Spanien mit einer Quote von 19,0 Prozent und Lettland mit 21,7 Prozent betroffen. Am besten stehen die Niederlande mit 4,0 Prozent und Österreich mit 5,0 Prozent da

    Niederländer und Österreicher sind uns, was die Statistik angeht, weit voraus, glaube ich. Und was die jubelnden Experten und Ökonomen angeht ... sollten wir sie durch Kröten ersetzen. Die können zumindest Erdbeben besser voraussagen als wir.

    http://www.welt.de/wissenschaft/article7002824/Kroeten-sind-besser-als-die-besten-Seismographen.html

    Eine warzige Amphibie könnte sich als verlässliches Frühwarnsystem für Erdbeben erweisen: Erdkröten spüren ein drohendes Beben schon Tage zuvor und bringen sich in Sicherheit. Britische Forscher dokumentieren erstmals die ungewöhnliche Vorahnung der Tiere vor dem schweren Erdbeben im vergangenen Jahr in Italien.

    Wir sollten alle unsere Kröten auf die Bank bringen. Möglicherweise können die ja auch Finanzbeben besser vorhersagen als die Experten?

  • Landtagswahl NRW 2010: Piratenpartei wählbar?

    Also, seitdem Einhard Piraten als Piratten bezeichnet, mußte ich mal wieder bei denen vorbeischauen. War ja lange nicht mehr da. Habe gelegentlich von exzessiven Auswüchsen gegen Frauen gehört (Stichwort: Piratinnendiskussion, ist gerade vom Netz genommen), aber in dem Piratenforum - das weiß ich ja jetzt, schreiben alle möglichen Leute, nur keine Piraten. Und wenn da Piraten schreiben, dann nur ihre eigene Meinung, die Partei selbst hat keine.

    Früher dachte ich immer, es wären gerade die Menschen, die eine Partei ausmachen. Da lag ich wohl falsch, aber: ich kannte auch noch keine "Nerds". Aber hier gibt es einen kleinen Film, bei dem man sie kennenlernen kann:

    http://www.fixmbr.de/die-piratenkogge-unter-beschuss/

    Kurz zusammengefaßt liest sich das so:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nerd

    Nerd [n??d] (engl. für Langweiler, Sonderling, Streber, Außenseiter, Fachidiot) steht für besonders in Computer oder andere Bereiche aus Wissenschaft und Technik vertiefte Menschen.

    Und solche Menschen hören Kritik an der eigenen Sache nicht gern, wie ich auch erfahren durfte. Aber ... da bin ich halt nicht der einzige, bei dem der Piratenstoßtrupp mit dem Güllekübel auftauchte.

    http://www.ennomane.de/2009/06/28/die-piratenpartei-vs-sascha-lobo/

    Auf die Kritik, die ich bisher geäussert habe, wurde eher beleidigt-kindergartig reagiert, besonders nach dem 3sat-Kulturzeit-Beitrag vor einigen Wochen und zwar leider auch von in der Piratenpartei maßgeblichen Leuten. Wenn dieser Gegenwind von Euch nicht ertragen wird, dann wird es sehr, sehr schwer für Euch in der Politik und den Medien.

    Na ja, aber sie haben ja Erfolg. Vielleicht ... irrt man sich ja auch selbst mit seiner Kritik. Sicher, die braunen Flecken und die geballte Inkopetenz brechen immer wieder durch - aber vielleicht sind es ja kleine Schönheitsfehler, die auch die Grünen in der Anfangszeit hatten, als in Berlin der alte reichsdeutsche Godenadel die Partei besetzte.

    Immerhin ist bald wieder Wahl. In NRW. Da muß ich hin ... und werde immer lustloser. Ich habe schlichtweg keine Lust mehr, mich von CDU und SPD für irgendetwas instrumentalisieren zu lassen. Eigentlich läuft das doch seit dreißig Jahren so: Linke rufen auf, die schwarze Pest zu verhindern, die dann aber weniger schlimm ist als das, was die Linken selber machen, wenn sie mal gewonnen haben. Ist doch jetzt auch so. Wie hatte man nur vor schwarz-gelb gewarnt. Und was ist seitdem passiert? Sie haben sich unsterblich blamiert und gehören schon jetzt der Vergangenheit an. Drei Jahre müssen wir das noch absitzen, dann kommt ... Hartz V mit verschärften Regeln. Sowas machen immer die Linken, wie auch das Berufsverbot für Kommunisten. Aber die Linken sind ja die "Guten", denen verzeiht man so etwas. Darum haben sie auch Narrenfreiheit.

    Es wäre schön, wenn man einer Partei seine Stimme einfach so geben kann um frischen Wind in die politische Landschaft zu bringen....und der Geist des romantischen Piratenideals wäre als Motiv und Mythos nicht das schlechteste, um sich zu sammeln - und es klingt mutig und selbstbewußt. Das hatte mich ja auch vor zwei Jahren überhaupt erstmal dahingebracht ... bevor ich merken mußte, das ich augenscheinlich mit Hauptschülern einfältige Dogmen diskutiere. Technisch Top, politisch flop.
    Aber gut, Parteien können sich entwickeln. Mal sehen, was die jetzt so zu bieten haben:

    http://www.piratenpartei.de/navigation/politik/themenwahl

    Die Piratenpartei hat derzeit zu vielen Themengebieten noch keine Position. Dafür gibt es mehrere Gründe

    ....reicht eigentlich schon. "Wir wollen gewählt werden, wissen aber selber immer noch nicht, warum". Nerds scheinen lustige Menschen zu sein. Aber ich habe mich ja über die Generation Doof informiert, bin also nicht allzusehr erschrocken. Ich verstehe die jetzt besser. Bei den Grünen, so sagt man, gab es auch nur ein Thema. Umwelt. War da ja auch in Ordnung. Das stimmt, aber UMWELT ist ein viel existentielleres Thema, das Humanität, Arbeitsbedingungen, Wirtschaft, Rendite, Demokratie automatisch existentiell mit berührt. Davon ist das Thema "Internet" weit entfernt. Wir könnten es morgen abschalten - die meisten würden es nicht vermissen, weil sie sowieso nicht damit umgehen können.

    Aber schauen wir mal weiter:

    - Wir denken erst und handeln dann: Wir möchten politisch nur vertreten, wovon wir auch etwas verstehen und keine Kompetenzen vorgeben, die wir noch nicht besitzen. Wir sind eine junge Partei und diskutieren und erarbeiten permanent neue Themenfelder. Politisch werden wir uns aber erst dann für diese einsetzen, wenn wir uns wirklich sicher sind, die richtige Position gefunden zu haben und diese auch verteidigen zu können.

    Schon der erste Satz ist eine Lüge. Sie gründen erst eine Partei ... und denken dann darüber nach, wofür eigentlich. Mit den paar Themen hätte aber eine Bürgerinitiative völlig ausgereicht.

    - Wir wollen einen neuen Politikstil etablieren: Wir nehmen die Wähler als mündige Bürger ernst (schließlich begreifen wir uns selbst als Teil von ihnen). Da Politiker den Willen des Volkes vertreten sollten, erarbeiten wir unsere politischen Themen einfach gleich mit diesem gemeinsam. Wer findet, dass wir ein neues Themenfeld besetzen sollten, kann dieses mit Piraten und Nichtpiraten gemeinsam im Wiki erarbeiten. Positionen nicht einfach von der Parteispitze festlegen zu lassen, sondern mit den Bürgern zu erarbeiten, kostet allerdings Zeit.

    Und jeder Bürger, der nicht ihrer Meinung ist, ist ein Troll. Das hatten wir schon. "Wählt uns erstmal, wir schauen später mal, ob wir nicht irgendwie gemeinsam Themen finden können." Das ist schon fast Comedy.

    - Dass wir eine Wahl mit absoluter Mehrheit gewinnen könnten, glauben nicht einmal wir. Da wir nicht so bald alleine regieren werden, müssen wir auch nicht jedes Thema sofort besetzen. Dafür meinen wir die Themen, die wir vertreten, aber absolut ernst. Das macht unser Verhalten nach einer Wahl für die Wähler vorhersehbar.

    Die absolute Mehrheit ... das glaube ich auch nicht. Aber fünf Prozent würden reichen um eine Koalition zu bilden. Was erwartet meine Kameraden in Afghanistan? Was erwartet meine Mitbürger in der ARGE? Mit wem zusammen wird dann in welche Richtung marschiert? Der Spruch: "wir sind weder rechts noch links sondern vorne" ist ja niedlich. Aber in der Koalition bestimmen SPD und CDU wo vorne ist und wie die Musik spielt.
    Und ich wüßte schon gerne, mit wem man dann zu tanzen gedenkt.

    - Unsere Forderungen reichen oft weit in andere Themengebiete hinein. Wir wollen die Grundlagen unserer Gesellschaft so gestalten, dass diese sich zum Besseren wenden, indem wir an den Wurzeln und nicht nur an den Symptomen arbeiten. So haben wir zwar kein entwicklungspolitisches Programm - würden beispielsweise Gene nicht mehr patentiert, hätte dies aber existenzielle positive Auswirkungen für Kleinbauern in Entwicklungsländern. Der Begriff ?Arbeitsplätze? kommt in unserem Wahlprogramm zwar nicht wörtlich vor - unsere Forderung, Bildung kostenfrei und den Zugang zu Wissen, Informationen und Technologien offen zu halten, fördert aber die wirtschaftliche Entwicklung des Landes nachhaltiger als manches kurzfristige Konjunkturprogramm.

    Also, mit dem zweiten Satz hätte man mich schon gewonnen. DAS ist einfach nur NOTWENDIG. Und jetzt ... bräuchte ich nur noch eine Anwort auf die Frage "WIE". Und wenn man ein Grundeinkommen kategorisch ablehnt (wir berichteten) und keine eigenen Ideen zur Problemlösung hat, dann kann man doch mal kurz auf eine Partei zeigen, die schon Lösungen hat. Millionen von Menschen sind von der Wirtschaft ausgestoßen worden, die brauchen jeden Tag was zu essen. Die können mit Lösungen nicht warten, bis die anderen fertigdiskutiert haben.

    Die Grünen haben seinerzeit nicht nur ein Thema gehabt, sie hatten etwas ganz anders: einen Paradigmenwechsel. Von dem aus konnte man erahnen, wie sich der Rest an Themen entwickelt, genauso wie man vorraussehen konnte, das die Partei ein CDU-Ersatz für Naturfreunde wird, wenn sich noch mehr Gymnasiallehrer in ihr etablieren. Hartz IV und Bomben für den Frieden ... in dem Moment wußte man: der Gymnasiallehrer hat endlich die Mehrheit in der Partei.

    Die Piratenpartei hat ... so etwas nicht. Bürgerrechte wollen alle. Nur nicht alle für jeden ... da geht es nämlich schon los mit den peinlichen Fragen.

    Schade ... immer noch nicht wählbar. Ich glaube sogar ... weniger als zuvor. Im Wahlprogramm schon eine Lüge zu präsentieren - selbstbewußt wie man ist - das ist schon dreist.

  • Guter Terror. böser Terror, unbedenklicher Terror - China, Rußland, Kongo

    Es ist ja so eine Sache mit der Moral. Wer eine hat, wer sich gut damit fühlt, neigt schnell dazu, alle
    ethischen Grenzen der Vernunft hinter sich zu lassen. Wieso auch Grenzen, man ist "gut" und basta!
    So etwas zeigt sich ja jetzt wieder in der momentanen Nachrichtenlage.

    In Moskau haben sich möglicherweise Frauen in die Luft gesprengt. Kein Wunder: drei Begriffe tauchen auch: Islamisten, Taliban, al Kaida. Wir lernen seit zwölf Jahren (und damit wir das glauben hat man auch das WTC in die Luft gesprengt): das Böse ist der Moslem. Wenn der was sprengt, dann ist das richtig böser Terror. Fürchterlich. Und wir müssen alle zusammenhalten und alles nur denkbare unternehmen - von Nacktscanner bis hin zum völligen Abbau der Bürgerrechte - um diesem Terror zu begegnen, denn der lauert überall:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,686230,00.html

    Oft sind sie schwarz gekleidet und haben ihren Mann oder Sohn verloren, daher der Name. Es gibt kaum ein Land auf der Welt, in dem so viele Selbstmordattentate von Frauen begangen wurden wie Russland.

    Seit 2000 bildete Ibn al-Chattab, ein Kampfgefährte des Tschetschenen-Führers Schamil Bassajews, im "Lehrzentrum Kaukasus" Frauen zu heiligen Kriegern aus. Er engagierte arabische Experten, die ihr Wissen in Sachen Dschihad weitergaben.

    Ich weiß nicht, wie es euch dabei geht, aber mir kommt es so vor, als ob die Frauen ihre Angehörigen rächen wollen. Tschetschenien wollte nämlich auch mal unabhängig werden ... aber Russland wollte das nicht:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Tschetschenien

    Tschetschenien (Eigenbezeichnung: Нохчийн Республика, Noxçiyn Respublika, kurz: Нохчийчоь/Noxçiyçö, russ. Чеченская Республика/Tschetschenskaja Respublika, kurz: Чечня/Tschetschnja) ist eine im Nordkaukasus gelegene autonome Republik in Russland. Die aus der Tschtetscheno-Inguschischen ASSR hervorgegangene Republik war nach der Auflösung der UdSSR Schauplatz von zwei Kriegen zwischen islamischen Separatisten und der russischen Zentralregierung, an deren Ende Tschetschenien im russischen Staatsverband verblieb. Die tschetschenische Exilregierung ist Mitglied der UNPO.

    UNPO ... zweifellos doch auch so ein islamistisches Talibanding, oder? Weit gefehlt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_der_nicht-repr%C3%A4sentierten_Nationen_und_V%C3%B6lker

    Unrepresented Nations and Peoples Organization (UNPO; übersetzt: Organisation der nicht-repräsentierten Nationen und Völker) ist eine internationale nichtstaatliche Organisation mit Konsultativstatus beim UN-Wirtschafts- und Sozialrat. Sie versteht sich als Interessenvertretung der nicht bei den Vereinten Nationen repräsentierten Staaten, Nationen und Völker. Die UNPO hat ihren Hauptsitz in Den Haag in den Niederlanden

    Hört sich jetzt nicht so nach dem Hauptquartier von Al-Kaida an ... und ihre Ziele erst recht nicht:

    Akzeptanz der Gleichheit aller Nationen und Völker und Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts
    Beachtung der Menschenrechte wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie dem Internationalen Pakt über Bürgerliche und Politische Rechte und dem Internationalen Pakt über Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte festgeschrieben sind
    Bekenntnis zu Demokratie und Pluralismus sowie Ablehnung von Totalitarismus und religiöser Intoleranz
    Absage an den Terrorismus als Mittel zur Durchsetzung von Interessen
    Respektierung aller Menschen und Bevölkerungsgruppen.

    Na ja, egal. Wir wissen: wenn ein Moslem in der Nachbarschaft wohnt, ist man schon verdächtig, ein Sympathisant zu sein. Das ist alles "böser Terror" und basta.

    Guter Terror kommt hingegen aus China und den USA.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,686239,00.html

    Die Menschenrechtler gehen allerdings von Tausenden weiteren Exekutionen in China aus - aus der wahren Zahl mache die Regierung ein Staatsgeheimnis.

    Da gibt es schon interessante Beispiele, die manchen Fonds-Manager in Deutschland nervös machen:

    Geld kostete Du Yimin das Leben. Die chinesische Geschäftsfrau wurde im August 2009 hingerichtet - auf Befehl des Obersten Volksgerichtshofes in Peking. Das Vergehen der 44-Jährigen: Du Yimin soll Investoren für ihre Schönheitssalons betrogen haben. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie mit dem Versprechen einer hohen Rendite umgerechnet etwa 80 Millionen Euro einsammelte - das Geld aber nie investierte.

    "Rübe ab" ist ja auch eine Forderung, mit der man sich hierzulande Freunde machen kann, wenn es um Banker geht. Aber die Chinesen haben jetzt Volvo gekauft, deshalb ist das guter Terror, genau wie der im Irak:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,678211,00.html

    Scharfe Kritik aus dem Uno-Menschenrechtsrat: Mehrere europäische Länder haben die häufigen Hinrichtungen im Irak angeprangert. Frankreich, Großbritannien und Italien forderten ein Moratorium der Todesstrafe - bereits ausgesprochene Urteile sollten in Haftstrafen umgewandelt werden.

    Allein vergangenes Jahr seien im Irak 79 Menschen gehenkt worden. Nach offiziellen Angaben wurden in den vergangenen fünf Jahren im Irak 925 Todesurteile verhängt und etwa 120 Verurteilte hingerichtet.

    Nach Afghanistan frage ich gar nicht. Bomben mit Flugzeugen auf Hochzeitsgesellschaften schmeißen ist ja auch guter Terror, wenn man aber keine Flugzeuge hat und die Bomben zu Fuß zurückbringen möchte, dann ist das böser Terror.

    So langsam verstehe ich: Terror mit Geld ist gut, Terror ohne Geld ist böse, oder?

    Und dann gibt es da noch unbedenklichen Terror.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,661879,00.html

    Kaum irgendwo auf der Welt wird so hemmungslos gemordet, massakriert, vergewaltigt und entführt wie im Osten des Kongo. Verantwortlich dafür ist die Hutu-Miliz FDLR, deren Drahtzieher seit Jahren unbehelligt in Deutschland leben.

    Und was die FDLR wollte, hört sich für mich ganz nach Terror an:

    Die Uno-Mission im Kongo, Monuc, die es nicht schafft, die Bevölkerung in der Region zu schützen, fing im vergangenen März einen FDLR-Funkspruch ab, in dem es als Ziel ausdrücklich hieß: "die Bevölkerung angreifen, um eine humanitäre Katastrophe zu verursachen".

    Das gab es schon mal, zur Erinnerung:

    Sie töteten mindestens 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu. Viele Opfer wurden mit Macheten in Stücke gehackt, andere bei lebendigem Leib in Kirchen verbrannt, in denen sie Zuflucht gesucht hatten.

    Da werden auch mal dreijährige Kinder bei lebendigem Leibe verbrannt, aber wir marschieren in Afghanistan ein, weil dort die Frauen Schleier tragen müssen. Na ja, die haben dort auch bösen Terror, im Kongo ist das was anderes:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,662104,00.html

    Einer der beiden in Deutschland festgenommenen Anführer der berüchtigten Hutu-Milizen hat jahrelang im baden-württembergischen Justizministerium gearbeitet. Laut der Behörde wurde Straton M. überprüft: Die Polizei stufte den mutmaßlichen Kriegsverbrecher als unbedenklich ein.

    Klar ist der unbedenklich. Der ist ja auch Christ. Wäre der aber Moslem ... nicht auszudenken, wie oft die Presse über die Gräuel im Kongo schreiben würde. So jedoch ... paßt das überhaupt nicht in den "Kampf der Kulturen" und ist deshalb - wie Birma - unbedenklich.

    Kaum einzusortieren im Sortiment des Terrors sind nun diese christlichen Glaubensbrüder und - schwestern:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,686324,00.html

    Erst wollten sie angeblich einen Polizisten ermorden - dann auf der Beerdigung viele weitere Menschen in den Tod reißen: Radikalchristliche Paramilitärs sollen im US-Bundesstaat Michigan Anschläge geplant haben. Die Zelle mit dem Namen "Hutaree" wähnte sich in einem Krieg gegen den Staat.

    Auf der Internetseite erklärt die militante Gruppe, ihr Name bedeute in einer Sprache, die nur Eingeweihte verstehen würden, so viel wie "Christliche Kämpfer". Bibelstellen werden zitiert. Dazu steht die Losung: "Wir glauben, dass eines Tages ein Antichrist erscheinen wird, wie es die Prophezeihung sagt. Jesus wollte, dass wir bereit sind, um uns mit dem Schwert zu verteidigen und am Leben zu bleiben, indem wir Hilfsmittel benutzen."

    Wenn wir hier "christlich" durch "muslimisch" ersetzen würden ... könnte man sich vorstellen, wie die Artikel dann aussehen würden?

    Gut, unbedenklich ist deren Terror nicht, da er nicht im Ausland stattfinden sollte. Sie hätten versehentlich mal jemand Wichtiges ermorden können, so etwas geht gar nicht. Jemanden mit Geld ... für guten Terror.

    Vielleicht sollte man den Taliban mal empfehlen, sich international eher wir Chinesen zu gebärden, dann würden sie auch eine andere Presse bekommen:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,686178,00.html

    Die bisherige Volvo-Fertigung in Schweden sowie im belgischen Gent mit insgesamt gut 20.000 Mitarbeitern sollen nicht gestutzt werden. Kein Wunder also, dass die chinesischen Investoren für den kriselnden europäischen Autobauer als willkommene Retter erschienen.

    Einfach mal ein bischen Geld mitbringen, schon sind die Rekordhinrichtungen kein Thema mehr und man wird zum willkommenen Retter. Und es ist ja nicht nur Volvo:

    Der fränkische Maschinenbauer Wadrich Coburg ist so eines. Das Unternehmen gehört mittlerweile zu 100 Prozent dem chinesischen Staatskonzern Beijing No. 1. Vor gut vier Jahren sind die Chinesen bei dem Mittelständler eingestiegen.

    So kaufte der Hongkonger Konzern Techtronic Industries die ehemalige AEG-Werkzeugsparte im schwäbischen Winnenden, der Maschinenbauer Schiess aus Aschersleben ging an das Unternehmen Shenyang Maschine Tool, und der Textilmaschinenbauer Dürrkopp Adler wurde von Shanggong Shenbei übernommen.

    Auch Volker Treier, Chefvolkswirt beim DIHK, sieht die Entwicklung positiv.
    "Es ist eine gute Sache, wenn chinesisches Kapital in Europa produktive Anwendung findet."

    Geld stinkt nicht. Auch wenn Blut dran klebt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte_in_der_Volksrepublik_China

    Von 2000 an erhielt der UN-Sonderberichterstatter über Folter 314 Berichte über Folterfälle mit mehr als 1160 Betroffenen. Zwei Drittel der Opfer waren Falun-Gong-Anhängern, 11 % Uiguren, 8 % Prostituierte, 6 % Tibeter, 5 % Menschenrechtler, 2 % politische Dissidenten und 2 % andere (HIV/AIDS-Infizierte und Mitglieder religiöser Gruppen).[114] 2005 durfte Manfred Nowak als erster UN-Sonderberichterstatter über Folter die Volksrepublik China besuchen. Nach zwei Wochen stellte er fest, dass die Folter zwar auf dem Rückgang aber immer noch weit verbreitet sei. Er äußerte außerdem, dass chinesische Offizielle seine Nachforschungen behindert hätten, indem sie u. a. Menschen einschüchterten, die er interviewen wollte

    Was lernen wir daraus? Terror mit Geld ist guter Terror.

  • Oswald Metzger ... ein deutsches Schicksal muß in die Piratenpartei

    Kennt noch jemand Oswald Metzger? Nein? Kein Wunder, ist ja auch ein Politiker völlig ohne Bedeutung, dabei ist er ein Mann mit einer durchaus interessanten Lebenserfahrung, so ein typischer 68er halt:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Oswald_Metzger

    Metzger wuchs bei den Großeltern im oberschwäbischen Bad Schussenried auf. Seine alleinerziehende Mutter war Hotelangestellte in Buchs (Kanton St. Gallen). Die Gymnasialzeit verbrachte Metzger im Bischöflichen Studienheim Regina Pacis in Leutkirch im Allgäu, am Johann-Vanotti-Gymnasium Ehingen sowie am Spohn-Gymnasium in Ravensburg. Ein kritischer Leserbrief für die Fristenlösung bei der Abtreibung bewirkte, dass das Bischöfliche Konvikt in Ehingen (Donau), das Kolleg St. Josef, ihm vorzeitig das Stipendium strich. Nach dem Abitur 1975 in Ravensburg und Zivildienst im psychiatrischen Landeskrankenhaus Bad Schussenried begann er im Jahre 1976 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Eberhard Karls Universität Tübingen, das er 1982 ohne Studienabschluss beendete. Ende der siebziger Jahre war er Mitherausgeber des linksalternativen Zeitungsprojektes Der Motzer. Von 1980 bis 1986 war er Inhaber eines Schreibbüros in Bad Schussenried. Von 1986 bis 1994 arbeitete er als Landesgeschäftsführer der kommunalpolitischen Vereinigung Grüne/Alternative in den Räten von Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart. Zweimal kandidierte er in Bad Schussenried erfolglos als Bürgermeister. Oswald Metzger ist verheiratet und lebt in Bad Schussenried.Von 1974 bis 1979 gehörte er der SPD an. 1987 wurde Metzger Mitglied der Grünen. Er gehörte von 1984 bis 1986 und von 1989 bis 2004 dem Kreistag von Biberach an. Im Kreistag war Metzger Mitglied der Fraktion des Ökologisch-Grünen Bündnisses, einer gemeinsamen Fraktion von Grünen und ÖDP.[1] Von 1980 bis 2002 gehörte Metzger als Mitglied der Unabhängigen Liste dem Gemeinderat von Bad Schussenried an.

    Nun ... "Der Motzer" - da ist er ja seinem Motto treu geblieben. Seine Mutter wird wohl nicht recht stolz auf ihren Sohn sein, denn heutzutage, wo die Arbeitsmöglichkeiten von Jahr zu Jahr begrenzter werden, hätte sie ihren Bub nicht so leicht durchbekommen. Aber er hat verraten, wie Menschen mit wenig bis gar keinem Einkommen ihr Leben gestalten:

    Für Wirbel sorgte Metzger mit seiner in diesem Zusammenhang erfolgten Äußerung, dass viele Sozialhilfeempfänger ihren Lebenssinn darin sähen, „Kohlehydrate oder Alkohol in sich hinein zu stopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen.“[4] Diese Äußerung wurde auch innerparteilich kritisiert, von der Vorsitzenden der Bundestagsfraktion der Grünen, Renate Künast, wurde er zu einer „konsequenten Umsetzung seiner Rücktrittsgedanken“ aufgefordert.[5] Metzger sagte, er fühle sich stigmatisiert und lehnte eine Zurücknahme der Äußerung ab; es solle verhindert werden, dass „meine Kritik an den sozialpolitischen Vorstellungen des Bundesvorstands von den Delegierten in Nürnberg ernst genommen wird und somit zur Niederlage der Parteispitze beitragen könnte“.[6]

    Na ja. Letztlich mußte er dann doch gehen. So denken zwar alle Grünen aber: das sagt man nicht. Jedenfalls nicht öffentlich. Also mußte der Metzger mit seinem naiven Weltbild vom Untermenschen, der unbedingt durch den Herrenmenschen streng regiert werden muß um nicht fett, faul und gefräßig vor der Glotze dahinzusiechen (und so in der Tat der Diktatur noch einen fürsorglichen Anstrich verleiht) wieder mal die Partei wechseln. SPD und Grüne hatte er schon durch, FDP war irgendwie nicht im Angebot also: CDU. Für einen echten 68er kein Problem. Hauptsache MACHT, Hauptsache gestalten können, Hauptsache: den Untermenschen durch Strenge und Disziplin zu einem arischen Herrenmenschen erziehen, auf den das Ausland mit Neid und Furcht blicken kann. Sowas lernt man halt an katholischen Gymnasien ... die vom HERRN auserwählten Katholiken gegen das restliche Gesochse ... das geben die ja auch ganz öffentlich zu.

    Nun - mit der CDU ist jetzt wohl auch essig, im wiederholten Anlauf haben die gesagt: wir wollen keinen Metzger, auch wenn der sich selbst für unverzichtbar für die deutsche Politik hält. Immerhin: der Mann hat noch nichtmal eine abgeschlossene Berufsausbildung. Also eigentlich genau das Klientel, das der ARGE heutzutage so zu schaffen macht.

    http://www.welt.de/politik/article6965669/Parteinomade-Metzger-vor-dem-politischen-Aus.html

    Parteinomade Metzger vor dem politischen Aus.
    Erst wollte er die Grünen verändern. Und scheiterte. Dann wechselte er zur CDU und wollte ein Bundestagsmandat. Und scheiterte. Schließlich bewarb er sich als Bürgermeister von Ravensburg. Doch der schillernde Querkopf Oswald Metzger hat wohl definitiv kein Glück in der Politik.

    Und er sieht auf dem Photo auch richtig traurig aus. Na, vielleicht zahlt die ARGE ihm ja auch eine Ausbildung zum Bürokaufmann, da hat er dann endlich auch mal was Ordentliches gelernt. Und er wäre auch bereit dazu:

    Ich bin als Stehaufmännchen bekannt“, scherzte er. „Mit 55 Jahren bin ich noch nicht zu alt, um zu neuen Ufern aufzubrechen.“

    Bevor er jedoch den Bürokaufmann nachholt, muß er unbedingt nochmal in die Piratenpartei. Da landen ja immer mehr Leute, die man anderswo nicht haben will. Die nehmen auch alles. Auch Kinderpornogucker ... kein Problem. Ist ja ein freies Land. Hauptsache: MACHT. Das würde dann ja passen.

    Paßt ja auch zu dem Spruch: "Piraten sind nicht rechts, nicht links sondern VORNE". Am Fleischtopf. Egal wie.

    Und die Piraten? Rufen ihn schon:

    http://wiki.piratenpartei.de/Hauptseite

    Jede helfende Hand wird gebraucht! Du willst selbst mit anpacken, anstatt nur zu nörgeln? Hier bist du richtig!

    Besonders empfehlenswert: "Pirat mit Weiblick" in NRW gesucht. Die machen schon jetzt ein Angebot, wo kaum ein Oskar wiederstehen kann:

    Wenn Du magst, kannst Du Pressemitteilungen mitverfassen.

    Na, Herr Metzger ... einer geht noch rein, oder?

    Oder bleiben wir lieber der Motzer, der lieber nicht mit anpackt?

    Der Einstieg kann auch ganz einfach sein: Du kannst auch Workshops anbieten oder besuchen.

    Na, wie wäre es? Machen wir die Runde voll?

  • Moskau ... Anschläge, Tote und Nachrichtenterror

    Mal wieder ein Bombenanschlag in Moskau. Meldet der Spiegel.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,686091,00.html

    Die Nachrichtenagentur Interfax meldete unter Berufung auf die russischen Behörden, ein Selbstmordattentäter habe sich in die Luft gesprengt. Die Sprecherin des Katastrophenschutzministeriums, Irina Andrianowa, sagte laut der Nachrichtenagentur ITAR-TASS, die erste Explosion habe sich in der U-Bahn-Station Lubjanka im Stadtzentrum ereignet. Über dem Bahnhof liegt das Hauptquartier des russischen Geheimdienstes FSB.

    Eine zweite Explosion ereignete sich um 8.39 Uhr an der Metrostation "Park Kultury". Hier soll es mindestens ein Dutzend weitere Todesopfer gegeben haben. Die russische Regierung geht ersten Berichten zufolge in beiden Fällen von Terroranschlägen aus.

    Auch wenn das Grauen in den U-Bahnen ja aus Gründen der Pietät zu Betroffenheit anhält, so möchte ich doch erlauben, auf einen gewissen humoristischen Aspekt einzugehen. Nochmal:

    Die russische Regierung geht ersten Berichten zufolge in beiden Fällen von Terroranschlägen aus

    Ja, wovon den sonst? Oder darf die russische Mafia, der ja eh bald alles da drüben gehört, ansonsten einfach so mal Züge in die Luft jagen, damit ihre Krankenhausaktien mal wieder zulegen? Sprengt da einer einen Zug in einer Millionenstadt ... und es gibt in der Tat Leute, die erstmal drüber nachdenken müssen, ob das jetzt schon Terror ist oder noch normal?

    Es gibt schon komische Dinge in der Welt.

    Apropo Welt. Die "Welt" zeigt auch schon mal auf die Täter, damit bloß keiner in die falsche Richtung ermittelt:

    http://www.welt.de/politik/ausland/article6967270/Dutzende-Tote-bei-Anschlaegen-in-Moskauer-U-Bahn.html

    Die Islamisten im Nordkaukasus hatten zuletzt immer wieder mit Anschlägen in Russland gedroht.

    Überall sind auf einmal diese Islamisten. Jahrzehntelang waren Moslems Moslems und lebten irgendwie vor sich hin. Aber dann schreibt irgendwer ein Buch über den "Kampf der Kulturen", der den ausgelaufenen "Kampf der Systeme" ersetzen soll (und zeigt, wen die USA als nächsten auf ihrem Weg zur Weltherrschaft aus dem Wege räumen wollen) ... und auf einmal ist die Welt voller Islamisten. Als wenn die dafür bezahlt werden würden. Nun - wurden sie ja mal auch, wenigstens Osama bin Laden und die Taliban ... von den USA. Verdrängt man nur mal gerne. Ist eine unbequeme Wahrheit. Stattdessen konzentriert man sich lieber auf US-Logik. Wenn die USA von islamischen Terroristen aus Saudi-Arabien empfindlich getroffen worden sind, dann vernichten sie erstmal das antiislamischen Regime im Irak, marschieren in Afghanistan ein, bombadieren den Jemen und drohen Syrien und dem Iran.

    So mache ich das auch. Wenn mein Nachbar zur Linken die Musik zu laut hat, stecke ich das Auto des Nachbarn zur Rechten in Brand, säge die Straßenlaterne ab und schütte Waschpulver in den Bach. Kaum zu glauben, was das für eine Wirkung hat. Alle sind auf einmal völlig durcheinander. Gut, das ich keine Nachbarn habe, da kann nichts passieren. Bei den USA sieht das schon anders aus, die haben überall Nachbarn.

    In dem ganzen Durcheinander lobe ich mir ja dann die Yahoo-Nachrichten: mehr Tote, weniger Nachrichtenterror:

    http://de.news.yahoo.com/2/20100329/tts-mindestens-40-tote-bei-explosionen-i-c1b2fc3.html

    Bei zwei Explosionen in der Moskauer U-Bahn hat es Medienberichten zufolge mindestens 40 Tote gegeben. Laut der Nachrichtenagentur Interfax könnte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt haben. Die Sprecherin des Katastrophenschutzministeriums, Irina Andrianowa, sagte laut der Nachrichtenagentur ITAR-TASS, die erste Explosion habe sich in der U-Bahn-Station Lubjanka im Stadtzentrum ereignet. Dabei seien 14 Menschen in einem Wagon der U-Bahn ums Leben gekommen, weitere elf auf dem Bahnsteig.

    Könnte ein Selbstmordattentäter gewesen sein. Bei der Wucht der Explosion wird man das erst in einigen Tagen wissen können. Könnte aber auch sein, das jemand im Gedränge einen Zeitzündersprengsatz in eine Einkaufstasche gelegt hat. Sowas geht auch. Wird man aber kaum beweisen können, wollen wir aber auch nicht, denn wir wissen ja, wer es war: der islamistische Terror. Irgendwie wird der es schon gewesen sein.

    Mit der Methode, das man immer erst auf die Religion schaut und dann auf die politischen Motive könnte man aus der katholischen Kirche auch eine Terrororganisation machen, das wäre ein leichtes. Funktioniert auch jenseits der Religion ... wenn man zum Beispiel bei jedem Verbrecher in Deutschland nachschaut: was hat der mit der SPD zu tun? Ist er Mitglied ... oder Wähler ... oder geheimer Sympathisant, der zwar in der CDU ist und FDP wählt aber eigentlich doch ein Sozi ist. Weiß man ja ... Sozis sind alles Bankräuber als muß jeder Bankräuber auch ein Sozi sein. Nachher tarnt er sich noch als Nichtwähler, um von der SPD abzulenken. Bei diesen Bankräubern weiß man ja nie ... so Sozis sind zu allem fähig.

    So macht man heutzutage Politik.

    Und das Verblüffende ist: obwohl immer mehr Menschen in Deutschland Abitur haben, fallen sie immer noch auf die gleichen Spielchen rein, die schon Julius Cäsar mit seinen Bürgern gespielt hat. Und da redet einer von Fortschritt, bloß weil wir das klassische Kaminfeuer jetzt auf Video sehen können?

  • Westerwelle ist blöde. Ende der Lohnabstandsdebatte!

    Ich weiß jetzt nicht, ob man das so sagen darf. Ich meine das jetzt auch nicht persönlich verletzend oder so, ich weiß nur nicht, wie ich das anders ausdrücken soll. Bin da jetzt schon ein wenig verwirrt.

    Erstmal: der Hintergrund.

    Es gibt ja da diesen Guido Westerwelle, bekannt aus Funk und Fernsehen und von den blau-gelben Plakaten an den von Hunden gerne vollgestrullten Straßenlaternen. Aus in der Regel gut unterrichteten Kreisen weiß ich, das er ein Freund von Hotels ist. Er wohnt gerne darin, weiht gerne welche ein und möchte sie deshalb gerne billiger machen.

    Jetzt hat der ja gesagt, diese Hartz-Abhängigen verdienen immer noch viel zu viel. Die frieren zwar im Winter, hungern ganzjährig und sind vor allem auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen, der bei uns in etwas das Niveau eines Entwicklungslandes hat (außer - so glaube ich - das noch keiner auf den Dächern sitzt).

    Sein Argument war: der Hartz-Abhängige verdient soviel, er muß da gar nicht mehr arbeiten gehen. Und die die arbeiten gehen ärgern sich, weil die verdienen ja mit Arbeit soviel wie der Hartz-Abhängige ohne.

    Kompliziert gedacht, aber der Mann ist ja auch Akademiker.

    Und ... wie sollte ich es anders sagen: blöde, denn: stimmt alles nicht. Der Westerwelle hatte sich einfach mal verrechnet:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6958101/Hat-Westerwelle-bei-Hartz-IV-falsch-gerechnet.html

    Wie die „Leipziger Volkszeitung“ berichtete, stimmt Westerwelles damals in einem Beitrag für WELT ONLINE angeführte These nicht, nach der eine berufstätige verheiratete Kellnerin mit zwei Kindern 109 Euro weniger zur Verfügung habe als eine vergleichbare Hartz-IV-Familie

    Der CDU-Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Ralf Brauksiepe, habe schriftlich eine Berechnungsanfrage der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Jutta Krellmann, beantwortet, berichtete die Zeitung.
    Demnach hat die berufstätige Kellnerin bei regulärer Inanspruchnahme von Wohngeld und Kinderzuschlag monatlich 456 Euro mehr zur Verfügung als ein vergleichbares erwerbsloses Paar.

    Ob nun 109 Euro mehr oder 456 Euro weniger ... für jemanden, der für eine Stunde geistlosen Vortrag 7000 Euro bekommt, ist das doch nur die Frage von fünf Minuten Vortrag mehr oder weniger. In solchen Kategorien kann der doch gar nicht rechnen. Das wäre ja, als würde man den Ackermann nach ein paar dutzend Millionen fragen - für solche "Peanuts" hat der keinen Kopf. Die steckt der schon mal Bettlern einfach so zu ... wenn die gut gekleidet sind. Hugo Boss wäre da schon sinnvoll.

    Natürlich ... so eine Riesendiskussion von ihm und vielen anderen nur wegen eines Rechenfehlers, das ist schon richtig blöde. Erst recht bei DEN Umfrageergebnissen.

    Aber wenigstens ist jetzt ein Ende mit der Debatte über das Lohnabstandsgebot. Das wird ja ziemlich gut eingehalten. Dann kann man den Kindern von Hartz-Abhängigen doch jetzt mal genug Geld zum Leben geben, das die auch mal zum Friseur können, ein paar Schulbücher anschaffen oder sich die Zähne machen lassen können. Vielleicht reichts ja dann sogar mal für passende Kleidung die nicht so nach Mottenkugeln riecht wie die, die es von der Caritas gibt. Die braucht man doch nicht auch noch dafür bestrafen, das Siemens Papa im Namen der Rendite gekündigt hat, oder?

    Und den blöden Westerwelle ... ach, was sag ich. Den wählt ja sowieso keiner mehr. Ich frage mich nur: warum haben die das vorher getan? Wahrscheinlich wollten die mal wieder so richtig herzlich lachen.

    „entweder bewusst gelogen oder er hat schlicht keinen blassen Schimmer von den Sachen, über die er redet“. ... so reden die Leute jetzt über ihn.

    Beides wäre ... ziemlich blöde. Und ein Zeichen dafür, das man wirklich keine Ahnung von spätrömischer Dekadenz hat, aber gut Teil von ihr hätte sein können. Wenn ich denke, was die Römer alles so über die versklavten Völker geschrieben hatten ... bis die dann vor den Toren Roms und schnell auch dahinter standen ... und alles ohne Erlaubnis des Kaisers.

  • Sozialromantiker ... und krankes Deutschland

    Die Macht der Sprache wird häufig unterschätzt. "Die Feder ist mächtiger als das Schwert" ist ein altbekannter Spruch, den doch heute niemand mehr glaubt. Die Sprache hat die Macht, aus einem bewaffneten Angreifer einen Freund und Leibwächter zu machen ... und doch wird ihre Macht heutzutage gering geschätzt. Kein Wunder, die Welt ist mit Waffen derart überfüllt, das einem auch ein Leibwächter nicht mehr helfen kann. Außerdem ist das moderne Leben schnell ... und Sprache braucht Zeit, um sich entfalten zu können.

    Die Lumpenelite jedoch ... sie verzichtet generell nicht auf die Macht der Sprache. Immerhin kann man so einige derjenigen, die man mit Füssen tritt, dazu animieren, dafür auch noch dankbar zu sein, die Tritte als Segen zu empfangen und laut nach MEHR! zu rufen.

    Einer der neuen sprachlichen Anschläge der Lumpenelite ist das Wort "Sozialromantiker", ein Wort, mit dem ich erstmal überhaupt nichts anfangen kann. Erstmal verstehe ich unter einem Sozialromantiker einen Schriftsteller des 18. Jahrhunderts mit Schwerpunkt Gesellschaftskritik ... und liege damit völlig falsch, denn es soll ein Schimpfwort sein:

    http://szenesprachenwiki.de/definition/sozialromantiker/

    Bedeutung
    Schmähwort, das von eher konservativen Menschen gebraucht wird, um Personen anzugreifen, die sich für eine sozialere Gesellschaft einsetzen
    Beispiele
    Mir wird oft nachgesagt oder vorgeworfen, ich sei ein Sozialromantiker.

    Hier wird es schwierig und gefährlich, denn konservative Menschen sind meistens von Hause aus konservativ, weil sie dumm sind und neue Situationen ihre Kompetenzen völlig überfordern würden. Bequemlichkeit ist hier höchste Tugend. Wenn dumme Leute Wörter schöpfen ... wird es schwierig zu verstehen, was sie meinen.

    In philosophischen Texten begegnet man oft Wörtern, mit denen man nichts anfangen kann. Kein Wunder, der Autor will Dinge beschreiben, die nicht alltäglich sind, die anders sind als gewohnt, die präziser oder umfassender gedacht werden als gewöhnlich.

    Oft hilft es, den Gegensatzbegriff zu suchen um zu verstehen, was der Autor mir damit mal wieder sagen wollte. Aber was ist der Gegensatz zu einem "Sozialromantiker"?. Asozialromantiker hilft uns da nicht weiter und auch der reflexhaft gewählte asoziale Pragmatiker trifft es nicht ganz im Kern.

    Schauen wir mal ... in der Umgangssprache nach:

    Im heutigen, allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff Romantik mit dem Adjektiv romantisch die Eigenschaft einer Sache oder eines Ereignisses, Menschen mit Liebe und Sehnsucht zu erfüllen, so etwa in den Wortverbindungen romantische Liebe, romantische Musik oder ein romantischer Brief.

    Tja ... hilft das weiter? Kann man daraus ein Schmähwort schöpfen?

    Nein.

    Aber zu den einzelnen Punkten können wir Gegensätze nennen, die uns zumindestens die geistige Verfassung der Schmähworterfinder aufzeigen helfen.

    "Romantische Liebe" ... "Vergewaltigung"

    "Romantische Musik" ... "lauter Krach"

    "Romantischer Brief" ... "Post vom Finanzamt"

    Wir müssen also um den Sozialromantiker als Schmähwort zu verstehen in jenen Gebieten suchen, wo Menschen Vergewaltigung, lauten Krach und Post vom Finanzamt als höchsten Genuß empfinden, denn nur jene Geisteshaltung kann den Alltagsgebrauch von "romantisch" als schmähendes Wort begreifen.

    Keine Frage, wir bewegen uns hier in therapeutischen Bereichen. Oder sieht das jemand anders, gehe ich da in die Irre?

    Hier erschließt sich der Gebrauch des Begriffes "Sozialromantiker". Es ist die Selbstaussage des Aussagenden: "Ich bin dumm und krank und tue das gerne öffentlich kund".

    Logik ist schon was Feines. Sprache auch. Ich liebe Sprache. Will aber keinen Sex mit ihr, deshalb bin ich wahrscheinich schon romantisch verdächtig.

    Es ist kein Wunder, das in Deutschland solche seltsame krummen, verkümmerten und sprachlich degenerierten
    Blüten wie "Sozialromantiker" auftauchen, ist doch dieses Land psychisch krank ... und zwar durch und durch. Das merkt jeder, der hier lebt, doch nun ist es bewiesen und es wird immer schlimmer:

    http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article6905088/Wenn-Arbeit-psychisch-krank-macht.html

    Stress im Job, fehlende Anerkennung und Angst um den Arbeitsplatz lassen deutsche Arbeitnehmer immer häufiger seelisch erkranken. Psychische Leiden waren 2008 für knapp elf Prozent aller Fehltage verantwortlich, wie aus einer am Dienstag vorgestellten Studie der Bundespsychotherapeutenkammer hervorgeht. Diese Krankschreibungen hätten sich seit 1990 fast verdoppelt und verursachten überdurchschnittlich lange Fehlzeiten.

    Nun, da gäbe es ja eine Alternative: einfach die Brocken hinschmeißen, weil die Gesundheit das Wichtigste im Leben ist. Doch das ist in dieser Hinsicht ... nicht empfehlenswert:

    Mehr noch als berufliche Belastungen führe der Verlust des Arbeitsplatzes zu psychischen Erkrankungen, stellt die Studie fest. Arbeitslose seien drei bis viermal so häufig psychisch krank wie Erwerbstätige. "Der Mensch erlebt sich in seiner Arbeit als wertvoll und gibt mit seiner Arbeit seinem Leben einen Sinn", erklärte Richter. Der Verlust der Arbeit führe dann zu einer Selbstwert- und Sinnkrise, die krank machen könne.

    Man kann also arbeiten und wird "balla-balla" oder man kann nicht arbeiten und wird "balla-balla". Angesichts dieser Alternativen sieht die Zukunft düster aus - außer für Therapeuten.

    Und wenn man an diesem Zustand etwas ändern will, dann ist man wahrscheinlich ein Sozialromantiker.

    Zu einer Häufung psychosomatischer Beschwerden komme es auch, wenn der berufliche Einsatz in keinem Verhältnis zum Lohn und zur sozialen Anerkennung und zur Arbeitsplatzsicherheit stehe.

    Also fühlt derjenige, der gerne umsonst arbeitet, dafür sozial ausgegrenzt wird und völlig unsicher im Leben steht sich wohl dabei und schmäht diejenigen, die es gerne andes hätten, als "Sozialromantiker".

    Wie nennt man Menschen, die dumm, faul und balla-balla sind? Das wäre der korrekte Gegensatz zum Sozialromantiker. Vorschläge?

    Mir selbst dünkt ... Sozialromantiker zu sein, ist gar nicht mal so übel.

    Und auch ... der klassische Begriff der Romantik macht da auf einmal großen Sinn:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Romantik

    Im Gegensatz zur selbst gesetzten Aufgabe der Dichter der Weimarer Klassik sowie von Sturm und Drang und Aufklärung, nämlich der Erziehung des Volkes durch Literatur, sahen die Dichter der Romantik ihre Aufgabe in der Heilung des Risses, der durch die Welt und damit durch die Individuen geht. Eine Möglichkeit dazu bot ihnen zufolge die Kunst, mystisch überhöht im Begriff des „Dichterpriesters“, denn „die Welt hebt an zu singen / Triffst Du nur das Zauberwort“ (Eichendorff).

    Heilung bringen ... der Welt und den Menschen.

    Sozialromantiker gegen ... Seuchenpriester. Schweinehunde. Menschenfresser. Geisteskranke. Lumpenelite. Satanisten.

    Am treffendsten wäre wahrscheinlich Thuggee, doch das sagt hierzulande keinem was:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Thuggee

    Die Thuggee (auch Thugs; von Hindi thag bzw. Sanskrit sthaga: Gauner) waren in Gruppen organisierte Verbrecher in Indien. Ihre Vorgehensweise war es, das Vertrauen Reisender zu erwerben, und diese dann zu ermorden und auszurauben. Die Tat wurde häufig religiös gerechtfertigt, als eine Huldigung der Göttin Kali. Die als Geheimgesellschaft organisierten Thugs wurden bereits im 14. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt. Die Britische Kolonialverwaltung bekämpfte die Organisation ab den 1830ern; seit 1890 gilt sie als besiegt.

    Bekanntheit in der Popkultur erreichten die Thuggee durch Steven Spielbergs populären Unterhaltungsfilm Indiana Jones und der Tempel des Todes aus dem Jahre 1984, in dem sie (unter Zuhilfenahme zahlreicher Übertreibungen) als eine teuflische Sekte dargestellt werden, die in einem großen unterirdischen Tempel Kinder versklavt, Menschenopfer darbringt und nach der Weltherrschaft trachtet.

    Wir würden Thuggee wiederum am Besten mit "Banker" übersetzen, die anstatt Kali der "unsichtbaren Hand des Marktes" Opfer darbringen.

    Also ... insgesamt muß ich sagen: Sozialromantiker scheint "in Echt" kein Schmähwort, sondern eine Auszeichnung zu sein, für die man das Bundesverdienstkreuz erhalten sollte. Und es muß ein krankes Land sein, in dem man das als Schmähwort begreift.

    Aber ist es ja auch. Wissen wir ja jetzt.

  • Gott, die Welt und die Inder 2012

    Bei dem zunehmenden Wahnsinn in der Welt, der zunehmenden offenen Agitation der widerlichen wahnhaften Lumpenelite, die sich in aller Öffentlichkeit in immer stärkerem Maße bereichert und jedem Cent nachrennt, so als ob sie sich einen Platz auf den Archen von Roland Emmerichs Film 2012 sichern wollen, bleiben viele Themen einfach auf der Strecke liegen.

    Ein morgendlicher Streifblick über die Nachrichtenlage reicht schon, um einen den Tag zu vermiesen, weil die Lumpenelite ihre widerlichen wahnhaften Phantasien vom Vortag schon wieder übertroffen hat.

    Oft fallen da Themen unter den Tisch, die auf jeden Fall Pflichtthemen im Rahmen der philosophischen Betrachtung der Welt sind ... und Themen sind, die für Menschen existentielle Bedeutung haben - wie z.B. Gott.

    Nun ist "Gott" wie "Liebe" ein sehr abgeschmackter Begriff - dank der Religionen, dabei haben Gott und die Religionen soviel gemein wie Huren und Liebe. Religionen gibt es viele ... und ihnen ist allen etwas gemein: sie stehen für Ethik, für Moral, für "das Gute". Das meine ich ausnahmsweise mal nicht spöttisch oder zynisch. Im Ursprung sind alle Religionen gut, tragen im Kern die Achtung vor der Welt, vor den Mitgeschöpfen und den Mitmenschen in sich. Entfalten sie sich jedoch in der Welt, werden - wie die katholische Kirche im Mittelalter - personell besetzt mit den Zweitgeborenen des Adels - werden sie schnell zu einem Instrument des Gegenteils, weshalb man sich zurecht angewiedert von ihnen abwendet.

    Die Inder können das viel leichter als wir, denn in ihrer Religion befinden wir uns gerade im Kali-Yuga:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kali-Yuga

    Kaliyuga (Sanskrit, n., कलियुग, kaliyuga wörtlich "Zeitalter des Kali (Dämons)", „Zeitalter des Streites“), ist die Bezeichnung für das letzte von vier Zeitaltern, den Yugas in der hinduistischen Kosmologie. Es gilt als das Zeitalter des Verfall und Verderbens. Als solches wurde es oftmals zu dem von Hesiod in der Theogonie geschilderten griechischen „Eisernen Zeitalter“ in Beziehung gesetzt und auch "Eisernes Zeitalter" genannt. Die weiteren sind Satya Yuga (oder Krita Yuga), Treta Yuga and Dvapara Yuga.

    Herr über diese Zeit ist der schwarze apokalyptische Dämon Kali, laut Vishnu Purana die negative Manifestation von Vishnu, der in dieser Form für die Zerstörung des Universums zuständig ist. Kaliyuga wird auch oft mit der Göttin Kali (Göttin) (kālī) assoziiert, die generell für dunkle, materielle Aspekte steht. Kali bezeichnet auch die mit einem Punkt bezeichnete Verliererseite des Spielwürfels.

    Nach der buddhistischen Kosmologie bezeichnet ein solches finsteres Zeitalter die vierte und letzte größere Zeitperiode eines Zeitabschnitts von zirka 3.000 Jahren, nach der Geburt eines Buddhas bis zum Erscheinen eines neuen Buddhas.

    Die wundern sich nicht, diese Inder. Schröder plus Clement plus Grüne gleich Bomben und Hartz IV? Kali-Yuga, da kann man nichts machen. Was immer man macht, was immer man in die Hand nimmt, geht schief. Gehört zu diesem Zeitalter einfach dazu, einem Zeitalter, in dem der Dämon Kali sich bezeichnenderweise ins Gold eingenistet hat. Für Inder ist deshalb jede Form von Änderung der gesellschaftlichen Grundmatrix und ihrer Paradigmen sehr begrüßenswert ... denn es kann nur besser werden. Ghandis werden im Kali-Yuga erschossen, ihre Länder Atommächte und ihre Bürger jagen Moslems. So ist das halt im Kali-Yuga.

    Die habens leicht, die Inder, sie schlagen die Zeitung auf und sehen wie die widerwärte wahnhafte Lumpenelite sich hemmungslos bereichert, sagen sich: Kali-Yuga und wenden sich wieder schöneren Aspekten des Lebens zu. Indern geht es ja auch besser als uns: sie leben ewig. Sie sind hier immer nur kurz zu Besuch, wandern als Seelen durch die Ewigkeit. Jedes Leben ist für sie wie für uns ein Filmbesuch: eine Weise, wie man sich unterhält und wie man lernen kann. Schlimmes Schicksal? Kein Problem, wahrscheinlich haben wir uns das ausgesucht. Wir schauen ja auch nicht immer nur schöne heile-Welt-Filme sondern lassen uns manchmal auch - wie bei 2012 - einen kompletten Weltuntergang vorführen und nehmen die verstörenden Aspekte mancher Bilder billigend in Kauf. Manchmal ... sehen wir sogar Horrorfilme.

    Inder leben leichter als wir, dabei haben wir sie lange Jahre abfällig belächelt. "Fatalistisch" seien sie, haben wir gesagt. Wir, die tollen Tatmenschen, wir sind da viel besser. Sagte mir jedenfalls mein Religionslehrer. Schaut man sich an, wo unsere Kultur gerade steht ... vergeht einem heutzutage das Lachen.

    Zudem ist die überwiegende Mehrheit unserer "Gläubigen" in der Sektion von "Karteichristen" zu suchen, die brav Kirchensteuern zahlen, Weihnachten in die Kirche gehen und ansonsten Sportschau und DSDS dem "Wort zum Sonntag" vorziehen.

    Wenn man nun über Gott und die Welt reden möchte, muß man sich erstmal von dem Religionsunterricht frei machen und die Reichweite des Begriffes verinnerlichen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gott

    Als Gott beziehungsweise Gottheit wird eine im religiösen Glauben erfahrene überwiegend transzendente und personifizierte Macht bezeichnet.

    Zur Unterscheidung monotheistischer und polytheistischer Gottesbegriffe reservierte die Religionswissenschaft das Wort Gott früher für den einen Gott der monotheistischen Religionen und verwendete in Abgrenzung zu diesem für die verschiedenen Götter polytheistischer Religionen das Wort Gottheit. Dieser Gebrauch gilt jedoch heute im Allgemeinen als zu stark vereinfachend und europazentrisch und ist deswegen umstritten.

    Der Gottesbegriff wird in der Philosophie mitunter als erste Ursache, letztes Prinzip oder höchstes Entwicklungsstadium der Menschheit, des Lebens an sich oder der Natur ausgeweitet (oft das Göttliche oder das Absolute genannt).

    "Gott" ist im Prinzip erstmal ein Begriff für eine "Erfahrung" oder - in der Philosophie - eine Denknotwendigkeit. Beides gute Sachen. Natürlich haben Inder auch hier einen Vorteil: je mehr Kali-Yuga, umso weniger Gotteserfahrung. Auch Engel, Devas, Naturgeister und was man sonst noch so an transzendenten Wesen jenseits der menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit weltweit seit tausenden von Jahren kennt, ziehen sich vor dem Dämon, der im Golde nistet, zurück. Der stinkt halt. Man wundert sich also nicht, das man Gott oder die Geister nicht mehr an jeder Ecke sieht. Auf Asphalt wachsen ja auch nur selten Blumen.

    "Gottesbeweise" sind in der Philosophie oft aufgetreten ... jedoch kann kein logischer Beweis aus sich heraus Wirklichkeit gebären.

    Unser Gott ist zudem auch extrem lästig, weil wir (aber auch nur wir, Inder haben damit kein Problem, andere auch nicht) uns einen guten Gott angesichts der Boshaftigkeit nicht vorstellen können. Das ist aber in erster Linie ein Problem unserer Sichtweise und Ansprüche, es ist nicht das Problem Gottes. Wieso sollte ihn der Tod von Menschen anrühren, wo er weiß, das sie ewig leben? Wieso sollte ihn das Leid von Menschen anrühren, wo wir es selber unseren Kindern aus gutem Grunde angedeihen lassen, damit sie als Erwachsene keine Ungeheuer werden? Wieso sollte er unsere Atomkriege verhindern wollen, wo er mit einem einzigen Gedanken den ganzen Erdenkreis neu schaffen kann? Auf jeden Fall wäre es für unsterbliche Seelen mal eine wichige Erfahrung zu sehen, wohin ungebremster Neoliberalismus (... im übrigen Kali pur) führt. Wir unterbrechen den Unterricht ja auch nicht kurz vor dem entscheidenden Moment der Erkenntnis, sondern führen den Beweis auch bis zum Ende durch um jeden Zweifel für das restliche Leben des Kindes auszuschalten.

    Unser Problem mit Gott ist ... nur unser Problem. Nicht seins.

    Und unser Problem ist noch ein ganz anderes: Atheismus gehört zum Neoliberalismus untrennbar dazu. Je mehr Atheismus, umso mehr Auschwitz. Und man komme mir jetzt nicht mit der Kirche und den Hexenverbrennungen ... wenn die Kirche ihre Ware Gott ernst nehmen würde, würde sie noch heute alles verschenken was sie hat und den Armen geben. "Kirche" ist nur die Form von Religionsvernichtung im Kali-Yuga - würde der Inder jetzt sagen. Und sie war ja auch sehr erfolgreich ... immerhin: wer glaubt denn schon noch wirklich an Gott? Die Priester und Mönche, die dem Satz "lasset die Kindlein zu mir kommen" eine ganz neue Bedeutung gegeben haben?

    Wer nämlich wirklich damit rechnen müßte, sich nach seinem weltlichen Ableben für seine Taten verantworten zu müssen, der müßte sich mit dem Gedanken anfreunden, das er nicht gut wegkommt, weil er für seinen Golf GTI vielen Afrikanern den Hungertod hätte ersparen können ... und ähnliches mehr.

    Sehr sehr sehr schlecht für den Konsum, das Wachstum, die Rendite, dieser Gott bzw. diese Götter. Und sehr unbequem für das Leben einer rundum versorgten Wohlstandsblase mit HDTV-Empfang, Hybridantrieb im Auto und Sonnenkollektoren auf dem Dach.

    Aber genausowenig wie ein Gottesbeweis einen Gott herbeizwingen kann, genausowenig kann das Unbequeme an Göttern sie vernichten.

    "Außerhalb der Materie ist Nichts" ... das ist die Botschaft des Kali-Dämons. Und manchen gefällt sie, denn es enthebt einem der Sorge darum, das man für seine Öl-oder Bombenteppiche, sein Gammelfleisch, seine Agenda 2010 oder seine Scheiterhaufen und Gaskammern zur Verantwortung gezogen wird.

    Doch was ... wenn die widerliche wahnhafte Lumpenelite sich mit ihrer bequemen naiven Weltanschauung irrt? Was, wenn mit 55 der Herzinfarkt kommt, obwohl man gerade wieder 50 Millionen mit der Vernichtung von Weizen verdient hat ... und es kommt nicht die ewige Finsternis, das absolute Nichts?

    Will man das wirklich riskieren ... als Mensch?

    Was Kali dazu rät ... ist keine Frage. Aber was interessiert mich schon deren Geschwätz?

  • Deutschlands Zukunft ist düster: Korruption, Armut und Gewalt

    Deutschlands Zukunft sieht düster aus. Jedenfalls für alle, die diese Zeiten lesen können und nicht kriminell sind.

    Die Kriminellen mit Weitblick unter uns haben nur eins im Sinn: dieser düsteren Zukunft zu entkommen. Darum scheuen sie sich mitlerweile auch nicht mehr, gegen ihre eigenen Wähler oder ihre eigene Partei vorzugehen - und erst recht scheuen sie sich nicht, gegen ihre eigenen Bürger, die eigene Gemeinde oder das eigene Land vorzugehen: das Schiff geht unter, die Ratten machen, was sie immer tun: sie gehen zuerst.

    Ein wenig hinkt das Bild mit den Ratten natürlich, denn unsere Ratten sitzen nicht ganz unten im Boot, sie sitzen oben. Hoch oben. Deshalb haben sie den Eisberg auch schon lange kommen sehen und ihre Rettungsboote voller schöner Dinge gepackt, die einfach unverzichtbar sind: Espressomaschiene, Plasmafernseher, alte Ölschinken. Mit dem Befehl "Agenda 2010", der erlaubt, auf untere Mitreisende zu schießen, hat der Kapitän erstmal dafür gesorgt, das alles unterhalb der ersten Klasse damit beschäftigt ist, den Kugeln auszuweichen. Das verschafft die nötige Ruhe, auch noch den Perserteppich mit ins Boot zu schaffen....und dann: ab in eine neue, schöne Zukunft in eins der Steuerparadise in der Karibik.

    Man kennt da auch sonst keine Hemmungen bei der Beladung des Rettungsbootes, da wird auch gerne und umfangreich mit Korruption gearbeitet. Deutet drauf hin, das die wirklich wissen, das keine Zeit mehr ist:

    http://www.stern.de/wirtschaft/news/bericht-der-us-boersenaufsicht-bestechungen-spuelten-daimler-milliarden-in-die-kasse-1553900.html

    Der deutsche Autobauer Daimler soll durch jahrelange systematische Bestechung Umsätze über insgesamt 1,9 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) erwirtschaftet haben. Der illegale Gewinn daraus habe sich auf mindestens 91,4 Millionen Dollar belaufen, teilte die US-Börsenaufsicht SEC am Donnerstag mit. Daimler habe mehr als 200 rechtswidrige Transaktionen getätigt und dabei insgesamt unzulässige Zahlungen in Höhe von mindestens 56 Millionen Dollar vorgenommen.

    Ja, so arbeiten wir im Ausland. Wir kaufen uns den Umsatz zusammen. Machen wir im Inland auch, das weiß jeder Arzt, der Besuch von smarten Pharmareferenten bekommt. Bargeld, Sachgeschenke, Reisen ... alles im Angebot. Hauptsache, die Umsätze stimmen. Deshalb sollte Herr Rössler den Drohungen der Pharmaindustrie gelassen gegenüberstehen.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6943474/Pharma-Lobby-droht-Roesler-mit-Job-Kahlschlag.html

    Gesundheitsminister Philipp Rösler hat die Pharmaindustrie mit seinem Sparplan in helle Aufregung versetzt: Der FDP-Politiker will den Konzernen bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr abringen, unter anderem mit Zwangsrabatten für Arzneimittel. Nun holt die Branche zum Gegenschlag aus ? und droht unverhohlen mit Arbeitsplatzabbau.

    Wen wollen die denn noch entlassen? Die Produktion ist größtenteils im Ausland ansässig, die Verwaltung automatisiert. Ich kenne Unternehmen in der Branche, die laufen mit 9 Mitarbeitern im Innendienst....und von denen darf keiner krank werden. Dafür werden sie auf Kosten der Versicherten fürstlich entlohnt.
    Das einzige, was die noch Abbauen können, sind ihre Drückerkolonnen, "Pharmareferenten" genannt, pro Mann ein Kostenfaktor von 100000 Euro pro Jahr (im Durchschnitt). Aber ohne Drückerkolonne keine Korruption bei Ärzten ... also, was soll die Drohung?

    Unverhohlen droht Vfa-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer mit Arbeitsplatzabbau: ?Die Politik nimmt damit einen Stellenabbau in Kauf und untergräbt den Patentschutz, der für die Unternehmen existenziell ist?. Das Eckpunktepapier sei ein massiver Staatseingriff in den freien Wettbewerb. Mit ?Liberal? hat das nichts mehr zu tun?, sagte Yzer WELT ONLINE.

    Unverhohlen würde ich Cornelia einsperren lassen: wegen Erpressungsversuch. Das Prinzip "Gib mir was ich will oder ich erschiesse Deine Kinder" ist in Deutschland verboten. Und seit der Agenda 2010 und der bundesweiten Implementierung von staatlichen Arbeitslosensanktionsbehörden ist Arbeitslosigkeit ein tödliches Risiko geworden....schon alleine psychisch hält das kaum einer durch.

    Aber: das ist denen inzwischen egal. Hauptsache schnell was abgreifen ... darum ändert sich auch nichts an den Praktiken der Banken. Alle wissen, das ein schlimmes Ende droht: es ist ja auch kein Geheimnis:

    http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/0325/riester.php5

    Deutschland in 20 Jahren. Ganze Landstriche entvölkert, überaltert, arm. Die Jungen sind der Arbeit hinterher gezogen, die Alten leben von Mini-Renten. Hart gearbeitet haben sie alle ein Leben lang, als Niedriglöhner, Zeitarbeiter, Aufstocker, in Hartz-IV-Maßnahmen. Nun sind sie auf staatliche Hilfe angewiesen, weil die Rente nicht zum Leben reicht. Dieses Drehbuch stammt nicht aus der Feder von Postkommunisten. Es wurde geschrieben von Wissenschaftlern des angesehenen Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

    Na ja, in zwanzig Jahren schaue ich mit die Erde von unten an ... hoffe ich. Oder von ganz weit oben, das wird man dann sehen. Aber jeder, der auch nur halbwegs ohne stottern und Taschenrechner bis drei zählen kann weiß, das der Kurs dieses Landes nicht gut gehen kann. Wie sind wie der Dampfer, der sein eigenes Holz verheizt um den Kessel weiter auf Hochtouren laufen lassen zu können....dabei müßten wir in die Zukunft segeln, um noch eine Chance zu haben.

    Und wir wissen, das die Zukunft nicht nur arm aussehen wird. Sie wird auch brutal.... was man gerade im Alter nicht gut haben kann. Da tut man sich selbst ja schon genug weh, dafür braucht man dann nicht noch andere:

    http://www.zeit.de/2010/13/Wohlstand-Interview-Richard-Wilkinson

    Die Statistiken sind da ganz eindeutig. Je größer die Unterschiede zwischen Arm und Reich, umso größer sind auch die sozialen Probleme. Ob es um Kriminalität, Gewalt, Drogenmissbrauch, Schwangerschaften im Kindesalter, um schlechte Gesundheit, Fettleibigkeit, den Bildungsstand oder die Lebenserwartung geht: Überall zeigt sich, dass »ungleiche« Staaten wesentlich schlechter dastehen. Und zwar nicht nur ein bisschen schlechter. Anders ausgedrückt: In den westlichen Industrienationen, in denen der Unterschied zwischen Arm und Reich weniger ausgeprägt ist, gibt es bis zu sechsmal weniger Morde. Und bis zu zehnmal weniger Menschen sitzen im Gefängnis.

    Wir machen also unsere Probleme selber. Wir versauen uns das Leben selber. "Wir"?

    Nein.

    Es ist nur eine Clique von Funktionären und eine Schar von gefährlichen Soziopathen. Das muß man sich beständig vor Augen führen.

    "Wir" sind anders. "Wir" machen uns Gedanken, "wir" können auch ohne Angst vor dem bösen Gott verantwortliche Entscheidungen zum Wohle der Allgemeinheit fällen, "wir" brauchen keine Druckmittel um uns beim Nachbarn ein paar Kartoffeln auszuborgen, "wir" brauchen keine Kriminalität, keine Optionsscheine auf Orangensaftkonzentrat oder potenzsteigernde Mittel in Salbenform, keine 3000-Euro-Menüs, keine 50-Millionen-Euro-Yachten und keine Privatflieger. "Wir" brauchen ein wenig Luft, ein wenig zu essen, Sonne, Wind, das Rauschen der Blätter über unseren Häuptern, den plätscherndne Bach zu unseren Füssen, das Lachen unserer Lieben im Ohr. "Wir" lachen gerne, essen gerne ungesund, haben keinen Lustgewinn am Leid der Anderen. "Wir" werden heute in der Sonne spazieren gehen und uns unglaublich gut fühlen ... während andere ängstlich ihre Scheine horten...und hoffen, das sie "uns" mal alles heimzahlen können, wie jener Mensch aus dem Forum der Piratenpartei:

    http://isis-welt.blog.de/2010/03/26/beitraege-gelesen-internet-verstehen-8253471/

    Weißt du eigentlich wie mir dieses zersetzende Verhalten auf den Geist geht?Schön, spiel den Stöhrenfried. Sei Kontraproduktiv. Müll uns zu mit dieser Propagandascheisse die keines der Schweine am Trog mehr Schlucken will und geh deinem desozialen Verhalten nach. Du kannst lügen, nerven und stören wie du willst, mir völlig egal.

    Aber geh an meine Sicherheit, rühr meine Rechte an oder mach nur irgendwelche Anstallten meine Freiheit zu beschränken und du bist fällig. Kapiert? Dann bist du tot. Und ich meine das nicht politisch Tot, ich werde dein Herzschlag beenden. Und ich werde nicht in meinen Haus warten, bis die Schergen des Tyrannen vorbeikommen um mich meines Eigentums und meiner Sicheheit zu berauben während du dir darauf einen abonanierst, weil diese ganzen Leute die du um ihre Freiheit beneidest weil du nicht den Mum hast sie selbst zu leben, in die Pfanne gehauen werden. Glaubst du, du bist im Gewinner Team wenn das passiert?

    Was glaubt ihr was passieren wird, wenn die Besitzer der 30 Mio. Schusswaffen in Deutschland von der Tyrannei die Schnauze voll haben und losgehen, um mit diesen ganzen linken Geschmeiss, den Gaffern, den Feigen und all denen abzurechnen, die dem Tyrannen helfen weil sie eifersüchtig darauf sind und selbst nie den Mut hatten selbst frei zu leben? Oder weil sie einfach dumm sind. Und weil ihre Dummheit sie zu einem Sicherheitsrisiko für die anderen macht.
    Die Polizei und die Bundeswehr, die haben einen Bruchteil dieser 30. Mio. Die können dich jetzt nicht vor Kriminellen schützen, die werden dich noch weniger vor diesen Leuten schützen können.

    (Man mag ja über Piraten sagen, was man will, aber was diese Partei für Leute anzieht ... da kann einem schon mulmig werden. Nicht nur wegen der Grammatik ...)

    Nur eine Handvoll Funktionäre und eine Schar Soziopathen. Mehr ist das nicht. Die machen viel Krach, die haben große Trompeten, aber sie sind wenige.

    Ihr Schiff geht unter, ja. Aber was sie nicht wissen ist: "Wir" können schwimmen. "Wir" haben Deutschland aus den Trümmern wieder aufgebaut, die die Funktionäre und Soziopathen der vorletzten Generation hinterlassen haben. Während sie erschossen wurden und am Galgen baumelten, haben wir wieder Kartoffeln angepflanzt, die Sonne auf unserer Haut und den Wind in unserem Haar genossen.

    Das ... werden wir uns auch in Zukunft nicht nehmen lassen. Und "Die" sind diesesmal ganz schlecht organisiert. Ohne "Führer" machen "Die" immer eine ganz schlechte Figur und graben sich gegenseitig das Wasser ab.

  • Neue Menschenart, Zwerge, Riesen, Saurier und die Diktatur der "Wissenschaft"

    Es gibt ja jetzt eine neue Menschenart.

    http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/nano/news/84276/index.html

    Die vor zwei Jahren in Indonesien gefundenen Überresten eines Zwergenmenschen repräsentieren wirklich eine neue Menschenart. Weitere Knochenfunde belegen, dass die nur etwa einen Meter großen "Hobbits" mit dem etwa pampelmusengroßen Kopf nicht einfach eine geschrumpfte oder krankhafte Version eines anderen Frühmenschen darstellen. Die Herkunft des Homo floresiensis sei weiterhin unklar, berichten australische und indonesische Forscher im Fachblatt "Nature".

    Hätte ich vor dreißig Jahren behauptet, die Mythen und Legenden von Zwergen haben eine reale Grundlage, dann hätte man mich ausgelacht. Es gab vor dreißig Jahren Menschen, die genau das behauptet haben, und sie wurden ausgelacht. Jetzt ... kann man nicht mehr anders als zuzugestehen, das es wohl Zwerge gegeben hat. Echte, reale existierende Zwerge zum anfassen.

    Naturwissenschaft ist ein seltsames Dingen. Eigentlich sollte sie im Dienste der Aufklärung stehen und dem Menschen das Leben erleichtern. In kleinen Teilaspekten hat sie es auch getan ... aber im Großen und Ganzen? Genauso wie ich die Kirche fragen würde, wo denn nach zweitausend Jahren christlichen Glaubens die christliche Gesellschaft geblieben ist würde ich denn gerne auch die Naturwissenschaften fragen, wo denn die großen Erfolge der Naturwissenschaften sind.

    Man wird mir entgegenhalten: wir können Auto fahren, Krankheiten heilen und zum Mond fliegen. Ich sage: schön und gut, aber die Nebenwirkungen dieser Aspekte machen aus der Menschheit degenerierte Industriesklaven in Käfighaltung. Die naturwissenschaftliche "Moral" führt direkt nach Ausschwitz ... weil sie nicht vorhanden ist. Schon Kant hat in seinen Schriften über die praktische Vernunft das Zugeständnis machen müssen: ohne den Glauben an einen gerechten Gott, der nach dem Tode alles richtet, können vernünftige Wesen nicht zur Moral verpflichtet werden. Die Geschichte hat ihm Recht gegeben. Der Nationalsozialismus war ein strikt vernünftiges, pragmatisches Etwas - wenn es um Macht und Machterhaltung ging und nicht um Ideologie.

    Naturwissenschaft und Religion als Gegensatzpaar ... schlechterdings ein Unsinn. Die Banane oder die Schraube sind auch nicht der Gegensatz zu einem Gedicht oder einem Lied und wir werden uns jetzt nicht Gedichte und Lieder ausreden lassen, weil sie aus naturwissenschaftlicher Sicht keinen Sinn ergeben.

    Trotzdem finden wir dieses Gegensatzpaar durch unsere ganze Kultur hindurch, z.B. hier:

    http://www.tagesspiegel.de/politik/art771,2287030

    „Intelligent design“ ist ja ein Versuch, unter Umgehung Darwins in den Schulunterricht hineinzukommen, gerade ohne den Begriff Gott zu verwenden. „Intelligent design“ ist noch abstrakt, darüber lässt sich reden – ob die Vergangenheit des Biologischen sich beschreiben lässt als durch einen intelligenten Entwurf entstanden. Aber da sind wir noch nicht bei Gott, das ist ja der Trick! Erst wenn man das plausibel findet, kann man mit Gott kommen. Wenn man „intelligent design“ akzeptiert, ist das eine metaphysische Setzung, die nicht zwingend und auch äußerst mühsam ist, weil sie keine naturwissenschaftliche Erklärung bringt. An allen Stellen, wo etwas passiert, kann ich nicht ein Mal deistisch das Grunddesign der ganzen Natur einführen, sondern muss, wenn das als wissenschaftliche Erklärung sinnvoll sein soll, immer wieder sagen: Und da ist eingegriffen worden, und da, und da … Entweder ist man dann bereit, doch wieder irgendwo Evolution zuzulassen, oder man muss jedes Wunder der Natur als intelligenten Eingriff deuten. Das ist dann aber nicht mehr wissenschaftlich.

    "Intelligent Design" ... im Prinzip die Erkenntnis, das "Zufall" ein bischen zu wenig und viel zu naiv ist, um die biologischen Entwicklungen zu beschreiben. Sicher, da findet eine metaphysische Setzung statt.
    Die gleiche metaphysische Setzung macht aber der Naturwissenschaftler, in dem er a priori erklärt: Gott gibt es nicht (wobei ich mit "Gott" hier auf keinen Fall den engen katholisch-christlichen Gottesbegriff meine).

    Ein Wesen wie "Gott" kann die gesamte Schöpfung samt Erinnerungen an "Vergangenheit" gestern nachmittag geträumt und umgehend erschaffen haben - wir könnten es niemals beweisen. "Religion" als Wissenschaft fängt genau dort an, wo
    Naturwissenschaft aufhört ... draußen, bei den Wahrheiten jenseits der menschlichen Alltagserfahrung.

    Wir wissen, das Vögel und Fischschwärme schon eine ganz andere sinnliche Alltagserfahrung haben als Menschen, weil sie das Magnetfeld spüren, Hunde erleben die Welt mehr durch Geruch und haben so eine ganz andere Welterfahrung als wir. Vielleicht kann man Gott nicht sehen oder hören ... aber riechen? Würde erklären, warum sich die Köter manchmal so außerordentlich seltsam verhalten.

    Wie können wir also die Arroganz besitzen, zu behaupten, unsere "Naturwissenschaft" würde einfach immer und überall alles erklären können?

    Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Gar nicht. Diese Arroganz jener neuen, knapp einhundertzwanzig Jahre alten Strömung westlichen Denkens ist durch nichts zu rechtfertigen, erst recht nicht durch Vernunft oder rationalem Denken. Sie hat Macht gebracht, das ja. Die Macht, die ganze Welt zu vernichten: durch Atombomben, künstliche Gifte, künstliche Seuchen oder in Zukunft durch außer Rand und Band geratene Nanomaschinen. Kurzum: die "Nebenwirkungen" jener kulturellen Strömung sind für unsere Lebensqualität gewaltig ... "Kosten auf zwei Beinen" ist das, was naturwissenschaftliches Denken aus unseren Mitmenschen macht. Liebe, Mitgefühl, Menschlichkeit sind Werte, die Naturwissenschaft nicht fassen kann ... und ihnen deshalb keine Wichtigkeit beimißt. Und das führt direkt in eine unmenschliche Gesellschaft, wo eine Diktatur von "Naturwissenschaftlern" über alle menschlichen Lebensäußerungen urteilt.

    Wieviel man zum Essen braucht, wie warm man haben muß, wieviel Bewegung man braucht, wieviel man trinken soll und vieles mehr. Hartz IV und die Agenda 2010 sind nur eine Ausprägung unmenschlichen Denkens, das menschliche Wesen zur bloßen Biomasse degradiert, die es irgendwie zu verwalten gilt.

    Die Legenden und Mythen um eine neue Weltordnung (NWO genannt) enthalten in den meisten Fällen eine Warnung genau vor jener Entwicklung: einer Diktatur der Naturwissenschaftler. Der entgültige Triumph der nationalsozialistischen Schädelvermesser, hier dann als moderne Genetiker auftretend, die unwertes Leben schon vor der Geburt (und auch danach) aussortieren. Warum auch nicht, werden sie fragen? Die Welt ist zu voll, werden sie sagen ... und entsprechend handeln. Ist alles schon mal dagewesen.

    Darum mag ich diese kleinen Meldungen, die den Naturwissenschaftler wieder mal mit heruntergelassener Hose zeigen. Leider finde ich die Lacher von damals nicht mehr wieder, auch nicht ihre Widersacher.

    Aber vielleicht finden wir auch bald mehr als nur Zwerge:

    http://www.china-intern.de/page/wissenschaft-neue/1068133320.html

    William J. Meister, der ein begieriger fossiliensammelnder Amateur war, fand am 1.6.1968 in Antelope Spring, 43 Meilen nordwestlich von Delta, in Utah, in einer an Fossilien reichhaltigen Gegend ein großes Stück Fels mit einem menschlichen Fußabdruck mit einer deutlich sichtbaren Sandale. Die Sandale war ca. 26cm lang mit einer Solenbreite von 8,9 cm und einer Hackenbreite von 7.6 cm. Die Hacke erschien etwa 1,7 cm dick. Wunderlicherweise fand er auch Trilobiten direkt im Fußabdruck. Zur Information, Trilobiten waren kleine Meerestierchen, die vor 260 bis 600 Millionen Jahren lebten, dies war eine wertvolle Entdeckung in Bezug auf den prähistorischen Ursprung menschlichen Lebens. Diese Entdeckung könnte die heute propagierte Evolutionstheorie widerlegen. Indem man diesen Fund mit dem gegenwärtigen Fußwerk vergleicht, können wir einen bestimmten Grad von fortgeschrittener Zivilisation ausmachen. Sollten moderne Historiker dann nicht die gegenwärtige Evolutionstheorie neu überdenken? Sprechen solche Spuren nicht von einem anderen Pfad der menschlichen Entwicklung?

    Man kann solche Informationen einfach nüchtern aufnehmen und stehen lassen. Man muß sie nicht bewerten. Wir finden aber sicher Naturwissenschaftler, die über diese Informationen ausrasten und uns mit allen möglichen "Erklärungen" überschütten. Was die Meisten von ihnen übersehen: ihre Erklärungen schaffen weder "Wahrheit" noch "Wirklichkeit" ... aber sie tun so als ob. Noch ein bischen mehr?

    Ein Amateurgeologe fand 1927 in den Kalkschichten des Trias im Fischer-Canyon Nevadas einen fossilen Schuhabdruck, der überraschenderweise eine komplette zerbrochene Hacke enthielt. Die Carbondatierung ergab ein Zeitalter von annähernd 225 Millionen Jahren. Unerwarteterweise entdeckte man, als dass Relikt erneut durch Mikroskopfotographie untersucht wurde, dass das Leder der Hacke mit zwei Reihen von Fäden verflochten war in exakt einem Drittel Inch (amerikanische Maßeinheit) Abstand. Solch eine Schuhmachertechnik existierte bis 1927 nicht. Samuel Hubbar, Direktor des Museums für Archäologie in Oakland stellte in einer Reaktion auf den Fund fest: „Dass die gegenwärtigen Menschen (1927) solche Art Schuhe nicht machen können. Es scheint, dass angesichts dieser Art Evidenz, Menschen mit hoher Intelligenz zu einer Zeit der unzivilisierten Anthropoden vor Millionen Jahren gelebt haben müssen...„

    Und den habe ich auch noch:

    Ein bekannter chinesischer Fossilexperte, Haitao, fand auch ein Fossil in Hongshan, Xinjiang, China, dass wie ein menschlicher Schuhabdruck aussah. Dieser Fund wurde auf 270 Millionen Jahre zurückdatiert. Der Schuh schien annähernd 26 cm lang gewesen zu sein, an den Zehen weiter und an der hacke enger zu sein. Eindrücke einer Doppelreihe Stiche konnten hier auch gesehen werden.

    Oder die hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Paluxy-River-Fu%C3%9Fspuren

    Einen umstrittenen Aspekt bei der Beschäftigung mit dem Leben der Dinosaurier auf der Erde stellen die Spurenfossilien vom Paluxy River, Texas dar. Neben einer reichhaltigen Ansammlung von Dinosauriertrittsiegeln im Dinosaur Valley State Park finden sich in den gleichen geologischen Schichten auch Spuren, die denen von Menschen ähnlich sehen und nach Ansicht einiger Kreise als Beweise gegen die Evolutionstheorie angesehen werden

    Und ... die hatten auch einen Hammer:

    http://www.china-intern.de/page/wissenschaft-neue/1068133320.html

    In der Kalksteinformation (etwa 120 Millionen Jahre alt) nahe Glenn Rose, Texas, hat Burdick Track im Flussbett des Paluxy Flusses während der Trockenperiode eine bemerkenswerte Anzahl menschlicher Fußspuren in der Nähe von, über oder unter Dinosaurierfußspuren gefunden. Viele der menschlichen Fußspuren schienen von gigantischen Erwachsenen und Kindern zu stammen. Die menschlichen Fußspuren sind zwischen 38,1 und 56,4 cm lang. Diese Länge impliziert (gemäß der anthropologische Regel von Thumb, wonach die Fußlänge 15% der Körpergröße entspricht), dass die Leute eine Höhe von 2,5 und 3,6 Meter hatten. Die menschlichen Fußabdrücke wurden in einer Fährte von großen dreizehigen fleischfressenden Dinosauriern und einer Anzahl von Fährten von gigantischen krautfressenden Dinosauriern (Dinosaurier mit langem Nacken und Schwanz, kurzem Kopf und 5-Zehigen Gliedern) gefunden. Wissenschaftliche Beweise der Authentizität der Funde sind die von „Matsch hochgewühlten„ Fährten. Eine „Matsch-hochgewühlte„ Fährte entsteht, wenn die Zehen den Matsch vorne und an den Seiten hochdrücken, ein Hinweis, dass dieses keine Erosionserscheinungen sind. Schichtungen werden auch gesehen, sie beweisen, dass der Fuß verschiedene farbige Lehmschichten seitwärts drückte. Die Formation liegt in Kalkstein, Lehm, Erde und Sand mit verschiedenen Farbabstufungen von bräunlichem Gelb und Grau. Die erhaltenen Spuren im Kalkstein lassen Rückschlüsse auf eine schnelle Entstehung zu. Anscheinend sind diese Fährten, sobald sie gebildet worden waren, mit Schichten aus Lehm, Sand und Geröll ausgewaschen und gefüllt worden, so dass sie sich nicht aufgelöst haben. Es scheint eine Zeit enormer geologischer Katastrophen gewesen zu sein.

    Es gibt weiteres die Echtheit der Funde unterstützendes, in der selben Stelle in dem selben Stratum wurden fossile Finger und ein menschengemachter Hammer gefunden, an dem eine Stelle ersichtlich ist, wo der Kopf an den Schaft festgemacht worden war. Der Hammerkopf war aus 96,6%igem Eisen, 0,74%Sulfate und 2,6%Chloride hergestellt worden. Das ist eine extrem einzigartige Mischung, die noch nicht einmal zu heutiger Zeit wiederholt werden kann.

    Also wartet vielleicht auch noch die Entdeckung von "Riesen" auf uns. Und die Drachen der Legenden wären auf einmal auch Wirklichkeit.

    Aber solange sich Naturwissenschaft als reines Gegenkonstrukt zu Kirche begreift und beständig hauptsächlich der Tradition folgt, zu Beweisen, das die katholische Kirche im Unrecht ist (wen interessiert das schon?), solange ist sie selbst unwissenschaftlich ... und politisch sowie gesellschaftlich sowieso extrem gefährlich weil: extrem extremistisch. Und so wie sie sich gebärdet (bzw. wie ihre Ergebnisse sich gestalten) aus der Sicht der Kirche sogar extrem satanisch: immerhin besteht ein Großteil der Bemühungen der Wissenschaft darin, echtes Leben durch selbst geschaffenes, künstliches zu ersetzen. Aber auch Atheisten dürfen sich hier mal ernsthaft fragen: wozu soll das gut sein? Mangel an Menschen haben wir ja nicht gerade. Warum also noch mehr Zeit und Energie darauf verschwenden, immer mehr Berufe durch Roboter ersetzen zu lassen ...

    Vernünftig erscheint das nicht gerade. Aber ... religiös. Doch welche Religion (im Selbstverständnis als "Gegenreligion" zur katholischen Kirche) sollte sich schon gegen das Leben selbst wenden? Und warnte man deshalb früher davor, das man sie "an ihren Früchten" erkennen wird?

    Sie kommen immer gerne als kleine, ehrlich, harmlose Erfinder von "Jugend forscht" daher ... doch im Endergebnis sind ihre ach so harmlosen und nützlichen Produkte ... tödlich. Auf die eine oder andere Art.

  • Arbeitsamt fordert Obdachlosigkeit für Arbeitslose

    Wieder einmal muß ich einen Titel wählen, der scharf und hart klingt ... aber auch einen konkreten Hintergrund hat. Wieder einmal kommt die Lumpenelite aus der Finsternis der Inhumanität ins Licht der Öffentlichkeit und spricht ganz offen über ihre asozialen Träume:

    http://www.welt.de/politik/article6904729/Wohn-Pauschale-bei-Hartz-IV-soll-Kosten-senken.html

    ?Ich könnte mir vorstellen, die Wohn- und Heizkostenerstattung in eine Wohn-Pauschale umzuwandeln?, sagte der BA-Vizechef, Heinrich Alt, der ?Rheinischen Post".
    Die Pauschale würde Anreize schaffen, sich günstigeren Wohnraum zu beschaffen, sagte Alt. Bisher gehe es vielen Hartz-IV-Beziehern darum, den gesetzlichen Leistungsrahmen, so weit es geht auszureizen. Die Sozialpolitik des 21. Jahrhunderts müsse anders aussehen als die des 20. Jahrhunderts.

    So was gab es bei Indianern auch. Die haben ihre Oma auf dem Zug ins Winterquartier in den Schnee gesetzt, Decke drauf ... im Frühling war sie fort. Bei Piraten gab es so was auch, dort nicht als Strafe fürs Altern sondern als Strafe für Ungehorsam, Diebstahl und Widerworte. Einfach mit wenig Gepäck auf einer einsamen Insel ausgesetzt: schafft Anreize, sich günstigere Lebensumstände zu beeschaffen.

    Natürlich kann man auch erstmal wieder ein Vorurteil in die Welt setzen, die sind ja so geldgierig und anspruchsvoll, diese Arbeitlosen, die wollen den viel zu großzügigen gesetzlichen Leistungsrahmen voll ausschöpfen. Dieser gesetzliche Leistungsrahmen führte in Deutschland zu der größten Vertreibung und Völkerwanderung nach dem zweiten Weltkrieg - nur berichten die Medien nie aus dieser Perspektive. Der "gesetzliche Leistungsrahmen" liegt schon jetzt auf niedrigstem Niveau - vor allem was die Heizkosten angeht. Nicht umsonst befürchten Sozialverbände insgeheim, das die Leute in den Städten bald erfrieren werden.

    Aber der Heinrich Alt ist ja noch nicht fertig. Er hat ja noch einen Spruch auf Lager, genauso widerwärtig und wahnhaft wie alles, was aus den Kreisen der Lumpenelite so über das Volk ausgegossen wird:

    Die 100-Prozent-Versorgung durch den Sozialstaat sei antiquiert

    DAS ist nun ein flotter Spruch ... und der Einstieg ins Euthanasieprogramm. Es ist ein langsameres, quälenderes Euthanasieprogramm, das für die Täter den Vorteil hat, das sie schwerer zu fassen sind ... aber es ist ein Mörderprogramm. Ein Mörderspruch für ein Mörderprogramm, denn wenn der Staat im Sozialfalle nicht die Kosten trägt ... dann stirbt der Mensch. Bei 20% zuwenig langsamer als bei 100% zuwenig - aber er stirbt...an Unterkühlung, Mangelversorgung, nicht behandelter Krankheit.

    Was ist das eigentlich für ein Mensch, dieser Heinrich Alt? Mit welchem Recht erhebt er sich über seine Mitbürger und fordert offen sie mit ein bischen Handgeld auf die Straße zu setzen? Ich weiß, "Ad Hominem" hört man in letzter Zeit nicht so gerne, obwohl es Kernpunkt allen geisteswissenschaftlichen Arbeitens ist zu schauen in welchem Lebensumfeld der Autor aus welcher Perspektive argumentiert. Politische Manipulatoren arbeiten gerne mit dem "Ad hominem-Begriff" um so zu tun, als gäbe es das politisch zweckfreie Argument. Mit diesem Schutzschild versehen lassen sich die übelsten Dinge diskutieren, weil die Diskussionen über die Intention des Autors als "böse" definiert werden. Nun ... manchmal bin ich gerne böse und finde das ganz nützlich:

    http://www.arbeitsagentur.de/nn_27198/Navigation/zentral/Servicebereich/Ueber-Uns/Aufbau-und-Organisation/Vorstand/Vorstand-Nav.html

    1970 - 1975
    Studium der Politikwissenschaft und der Germanistik an der Universität Trier
    1977 - 1983
    Landesarbeitsamt Rheinland-Pfalz-Saarland, Referent für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
    1983 - 1985
    Arbeitsamt Saarlouis, Abteilungsleiter Arbeitsvermittlung
    1985 - 1987
    Arbeitsamt Mainz, Abteilungsleiter Arbeitsvermittlung
    1987 - 1990
    Landesarbeitsamt Rheinland-Pfalz-Saarland, Referatsleiter
    1990 - 1992
    Arbeitsamt Bad Kreuznach, Direktor
    1992 - 1993
    Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz, Referent
    1993 - 1998
    Landesarbeitsamt Nord, Abteilungsleiter ?Arbeitsvermittlung und Arbeitsberatung"
    1998 - 2000
    Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Schleswig-Holstein, Staatssekretär
    2001 - 2002
    Bundesanstalt für Arbeit, Vizepräsident
    seit 04/2002
    Mitglied des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit (bis 2004 Bundesanstalt für Arbeit)

    Der Mann hat sich ja auf Kosten des Steuerzahlers ein gutes Leben gemacht. Schöne Gleitzeitbüroarbeit, damit man die Sommerzeit so richtig genießen kann, kein Akkord, keine Leistungs- oder Umsatzziele, die in kurzer Zeit erreicht werden müssen - ein schönes gemütliches Leben auf der Vollversorgungsschiene des öffentlichen Dienstes. Ein großes Geschenk, das manche Leute zu würdigen wissen und sich in den Dienst des Volkes stellen. Na ja, da ist es wie in der Philosophie - manche leben für sie, manche von ihr. Die von ihr leben erhalten in der Regel mehr Euro.

    Damit er besser vom Volk leben kann bringt er öfter solche Querschläger:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/ba-vorstand-alt-hartz-iv-saetze-fuer-jugendliche-zu-hoch-654170.html

    Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, hat sich für eine Reduzierung der Hartz-IV-Regelsätze für Menschen unter 25 ausgesprochen. Sein Argument: Jugendliche in der Ausbildung dürften finanziell nicht schlechter gestellt sein, als Gleichaltrige, die nicht arbeiten.

    Stimmt, Kinder sollen gefälligst von Luft und Liebe leben.

    Und aus seinen Euthanasiephantasien macht der Verwaltungsbeamte ja auch keinen Hehl, er äußert sie ja gelegentlich auch öffentlich:

    "Jeder, der in Beschäftigung bleibt, ist wertvoller als der, der arbeitslos ist." - In: WISO (ZDF) spezial vom 06. April 2009, 22:50 Uhr: Krise ohne Ende oder Ende der Krise?
    Von „http://de.wikiquote.org/wiki/Heinrich_Alt“

    Da spricht ein Mensch, der von der bundesrepublikanischen Gemeinschaft und ihren Werten ganz gut lebt, aber wohl noch nie etwas von der Bindung des Grundgesetzes an die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte gehört hat und von der Aufnahme ihrer Werte in den Grundwertekatalog. Tolles Land, die zahlen gut für wenig Arbeit, wo kann ich mich jetzt richtig ausleben?

    Und damit niemand meint, ich würde das Sachargument nicht gelten lassen:
    Die Wohnkosten für Hartz IV orientieren sich am untersten Marktsegment. Darunter ... gibt´s nichts mehr. Und angesichts des drohenden Wohnungsmangels in der BRD (wir berichteten) wird es in Zukunft sowieso schier unmöglich werden, Niedrigpreiswohnraum zu erhalten.

    Nun, vielleicht ist Heinrich Alt ja kein übler Menschenverbrenner in smarterer Form sondern nur jemand, der schon seit zwanzig Jahren keine Nachrichten studiert hat und deshalb einfach mal undurchdacht was herausfallen läßt, was ihm zwischen den Kaffeepausen im Amt so durch den Kopf geht - so was kann man von hier aus nicht erkennen.

    Doch eins ist Gewiss: solche Vorschläge sind dazu geeignet, Menschenleben in Gefahr zu bringen. An den Miniatursätzen von Hartz IV sind schon einige verhungert. Nicht jeder kann streng haushalten, noch kann man bei jedem voraussetzen, das er sich den Forderungen der Werbewirtschaft so intensiv entziehen kann, das er sich nur das kauft, was er wirklich braucht - und das ist ja eigentlich auch so gewollt, denn würden wir alle nur das kaufen, was wir bräuchten, dann wäre Schluß mit Binnenkonjunktur.

    Und somit sind diese Vorschläge letztendlich... die Forderung nach Euthanasieprogrammen für Arbeitslose mit geringerer Intelligenz. Ihr Lebensberechtigungsschein erlischt, weil ihre speziellen Leistungsprofile am Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt werden.

  • Positives Denken ... ein böser, satanischer Fluch - und eine Philosophie für Sklaven

    Es hört sich ja gut an: positives Denken. Seine Quelle hat es ... manchen Quellen zufolge ... in der Medizin. Erst später kam es in die Motivationsseminare.

    In der Medizin kreist es um das Phänomen der "spontanen Selbstheilung". Der Hintergrund ist ganz einfach: Krankheiten werden durch bedrückende, selbstzerstörerische Gedanken gefödert. Bremst man diese Gedanken, heilt der Körper z.B. den Krebs ganz von selbst....bzw. er heilt ihn wieder wie üblich, denn jeder, der diese Zeilen liest, hat Krebs. Nur - das Immunsystem vernichtet die "spätrömischen" Zellen schnell wieder.

    Wenn Krebs zur Krankheit wird, hört das Immunsystem einfach auf zu arbeiten...und der Zusammenhang zwischen Psyche und Immunsystem ist mitlerweile derart oft in der Fachliteratur erwähnt worden, das wahrscheinlich schon jeder mal drüber gestolpert ist. In diesen Gebieten ... schadet eine Durchleuchtung der geistig-seelischen Konfiguration nach negativen Gedanken nicht - kann aber eventuell viel Nutzen bringen. In diesen klar begrenzten Einsatzgebieten wäre nichts gegen "positives Denken" zu sagen - vor allem, weil es meistens eingesetzt wird, um überdurchschnittlich negative Gedanken über sich selbst und seine Welt bewußt zu machen und zu neutralisieren ... mit manchmal verblüffenden Heilerfolgen.

    Insofern wäre positives Denken ... "gut".

    Wenn wir über gut und böse sprechen, brauchen wir aber zuvor eine Definition, das merke ich schon. Ich selbst mache es mir da einfach: böse tut weh. Es gibt Ausnahmen (wie z.B. beim Zahnarzt), wo es Sinn macht, aber es wird dadurch nicht gut. Gut macht Freude, befreit, ist angenehm, fördert mein ganzes Sein und meine ganze Lebensqualität. Ist man selbst ein asoziales Wesen, kann man dieses Gute nur in bezug auf sich wahrnehmen und wird Egoist....aber selbst mit denen kann man einen funktionierenden Gesellschaftsvertrag aufbauen. Soziale Wesen können sogar ohne lange Verhandlungen miteinander leben ... wird millionenfach auf der Erde demonstriert.

    Nun halte ich "Positives Denken" für geradezu DIE klassisch böse Philosophie der Moderne....und politisch für brandgefährlich, dabei sind die Menschen, die diesem Denken anhängen, nicht unbedingt bei den Gewinnern der gesellschaftlichen Entwicklungen zu finden. Manager würden nie positiv denken ... sie werden dafür bezahlt, realistisch zu denken .... "even the worsest case" anzunehmen und dann das Beste ohne Risiko aus der Situation herausholen - das ist ihr Job.

    Was meint nun dieses "Positive Denken" überhaupt?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Positives_Denken

    Die Methode „Positives Denken“ zielt im Kern darauf ab, dass der Anwender durch konstante positive Beeinflussung seines bewussten Denkens (z.B. mit Hilfe von Affirmationen oder Visualisierungen) in seinen Gedanken eine dauerhaft konstruktive und optimistische Grundhaltung erreicht und infolgedessen eine höhere Zufriedenheit und Lebensqualität erzielt.

    In einigen Werken, die sich mit dem Thema befassen, nimmt der Glaube eine zentrale Stellung ein. Allerdings handelt es sich hierbei nicht in erster Linie um einen religiös motivierten und transzendental ausgerichteten Glauben, sondern um die Überzeugung, dass Dinge, die ein Mensch für „wahr“ hält, die Tendenz haben, sich in seinem Leben zu verwirklichen. Dennoch ist die Grenze zur Esoterik oft fließend.

    Damit verbunden ist ein weiterer zentraler Aspekt des Positiven Denkens, die (indirekte) Beeinflussung des unbewussten Denkens bzw. Unterbewusstseins durch das gezielte (bewusste) Denken positiver Gedanken. Dieser Aspekt nimmt z. B. in der Lehre von Joseph Murphy eine tragende Rolle ein.

    Um einem weit verbreiteten Irrtum vorzubeugen: positives Denken hat nichts mit NLP zu tun, obwohl Leute, die von beidem keine Ahnung haben, gerne an Seminaren über diese Themen gut verdienen und die Themen miteinander verknüpfen. Die ARGE zahlt ja gerne alles, was man ihren in dieser Hinsicht völlig unqualifizierten Mitarbeitern verkaufen kann ... und denen kann man alles verkaufen, was man möchte, da habe ich keinerlei Zweifel.

    Eine einfache, harmlose und trotzdem nicht empfehlenswerte Sichtweise ist die, das das Glas immer halbvoll und nie halbleer ist. Habe ich aber ganz-voll-Glas-Durst nützt mir das halbvolle Glas genauso wenig wie das halbleere. Ich kann mir jedoch einreden, das ich damit jetzt glücklich zu sein habe.

    Schlimmer wird es, wenn es sich um Magie handelt...fein formuliert für die "Tendenz, das Dinge, die der Mensch für wahr hält, geneigt sind, wahr zu werden". Man denkt sich sein Schicksal. Und selbst das ... ist nicht ganz und gar undenkbar. Noch sind wir weit davon entfernt, es praktisch sicher und ohne ungewollte Nebenwirkungen umsetzen zu können, aber durch die modernen Hypothesen der sechsdimensionalen Welt mit dem Menschen als einziger (bekannter) Kreatur zur Manipulation jener sechsten Dimension (hier entsprechend der Interpretation der Lehre des Burkhard Heim durch Ilobrand von Ludwiger ... siehe dort) gäbe es eine denkbare Möglichkeit, sein Schicksal .... umzuprogrammieren.

    Aber positives Denken geht noch viel weiter ... vor allem geht es oft auch um Geld. Natürlich wird in den entsprechenden Seminaren (zum Beispiel von "alles ist möglich"-Höller) gerne davon gesprochen, das Geld nicht glücklich macht. Aber da es dann im weiteren doch als beruhigend empfunden wird, dreht es sich gerne oft darum, mit einer cleveren Geschäftsidee das ganz große Geld zu machen.
    Hier ... ist dann schnell alles vorbei.

    "Wenn man sich selber nur richtig programmiert, richtig "reinigt", richtig denkt, dann geschehen einem nur positive Dinge. Arbeit, lernen, Taten selbst sind unwichtig, denn das Universum schickt einem genau das, was einem zusteht" ... so in etwa lauten dann andere bekanntere Adaptionen des positiven Denkens.

    Im Umkehrschluß ... der in diesen Welten aus logischen Gründen ebenso "wahr" sein muß, da ansonsten der Funktionsbeweis des positiven Denkens in sich zusammenfällt ... sind Menschen, denen Schlechtes zufällt, selber schuld. Und hier ... wird es richtig finster und böse:

    Wer Hartz IV bekommt, hat es auch verdient.

    Wer in Auschwitz umkam, ebenfalls.

    Und wer in Afrika verhungert, bekommt nur die Folgen seines Denkens zu spüren.

    Und wer als Mulitmilliardär Währungen zugrunderichtet, ist völlig im Einklang mit dem Universum, Gott und den Zaubermächten des Schicksals.

    Leid wird gut weil verdient, menschenfeindliche Massenvernichtung wird gut, wenn es klappt, denn weil es funktioniert hat hat der Täter ja richtig gedacht und gehört somit zu den guten, positiv denkenden Menschen, deren Gedanken ja durch ihre Manifestierung bewiesen haben, das das Universum, Gott und die Welt sie haben will.

    Heil Hitler, kann man dazu nur sagen. Jedenfalls bis 1945. Wahrscheinlich fing er 1944 an, weniger positiv zu denken, weil die Alliierten von allen Seiten auf ihn zuströmten. Hätte er weiter positiv gedacht, hätte er den Krieg gewonnen.

    Insofern kann man nur froh sein, das er das Geheimnis des positiven Denkens nicht kannte - oder das die einen immanenten Denkfehler haben. Der Fehler ist einfach....aber niemand, der sich in den Fängen dieses bösartigen Fluches befindet, will ihn sehen.

    Zwei positiv denkende Frauen, ein Paar Schuhe ... das letzte und einzige. Wer bekommt die Schuhe, in wessen Leben werden sie die Tendenz entwickeln, wirklich im Schrank zu stehen?

    Tausend positiv denkende Menschen, die lieber einen grünen Mond hätten; eine Million, die lieber Kaiser Wilhelm den Ersten als Regenten Deutschlands haben wollen, eine Milliarde, die eine zweite Sonne möchten ... was tritt ein, was nicht? Nun, nichts davon wird eintreten, weil es eben unveränderliche Konstanten außerhalb des menschlichen Wunschdenkens gibt - doch die ignoriert man gerne und gibt dem Menschen die völlige Verantwortung für alle Elemente in seinem Leben ... die man "angezogen" hat, auf magnetische, magische, mystische Art und Weise.

    Und somit wird im Rahmen dieser Philosophie ein Hartz IV-Empfänger böse, weil er ja diesen Zustand "irgendwie" durch sein defizitiäres Denken selbst herbeigeführt hat, während jeder skrupellose Mulitmilliardär nahezu gottgleich ist, weil sein Kontostand beweist, wie richtig (und gut) er denkt.

    Positiv Denken ist wie ein Fluch oder eine Krankheit, die die Gedankenwelten der Menschen verseucht.
    Sie ist böse, weil sie Hunger, Folter, Leid, Durst, Schmerzen als verdienten und deshalb nicht zu ändernden Zustand definiert. Und sie ist böse, weil sie dem leidenden Individuum auch noch die alleinige Schuld für seinen Zustand zuschreibt. In weniger schönen Worten ausgedrückt, sind wir hier bei Nietzsche und dem Sozialdarwinismus (den Zusammenhang wird man in den Seminaren, die die positive Gedankenpest verbreiten, nie gestoßen): wem es schlecht geht, der soll zugrundegehen. Das ist die häßliche Kehrseite der Medaillie, die man - da man hier in religiösen Kategorien denkt, denken soll und denken darf - mit gutem Recht "satanisch" nennen kann.

    Kaum etwas ist in der Lage, die menschliche Psyche so zu zerrütten, wie dieses vergiftete und verseuchte Gedankengut, weil es eben so fein und schön formuliert daherkommt, in seinem Inneren aber völlig dunkel und verrottet ist. Es verspricht nahezu göttliche Allmacht des Individuums über sein Schicksal, stößt es aber in die finsterste Hölle, wenn trotz allen richtigen Denkens ... die falschen Lottozahlen kommen und man daraus dann nur eine Schlußfolgerung ziehen kann: Gott, das Universum, die Welt ... hassen mich, weil ich minderwertig bin und deshalb sollte ich schnell zugrunde gehen.

    Wer nun meint: "Aber ich habe gehört, das es funktioniert", dem empfehle ich auch den eifelphilosophischen Wunscherfüllungszauber mit 100% Wirkgarantie. Er ist einfach, ohne jede schädliche Nebenwirkung und garantiert erfolgreich.

    Achtung ... hier ist er:

    "Einfach dreimal auf Holz klopfen und Dein Wunsch geht in Erfüllung".

    Statistisch gesehen werden nun ... 50% der Klopfer Erfolg haben. 50 % haben Mißerfolg. Ich könnte sogar mit einer Quote von 1:10 leben, den Rest ... erledige ich später, in meinen anderen Büchern - aber wir haben schon mal eins: Zeugen der Wirksamkeit, die mein nächstes Buch kaufen werden und von ihren großen Erfolgen erzählen.

    Und die anderen:

    Falsch geklopft. Zu feste, zu seicht, falsches Holz genommen ... wartet auf meinen Fortsetzungsband 14:
    "Erfolgreich, reich, schön und glücklich mit dem richtigen Partner als Superstar in die Zukunft geklopft: Holzart, Rythmus und Mondstand beachten!"

    Wetten ... ich finde Käufer?

    Und wetten, ich richte weniger Schaden an als ... die Sklavenphilosophie des Positiven Denkens, die im Kern erstmal eins besagt: der Adel ist zurecht adelig, der Reiche ist zurecht reich und der Arme zurecht arm.

    Sowas ... hatten wir aber schon im Mittelalter. Dort war "der Wille Gottes" die Ausrede dafür. Kein Wunder, das Gott sich von uns abwendet, wenn wir so über ihn sprechen...und auch kein Wunder, das er sich von uns abwendet, wenn wir versuchen, seinen Willen mit unseren Gedanken zu beugen, ihm unseren Willen kraft unserer Gedanken aufzuzwingen....womit man sieht, das "Positives Denken" auch innerhalb religiöser Kontexte (und auch innerhalb "esoterischer" Kontexte, die an sich nur Ableitungen religiöser Kontexte darstellen) böse und satanisch ist.

    Wer möchte jetzt mein Buch?

  • Deutschland ... Orgie der linken Gewalt

    Kaum hat man die Füße hochgelegt, um sich von einem anstrengenden Tag zu erholen, da prasseln schon Meldungen auf einen ein, die unfaßbar sind: Deutschland versinkt in einer Orgie linker Gewalt:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6892751/Politisch-motivierte-Gewalt-erreicht-Hoechststand.html

    Politisch motivierte Straftaten haben in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Im letzten Jahr wurden 34.000 solcher Taten gemeldet, das sind 6,7 Prozent mehr als im Jahr 2008. Dabei wird immer häufiger Gewalt angewendet. Die Zahl der Gewalttaten stieg um über 20 Prozent. Mehr als 3.000 Fälle wurden angezeigt, teilte das Bundesinnenministerium mit. Das sind die bislang höchsten Werte überhaupt seit Einführung des Erfassungssystems im Jahr 2001.

    Wer sich nun das in der WELT beigefügte Schaubild anschaut, wird feststellen, das das Bild nicht ganz zum Titel paßt. Linke Gewalt ... das ist der kleine rote Balken, nicht etwa der große kackbraune. Jener Balken gehört zur rechten Gewalt, von der es offensichtlich eine gewisse Dunkelziffer gibt:

    http://www.freies-wort.de/nachrichten/regional/sonneberg/sonneberglokal/art2407,1137566

    Warum sie all das nicht bei der Polizei angezeigt hat? Die Frau hat laut eigenem Bekenntnis kein großes Vertrauen zu den Beamten. Sie fürchtet aber vor allem die Rache der Täter, ist schon mal von so einem verprügelt worden - und unterlässt deshalb die Anzeige.

    Aber immerhin ... wenn man es richtig dreht und wendet hat man spannende Prozentzahlen. Natürlich muß man dann auch ausblenden, das "rechte Täter" doppelt soviel Gewalttaten begehen. Dann kann man auch den Innenminister besser verstehen:

    Die Straftaten aus linksextremen Motiven sind im letzten Jahr sprunghaft um fast 40 Prozent angestiegen. Besonders die Gewaltdelikte haben zugenommen. Die Opfer sind meist Polizisten. Bundesinnenminister Thomas de Maizière zeigt sich schockiert: "Wir dürfen uns mit solchen Taten nicht abfinden."

    Die Gewalttaten rechtsextremer Kreise sind im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgegangen, doch zeigt sich hier über den Gesamtzeitraum ebenfalls eine deutliche Zunahme. Aber mit solchen Taten konnte man sich offenbar abfinden. Ist ja immerhin "rechte" Gewalt und rechts stammt ja sprachlich gesehen von "richtig" ... jedenfalls für Tumbgermanen aller Arten.

    Wahrscheinlich ist auch ein neuer Volkssport auf die Aktivitäten der Linken zurückzuführen, zumal die Nazis ja häufig zu blöde sind eine Führerscheinprüfung zu bestehen:

    http://auto.t-online.de/hohe-spritpreise-fuehren-zu-immer-mehr-benzinklau/id_41121262/index

    Die derzeitig hohen Spritpreise führen zu immer mehr Benzindiebstählen. Das berichtet die Rheinische Post in ihrer Online-Ausgabe. Neuste Masche der Benzindiebe: Sie schrauben zuvor gestohlene Kennzeichen an ihren Wagen.

    Ob diese Nachricht an und für sich nicht schon linke Anstiftung zu einer Straftat ist? Oder ein Beitrag zur Rettung aus der individuellen Wirtschaftskrise? Eine persönliche Form von Steuerrückerstattung? Auf jeden Fall bereiten sich da schon mal breite Bevölkerungskreise auf die neuen Spritpreiserhöhungen vor:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6896520/Auch-Umweltbundesamt-fuer-hoehere-Spritpreise.html

    Bundespräsident Horst Köhler hatte mit seiner Forderung nach höheren Spritpreisen für Empörung gesorgt. Jetzt erhält er Rückendeckung vom Umweltbundesamt. Die Behörde weist in einer Studie nach, dass eine Erhöhung des Spritpreises um drei Cent pro Jahr möglich und noch dazu gut für die Umwelt wäre.

    Man weiß ja, das Akademiker gerne links sind und sich gerne in Behörden vor der Arbeit drücken ... und in der Umweltbehörde sind die dann auch noch grün. Also auch ein klarer Fall von Zunahme linker Gewalt.

    Das einzige was mir in diesem ganzen Konzert noch fehlt, ist der Hinweis darauf, das die alle auch irgendwie mit den Taliban unter einer Decke stecken.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,685236,00.html

    Besorgt zeigte sich auch der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller: "Offensichtlich sind vor allem in großen Städten Schutzräume linksextremer Gewalt entstanden. Dort gibt es Milieus, die linken Gewalttätern mit Toleranz begegnen." Müller forderte, die Förderprogramme gegen linke Gewalt massiv aufzustocken.

    Die Millieus in den großen Städten ... jetzt wissen wir endlich, woran es liegt. Vielleicht kriegen wir doch noch den Bogen zu den Taliban um endlich Nacktscanner vor jeder Szenekneipe installieren zu können.
    So basteln sich Medien ihre eigene kleine Welt und bekommen dafür ... richtig schöne Werbeaufträge.

    Aber wenigstens einer reagiert jetzt auf die permanente Medienschlamperei:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6896973/SPD-Politiker-fuer-Werbeverzicht-von-ARD-und-ZDF.html

    Auf den Mainzer Medientagen zieht "Spiegel"-Verlagsleiter Fried von Bismarck eine düstere Bilanz. Die Mehrzahl der Deutschen habe kein Interesse an Qualitätsjournalismus.

    Die Frage ist doch: liegt das an den Deutschen? Sind sie das falsche Volk anstatt das richtige ... rechte? Möglicherweise sogar ein "linkes" Volk?

    Oder liegt das daran, das der Qualitätsjournalismus zur Werbekampagne für diverse Aspekte des Neoliberalismus und dessen "Lifestyle" verkommen ist und inzwischen Leser mit dem IQ von Kartoffelpüree braucht, damit die billigen Manipulationsversuche nicht bemerkt werden?

    Aber zumindest plant man schon gegen die Befehlsverweigerung des deutschen Volkes gezielt vorzugehen:

    Der SPD-Politiker Eumann sprach sich außerdem dafür aus, regionalen Journalismus oder Nachrichtenagenturen finanziell durch eine Stiftung zu unterstützen, um den Bestand von Qualitätsmedien auf Dauer zu sichern. „Ich finde dieses Modell nicht abwegig“, so Eumann.

    Man könnte natürlich auch mal wieder Nachrichten machen, die kritisch sind, unterhaltsam, die Entscheidungsfindungen erleichtern, die ausgewogen sind und Probleme von allen Seiten beleuchten. Nachrichten, die ihr Geld wert sind ... und nicht nur das der Sponsoren.

    Dafür bräuchte man aber kein werbefreies Fernsehen, sondern parteifreie Medien. Einfach mal den Bender vom ZDF fragen. Der hat Erfahrungen mit Gewalt durch kriminelle hessische rechte Ministerpräsidenten.
    Also mit ... "guter Gewalt".

  • Deutschlands verschollene Demonstration, die Gesundheitsreform und der Bürgerkrieg in Hamburg

    Ich hatte mir überlegt, mitzudemonstrieren. Seit dreißig Jahren mal wieder, doch mein gesundheitlicher Zustand ist nicht mehr ganz so wie früher. Aber "Wir zahlen nicht für eure Krise" ist doch mal ein gutes Motto.

    Nun - ich habe es nicht geschafft aber wartete doch auf ein mediales Echo. Angeblich hatten hundert Organisationen und viele Einzeltäter zu der Demonstration aufgerufen, doch ... weder Spiegel, Welt noch Der Westen meldeten irgendetwas. Gerade Der Westen sollte doch was darüber bringen, dachte ich mir.

    Doch ich fand ... nichts. Hunderte von Aufrufen sind im Netz zu finden, doch die Demonstration - scheint ausgefallen zu sein. Oder auch nicht. Oder sie ist einfach verschollen und alle Teilnehmen sitzen in U-Haft. Oder ich bin zu blöd, die Miniaturnachricht über die drei Teilnehmer zu finden, die auf mich warteten um einen Runde Doppelkopf spielen zu können.

    Vielleicht haben sie aber auch verstanden, das wir selbstverständlich für deren Krise zahlen werden. Das ist seit dreißig Jahren unser Job, dafür sind wir Niedriglöhner geworden. Und wir sind so stolz darauf, so wenig zu verdienen, das wir in Zukunft gerne noch mehr bezahlen. Zum Beispiel für Gesundheit:

    http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Merkel-stimmt-Buerger-auf-hoehere-Gesundheitskosten-ein-id2772724.html

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schwört die Bürger auf steigende Gesundheitskosten ein. Man müsse den Menschen klar sagen, dass eine gute medizinische Versorgung „in den nächsten Jahren nicht billiger“ werde, sagte Merkel am Montag in Berlin.

    Wie so etwas aussehen kann, erfährt man jetzt aus den USA:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,684860,00.html

    Fernando Rojas, ein Web-Designer aus San Francisco, ahnte, was als nächstes kam. Denn ähnliche Briefe hatte er schon oft erhalten: So kündigt Anthem seine Prämienerhöhungen an.

    Deren Ausmaß übertraf diesmal aber alles Vorherige. 39 Prozent mehr würde ihn seine Krankenversicherung künftig kosten. Rojas' Monatsrate schwillt demnach von 858 Dollar auf 1192 Dollar an - zuzüglich der 5000 Dollar Selbstbeteiligung. "Da kann ich mir mein Insulin ja gleich auf dem Schwarzmarkt kaufen", stöhnt Rojas, der an Diabetes leidet.

    Aber hier wie dort werden die Pharmaindustrie und andere Kostentreiber natürlich geschont. Das zeigt sich auch im Aktienmarkt:

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/marktberichte/marktbericht-new-york-gesundheitssektor-zieht-wall-street-ins-plus;2549908

    Krankenhauswerte sowie die Aktien von Pharmakonzernen gehörten zu Gewinnern. "Die Märkte verzeichnen Aufschläge, weil die Unsicherheit beseitigt ist", begründete Analyst Marc Pado von Cantor Fitzgerald die Entwicklung. Jetzt sei bekannt, wer zu den Gewinnern der Reform gehöre.

    Schaut man sich erste konkrete Ergebnisse an, dann macht es auch Sinn, das Pharmaaktien steigen:

    http://www.wsws.org/de/2010/mar2010/care-m23.shtml

    Zu den wichtigsten Aspekten des Gesetzes gehört, dass Hunderte Milliarden Dollar bei der sozialen Gesundheitsversorgung für Rentner, Medicare, gekürzt werden und dass Personen und Familien Gesundheitspolicen kaufen, oder eine Strafe zahlen müssen. Das eröffnet den privaten Versicherungskonzernen lukrative neue Geschäftsfelder. Unternehmen unterliegen keinerlei Verpflichtung, ihre Beschäftigten zu versichern. Sie brauchen dann lediglich eine symbolische Strafe zu zahlen.

    Der Regierung und den Konzernen wird weitgehend erlassen, für die Gesundheitsversorgung zu zahlen, aber die arbeitende Bevölkerung muss die Rechnung begleichen.

    Das erste erkennbare Ergebnis der Reform: Wir zahlen mehr. Wir ... die Normalbürger. Und weil das so ein Klasse Konzept ist, will Merkel das jetzt auch in Deutschland haben. Wenn Bürger mehr zahlen, haben alle anderen mehr zum Verteilen ... und es fällt auch wie zufällig mehr in die eigene Tasche.

    Und wenn wir dann die Kopfpauschale haben, dann kann die FDP auch ihr Bürgergeld bekommen ... das höher als Hartz IV liegt aber durch die Kopfpauschale dann wieder niedriger wird. Alle sind dann glücklich, das alle wieder zahlen. Deshalb sollten wir uns die Geschichte von Fernando Rojas merken, denn: wenn niemand die Pharmamafia stoppt, die genauso dem Renditewahn unterliegt wie der Rest der Wirtschaft, dann werden wir irgendwann auch diese Briefe bekommen und uns an diese Summen gewöhnen....falls es nicht eine Agenda 2010-Regelung gibt, das die Versicherung erst dann zahlt, wenn wir alle unsere eigenen Mittel selbst ausgeschöpft haben....und natürlich auch nicht für immer. Dann werden wir nicht nur die "faulen Arbeitslosen" nicht mehr bezahlen, sondern uns auch weigern, die "eingebildeten Kranken" weiter zu finanzieren.

    Ich persönlich würde eine ganze Kiste Bier drauf wetten, das es genauso kommt.

    Ähnliche Perspektiven haben wohl mitlerweile viele Hamburger Bürger. Man hört es immer nur nebenbei, aber als jemand, der mal dort gewohnt hat und die Stadt sehr sympathisch fand finde ich den Umgang der dort mitlerweile bei den ansonsten so kühlen Hanseaten herrscht schon betrübend.

    http://www.b2b-deutschland.de/hamburg/region/detail_ddpb2b_2692777590.php

    Bereits in der Nacht zum Samstag hatten in den Hamburger Stadtteilen Harvestehude und Barmbek mehrere Autos gebrannt. Ob die Anschläge einen politischen Hintergrund haben, ist unklar. Auch hatten Unbekannte vor einer Woche schon diverse Fahrzeuge angezündet. Im vergangenen Jahr waren in Hamburg insgesamt rund 150 Autos in Flammen aufgegangen.

    Und wie es aussieht, sieht die Hamburger Polizei schwarz für die Zukunft:

    Derweil hat Hamburgs Polizeipräsident Werner Jantosch die Bürger aufgefordert, Hinweise auf Verdächtige umgehend zu melden. «Mein leidenschaftlicher Appell an alle Hamburger: Rufen Sie bei dem geringsten Verdacht den Polizeinotruf 110. Wir gehen jedem Hinweis nach», sagte Jantosch der «Bild»-Zeitung (Dienstagausgabe).

    Vielleicht sollte ich ihn mal anrufen und ihn darauf aufmerksam machen, das ungerechte Republik und der Umbau des Landes in ein Arbeitslager voller Niedriglohnempfängern gerade bei jungen Leuten gelegentlich Zornausbrüche hervorruft ... erst recht, wenn sie sehen, das für manche hier immer mehr abfällt, für immer mehr aber immer weniger übrig ist. Insofern teile ich seine Befürchtungen:

    Die Brandstifter bezeichnete Jantosch als «Verlierer der Gesellschaft». Es sei «nur eine Frage der Zeit, bis die Feuer auf Gebäude übergreifen und es Tote und Verletzte gibt». Etwa ein Viertel der Taten seien politisch motiviert, sagte der Polizeipräsident und fügte hinzu: «Es gibt auch Brandstiftungen aus reiner Lust am Zerstören oder wegen Streitigkeiten.»

    Die reine Lust am Zerstören ... ist seit jahrtausenden ein Kennzeichen für sehr hoffnungslose Leute, die nichts mehr zu verlieren haben. "Verbrannte Erde" nennt man das in der Kriegsführung, "verbrannte Luxusautos" wird man das wahrscheinlich bei der Bürgerkriegsführung nennen.

    Es wird ja nicht an die große Glocke gehängt, aber ... es werden schon jetzt nicht nur Autos angegriffen:

    http://newsbattery.blogsport.de/2010/03/22/fluechtlingsrat-fordert-ruecktritt-von-hamburgs-innensenator-ahlhaus/

    So gesehen sind er sowie seine „repressive und ausgrenzende Politik“ (wie sie ihm der Flüchtlingsrat vorwirft) mutmaßlich der Anlass für die Gewalt, bei der (laut Hamburger Morgenpost) zwischen 22.30 Uhr und 5 Uhr in der Nacht zum Samstag vor der „Roten Flora“ am Schulterblatt im Schanzenviertel Polizisten angegriffen wurden. Die Hamburger Morgenpost bezeichnet die Ursache für den Ausbruch von Gewalt jedoch als „nichtigen Anlass“. Eine repressive und ausgrenzende Politik aber wird, wie ich argwöhne, von einigen Bürgern, als eine Art faschistoide Gewalt verstanden, die von „aufrichtigen Demokraten“ unter Umständen eine Gegenwehr erforderlich macht.

    Ein Angriff auf Polizisten und Sanitäter ... da hat jemand aber die Nase gestrichen voll von jeder Form von Uniform, denke ich mir.

    Gesundheit, Bildung, Lebensqualität ... wir zahlen für Eure Krise. Und wir zahlen auch dafür, das eine immer kleiner werdende Gruppe von immer reicheren Leuten sich immer mehr Maseratis kaufen können.
    Und die mag der Bürger dann nicht, zumal ... man jetzt auch an die Rente geht:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6886139/Schluss-mit-der-Bevorzugung-der-Ost-Rentner.html

    Schluss mit der Bevorzugung der Ost-Rentner
    Den meisten ist es nicht bewusst, aber Sonderregelungen im Rentenrecht begünstigen die ostdeutschen Ruheständler. Sie werden von den westdeutschen Beitragszahlern mit zweistelligen Milliardenbeträgen subventioniert. Dieses System ist nicht mehr akzeptabel.

    Nicht mehr aktzeptabel ist vieles in diesem Land. Zum Beispiel Regierungen, die mehr ausgeben, als sie haben. Also ... mir sind die Ostrentner, die Gesundheit, die Kinder und die Lebensqualität in diesem Land lieber als der Einsatz in Afghanistan, der Eurorettungsfond und die Milliardenverschwendung in der Gesundheitsindustrie. Wenn ich da zu entscheiden hätte ... würde ich andere Prioritäten setzen und erstmal vor der Haustüre kehren...bevor die Luxusautos schneller brennen, als man sie nachkaufen kann.

  • Die Wahrheit über Arbeit - Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland

    Die Wahrheit über Arbeit zu schreiben, ist schlechterdings unmöglich. Jedenfalls für Philosophen. Wir wissen, das wir nicht und nichts wissen und das absolute Wahrheit kaum zu erreichen ist. Und als ob das schon nicht schwierig genug ist, kommt bei der Wahrheit über Arbeit noch hinzu, das man sich auf die Quellen der etablierten Medien verlassen muß ... und die Lügen wie gedruckt. Kein Wunder, die drucken ja auch noch - wenn auch immer weniger.

    Die Wahrheit über Arbeit zu schreiben ist vor allem eins: viel Arbeit.

    Arbeit gibt es in vielen Formen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeit

    Arbeit (Betriebswirtschaftslehre) – in der Betriebswirtschaftslehre eine Komponente der Produkterzeugung
    Arbeit (Philosophie) – in der Philosophie das bewusste schöpferische Handeln des Menschen
    Arbeit (Sozialwissenschaften) – in den Sozialwissenschaften bezahlte Erwerbstätigkeit und unbezahlte Reproduktionsarbeit
    Arbeit (Volkswirtschaftslehre) – in der Volkswirtschaftslehre einer der Produktionsfaktoren

    Und sie scheint eine aussterbene Art zu sein:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeit_(Betriebswirtschaftslehre)

    Nach Auffassung des US-Ökonomen Jeremy Rifkin wird durch die digitale Revolution langfristig die Arbeit verschwinden. Daraus stellt sich die Frage, womit ein Mensch seinen Lebensunterhalt bestreiten soll.[5][6] Rifkin nannte hierzu einen Ausbau des Nonprofitsektors, eine Steuerumschichtung mit einer stärkeren Besteuerung von natürlichen Ressourcen und Zeitdollar-Initiativen als geeignete Ansätze.[7]

    Richard Buckminster Fuller stellte in seinem Buch Critical Path (1981) fest: Arbeitslosigkeit beruhe unmittelbar auf der technischen Möglichkeit einer Ephemerisierung. Ähnlich äußert sich Norbert Wiener, ein Mitbegründer der Kybernetik, der 1947 darauf hinwies, dass der Fortschritt in der Computertechnik Massenarbeitslosigkeit auslösen werde.

    Der französische Sozialphilosoph André Gorz meint ebenfalls, dass seit Jahrhunderten immer mehr Arbeiten durch Maschinen übernommen werden. Der dadurch bewirkte Anstieg der Produktivität führe dazu, dass selbst bei zunehmender Produktion weniger menschliche Arbeitskraft benötigt wird. Die Vorstellung von Vollbeschäftigung werde zur Illusion. Deshalb befürwortet Gorz ein Grundeinkommen, welches ermöglicht, zu leben, ohne zu arbeiten. Jeder Mensch erhalte eine monetäre Grundlage, sich selbst zu verwirklichen. [8]

    Vater George Jetson musste in einer amerikanischen SF-Zeichentrickfilmserie der siebziger Jahre nur neun Stunden pro Woche arbeiten. Was sich heute als eine eher anekdotische Anmerkung darstellt, ist ein Beispiel für die damalige von vielen auch ernsthafteren Zukunftsfiktionen geweckte Hoffnung auf ein Fortschrittsversprechen: Der Mensch werde sich mit seinen Hilfsmitteln von Arbeit befreien und dabei an Lebensqualität gewinnen. Was damals Hoffnung war, scheint heute eher als Bedrohung gesehen zu werden.

    Neun Stunden die Woche arbeiten ... für viele heute ein Traum. Die einen arbeiten sechzig Stunden, die anderen arbeiten gar nicht. Beide leiden darunter. Der eine hat gar kein Leben mehr ... der andere auch nicht. Als ob der Fortschritt in der Arbeit gezielt dazu verwendet wird, Leben zu vernichten. Absicht?

    Wir haben ja extra eine Bundesanstalt für Arbeit geschaffen, die sich mit Arbeit beschäftigt. Sie beschäftigt viele Menschen, hat aber keine Arbeit, weil diese nicht nur theroretisch sondern auch praktisch verschwindet.

    Zum Beispiel im öffentlichen Dienst.

    http://www.bpb.de/wissen/68ET1Y,0,0,Besch%E4ftigte_des_%F6ffentlichen_Dienstes.html

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst seit der Wiedervereinigung deutlich gesunken. Waren 1991 noch 6,74 Millionen Personen im öffentlichen Dienst beschäftigt, so waren es 2006 nur noch 4,58 Millionen – davon 1,59 Millionen Beamte, 22.000 Richter, 184.000 Berufs- oder Zeitsoldaten, 192.000 Auszubildende und 2,59 Millionen Arbeitnehmer.

    2,2 Millionen Arbeitsplätze weniger. Und von denen, die übrig blieben, arbeiten viele noch nicht mal voll:

    Parallel zur Verringerung der Zahl der Beschäftigten hat sich auch die Beschäftigungsstruktur des öffentlichen Dienstes verändert: Zwischen 1991 und 2007 erhöhte sich der Anteil der Teilzeitbeschäftigten von 16 auf 31 Prozent. Allein 2007 ging die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück bzw. nahm die der Teilzeitbeschäftigung um 1,1 Prozent zu. Mitte 2007 waren im öffentlichen Dienst 1,4 Millionen Personen in einem Teilzeitverhältnis beschäftigt.

    Wir müßten ja eigentlich im Geld schwimmen, wenn ich sehe, wieviel Personal abgebaut (und vielerorts möglicherweise durch ein-Euro-Jobber ersetzt) worden ist. Schwimmen wir aber nicht. Im Gegenteil, wir verschulden uns immer mehr. Wofür eigentlich?

    Im Jahr 2007 gingen in Deutschland 26,85 Millionen Personen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach – davon 21,7 Millionen (80,9 Prozent) in Westdeutschland und 5,1 Millionen (19,1 Prozent) in Ostdeutschland. 1992 lagen die entsprechenden Werte noch bei 77,2 und 22,8 Prozent.

    Und von denen, die noch einen Vollzeitarbeitsplatz haben, werden viele nur noch verliehen:

    Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) erhöhte sich der Bestand an Leiharbeitnehmern zwischen 1993 und 2007 von 121.400 auf gut 731.000. Das entspricht einem Zuwachs von gut 500 Prozent. Allein seit 2002 hat sich die Anzahl der Leiharbeitnehmer mehr als verdoppelt. Die Zahl der Verleihbetriebe stieg im selben Zeitraum von 6.978 auf 20.784. Von den knapp 17.200 Verleihbetrieben im Jahr 2006 war bei mehr als 8.400 (49,0 Prozent) der Betriebszweck ausschließlich oder überwiegend die Arbeitnehmerüberlassung.

    Die Zunahme der Leiharbeit wird auch bei den Bewegungsgrößen sichtbar. Im ersten Halbjahr 2007 begründeten insgesamt 517.500 Arbeitnehmer erstmalig ein Arbeitsverhältnis mit einem Verleiher – das waren 13,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und 55,6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2005.

    Was wäre denn nun, wenn alleine die "Öffentliche Hand" ihre Prioritäten wieder auf Beschäftigung legen würde? Erst beschäftigen wir wieder die Leute, die 1991 alle irgendwo bei Bund, Ländern und Gemeinden beschäftigt waren, dann kommen wir den übrigen Verpflichtungen nach...

    Dann hätten wir fast Vollbeschäftigung (jedenfalls wenn man den offiziellen Zahlen von 3,6 Millionen Arbeitlosen Glauben schenkt) Zwar haben wir einen sehr lebendigen Arbeitsmarkt, aber der registriert eben seit der Agenda 2010 auch Millionen von Menschen, die offiziell arbeitsunfähig sind und sich gerade mit der Rentenkasse über Zahlungen streiten:

    Und bei 33,7 Prozent der Abgänge, rund 2.775.000 Personen, schloss sich eine Nichterwerbstätigkeit an – zum Beispiel in Form von Arbeitsunfähigkeit (1.495.000 Personen) oder Vorruhestandsregelungen (270.000 Personen).

    Darüberhinaus verfälscht sich das Bild der Arbeitslosigkeit in Deutschland dadurch, das man so tut, als wäre es eine statische Gruppe von faulen Säcken.

    So wurden im Jahr 2007 mehr als 8.233.000 Personen arbeitslos – davon 5,6 Millionen in West- und 2,6 Millionen in Ostdeutschland. Parallel verließen im selben Jahr mehr als 8.837.000 Personen den Kreis der Arbeitslosen (West: 6,0 Mio.; Ost: 2,8 Mio.). Lediglich die Differenzen dieser Zahlen werden in den üblichen Statistiken zur Arbeitslosigkeit widergespiegelt.

    8,23 Millionen Menschen waren 2007 von Arbeitslosigkeit betroffen. Davon erzählt uns keine Regierungsstatistik. Das sind aber alles Leute, die niemals in ein Eigenheim investieren werden oder aber hochverschuldet aus dem Experiment wieder herauskommen, denn Flexibilität für den einen bedeutet Planungsunsicherheit für den anderen. Und Planungssicherheit dürfen in diesem Land nur Reiche einfordern, weniger reiche dürfen ruhig mit einer unsicheren Zukunft leben - was sich auf den möglichen Privatkonsum
    auswirkt.

    So ist es schon allein die Beschäftigungspolitik der öffentlichen Hand, die Massenarbeitslosigkeit gezielt gefördert hat. Würden sie die Arbeitsplätze wieder besetzen (und rechnet man die Arbeitsunfähigen heraus, die bei der ARGE auf ihre Rente warten) dann hätte man Vollbeschäftigung - mit allen Vorteilen für Arbeitnehmer und Gewerkschaften, die sich aus diesem Zustand ergeben.

    Stattdessen ist die Politik der unterschiedlichsten Regierungen Land auf Land ab seit Jahrzehnten:

    Leute entlassen und Rekordschulden machen, damit man noch mehr Leute entlassen muß.

    Wem nützt das?

    Einer kleinen Gruppe von Menschen.

    http://www.bpb.de/wissen/U4CJQA,0,0,Verm%F6gensverteilung.html

    Das Nettovermögen ist sehr ungleich verteilt: Werden die Personen nach der Höhe ihres Nettovermögens geordnet und dann in zehn gleich große Gruppen (Dezile) eingeteilt, so zeigt sich für das Jahr 2007, dass das reichste Zehntel über 61,1 Prozent des gesamten Vermögens verfügte. Darunter hielten die obersten fünf Prozent 46 Prozent und das oberste Prozent etwa 23 Prozent des gesamten Vermögens. Auf der anderen Seite verfügten 27,0 Prozent der erwachsenen Bevölkerung über kein Vermögen oder waren sogar verschuldet. Gegenüber dem Jahr 2002 hat die Konzentration der Nettovermögen im Top-Dezil weiter zugenommen, in allen anderen Dezilen sind die entsprechenden Anteilswerte 2007 dagegen niedriger.

    Zehn Prozent kriegen immer mehr (dazu gehören auch die TOP-Entscheider in Politik und Wirtschaft), 90 % bekommen immer weniger.

    Und was dürfen wir wählen? Den TOP-Entscheider, der in Zukunft mehr verdienen darf. Und den, der gezielt daran arbeitet, die ganzen Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst nun ganz billig mit ein-Euro-Jobbern zu besetzen, denn damit macht man richtig Gewinn....und vernichtet weiter gezielt Arbeitsplätze.

    Die entscheidende Frage jedoch, die uns alle angeht: wie wettbewerbsfähig im internationalen Vergleich ist eine Wirtschaft, die immer weniger produziert und immer mehr aus Menschen besteht, die sich gegenseitig Versicherungen verkaufen oder die Nägel lackieren?

    http://www.bpb.de/wissen/HX5F8N,0,0,Erwerbst%E4tige_nach_Wirtschaftszweigen.html

    Zwischen 1991 und 2007 erhöhte sich die absolute Zahl der Erwerbstätigen, die im Dienstleistungssektor tätig sind, um mehr als 5,8 Millionen. Parallel stieg der Anteil der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor an allen Erwerbstätigen kontinuierlich von 59,5 auf 72,4 Prozent. Bei allen anderen Sektoren gingen im selben Zeitraum sowohl die absoluten Zahlen der Erwerbstätigen als auch die Anteile an allen Erwerbstätigen zurück. So sank der Anteil der Erwerbstätigen im Produzierenden Gewerbe von 29,3 auf 19,9 und im Baugewerbe von 7,3 auf 5,5 Prozent. Im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Tierhaltung und Fischerei waren 2007 nur noch 2,1 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt; im Jahr 1991 waren es noch 3,9 Prozent.

    Wenn wir so weitermachen, haben wir aus dem Volk der Dichter und Denker, aus dem Volk der Ingenieure und Maschinenbauer gezielt ein Volk von Friseuren und Anlageberatern gemacht. Und damit wollen wir gegen die Wirtschaften der Schwellenländer bestehen? Die erledigen das Haare schneiden noch selbst zu Hause ... oder lassen sie einfach wachsen.

    Wir danken der Bundeszentrale für politische Bildung für die Zusammenstellung der Informationen und hoffen, das sie nicht im nächsten Jahr auch dem Personalabbauwahn zum Opfer fällt.

  • Deutschland ... freies Land?

    Man hört ja oft, das Deutschland ein freies Land ist. Zeit mal zu schauen, wie das von unten aussieht.
    Es fängt ja für jeden an mit der Geburt. Ich kann mich an meine nicht erinnern, war aber bei anderen zugegen und muß sagen: die Neubürger machen von Anfang an keinen glücklichen Eindruck. Kein Wunder: das erste was sie erleben sind die Medizinmänner (oder Hebammen) die jeden abrechenbaren Kunstgriff an ihnen abarbeiten. Und dabei hatte man es vorher so gemütlich.

    Nun, darüber muß man sich nicht beschweren, da müssen wir alle durch. Nur sagen einige Psychologen: da müssen wir alle durch.

    Drei Jahre später kommt - wenn wir Pech haben - der Kindergarten. Wir können noch nicht viel - laufen, reden, sitzen, Toilettengänge öfter selbst erledigen ... und schon werden wir mit etwas sehr merkwürdigem konfrontiert: dem Recht des Stärkeren in einer wilden Horde. Zufällig zusammengewürfelte Menschen unterschiedlichsten Alters sind dazu angehalten, sich in irgendeiner Form selbst zu organisieren. Wenn wir Glück haben, können die das noch nicht ... oder sind noch nicht so übel drauf. Wenn wir Pech haben, erleben wir schon im Kindergarten das, was wir auf dem Schulweg und in den Schulpausen erst recht erleben und beobachten dürfen: rechtsfreie Räume und Herrschaft der Gewalt.

    Etwas, was man in normalen dörflichen Strukturen niemals tolerieren würde ist im modernen Schulwesen überall die Regel: Bandenbildung, Terror, Diebstahl, Gewalt ... ein Klima der Angst. Die Erfahrungen sind umso schlimmer, als das die Täter "Riesen" sind, weil man selber noch sehr klein ist.

    Nicht jedem widerfährt es ... aber jeder kann es beobachten. Vor allem Schulbusse sind da Tatorte, an denen Kindern Dinge widerfahren, die Erwachsene nie mit sich machen lassen würden. Aber sie merken: für sie ist das ok, sie müssen da durch.

    Außerhalb der Pausen haben sie die wunderbare Chance, ganz andere Formen von Gewalt zu erfahren. Vor ihnen sitzt der unkündbare Herr ihrer Zukunft....und mögen ihre Fähigkeiten noch so überdurchschnittlich sein - durch die Note "sonstige Mitarbeit" hat der Mensch am Lehrerpult sie völlig in der Hand.
    Machen wir uns nichts vor: es gibt auch fähige, nette Lehrer. Aber es gibt auch etwas, das uns das Beamtentum beschehrt hat: den unkündbaren Versagen. Manchmal gibt es sogar ganze Schulen, die diese Typen kostengünstig entsorgt haben, aber die sind selten.

    Sicher, man darf den Klassensprecher wählen ... und die Schülervertretung. Aber wehe, man bleibt mal drei Tage zu Hause, weil man ein Buch gefunden hat, das man sofort lesen will weil man spürt, das es das eigene Leben verändert. Oder man weicht in der Interpretation des Textes zu weit von der Lehrermeinung ab. Oder man hat eine Nase, die dem allmächtigen Mann nicht paßt ... schon macht man wieder ausgesprochen häßliche Erfahrungen.

    Die häßlichste Erfahrung macht man jedoch jeden Morgen. Jeden Morgen um 6.00 Uhr klingelt der Wecker (jedenfalls bei uns auf dem Land). Jeden Morgen wird man aus dem Schlaf gerissen, noch bevor er zu Ende ist. Manche Schlafforscher halten das schon für extrem ungesund, andere halten das für eine Art von Folter, weil es den Körper immer in einen Alarmzustand versetzt ... dabei lauert gerade gar kein Höhlenbär vor der Tür, der seine Höhle wiederhaben möchte.

    Freiheit? Z.B. in Form von Alternativen für Nachtmenschen und Langschläfer .... also ganz normale Menschentypen mit ganz normalen Schlafrythmen, die allerdings die Spitze ihrer Leistungsfähigkeit in den frühesten Morgenstunden erreichen? Schon Pech.

    Nach dem Aufstehen Frühstück, dann karrt uns ein Bus mit anderen Menschenmassen in ein Institute mit noch größeren Menschenmassen ... Massenabfertigung pur.

    Je älter wir werden, umso mehr hinterfragen wir das System....aus einfachen Gründen. Wir wollen länger schlafen, wir wollen Themen vertiefen, die der Lehrer für abgearbeitet hält - und weil auch er seine Pläne erfüllen muß auch nicht weiter diskutieren möchte, wir finden Pädagogikbücher die das Lernen in Kleingruppen für viel effektiver halten ... und stellen fest, das alle Versuche, dieser Maschine zu entkommen, vergeblich sind: es herrscht Schulpflicht. Selbst wenn uns höchste Autoritäten bescheinigen, das wir alleine zu Hause sehr gut lernen können - mehr und schneller als in der Schule - wird niemand darauf verzichten, uns der Massenbehandlung zu unterziehen.

    Währenddessen hören wir von Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit - und wenn alles gut geht, dann lassen uns Papa und Mama keine Nachrichten schauen und erzählen auch nicht von ihrem Berufsleben.

    Schon in der Schule merken wir, das ausgesiebt wird. Jemand ohne wichtigen Papa muß für die gleiche Note schon wesentlich mehr leisten als jemand mit wichtigem Papa. Das geschieht noch nicht mal immer bewußt und gezielt ... man will als Lehrer halt nur keinen Ärger haben. Das reicht schon an Motivation.

    Dann haben wir endlich unseren Schulabschluß ... und merken, das der Traum von Freiheit sich eigentlich überhaupt nicht erfüllt. Haben wir Glück ... können wir uns noch eine Weile auf der Universität verstecken, von der uns unsere Eltern wunderbare Dinge erzählt haben. Wir jedoch ... merken von den wunderbaren Dingen nicht mehr viel, jagen Scheine, sammeln Punkte und hören nie wieder was von der Freiheit von Lehre und Forschung.

    Haben wir Pech ... so wartet die Lehre auf uns. Viel Arbeit für noch weniger Geld. Aber zusätzlich zur Schule merken wir eins: wir dürfen nicht mehr krank werden. Einerseits beschäftigt die Firma so wenig Mitarbeiter, das Krankheit nicht mehr ausgleichbar und somit unerträglich für die Kollegen ist, andererseits schaut der Chef immer grimmiger, wenn wir anrufen und sagen: 40 Fieber macht mir doch Sorgen.

    Auch was die Auswahl der Kleidung angeht stellen wir fest, das wir das anziehen dürfen, was andere uns vorschreiben. Haben wir selber ein Faible für Hippieklamotten aus den Sechzigern ... so werden wir darauf hingewiesen, das im Ausbildungsvertrag ein "ordentliches Äußeres" vereinbart wurde, das uns auch den Gang zum Friseur beschehrt.

    So langsam merken wir eins: Die Freiheit, ausschlafen zu dürfen, wird uns nicht zu teil werden. Bekommen wir dann noch Kinder, müssen wir wie die Bauern mit den Hühnern ins Bett.

    Kleidung, Haarschnitt, Tagesablauf ... alles wird vorgeschrieben. Wir sollen Sport machen, müssen regelmäßig zum Zahnarzt, müssen regelmäßig Fernsehen schauen um informiert zu bleiben, sollen uns in Vereinen engagieren (was wir auch tun weil es für Bewerbungen wichtig ist ... wie auch das Sport treiben) und nebenbei sollen wir auch noch die Frau fürs Leben finden.

    Manchmal sitzen wir mit Mitte dreißig - recht erfolgreich und gesellschaftlich fest etabliert - vor einem Glas Wein und fragen uns ... wieviel Freiheit habe ich eigentlich wirklich...außerhalb der festgelegten Normen?

    Allein ... wenn ich Christ werden würde (was ja jetzt wirklich noch harmlos ist) und es ernst meinte ... dürfte ich das? Ich würde Ostern, Sylvester, Weihnachten und Karneval als heidnische Feste ablehnen und könnte das sehr gut begründen. Außerdem wären mir die gemeinsamen Gottesdienste zuwieder, weil sie den Worten Christi widersprechen.

    Ich dürfte es ... aber würde abgestraft. Und wenn ich Kinder habe, riskiere ich, das das Jugendamt sie fortholt, weil ich sie ... gesellschaftlich nicht integriere.

    Wenn ich dann einen Arbeitslosen sehe, der um 10 seine Frühstücksbrötchen holt, kriege ich den blanken Hass....weil er frei ist.

    Ich in meinem Großraumbüro muß diese dämlichen Krawatten tragen, muß täglich auf die Perfektheit meiner Kleidung achten, verbringe Sommer wie Winter immer bei der gleichen Temperatur, bei dem gleichen Licht und der gleichen Geräuschkulissen, beschäftige meinen menschlichen Geist mit Verwaltungsangelegenheiten anstatt mit bildender Kunst und muß ständig schauen, das ich die Gunst meiner Chefs nicht verliere noch den Respekt meiner Kollegen. Und ausschlafen ... darf ich immer noch nicht.

    Aber er ... er darf das. Einfach so. Weil er arbeitslos ist. Und ich finanziere das auch noch.

    Doch was mich eigentlich hassen läßt, ist nicht dieser Mensch, sondern meine eigene Feigheit, meine eigene Angst, mein eigener inzwischen vorauseilender Gehorsam. Jahr für Jahr versickert mein Leben in der Maschine ... und ich kann nichts dagegen tun. Aber frei fühlen soll ich mich dabei.

    Deshalb fahre ich so gerne in den Urlaub. Wenn man mir das nehmen würde, würde ich völlig durchdrehen.
    Einfach mal ´raus, einfach mal weg, einfach mal ein paar Tage normal leben und frei fühlen.

    Einfach mal für ein paar Tage Ausgang haben, bevor ich zurück muß in den Arbeitsknast, zurück in mein völlig durchorganisiertes Leben, wo ich heute schon sagen kann, was ich Ostern 2020 mache.

    Da sind wir bei den Schwiegereltern. Wie jedes Jahr.

  • Weltuntergang im Detail ... plus Aktienkurse

    Manchmal begegnet man merkwürdigen Informationsangeboten. Ich habe es noch nicht vertieft, nehme aber an, das es kostenpflichtig ist. Solche geheimen Think-Tank-Angebote sind selten kostenfrei. Immerhin denken da viele und die wollen alle was zu Essen.

    http://www.leap2020.eu/Was-bietet-GEAB_a196.html

    Informationsbrief des europäischen Think-tanks LEAP/Europe 2020, veröffentlicht in Zusammenarbeit mit der niederländischen Stiftung GEFIRA. Im Rahmen seiner Arbeiten möchte LEAP/Europe 2020 den Lesern des GEABs aus europäischer Sicht antzipierende Analysen zur Geopolitik liefern, wie insbs. die Analyse und begleitende Kommentierung der weltweiten umfassenden Krise, die wiederum geprägt ist von den Fragen nach dem zukünftigen Wert des Dollars und der Stärke der US-Wirtschaft und den Auswirkung einer US-Wirtschafts- und Dollarkrise auf die internationale Wirtschaft und die globalen Finanzmärkte:

    * Beobachtung der weltweiten umfassenden Krise
    * Kommentierung der politischen, wirtschaftlichen und finanzmarktlichen Aktualität
    * Aufzeigen der zukunftsweisenden Indikatoren, Tendenzanalysen, Zukunftsantizipation
    * Beobachtung der US-Wirtschaft, des Dollars, der Weltwirtschaft, der globalen Finanzmärkte...; Zukunftsantizipation
    * Auswirkungen der Krise auf Sicherheits - und Verteidigungsfragen, auf die öffentliche Meinung...
    * Aufzeigen der zukunftsweisenden Tendenzen
    * Ratschläge für Investoren
    * Meinungsumfrage und Bewertung (GlobalEuromètre)

    Auf Anhieb ... habe ich über diese niederländische Stiftung schon mal nichts gefunden. Scheint eine Geheimstiftung zu sein. Aber sie scheint viel Geld zu haben:

    Als LEAP fast genau vor einem Jahr, am Vortag des ersten G20-Treffens in London, auf einer ganzen Seite der Financial Times diese Vision den Regierungen der großen Staaten unterbreitete, sagten wir, dass diese Reform bis spätestens zum Sommer 2009 eingeleitet sein müsse; sonst drohe ab dem Jahresende 2009 der Zerfall der Welt – und öffentlichen Ordnung (1).

    Also, eine ganze Seite auf der Financial Times ... da müßte ich viele Zwiebeln für anbauen, glaube ich.
    Na ja, so tolle scheint das ja nicht zu sein, denn die öffentliche Ordnung ist ja noch nicht zerfallen und die Welt ist auch noch nicht untergegangen noch zerfallen.

    Wer Geld investiert, hat auch Absichten. Normalerweise. Wenn ich in ein Rubbellos investieren würde, hätte ich auch die Absicht zu gewinnen. Ich würde nicht absichtslos einen Euro in ein Stück wertlose Pappe investieren. Die Absichten dieses Think-Tanks sind dankenswerterweise ganz offensichtlich:

    Wir erinnern daran, dass diese Phase nur dann den Weg zur einer dauerhaften Neuordnung des internationalen Systems eröffnen kann, wenn innerhalb der nächsten fünf Jahre die richtigen Schlussfolgerungen aus dem Zusammenbruch der Nachkriegsweltordnung gezogen werden. Das heißt, dass insbs. ein neues internationales Währungssystem aufgebaut werden muss, das das alte, das sich auf den Dollar als globale Leit – und Reservewährung stützt, ablöst. Die neue internationale Währung muss eine Korbwährung aus den wichtigsten Währungen der Welt sein, deren Zusammensetzung sich nach dem jeweiligen Gewicht der darin repräsentierten Wirtschaften richtet.

    Eine dauerhafte Neuordnung des internationalen Systems....wer könnte denn daran schon ein Interesse haben?
    Zumal ... das alte ja nach eigenem Bekunden in großen Schritten den Bach ´runtergeht:

    All diese Tendenzen zusammen sind dabei, einen explosiven « sozialen und politischen Cocktail » zu ergeben, der unmittelbar zu Konflikten innerhalb der Staaten (US-Staaten gegen US-Bundesstaat, Republiken gegen die Russische Föderation, Provinzen gegen Zentralregierung in China) als auch zwischen den Mitgliedstaaten der EU sowie zwischen ethnischen Gruppen (allgemeiner Anstieg der Fremdenfeindlichkeit) führen wird. Es wird zu einem Anstieg von Nationalismus oder regionalen Hegemoniebestrebungen (23) kommen, in denen sich die zerstörerischen Kräfte entfalten können. Das alles spielt sich vor dem Hintergrund der Verarmung der amerikanischen, japanischen und europäischen Mittelklasse ab; ganz besonders hart werden Großbritannienen und weitere Länder in Europa und Asien (24) betroffen sein, in denen die Privathaushalte überschuldet und die öffentlichen Finanzen zerrüttet sind).

    In diesem Gesamtzusammenhang gehen wir davon aus, dass sich die Phase des Zerfalls der Welt- und öffentlichen Ordnung in fünf Unterabschnitte unterteilen wird:

    0. Beginn der Phase der Auflösung der Welt- und öffentlichen Ordnung
    1. 1. Abschnitt: Währungskonflikte und Finanzkatastrophen
    2. 2. Abschnitt: Handelskonflikte
    3. 3. Abschnitt: Staatenpleiten
    4. 4. Abschnitt: soziale und politische Krisen und Unruhen
    5. 5. Abschnitt: Außenpolitische Krisen

    Aha. Ich brauche also Stahlhelm, Schützengraben, Nahrungsmittelreserven, verschiedener Wörterbücher für verschiedene Sprachen, eine Wasserquelle .... oder brauche ich was anderes?

    Und natürlich stellen wir auch diesmal unsere monatlichen Empfehlungen vor (Devisen, Aktien...) , und stellen objektive Kriterien für ein besseres Verständnis der Nachrichten während der Phase des Zerfalls der Welt - und öffentlichen Ordnung vor.

    Ach so, ja. Aktien. Die hatte ich ganz vergessen. Die brauche ich bei der Auflösung der Weltordnung natürlich ganz dringend. Wie konnte ich die vergessen.

    Schade. Manche Nachrichten von denen fand ich interessant. Zum Beispiel, das Russland und Indien darüber sprechen, in Afghanistan einzumarschieren, wenn die Nato erstmal draußen ist. Die Afghanen können einem echt leid tun.

    Oder das die USA verarmen. In der Tat ... viel hört man in den großen Medien nicht darüber, dabei ist doch dieser Wirtschaftsgigant elementar wichtig für die Weltwirtschaft.

    Gleichzeitig verschärfen sich in Europa vor dem Hintergrund des ausbleibenden Aufschwungs (15) die sozialen Spannungen und Arbeitskämpfe, während in den USA die sozialen Grundlagen einer Gesellschaft schlichtweg in Auflösung begriffen sind (16). Wenn auch die Konflikte in Europa sichtbarer sind, ist die Situation in den USA weitaus dramatischer. Die USA kontrollieren immer noch die internationale Berichterstattung, so dass über die sozialen Folgen des Abbaus der öffentlichen Dienste der Daseinsvorsorge und der Sozialleistungen sowie der sich beschleunigenden Verarmung der US-Mittelklasse (17) wenig bekannt wird.

    16) Die US-Arbeitslosenquote liegt inzwischen bei 20%, während in den Unterschichten mit schlechter beruflicher Bildung Spitzenwerte von beinahe 40% erreicht werden. Die Regierung will diese Wirklichkeit jedoch nicht wahr haben und manipuliert lieber die Statistiken.

    20) Sogar in den USA, wo die Studenten gegen die Erhöhung der Studiengebühren protestieren, wo die Bevölkerung über die Schließung der Hälfte der öffentlichen Schulen in einer Stadt wie Kansas City schockiert ist, wo in New York 62 Feuerwehrzüge abgeschaft werden… Quellen: New York Times, 04/03/2010; USAToday, 12/03/2010; Fire Engineering, 11/03/2010

    Gut, die Meldungen vom Sozialabbau stimmen. Aber diese Arbeitslosigkeit? Hören wir nicht sogar, das die sinkt? Hören wir, ist aber gelogen.

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/147037

    Mit Erstaunen nimmt man die Nachricht zur Kenntnis, dass in den USA erneut die Arbeitslosenquote gesunken sein soll. Von 10 % im Dezember sei die Quote im Januar auf 9,7 % gefallen, teilte das Arbeitsministerium mit. Das hört sich gut an. Doch wie sich das mit der Tatsache verträgt, dass 20.000 Menschen mehr arbeitslos waren als im Vormonat, lässt dann doch an der Glaubwürdigkeit der Aussage zweifeln. Ohnehin hatten Analysten sogar damit gerechnet, dass es zur Trendwende bei der Stellenvernichtung kommen werde.

    Doch die statistische Besonderheit ist nicht neu. Sie wurde schon aus im November 2009 bekannt. Da soll die Quote erstaunlicherweise nach vielen Monaten wieder gefallen sein, von 10,2 % auf 10 %. Dabei wurden auch damals 11.000 Arbeitslose mehr vermerkt. Dieses kreative Bilanzieren ließ sich auch im Dezember feststellen. Da soll nämlich die Quote auf 10 % stabil geblieben sein, obwohl 85.000 Menschen zusätzlich ihren Job verloren haben sollten. Doch die Angaben aus dem Ministerium werden auch deshalb immer merkwürdiger, weil nun nachträglich eingeräumt wurde, dass im Dezember tatsächlich sogar 150.000 weggefallen sind - also fast doppelt so viele, als noch Anfang Januar vermeldet.

    Man muß auch lügen, denn Wirtschaft ist Psychologie. Würde man die Wahrheiten brutal präsentieren, dann würde das ganze (an sich wertlose) neu gedruckte Geld ja nicht die Börsenkurse hochtreiben.

    Natürlich ... 20-40% Arbeitslosigkeit hört sich viel an. Viel mehr als die offiziellen Zahlen, die so voller Stolz produziert werden. Dabei muß man berücksichtigen, das die Amerikaner anders zählen:

    http://www.jobtops.net/jobs/db_site.cgi/site_1043/

    Zur Festlegung dieser Versicherungsbedingungen sind jeweils die Bundesstaaten verantwortlich. Im Gegensatz zu anderen Ländern, zum Beispiel Deutschland, werden die Beiträge dafür in den USA meist vollständig vom Arbeitgeber übernommen. Allerdings fallen auch die Leistungen wesentlich geringer aus als in vielen anderen Ländern. Das Arbeitslosengeld ist oft auf sechs Monate begrenzt, danach bleibt den Betroffenen nur noch die Sozialhilfe.

    Also ... nach sechs Monaten ist man draußen. Auch aus der Statistik. Wenn also im siebten Monat immer noch 9,7 % arbeitslos sind ... kann man möglicherweise die 10,2 % aus den Vormonaten einfach draufrechnen. Dann hätten die Leute von Leap gar nicht so unrecht. Aber wenn die Recht behalten ...
    dann sollte man doch andere Konsequenzen daraus ziehen als Aktien zu kaufen, oder? Jedenfalls als ... Normalbürger ohne Hotel.

  • Vetternwirtschafswunder in der Bundesklüngelrepublik Deutschland

    Das Liebchen von Westerwelle ist ja jetzt gerade in aller Munde. Wie auch sein Brüderchen.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,684722,00.html

    2008 erhielt Mronz einen Dienstpass des Auswärtigen Amtes. Das Dokument, mit dem auch deutsche Honorarkonsuln reisen, hatte die FDP-Bundestagsfraktion für ihn beantragt. Die Gültigkeit betrug ein Jahr. Ähnlich wie der Diplomatenpass erleichtert der Dienstpass unter anderem die Kontrollverfahren beim Grenzübertritt. Zur Frage, wie die Notwendigkeit für den VIP-Pass damals konkret begründet wurde, nahm die FDP-Fraktion keine Stellung.

    Nun, Leistung muß sich wieder lohnen. Wer sich jahrelang an die Familie Westerwelle heranschmeißt, der will für diese Leistung letztendlich auch mal was sehen. Immerhin ist in diesem Land viel zu verteilen und man muß schnell zugreifen, denn lange ... wird´s nichts mehr geben.

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,684544,00.html

    Die Deutschen müssen mehr Geld an die schwachen Euro-Staaten überweisen. Davon ist der Ökonom Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen WeltwirtschaftsInstituts, überzeugt. Ohne den Einstieg in die "Transferunion" drohe die gemeinsame Währung zu zerbrechen.

    Wir haben ja einst viel Geld gezahlt, um den Teuro zu bekommen. Zwar haben mir alle Medien versprochen, das ist gar nicht teurer geworden, doch meine Dosenhühnersuppe für 98 Pfennig kostet jetzt 1.15 Euro.
    Ähnliche Beispiele kann ich gerne benennen ... wie jeder andere auch. Das Faxe billiger geworden sind seit dem Euro kann ich nicht bestätigen - ich bin Nichtfaxer.

    Jetzt müssen wir noch mehr Geld bezahlen um den Teuro zu behalten, denn sonst würde alles noch teurer werden. Wieviel Geld? Nun, Schäuble ist schon am Rechnen:

    http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,684768,00.html

    Die Überlegungen des Bundesfinanzministeriums für einen Europäischen Währungsfonds werden einem Magazinbericht zufolge konkreter. Die Fachleute von Ressortchef Wolfgang Schäuble taxierten den Kapitalbedarf für die neue Institution demnach auf bis zu 200 Milliarden Euro.

    Wir wären erstmal mit läppischen fünfzig Milliarden dabei. Das ist ja schon mal was. Wahrscheinlich wird es im Laufe der Zeit mehr werden ... aber deshalb sparen wir ja schon. Am Lohn und an den Sozialleistungen. Immerhin ... die Griechen gehen mit 61 - bald knallharten 63 in Rente, während wir uns ja freuen, mit 67 (ohne Sandstrand vor der Haustür) ins Pflegeheim zu kommen.

    Ist das gerecht? Um gerecht oder nicht gerecht geht es hier gar nicht, denn der Deutsche arbeitet gerne, er arbeitet auch gerne umsonst, wenn es für Führer, Volk und Vaterland geht. Das hat er früher schon gemacht und das macht er heute auch wieder:

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/mittelstand/0,2828,684311,00.html

    Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde und andere Kritiker des deutschen Exportüberschusses bekommen neue Nahrung: Die Bundesrepublik hat ihre Wettbewerbsposition im EU-Vergleich dank langsam steigender Arbeitskosten weiter verbessert. In vielen Nachbarländern verteuert sich Arbeit deutlich.

    Ja, die gehen nicht nur früher in Rente, die verdienen auch alle mehr. Und wir spielen Niedriglohnland
    auf Kosten der Bürger ... und da wundern sich die Leute über die Auswanderquoten. Es sind halt nicht alle so ... national drauf.

    Wahrscheinlich haben andere Länder auch noch echte Gewerkschaften. Oder die Gewerkschaftler haben noch Stil und klüngeln nicht mit dem Klassenfeind. Bei uns ist das anders. In unserem Land ... macht man anders Politik. Z.B. beim Essen:

    http://nachrichten.rp-online.de/article/politik/Angela-Merkel-laedt-Gewerkschafter-zum-Dinner-ins-Kanzleramt/71081

    Heute Abend lädt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) führende Repräsentanten der Autoindustrie zum Dinner ins Kanzleramt. Anlass ist der 60. Geburtstag von IG-Metall-Chef Berthold Huber. Neben Ehrengast Huber und seiner Frau sind der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, und die Betriebsrats-Chefs von Daimler, BMW, Audi, VW, Porsche, Opel und Ford eingeladen. Die Gäste schlug Huber der Kanzlerin vor, Merkel ergänzte Namen. Aus der Wirtschaft kommen neben Metall-Unternehmer Martin Kannegiesser VW-Chef Martin Winterkorn, Siemens-Lenker Peter Löscher und Audi-Vorstand Rupert Stadler. Die Regierung vertreten Wirtschaftsminister Brüderle (FDP), Arbeitsministerin von der Leyen und Kanzleramtschef Ronald Pofalla (beide CDU).

    Na, das wird aber mal wieder ein sehr gemütlicher Abend gewesen sein. Ob die auch über Politik gesprochen haben, über Wirtschaft ... oder war´s nur lecker? Aber einst ist klar ... solche gesellschaftlichen Runden entspannen das Verhältnis der Beteiligten sehr. Vielleicht hat man sich auch mal wieder versichert, das die Gewerkschaften bei dem Schulterschluß von Wirtschaft und Politik mit dabei sind - z.B. wenn jetzt das Grundgesetz wieder einmal geändert wird, um die Politik grundgesetzkonform zu machen.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/spd-und-koalition-durchbruch-bei-jobcenter-reform;2549132

    Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe einigte sich am frühen Samstagmorgen in Berlin nach gut 13 Stunden Verhandlungen, wie das Bundesarbeitsministerium mitteilte. Details der Verständigung nannte das Ministerium nicht. Verhandlungskreisen zufolge sieht der Kompromiss eine Grundgesetzänderung vor. Damit soll den 346 Jobcentern, in denen Kommunen und Bundesagentur für Arbeit (BA) zusammenarbeiten, der Fortbestand über das Jahresende hinaus ermöglicht werden.

    Was für ein überraschendes Ergebnis. Man setzt sich zusammen, um eine Grundgesetzänderung zu diskutieren und kommt zu dem Ergebnis, das man das Grundgesetz dafür ändern muß. Toll. Experten und ihre Welt.

    Natürlich hätten die Gewerkschaften endlich mal die Gelegenheit beim Schopfe packen können und sagen: so geht es nicht weiter! Wir zahlen nicht für Griechenland, aber wir streiken für die! Gegen die Ausplünderung der Arbeitnehmer in Deutschland, gegen die Vernichtung der normalen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze, gegen Lohndumping und gesellschaftliche Strafexpeditionen gegen Langzeitarbeitslose ... die der Wirtschaft nicht mehr fein oder jung genug sind. Aber damit würde man ja die Leute vergrätzen mit denen man sich beim Essen so gut verstanden hat. Das geht ja nicht...aus ganz menschlichen Gründen.

    Und wenn ich dann noch daran denke, das eine unbekannte (aber vermutlich hohe) Anzahl von denen Logenbrüderle sind ... dann wundert mich langsam nichts mehr an den seltsamen Schlingerkursen der Republik. Und erst recht wundert es mich, das Guido inzwischen keine Hemmungen mehr hat, seine Familie zu fördern. Machen doch alle anderen auch? Beziehungen sind in Deutschland ein Muss um vorwärts zu kommen ...(wir berichteten).

    Und wer keine hat ... nun, es gibt ja noch Hartz IV. Jetzt auch mit noch mehr Optionskommunen.

  • Die katholische Kirche, der Mißbrauch und die Freimaurer

    Man mag ja von der Weltgeschichte halten was man will und sich anstatt für Politik auch lieber für Fußball interessieren (womit ich letzteren jetzt wirklich nicht abwerten wollte), vor einem kann man den Blick nicht verschließen: den apokalyptischen Endkampf zwischen der katholischen Kirche und den Freimaurern.

    Wer jetzt erschrocken zusammenzuckt und denkt, ich hätte heute irgendetwas geraucht, der irrt: zu den großen Machtkämpfen der Weltgeschichte gehört einer, bei dem "wir" gerade mitten drin sind, weil "wir" Papst sind. Es ist ein außerordentlich spannender Krimi, der leider durch die Popularität gewisser moderner Filmwerke sehr gelitten hat. Aber das mag ja auch beabsichtigt sein.

    Schachzug um Schachzug geht es da hin und her. Vermeintliche Giftmorde hier, offensichtliche Morde dort ... man glaubt, das muß ein Roman sein. Vor allem der deutsche Bundesbürger, der kaum glaubt, das die Realität innerhalb seines Fernsehschirms etwas mit der außerhalb zu tun hat und für den der Sieg
    des FC Bayern München oder der Sieg beim Grand Prix Eurovision wichtiger ist als die Tatsache, das die Mafia (sowohl russischer als auch italienischer Art) zunehmend durch ihre gewaltigen Kapitalmengen zu seinem Arbeitgeber wird, wird Probleme haben, diese Dimensionen noch erfassen zu können. Sie gehören halt zu den wirklich unangenehmen Wahrheiten ... über die dann eben auch nicht so ausführlich berichtet wird wie über jene relativ unangenehmen Wahrheiten (bzw. platte Lügen, nur im Sprachgebrauch des Sozialfaschisten werden sie gerne anders bezeichnet), die so gerne als größtes Übel verkauft werden - wie z.B. das der deutsche Bürger einfach zu teuer ist.

    Dabei geschieht der Krieg ganz öffentlich:

    http://www.amazon.de/Ihr-habt-get%C3%B6tet-Machtkampf-Vatikan/dp/3746681227/ref=pd_cp_b_0

    Ihr habt getötet: Der Machtkampf der Logen im Vatikan (Broschiert)
    von Discepoli DiVerita (Autor)

    Insider berichten über einen Mord, der sich 1998 innerhalb der Mauern des Vatikans zutrug und nie aufgeklärt wurde. Ableger der berüchtigten Freimaurerloge P2, der auch Silvio Berlusconi nahesteht, rivalisieren mit dem international agierenden Opus Dei. Alles deutet darauf hin, daß zum Ende der Ära Wojtyla der Kampf um die Schlüsselpositionen im Vatikan neu entbrannt ist. Ein sensationelles Dokument über die Auswüchse klerikaler Machtpolitik.

    Wer will, findet viele Informationen zu diesem Thema. Informationen, die zu vielfältig sind für einen kleinen Blog - aber dafür gibt es ja Bücher:

    http://www.amazon.de/Die-Verschw%C3%B6rung-Schatten-Freimaurer-Vatikan/dp/3869015934

    Der Leser wird neben allgemeinen und kritischen Informationen zur Freimaurer-Thematik viel Neues aber auch Schockierendes erfahren. Der Autor schreibt über okkult-magische Traditionen, die tatsächliche Verquickung mit dem weltweit bekanntesten politischen Geheimbund, den "Illuminaten", betrachtet freimaurerische "Politaffären" wie die italienische Freimaurerloge Propaganda Due (P2) und die Macht des P2-Logenbruders und jetzigen Ministerpräsidenten Italiens, Silvio Berlusconi. Günter Wohlmuth versucht, das wahre Gesicht der Freimaurerei zu enthüllen - er hinterfragt damit auch den Zustand unserer parlamentarischen Demokratie.

    Neu und schockierend ist das alles nicht, es wird nur gerne zugunsten von DSDS und Westerwelle verdrängt ... weil es den normalsterblichen Leser schnell überfordert. Zu kraß unterscheidet sich die Realität der Machtkämpfe im Vatikan von dem Weltbild, das die Medien ansonsten so gern vermitteln: edel, hilfreich und gut ist der Mensch, die Erde ein Paradies und wir stehen kurz davor, alle überglücklich zu werden.

    http://www.amazon.de/Schleichende-%C3%9Cbernahme-unter-Papst-Benedikt/dp/3880951616/ref=pd_sim_b_3

    Skandal in der Kirche: Papst spricht Opus-Dei-Gründer heilig
    Die Heilisprechung des Gründers des katholischen Geimbundes, des spanischen Priesters Josemaría Escrivá, ist ein Skandal. Am 6. Oktober wird in Rom mit Massenveranstaltungen vor Augen geführt, wer die stärksten Bataillone in der katholischen Kirche und wer die Macht hat, bis zu eine Millionen Menschen generalstabsmäßig nach Rom zu führen. Der Geheimbund zeigt sich dann als eine »Kampftruppe mit straffster Disziplin«, wie er sich selber nennt.

    Eine Absicht des Opus Dei ist es, die Macht in der römisch-katholischen Kirche zu erobern. Das unverschmutzte Opus Dei solle als »Werk Gottes« die nach dem letzten Konzil verschmutzte Kirche reinigen und zur Tradition zurückführen. Weil der Papst nicht nur vom Heiligen Geist inspiriert sei, müsse Opus Dei auch diese Lücke füllen. Das Buch zum Thema:

    Peter Hertel Schleichende Übernahme Josemaría Escrivá, sein Opus Dei und die Macht im Vatikan

    Ich weiß nun nicht, warum man von einer schleichenden Machtübernahme ausgeht, wo doch Dokumente genug vorhanden sind, die belegen, das der Opus Dei absichtlich als Gegenbewegung gegen zunehmenden Freimaurereinfluß im Vatikan gegründet wurde, ein Einfluß, der sich am deutlichsten in der Erklärung zum zweiten Vatikanischen Konzil wiederspiegelt und zu dessen Eindämmung der Opus Dei gezielt geschaffen wurde. Alles altbekannter Tobak - wie auch jene Geschichte, die scheinbar noch nicht im Internet archiviert wurde: die Ermordung eines Papstes, der eine Liste von 121 aktiven Freimaurern im Vatikan erhalten hatte.

    http://www.stern.de/politik/geschichte/papst-johannes-paul-i-wabernde-geruechte-und-kein-ende-514258.html

    Er sei beseitigt worden, weil er angeblich die mächtige römische Kurie grundlegend reformieren wollte, weil er in der in undurchsichtige Geschäfte verwickelten Vatikanbank aufräumen wollte, ja sogar, weil er radikale Kursänderungen der Kirche geplant habe. Bücher wurden über den angeblichen Mord geschrieben - für die angeblichen Tatmotive gibt es jedoch bis zum heutigen Tag keine ernst zu nehmenden Anhaltspunkte.

    Wer könnte auch sonst schon etwas gegen einen solche freundlichen Menschen haben:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Paul_I.

    Der Papst fand wegen seines freundlichen Auftretens (?Der lächelnde Papst?) auch bei Nichtkatholiken sofort Sympathie. Als erster Papst verwendete er in offiziellen Schreiben und Ansprachen für sich selbst nicht mehr die Anrede ?Wir? (Pluralis majestatis), sondern ?ich?. Der Verzicht auf die Papstkrönung und den Majestätsplural blieb für seine Nachfolger maßgeblich. Auch war er der erste Papst, der selbst ein Telefon bediente und auf den Kniefall der Schweizer Garde bei seinem Vorübergehen im Vatikan verzichtete.

    Ob er ermordet wurde, ist ... fraglich. Zumindest kann er nicht so gestorben sein, wie die Kirche sagt.

    Die offizielle Version des Fundortes der Leiche, nämlich im Bett aufgesetzt, lächelnd und mit einer Druckschrift in den Händen, wird bezweifelt, da mit dem Tode alle Muskeln erschlaffen, so dass eine bestimmte Körperhaltung, Ausdruck oder ähnliches nicht beibehalten werden kann.

    Dabei gibt es schon Stimmen, die Täter aufzeigen könnten:

    http://www.amazon.de/Wir-klagen-Millenari/dp/3746670306

    Der Vatikan, ein Sumpf aus Machthunger und Korruption, Günstlingswirtschaft, Postenschieberei, Bestechung und Erpressung? -- Irgendwie kommen einem diese schockierenden Behauptungen bekannt vor, und doch ist Wir klagen an! keines der üblichen Pamphlete über die Abgründe der katholischen Kirche. Denn wer hier so publikumswirksam die schmutzige Wäsche des Vatikans wäscht, ist kein selbsternannter Enthüllungsjournalist, sondern eine anonyme Gruppe römischer Prälaten, die sich selbst "I Millenari" nennen -- die Jahrtausendmänner.
    Natürlich dreht sich letztlich alles um die Frage, ob die skandalösen Enthüllungen nun wahr sind oder nur üble Verleumdung. Man weiß es nicht, und die kuriale Geheimhaltungspflicht macht ein objektives Urteil unmöglich. Die Geschichten sind jedoch mit so vielen Details gespickt, dass als Autoren nur Insider infrage kommen, und tatsächlich wurde mit dem pensionierten Prälat Luigi Marinelli bereits einer der Millenari enttarnt.

    Die Kirche sei "von den Dienern des Teufels" belagert, verkünden die Millenari. Dies mag noch Ansichtssache sein, aber problematisch wird es, wenn sie den verderblichen Einfluss von Kommunisten, Freimaurern und Satanisten in der Kurie anprangern und ihre abstrusen Behauptungen auf einschlägige Verschwörungstheorien stützen. Mit solchen verbalen Entgleisungen tun sie ihrem an sich berechtigten Anliegen bestimmt keinen Gefallen.

    Der Mann, der Johannes Paul 1 die Daten über die Freimaurer zugespielt hat, war Mino Pecorelli, damals in seiner Eigenschaft als Redakteur des "Osservatore Politico", wo auch die Namen öffentlich gemacht wurden.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Carmine_Pecorelli

    Mino Pecorelli wurde im Prati-Viertel in Rom durch vier Pistolenschüsse ermordet. Die verwendete Munition war von der Marke Jules Gévelot, die auch in einem Waffenlager der Banda della Magliana[5] im Keller des italienischen Gesundheitsministeriums gefunden worden war.

    Wer diese Liste finden will: hier sind die letzten Spuren von ihr, wohin sie führen, kann ich von hier aus nicht sagen:

    http://www.amazon.de/mysteri%C3%B6se-Papstes-Johannes-Tatsachen-Hintergr%C3%BCnde/dp/3499611759/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=books&qid=1269102053&sr=1-2

    Tatort Vatikan? Sofort nach dem plötzlichen Tod des Papstes Johannes Paul I. tauchten Spekulationen auf, der heilige Vater sei keines natürlichen Todes gestorben. David A. Yallop deckt in seinem Bestseller die Verstrickungen des Vatikans in die internationale Finanzwelt auf und enthüllt die Intrigen im Machtzentrum der katholischen Kirche.

    Und was hat das jetzt alles mit Mißbrauch zu tun?

    Erwartet wurde eine Zuspitzung des Machtkampfes zwischen Freimaurern und der katholischen Kirche im 21. Jahrhundert. Und wenn ich mir diese Liste so anschaue, dann kommen mir Zweifel, ob es bei der Kampagne wirklich nur um Mißbrauchsfälle geht:

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,684769,00.html

    In Deutschland melden sich immer mehr Opfer sexueller Übergriffe von Geistlichen. Mittlerweile haben die katholischen Bistümer mehr als 250 Verdachtsfälle von Berlin bis Regensburg registriert. SPIEGEL ONLINE dokumentiert die angezeigten Taten.

    Rottenburg-Stuttgart: 14 Geistliche sind unter Verdacht. Sieben Priester der Diözese, von denen vier bereits tot sind, und sieben Ordenspriester. Ein ehemaliger Pfarrer in der Pius-Pflege in Oggelsbeuren ist dement und kann nicht mehr vernommen werden.

    Regensburg: Zwei bereits vor langer Zeit gestorbene Priester sollen sich sich an Schülern des Domspatzen-Internats vergriffen haben.

    Aachen: Im katholischen Internat und Gymnasium Haus Overbach sollen Ordensleute, die als Lehrer arbeiteten, in den fünfziger Jahren drei Kinder missbraucht haben. Unter Verdacht steht auch ein Priester wegen sexuellen Missbrauchs vor 20 Jahren.

    Diese Übergriffe sind eine Sauerei, keine Frage. Sie müssen unnachgiebig verfolgt werden. Wie kommt es aber, das ich von ihnen ca. 1979/1980 wußte ... und das erst heute ein Riesenthema wird? Bei uns war es Thema einer "Selbsterfahrungsgruppe", die bei Kirchenleuten zu Gast war.

    Ich bin wahrlich kein Freund dieser katholischen Kirche und ihrer zölibatären Kleiderpuppen und halte das ganze antichristliche Glaubensgebäude für verlogen und gesellschaftlich sehr schädlich. Aber diese Kampagne ... könnte ich mit jeder Organisation der Welt machen, wenn ich einen Zeitraum von sechzig Jahren wähle.

    Die Frage, die mich interessiert ist: warum gerade jetzt ... und warum gerade so.

    Nun, wahrscheinlich alles mal wieder Zufall. So, wie das ganze Leben Zufall ist. Es ist ja auch jedem plausibel, das ich eine Kiste Buchstaben nur zwei- bis dreimal in die Luft werfen muß, bis sich die Buchstaben zufällig zu einer Zeitung zusammenfügen. Na ja, vielleicht vier- bis fünfmal, aber dann sollte die Zeitung daliegen. Mit korrektem Datum.

  • Freimaurer, Politik, Bundestag. Weltverschwörung - Gut und Böse

    In letzter Zeit laufen sie mir wieder vermehrt über den Weg - Freimaurer. Ich persönlich halte sie ja alle für kriminell. Nicht, weil sie eine Weltverschwörung angezettelt haben, sondern weil sie doch in ihren Logen nichts andere tun als geschäftliche Absprachen außerhalb der Öffentlichkeit zu treffen - ein Fall für das Kartellamt.

    Andere halten Freimaurer ja für gefährlicher, dabei ist das offiziell ein Haufen freundlicher Leute:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Freimaurerei

    Die Freimaurerei, auch Königliche Kunst genannt, versteht sich als ein ethischer Bund freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst[1] zu einem menschlicheren Verhalten führt. Die fünf Grundideale der Freimaurerei: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität, sollen durch die praktische Einübung im Alltag gelebt werden.

    Nach ihrem Selbstverständnis vereint sie Menschen aller sozialen Schichten, Bildungsgrade und Glaubensvorstellungen. In allen ihren Ausprägungsformen zählt sie weltweit aktuell etwa fünf Millionen Mitglieder. Die Konstitution der ersten Großloge wurde am 28. Februar 1723 im britischen Postboy öffentlich beworben und bildet die Grundlage der heutigen Freimaurerei.[F 1] Die Freimaurerei ist weltweit in Logen organisiert und betreibt in vielen Ländern Öffentlichkeitsarbeit.[F 2] Gemeinsam mit den Salons, den Lesegesellschaften und anderen Zusammenschlüssen der frühen Aufklärung bildeten die Logen in ganz Europa eine neue Form von Öffentlichkeit und trugen zur Verbreitung aufklärerischer Ideen bei.[2]
    Freimaurer haben sich der Verschwiegenheit, dem Datenschutz sowie dem Grundsatz verpflichtet, freimaurerische Bräuche nicht nach Außen zu tragen (Arkanprinzip, Verschwiegenheitspflicht). Dies soll intern den freien Ideen- und Meinungsaustausch ermöglichen. Grundsätzlich sind die meisten Rituale durch einschlägige Literatur zugänglich.[3] Die Zeremonien und die Alten Pflichten der spekulativen Freimaurerei werden auf Gebräuche und Unterlagen historischer Steinmetzbruderschaften zurückgeführt, so auf das Regius-Manuskript[4] aus dem Jahr 1390 und das Cooke-Manuskript aus dem 14. und 15. Jahrhundert.[5][F 3] Im wesentlichen enthalten die Treffen Vorträge zu verschiedenen Themen, die in einer quasireligiösen, meditativen Atmosphäre angehört und gegebenenfalls bei einem anschließenden Mahl besprochen werden[6]. Nach außen wirken Freimaurer auch durch karitative Arbeit und Förderung von Bildung und freiheitlicher Aufklärung.[F 4] Zwei der bekanntesten freimaurerischen Symbole sind Winkel und Zirkel (in Amerika mit dem zentralen Buchstaben ?G?).

    Das hört sich doch alle ganz vernünftig an. Ich würde sofort Mitglied werden. Gibt ja auch viele davon - im Bundestag, im Europaparlament. Sie haben vielleicht sogar schon eine Mehrheit. Vielleicht erklärt sich manche merkwürdige politische Entwicklung der letzten Jahrzehnte je gerade dadurch, das der ominöse Schulterschluß von Politik und Wirtschaft (den Mussolini selbst als Kernpunkt des Faschismus angesehen hat) von zentraler Stelle aus organisiert wurde...denn irgendetwas machen die ja, diese Freimauerer:

    Der Großteil der freimaurerischen Werte entstammt dem Zeitalter der Aufklärung. Im Folgenden dargestellt als fünf Grundpfeiler der Freimaurerei: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität[8]

    Freiheit soll verwirklicht werden durch die Freiheit vor Unterdrückung und Ausbeutung als Grundvoraussetzung der Freiheit des Geistes und der individuellen Verwirklichung.
    Gleichheit bedeutet Gleichheit der Menschen ohne Klassenunterschiede und Gleichheit vor dem Gesetz.
    Brüderlichkeit wird verwirklicht durch Sicherheit, Vertrauen, Fürsorge, Mitverantwortung und der Verständigung mit- und untereinander.
    Toleranz wird gelebt durch aktives Zuhören und Verständnis anderer Meinungen.
    Humanität umfasst die Summe aller vorherigen vier Grundsäulen und wird durch den ?Tempel der Humanität? symbolisiert, an dem Freimaurer arbeiten.

    Also - diese Werte ... da gibt es nichts zu meckern. Öffentlich feine Worte. Man könnte zur Tagesordnung übergehen ... wenn man nicht über ein kleines Detail stolpern würde:

    http://www.carlzureintracht.de/texte_maurerthemen.htm

    Die Steine, derer wir dazu bedürfen, sind die Menschen? sagt unser Ritual. Darum versteht sich jeder Freimaurer als einen ?rauen Stein?, dessen ?Ecken und Kanten? er selbst unter Mithilfe seiner Brüder mit dem ?Spitzhammer? bearbeiten muss, damit er sich dann als ?kubischer Stein? in das große Bauwerk einfügen kann.

    Die Frage ist: wo fügt er sich ein, dieser letztendlich so richtig quadratisch gewordene Maurer? Was ist denn das jetzt genau für ein Tempel ... oder für ein großes Werk?

    Warum nennen wir diesen Ort aber Tempel? Die mittelalterlichen Bauhütten, aus denen wir ja unsere Symbole ableiten, erbauten doch die großen Dome der abendländischen Christenheit. Nun, der Tempel ist älter als alle Pyramiden, Synagogen, Kirchen, Moscheen und Pagoden (Charpentier). Sie alle repräsentieren eine bestimmte Form der Begegnung des Menschen mit dem Transzendenten, die sich jeweils in bestimmten Glaubensgemeinschaften und deren Dogmen manifestiert. Der Tempel nicht. Er symbolisiert den schlechthin ursprünglichsten Ort und die ursprünglichste Form dieser Begegnung, die wir Freimaurer immer wieder unter den drei Aspekten erleben: ?Blick in dich, blick um dich, blick über dich!?

    Darum kann der Tempel als symbolischer Ort dieser Grunderfahrung mit sich selbst auch alle anderen Formen der Begegnung mit dem Transzendenten in sich einschließen, ohne diese auch nur im geringsten in ihrer Eigenart zu relativieren oder gar mit ihnen zu konkurrieren. Ganz im Gegenteil, jeder Bruder kann im freimaurerischen Tempel eine vertiefte Erfahrung mit seiner eigenen Religion erleben, wie es seinem Bedürfnis entspricht. Das wird möglich durch die mit stets gleichen Worten vollzogenen Wechselgespräche der Rituale, die jedem einzelnen Bruder die Möglichkeit zum Sich-Öffnen ermöglichen, ohne ihn dabei gleichzeitig in eine vom Ritual vorgegebene Richtung zu führen. Diesen Schritt vollzieht er selbst. So geschieht es dann jedes Mal, dass jeder Bruder gedanklich seinen eigenen Weg geht und trotzdem ein starkes Gefühl brüderlicher Verbundenheit entsteht.

    Dieses starke Gefühl der brüderlichen Verbundenheit ... hatte schon mal sehr häßliche Konsequenzen.

    Die Organisation Propaganda Due (P2) war ursprünglich eine italienische Freimaurerloge, die in den 1970er Jahren zur Tarnung einer politischen Geheimorganisation zweckentfremdet wurde. 1887 in Rom als freimaurerisches Gegenstück zur Kurienkongregation ?Propaganda Fide? unter dem Namen ?Propaganda Masonica? gegründet, wurde sie während der Herrschaft des Faschismus verboten. 1944 wurde sie als zweite Loge des Grande Oriente d?Italia als Propaganda Due neu gegründet. 1972 beschloss der Großlogentag des Grande Oriente d?Italia den Ausschluss, der 1974 wirksam wurde. Bei der Untersuchung der Aktivitäten der P2 wurde 1981 bekannt, dass unter maßgeblicher Beteiligung von Licio Gelli ein konspiratives Netzwerk aus Führungspersonen der Polizei, des Militärs, der Wirtschaft, der Politik, der Mafia und von Geheimdiensten geschaffen worden war. Es bestand ein ernster Verdacht, dass der Geheimbund Pläne für einen Staatsstreich entwickelt hatte

    Der Verdacht bestätigte sich während des Verfahrens. "Weltverschwörung live". Es hätte nicht viel gefehlt und wir hätten in Italien eine geheime Freimaurerregierung, die dort an ihrem Tempel der Humanität arbeitet.

    Das Schwurgericht von Bologna stellte in einem Strafverfahren fest, dass die Loge P2 Kriminelle angestiftet, bewaffnet und finanziert habe, um mit Mitteln der Subversion und des Terrorismus im Rahmen einer ?Strategie der Spannung? die Vorbedingungen für einen Staatsstreich zu schaffen.

    Nun, natürlich hat die Gerechtigkeit gesiegt, die Loge wurde vernichtet. Was anderes hätte man im Fernsehen auch nicht erwartet, denn sonst wird das Huhn ja in der Pfanne verrückt. Nur ein kleiner irritierende Fleck blieb noch:

    Als das prominenteste Mitglied wurde unter der Mitgliedsnummer 1816 der Medienmogul und mehrfache italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi geführt.[5] Silvio Berlusconi hat die Mitgliedschaft bestritten und wurde wegen Meineides verurteilt, nachdem ihm diese nachgewiesen wurde.

    Also ist doch ein Logenmann an die Spitze des Staates gekommen. Und was für einer. Na ja, das ist wahrscheinlich wieder Zufall.

    Viele reden ja davon, das aus der Freimaurerei ... bzw. aus ihren Hochgraden ... ein Netzwerk subversiver Weltverschwörer entstanden ist. Undenkbar ... ist das leider nicht, wie die Geschichte der P2 zeigt.
    Noch übler: irgendeinen Erfolg in Richtung Humanität kann man geschichtlich nicht erkennen. Es gab einen kurzen Ruck im 18. Jahrhundert, dessen Konsequenzen im 21. Jahrhundert deutlich zurückgebaut worden sind.
    Wo also zeigen sich die Erfolge der Freimaurerei, wo ist ihr geschlossener Widerstand gegen Hungersnöte, Abbau von Menschenrechten in demokratischen Ländern und anderen Häßlichkeiten des Neoliberalismus?

    Oder geht es denen nur um Geschäftemacherei mit dem feinen Siegel der Humanität? Die katholische Kirche offenbart sich ja auch regelmäßig als üble kriminelle Vereinigung in feiner Kutte.

    http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/mensch/tid-13152/verschwoerungstheorien-1-freimaurer_aid_363426.html

    Der Verschwörungstheoretiker Des Griffin, Autor zahlreicher Bücher, glaubt daran, dass der Einfluss dieser Gruppe noch weit stärker ist, als allgemein angenommen wird. In seiner Argumentation spielt unter anderem die Bibel von George Washington eine bedeutende Rolle. Dieses Buch wird bis heute von einer Freimaurerloge aufbewahrt. Da zuletzt auch George W. Bush auf diese Bibel vereidigt wurde, versteigt Griffin sich zu der Schlussfolgerung, der Präsident sei lediglich eine Marionette der Freimaurer.

    Viele werden sich beruhigt zurücklehnen und sagen: kann ja nicht sein. Leute mit so feinen Werten werden niemals Böses tun können.

    Aber: was ist gut, was ist böse? Was dient denn letztlich wirklich ... der Humanität? Welche Wahrheit trägt der Tempel Salomons, Sinnbild für den einzig wahren Glauben, den einzige wirklich heiligen Ort in sich. Philosophisch gesehen ist das Sinnbild des Tempels Salomon ein unhumaner Absolutheitsanspruch ... und das, was wir oben aus den Riten erfahren zeigt, das dieser Absolutheitsanspruch aus allen anderen religiösen Erfahrungen resultiert.

    Und wer eine so absolut wahre Wahrheit in sich trägt, so absolut gut ist und auch ganz fein an sich gearbeitet hat um vom Meister letztlich als kleines Steinchen an die richtige Stelle des großen Bauwerkes gesetzt zu werden, der hinterfragt politische Ziele nicht. Der ist auch nicht zimperlich im Umgang mit
    seinen irregeleiteten Mitmenschen - erst recht nicht, wenn es zuviele sind und sie durch ihre bloße Masse den Bestand der gesamten Menschheit bedrohen.

    Ein reales Bauwerk unbekannter Herkunft aber mit Querweisen zur Freimaurerei sind die Georgia Guidestones:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Georgia_Guidestones

    Sie enthalten interessante humane Forderungenm hier ein Auszug:

    Halte die Menschheit unter 500 Millionen,
    für eine immer währende in Eintracht mit der Natur
    Lenke die Fortpflanzung weise
    um Fitness und Vielfalt zu vervollkommnen.

    Ein Zeitalter der Vernunft wollen sie einleiten, sind voller humaner Werte ... halten es aber für notwendig, die Menschheit auf 500 Millionen zu beschränken.

    Wie soll das geschehen? Ist das vielleicht letztlich der große Plan der Freimaurerei, für den sich Millionen Menschen als glückliche, selbstbewußte und "gute" kleine Steine verwenden lassen?

    Die Philosophie ... urteilt hier nur: denkbar wäre es. Ob es "wahr" ist ... wird die Geschichte zeigen.
    Wenn die P2 nur ... worauf einiges in den Prozessen hindeutete ... ein Versuchsballon war, der von größeren Logenverbänden gesteuert wurde, dann sollte man sich aber wirklich sicher sein, das Freimaurer nicht überall sitzen und an ihrem Bauwerk arbeiten. Man weiß ja nie, ob man nicht selbst zu den 5500 Millionen überflüssiger Menschen gehört, die dem Nationalpark Erde im Weg stehen.

    http://www.openbroadcast.de/artikel/3516/GEZIELTE-UMFRAGE-ZU-FREIMAURER-IM-PARLAMENT-OFFENBART-GRAVIERENDE-INFORMATIONSMAeNGEL-.html

    Ob George Washington (amerikanischer Präsident), Winston Churchill (englischer Premierminister und Mitbegründer der UNO), Jonas Furrer (erste Bundespräsident der Schweiz), Gustav Stresemann (deutscher Reichskanzler), Thomas Dehler (FDP-Politiker und einstiger Bundesminister der Justiz), Reinhold Maier (FDP-Politiker und erster Ministerpräsident von Baden-Württemberg), Holger Börner (SPD-Politiker und ehemaliger hessischer Ministerpräsident): Historische Persönlichkeiten, die als Politiker der Freimaurerei huldigten, sind etliche bekannt. Doch wie sieht es heute aus in den deutschen Parlamenten?

    Nachfragen ... scheinen nicht sehr erfolgreich zu sein:

    Die CDU will sich dazu gar nicht äußern, der Pressesprecher bittet den Autor sogar ihn nicht namentlich zu erwähnen! Die CSU will ebenfalls keine Stellung zu den Fragen beziehen, zudem würden keine Informationen über eine Mitgliedschaft von Parteimitgliedern bei den Freimaurern vorliegen. Die SPD schweigt ebenfalls weil sie "derart persönliche Daten" ihrer Mitglieder nicht kennt und grundsätzlich keine persönlichen Daten herausgibt. Bündnis 90/DIE GRÜNEN verweigern jegliche Antwort. DIE LINKEN erklären, dass nicht bekannt sei, ob Politiker ihrer Partei auch Freimaurer wären. Einzig die FDP beantwortet die Fragen ausführlicher: Sie sieht keine Unvereinbarkeit zwischen Freimaurerei und der Politik! Und: "unparteiische Politiker sind eine Illusion!" Der Deutsche Bundestag verweigert ebenfalls jegliche Antwort und verweist wiederum auf die einzelnen Fraktionen. Das Umfrageergebnis in der Schweiz (SVP, FDP, CVP, SP) und in Österreich (SPÖ, ÖVP, FPÖ, DIE GRÜNEN) ist ähnlich ernüchternd.

    Andere meinen da, konkretere Zahlen zu haben:

    http://www.neo-liberalismus.de/forum/messages/5408.html

    Wissen Sie, dass in Deutschland
    96 % aller Landräte
    über 90 % der Bürgermeister in Orten mit über 5000 Einwohnern
    über 60 % aller Notare
    84 % aller Chefärzte von Kreiskrankenhäusern
    etwa 90 % aller Direktoren der Gymnasien
    etwa 70 % aller Direktoren der Amtsgerichte
    zahlreiche Pfarrer und Pastoren
    fast alle höheren Polizeichefs
    fast alle Staranwälte
    und fast alle Bundeswehroffiziere vom Kommandeur aufwärts ?
    den Rotariern oder dem Lions-Club mit Hauptsitz in Chikago angehören? ?

    Quellennachweis: Glaubensnachrichten

    ...?G. Gomez bestätigt in dem Interview, daß nach Aussagen des Großmeisters der Großloge von Spanien (bis März 2006), Josep Corominas, 60 % der Mitglieder des Europäischen Parlamentes Freimaurer sind:?

    ...Zahlen, die mit großer Vorsicht zu genießen sind. Mit genauso großer Vorsicht wie der naive Glaube, das seien alles gute harmlose Menschen. Es sind Menschen, die von sich selbst behaupten, an etwas "Großem"
    zu arbeiten. Die sich selbst für "gut" halten. Die bereit sind, für die "Zukunft" große Opfer zu bringen.
    Menschen, die verschwiegen sind und Aussteiger mit dem Tode bedrohen.

    Das sind Eckdaten, die auch ein Waffen-SS-Mann erfüllt.

    Und manchmal muß man seinem Kind Schmerzen zufügen, um es für die Zukunft fit zu machen. Manchmal muß man ihm sogar einen Arm abschneiden, um sein Leben zu retten. Was ist die Freimaurerei vernünftigerweise bereit, abzuschneiden, um den Tempel zu bauen? Was schneidet sie gerade ab? Wo ist in ihrem Tempel Platz für den arbeitslosen, kettenrauchenden unsportlichen fleischfressenden Alkoholiker mit einem alten rostigen 5er-BMW und fünf bildungsfremden Kindern, die ebenfalls schon alle rauchen?

    Fakt ist: Freimaurerei hat ein enormes theoretisches Machtpotential. Sie werden das natürlich niemals mißbrauchen. Außer in Italien - und auch das ist kaum noch wahr. Dafür sorgt schon Berlusconi.

    Fakt ist: Freimaurerei hat ein ideologisches Potential zur Massenvernichtung...wenn sie kraft ihrer Vernunft und "Heiligkeit" den Tempel der Humanität auf 500 Millionen Menschen begrenzen möchte...oder einfach bestimmt, das bei einer größeren Bevölkerung kein humanes Leben mehr möglich ist. Da müßte man dann zum Bau des Tempels mal sehr hart sein. Hart gegen sich selbst, aber das sind Leute, die sich selbst lange genug behauen haben um als Stein in den Tempel zu passen, ja schon gewöhnt.

    Fakt ist: Trotz wachsendem Einfluß der Freimaurerei auf das politische und wirtschaftliche Leben in den letzten zweihundert Jahren (wobei manche meinen, diese Sekte wäre schon viel älter) ist eine Zunahme an Humanität nicht zu erkennen ... eher das Gegenteil ist der Fall. Die Errungenschaften der französischen Revolution und der Aufklärung werden Schritt für Schritt zurückgebaut.

    Und jetzt die alles entscheidende Frage: Sind die so gut, das sie sich jeder Machtausübung enthalten werden? Sind ihre Ziele so edel und rein, das man sich ihnen blindlings anvertrauen kann? Sind die Methoden, mit denen sie ihre Ziele verfolgen, so human wie die Ziele selbst ... oder fallen die Methoden auch unter ... "die Notwendigkeit, Ecken und Kanten mit dem Spitzhammer zu entfernen", bis es paßt. Und wer entscheidet letztendlich, ob man sich selbst genug mit dem Spitzhammer bearbeitet hat?

    Allein die Wortwahl und die Symbolik dieser Organisation läßt einen erschauern. "Wo gehobelt, wird, da fallen Späne"...damit läßt sich alles rechtfertigen.

    Wie groß der faktische politische Einfluß dieser Sekte ist, werden wir momentan nicht ermessen können, aber anhand des allein hier vorliegenden Materials kann man sagen: die von vornherein zu verdächtigen, das sie ganz und gar ungefährlich sind, ist völlig naiv. Immerhin ... sie sind Menschen. Oder waren es jedenfalls mal, bevor sie anfingen, mit der Spitzhacke an sich zu arbeiten. Und ob sie dadurch besser geworden sind, wage ich zu bezweifeln.

    Aber eins muß ich sagen: die Vision eine Erde mit 500 Millionen Menschen und sehr viel Natur ... würde mich auch sehr ansprechen. Unser Reichtum verteilt auf 500 Millionen Menschen vereint mit unseren technischen Fähigkeiten ... das könnte dem Paradies sehr nahe kommen. Wer könnte sich schon dieser Vision entziehen, vor allem, wenn man Kinder hat und in Generationen denkt - wie es der Adel schon immer getan hat. Es wäre sogar sehr verantwortungsbewußt, wissen wir doch, das die Erde zu voll ist. Nur ... mit 6 Milliarden Menschen geht das nicht. Da wird man zur Rettung der Menschheit ... einschneidende Maßnahmen unternehmen müssen. Und vielleicht unternimmt das gerade jemand. Wer kann das schon wissen - ist ja alles geheim.

    Jedenfalls fast alles, denn manches ... findet man ja im Internet über die großen Fernziele der Freimaurerei:

    http://eifelphilosoph.blog.de/2009/04/14/freimaurer-politik-bundestag-5941950/

    'Er wird eine gewaltige soziale Katastrophe provozieren, die in ihrem ganzen Schrecken den Nationen die Auswirkungen von absolutem Atheismus, dem Ursprung der Grausamkeit und der blutigsten Unruhen klar vor Augen führen wird. Dann sind die Bürger überall gezwungen - sich gegen die Minderheit der Revolutionäre zur Wehr zu setzen - jene Zerstörer der Zivilisation auszurotten, und die Mehrheit der Menschen wird, enttäuscht durch das Christentum und daher ohne Führung, besorgt nach einem neuen Ideal Ausschau halten, ohne jedoch zu wissen, wen oder was sie anbeten soll.

    Dann ist sie reif, das reine Licht durch die weltweite Verkündigung der reinen Lehre Lucifers zu empfangen, die endlich an die Öffentlichkeit gebracht werden kann. Sie wird auf die allgemeine reaktionäre Bewegung folgen, die aus der gleichzeitigen Vernichtung von Christentum und Atheismus hervorgehen wird.

    Der Mann ... ist eine zentrale Figur in der Freimaurerei des Westens. Aber wahrscheinlich verstehe ich seine Intentionen wieder mal falsch.

  • Menschenvernichtungsmaschine der Finanzindustrie

    Manche Wahrheiten sind einfach. Nur weil sie einfach sind, mit einfachen Worten darstellbar sind, sind sie nicht oberflächlich. Manche Wahrheiten sind erschreckend einfach, andere etwas komplizierter. Von den Komplizierteren leben momentan tausende von Sozialschmarotzern, die sich gerne öffentlich als Leistungsträger feiern lassen. Aber auch diese Verhältnisse lassen sich mit einfachen Worten darstellen.

    Nehmen wir ... die HRE. Da wird ja die Geschichte medial aufbereitet:

    http://dokumentation.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,8052976,00.html?dr=1

    Kein anderer Finanzkonzern in Deutschland ist so tief gefallen wie die Hypo Real Estate (HRE). Nur mit Staatsgarantien von 100 Milliarden Euro kann der Immobilienfinanzierer künstlich am Leben erhalten werden. Vor allem Versicherungen und Pensionsfonds wurden gerettet, die Milliarden bei der HRE angelegt hatten. Wohl niemand in Deutschland konnte sich bis dahin vorstellen, dass die Ersparnisse und die Altersvorsorge von Millionen Menschen von einem einzigen Geldhaus hätte abhängen können.

    Einhundert Milliarden Euro? Ganz überraschend? Nein, Kanzler Schröder hatte doch die HRE 2003 gegründet, damit die die Schrottpapiere der anderen Banken übernehmen konnte (wir berichteten). Und so finden wir in der Liste der Geretteten ... ganz schön viele Namen, die jetzt wieder Milliardengewinne schreiben:

    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Finanzen-Hypo-Real-Estate-Finanzkrise-Bankenkrise;art130,2898376

    Das gleiche Problem hatte die italienische Großbank Unicredit. Auch deren Tochter Hypo-Vereinsbank hatte der HRE, die sie einst per Abspaltung ins Leben gerufen hatte, mehr als zwei Milliarden Euro geliehen, ohne jede Sicherheit. Und genauso war es bei der Deutschen Bank, dem Versicherungskonzern HUK Coburg, der Allianz AG und Hunderten weiterer Gläubiger der HRE im In- und Ausland. Sie alle hatten eines gemeinsam: Sie hatten ohne Prüfung und „unbesichert“, also ohne Rückgriff auf andere Wertpapiere oder Immobilien für den Fall der Insolvenz, ihr Geld zu guten Zinsen an die HRE verliehen. Weit mehr als 100 Milliarden Euro, davon 83 Milliarden nur für Tage und Wochen, hatte die HRE so bei Finanzinstitutionen aller Art eingesammelt.

    Ohne Sicherheiten Geld zu verleihen ist ein ziemlich blödes Geschäft, das sogar unter Verwandten in die Hose gehen kann. Aber es ist legal, erlaubt ... und in einigen Fällen sogar außerordentlich erwünscht.
    Wenn es um Staaten geht. Anders als andere Schuldner haben Staaten ein Problem: sie können nicht weglaufen. Sie haben aber auch einen großen Vorteil: sie verfügen über ständig sprudelnden Geldquellen: Steuern genannt.

    Das macht sie zu idealen Zielobjekten der Spekulanten.

    http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2010/nr09/Wirtschaft/19041.html

    Die Verschuldung von Staaten ist für die grossen privaten Banken und ihren Tross aus Ratingagenturen, Beratern und Anwältinnen sehr lukrativ. Die Schuldtitel werden verbrieft, zu strukturierten Papieren gebündelt und auf globalen Märkten profitabel gehandelt. Die Ackermänner der globalen Finanzplätze vermelden Milliardengewinne. Und die normalen BürgerInnen fragen sich, woher der Geldsegen nach der verlustreichen Finanzkrise, die sie Hunderte von Milliarden Euro kostet, wohl stammen mag? Die Antwort ist: aus Griechenland, Dummerchen, wenn auch nicht nur aus Griechenland. Dazu wäre das Land mit gerade einmal 2,5 Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts eine Nummer zu klein.

    Doch gibt es noch andere Schweinchen, die man schlachten kann, nämlich die (in offiziöser Sprachregelung) PIGS genannten Mittelmeerstaaten Portugal, Italien, Griechenland und Spanien und einige andere mehr in der Welt. Ohne deren Verschuldung könnte das profitable Geschäftsmodell der Banken gar nicht florieren. Die Wertpapiere der einen verlangen die Verschuldung der anderen. Das ist einfache Saldenmechanik. Damit die Wertpapiere ihren Wert behalten, müssen allerdings die Schulden ordentlich bedient werden. Sonst werden sie toxisch. Daher kommt Panik ins «Börsenspiel der modernen Bankokratie» (so Karl Marx vor 150 Jahren), wenn am reibungslosen Schuldendienst gezweifelt wird, und manche Medien werden hysterisch wie das Münchener Magazin «Fokus», das Griechenland seit 2000 Jahren im Niedergang sieht. Das ist jedoch das Stichwort für die privaten Ratingagenturen. Sie reduzieren das Rating, und nun können die Bankster auf die Zinsen der Staatsschuld einen Risikozuschlag, den «spread», aufschlagen. Mit dem Risiko steigen die Gewinne der Banken. Umgekehrt wird die Last der Staatsschulden immer grösser.

    Staaten sind das ideale Opfer der Finanzmafia - wobei es völlig egal ist, wer an der Regierung ist. Alle müssen sich der Schuldentilgung beugen ... sonst droht ganz schnell die internationale Ächtung. Man wird Taliban, Saddam Hussein oder sonstwie ausgestoßen.

    Warum nun Staaten Schulden machen müssen? Nun, zur Rettung ihrer Bürger. Zur Rettung ihrer Pensionen, die ein größenwahnsinniger Idiot bei der HRE angelegt hatte. Und natürlich zur Rettung der Banken selbst.
    100 Milliarden Euro hat uns das gekostet, dafür mußten wir 80 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen für die wir noch mehr Zinsen zahlen müssen.

    Und während jetzt noch alles bloße Theroie ist, kommt jetzt die Praxis:

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/93/506275/text/

    Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien haben schlechtere Zähne. Sie werden häufiger bei Verkehrsunfällen verletzt, bekommen öfter eine Mandelentzündung und leiden stärker an Herpes. Während in der Kiggs-Studie fast zehn Prozent der Kinder mit dem niedrigsten Sozialstatus die Masern gehabt hatten, waren es in der wohlhabenden Gruppe nur fünf Prozent. Hingegen berichteten Eltern von Kindern aus wohlhabenden Haushalten häufiger von Allergien, Bindehautentzündungen, Erkältungen und Magen-Darm-Infekten.

    Obwohl arme Kinder häufiger krank werden, erhalten sie seltener Medikamente als Mittel- und Oberschichtkinder. Die Kosten für Arzneimittel, die nicht vom Arzt verordnet werden, mögen hier eine Rolle spielen: Etwa acht Euro pro Monat sieht der Hartz-IV-Regelsatz für die "Gesundheitspflege" eines Kindes vor. Dabei wären nach Berechnung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zwischen 12,68 und 14,69 Euro notwendig.

    Ganz unten ... ist dann auf einmal kein Geld mehr da. Und die Armut - künstlich geschaffen durch die Gier der Banken nach 25% Rendite - breitet sich nahezu täglich aus, weil die Banken das Geld mit steigender Kraft aus den Volkswirtschaften saugen, damit es sich gemütlich auf Konten in der Karibik ausruhen kann und dort astronomische Höhen erreicht.

    Warum gibt es Hartz IV? Warum gibt es die Agenda 2010? Warum werden wir alle keine Rente mehr bekommen und müssen bald die Kopfpauschale berappen? Warum ist der Sprit so teuer? Warum arbeiten wir immer mehr für immer weniger?

    Letztlich ... für die Zinsen der Schulden die wir gemacht haben, damit die Banken, die wir mit diesem Geld gerettet haben, wieder Milliardengewinne machen und damit jene Banker, die sich selbst als Leistungsträger definieren, uns als "faule Schmarotzer" bezeichnen können, wenn wir infolge von Einsparmaßnahmen nach 30 Jahren aus dem Betrieb fliegen.

    Und somit ist das Bankwesen international zu einer Menschenvernichtungsmaschine geworden. Noch läuft sie auf kleinen Touren, die Agenda 2010 ist nur der erste Anfang, ein kleiner Schritt für den Schröder aber ein großer Schritt für die Massenvernichtung von Bürgern.

    Zu starke Worte?

    Die Lebenserwartung der Armen, die Lebensqualität der Armen (und erst recht der Hartz-Abhängigen) ist schon jetzt deutlich niedriger als die derjenigen, die erst im nächsten Jahr arm werden - oder in fünf Jahren. Das ist gezielte Vernichtung von leben ... ohne Knall und ohne Rauch. Es gibt aber auch Morde, bei denen man einfach das Opfer verhungern läßt oder es gezielt in den Wahnsinn oder in den Suidzi treibt. Einfach mal ein bischen Kriminalgeschichte studieren, Beispiele gibt es genug.

    Banken sind mitlerweile die parasitäten Schmarotzer der Weltwirtschaft. Aber wer ihnen dient, dem geht es gut.

    http://www.zeit.de/2009/26/HRE

    Kein Namensschild, keine Initialen, nichts. Niemand soll sehen, wer hier wohnt. Niemand soll klingeln oder Briefe einwerfen – zumindest keiner, von dem der Hausherr das nicht will. Ein Briefkasten mit einem geschwungenen Posthorn drauf. Ein weiß lackiertes Eisentor. Daneben eine riesige Dreiergarage. Dahinter: die Villa. Als wäre sie ein Versteck.

    Vaterstetten, 20 Autominuten östlich von München. Wer hier wohnt, will seine Ruhe haben. Den Mann in der Villa nennen sie nur den »Skandalbanker«. Den »Pleitebanker«. Er heißt: Georg Funke. Er war: Vorstandschef der Hypo Real Estate, kurz HRE, von deren Börsengang 2003 bis zu seinem Rücktritt im Herbst 2008.

    Ein Mann, dessen einzige Kompetenz darin bestand, das er keine hatte. Keine Kompetenz, kein Verantwortungsgefühl, keine Skrupel, kein Gewissen - kurz: der ideale Banker oder Profikiller. Nein, Entschuldigung, Profikiller brauchen Kompetenzen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Funke

    Im Jahr 2008 wurde Georg Funke mit der Begründung mangelnder Kompetenz und intransparenter Informationspolitik von verschiedenen Politikern der Rücktritt nahegelegt, woraufhin er im Oktober 2008 sein Amt als Vorstandsvorsitzender niederlegte.[3][4] Weitere Kritik zog Funke auf sich als er ab Februar 2009 in mehreren Klagen gegen seinen früheren Arbeitgeber, die Hypo Real Estate, etwaige Ansprüche in Höhe von rund 12 Millionen Euro geltend machte.[5]

    Nun, für die Vernichtung von 100 Milliarden Euro Steuergeldern kann man natürlich auch etwas verlangen. Wahrscheinlich kriegt der auch sein Geld. Eine Krähe hackt der anderen ja kein Auge aus.

    Nur ein paar versuchen, Verantwortlichkeiten aufzuzeigen.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,684421,00.html

    Attac erhebt Anklage gegen Angela Merkel und Gerhard Schröder. Der Vorwurf: Ihre Regierungen sind verantwortlich für die Finanzkrise und deren Nichtbewältigung.

    Einer der Ankläger ist Detlef Hensche, ehemaliger Vorsitzender der Gewerkschaft IG Medien. Er sagte, bereits jetzt zeichne sich ab, wer den Ausgleich der Spekulationsverluste zu tragen habe: die Menschen in den Ländern des globalen Südens, die Arbeitnehmer der Industrieländer, Kranke, Arbeitslose und Rentner sowie alle Bürger, die unter öffentlicher Sparpolitik und ausgezehrten öffentlichen Einrichtungen zu leiden haben.

    Es ist vielen bekannt, wie die Maschine läuft und welche Folgen sie hat: Massenvernichtung von menschlichem Leben ... meistens leise.

    Wir brauchen dazu kein Konzentrationslager, wir leben schon darin. Komfortabel ... aber gefangen.

    Übertrieben?

    Na, dann einfach mal morgen dem Arbeitgeber sagen man hätte die Nase voll und würde sich jetzt voll und ganz dem humanen Kampf gegen die inhumanen Banken anschließen um seinen Kindern eine bessere Welt zu hinterlassen ... und einfach mal gedanklich durchspielen, was sich dann entwickelt. Wieviel Freiheit ... ist da noch übrig? Für viele eine bittere Erkenntnis, die dazu führt, das die Straßen so leer bleiben und das Land so ruhig ist.

  • Minipreneure ... Lumpenelite aktuell: Peter Hartz IV will Leichenfledderer werden

    Habe gerade einen Anruf bekommen: ob ich schon das neue Konzept von Peter Hartz kenne.

    Nein, kenne ich nicht. Interessiert mich auch nicht. Die arbeitsmarktspolitischen Konzepte solcher Leute interessieren mich nicht:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Hartz

    Am 9. Oktober 2006 soll Peter Hartz gegenüber der Braunschweiger Oberstaatsanwältin Hildegard Wolff zugegeben haben, dass er ein Jahrzehnt lang den einstigen Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert ?begünstigt? hat. Angeblich ohne Wissen des damaligen Vorstandschefs Ferdinand Piëch und anderer Top-Manager des VW-Konzerns zahlte Hartz an Volkert zwischen 1995 und 2005 Jahr für Jahr einen ?Sonderbonus? von 200.000 Euro ? insgesamt somit zwei Millionen Euro. Zu dem System der Vergünstigungen soll auch gehört haben, dass Hartz der brasilianischen Geliebten von Volkert, Adriana Barros, ein Zusatzeinkommen verschaffte. Lange Zeit soll sie 7.600 Euro pro Monat erhalten haben ? insgesamt 399.000 Euro.

    Das ist das Denken der Lumpenelite. "Wir sorgen für uns selbst" ... aber wenn mal weder Firmen- noch Staatskasse zu plündern ist, dann fangen die an zu Rudern. Da müssen sie auf einmal mit ihren eigenen Fähigkeikeiten ohne Fallschirm und doppelten Boden zurechtkommen ... und merken halt oft: ich kann eigentlich gar nichts. Ich bin nur ein Verwaltungshansel und wenn ich nicht in einem System etwas verwalten kann .... Staat, Firma, Verein ... bin ich absolut überlebensuntüchtig.

    Wenn dann die Rente kommt, können einige von den Leuten damit leben ... nicht aber die, die ihren eigenen wahnhaften "Manager-Macher-Phantasien" erlegen sind. Die halten sich in der Tat für das Größte, was diesem Land je wiederfahren ist und sind gewillt, weiter fleißig zur Belustigung des Volkes herumzumurksen.

    Solange sie gut bezahlen, haben sie ja auch genügend Speichellecker um sich herum, die schon loben und applaudieren, wenn es den Halbgöttern der unsichtbaren Hand des Marktes gelingt, sich fehlerfrei die Krawatte zu binden.

    Einer dieser Unermüdlichen ist der Kriminelle Peter Hartz. Als würden wir seinen Namen nicht sowieso schon täglich hören. Der Fastknacki versucht in der Tat wieder, Arbeitlose mit neuen Tricks zu quälen und sich nebenbei einen Zugang zu dem so heiß geliebten Sozialbudget zu besorgen.

    Fastknacki? Ja ... zur Erinnerung nochmal ein paar Daten, damit man weiß, mit wem man es zu tun hat:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Hartz

    Am 17. Januar 2007 gestand Hartz in der auf lediglich zwei Verhandlungstage angesetzten Gerichtsverhandlung alle 44 Klagepunkte ein. Der Gesamtschaden dieser Schmiergeld-Affäre beträgt 2,6 Millionen Euro, wovon Hartz fast zwei Millionen Euro an den damaligen Chef des Betriebsrats Klaus Volkert gezahlt hatte. Das Landgericht Braunschweig folgte dem Antrag von Staatsanwaltschaft und Verteidiger und verhängte am 25. Januar 2007 wegen Untreue und Begünstigung des VW-Betriebsratschefs eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen a 1600 ? (insgesamt also 576.000 ?). Er gilt damit als vorbestraft. Im Rahmen der Strafzumessung wurde das volle Geständnis strafmildernd berücksichtigt. Auf die Vernehmung einer Reihe von Zeugen konnte, aufgrund des vollumfänglichen Geständnisses, verzichtet werden

    44 Klagepunkte ... alle eingestanden. Super. Scheint sich um einen Elitelumpen zu handeln. Aber: er hat keine Abfindung bekommen - und dem Geld jagt er jetzt hinterher.

    Sein neuestes Projekt ist nicht neu, sondern alt:

    http://www.cicero.de/97.php?ress_id=4&item=4561

    Peter Hartz, der tief gefallene ehemalige VW-Arbeitsdirektor, Kanzlerberater und Arbeitsmarktreformer, ist nach Berlin gekommen, um sein neues Konzept gegen Langzeitarbeitslosigkeit vorzustellen: die „Minipreneure“ – der Name spielt auf „Entrepreneur“, also „Unternehmer“ an. Und wie früher, als Hartz von „Job-Floatern“ sprach und von „Bridge-System“, kann ihm kaum jemand folgen.

    Wie sollte man dem pseudowissenschaftlichen Unternehmensberatergeschwätz auch folgen können. Wer Erfahrung mit Unternehmensberatern hat, der weiß: dem soll man auch nicht folgen können. Das soll sich nur unverständlich anhören, damit die Rechnungsprüfer im Betrieb nicht merken, das sich die Lumpenelite da gegenseitig Geld zuschanzt. Mehr - steckt nicht dahinter.

    Gut, letzte Jahr ist der Herr Hartz mit seiner Bitte um Bargeld gescheitert, niemand wollte ihn wirklich auch noch auf die Arbeitslosen loslassen, die schon ohne ihn genug Probleme haben.

    Doch wer einmal Geld gerochen hat, der läßt so leicht nicht locker. Wenn man ihn in Berlin nicht will: dann eben anderswo. Also zog der Wanderzirkus weiter.

    Im Juni 2009 tauchte er mit den „Minipreneuren“ in Ansbach auf: Ausgerechnet die dortige CSU-Mittelstandsunion hatte sich bereit erklärt, dem vorbestraften SPD-Mann und Gewerkschaftsmitglied eine zweite Chance zu geben.
    Der Empfang war allerdings auch in der fränkischen Provinz äußerst unfreundlich. Störer versuchten die Veranstaltung zu torpedieren, kredenzten einen übel riechenden Harzer Käse. Für Hartz, dem bei aller Eitelkeit ein sensibles Gemüt nachgesagt wird, eine weitere bittere Stunde. Heute, ein halbes Jahr später, winkt die Arbeitsagentur Ansbach auf Nachfrage, was aus dem Projekt geworden sei, müde ab: Zu teuer.

    Auch dort also nur tote Hose. Dann eben wieder zurück ins Saarland, diesmal als Verein. Dabei war schon 2005 klar: Hartzer Käse verpestet nur die Luft:

    http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Hartz-Wundermittel-weitgehend-verpufft_aid_84728.html

    Reguläre Jobs konnten mit den neuen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten von Rot-Grün bisher kaum geschaffen werden. Weder die Personal-Service-Agenturen noch die Mini-Jobs oder die Ich-AGs haben seit ihrer Einführung 2003 zu einer Reduzierung der Arbeitslosigkeit geführt - das zeigen die Studie eines Wirtschaftsinstituts und die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

    Jetzt sagt Hartz wenigstens deutlich, was er will:

    http://www.shsfoundation.de/fileadmin/contents/minipreneure/SHS_Minipreneure_-_Gesamtkonzept.pdf

    Es
    organisiert ein Netzwerk wechselseitiger Hilfe aus Experten unterschiedlicher
    Disziplinen und motivierten Arbeitslosen als Experten in eigener Sache. Aus
    dieser „doppelten Expertenschaft“1 schöpft das Projekt den Zugewinn an
    Know How, fachkundiger Betreuung, sozialer Unterstützung und Empathie,
    um eine möglichst große Zahl von Langzeitarbeitslosen zu ermuntern und zu
    befähigen, ihr Leben als arbeitsfähige und leistungsbereite Mitbürger wieder
    aktiv und mit berechtigten Hoffnungen in die Hand zu nehmen,

    Experten aus unterschiedlichen Disziplinen will er einen Job verschaffen, am besten zehn von denen um jeden Arbeitslosen gruppiert. Mehr ... braucht man von dem 67-seitigen Konzept gar nicht zu lesen um zu sehen, worum es geht: eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Peter Hartz und andere Schmarotzer am Sozialbudget.

    Am Ende steht der arbeitslose 53-jährige Ex-Verkaufsleiter der Automobilbranche mit seiner multiplen Sklerose (für leichte Büroarbeit tauglich) dann als 55-jähriger hochmotivierter arbeitloser Ex-Verkaufsleiter der Automobilbranche mit multipler Sklerose auf der Straße und merkt dann umso deutlicher, das er als über fünzig-jähriger mit Krankheit von niemandem mehr eingestellt wird, weil der Jugendwahn der achtziger Jahre immer noch wirkt.

    Aber dafür gibt es dann vielleicht auch noch Seminare, an denen Peter Hartz und die Lumpenelite gut verdienen kann. Man hat ja dann Zeit, neue zu entwickeln.

    Dabei ist alles so einfach, wenn man die Kunst kennt, ein totes Pferd zu reiten. Von diesen Konzepten lebt die gesamte Beraterbranche. Hier die Konzepte von Peter Hartz:

    http://www.poeschel.net/vermischtes/pferd.php

    Wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben.
    Wir kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können.
    Wir schieben eine Trainingseinheit ein um besser reiten zu können.
    Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, das wir es nicht mehr reiten können.”
    Wir entwickeln ein Motivationsprogramm für tote Pferde.
    Wir erstellen eine Präsentation in der wir aufzeigen, was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.

    Während die Agenda 2010 gerne den Reiter quält, damit der das Pferd aus der Statistik schafft ... und auf jeden Fall folgendermaßen verfuhr:

    Wir strukturieren um damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.

    Das ist eigentlich alles, was man zu den Projekten von ARGE, Hartz und der Lumpenelite wissen muß um sie schnell und zielgerichtet einsortieren zu können: in den Sondermüll als ein weiterer engagierter öffentlicher Versuch, an Gelder aus dem Sozialbudget zu kommen.

  • Bewegung Morgenlicht, die Lumpenelite und Deutschlands Zukunft

    Da ging ja mal ein Gespenst durch Deutschland: Bewegung Morgenlicht. Was waren alle aufgeregt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bewegung_Morgenlicht

    Die Bewegung Morgenlicht ist eine klandestine, militante Organisation, die erstmals im Herbst 2009 in Erscheinung trat. Sie verübte mehrere Brandanschläge auf Frankfurter Banken und gab der Presse Ultimaten für weitere Sprengstoff- und Brandanschläge kund.

    Richtig begeistert war die Junge Welt: endlich erledigt jemand ihren Klassenkampf, den sie von der Schreibmaschine her so sehr herbeisehnen, um sich dann - nach errungenem Sieg - dahinter hervorzuwagen und tolle Pöstchen zu erhalten, die ihre Fernreiseansprüche sicher.

    https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/2009/11-13/060.php

    Reformbewegung des Tages: bewegung morgenlicht
    Endlich kommt Bewegung in die Klassenauseinandersetzungen. Die – szenetypisch kleinschreibende – »bewegung morgenlicht« hat nicht nur im Internet Satzung und Programm

    Viele dachten schon, die RAF wäre zurück und würde endlich für Ruhe außerhalb des cocoonisierten Monadendaseins sorgen, Nacktscanner vor jeder Bank, jedem Arbeitsvermittler und bei Roland Koch wurden Tagesthema, da platzte die Show: Bewegung Morgenlicht war ein arbeitsloser Betriebswirt mit "frecher Föhnfrisur und Krawatte". Die Bildzeitung konnte sich nicht bremsen und folgte den Spuren der frechen Föhnfrisur:

    http://www.bild.de/BILD/regional/frankfurt/aktuell/2010/02/25/terrorgruppe-bewegung-morgenlicht/ist-arbeitsloser-verantwortlich-fuer-die-brandanschlaege.html

    BILD auf Spurensuche im Leben des 49-Jährigen: Seit 14 Jahren wohnte er allein in einem verfallenen 3-Parteien-Haus in der Schulze-Delitzsch-Str. Der gebürtige Würzburger war nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in die Arbeitslosigkeit abgerutscht, tief verbittert. Halt gab ihm nur die ehrenamtliche Tätigkeit in einer katholischen Gemeinde. Nachbarn beschreiben den 1-Euro-Jobber als „klassischen Eigenbrötler“: „Thomas war seit einem Vierteljahr noch verschlossener.“

    Das Training im Tischtennisklub schwänzte er seit Monaten: „Ich muss jetzt immer bis 22 Uhr arbeiten.“ Die Fahnder sind sicher: Alles eine billige Ausrede – damit er in Ruhe seine Anschläge begehen konnte...

    Ein ein Eurojobber in einem verfallen Haus ... wie geht das denn? Die wohnen doch alle in luxuriösen Einfamilienhäusern, die sie sich von der "Stütze" erspart haben. Schön finde ich den Fahnder: "billige Ausrede" ... als ob es schon bald Pflicht ist, im Verein ständig anwesend zu sein. Aber das ist ja vielleicht in Planung, damit alle immer unter Kontrolle sind. Man sieht ja, wohin das führt, wenn man Ein-Euro-Jobber unbeaufsichtigt läßt: die kriegen eine freche Frisur über der Krawatte - und das geht ja schon mal gar nicht.

    Kaum ist jedoch Morgenlicht in Haft, kommt die nächste kriminelle Bewegung: die Lumpenelite rückt an.
    Wieder mal ein sehr schöner Begriff. Schade, das der nicht von mir kommt.

    http://www.welt.de/politik/lachmann/article6805356/SPD-geht-auf-Westerwelles-Lumpenelite-los.html

    Ein Vertrauter von Außenminister Westerwelle bekommt einen Führungsposten im Auswärtigen Amt. Entwicklungshilfeminister Niebel gibt einem befreundeten Oberst einen wichtigen Regierungsjob. Die SPD spricht von Günstlingswirtschaft, Westerwelle umgebe sich mit einer "Lumpenelite".

    Die Ratten verlassen zwar nicht das sinkende Schiff, aber sie sorgen dafür, das ihre Kumpane einen sicheren Platz im Rettungsboot bekommen, denn die Zukunft in Deutschland sieht vielerorts miserabel aus ... und das weiß man am Besten ganz oben, denn von dort hat man eine schöne Aussicht.

    Nachdem wir nun etliche Millionen in den Städterückbau gesteckt haben, zeigen sich nun erste, deutliche Erfolge:

    http://www.net-tribune.de/nt/node/19932/news/Wohnungsmangel-koennte-zu-sozialen-Spannungen-fuehren

    Angesichts anhaltenden Wohnungsmangels haben Experten vor sozialen Spannungen in Deutschland gewarnt. Nach einer Prognos-Studie, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, wird es im Jahr 2025 in drei Vierteln der deutschen Regionen zu wenig Wohnungen und damit steigende Mieten geben. Der Deutsche Mieterbund (DMB) warnte vor einer Ghettoisierung einkommensschwacher Schichten und einem Anstieg der Kriminalität.

    Das wird vor allem für Rentner ein Problem werden ... erst recht im Osten des Landes, wo man ja auch vermehrt "zurückgebaut" hat:

    http://www.net-tribune.de/nt/node/19932/news/Wohnungsmangel-koennte-zu-sozialen-Spannungen-fuehren

    Der Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft hat dramatische Spätfolgen: Für einen Großteil der Ostdeutschen, die ab 2030 in Rente gehen, wird die gesetzliche Altersversorgung einer DIW-Studie zufolge nur auf dem Niveau der Grundsicherung liegen - oder sogar darunter.

    Da ist die Obdachlosigkeit vorprogrammiert. Zumal die Lumpenelite inzwischen Mechanismen etabliert hat, die vollkommen anstrengung- und wettbewerbslos Milliardengewinne und die Ausplünderung ganzer Länder erlaubt - wann immer man gerade Lust dazu hat:

    http://www.pr-inside.com/de/preiswucher-an-tankstellen-geht-weiter-r1780355.htm

    PR-inside.com 17.03.2010 11:08:05) Stuttgart (ACE) 17. März 2010 - Keine Entspannung bei den Spritpreisen. Nur eine Woche nach der Kritik an "überteuerten" Kraftstoffen haben die großen Mineralölkonzerne erneut an der Preisschraube gedreht.

    "Die kritisieren? Kein Problem. Zeig´ denen mal, wo der Hammer hängt!" ... und schon wird´s noch teurer und keiner kann was dagegen tun.

    Und alle glauben noch, wir leben in einem freien Land. Das war einmal. Und viele haben das schon längst verstanden, nur der Betriebswirt mit der frechen Föhnfrisur glaubte noch an den Aufstand. Es gibt keinen Aufstand im Todeslager, dort wirken andere Prozesse, dort ist der Widerstandsgeist erloschen.

    Na ja, ich hatte seinerzeit vor der Agenda 2010 gewarnt. Inbrünstig. Man hatte mich als Angstmacher beschimpft ... dabei hatte ich die Agenda gar nicht gemacht, habe aber sofort gesehen, das sie allen nichtreichen Menschen in diesem Land das Rückrat brechen wird ... und das die konkreten Ausführungsbestimmungen die Reise- und Meinungsfreiheit gezielt vernichten. Das ganze Land wird ein Arbeitslosenknast. Und wer kann sich angesichts drohender Kürzungen der lebenswichtigen Grundleistungen noch eine freie Meinung leisten?

    Die Agenda 2010 stellt nichts weiter da als den ersten Schritt zur Diktatur der Lumpenelite und Westerwelle hält die Zeit für gekommen, diesen Tatbestand der Diktatur einfach mal öffentlich zu demonstrieren. ER ist der HERRSCHER und kann MACHEN WAS ER WILL.

    Konzerne tun das doch auch, wozu also aufregen? So ganz verstehe ich die Aufregung über Westerwelle auch nicht. Es gab und gibt da viel schlimmere Sausäcke in der SPD und der CDU. Und die Arbeitspflicht ist doch schon längst Praxis....was soll denn das Getue? Jeder Hartz IV-Abhängige ist dazu verpflichtet, jede Arbeit anzunehmen - es gibt nur keine. Darum werden die mit Zahnbürsten die Landstraßen schrubben um den widerwärtigen Beschäftigungswahn der Lumpenelite zu befriedigen.

    Aber man sieht ja, was geschieht, wenn man DIE nicht beschäftigt: sogar freche Föhnfrisuren mit Anzug und Krawatte lassen ein Licht aufgehen ... ein Morgenlicht.

    Und das vielen mal ein Licht aufgeht (aber nicht durch Brandsätze) wäre eigentlich dringend nötig, denn wir schippern in aller Seelenruhe einer sehr finsteren Zukunft entgegen:

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/finanzmaerkte-die-finale-krise-steht-erst-noch-bevor;2547501

    „Die finale Krise steht erst noch bevor“
    Schulden, überall nur Schulden. Die Industriestaaten haben die Rettung ihrer maroden Banken teuer erkauft, dazu kommen hausgemachte Probleme. Investoren fürchten die nächste Staatspleite. Gleich mehrere südeuropäische Staaten seien gefährdet, sagen Experten. Aber auch die USA stehen tief in der Kreide. Das Schuldenproblem wird die Finanzmärkte in den kommenden
    Jahren bewegen. Einige prominente Investoren rechnen mit dem Schlimmsten.

    Na, noch Fragen, warum die Lumpenelite momentan ihre Sauereien in aller Öffentlichkeit präsentieren?

    Die wissen, das es vorbei ist und wollen noch schnell einen Platz im Boot. Und da die Zeit drängt, ist es ihnen mitlerweile egal, das man sieht, wen die alles beiseite schubsen um ihre Liebsten ins Boot zu holen.

  • Deutschlands alltäglicher Alptraum ... und die Jugend

    Hätte man mir als jungem begeisterten Anhänger der Bundesrepublik Deutschland den Nachrichtenmix gezeigt, der sich alleine heute darstellt: ich hätte es nicht geglaubt. Ich hätte gesagt: das ist ein schlechter Film, eine Horrorvision für Idioten, so doof kann keiner sein, so asozial wird dieses Land nie wieder und überhaupt läßt der Deutsche an und für sich so etwas nicht mehr mit sich machen.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article5965624/Gefangen-in-der-Endlosschleife-eines-Albtraums.html#vote_5951563

    Die nun drohenden Folgen der Finanzkrise sprengen unsere Vorstellungskraft. Die Abwehr-Reaktionen auf Barack Obamas Vorhaben, die Banken an die Kette zu legen, entspringen einer Unheil bringenden Quelle: Wir sind gefangen in der Endlosschleife eines Albtraums, in der die Ursachen der Krise fortlaufend neu reproduziert werden.
    Gier, Moralverfall und nicht zuletzt auch ein stückweit kriminelle Energie waren unbestritten Mitverursacher der Krise.

    So schrieb die sicherlich nicht links zu nennende Welt im Januar dieses Jahres. Alle wußten, das das wahr ist. Alle merken, das es wahr bleibt und schlimmer wird: wer auf normale Art und Weise sein Geld verdienen will, hat immer weniger Chancen. Wir beschwehren uns über die miserable Motivation der Jugend ohne darauf zu achten, das die vielleicht gar nicht so blöd sind, wie wir ihnen unterstellen. Sie denken halt nur wie Banker....allerdings haben sie nicht soviel Fremdkapital zur Verwaltung. Was solls. Moral und Unmoral sind nicht vom Geld oder seinem Mangel abhängig.

    http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,683658,00.html

    Die mit Steuergeld vor dem Untergang gerettete Schweizer Großbank UBS hat 2009 rund drei Milliarden Franken Verlust gemacht. Etwa die gleiche Summe hat das Geldhaus für Boni an ihre Mitarbeiter zurückgestellt.

    Für jeden Euro Miese einen Euro Bonus. Ein gutes Geschäft. So wirtschaftete normalerweise nur die völlig verrückte "Addams-Family" in den schwarz-weiß-Sendungen der sechziger Jahre. Damals war das noch Comedy, heute ist das professionelles Bankertum. Und während Sohnemann noch diese Meldung verarbeitet und die Konsequenzen für seine persönliche Lebensplanung berücksichtig, hat Papa ganz andere Sorgen:

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/studie-unsichere-jobs-werden-zur-regel;2547275

    Bei Neueinstellungen ist in Deutschland inzwischen fast jeder zweite Job nur noch befristet. Das gehe aus Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervor, über die die „Süddeutschen Zeitung“ berichtet.

    Nach Angaben des Nürnberger IAB stieg der Anteil der befristeten Verträge an den Neueinstellungen von 32 Prozent im Jahr 2001 auf 47 Prozent im ersten Halbjahr 2009. Das Statistische Bundesamt hatte am Dienstag berichtet, dass inzwischen fast jeder zehnte Arbeitnehmer keine Daueranstellung hat.

    Schule, Ausbildung, Beruf, Arbeit, Heirat, Haus, Kinder, Rente ... das klassische Lebensmodell, auf das unser Staat zugeschnitten ist, ist nur noch eine Farce. Die Wirklichkeit heißt: Hartz IV ... früher oder später.

    Hartz IV ... entweder mit viel Mühe, Anstrengung, Prüfungsängsten, Arbeitsstreß, Selbstdisiplin, Aufopferung, Überstunden und wenig Geld im Alter von fünfzig Jahren - oder sofort.

    Immer mehr Jugendliche entscheiden sich für das letztere Modell, weil es ja auch einfach wirtschaftlicher ist. Jedenfalls für sie. Jeder Bankmanager würde in der Situation genauso entscheiden. Sind halt alles Profimanager, unsere Jugendlichen. Sie wissen ganz genau, das es für sie nur eine Chance gibt, Hartz IV zu entkommen: Superstar werden, auf die eine oder andere Art.

    Wozu also noch mit dem debilen Mathelehrer streiten oder mit dem Englischpauker für gute Noten ins Bett steigen? Rentiert sich alles nicht mehr.

    Und wenn man schon durch Gang-Bang oder den üblichen christlichen Mißbrauch zugeritten wurde, dann kann man auch gleich im Erotik-Business weitermachen. Da verdient man mehr als Pappa mit seinen Versicherungen.

    Ob nun Gangmitglied oder Broker ... die Motivation und die Methoden sind die gleichen. Schnell ohne Arbeit ganz viel Geld machen, denn das ist GUT.

    BÖSE ist, keinen jener Arbeitsplätze mehr zu haben, bei denen man für immer weniger Geld immer mehr tun muß - bei großer Planungsunsicherheit. Jene Arbeitsplätze, die unsere Leistungsträger wie unsere kriminelle Jugend meiden wir die Pest. Beide Gruppen suchen lieber nach jenen Alternativen, die bei ganz wenig Arbeit ganz viel Geld versprechen, denn eins ist klar: so etwas kann sich Pappa mit seiner 50-Stunden-Woche plus Vereinsarbeit niemals leisten:

    http://www.manager-magazin.de/life/artikel/0,2828,683629,00.html

    Der Lebensraum Ozean ist ein faszinierendes Habitat. Vor allem für Milliardäre. Ein Joint Venture der Luxusmarke Hermès und des Jachtbauers Wally will die Grenzen des Jachtensegments nach oben verschieben: Mit einem 58 Meter langen Schwimmkörper, der eher einer Luxusvilla als einem Schiff gleicht.

    "Verzicht" ist allerdings nicht unbedingt die erste Assoziation, die dem Betrachter der schwimmenden Strandvilla in den Sinn kommt. Zwischen 60 und 100 Millionen Euro soll die schwimmende Luxus-Mobilie kosten; auf 4000 Quadratmetern Bodenfläche, die sich auf vier Ebenen verteilen, ist viel Platz für die zwölf Gäste und 20 Crewmitglieder.

    Für Rockstars, Topmodels, Broker und Mafiakiller ist das jedoch leicht erschwinglich.

    Wozu also, liebe Gesellschaft ... frage ich mal als junger Mann ... soll ich mich abstrampeln in Schule, Ausbildung, Beruf?

    Wozu?

    Ich mach´ lieber den Lauen bei der ARGE, nebenei ein bischen Kohle mit Drogen und Frauen, ab und zu ein kleiner Bruch und warte drauf, das ich ganz ganz groß ´rauskomme.

    Und wenn mir einer querkommt, knall´ ich ihn ab.

    Und mit einer solchen Moral kann ich solchen Nachrichten gelassen entgegensehen:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,683881,00.html#ref=top

    Amerikas Finanzmärkten droht ein neues Beben. Ab 2012 werden laut "New York Times" Schrottanleihen im Wert von 700 Milliarden Dollar fällig. Zahlreiche Firmen brauchen dringend frisches Geld, dürften aber bei der Refinanzierung leer ausgehen. Mögliche Folge: eine Welle von Pleiten.

    Und während Papa vor lauter Angst und Panik einen Herzinfarkt kriegt, sich immer kränker zur Arbeit schleicht und ständig mehr Bier vor der Glotze säuft, weil er sein Leben anders nicht mehr erträgt, hänge ich cool herum und warte auf meine Chance.

    Das ist nicht doof ... das ist angewandtes Krisenmanagement mit optimalem Einsatz der verfügbaren Ressourcen im Hinblick auf Gewinnmaximierung, das ist Konzentration auf das Kerngeschäft bei gleichzeitiger Null-Risiko-Strategie. Man kann auch sagen: es ist eine geldarme Form von Leerverkäufen, die aber alternativlos ist, wenn man seinen Moral alleine aus wirtschaftlichen Maximen speist.

    Macht jeder Konzern so ... also: warum sind diese jungen Leute dann böse? Zumal sie ... angesichts des täglichen Alptraums, den unsere Medien offenbaren, einfach nur optimale Anpassungsstrategien fahren?

    Vielleicht sind sie die eigentlichen Vorbilder?

    Auf jeden Fall sind ihre Väter ein Auslaufmodell.

    Und der einzige Unterschied zu Leistungsträgern ist: die hatten Beziehungen. Die hat halt nicht jeder, kann auch nicht jeder haben.

  • Deutsche Vetternwirtschaft und der Tod der deutschen Demokratie

    Heutzutage weiß man ja gar nicht mehr, worüber man zuerst schreiben soll. Viele kritische und bedenkliche Themen liegen bei mir so weit unten auf dem Tisch, das ich einen Bagger bräuchte, um sie wiederzuentdecken. Fast täglich kocht irgendwo etwas neues häßliches, wahnhaft Widerwärtiges hervor und geht ganz schnell unter in der Berichterstattung über Sänger hier, Sportler dort und neue Autos für alle.

    So kam mir erst kürzlich etwas unter (das ich heute schon gar nicht mehr wiederfinde), das mir große Verblüffung beschehrte. Angesichts der Reisebegleiter von Guido Westerwelle sagte ein FDP-Mann sinngemäß, das man sich dran gewöhnen müsse, das ein Aussenminister persönliche Netzwerke hätte.

    Ich habe auf den medialen Aufschrei der Entrüstung gewartet, dann kamen wieder andere Themen auf und die Meldung versickerte, dabei hat sie sehr viel Aufmerksamkeit verdient.

    "Vetternwirtschaft" scheint inzwischen so alltäglich für alle geworden zu sein, das der Begriff niemanden mehr auffällt. Nun ... mitlerweile ist es ja wirklich so in diesem Land, das man einfach nur Beziehungen braucht, um "nach oben" zu kommen, wobei "nach oben" oft einfach nur einen gut dotierten, sicheren Vollzeitarbeitsplatz darstellt. Für den Rest der Bevölkerung gibt es Zeitarbeitsverträge oder Hartz IV oder eben bald gar nichts mehr.

    Das, wovon der FDP-Hansel meinte, das man sich daran gewöhnen müsse, ist etwas, woran wir uns nie gewöhnen sollten und nicht gewöhnen dürfen.

    Wir brauchen in Spitzenpositionen Leute mit den besten Fähigkeiten. Wir haben in Spitzenpositionen Leute mit den besten Beziehungen. Das Außenminister ihre Ehefrauen überall mit hinschleppen müssen, ist mir schon verdächtig gewesen. Das manche Außenminister mit Frauen nichts anfangen können, ist ja auch ok. Aber was sucht der Bettgefährte von Westerwelle dort ... außer um sich als Event-Manager einige Aufträge zu verschaffen, die nur ihm nützen. Und was macht Westerwelles Bruder dort? Wieviel Verwandschaft will der denn noch unterbringen? Werden Besuche des deutschen Aussenministers bald Familientreffen? Haben wir keine fähigeren und wichtigeren Leute und Branchen, die im Ausland vorgestellt werden müssen? Wie wäre es mit ein paar erfolgreichen Mittelständlern und kleinen Handwerkern?

    Es ist schon ziemlich dreist, die Selbstbereicherungsansprüche seines Familienclans in aller Öffentlichkeit zu demonstrierten und dann noch durch einen Parteisprecher verkünden zu lassen, das man sich gefälligst daran gewöhnen sollte.

    Putsch in Deutschland .... der vielbeschworene Schulterschluß von Regierung und Wirtschaft unter der Regierung Schröder, vorbereitet durch die "geistig-moralische Wende" des Helmut Kohl, unter der Meineide, Lügen und öffentliche Vertuschungsaktionen von Politikern und Kanzlern - kurz: kriminelle Akte - gesellschaftsfähig wurden, hat aus diesem Land eine Bananenrepublik gemacht, die Diktatur einer unsichtbaren Oligarchie. Aber die ist gar nicht unsichtbar. Sie ist (wir berichteten ... oftmals) an allen Ecken und Enden zu sehen - aber es will keiner wahr haben. Es ist eine unbequeme Wahrheit. Eine die weh tut und die Komfortzone, in der man sich eingerichtet hat, sehr in Gefahr bringt.

    Dieses Land ist keine Demokratie mehr. Kanzler Kohl hat die Demokratie (auch innerparteilich) zu Boden gerungen. Schröder hat ihr einen Dolch ins Herz gestochen, in dem er einen Apparat schuf, der es ermöglicht, jederzeit jeden Bürger den Hungertod sterben zu lassen. Manche sind ihn auch schon gestorben.
    Nach der Meinung einiger Mitbürger noch viel zu wenige.

    Durch die Installation der ARGE hat der Schulterschlußverbund von Staat und Wirtschaft die Möglichkeit, jederzeit jeden ins soziale Abseits zu stoßen, seinen gesamten Besitz zu pfänden, ihn den entwürdigensten Arbeiten auszusetzen, ihn hinzuschicken wo immer man es möchte (auch als Putzmann nach Mecklenburg-Vorpommern). Man muß ihn nur kündigen und seine Wiedereinstellung verhindern ... schon rutscht er unaufhaltsam ins Nichts.

    Das ist eine Form von Gewalt, vor der der Staat uns zu schützen hätte ... wäre es nicht ein Staat, der in seinen tiefsten Tiefen vollkommen zerrüttet ist und nur noch aus Geschäftemachern besteht, die auch noch stolz darauf sind:

    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:vorwurf-der-vetternwirtschaft-westerwelle-verteidigt-seine-reisepraxis/50088118.html

    Der Minister sagte der "Wirtschaftswoche", in anderen Ländern sei es ganz selbstverständlich, dass sich der Außenminister für die heimische Wirtschaft engagiere. "Der linke Zeitgeist hält Geschäftemachen für fragwürdig. Die Gesellschaft muss sich daran gewöhnen, dass das künftig anders ist."
    FDP-Generalsekretär Christian Lindner forderte, die persönliche Verbindung von Politikern und Geschäftsleuten zu akzeptieren. "Es ist eben eine Realität, dass Spitzenpolitiker persönliche Netzwerke haben", sagte Lindner dem Berliner "Tagesspiegel". Auch der ehemalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) habe einen befreundeten Anwalt zu elf Reisen eingeladen.

    Der "linke Zeitgeist" ist das normale demokratische Grundempfinden der Bevölkerung, die Vetternwirtschaft ziemlich übel findet, weil es der Tod der Chancengleichheit und der Tod der Demokratie ist. Die Gesellschaft muß sich daran gewöhnen, befiehlt der Aussenminister. Und der Gesellschaft bleibt auch nichts anderes übrig, als sich daran zu gewöhnen, das zu tun, was der Schulterschlußverbund von Staat und Wirtschaft befiehlt. Man darf alle vier Jahre die Befehlsgeber ändern. Das wars aber auch schon. Noch ein wenig Makulatur für die nachwachsenden Generationen, die immer weniger Lust haben, sich in dieses Netzwerk als brave Schafe einflechten zu lassen.

    Wie lange wir uns das noch gefallen lassen?

    Die Antwort auf diese Frage ist einfach:

    Ewig. Wir kommen da gar nicht mehr heraus. Jedenfalls - die meisten nicht. Die braven Familienväter, die sich hier etwas aufbauen wollen, die von früh bis spät arbeiten, damit es ihren Kindern mal besser geht, kommen hier nicht mehr heraus und wissen das. Und sie haben panische Angst von morgens früh bis abends spät, denn sie wissen, ihnen haftet ein Makel an, den die Schönen und die Reichen nicht gerne sehen: sie altern. Und weil sie altern, gehören sie irgendwann zum Gammelfleisch, dem neuen Pseudonym für "unwertes Leben".

    Wir brauchen keine Lager mehr. Wir sind schon eins. Wozu noch Käfige? Das kostet doch nur. Man braucht doch nur noch die Leistungen zum Lebensunterhalt streichen ... das ist leiser, verursacht weniger Klagen und ist außerdem gesetzeskonform. Und es riecht nicht so nach KZ - obwohl es die gleichen Parameter hat:
    keine Reisefreiheit, vollkommen kontrolliertes öffentliches Leben, Arbeitspflicht, Anwesenheitspflicht und die Pflicht, sich jede entwürdigende Ekelhaftigkeit vom Fallmanager gefallen lassen zu müssen - sonst droht der Hungertod.

    Und wenn mal ein Steuerzahler aufmuckt ... ein Anruf beim Chef genügt doch. Ein kurzes Gespräch ... und die systemkritische Seite verschwindet aus dem Netz.

    Diese leise Form von Konzentrationslager mit medialer Dauerbeschallung hat enorme Vorteile. Die Häftlinge arbeiten länger und fleißiger, sorgen selbst für Unterkunft und Ernährung, der Widerstand formiert sich nur langsam und hält den Ball flach. Engagierte und tatkräftige Leute verlassen das KZ so schnell es noch geht und verschwinden ins Ausland. Und der Rest merkt kaum, wo er wirklich lebt. Manchmal versucht ein Unterhaltungsepos wie "Matrix" ihn wachzurütteln ... aber auch innerhalb dieses Epos zeigt sich die Stärke des Systems: wer will schon in der unangenehmen Wirklichkeit leben, die sich dort offenbart?

    Niemand.

    Und solange man sich noch einbilden kann, das hier alles seine Ordnung hat, kann man seinen Frieden damit machen.

    Und wenn man merkt, das es in dem Apparat keinen Frieden gibt ... ist es zu spät.

    Die Nazis sind schon längst wieder da. Nur diesmal tragen sie keine Uniformen und vereinen sich eher in ihrer Gesinnung als in einer Partei. Man hat halt aus der Geschichte gelernt. Im Ausland (wir berichteten) ... selbst in den USA ... merkt man das deutlicher und ist empört, entsetzt und verwundert, das so ein Henkel und so ein Sarrazin hier noch frei herumlaufen dürfen. Leider erfahren die dort selten, was hier so abgeht ... und selbst wenn, es würde sie nicht interessieren. Sie haben das gleiche Problem, nur halt nicht unser Vergangenheit.

    Das der Apparat ARGE noch nicht so effizent funktioniert wie er könnte, wurde auch schon von Professoren beklagt. Hier ... erweisen sich Beamte genau als der Segen, der sie sein sollten. Nicht immer und überall, aber auch nicht nirgendwo. Sie sind genau der Sand im Getriebe, der von den Vätern des Grundgesetzes so gewünscht worden ist. Darum werden auch sie ... abgebaut, wo immer es geht und versauern in erbärmlichen Auffanggesellschaften, wo sie zu zweit acht Stunden täglich in einem schmucklosen Raum
    ein Telefon bewachen dürfen, das niemals klingelt. Wären sie Häftlinge in einer Strafanstalt, so würde Amnesty International wegen "Isolationsfolter" klagen.

    Wie auch im KZ läßt man die Häftlinge idealerweise von sich selbst bewachen ... von ARGE-Mitarbeitern mit Zeitarbeitsverträgen, die jederzeit auf die andere Seite des Lagers wechseln könnten.

    Das alles ... ist schon mal dagewesen.

    Nur lauter, mit mehr Öffentlichkeitsarbeit und weniger Rendite.

    Manche lernen eben aus der Geschichte. Andere sind dazu verdammt, sie zu erleiden.

    Das ist unsere Zukunft: angstschlotternd in unseren Luxuszellen zu sitzen und zu beten, das es uns nicht erwischt. Zu beten, das das alles nur ein böser Traum ist.

    Bis der Tag kommt, an dem die Entwicklung logisch weitergeführt wird und sich vom Langzeitarbeitslosen
    auf die wirklich lästigen Kostenfaktoren des Sozialbudgets ausweitet: die Rentner und die Kranken.

    Dann wird man die inzwischen erprobte Maschine mit den gleichen Argumenten auf weitere Bevölkerungsgruppen loslassen, denn: genauso, wie man dem Arbeitslosen befehlen kann, sich nicht vorhandene Arbeitsplätze zu suchen kann man dem Rollstuhlfahrer befehlen, mit seinen nicht vorhandenen Beinen zu laufen ... ist die gleiche Form von Logik, an die sich die Bevölkerung dann als "normal" gewöhnt hat.

    Dann wird man den Besitz der Rentner pfänden und die Auszahlung der Rente auf fünf Jahre beschränken. Gleiches Recht für alle...und die ehedem Arbeitslosen werden dazu noch klatschen, weil es endlich mal jemand anders trifft.

    Also laßt uns wie die anderen noch ein wenig den schönen Klängen der Kapelle lauschen, während unsere Titanic langsam untergeht.

  • Hartz IV: Professor fordert Ermordung Abhängiger!

    Also ... ich mag solche Schlagzeilen nicht. Vor allem, weil sie ja so nicht stimmen. Meistens stimmen sie nicht. Jedenfalls nicht so. Auf jeden Fall kann man sich ganz sicher sein: Soooooo war es nie gemeint.

    Worum es geht? Mein Auto ist kaputt. Erst fiel das Öl-Warnlicht aus ... irgendwann ... dann verspritzte deutlich später die Ölpumpe alles Öl lustig in der Gegend herum (und ich dachte noch, es wäre Rudis Wagen, der da leckt) ... na, und den Rest kann man sich denken. Ohne Öl gabs Reibung.

    Das führte nun dazu, das ich wieder mal einen Blick auf eine Bildzeitung werfen mußte. Schon war er da, der Professor:

    http://www.newsdeutschland.com/nachrichten/Top/20100315/1768852/Experte-fordert-Staat-soll-nur-Jahre.htm

    Das liefert Zündstoff für eine neue Debatte: Professor Dr. Dr. Gunnar Heinsohn fordert, Hartz IV soll nur noch maximal 5 Jahre ausgezahlt werden!

    Den Mann kennen wir schon. Er ist schon mal unangenehm aufgefallen:

    http://eifelphilosoph.blog.de/2010/02/10/gunnar-heinsohn-angst-akademiker-7983120/

    Nachdem er Zeit seines Lebens dem Steuerzahler auf der Tasche gelegen hat, macht er sich jetzt ernste Gedanken über seine Bezüge im Rentenalter und möchte schon mal mit ein paar Vorschlägen dazu beisteuern, das die auf jedenfall weiter bezahlt werden können. Dabei müßte ihm klar sein, das er schnellstmöglichst abtreten sollte, wenn erstmal die ersten Sozialfaschisten auf die Idee kommen, das man mit Rentner doch genauso verfahren kann wie mit Hartz-IV-Abhängigen.

    Also ... nicht ermorden, sondern einfach erstmal das Ersparte aufbrauchen. Rente gibt´s dann nur noch für die, die wirklich welche brauchen. Rente IV nennt sich das dann.

    Jetzt unterscheidet sich natürlich die Schlagzeile der Bildzeitung von meiner. Gunnar sagt ja nicht: "bringt die um" sondern nur "in fünf Jahren sollen die kein Geld mehr zum Essen kaufen bekomen".

    Das ist ja für manche was ganz anderes...nur für mich nicht. Wenn ich im Mittelalter jemanden ins Loch schmeißen ließ und ihn dort einfach vergaß, so sprach das Volk auch von Ermordung. Denen waren die Feinheiten des Adels beim Erledigen ihrer ureigenen Geschäfte herzlich egal: der Bruder/Schwager/Onkel/Konkurrent war totgemacht worden und Feierabend mit der Diskussion. Wie das das totmachen im Detail sich vollzog ... das war eine Gesprächsgrundlage für Kirchenjuristen, die die Jahre im Höllenfeuer ausrechnen wollten, die diese besondere Art der Hinrichtung (Hungertod) nach sich zog.
    Dem kleinen Mann von der Straße war das egal. Mörder bleibt Mörder.

    Darum schreibe ich auch lieber: der Professor will alle umbringen ... sprich: ermorden. Denn das passiert mit den Leuten, die seit fünf Jahren arbeitslos sind und im Rollstuhl sitzend auf die klägliche Rente warten müssen, aber im Prinzip noch vom medizinischen Dienst der Krankenkassen für arbeitstauglich geschrieben sind ... zumindestens für leichte Bürotätigkeit... wenn man ihnen das Essen wegnimmt und sie auf die Straße setzt. Und "leichte Bürotätigkeit" kann jeder, der noch atmet (es sei denn, er ist Beamter)... und das ist inzwischen das einzige Kriterium für Arbeitsfähigkeit. Wer atmet kann auch schuften. Der Rest ist mitlerweile egal. Doch das weiß der Professor in seinem elfenbeinernen Türmchen nicht, weil er noch die kostbare staatliche Vollkaskorundumluxusversorgung in Anspruch nimmt. So etwas entmenschlicht halt mit der Zeit den Geist.

    Wer anderen Leuten in fünf Jahren Essen und Obdach fortnehmen will, der will ihren Tod. Nicht mehr und nicht weniger. Absichtlich und gezielt. Von der Meinung lasse ich mich auch nicht von der prosecoschlürfenden Journallie abbringen! Der Professor fordert indirekt Völkermord an Armen, Behinderten und Kindern ... und wer das nicht glaubt, sollte mal die Betroffenen fragen, wie seine Forderungen auf sie wirken...

    In dem Sinne ... wäre es gleiches Recht für alle, wenn nun Hartz-IV-Abhängige die Ermordung des Professors fordern. Die könnten ja zusammenlegen und die russische Mafia beauftragen, den Fall im Interesse des Sozialbudgets und zur Förderung des besseren Umgangs unter den Bürgern zu übernehmen. Es wäre eine Riesensauerei, einen solchen gesellschaftlichen Umgang miteinander zu fördern und zu fordern. Mord bleibt Mord, auch wenn der Gerechte Zorn zum Himmel schwillt. Doch der Professor ... ist nicht besser. Nur seine Methoden sind andere.

    Vielleicht sollten wir aber auch erstmal zivilere Forderungen aufstellen: Pensionen von Professoren werden nur fünf Jahre lang ausbezahlt...und vorher auf Hartz IV-Niveau gesenkt. Immerhin hat der Staat Not, das müssen Staatsdiener an erster Stelle mal zur Hilfe eilen. Bleiben wir bei den zivileren Forderungen, denn im Gegensatz zum feinen Professor ... sind wir menschlich geblieben, achten die sozialen Grundwerte der Verfassung und rufen nicht nach einer anderen Republik.

    Aber wenn jetzt einer doch daran denken sollte, den Professor in eine Republik zu befördern, die ihm besser gefällt als die hier, dann möchte ich gleich jetzt und hier den KONGO vorschlagen. Da soll es ganz besonders schön sein. Die zahlen überhaupt kein Hartz IV. Da fühlt er sich sicher sofort wie zuhause.

    Das einzige, was dem dem Professor zugute halten kann ist: die Zeitung hat ihn vielleicht nicht richtig verstanden. So blöd kann nämlich eigentlich keiner sein.

  • Hartz IV-Revolution in der Eifel, Peinlichkeiten bei der SPD

    Bei uns in der Eifel ist jetzt angekommen, das es sowas wie Hartz IV gibt. Na, Hartz IV ist natürlich schon früher angekommen, aber so ganz verstanden hat man das nicht, was das denn jetzt nun wieder sollte.
    Erst macht man die Firmen kaputt, dann sparen auch die Gemeinden an Personal, die Zahlungsmoral wird geringer, daraufhin machen noch mehr Firmen pleite ... und bestraft werden die, die ohnehin schon auf der Straße stehen.

    Versteht man nicht, wählt aber weiter CDU weil man hier sein 100 Jahren christlich wählt und das auch die nächsten hundert Jahre zu tun gedenkt. Man möchte ja keinen Ärger mit dem Herrgott, der Regierung oder den wenigen Arbeitgebern, die es hier gibt. Hauptsache, die Subventionen fließen weiterhin.

    Doch jetzt droht der Aufstand, wie ich dank meines Blogfreundes Grilleau erfahren habe. "Hartz IV ist ja großer Mist" merkt man hier gerade und redet öffentlich darüber:

    http://www.eifelzeitung.de/?artikel=54170

    Hartz IV – Eine Fehlkonstruktion?

    Offensichtlich ist es so, dass die Entscheidung, Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zu kombinieren, ein fataler Fehler war. Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe bedürfen in der Tat der Differenzierung, weil sie sonst sozialen Unfrieden stiften.

    Beispiele:

    A) Ein Facharbeiter, der nach vielen Jahren der Beschäftigung arbeitslos wird und verzweifelt einen Job sucht, wird häufig durchaus als „Schmarotzer“ abgestempelt und in den gleichen Topf geworfen wie

    B) Sozialhilfe-Empfänger, die sich über mehrere Generationen hinweg im sogenannten sozialen Netz super eingerichtet haben. Das alte Subsidiaritätsprinzip, nämlich Hilfe zur Selbsthilfe, wird heute durch Hartz IV weitgehend leider außer Kraft gesetzt. Eine überschaubare Gruppe von wirklich armen Menschen wurde bislang immer bereitwillig von der gesamten Gesellschaft getragen. Mit dem Thema Hartz IV ufert das aber alles in ungeahnte, riesige Dimensionen aus.

    C) Eine neue Dimension hat die Zuwanderung von Migranten dargestellt, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind oder in ihrem herkömmlichen Gesellschaftsbild einfach verhaftet bleiben, ohne überhaupt einen Integrationswunsch zu haben. Es stellt sich selbstverständlich die Frage: Was hat eine türkische Mutter und Hausfrau, die das selbstverständlich auch sein möchte, mit einem arbeitssuchenden Ingenieur gemeinsam? Die Antwortet lautet leider schlicht und einfach: Hartz IV. Wenn aber schon fast 30 Prozent der Hartz IV Empfänger einen Migranten-Hintergrund haben und qualifizierte deutsche Fachkräfte auswandern, dann ist doch wirklich etwas faul im Staate Bundesrepublik Deutschland. Es kann doch in der Tat nicht sein, dass Menschen, die noch nie gearbeitet haben und nicht willens sind zu arbeiten, die selben staatlichen Leistungen erhalten wie jemand, der nach langem Arbeitsleben unverschuldet in Hartz IV abgerutscht ist.

    Den Satz mit dem arbeitssuchenden Ingenieur fand ich Klasse, denn damit sind wir unter anderem in einer völlig ausgeblendeten bzw. absichtlich verleumdeten Realität angelangt: Hartz IV ist Vorruhestand.
    Auch hier ein Beispiel? Gerne:

    http://www.stern.de/tv/sterntv/das-hartz-iv-kochbuch-mit-rezepten-zurueck-ins-berufsleben-703660.html

    Glinka, 53, früher Verkaufsleiter in einem Autohaus, ist seit 2001 arbeitslos; Meier, 54, früher Informationselektroniker, seit 2007. Beide müssen mit dem Hartz-IV-Regelsatz auskommen: Bisher waren das 351 Euro. Ab 1. Juli gibt es 359 Euro. Lebensmittel vom Wochenmarkt oder aus dem Bioladen sind damit für die meisten Hartz-IV-Empfänger nicht mehr drin. Und selbst ganz alltägliche Dinge werden plötzlich zum puren Luxus: so etwa die Lieblingsschokolade, die Tüte Chips oder das Glas Wein zum Essen.

    Faule, asoziale Schmarotzer? Die haben früher jahrzehntelang gut eingezahlt, jetzt brauchen sie mal unsere Hilfe, weil asoziale Entwicklungen in der Wirtschaft älteren Mitarbeitern keine Chance mehr geben bzw. weil rationiert wird bis das Toilettenpapier ausgeht und was ist die Antwort derjenigen, die jahrzehntelang von den Beiträgen gut gelebt haben: Hartz IV! Inklusive eines entwürdigenden aber gewollten medialen Abwatschens und sozialer Deklassierung. Die Bankrotterklärung des Sozialstaates, des Gleichheitsgedankens und jeglicher Gerechtigkeitsorientierung.

    Man muß in der Tat nicht links sein, um das eine Riesensauerei zu finden, die größe Ungerechtigkeit in der Geschichte der BRD, damit Kanzler Schröder der Wirtschaft einen Niedriglohnsektor schenken konnte.
    Na, für dieses Geschenk haben wir alle gut bezahlen müssen. Seitdem häuft Geld aus Millionen von Taschen immer mehr Millionen in wenigen anderen Taschen an und alle fragen sich: muß das wirklich so sein?

    Ja, das muß so sein, sagt die SPD. Zwar meint die Welt, die SPD beerdigt ihre Hartz-IV-Politik, doch mir dünkt, in dem Sarg liegt keiner drin.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6788290/Die-SPD-beerdigt-ihre-Hartz-IV-Politik.html

    Die SPD-Spitze distanziert sich von den Hartz-Reformen. Sieben Jahre nach Verkündung der Agenda 2010 billigte das SPD-Präsidium ein entsprechendes Konzept. Zwei Monate vor der Wahl in NRW nimmt die Partei damit Korrekturen vor, von denen sie sich mehr Rückhalt bei den Wählern verspricht.

    Es sind in der Tat kleinliche Korrekturen, die der Rede nicht wert sind. Lackierereien an einem Auto mit Motorschaden. Kostet noch mehr Geld und ändert im Prinzip nichts. Man hätte wenigstens mal über Entschädigungszahlungen bei den acht Millionen Enteigneten nachdenken und sich beim deutschen Volk für diese widerwärtige und wahnhafte Gesetz entschuldigen sollen anstatt jetzt mit Blick auf die Wahlen ein wenig Geld an all die zu verteilen, die gerade kein Hotel besitzen.

    Leistung soll sich wieder lohnen ... das darf sich auch gerne mal in der Bezahlung von Arbeitsleistung niederschlagen und nicht nur in Boni für Spekulationsgeschäfte, die Volkswirtschaften ruinieren. Und wenn die Wirtschaft es nicht schafft, genügend Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, dann brauchen wir Bürgergeld für Arbeitslose aber keinen kalten Bürgerkrieg gegen Arbeitslose.

    Einzig und allein niedlich in der Debatte ist ja wieder Frau Merkel, die immer noch nicht in der Wirklichkeit der BRD angekommen ist. Muß das ein schönes Lebensgefühl sein. Deshalb lädt die wahrscheinlich auch den Ackermann zum Essen ein, um mal so richtig schön einen Kapitalisten kennenzulernen. Man wollte ja schon immer mal wissen, wie "die" so sind. Frau Bundeskanzler hat nur eine Sorge:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6796033/Merkel-bezeichnet-Hartz-IV-Korrekturen-als-Irrsinn.html

    Die SPD kündigt Änderungen an den Hartz-Reformen an und erntet Kritik. Ein Verzicht der Vermögensprüfung bringe "das soziale System durcheinander", so Kanzlerin Merkel. Damit könnten „Besitzer von sieben, acht Häusern Hartz IV beantragen."

    Stimmt. Hier im reichen Westen hat ja auch jeder sieben bis acht Häuser. Und wer sieben bis acht Häuser hat, der würde mit Sicherheit auch gerne für 359 Euro im Monat Stundenlang in der Schlange stehen.
    Wer sieben- bis acht Häuser hat, verdient mit Spekulationen in der Stunde mehr als ein Hartz-IV-Abhängiger im Monat, da lohnt sich das Schlangestehen nicht....mal davon abgesehen, das die Zahl der Menschen mit sieben- bis acht Häusern in Deutschland statistisch gesehen nicht sonderlich auffallen würde, bekämen die alle auch noch Hartz IV, würde man es kaum merken. Soviele Millionäre haben wir nun auch nicht.

  • Todesschwadrone in Afghanistan

    Kann sich noch jemand an die siebziger und achtziger Jahre erinnern? Meldungen über Süd- bzw. Mittelamerika? Die hatten da die sogenannten "Todesschwadrone", motorisierte Kolonnen, die durch die Lande streiften und überfallartig Dörfer ausrotteten. Sie waren damals im "US-amerikanischen Vorgarten" Teil der US-Außenpolitik, wurden vom CIA indirekt oder auch gerne direkt finanziert um unamerikanisches Verhalten abzustrafen...was immer tödlich endete. Männer, Frauen, Kinder .... völlig egal.

    Wie es scheint, haben wir in Afghanistan nun ein ähnliches Phänomen zu beobachten:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,683446,00.html

    Gegen drei Uhr früh am Morgen des 12. Februar stürmten afghanische und US-amerikanische Nato-Soldaten in dem Ort Khataba in der ostafghanischen Provinz Paktia ein Wohnhaus auf der Suche nach einem Verdächtigen. Doch die Operation lief schief: Mehrere Zivilisten wurden von den Soldaten getötet, darunter ein hochrangiger afghanischer Polizist. Keiner von ihnen war Zielperson der Razzia.

    Unter den Toten waren zwei schwangere Frauen:

    Die Londoner "Times", die nach eigenen Angaben mit mehr als einem Dutzend Überlebender, Beamter und Polizisten gesprochen hat, behauptet jedoch, dass das aus afghanischen und Nato-Soldaten zusammengesetzte Razzia-Team die beiden Frauen tötete. Ihrer Rekonstruktion zufolge starben die beiden Schwangeren, Bibi Shirin, 22 Jahre alt, und Bibi Saleha, 37 Jahre alt, im Kugelhagel, in dem auch der Polizist getötet wurde. Sie hatten, so die "Times", im Flur hinter ihm gesessen.

    Nun, vielleicht haben Tarotkarten und Kristallkugeln sowie der Flug der Vögel den Nato-Oberen verraten, das diese ungeborenen Kinder mal ganz große Talibananführer werden - oder man hatte mal wieder veraltete Karten, wie damals, als versehentlich die chinesische Botschaft in Serbien ausradiert wurde.

    Eins kann man auf jeden Fall sagen: in Afghanistan sind Todesschwadrone unterwegs, jenes altbekannte Mittel US-amerikanischer Außenpolitik und beliebtes Hobby mittel- und südamerikanischer Militärdiktaturen.
    Nur - im Unterschied zu früher stellen die US-Amerikaner die Mannschaft dieser Todesschwadrone größtenteils selbst.

    Ich meine, das die einfach so Bomben in der Gegend herumschmeißen, daran hat man sich ja schon gewöhnt.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,679495,00.html

    27 Zivilisten tot, darunter Frauen und ein Kind - eine Horrorbotschaft, wie sie Isaf-Kommandeur McChrystal unbedingt vermeiden will. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE hatte es unmittelbar vor dem Nato-Luftschlag Angriffe der Taliban gegeben. Die Regierung Karzai reagierte dennoch mit großer Wut.

    Aber jetzt auch noch persönlich vor Ort morden ... das ist schon ein starkes Stück. Und Mord ist es, denn die gezielte Tötung von Unschuldigen, gerade von schwangeren Frauen, von denen wohl offensichtlich keine Gefahr ausgeht, ist durch nichts zu entschuldigen.

    Und wir ... machen da mit:

    http://news.de.msn.com/politik/politik.aspx?cp-documentid=152083475

    HAMBURG, 10. Februar (AFP) - Die NATO-Truppen in Afghanistan benutzen einem Bericht des "Stern" zufolge angeblich "geheime Todeslisten" im Kampf gegen die Taliban, um deren Kommandeure auf hoher und mittlerer Ebene aufzuspüren, gefangen zu nehmen oder zu töten. Wie das Hamburger Magazin am Mittwoch berichtete, ist an diesen Operationen neben amerikanischen Spezialeinheiten auch das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr beteiligt.

    Dem Bericht zufolge werden Personen auf diesen Listen in den Kategorien "c" und "c/k" geführt - "c" stehe für "capture" (festnehmen), "k" für "kill" (töten). Dokumente und Aussagen von Beteiligten belegen dem Magazin zufolge die Existenz dieser Listen und ihre Verwendung in Afghanistan.

    Solche Todeslisten waren auch bei den Todeschwadronen bekannt. Linke, Intellektuelle, Schriftsteller, Gewerkschaftsführer ... das alles wurde südlich der USA gezielt ausgerottet, demokratisch gewählte Präsidenten inklusive. Sicher, ein dunkles Kapitel der US-Aussenpolitik, das sich ja niemals wieder widerholen sollte.

    Aber was geschieht jetzt in Afghanistan. Seit wann werden Menschen ohne Gerichtsverhandlung erschossen? Sowas nennt man gemeinhin "Mord", auch wenn irgendwer aus irgendwelchen Gründen beschlossen hat, das es ein "gerechter" Mord ist. Streitkräfte demokratisch legitimierter Regierungen sollten sich an solchen Verbrechen nicht beteiligen. Aber Steitkräfte demokratisch legitimierter Regierungen hätten sich sowieso niemals an einem Angriffskrieg gegen ein fremdes Land beteiligt...und erst recht nicht bei dieser miserablen Beweislage gegen "Taliban".

    Schon jetzt kann man sagen, das deutsche Soldaten mehr Taliban erschossen haben als Taliban deutsche Bürger getötet ... und es ist ein Wunder, das sich aus diesem Dunstkreis noch keine Rächer gefunden haben, die den Krieg nach Deutschland tragen. Oder ist es kein Wunder ... weil es die große Terrorgefahr gar nicht gibt?

    Ich denke, wenn es sie geben würde ... dann hätten wir es schon längst gemerkt. Da gibt es aber nichts. Doch wenn wir noch weiter bestialisch in einem fremden Land herummorden ... dann wird das noch übel enden.

    Nicht unbedingt, weil die "Taliban" sich rächen, sondern weil wir selbst durch die Art der Kriegsführung unsere Kultur zu Grabe tragen.

    Was ist denn, wenn diese Profikiller den Auftrag bekommen, den Eifeltaliban zu erledigen, weil der eben auch irgendwie talibanig ist? Erinnern sie sich dann an die Gepflogenheiten zivilisierter Länder, bzw. an die Vielzahl bestehender Gesetze und Verordnungen oder ziehen die einfach los und versuchen mich in meinem Schützengraben zu belästigen?

    Wer entscheidet eigentlich nach welchen Kriterien, was ein Taliban ist oder nicht, nach welchen Grundsätzen und Richtlinien wird beschlossen, ihn zu töten? Darf man ihn auch erschiessen, wenn er gar keine Waffe in der Hand hat?

    Und für wen machen wir das?

    Für eine Regierung, die die Pressefreiheit einschränkt:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,681108,00.html

    Kandahar - Für Journalisten wird ihre sowieso schon gefährliche Arbeit in Afghanistan noch schwieriger: Die Regierung grenzt die Berichterstattung über Anschläge der Taliban stark ein. So dürfen Reporter künftig nur noch im Nachhinein und nur mit Erlaubnis des afghanischen Geheimdienstes NDS über Angriffe berichten. Live-Berichte sollen ganz verboten werden, erklärte ein Geheimdienstsprecher am Montag.

    Und um Mörder in gehobene Positionen zu bringen:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,682156,00.html

    Er soll im kürzlich von den Taliban zurückeroberten Mardscha für Respekt vor dem Rechtsstaat sorgen; in Deutschland saß er wegen versuchten Totschlags an einem seiner Söhne im Gefängnis: Abdul Zahir, vom Gouverneur frisch eingesetzter Statthalter der afghanischen Stadt, ist als Symbol für den Aufbruch des Landes in eine Zeit ohne Gewalt und Fundamentalismus offenbar denkbar ungeeignet.

    Ein Nato-Sprecher erklärte am Samstag dennoch, es gebe keine Bestrebungen, Zahir wieder absetzen zu lassen. Die Nato unterstütze den Gouverneur der Provinz Helmand, der Zahir ausgewählt habe, erklärte Admiral Gregory Smith. Die afghanischen Behörden müssten über seine Zukunft entscheiden. "Nach dem, was wir wissen, macht Zahir gute Arbeit."

    "Gute Arbeit" ... ist sehr relativ. Sieht die vielleicht so aus?

    Auch ein Vertreter der USA in Kabul, der namentlich nicht genannt werden wollte, erklärte, dass Zahir in Deutschland verurteilt wurde. Nach Archivartikeln des "Darmstädter Echos" wurde Zahir im November 1998 verurteilt, weil er seinen Sohn mit einem Küchenmesser angegriffen und lebensgefährlich verletzt hatte. Der damals 47-Jährige soll es nicht verwunden haben, dass drei seiner Kinder in Deutschland aus der elterlichen Wohnung ausgezogen waren und sich eine eigene Wohnung gesucht hatten. Nach der Tat sei er geflohen, aber bei Görlitz an der deutsch-polnischen Grenze festgenommen worden.

    Also, ich will ja nichts sagen ... aber ich kriege so ein unangenehmes Gefühl, das die ganze Sache dort unten gehörig aus dem Ruder läuft. Demokratische Staaten sollten halt keine Angriffskriege führen. Müssen sie ja auch nicht. Zwingt sie ja keiner zu. Sollten wir deshalb ganz schnell lassen ... bevor noch mehr passiert.

  • Disclosure Projekt und Warnung vor ET

    Seit einiger Zeit finde ich seltsame Artikel in der Welt der Medien. Forscher warnen vor Kontaktversuchen mit Aliens, z.B. hier:

    http://www.welt.de/wissenschaft/weltraum/article6620152/Forscher-warnen-vor-Kontaktversuchen-mit-Aliens.html

    Warnung vor Kontaktversuchen mit Aliens? Ja, gibt es die denn? Ich gestehe, das es eine Frage ist, die mich überhaupt nicht interessiert. Da fehlt mir irgendetwas. Vielleicht, weil ich aus dem Multikulti-Ruhrgebiet stamme und dann in ein Tourismus-Gebiet gezogen bin. Wir sind an "Andere" gewöhnt und wen die nicht wie Holländer in die Büsche im Vorgarten kacken, ist uns das egal.

    Nun, die Kontaktversuche der US-Bürger sind ... manchmal auch etwas merkwürdig:

    Die ?Akte X?-Schauspielerin Gillian Anderson beamte ein Bild des früheren US-Präsidenten George W. Bush als Personifizierung des Bösen neben dessen Nachfolger Barack Obama als Verkörperung des Guten ins All.

    Hoffentlich muß die ihre Meinung nicht ändern bzw. ergänzen wenn sie merkt, das Obama auch nicht anders ist als Osama.

    Nun, die Warnung vor den Außerirdischen wird auch von führenden Physikern ausgesprochen:

    Auch der britische Kosmologe Stephen Hawking warnt vor einer möglicherweise feindlichen, technisch überlegenen Zivilisation: ?Wir sollten den Ball flach halten.? Die britische Fachzeitschrift Nature schrieb 2006: ?Es kann nicht unbedingt davon ausgegangen werden, dass alle außerirdischen Zivilisationen gutartig sind - und sogar der Kontakt mit einer gutartigen könnte ernste Auswirkungen auf die Menschen hier auf der Erde haben.?

    Vielleicht finden die uns einfach nur lecker? Berliner, Hamburger ... könnte alles eine ganz andere Bedeutung für die haben. Ich nehme mir auf jeden Fall vor, den Kindern zu verbieten, weiterhin mit der Taschenlampe in den Himmel zu leuchten. Das könnte jemand dort draußen falsch verstehen.

    Diese Warnungen vor Kontaktversuchen haben irgendwie einen merkwürdigen Beigeschmack. Wieso warnt man offizell vor etwas, das es offiziell gar nicht gibt? Ich hätte mir bislang keine Gedanken darüber gemacht, wie ich mich gegenüber ET verhalte. Wahrscheinlich gar nicht, denn ich bin zu beschäftigt um mich auch noch um Außerirdische zu kümmern. Und das erinnert mich daran, das Außerirdische für andere Bewohner dieses Planeten möglicherweise schon zum Alltag gehören:

    http://expliki.org/wiki/The_Disclosure_Project

    Am 9. Mai 2001 traten die ersten 20 Zeugen des Enthüllungsprojektes (darunter auch ehemalige Geheimnisträger aus CIA, Air Force und anderen Militärkreisen) in Washington vor die Weltpresse und erklärten: Der Militärisch-industrielle Komplex in den USA habe Kenntnis von Außerirdischen und deren Technologie, die bereits seit vielen Jahrzehnten in geheimen Projekten ("black-budget-projects") erforscht und nachgebaut werde. Mehrere hunderttausend Menschen haben die Pressekonferenz live im Internet verfolgt und verschiedene Medien wie CNN, Larry King, die Washington Post und BBC berichteten darüber.

    Anfangs herrschte reges Interesse der Öffentlichkeit und der Medien am Disclosure Project, jedoch rückte dieses nach den Ereignissen vom 11. September 2001 in den Hintergrund.

    Wie üblich gibt es zu diesem Projekt pro und kontra. Das dort gestandene erwachsene Menschen öffentlich auftreten, ihren guten Ruf riskieren oder eine Anklage wegen Geheimnisverrat nur um mir zu erklären, das die US-Regierung schon 56 verschiedene ausserirdische Rassen kennt und ziemlich viel Technik von denen unter Verschluß hält, hat schon etwas ... Bedenkliches an sich.

    Glauben kann man es nicht, aber warum machen sich diese Leute öffentlich lächerlich? Veröffentlichen Listen mit Orten bzw. Firmen, die mit ausserirdischer Technologie zu tun haben. Das kann doch gerade in den USA häßliche Folgen haben, z.B. Klagen wegen Rufschädigung mit Schmerzensgeldforderungen in Millionenhöhe. Aber wer wissen will, wo die UFO´s stehen, hier ist eine der Listen:

    http://www.disclosureproject.org/docs/obama/christopher-cox-facilities-list-page1.pdf

    Erinnert mich irgendwie an Professor David M. Jacobs, einen eigentlich harmlosen Historiker, der "Moderne Legenden" untersuchte: Ufo als Teil der Popkultur halt.

    http://en.wikipedia.org/wiki/David_Michael_Jacobs

    Jacobs obtained his Ph.D. from the University of Wisconsin-Madison in 1973, in the field of intellectual history. He wrote his dissertation on the controversy over unidentified flying objects in America.[2] A revised edition of his dissertation was published as The UFO Controversy in America by Indiana University Press in 1975.[3]

    As a faculty member of the Department of History at Temple University, Jacobs specializes in the history of 20th-century American popular culture.[4] He states that his current research interests "involve a delineation of the role of anomalous experiences in personal and cultural life."[4] For over 25 years[2] Jacobs has taught a course on "UFOs in American Society."[5]

    Eigentlich ... eine harmlose Arbeit. Urbane Legenden, Schwerpunkt UFO´s, sicher spannend und unterhaltsam. Aber am Ende seiner Forschungen kam Prof Jacobs zu ganz anderen Ergebnissen und betreibt seitdem gezielte Panikmache vor der Invasion. Die Legenden ... waren wahr geworden. Auch eine spannende Geschichte für einen Film, aber doch nicht für die bundesrepublikanische Wirklichkeit, die man uns erlaubt.

    Aber an solche Dinge muß ich halt denken, wenn auf einmal jene Medien, die ansonsten spöttisch und entwürdigend über UFO-Phänomene herziehen auf einmal Warnungen veröffentlichen, denn dann denke ich mir:
    vielleicht weiß der eine oder andere von ihnen doch mehr, als man dem Bürger erzählen will.

    Aber solange die aus meinem Garten bleiben und nicht meine Lieben klauen, werde ich mich nicht weiter drum kümmern. Man kann ja nicht auf allen Hochzeiten tanzen.

  • Ungerechtigkeit macht dick, tot und unglücklich

    Immer mehr Menschen fragen sich: Menschenrechte, wozu eigentlich? Die sind doch nicht in Stein gemeisselt, die kann man doch einfach morgen abschaffen. Immerhin ... und das gilt für eine kleine aber wachsende Schicht in der Bevölkerung ... habe ich meinen Porsche, mein Heim mit Pool, ein Häuschen auf Malle und eins in der Toscana, wozu brauche ich noch Menschenrechte?

    Da wir es häufig mit Ausgeburten der "Generation Doof" zu tun haben, die dank Papas Beziehungen zu Gewerkschaften, Kirchen und Parteien in den Auffanglagern der Filzokratie großgezogen wurden, ist diese Frage aus ihrer Sicht sogar zurecht gestellt, denn die unveränderlichen Menschenrechte wurden nach den Schrecken des zweiten Weltkrieges mit aller Macht in die Welt gebracht, damit diese Schrecken sich nie wiederholen können.

    Wer aber Adolf Hitler für den ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland hält, der hat mit dem ganzen Sachzusammenhang ein ernstes Problem. Der wird in der Tat nicht mehr verstehen, wohin die Vernichtung der Menschenrechte die menschliche Gesellschaft führen wird, der wird auch nicht nervös werden, wenn die Menschenrechte durch die Agenda 2010 massiv und flächendeckend angegriffen werden.

    Er sieht halt nur: ich habe Spaß, mir geht es gut, die anderen sind mir sch...egal, was gibt´s zum Mittag?

    Doch jetzt gibt es eine Studie, die auch diesen Menschen Gründe in die Hand gibt, an einer gerechteren Gesellschaft zu arbeiten:

    http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/ungleichheit-zersetzt-die-gesellschaften/

    Eine Wissenschaftlerin belegt, was viele Linke immer schon angenommen haben: In gerechteren Gesellschaften lebt man länger, besser, glücklicher. VON WALTRAUD SCHWAB

    Nun legen zwei britische Forscher ? Kate Pickett und Richard Wilkinson ? eine umfassende Studie vor, wie sich Ungleichheit in 21 Industrieländern auf Gesundheits- und soziale Fragen auswirkt ? etwa auf die Lebenserwartung und Säuglingssterblichkeit, auf Mord und Selbstmord, auf Teenager-Schwangerschaften und Fettleibigkeit, auf psychische Erkrankungen und Sucht, auf Bildung und soziale Mobilität. Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind eindeutig: Je ungleicher eine Gesellschaft, umso größer die Probleme. Und: Auch reiche Menschen schneiden in ungleichen Gesellschaften schlechter ab. ?Wenn ich jemanden aus einer ungleicheren Gesellschaft mit einer guten Bildung und gutem Einkommen in eine gleichere Gesellschaft einbinden würde, würde dieser Mensch vermutlich länger leben, und seine Kinder wären besser in der Schule?, sagt Kate Pickett im sonntaz-Gespräch.

    Interessant an dieser Studie ist, das sie mal wieder etwas hinweist, das eigentlich altbekannt ist: verpflanze einen Menschen aus einer sozial kranken Umgebung in eine sozial gesunde Umgebung und dieser Mensch wird sozial so normal wie alle anderen. Darum hatte man in den siebziger und achtziger Jahren die "sozialen Brennpunkte" aufgelöst. Schon signifikant, das gerade die SPD durch die Agenda 2010 dann ganz Deutschland zum sozialen Brennpunkt macht und sich dann beschwert, das die Leute nur noch mit Bier in der Hand auf dem Sofa sitzen und Fernsehen schauen, weil sie jede Hoffnung verloren haben, das sie irgendetwas ändern könnten. Und wir sehen auch ein klein wenig, was auf uns zukommen wird:

    Dass die Ergebnisse so eindeutig sind, hat die Wissenschaftler selbst überrascht. ?Die Mordraten sind in ungleicheren Gesellschaften zehnmal so hoch wie in gleicheren. Die Zahl der psychisch Kranken ist dreimal so hoch. In ungleichen Gesellschaften bringen sechs- bis achtmal so viele Teenager Kinder zur Welt.? Die Ergebnisse sind übrigens nahezu linear. Je größer die Ungleichheit, desto größer die Probleme. Deutschland liegt auf der Ungleichheitsskala zwischen den gleicheren skandinavischen Ländern und der ungleicheren USA. Entsprechend ist das Ausmaß der Probleme größer als in den skandinavischen Ländern aber kleiner als in den Vereinigten Staaten

    Zehnmal soviel Morde, dreimal soviel psychisch Kranke, Kinderflut in Sarrazins so verachteter Unterschicht, die seine Partei erstmal so per Gesetz geschaffen hat ... erinnert schon ein wenig an Deutschland, oder? Amokläufe haben Konjunktur und jetzt hat man ja auch ganz offiziell festgestellt, das es nicht an den Videospielen lag. Nun, vielleicht liest jemand den Artikel und ändert das gesellschaftliche Klima, dann haben wir weniger Kranke, weniger Morde, weniger Kinder von Minderjährigen und leben insgesamt besser und länger. Wäre doch auch schön, oder? Nicht nur das:

    Die Wissenschaftler haben ausschließlich mit offiziellen Statistiken gearbeitet. Auch deshalb gelten ihre Ergebnisse unter Ökonomen und Wissenschaftlern als nicht widerlegbar. Die Ergebnisse haben eine großepolitische Dimension. Forscherin Kate Pickett leitet daraus ab: Macht die Gesellschaften gerechter. Das ist kostengünstiger und macht die Menschen glücklicher.

    Eine gerechte Gesellschaft braucht auch kein großes Sozialbudget. Das sollte vielen zu denken geben.
    Und den anderen möchte ich mit auf den Weg geben, das die Täter der Zukunft wie ihre Kameraden der Vergangenheit in den Nürnberger Prozessen der Zukunft verurteilt und hingerichtet werden. Nur für den Fall, das manche wieder mit dem Gedanken spielen, nicht mehr ausbeutbare Menschenware wieder kostengünstigst zu entsorgen. Einfach mal ein bischen in Geschichtsbüchern lesen, so zwischen Sportschau und DSDS ... da kann man verblüffende Dinge erfahren.

    Unter anderem, das alles schon mal dagewesen ist.

  • Wirtschaftskrise, Schweinegrippe und Moorsoldaten

    Bei der Schweinegrippe ist man sich ja jetzt einig: das war ein Riesenflop, an dem viele ganz viel verdient haben. Mal wieder ein sehr gelungener Coup von Pharmaindustrie und Ärzteschaft. Wenn sich in Zukunft jemand über das Sozialbudget beklagt, das jeden dritten in Deutschland erwirtschafteten Euro verschlingt (wofür geht eigentlich der Rest drauf?), einfach mal "Scheinegrippe" sagen, denn unter diesem Schweinegrippesymptom leidet das ganze System. Angst machen, Ärtze ins Boot holen, Pille entwickeln, abkassieren ... das ist der Schweinegrippenzyklus der Pharmaindustrie und an diesem Zyklus verdienen sehr sehr viele mit. Kein Wunder, es geht ja auch um sehr viel Geld.

    Trotzdem haben manche immer noch nicht genug davon:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,683298,00.html

    Die Klinikärzte wollen mehr Geld: Ihre Gewerkschaft Marburger Bund hat nun einen Warnstreik angekündigt. Die Gehälter sollen mehr als doppelt so stark steigen wie jene von Krankenschwestern und Pflegern.

    Der Marburger Bund fordert für die rund 55.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern nach wie vor eine Gehaltssteigerung für Ärzte von bis zu neun Prozent - davon fünf Prozent als lineares Lohnplus sowie eine Steigerung der Bereitschaftsdienstentgelte um bis zu 30 Prozent. "Auf dieser Grundlage werden wir zu keiner Einigung kommen.

    Die Wirtschaftskrise scheint in den Kliniken die gleiche Bedeutung zu haben wir die Schweinegrippe. Gar keine. Lobt man ansonsten noch über "moderate Lohnabschlüsse", so sieht man hier: wenn es um die Aufblähung des Sozialbudget geht, dann kennen manche Berufgruppen keine Hemmungen.

    Das bringt mich natürlich auf den Gedanken ... vielleicht wissen die was, was ich nicht weiß. Bei der Schweinegrippe war es ja genauso. Jeder wollte gerne impfen, aber keiner wollte sich selbst impfen lassen - außer dem Rössler. Weil außer ihm alle wußten: das ist wieder nur mal so ein Schweinegrippenzyklus der Pharmaindustrie, genauso wie Herpes, Aids und wie sie alle heißen. Aids? Na ja, die prognostizierten Leichenberge sind ja ausgeblieben. Außer in Afrika, die haben immer noch die gleichen Berge wie früher - nur heute hängt ein Aids-Schild daran. Früher hieß das Mangelernährung.

    In meinem Alltag ... nehme ich nur sehr wenig von der Krise war. Die Läden sind voll, ALDI expandiert ins Brötchengeschäft hinein (woraufhin die lokalen Bäcker sich schon mal über die Konditionen der ARGE erkundigt haben, dem Preisdruck hält keine normale Familie stand), Dänischer Bettenmolch, MediMax, Expert, Ernstings Familiy eröffnen neue Geschäfte. Sieht alles nicht nach Krise aus.

    Würde ich keine Informationen von Außen aufnehmen ... ich wüßte nichts von Krise. Wäre schlichtweg nicht zu beobachten. Da geht es mir wie den Geschäftsführern der DAX-Konzerne:

    http://www.rp-online.de/wirtschaft/news/Dax-Vorstaende-verdienen-trotz-Krise-gut_aid_831174.html

    Die meisten Vorstandschefs der führenden Dax-Konzerne haben auch im Krisenjahr 2009 gut verdient. Die Bezüge sind im Durchschnitt trotz eines teilweise massiven Geschäftseinbruchs nur leicht gesunken, wie aus einer jüngsten Erhebung des Vergütungsberaters Heinz Evers für das "Handelsblatt" hervorgeht.

    Spitzenreiter unter den Topmanagern der Dax-Unternehmen sind nach der Erhebung bislang der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher 7,12 Millionen Euro und RWE-Chef Jürgen Großmann mit einem Verdienst von jeweils 7,16 Millionen Euro sowie der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn mit einem Einkommen von 6,6 Millionen Euro. Hinzu kämen Pensionsaufwendungen für die Vorstände von bis zu zwei Millionen Euro, die faktisch ein Festgehalt darstellten.

    Also ... welche Krise bitte schön hat der Wirtschaft denn zugesetzt? Wo sind denn die vielen Arbeitlosen geblieben? Die geschlossenen Geschäfte? Die leeren Regale?

    Krise ... ist im Alltag nicht beobachtbar. Jedenfalls nicht in der Eifel. Nur die vielen ARGE-Neugründungen haben natürlich Probleme, die mit Gewalt erzwungenen Pommesbuden und Nagelstudios. Aber sonst? Gehts uns wie den Ärzten und den Vorständen der DAX-Konzerne: von Krise keine Spur. Im Gegenteil, da wird ganz viel Geld investiert. Aber vielleicht kommt die Krise bei uns eifelüblich hundert Jahre später an.

    Dann steht zu hoffen, das die Maßnahmen gegen Arbeitlose bei uns auch später ankommen. Früher hatten wir ja die MOORSOLDATEN. Die haben sogar ein Lied geschrieben, das vielen vielleicht noch in Erinnerung ist:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Moorsoldaten

    Das Moorsoldatenlied, Börgermoorlied oder kurz Moorlied wurde 1933 von Häftlingen des Konzentrationslagers Börgermoor bei Papenburg im Emsland geschaffen. In diesem Lager wurden vorwiegend politische Gegner des Nazi-Regimes gefangen gehalten. Mit einfachen Werkzeugen wie dem Spaten mussten diese dort das Moor kultivieren.

    Bald werden wir vielleicht die Schneesoldaten bekommen, jedenfalls nach dem Willen der FDP:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32237/1.html

    Für Pascal Kober, der die FDP im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales vertritt, ist wichtig, dass der Betroffene aus der ihm zugewiesenen Tätigkeit selbst einen Nutzen zieht. Selbst bei einer Arbeit wie Schneeschippen könne dies der Fall sein, so Kober. Immerhin stelle es Anforderungen an die Pünktlichkeit, das Durchhaltevermögen, es schaffe soziale Kontakte sowie ein Erfolgserlebnis. Daraus leitet Kober ab, dass Schneeschaufeln für "einen bestimmten Personenkreis eine Qualifizierung sein kann" - die Rahmenbedingungen für einen solchen Arbeitseinsatz stimmen also.

    Pascal Kober ist Diplomtheologe und Pfarrer. Hatte sich gefreut auf eine Vollversorgung durch die Kirche. Das klappte nicht. Also nahm er einen anderen Weg:

    http://www.pascal-kober.net/Meine-Ausbildung/12797b3341/index.html

    Mein Studienende fiel in eine Zeit, in der die Evangelische Landeskirche in Württemberg aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht mehr alle Bewerberinnen und Bewerber für das Pfarramt in den kirchlichen Dienst übernehmen konnte. Das „Warten auf bessere Zeiten“ überbrückte ich mit verschiedenen Tätigkeiten und Praktika. So arbeitete ich in den Bereichen Marketing und Kundenbetreuung u.a. für IBM, Hewlett-Packard, Mercedes-Benz und absolvierte Praktika beim Norddeutschen Rundfunk, dem Evangelischen Rundfunkreferat, dem Evangelischen Fernsehen, SAT 1 und der Nordelbischen Kirchenzeitung.

    Generation Praktikum im Einsatz, jetzt auch im Bundestag.

    Und jetzt ... werden die Ausgegrenzten auch von den "Linken" aufs Korn genommen. Sie sind halt einfach unwertes Leben, Abschaum, sozialer Sondermüll. Sogar die "junge Welt", ein offiziell linkes Blatt, sieht das so:

    http://jungle-world.com/artikel/2010/01/40146.html

    denen angesichts der Tatsache, dass die Bildungsakkumulateure den Rohstoff bunkern, nichts übrigbleibt, als mit der gleichen Aggressivität auf die eigene Beschränktheit zu pochen wie der Hartz-IV-Empfänger auf seine Bedürftigkeit.

    Deshalb agieren viele Bildungsprotestler in ihrem Denken und ihrer Rhetorik schon jetzt wie Hartz-IV-Empfänger. Sie pochen auf ihren Bildungsbedarf als eine sublime Form des Existenzminimums und können mit ihren Credit Points, ihrer Anwesenheitspflicht und ihrem »Campus Management« längst genauso gut tricksen wie jene mit ihrem ALG-II-Antrag.

    Ich wußte bislang gar nicht, das man mit so einem Antrag auch tricksen kann. Aber ich sehe deutliche eine breite Front von ganz links bis ganz rechts gegen die Juden Asozialen, Arbeitslosen, die mit ihrem 5,4%-Anteil am Sozialbudget das Land in den Ruin treiben. Und das man die mal ins Moor schickt, damit die endlich Arbeiten lernen, wird vielen Deutschen ein aufrechtes Vergnügen sein, egal ob nun rechts oder links.

    Aber das sich die Profiteure der angeblichen Wirtschaftskrise die Taschen vollstopfen, das läßt alle kalt.
    Hauptsache, man kann ein paar Untermenschen plattmachen.

    Da kann man dann auch locker darüber hinwegsehen, das die Leistungsträger ... eigentlich ein erstaunliches Maß an krimineller Energie an den Tag legen:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,683136,00.html

    Schockierende neue Erkenntnisse zur Lehman-Pleite: Einem umfassenden Untersuchungsbericht zufolge hat die insolvente US-Investmentbank monatelang ihre Bilanz frisiert, um Milliardenschulden zu verstecken. Der Crash des Instituts gilt als Mitauslöser für die Weltwirtschaftskrise.

    Aber das sind ja Leistungsträger. Und das sind wirklich gut, moralische Menschen, die nur der Wahrheit verpflichtet sind:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,683176,00.html

    Was also ist das Besondere an den Spekulanten? In den Augen der braven Bürger sind sie vaterlandslose Gesellen. Häufig - und wohl nicht ganz zufällig - sind sie Fremde in der jeweiligen Gesellschaft. Sie versuchen, die Welt zu sehen, wie sie ist, und nicht, wie wir sie gerne hätten. Das ist die Grundlage ihres Geschäfts: Sie lüften durch ihr Handeln an den Märkten den Schleier aus Konvention, öffentlicher Moral und Ideologie, mit dem wir die Realität gern überdecken.

    Die armen Spekulanten. Verursachen Riesenschäden und ernten keinen Dank vom braven Bürger.

    Aber Schneeschippen müssen die nicht, oder?

  • Liebe, Sex, Prostitution, Ehe und die Vernichtung des Glücks

    Bei uns hat es wieder mal geschneit. Mir fehlen die Worte, um meiner Freude darüber Ausdruck zu verleihen.
    Darum heute mal ... ein selteneres Thema, das momentan - wie offiziell angeordnet - die Welt sehr beschäftigt.
    Liebe und Sex haben ja dank "Cocooning", also der sehr weit verbreiteten Tendenz, sich zu Hause einzuschließen und darauf zu warten, das die Welt

    a) untergeht oder

    b) von selber besser wird oder

    c) wenigstens draußen bleibt

    einen gesellschaftlich sehr hohen Stellenwert erlangt. Unsere Gesellschaft fühlt sich da ja unglaublich frei, aufgeklärt und überhaupt sehr überlegen, dabei ist das, was in mittelalterlichen Badehäusern abging, dazu geeignet, jeden Swinger-Club-Besucher rot werden zu lassen. Die waren damals zwar nicht aufgeklärt, aber zum Ärger der Kirche auch gar nicht verklemmt oder gehemmt.

    Die Fixierung auf die traute Zweisamkeit als einziges Lebensglück ist politisch gewollt, denn so hat jede Frau einen Mann, der sie unter Kontrolle hat. Gut, oft läuft das auch anders herum weil die emotionale und soziale Intelligenz von Frauen häufig ausgeprägter ist, aber das wollten die Ordner der Welt gerade mal nicht sehen.

    Diese gesellschaftliche Entwicklung ist nun ... nicht zu trennen von dem Vorwurf, das EHE eigentlich nichts anderes ist als eine exklusive Form von Prostitution, zudem eine Möglichkeit für Frauen, ganz schnell und bequem durch Heirat superreich zu werden ... eine Möglichkeit, um die manch ein Mann sie beneidet.´Ein Grund, warum Armut für Frauen nur ein relatives Problem ist, für Männer allerdings ein absolutes. Ich mag dieser Perspektive nicht im vollen Umfang folgen, seitdem mir aber selbst im 21.Jahrhundert wieder Frauen begegnet sind, die einen ausgeprägten Versorgungsanspruch mit sich herumschleppen muß ich akzeptieren, das diese Form von Geschäft scheinbar nicht ausgestorben ist.

    Nun ist jede Ehe (oder Partnerschaft, wie man das neudeutsch und "businessmäßig" ärmlich) heutzutage
    so individuell wie die Menschen die sie eingehen, für alle gilt jedoch das Gleiche ... man kann mehr als einen Menschen lieben. Eltern von Kindern können das bestätigen, man liebt jedes seiner Kinder. Nun wird die Liebe zu Kindern gerne gespalten von der Liebe zu Partnern oder zum Hund, zum Wohnhaus, zur Landschaft, dabei ist das Gefühl überall gleich ... und auch gleich positiv. Und das Verblüffende ist: mit Sex ... hat das alles gar nichts zu tun. Jedenfalls ... natürlicherweise und außerhalb der religiösen Ordensbruderschaften, die da gerade ordentlich Kategorien verwischen.

    Das man Menschen auch lieben kann, ohne auch nur an Sex zu denken, ist eine Wahrheit, die in breiter Front von den öffentlichen Medien angegangen wird, während das Gegenteil (Sex mit Menschen zu haben, die man gar nicht liebt) überall angepriesen wird - als Normalzustand.

    In einer solchen Gesellschaft, einer solchen Umwelt, wird "Ehe" aber zum Gefängnis für beide, alldieweil man ja unnormal ist. Man verkauft seine angeblich freie Sexualität für ... ja, wofür eigentlich? Wieder ... kommen wir zur Ehe als vertraglich geregelte Sonderform der Prostitution. Langsam wird es eng und unangenehm - vor allem für Priester, denen man dann auf einmal noch die "Förderung der Prostitution"
    anhängen kann ... damit sie auch Nachschub zur Befriedigung ihrer Gelüste haben.

    Kinder wiederum ... brauchen eigentlich Papa und Mama, damit sie gesund wachsen. Obwohl es auch hierzu andere Studien gibt, aber mich interessieren nicht die Studien sondern die Wünsche der Kinder, die allerdings nach der Einführung seichterer Formen der schwarzen Pädagogik in der Moderne keine Rolle mehr spielen. Es sei denn, sie wollen "Superstar" werden und sich aus Spaß am Masochismus den dunkelsten Gefilden der schwarzen Pädagogik freiwillig ausliefern. Oder aber sie werden - weil sie das Eheglück stören - lieber an Internate ausgeliehen, wo dann der Priester wieder ... ach, lassen wir das.

    Kinder können auch "Cocooning" gut gebrauchen ... wenn es nicht in Isolationshaft ausufert. Das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit ist für Kinder sehr wichtig, weshalb "Kinderheime" schon im Ansatz Folteranstalten sind. Man sollte sich mal fragen, warum es die eigentlich noch gibt.

    Ein Begriff jedoch fehlt mir völlig in der Diskussion. "Glück". Klar, als "Eheglück" gibt es den ... und eine Heerschar von Therapeuten beschäftigen sich damit, wie "Ehe" gelingen kann ... auch ohne Glück. Das in dem Moment "Ehe" zum Selbstzweck wird, nur noch den durch verschiedene Formen von Not (oder die gemeinsame Angst vor "dem da draußen") erzwungenermaßen gewünschten Zusammenhalt ermöglichen soll, fällt auf einmal völlig hinten ´rüber. Interessiert auch keinen, denn die "Ehe" erfüllt ihren Zweck: die Leute sind von der Straße und eine gigantische Pressemaschine sorgt weiterhin dafür, das die Leute glauben, das wirklich auch die Schönen und Reichen nichts anderes im Sinn haben als gemeinsam für den Rest ihres Lebens auf dem Sofa zu sitzen und sich das Leben anderer Leute anzuschauen, weil man selber keins mehr hat.

    "Ehe" ist auf einmal Selbstzweck geworden, so scheint es. Sie dient nicht mehr uns als "Garten", wie es sogar der bitterböse Nietzsche formulierte, sondern als Käfig. Damit die Männer fein im Haus bleiben und nicht auf die Straße gehen, um sich dem unsäglichen Wahnsinn in den Weg zu stellen. Ein schöner Käfig, ausgestattet mit einem elektronischen Fenster, durch das man die ganze Welt sehen kann.

    Und "Liebe"?

    Ein Wort das selbst ich schon öffentlich kaum noch verwenden mag, weil es durch Übergebrauch in der Gesellschaft seinen Sinn verloren hat. Liebe ist Sex, Sex ist Liebe.

    Und da man nicht mit allen Objekten in der Welt Sex haben kann (wobei die Notaufnahmen in Krankenhäusern mich da eines Besseren belehrt hat...offenbar kann man mit sehr vielen Objekten Kopulationsversuche starten, die ... nicht immer gelingen) wird unser Umgang mit der Welt immer liebloser. Im Namen der Ehe.

    Und unsere Leben werden immer unglücklicher. Es ist das, was ich manchmal höre, wenn Besuch von außerhalb kommt.

    "Der Deutsche ist dick und unglücklich".

    Und wenn ich dann mal zu Studienzwecken mit offenen Augen in Einkaufspassagen herumlaufe und mir die Menschen ansehe, dann kommt mir der Verdacht: was Glück ist, wissen die schon lange nicht mehr. Das ist so vollkommen ausgemerzt, das sie viele andere Formen kurzfristiger positiver Emotionen mit viel geringerem Ausschlag als Glück bezeichnen.

    Glück ist eine Fähigkeit. Es stößt einem nicht zu. Lieben zu können ... ist eigentlich auch eine Fähigkeit. Wer die Fähigkeit zum glücklich sein hat, der vermag mit seiner billigen Weinflasche unter einer zugigen Brücke zu sitzen und vor Glück zu strahlen ... trotz der widrigen Umstände. Er hat sich das kindliche Vermögen bewahrt, in jeder Situation in seinem Leben das einzigartig Wunderbare zu entdecken, das der jeweiligen Situation innehaftet. Nicht die Umgebung schafft das Glück, sondern das Glück überstrahlt jede Umgebung, verwandelt jedes Mißgeschick und verzaubert jedes Mißgefühl.

    Und so schließt sich wieder der Kreis. Durch die Vernichtung der Kindheit vernichten wir jenen Aspekt in uns, jenen Persönlichkeitsanteil, der uns ... allen äußeren Unbillen zum Trotz ... sehr glücklich werden läßt, weil für ihn Probleme nur Herausforderungen sind und selbst der Tod nur ein neues Abenteuer, das mit Sicherheit bestanden wird.

    Für die anderen bleibt ... Gang Bang. In der einen oder anderen Form. Und liege ich richtig, kommt es bald noch schlimmer...und blutiger. Durch immer mehr Fleisch wird es aber nicht besser. Quantität und Qualität sind zwei ganz verschiedene Begriffe ... wobei der Begriff "Qualität" auch einer ist, der zunehmend an Inhalt verliert.

    Schon schlimm mit mir ... nur ein wenig mit Begriffen jongliert, die eigentlich völlig unpolitisch sind - und schon bin ich mitten drin in einem Vernichtungsfeldzug des Glücks.

    Wer verdient an diesem Feldzug?

    Die ganze gesamte Industrie, die alltäglich an allen Ecken und Enden predigen lassen: Glück kann man kaufen!

    Da scheint was dran zu sein. Letztens sah ich auf einem Bild eine Frau, die sehr glücklich wirkte, weil sie endlich das richtige Spülmittel gefunden hat. "Spätrömische Dekadenz" ist gar kein Ausdruck für das, was mir bei dem Anblick durch den Kopf ging.

    Später - in der Einkaufsschlange - war ich dann geneigt, der griesgrämigen Frau vor mir zu sagen, sie solle doch bitte so glücklich sein wie die Frau in der Werbung, da sie exakt das gleiche Spülmittel hat.
    Habe mich aber irgendwie nicht getraut. Nachher hätte die nur Sex gewollte, das wäre mir zuwieder gewesen.
    Bin gerade sehr glücklich, das wollte ich mir nicht durch Sex vermiesen.

  • Rüdiger Sagel, die ARGE und die Kinderklaubehörde Münsterl

    Man kommt ja selten dazu, mal einen Menschen zu loben. Böse fallen einem gleich in Massen ein, aber Gute?
    Da wird man schnell stumm und nachdenklich. Ist der auch WIRKLICH gut oder hat der irgendwo dann doch ....

    Meine Ansprüche sind da viel niedriger, deshalb finde ich ganz schnell gute Menschen ... wenn ich gerade Lust dazu habe. Den zum Beispiel:

    http://www.sagel.info/index.php

    Rüdiger Sagel, ein Landtagsabgeordneter der Linken. Er könnte von mir aus auch von der CDU sein, ich würde ihn trotzdem sympathisch finden, weil er umsetzt, was andere beschließen. Zum Beispiel weiß man bei ihm genau, was er vom Volke bekommt:

    Einnahmen
    Abgeordneten-Bezüge: 8216,- Euro
    Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung: 310,- Euro
    Keine Nebeneinkünfte

    Und nicht nur das: er sagt auch, wofür er es ausgibt:

    Einkommenssteuer: 1853,33 Euro
    Kranken- und Pflegeversicherung: 618,75 Euro
    Krankenzusatzversicherung: 80,97 Euro
    Rentenversicherung: 893,61 Euro
    Personal- und Sachkosten: 1500 Euro
    Mieten, Strom etc. : 350 Euro
    Mietgliedschaften (u.a. attac, Ver.di, GGUA Flüchtlingshilfe, Rosa Luxemburg Stiftung), Spenden: ca. 200 Euro
    Informationen (z.B. Zeitungen, Zeitschriften), dauernde Aktualisierung des Internetauftritts etc.: ca. 250 Euro

    Das ist MEIN KANDIDAT FÜRS KANZLERAMT. Kann man gleich anrufen und sagen: Rüdiger, du verbrauchst zuviel Strom, mach´mal halblang, dem Land geht es schlecht. Da rechne ich auch gar nicht aus, was der noch für Privatkonsum übrig hat, ist mir völlig egal. Keine Nebeneinkünfte: der Mann nimmt seine Arbeit ernst.

    Aber nicht nur das. Anders als alle anderen Politschranzen, die einem so auf dem Flur begegnen, hat er Stil. Er ist nämlich fraktionslos. D.h. auf deutsch: einer der wenigen Abgeordneten in Bund- und Landtagen, der so sein darf wie er entworfen wurde: frei und unabhängig.

    Und nicht nur das: Politik endlich mal ganz ohne Papa ... aber mit Lebenserfahrung:

    Von 1968-1970 lebte ich in Indien und ging dort zur Deutschen Schule in Rourkela. Mein Abitur machte ich 1975 in Lünen und studierte im Anschluss Bergbau an der TU Clausthal und der RWTH Aachen. 1979/80 hielt ich mich während eines Urlaubsemester in den USA und Mexico auf. Ich schloss das Studium als Diplom-Ingenieur 1983 ab und machte danach ein zweisemestriges Ökologie Fernstudium an der Uni Tübingen. In den folgenden zwei Jahren war ich u.a. als Geschäftsführer der Hambachgruppe in Aachen, einer Initiative gegen den Braunkohletagebau, tätig und arbeitete zudem für das Ökologiezentrum Aachen, das ich 1982 mit FreundInnen gegründet hatte.

    1988 war ich u.a. in Nicaragua an verschiedenen Projekten in Rama und Granada beteiligt.

    Das ist schon was anderes als zehn Jahre für die Junge Union Plakate kleben.

    Aufmerksam geworden auf ihn bin ich jedoch nicht auf der Suche nach einem neuen Bundeskanzler, der ehrlich, bescheiden, aufrichtig, ehrvoll, anständig, lebenserfahren, gebildet und weltoffen ist - also das Gegenteil von Schröder, sozusagen - sondern durch einen Artikel von ihm.

    http://www.sagel.info/meldung.php?meldung=207&page=

    Hartz IV: Sumpf der Selbstbedienung - System der Eigenfinanzierung bei ARGEN

    Münster offensichtlich kein Einzelfall / Umschichtungen aus Arbeitsmarktmitteln finanzieren Repressionen gegen Arbeitslose
    "Es ist nicht nur ein Skandal, dass drei Millionen Euro Finanzmittel aus Eingliederungshilfen für Arbeitslose für die eigenen Personalkosten bei der ARGE in Münster zweckentfremdet werden", kritisiert der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel (LINKE) die Umschichtungspolitik in Münster scharf. "Vielmehr handelt es sich nach Aussage der Leiterin der münsterschen Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Ulrike Otto - "Das machte jede ARGE so" - bei dem nun aufgedeckten Vorgang offensichtlich um ein System der Selbstfinanzierung bundesweiten Ausmaßes und lässt die gesamte Arbeitslosenpolitik in einem anderen Licht erscheinen."In Münster sind für das Verwaltungsbudget von 16,99 Millionen Euro im Rahmen der Finanzplanung 2010 rund drei Millionen Euro aus dem Eingliederungsbudget für Arbeitslose zur Sicherung der eigenen ARGE-Personalkosten umgeschichtet worden. Als Begründung wird von der ARGE die seit 2005 chronische Unterfinanzierung des Bundes für den Verwaltungsapparat angeführt.

    Wieder mal ARGE, wieder mal Münster. Die Stadt, in der eine amtliche mehrfache Kindesentführung mal den Zorn der Republik hervorgerufen und sehr dubiose Strukturen zutage gefördert hat. Gut, das ist ein gesondertes Thema, habe ich mir sagen lassen. Deutschland ohne Münster wäre ein schöneres Land, hieß es da. Doch bleiben wir bei der ARGE.

    Fördern und Fordern wollten die ja - und was ist daraus geworden? Den Fördertopf verbraten, damit man beim Fordern mehr Leute zum Bespitzeln in den Außendienst schicken kann?

    "Das ist ein Sumpf der Selbstbedienung und schlägt ein neues düsteres Kapitel in der Hartz IV Politik auf", sieht Sagel die Notwendigkeit das ganze Ausmaß des Skandals zu klären. Münster ist offensichtlich kein Einzelfall. Die wesentliche Ursache für dieses System der Eigenfinanzierung liegt in der Unterfinanzierung des Bundes. Hier zeigt sich erneut, dass das ganze System Hartz IV falsch ist und abgeschafft gehört. Denn statt der Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt werden intern auf unzulässige Weise zuerst die Hartz-Verwaltungsapparate finanziell bedient, die dann wiederum Repressionen gegen die Arbeitslosen ausüben.

    Wie man sieht, ist "spätrömische Dekadanz" im Umkreis der Arbeitslosen sehr wohl auszumachen, allerdings ... nicht bei den Arbeitslosen selbst. Hat der Westerwelle also doch gar nicht so Unrecht gehabt.

    Gerade die ARGE in Münster steht nach kürzlich veröffentlichten Untersuchungen an vordester Stelle bei Repressionsmaßnahmen gegen Arbeitslose. Dies obwohl mehr als 13 000 Hartz-EmpfängerInnen gerade einmal rund 1500 als offen gemeldete Stellen gegenüberstehen, was auch in vielen anderen Städten und Kreisen der Fall ist. Es ist nicht nur ein unerträglicher Zustand sondern eine zynische Umkehrung des Förderns und Forderns, wenn die 214 Beschäftigten bei der ARGE in Münster durch die Arbeitslosen und durch für sie vorgesehene Mittel finanziert werden und die Beschäftigten dann statt die Arbeitslosen zu fördern diese mit Repressionen überziehen, obwohl nur für rund 10 Prozent - und das auch nur theoretisch - Arbeitsplätze zur Verfügung stehen."

    So was wundert mich nicht ... es ist immerhin Münster. Zur Erinnerung nochmal hier die Kinderklaubehörde Münster in Aktion:

    http://femokratieblog.wgvdl.com/bundesregierung-will-schweigepflicht-von-aerzten-aufheben/04-2009/

    Eine Familie hat 6 Kinder und ein Neugeborenes ist hinzu gekommen. Die Mutter bittet das Jugendamt um vorübergehende Unterstützung. Was die Eltern nicht ahnen: Das Jugendamt schickt einen Psychologen, dieser erstellt ein Gutachten und befindet die Familie als erziehungsungeeignet. Darüber lässt sich natürlich trefflich streiten, denn schließlich definiert jeder Kinderziehung anders. Was mir aber Tränen in die Augen treibt, ist die Tatsache, wie Jugendämter in vielen solcher Fälle vorgehen. Statt einer überforderten Familie für einen Übergang jemand Kompetentes zur Seite zu stellen, reißen JA-Mitarbeiter eine solche Familie lieber auseinander und nehmen Kindern ihre Eltern. Im Fall Haase erzählte das Jugendamt sogar einem der Kinder, das die Eltern tot seien.

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Bundesrepublik Deutschland - nicht nur - im Fall der Familie Haase der massiven Menschenrechtsverletzung angeklagt und verurteilt. Trotzdem musste diese Familie noch viele Jahre kämpfen und laut ihrer Homepage sind immer noch nicht alle Kinder zu Hause.
    Eines der 7 Kinder ist mittlerweile tot. Angeblich sei das Kind an einer Lungenentzündung gestorben, was die Familie bezweifelt. Das Mädchen hatte 2 Selbstmordversuche hinter sich und aus diesem Grund bleibt nur die Frage übrig: Was für Unmenschen arbeiten da teilweise bei unseren Jugendämtern und im Fall Haase das Jugendamtes Münster.

    Auch die Mutter hatte zwischenzeitlich versucht, sich umzubringen. Und das ganze scheint auf den ersten Blick sogar einen industriellen Charakter zu haben:

    http://www.kindesschutzbehoerde.ch/dokumente/monalisa.pdf

    "Es wird vom Jugendamt recherchiert, ohne das Wissen der Eltern.
    Es wird ein Gutachter eingesetzt. Die Kinder werden plötzlich und
    ohne Ankündigung aus der Familie gerissen und an einen
    unbekannten Ort gebracht", so Dr. Christian Wolff, Gutachter für
    Familienrecht.
    "Profi-Eltern" für die Kinder
    Der 17-jährigen Pia aus Osnabrück wurde ihr Baby noch auf der
    Säuglingsstation weggenommen wegen ihrer "labilen Persönlichkeit
    und nicht altersgemäßen Entwicklung". In Münster wurden der Familie
    Haase sieben Kinder entzogen. Auch hier wurde das Jüngste direkt
    aus der Säuglingsstation heraus abgeholt.
    Und die Kutzners waren sieben Jahre getrennt von den eigenen
    Kindern, weil sie, so das zuständige Jugendamt aus Osnabrück, "zu
    wenig intelligent für die Erziehung seien". Skandalöse Fälle, die
    auffällig oft in der Region Münster/Osnabrück vorkamen. Bei den
    Kutzners in Osnabrück trennte das Jugendamt die beiden Kinder
    Corinna und Nicola von ihren Eltern und brachte sie in die Einrichtung
    "Backhaus", ein Unternehmen, das Kinder an so genannte "Profi-
    Eltern" vermittelt. Gerhard und Marianne Backhaus leiten die
    Einrichtung: "Das sind Fachleute mit pädagogischen Hintergründen.
    Sozialpädagogen, Heilpädagogen und Erzieher, die ein Kind in ihrer

    Familie aufnehmen können."Kritik von Kinderschützer
    Das Pädagogen-Ehepaar Backhaus beschäftigt 150 dieser "Profi-
    Eltern" und betreibt sieben pädagogische Zentren, in denen die
    Ersatzeltern ausgebildet und regelmäßig betreut werden. Das kostet
    das Jugendamt und damit die Steuerzahler viel Geld. Beispiel Corinna
    Kutzner: Hier kassierte "Backhaus" mehr als 2700 Euro monatlich.
    Davon wurde die Profi-Familie bezahlt. Mindestens 870 Euro aber
    flossen an das Unternehmen "Backhaus" selbst. Monat für Monat,
    sieben Jahre lang. Ihre Erklärung dazu: "Wir würden das auch gerne
    billiger machen, wenn wir das könnten."
    Heimunterbringung oder "Neubeelterung", wie sie die Unterbringung
    bei "Profi-Eltern" nennen, "Backhaus" hat alles unter Kontrolle. Sie
    stellen die Gutachter, und sie bereiten in ihrer hauseigenen so
    genannten "Clearingstelle" die Entscheidungskriterien für die Beamten

    Nach den Erfahrungen vom Rechtsverständnis münsteraner Ämter muß ich sagen: das scheint nicht ein Problem der ARGE zu sein, sondern ... des Filzes. Und wie man sieht, kann man an den Beutekindern gut verdienen ... wenn die überleben.

  • Sozialbudget, Arbeitslose, Pharmamafia und ein weiterer Suizidfall

    Wir wissen ja alle ... jedenfalls haben die verschiedenen Arme der Bertelsmannkrake mit Gewalt versucht, uns das beizubringen ... das Arbeitslose das Übel der Welt sind. Ihre Unwilligkeit und Unfähigkeit, gut dotierte Positionen im gehobenen Management anzunehmen (also dort, wo angeblich so richtig viel Steuern bezahlt werden, die alles am Laufen halten), ist die wahre Ursache der deutschen Schuldenkrise.

    Und weil die so böse sind, die Arbeitslosen, gehören die bestraft. Ist ja klar, denn: was böse ist, gehört immer bestraft. Siehe Paradies, Adam, Eva, Schlange, Apfel, heulen und zähneknirschen.

    So jedenfalls ... dachten wir bisher. Selbst wollten wir natürlich nicht aufbrechen, unseren kleinen Putzfrauen-, Arge- oder Verkäuferinnenjob gegen diese tolle Managementpositionen auszutauschen, aber es war einfach eine zu schöne Gelegenheit, über andere herzuziehen.

    Jetzt ... müssen wir umdenken. Nicht mehr nach nicht vorhanden Jobs zu suchen, kann Krankheiten ersparen.

    http://www.welt.de/wissenschaft/article6716716/Vergebliche-Jobsuche-macht-Arbeitslose-fertig.html

    „Damit dürfte sie auf allgemeine Ablehnung in der Politik stoßen“, sagt Zahlmann. Denn diese Annahme breche mit der Fiktion – und der Hoffnung – es sei mit den bestehenden beschäftigungspolitischen Maßnahmen möglich, in dieser Arbeitswelt jedem Arbeitssuchenden einen Platz zu schaffen. „Doch das ist ein Teil der selbstliebenden Politik. Sie profitiert davon, so zu tun, als wäre es so. Dann hat sie so etwas wie eine Kompetenz und Macht, die sie einsetzen kann."

    Darum müssen Arbeitslose gequält werden: damit Politiker das Gefühl haben, sie könnten mit den Methoden des zwanzigsten Jahrhunderts den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnen. Und für die Gefühle der Politiker leidet der Arbeitslose natürlich gern, läßt sich gern beschimpfen und als Vernichter der Nation durch die Straßen jagen.

    Ein weiterer Suizidfall wird bald in der Politik von sich reden machen: Phillip Rössler wird sich wohl oder übel das Leben nehmen, wenn seine Träume von der Macht der Politik und der Macht des Ministers mit den gesellschaftlichen Realitäten konfrontiert werden, die die Pharmamafia geschaffen hat.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6725472/FDP-bremst-Roeslers-Kampf-gegen-die-Pharmalobby.html

    In der FDP regt sich Widerstand gegen die Arzneimittel-Sparpläne von Philipp Rösler. Auch die gesetzlichen Krankenkassen reagieren auf die Kampfansage gegen die Pharmalobby sehr zurückhaltend. Experten kritisieren die Vorhaben des Gesundheitsministers dagegen als nicht ausreichend.

    So geht es allen in Deutschland, die an die heilige Kuh wollen. Erst macht man einen Vorschlag, dann ... kommt der Gegenwind aus allen möglichen Richtungen, weil die Gelder der Pharmamafia auch alle möglichen Leute profitieren lassen. Und wirklich mutige Lösungen ... darf man bei Gefahr für Leib und Leben in diesem Land gar nicht andenken:

    Für das Mitglied des Sachverständigenrates für das Gesundheitswesen, Gerd Glaeske, sind Röslers Pläne „völlig unzulänglich“. Er verlangte in der „Frankfurter Rundschau“ eine verpflichtende Kosten-Nutzen-Bewertung. Außerdem sollte nach seinen Vorstellungen nach zwei bis drei Jahren eine Wirkungsbilanz gezogen werden, die bei negativem Ergebnis auch zu Rückzahlungen des Herstellers führen soll.

    Der Mann hat Ahnung von der Pharmazie. Er weiß, das die meisten Medikamente nichts bringen (außer Kosten und Nebenwirkungen) und das dieser Ansatz die Unkosten sofort um 90 % senken würde. Keine Firma würde es mehr wagen, Müll zu verkaufen, wenn so ein Gesetz durchkommen würde. "Haftungsausschluß" ist doch das erste, was ein Pharmamanager anstrebt, bevor er sich die dicken Boni einstreicht ... genauso hoch aber viel leiser als die Bankleute das machen. Man weiß nämlich, das man da ... die Gelder der Versicherten verbrät. Das macht man lieber leise, still und heimlich. Dann kann man auch doppelt zulangen. Merkt ja keiner.

    Die einzigen, die was merken, sind die Bürger, aber auch sie werden gerne für dumm verkauft. Allerdings könnte ein Blick in die Bundeszentrale für politische Bildung helfen:

    http://www.bpb.de/wissen/I4WOAW,0,0,Sozialbudget.html

    Die Bundesregierung gibt mit dem Sozialbudget jährlich einen Überblick über das Leistungsspektrum und die Finanzierung der sozialen Sicherung. Nach dem aktuellen Sozialbudget wurden im Jahr 2007 voraussichtlich insgesamt 706,9 Milliarden Euro für soziale Leistungen ausgegeben. Ohne Verwaltungsausgaben entfielen davon 276,2 Milliarden Euro auf die Bereiche Alter und Hinterbliebene, 241,8 Milliarden Euro auf Krankheit und Invalidität sowie 100,5 Milliarden Euro auf die Bereiche Kinder, Ehegatten und Mutterschaft. Auf Arbeitslosigkeit und sonstiges entfielen 38,3 bzw. 24,4 Milliarden Euro.

    Sogar Kinder, Ehegatten und Mutterschaft kosten mehr als Arbeitslosigkeit.

    Jeder dritte Euro in Deutschland geht für das Sozialbudget drauf.

    Und von diesem Euro fallen 5,4 Cent für die Arbeitslosen ab, die mitten im Leben stehen. 10 Cent bekommen die Kinder, 7 Cent die Invaliden, 6 Cent die "Hinterbliebenen". 27 Cent bekommt die Pharmamafia, 32 Cent die Rentner ... grob gerundet.

    Wir könnten alle Arbeitlose heute erschießen ... und das hätte am Jahresende keinen merkbaren Einfluß auf das Sozialbudget.

    Aber darüber, ob die jetzt umsonst im Altenheim oder sonstwo arbeiten (und dadurch letztendlich doch wieder bezahlte Stellen vernichten), wird massig gestritten. Doch an einem der Wurzeln des Übels traut sich nur ein kleiner Rössler dran, der daran scheitern wird wie alle vor ihm. Das Netzwerk der Profiteure im Pharmabereich ist inzwischen so dicht, das es nicht mehr aus der Gesellschaft eliminiert werden kann.

    Das ist wie Krebs, ist es zu weit fortgeschritten, kann man nichts mehr dagegen tun, dann sitzt er überall und der Körper stirbt irgendwann.

    Das Einzige, was an diesen Wahrheiten wirklich weh tut, ist die Tatsache, das schon wieder eine gesellschaftliche Gruppe geopfert wird um die wahren Täter zu schützen, die dann lustig die nächste Krise vorbereiten.

    Dabei wird man bald für Kranke das gleiche Recht einführen, das auch für Arbeitslose gilt: bevor die Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen, müssen die erstmal ihr Kapital aufbrauchen.
    In Australien gilt das übrigens schon für Rentner. Bevor die einen Cent Rente kriegen, müssen sie erstmal alles veräußern, was sie so über Jahre hinweg angesammelt haben.

    Und das wird kommen, denn: gleiches Recht für alle ist doch ein wichtiger Grundsatz unserer Gesellschaft, oder? Irgendwann wird die öffentliche Meinung genau in diese Richtung gelenkt werden ... und dann wird man sich der Frage stellen müssen: warum eigentlich nicht? Millionen von Arbeitslosen werden die Enteignungsprozedur bis dahin durchlaufen haben ... und werden sich denken: warum sollte für die anderen, die auf der sicheren Seite von Krankheit und Rente stehen, nicht das Gleiche gelten wie für mich?

    Ich hätte es so gemacht: mir das Sozialbudget angeschaut und dann erstmal die schwächste Gruppe ausgesucht. Das sind die Arbeitslosen. Die kosten kaum was, spart man dort, fällt es nicht ins Gewicht.
    Sie sind politisch sehr heterogen, da sind alle Wählerschichten vertreten. Außerdem ... sind sie nicht immer arbeitlos. Wählen sie mal einen Führer ... kriegt der nächste Woche einen gut dotierten Job in der Werbebranche. Schon ist die Bewegung gebremst.

    Ein idealer Einstieg, um den gesamten Sozialstaat zu kippen und Unsummen für die Privatwirtschaft locker zu machen. Sowas nennt man Strategie. Kann jeder Schachspieler.

  • Böse Menschen, böse Welt.

    Mörder sind böse. Sie nehmen anderen Menschen das Leben.

    Betrüger sind böse. Sie nehmen allen Menschen das Vertrauen.

    Diebe sind böse. Sie klauen mir mein Pausenbrot.

    Arbeitslose sind böse. Sie leben auf meine Kosten.

    Eltern sind böse. Sie vernachlässigen ihre Kinder.

    Rentner sind böse. Sie leben auf meine Kosten.

    Kinder sind böse. Sie machen lärm und hören nicht.

    Linke sind böse. Sie sind wie Diebe und wollen mein Pausenbrot.

    Rechte sind böse. Sie wollen mich hauen und vergasen.

    Liberale sind böse. Sie nehmen mein Geld und überlassen mich dann Rechten und Linken.

    Frauen sind böse. Sie haben mich nicht richtig lieb und nehmen mir meinen Job weg.

    Soldaten sind böse. Sie erschiessen alles, was die Mörder übrig gelassen haben.

    Politiker sind sowieso böse. Da braucht man keinen Grund. Labern nur ´rum, kosten viel und tun nix.

    Philosophen sind böse. Sind wie Politiker, nur billiger.

    Polizisten sind böse. Kosten Geld, verteilen Knöllchen - wird noch teurer.

    Männer sind böse. Grund: siehe Frauen.

    Ausländer sind böse. Grund: siehe Männer, Frauen und Kinder.

    Handwerker sind böse. Siehe Männer, Frauen und Polizisten, ersetze Knöllchen durch Rechnungen.

    Christen sind böse. Mißbrauen Kinder und reden Stuß.

    Moslems sind böse. Mißbrauchen Kinder, reden Stuß und töten Christen.

    Buddhisten sind böse. Siehe Christen und Moslems, aber heimlich.

    Juden sind böse. Darf ich aber nicht drüber reden. Außerdem: siehe Buddhisten.

    Manager sind böse. Wollen nur, das ich auch noch umsonst arbeite.

    Konzerne sind böse. Erhöhen jedes Jahr die Preise und rationalisieren alles weg. Auch mich.

    Ärzte sind böse. Teuer und tödlich. Und machen, das Frauen, Männer und Kinder wieder gesund sind. Siehe dort.

    Krankenhäuser sind böse. Siehe Ärzte, Frauen und Männer.

    Wetter ist böse. Bedarf keiner weiteren Erläuterung.

    Natur ist böse. Heuschnupfen, Mückenstiche, Lungenpest. Im Herbst Blätter im Vorgarten.

    Den Rest ... habe ich noch nicht kennengelernt. Aber ich kann mir schon denken, wie die sind.

  • Esoterik, Freimaurer, Flaschengeister und Tankflugzeuge

    Manche meinen ja, ich hätte ein sehr negatives Verhältnis zur Esoterik. Jedenfalls hatte man mir das jetzt gesagt. Dabei stimmt das eigentlich nicht. Allerdings ... bin ich nicht unkritisch und würde keine Flaschengeister ersteigern.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,682483,00.html

    In Neuseeland kamen bei einer Online-Auktion zwei von einem Exorzisten in Flaschen abgefüllte Seelen unten den Hammer. Der Verkauf von heißer Luft ist auf dem Esoterik-Markt zwar nichts ungewöhnliches - der Preis für die Fläschchen hingegen schon.

    Das ich hier nicht mitgeboten hätte, hat drei Gründe.

    Erstens: vielleicht ist da gar nichts drin. Dann ist der Preis etwas überzogen.

    Zweitens: vielleicht sind Flaschengeister drin. Das könnte Ärger bedeuten.

    Drittens: Egal ob welche drin sind oder nicht: es ist der Versuch eine Form von Menschenhandel gesellschaftsfähig zu machen.

    Esoterik ist ein gigantischer Markt. Die Zahlen nenne ich jetzt nicht. 95% dessen, was dort geboten wird, ist übelste Lumperei und enttäuscht Menschen letztlich mehr, als es ihnen nützt. Das ist gemein, hinterhältig manchmal sogar gemeingefährlich und hinterhältig und sollte eigentlich strafbar sein.

    Es wundert jedoch, das man viele Elemente von Esoterik (ohne jedoch dieses Etikett zu benutzen) in der Psychologie wiederfindet ... genauer gesagt: in der Ausbildung von Führungskräften. Diese Elemente werden aus einem einzigen Grund dort präsentiert ... weil sie wirken.

    Was wirkt ist wirklich. So definiert man Wirklichkeit am sichersten. Wirken diese Flaschengeister, so sind sie wirklich (übrigens auch unabhängig davon, ob sie in der Flasche sind oder nicht).

    Wir Menschen ... kennen uns selbst nur zu zehn Prozent. Das ist das, was unser Denken, unser Bewußtsein ausmacht. 90% sind das Reich des Unbewußten ... was uns dann ordentlich dazwischenfahren kann, wenn wir zum Beispiel in einer komfortablen Beziehung und Lebenssituation stecken, dann aber auf einmal große überwältigende Gefühle für jemand anderes entwickeln, obwol das gesellschaftlich nicht erwünscht ist.

    Mit diesen zehn Prozent Bewußtsein beurteilen wir die Welt - jedenfalls die Mehrheit der aufgeklärten
    Menschen der westlichen Hemisphäre. Und weil wir die Welt durch ein ziemlich kleines Fenster beurteilen,
    stehen wir fassungslos vor solchen Phänomenen:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,682291,00.html

    Die Angreifer kamen mit Messern und Macheten: Bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen starben in Nigeria Hunderte Menschen. Unter den Opfern waren viele Kinder. Augenzeugen erhoben schwere Vorwürfe gegen die Armee - sie habe zu spät eingegriffen.

    Solche ausbrechende Formen von Wahnsinn machen uns nervös. Zurecht, denn obwohl wir Deutschen über die Zeit von 1933 - 1945 ganz viel geschrieben haben, ganz viel nachgedacht, analysiert, aufgearbeitet und beschrieben ist es noch völlig unklar, wie das geschehen konnte.

    Die Hexenjagden des Mittelalters stellen ein ähnliches Phänomen dar. Auch hier gibt es viele rationale Theorien, aber keine, die wirklich das Geschehen zufriedenstellen erklären kann.

    Wir brauchen uns auch gar nicht historisch oder räumlich weit weg zu bewegen. Ein Blick in die Tagespresse läßt das Unheimliche in unserer eigenen Lebenswelt lebendig werden. Zwei Beipiele dazu:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,682730,00.html

    Schwere Vorwürfe gegen zwei Schüler: Die beiden Teenager sollen eine wehrlose 83-Jährige schwer misshandelt und dann verletzt in ihrer Münchner Wohnung liegengelassen haben. Zu einem möglichen Tatmotiv ist bisher nichts bekannt, das Opfer konnte noch nicht vernommen werden.

    Das andere Beispiel ist harmloser, aber es geht - erschreckenderweise - in die gleiche Richtung:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,681757,00.html

    Arbeiten für die Moral

    Die Menschen in Deutschland sind extrem fleißig, manche stehen jeden Morgen früh auf - um vier Euro die Stunde zu verdienen. Doch die aktuelle Debatte über eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze untergräbt diese Arbeitsmoral. Im schlimmsten Fall führt das zu immer mehr Erwerbslosen.

    Da sollte man sich nicht wundern, warum ich von "Moral" überhaupt nichts halte, nebenbei bemerkt.
    So haben wir früher gearbeitet, um Essen auf dem Tisch zu haben, dann haben wir für Geld gearbeitet, jetzt sollen wir für die Moral arbeiten. Natürlich umsonst. Für Moral arbeitet man immer umsonst.

    Wo ist der gemeinsame Nenner?

    Gefühle bestimmen das Handeln, nicht der Verstand. Jene neunzig Prozent, die wir weder kennen noch beherrschen, die aber unser Leben ganz real ganz schrecklich aus der Bahn werfen können. Und diese Gefühle bestimmen das Verhältnis zu dem Problem "Hartz IV-Abhängige" mehr als die rationale Überlegung.

    Ich habe verschiedene Weltdeutungssysteme studiert. Carlos Casteneda zum Beispiel. Alle Bücher systematisch durchgearbeitet. Kann ich nur empfehlen, es ist in meinen Augen ein funktionierendes System, und das sage ich, obwohl ich weiß, das seine Erlebnisse wahrscheinlich nur abgeschrieben sind. Trotzdem sind sie wirklich, reproduzier- und erlebbar. Aber man kann sie nicht filmen. Kann man LIEBE übrigens auch nicht.

    Auch das System von Marko Pogacnik und das System der Begründer von Findhorn (siehe dort, bei Interesse) habe ich studiert, alldieweil seine Befriedung des Schloßparks von Türnich durch Steinsetzungen interessante Perspektiven anzeigten, die möglicherweise erklären können, warum es in meinem Teil der Eifel nie Hexenverbrennungen gab und auch keinen Naziwahn, dafür aber Fluchtrouten für Berliner Juden.
    Hier blieb man vernünftig, andernorts ... wurde es unheimlich. Und die riesigen Kohlköpfe von Findhorn haben seinerzeit viele Biologen verblüfft.

    Das, was wir über die Anwendung freimaurerischer Magie sagen können, deutet auf stark Paralellen zu Pogacnik hin, also der Glaube, mit Symbolen Wirklichkeit formen zu können. Zum Beispiel ist die gesamte Anlage der Regierungszentralen in Washington voller freimaurerischer Symbolik - wie auch der Dollarschein als solcher. Sehr viele Abgeordneten des Europaparlaments sind Freimaurer (also eigentlich: Magier), wie sollte ich also Esoterik nicht ernstnehmen können, wo die wirtschaftliche und politische Elite sie als gegeben annimmt (nur für das Volk ist sie "Pfui Bah", Helmut Schmidt geht gerne zu druidischen Ritualen, was nun -rein esoterisch- magische Zeremonien sind).

    Insofern respektiere ich z.B. schamanische Weltdeutungssysteme sehr - und sehe ohne weiteres die Möglichkeit, das sie den unsrigen Systemen schon im Prinzip überlegen sind, weil sie eine größere Wirklichkeit beschreiben...und als Kulturen weder Weltkriege, noch Atombomben, Giftgas, künstliche Seuchen oder Konzentrationslager mit sich bringen, also deutlich nebenwirkungsärmer sind.

    Abschließend kann man es nicht beurteilen, aber im Jahr 2009 ist die Bilanz westlicher geprägter Kulturen
    (alle insgesamt Kulturen mit einer Dominanz atheistischer Weltsichten über religiöse Prioriäten) verheerend, was ihre Wirkung in der gesamten Ökosphäre und auch für die eigene Bedarfsgemeinschaft (nennen wir das mal so) betrifft.

    Vielleicht kriegen die ja noch die Kurve, vielleicht aber auch nicht. Jedenfalls läßt mich die Meldung über die Tankflugzeuge sehr zweifeln.

    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/airbus422.html

    Northrop Grumman und das europäische Luft- und Raumfahrtunternehmen EADS hatten zuvor ihren Rückzug aus dem Bieterwettbewerb über 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar verkündet.

    179 Tankflugzeuge ... damit kann man eine riesige taktische Luftflotte rund um die Erde schicken.
    Nicht die strategischen Bomber brauchen so etwas, sondern die kleinen, die einem die Laube im Garten gezielt zerschießen.

    Worauf bereiten die sich eigentlich gerade vor? Auf viele Einsätze weltweit ohne Flugbasen in der Nähe.
    Jetzt einfach Atlas holen, Flugbasen einzeichnen ... und man weiß, wo die nicht hinkommen und noch hinkommen wollen. Klar, die Maschinen sind auch Ersatz. Aber nach dem Zerfall der Sowjetunion haben die Amerikaner fast überall Luftbasen. Wozu also so eine riesige Flotte von Tankflugzeugen?

    Damit sie ausrasten können wie ... die in Nigeria?

    Man könnte schon meinen: sicherheitshalber sollte man mal einen Exorzisten ins Weiße Haus schicken, damit dort nicht böse Geister die Emotionen der Machthaber anstacheln. Einfach ab in die Flasche damit ... das spart dann vielleicht auch die Tankflugzeuge.

    Die hohe Kriminalitätsrate im Schloßpark von Türnich konnte ja auch durch "geomantische Steinsetzungen" gesenkt werden...jedenfalls ist das die einzige Erklärung, die ich für diese Phänomen bislang vernommen habe.

  • Liebe Leser ... gibt da Probleme.

    Ich kann gerade mal wieder auf Kommentare nicht antworten. Zunehmend bekomme ich die Meldung: "dieses Programm kann die Website nicht anzeigen."

    Das sagt mir mal wieder gar nichts. Misttechnik.

    Also ... wenn ich demnächst nichts mehr schreiben sollte: keine Sorgen machen ... es steckt nur eine Axt im Bildschirm.

  • TEST

  • Manager im Alltag: Nieten in Nadelstreifen

    Manager sind ja ganz wichtig geworden in den letzten Jahren. Sie sind die Elite der Nation, verdienen sich dumm und dämlich und sind überhaupt mit Gold nicht aufzuwiegen. Es sind ganz besondere Wesen, die auch in der Krise ihre Boni brauchen, sonst gehen die woanders hin.

    Darüber sollte man eigentlich froh sein, denn Manager ... sind ziemlich dämlich, wenn man genauer hinschaut. Nieten in Nadelstreifen halt.

    http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=2826#more-2826

    Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse des Pisa-Tests für Manager, durchgeführt vom Harvard Business Manager Magazin, förderten in den Chefetagen deutscher Unternehmen frappierende Wissenslücken zu Tage: 70 Prozent der Führungskräfte kannten nicht die korrekte Definition des freien Cashflows, eine der Lieblingskennzahlen von Investoren und Analysten. Auch bei der Frage nach dem Unterschied zwischen der Gewinn- und Verlust-Rechnung und der Bilanz mussten viele Manager passen.

    Für einen klassischen Manager ist das natürlich kein Problem, dann dafür hat er Leute. Diese ebenfalls teuren Fachkräfte sind dafür da, all sein Defizit zu ersetzen, denn der Top-Manager ist nichts weiter als ... ein Anzug. Und das weiß er auch. Nichts ist für Manager so wichtig wie die Kleidungsfrage, denn nur mit diesem Mittel beweisen sie die Fähigkeit zur Dominanz und darum ist Kleidung für sie wichtiger als für alle anderen Berufsgruppen, die einfach irgendwas anziehen, damit´s nicht zu kalt ist.

    Immerhin, wer nichts kann aber viel will, sollte zumindestens was darstellen: Performance ist das Stichwort. Heiße Luft hieß das früher, aber das kannten zuviele.

    Schauen wir doch mal, in welche Empfehlung für die Managerkleidung momentan zu beachten sind, um beim Meeting nicht sofort als Looser zu gelten. Fachwissen, das haben wir ja jetzt gelernt, spielt ja dabei sowieso keine Rolle.

    http://www.manager-magazin.de/life/mode/0,2828,681787-2,00.html

    Auch in der streng reglementierten Welt der Businesskleidung gibt es eine Pflicht und eine Kür. Und, egal wie sauber man die Pflicht absolviert, wenn man in der Kür versagt, hat man trotzdem verloren. Bei der Anzugpflicht ist der Anzug Pflicht und der modische Schnitt die Kür. Der modische Schnitt signalisiert: Dieser Mann ist nicht stehengeblieben. Er ist geistig beweglich. Dieser Mann ist auf der Höhe der Zeit.

    Nun, das er dies einem sehr eingeschränktem Publikum signalisiert, ist wohl jedem plausibel, denn für den Normalmenschen ist Anzug gleich Anzug. Gibt´s ganz preiswert im Kaufhaus und trägt man vorzugsweise zu Beerdigungen. Nicht jedoch in der harten Welt des Business....also der Verwaltungsangestellten. Dort wird mit ganz anderen Bandagen gekämpft, dort herrscht ein strenger "Dress-Code", der als einziges die Befähigung des Trägers zu Höherem ausdrückt.

    Und manchmal muß man richtig mutig sein - wie Jason, der das Goldene Vlies eroberte, Herkules, der über jedes Ungeheuer triumphierte oder Prometheus, der für die Menschen den Göttern das Feuer stahl - und dafür unsagbar leiden mußte.

    Auch das modische Monopol der engen Hüfthose ist endlich gebrochen. Es gibt das ganze Spektrum - von der Flat-Front über den kleinen Bundabnäher bis hin zu mehreren Bundfalten. Der Bund wandert langsam wieder nach oben, der Schritt nach unten. Einziges modisches Muss ist eine geringe Saumweite. Egal ob Zigarette oder Karotte, die Hosen laufen unten konisch zu und müssen deshalb etwas kürzer getragen werden als bisher, das heißt sie berühren nicht den Absatz des Schuhs.
    Das klingt für Sie irgendwie gewagt? Stimmt, Mode hat immer auch etwas mit Mut zu tun.

    Das ist in der Tat gewagt: die Hosen berühren nicht mehr den Absatz des Schuhs!!!

    Wie gut, da ich das heute gelesen habe. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn ich mich heute der Welt mit Hosen gestellt hätte, die dann doch den Absatz berühren! Was hätte alles geschehen können!

    Nun, ich hätte natürlich auch den Mut besitzen können, einfach mal das anzuziehen, was im Schrank hängt, alldieweil ich nicht als Modepuppe unterwegs bin. Ich könnte den Mut auch besitzen, weil ich etwas mehr kann als als Anziehpuppe im Büro herumzukommendieren. Und weil ich mir meiner Fähigkeiten bewußt bin, erlaube ich mir sogar den heroischen Mut des Tragens langer blonder Locken und einer Jeanshose ... manchmal sogar mit Loch.

    Nennt mich ... Superheld!

    Was geschehen kann, wenn man einem solchen Manager ein Pöstchen nach dem Anderen gibt, weil er so unglaublich schick gekleidet ist (was aber - wie gesagt - nur seinesgleichen merkt) zeigt nun ein Pressesprecher der NSDAP SPD, ein Herr Matthias Will.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/249/505440/text/

    Gegen den stellvertretenden Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Will, ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft, wie sueddeutsche.de von der Behörde bestätigt bekam.

    Will soll im Januar vor einer Gaststätte im Berliner Stadtbezirk Charlottenburg in alkoholisiertem Zustand die Hand zum Hitler-Gruß erhoben und "Heil Hitler" gerufen haben. Im Nachgang sei von einer Person Anzeige wegen "Zeigens verbotener Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" erstattet worden. Mehrere Zeugen sollen das Verhalten Wills beobachtet haben.

    Was soll nun schon dabei sein? Das ist doch die Quelle des Geistes der Schröderschen Sozialpolitik, die heutzutage noch immer viele KRAFTvoll vertreten. Und außerdem ist er wahrscheinlich immer gut gekleidet gewesen, so wie der Sarrazin. Apropo Sarrazin, jetzt weiß man auch endlich, warum dieser Manager bei der Bundesbank geworden ist.

    Ja, sicher. Wegen der Kutte. Da gab es aber auch noch einen anderen Grund:

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,682547,00.html

    Während die Deutsche Bundesbank wieder einmal einen Milliardengewinn nach Berlin überweist, nutzen die Politiker ihre Zentralbank munter als Resterampe für personelle Altlasten.

    Resterampe für personelle Altlasten ... ja, das paßt. Wahrscheinlich werden wir Herrn Matthias Will auch bald bei der Bundesbank wiederfinden - oder ihn ähnlichen hochdotierten Positionen in Wirtschaft und Verwaltung, denn Reste für die Resterampe gibt es genug. So bald so ein Anzug mal wirklich gefordert wird, hat er schnell die Hose voll - auch mit mutigem Bundabnäher.

    Möglicherweise wird auch Frau Kraft bald auf der Resterampe landen, wenn erstmal klar ist, warum sie jetzt so dringend Arbeitslose in die Altenpflege schicken will ... umsonst natürlich.

    http://www.derwesten.de/staedte/muelheim/Migrantinnen-werden-in-der-Altenpflege-oft-ausgebeutet-id2694389.html

    Vor dem Hintergrund einer Studie kritisiert die Grünen-Landtagsabgeordnete und Sprecherin für Sozial- und Frauenpolitik, Barbara Steffens, die zunehmende Ausbeutung von Migrantinnen bei heimischer Altenpflege. Agenturen spezialisierten sich auf die Vermittlung von Pflegekräften zu Hungerlöhnen.

    Wenn das ´rauskommt ... dann braucht man Alternativen, die die Haushalte nicht allzusehr belasten. Aber vielleicht krieg die Kraft ja die Arbeitslosen nicht, denn Leute, die umsonst arbeiten, sind heiß begehrt, weshalb sich jetzt auch die kommunalen Manager melden ... die wollen die jetzt auch haben, die Gratissklaven.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6706862/Buergerarbeit-soll-Langzeitarbeitslose-aktivieren.html

    Nach den Vorstellungen der Kommunen soll die Bürgerarbeit sozialversicherungspflichtig sein und in gemeinnützigen Bereichen angeboten werden. „Dabei geht es um weit mehr als Gelegenheitsjobs wie Schneeschippen“, betonte der Hauptgeschäftsführer. Ziel müsse sein, die Berufs- und Lebenserfahrung von Langzeitarbeitslosen sinnvoll zu nutzen. „Das kann in Museen, Bibliotheken und Altersheimen sein“, sagte Landsberg.

    DAS können Manager ... Leute umsonst arbeiten lassen. Um zu wissen, das das Profit bringt, brauche ich jedoch weder Anzug noch Studium oder Schulabschluß. Das weiß man schon seit Millionen von Jahren: Menschen, die umsonst arbeiten, sind immer ein Gewinn.

    Was Manager aber nicht können, ist: solche Nachrichten auf den Alltag des Bundesbürgers herunterzubrechen, damit der Entscheidungen für sein weiteres Leben treffen kann: fahre ich in Urlaub oder kaufe ich lieber doch Berge von Dosen:

    http://www.investment-on.com/index.php?option=com_content&view=article&id=2508:china-gewaltige-welle-an-faulen-krediten--35-billionen&catid=34:people-chat-a-news

    In einer Überprüfung der Kapitalaufnahme durch Lokalregierungen kam Professor Victor Shih von der Northwestern University zu der Einschätzung, dass über 24 Billionen Yuan ($3,5 Billionen) eine “gigantische Welle” an faulen Krediten auslösen könnten, da Projekte ohne solide Finanzierung zurückbleiben, wie Shih in diesem Monat erklärte. „Pekings finanzielle Lage ist wahrscheinlich lange nicht so gut wie sie auf den ersten Blick aussieht“, sagte Brian Jackson, Schwellenländerstratege bei der Royal Bank of Canada in Hongkong.

    Aber Hauptsache, die Hosenlänge stimmt. Der Rest ergibt sich dann von selbst.

  • Leykaul vernichtet, Steuern verbrannt.

    Selten schreibe ich was aus meiner Wahlheimat. Wozu auch ... hier war die Welt noch in Ordnung. Jedenfalls bis gerade. Bis man mich ... auf einen Artikel gestoßen hat, der mich sehr zornig macht, weil ich den Ort kenne.

    Wir haben Wirtschaftskrise. Die öffentlichen Kassen sind klamm. Wir haben viel Not im Land. Aber trotzdem grassiert der Wahnsinn der Substanzvernichtung weiter.

    http://www.an-online.de/lokales/eifel-detail-an/1232799?_jumps=1

    Nordeifel. Eine geraume Zeit geht man von Hirschrott aus durch dichten Wald, dann geht es steil bergauf und plötzlich öffnet sich nach allen Seiten eine schier endlose Weite. Man ist auf der Leykaul angekommen.

    Die landschaftlich herausragende Lage zwischen Waldrand und Dreiborner Hochfläche muss es wohl gewesen, die schon vor 400 Jahren eine so starke Faszination ausübte, dass sich hier Menschen ansiedelten. Es waren wohl nie mehr als eine Handvoll Bewohner, die auf der Leykaul, zwar nur knapp drei Kilometer von Dreiborn entfernt, aber dennoch weit weg von der Zivilisation, in enger Verbindung mit unberührter Natur lebten.

    Daran änderte sich auch bis in die jüngste Zeit nichts, doch seitdem die letzten Bewohner der Leykaul verstorben sind, wird nun die Siedlung dem Erdboden gleich gemacht. Der Nationalpark Eifel bzw. das Land Nordrhein-Westfalen, hat nach und das gesamte Areal erworben. Der Bauernhof mit Wohnhaus ist bereits abgerissen worden; das gegenüberliegende Gästehaus mit dem Namen «Ponderosa» ist ebenfalls in den Besitz des Landes übergangen.

    Es ist wirklich ein sehr lauschiges Plätzchen dort. Gelegentlich komme ich auf meinen Wanderungen dort vorbei. Wo gibt es das in Deutschland noch: man tritt aus dem Wald ... und sieht sich einer frei laufenden Kuh gegenüber.

    Um nicht gewollter Fremdnutzung vorzubeugen oder auch Neugierige in diesem von Wanderern stark frequentierten Gebiet fernzuhalten, sollen die verbliebenen Gebäude nach und abgerissen werden. In einigen Jahren wird dann nichts mehr an die kleine Siedlung, die vor Einrichtung des Nationalparks im Jahr 2004 unmittelbar an der Grenze des Truppenübungsplatzes Vogelsang lag, erinnern

    Dieses gesamte Anwesen hätte bei entsprechendem Marketing eine Goldgrube werden können. Ein kleiner Hof mit Gästehaus, sehr altem Baumbestand, Fernsicht über die Wälder im Westen und die Hochebene im Osten.
    Ich kenne Menschen, die schon drauf warteten, das die alten Siedler ... weichen. Dort hätte man aufgrund des Tourismus eine vollständige Existenz aufbauen können ... und vielen Wanderern damit einen großen Gefallen getan. Diese Ecke hatte etwas Zauberhaftes, ein idealer Ruhepunkt
    für Menschen, die zuvor Stunden durch die menschenleeren Hügel gewandert sind.

    Selbst wenn ich nicht selbst dort gewohnt hätte, so hätte ich gerne völlig umsonst am Erhalt dieses Ortes mitgewirkt. Man hätte nicht viel Geld gebraucht - und das wäre durch die schon vorhandene illustre Gästeschaar wieder schnell ´reingekommen:

    Der von den Schwestern Maria und Antonia Carl sowie von Paul Sluzala bewirtschaftete Bauernhof auf der Leykaul übte auf viele Menschen eine starke Anziehungskraft aus. Wie in früherer Zeit lebten hier die Menschen; die Butter wurde noch selbst gemacht; im Stall stand die zahme Hirschkuh «Heidi.» Der Hof besaß auch eine Ausschankgenehmigung, aber das war nicht allgemein bekannt. Der Sohn des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer kehrte hier häufiger ein, ebenso wie DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun.

    Der Aufkauf kostete Geld. Der Abriß kostet Geld. Der Nutzen? Arbeitsplätze wurden vernichtet, die Möglichkeit einer sicheren Existenz zerstört. Eine Schanklizenz war schon vorhanden ... und ein wunderschöner Hof zum Ausruhen von langer Wanderschaft vernichtet.

    Und andererseits harren Millionen von Arbeitlosen gerade auf eine solche sichere Chance. Gut, es wäre nur was für Wanderer. Nobelgastronomie wäre dort unmöglich....und auch unerwünscht. Aber gerade die, die zuvor vier Stunden durch Wälder oder über Wiesen getrampelt sind, würden sich freuen, auf dem Hof mal einen Kaffe zu bekommen.

    Aber nun ... wird auch noch eine Gedenktafel errichtet, die daran erinnert, das da mal ein Hof war.

    Mitten in der Krise vernichten wir immer noch Existenzmöglichkeiten. Irgendwie muß wirklich das Wissen vorhanden sein, das wir unermeßlich reich sind. Warum das Land dann hoch verschuldet ist ... werden wir wohl so schnell nicht verstehen können.

  • Wirtschaftskrise 2010 : Banken, Hartz und Subventionen

    Wir haben ja wieder mal keine Wirtschaftskrise. Jedenfalls erfährt man zentrale Daten nur nebenbei, weil es wohl ziemlich stören würde, wenn man das wahre Ausmaß der Krise veröffentlichen würde. Immerhin hat man ja noch den Glauben an die unsichtbare Hand des Marktes, die das alles wieder ganz fein Regeln wird.
    Vielleicht muß man ihr noch ein paar Arbeitslose bei lebendigem Leibe irgendwie opfern, aber dann wird sie irgendwann schon ganz toll unsere Wirtschaft wieder heil machen.

    Währenddessen nehmen die Bankenpleiten stärker zu als die Managerboni, das will schon was heißen.

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/ackermann-co-welcher-top-banker-2009-wie-viel-geld-bekam;2540600;7#bgStart

    In den USA rollt die Pleitewelle bei den Regionalbanken schneller als im Krisenjahr 2009. Die Großbanken dagegen konnten fast alle wieder Milliardengewinne vorzeigen. Das wirkt sich auf auf die Gehälter der Top-Banker aus. Eine Übersicht über die Verdienste 2009 – von Lloyd Blankfein bis Josef Ackermann.

    Substantiell für uns wichtig sind die Daten über die Regionalbanken die Auswirkungen dieser Pleiten auf die amerikanische Wirtschaft, denn immerhin geht es hier um die Grundversorgung der Normalbürger. Die Boni interessieren mich nicht, im Gegenteil, sie bereiten mir Magengeschwüre, wenn ich daran denke, das diese Banken mitverantwortlich sind für die Griechenlandkrise.

    Für die ... darf der deutsche Steuerzahler ja jetzt auch zahlen, ebenso wie für die Boni von 2,9 Millionen Euro, die sich der Nonnenbacher aus dem Rettungspaket gönnt.

    Seine Bank, die HSH-Bank, fährt auf jeden Fall wieder Milliardenverluste ein.

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/kriseninstitut-hsh-nordbank-faehrt-erneut-milliardenverlust-ein;2542393

    Die Schiffsfinanzierung drückt die angeschlagene HSH Nordbank erneut tief ins Minus. Nach Informationen des Handelsblatts wird das Institut für das vergangene Jahr einen Verlust von einer Milliarde Euro ausweisen. Mit schwarzen Zahlen rechnet die Führung der Landesbank nicht vor 2011 – und selbst das scheint alles andere als sicher.

    Das kann sich kein Bäcker leisten, kein Bauer, kein Klempner und kein Elektriker: rote Zahlen schreiben und dicke Bonuszahlungen auf das Luxusgehalt drauflegen. Die können sich bei roten Zahlen noch nicht mal Butter leisten, geschweige denn ein großes Gehalt. Ist Ebbe in der Kasse, hat der König sein Recht verloren - einfache Bauernweisheit.

    Keine Kuh, keine Milch, so einfach ist das ... allerdings nicht in der Welt der Großbanken. Dort herrschen andere, scheinbar kompliziertere Gesetze, die für ganz normal-menschlichen Überlegungen
    viel zu hoch sind. Erstmal ganz viel Milch ... und ob man eine Kuh hat, das wird man dann später sehen.

    Gilt nicht nur für Nonnenbacher sondern für den ganzen Verein:

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/trotz-milliardenverlust-hsh-nordbank-schuettet-boni-aus;2536414

    Jeder deutsche Mitarbeiter unterhalb der Ebene der Bereichsleiter soll ein halbes Monatsgehalt als Überstundenvergütung bekommen. Ein weiteres halbes Gehalt sollen Mitarbeiter bekommen, die „vor allem an Restrukturierungsthemen gearbeitet haben“, wie Personalchef Stefan Brügmann am Donnerstag in Hamburg sagte. Es handele sich „um eine größere Anzahl von Mitarbeitern“, sagte er.

    Mit der Milch führt man dann auch erstmal Wirtschaftskrieg gegen die Bauern bzw. gegen das ganze Volk, dessen Geld man für die Erzielung von Traumrenditen dringend braucht. Da gibt man dann schnell die Losung aus "Leistung muß sich wieder lohnen", demonstriert aber selber nebenbei, das man mit Minuswachstum und Pleitebanken auch ganz schön reich werden kann ... reicher, als ein Bauer es je werden könnte - auch nicht, wenn seine Äcker Bauland werden.

    Aber nicht nur die Banken hängen am staatlichen Tropf. Die gesamte Wirtschaft - deren Aufgabe es eigentlich ist, Geld in die Kassen zu spülen - giert nach staatlichen Leistungen:

    http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,681973,00.html

    Deutschland droht die Rückkehr eines alten Leidens: Die ungehemmte Ausbreitung staatlicher Finanzhilfen für die Wirtschaft. Die Subventionitis ließ die Transferzahlungen im vergangenen Jahr bereits enorm ansteigen. Und mit der Krise als Argumentationsverstärker werden immer neue Forderungen laut.

    Konkrete Zahlen zu den Subventionen sucht man vergebens ... oder sagen wir: fast vergebens. Vieles wird an allen Ecken und Enden versteckt und auf diverse Haushalte und Budgets verteilt, so daß die Horrorsumme erst gar nicht an die Öffentlichkeit kommt - denn das, was das Manager-Magazin schon als unhaltbar beklagt, ist nur die Spitze des Eisberges:

    Die staatlichen Subventionen insgesamt stiegen damit 2009 auf 29,5 Milliarden Euro. Der - laut Bundesregierung zum Großteil krisenbedingte - Anstieg gegenüber dem Vorjahr betrug also etwa sechs Milliarden Euro oder 26 Prozent.

    Laut "STERN" gibt es da allerdings ganz andere Dimensionen, an die man sich schon längst gewöhnt hat:

    http://www.stern.de/wirtschaft/geld/hintergrund-staatliche-subventionen-in-deutschland-513761.html

    150 Milliarden Euro jährliche Subventionen
    Das Kieler Institut für Weltwirtschaft nennt eine jährliche Subventionssumme in Deutschland von insgesamt 150 Milliarden Euro. Das Bundesfinanzministerium hat für 2002 knapp 58 Milliarden errechnet: für Bund, Länder, Gemeinden sowie Fördermitteln der EU und des ERP (European Recovery Program). Den Höchststand laut Ministerium erreichten die Zuwendungen im Jahr 1997 mit 60,3 Milliarden Euro.

    Vergleichbare Summen hatte schon mal das IWF vorgelegt (wir berichteten).

    150 Milliarden Euro Subventionen ... von denen indirekt 5000 Lobbyisten in Berlin bezahlt werden, die dafür Sorge tragen, das ja niemand an diesen Subventionen kratzt.

    Hartz IV, der so oft öffentlich angeprangerte Kostentreiber kostet inklusive der dümmlichen Pseudofortbildungen, die zur Statistikbereicherung und Pseudobeschäftigung sowie zur Bereicherung von Parteifreunden gefahren werden nur einen Bruchteil dieser Summe:

    http://www.bafoeg-aktuell.de/News/2009/08/13/hartz-iv-wird-2010-teurer-fuer-den-staat/

    Laut IfW ist schon 2009 ein teueres Jahr für den Bund, doch 2010 wird das Volumen der Leistungen bei Hartz IV nochmals drastisch ansteigen, wenn sich die derzeitigen Entwicklungen bestätigen sollten. 2009 belaufen sich die Kosten für Hartz IV 37,7 Milliarden, doch im kommenden Jahr klettern diese Ausgaben fast um weitere sieben Milliarden Euro an.

    Streichen wir die Subventionen für Betriebe, dann können wir Hartz IV verdreifachen (aber bitte nicht die "Eingliederungsmaßnahmen", da sehe ich die Jungs lieber in der Eckkneipe diskutieren, das ist würdevoller als Kinderbilder malen) und haben noch einiges übrig.

    Heiner Geisler hatte doch recht: dieses Land ist noch sehr reich. Es wird nur falsch verteilt. 80 Milliarden Euro neue Schulden ... hätten wir nicht wirklich gebraucht. Nicht wegen Hartz IV, aber vielleicht wegend der 100 Milliarden für die HRE, die weder in der Rechnung des Manager-Magazins noch in der des Stern auftauchen ... also noch irgendwo ganz anders verbucht sind und draufgerechnet werden müßten.

    Aber das Hartz-IV-Abhängige umsonst arbeiten gehen wird unser Land retten. Das ist Wirtschaftspolitik für Karnevalisten. Bringt nicht einen Euro aber viel Hellau.

    Letztlich ... aber da wird es schon sehr kompliziert ... verschuldet sich der Staat, damit der Ackermann seine Rendite einfahren kann. Irgendwie bescheuert, oder? Aber dafür, das das läuft, sorgt dann schon der Lobbyist. Leise und heimlich. Ebenso wie in der Gesundheitspolitik, wo der gleiche Tango wie seit Jahrzehnten läuft:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,682369,00.html

    Die Arzneimittelhersteller sehen sich ungerecht behandelt: Sie lehnen Röslers Idee eines neuen Preissystems ab - und schieben die Schuld für steigende Kosten im Gesundheitssystem Ärzten und Krankenhäusern zu.

    Die verbraten dort ein Vielfaches der Kosten der Arbeitslosigkeit, produzieren Zehntausende von Toten durch Ärztepfusch, Klinikinfektionen und unerwünschte Nebenwirkungen und schaffen es, das Sozialbudget von Jahr zu Jahr noch weiter auszuplündern, was die Presse dann gerne wieder den Arbeitslosen anlastet, weil die ja keine großformatigen Anzeigen schalten.

    Das System insgesamt ist so verrottet, das jedem wirtschaftlich denkenden Menschen die Haare zu Berge stehen müßten. Würde ein Hartz-IV-Abhängiger so wirtschaften, würde er schon nach drei Wochen verhungert sein. Aber als Manager und Politiker kann man sich andere Wirtschaftsgesetze erlauben...jedenfalls, solange man sich gegenseitig noch Geld leihen kann.

  • Deutschland, die verkommene Gesellschaft

    Heute hat sich die "Welt" mal etwas ganz besonderes erlaubt: ein Anwalt von Hartz-IV-Abhängigen
    zieht über die Betroffenen her.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6693991/Hartz-IV-als-Abbild-einer-verkommenen-Gesellschaft.html

    Überforderte Langzeitarbeitslose, bornierte Sachbearbeiter und ganze Familien mit Sozialhilfekarriere: Ein Berliner Sozialrechtsanwalt gewährt einen Einblick in die absurde Hartz-IV-Industrie. Er spricht über das Anspruchsdenken seiner Mandanten, rechtswidrige Quoten-Vorgaben in Jobcentern und eine verkommene Gesellschaft.

    Die Vergütungen sind tendenziell eigentlich zu gering. Mit einem Verfahren verdient man zwischen 300 und 1000 Euro netto. Aber wenn Sie ein paar Verfahren im Monat haben, haben Sie schon ein paar Tausend Euro im Monat Umsatz gemacht. Wenn man seine Kosten im Griff hat, kann man davon ganz gut leben.

    Soviel zu der sozialen Integrität des ... "Kronzeugen" der Welt. Und auch sonst ist seine Weltsicht ... ziemlich verkommen:

    Es kann doch nicht sein, dass wir Millionen Menschen haben, die keiner Arbeit nachgehen, und gleichzeitig gibt es unendlich viele soziale Aufgaben, die nicht angepackt werden, weil sich niemand findet, der dafür Lohn zahlen würde!

    Es gibt nicht nur unendlich viele soziale Aufgaben, die angepackt werden müssen. Aber es gibt unendlich viele, die nichts bezahlen wollen und lieber auf ihrem Geld sitzenbleiben. Zwangsarbeit für Hartz IV-Abhängige ist aber nicht unbedingt die richtige Antwort. Aber eine verkommene Gesellschaft kennt nichts anderes. Korrekt wäre, soviele Steuern einzunehmen, das wir würdige Altenpflege ausreichend bezahlen können. "Würdige" Altenpflege, wohlgemerkt. Ich möchte als alter hilfloser Mensch auch nicht allein mit Zwangsverpflichteten in den Park müssen. Die kippen mich doch vor lauter Frust einfach nur um uns sagen dann: ich bin herausgefallen. So wird da einfach kein Schuh draus. Aber zahlt man echten Lohn, dann verdient der Anwalt natürlich nicht genug.

    Wo wir gerade in Berlin sind: da habe ich noch einen.

    Kinder statt Inder ... kennt das noch einer? Kommt von Rüttgers, dem neuen Arbeiterführer aus dem Ruhrgebiet. Klappte nicht ganz, der Deutsche wollte lieber Inder aber die wollten nicht kommen.

    Kinder bedeuten Leben, Spontanität, Kreativität, Humor, Liebe, gute Laune, Neugierde, Aufmerksamkeit, Spiel und Spaß. Das alles ... ist nichts für Deutschland. Seit Jahrzehnten diskutieren wir ja schon, warum wir das kinderfeindlichste Land Europas geworden sind. Geworden? Ja, denn hier auf dem Land bei alten Leuten entdecke ich eine Kinderfreundlichkeit, die mich verblüfft, überrascht und sehr erfreut.

    "Wir waren doch mal alle so" sagt dann die Bäuerin mit Kopftuch.

    Geht´s dann in die Stadt ... wird´s heikel. Und das soll auch so bleiben:

    http://eltern.t-online.de/kinderfreie-zone-im-caf-darf-es-das-geben-/id_41007380/index

    Kinder sind unsere Zukunft, mehr Rechte für Kinder - solche Thesen und Forderungen hört man immer wieder von Politikern und Eltern und zu Recht. Doch mancher fragt sich auch: Was ist mit dem Recht der Kinderlosen auf kinderfreie Zonen? Jedenfalls ist es ein Thema, das die Gemüter erhitzt, die der Kinderlosen genau so wie der Eltern. Und tatsächlich: Auch Eltern haben hin und wieder Lust auf kinderfreie Räume. Ein Trend nur für Berlin?

    Schon alleine die Fragestellung ist ... erbärmlich. "Dürfen wir endlich auch gegen Kinder vorgehen oder geht das noch nicht?"

    Wer allerdings nun meint, der Trend sei spezifisch deutsch, der irrt - dankenswerterweise sind wir da jetzt mal nicht die Vorreiter, denn die Schweizer gehen da schon viel offensiver zur Sache:

    http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/8398/kinder-mussen-draussen-bleiben/

    Das Kinderwagen-Verbotschild hängt gleich unter dem Hundeverbot neben dem Eingang der Bar Infinito, nähe der Bahnhofstrasse. Die Botschaft ist klar: Hunde und Kinder sind unerwünscht in der Bar, in der tagsüber gepflegte Shopperinnen ihre Neuzugänge für den Kleiderschrank mit einem Glas Champagner feiern und nach Büroschluss Banker die Erholung der Börse begiessen. Und man muss auch verstehen warum: Kinder sind wie Hunde schlecht erzogen. Manchmal noch schlechter. Sie gucken die Gäste neugierig an, sie schlagen im Sitzen auch nicht elegant die Beine übereinander, wie eine 35-jährige Dame im Deux-Pièce. Und, man stelle sich vor, zuweilen lachen und weinen Kleinkinder, wie Hunde hecheln und bellen. Eine Zumutung!

    Gefühle haben und sie zu zeigen ist natürlich für den erfolgreichen Banker in der Schweiz undenkbar, die muß er zuerst abtöten, bevor die Gelder aus Kinderarbeit, Menschen- und Drogenhandel verbucht werden.
    Völlig klar, das man dann nicht noch echte gesunde Menschen vor seiner Nase herumzappeln haben möchte.

    Ich frage mich, was sich diese Leute eigentlich denken, vor allem: die Kleinen sind doch noch viel unterhaltsamer und dankbarer für Aufmerksamkeit als die Großen ... und ich fände die Gesellschaft neugieriger dreijähriger Unterhaltsamer als die Gesellschaft von Shopperinnen und Bankern.

    Gibt es auch mal ... bankerfreie Zonen? Auch eine Zone ohne Shoppingplastikzombies fände ich ganz angenehm.

    Man denke sich nur ... wir hätten hier eine entsprechende Inderfeindlichkeit. Was wären die Gutmenschen entsetzt. Kinderfeindlichkeit ... jo ... da wird mal drüber gesprochen und das war es dann aber auch.
    Kein Wunder, das Menschen dieses Land verlassen wir Ratten das sinkende Schiff. Ohne Kinder keine Zukunft - und die Kinder, die diese Kinderfeindlichkeit überstehen und sich nicht das Leben nehmen schießen zusehends zurück.

    Anders als Hunde werden sei größer ... und neigen zur Rache. Aber Struktur und System in Amokläufen oder gesellschaftlichen Prozessen zu erkennen ist ja unmodern geworden.

    Natürlich haben wir eine verkommen Gesellschaft. Und die wird gewollt so gezüchtet.

    Deutschland wählt den Superstar, das Topmodel und unseren Star in Oslo.

    Und der Klempner, der Müllmann, die Friseure des Jahres? Wäre mir viel wichtiger, singen und gut aussehen kann ich selber. Wann wählen wir mal den kinderfreundlichsten Mann des Jahres, den besten Lehrer, die engagierteste Kindergärtnerin? Die Wirtschaft hat ihren Mitarbeiter des Monats, aber bei uns ... sind doch alle normalen Berufe schon längst zu unerwünschten Begleiterscheinungen der Gesellschaft geworden.

    Genauso wie Kinder, Alte, Kranke, Behinderte, Arbeitslose (und erst recht alte kranke Arbeitslose), Ausländer, Deutsche mit Migrationshintergrund, emanzipierte oder dicke oder dem Ideal nicht entsprechende Frauen ... wer bleibt da eigentlich noch übrig?

    Erfolgreiche Jugendliche unter dreißig (über dreißig ist man "Gammelfleisch", lernte ich letztens). Natürlich männlich. Also: Topmodels, Superstars und ... Broker. Ach ja: und Erben. Das geht auch noch. Oder reiche alte Säcke heiraten. Diese Kunstgewächse sollen die Krone unsere Kultur darstellen, das ganze Land hat sich gefälligst darauf einzustellen, das sich ihr künstlich angehäuftes Geld von selbst vermehrt, damit sie in Ruhe ihre 250000 Euro teuren Sportwagen ausfahren können.

    Natürlich ist diese Gesellschaft verkommen. Und gerade das treibt dem Islam die Menschen zu (zu den Katholiken kann man ja mit Kindern nicht wirklich gehen). Will man das verhindern, braucht man selber eine Kultur, zu der der Moslem mit Migrationshintergrund sagen kann: ich bin stolz ein Deutscher zu sein und möchte alles tun um einer zu bleiben. Schon ... haben wir kein Integrationsproblem mehr.

    Aber wer möchte schon gerne Mitglied einer verkommenen Gesellschafts sein, wer kann stolz darauf sein, das der Außenminister mit einer angeheirateten Begum und einem Pornostar ein Nobelhotel eröffnet? DAS ist spätrömische Dekadenz ... und wenn ich irgendeinen glaubwürdigen Migrationshintergrund hätte, würde ich mich erstmal auch lieber auf den berufen, um meine Kinder davor zu schützen. Da ich den nicht habe, muß ich die Bewegung "Freie Eifel für freie Bürger" ins Leben rufen ... gerne auch im Bündnis mit den angrenzenden Wallonen der zauberhaften Ardennen. Wir haben Wasser, Holz, Vieh und Geld genug, den Bauern ein Überleben zu sichern, das ihnen in der "verkommenen Gesellschaft" nicht mehr möglich ist.

    Die schätzt nämlich Pornofilme und Volksbelustigungen wie DSDS mehr als Milch, Fleisch, Butter, Brot, Eier. Dann sollen die die auch Essen.

    Und unsere freien Bürger würden auch Gemeindeland bekommen. Jeder 5000 m2, sofern er es selber bewirtschaften kann. Die Alten können die Jungen unterrichten, dann haben wir endlich wieder mal Lehrer mit Lebenserfahrung, die Partner anstatt Prüfer sind. Steuern brauchen wir dann nur 10 % ... die sparen wir für Notfälle, denn in einem gesunden Dorf braucht man keine Verwaltung und keinen hauptamtlichen Bürgermeister, das machen unsere Behinderten und chronisch Kranken gerne nebenbei. Als Polizei ernennen wir einen Sheriff (und zwar jedes Jahr einen anderen) und alle anderen werden Hilfssheriffs. Und Richter wird die älteste Frau im Dorf. So sollte man erstmal einen guten Start hinbekommen.

    Auf jeden Fall wäre es eine Alternative zu dem Murks, in den wir hier hineingeboren worden sind. Wer macht mit?

  • Chinas freie reiche Wanderarbeiter gegen arme Hartz-Abhängige

    Ich finde es müssig, gegen die alltäglichen Nachrichtenlügen anschreiben zu müssen, zumal ich aus der Eifel ja auch gar nicht alles beurteilen kann.

    Zum Beispiel China. Das ist mir einfach zu weit weg. Ich war schon mal zu einer vierzehntägigen Rundreise eingeladen, die ich lieber abgelehnt habe, weil mich das Land nicht so interessiert. Ich muß also etwas über China lesen, wenn ich etwas darüber wissen will.

    Da lese ich zum Beispiel das hier:

    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/china566.html

    Die Finanzkrise sorgt in China für sozialen Brennstoff. 20 Millionen Wanderarbeiter haben ihre Jobs verloren. Ministerpräsident Wen sagt dagegen, dass es erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Besserung gebe. Die neuesten Zahlen belegen das allerdings nicht.

    Aha. Meldungen dieser Art lese ich seit einem Jahr, bis dann heute der Wind dreht:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,488099,00.html

    Wanderarbeiter haben Chinas Wirtschaftswunder erst möglich gemacht - doch inzwischen werden die Billiglöhner knapp. Der Personalmangel in den Metropolen wird zum Problem für die Exportwirtschaft. Und verteuert Waren im Westen.

    China ist halt immer eine Meldung wert, egal welche. Jetzt werden sicher die ersten Politikerinnen der SPD auf die Idee kommen, das man diese Wanderarbeiter doch einfach durch Hartz-Abhängige aus Deutschland ersetzen könnte. Immerhin sind die doch billiger.

    In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben vor allem die Küstenprovinzen von Chinas Wirtschaftsaufschwung profitiert. Zwischen Hainan und Shandong erreicht das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen rund 50.000 Yuan im Jahr (5350 Euro). Chinesen, die in der Mitte des Landes oder im Westen leben, haben nicht einmal 20.000 Yuan (2140 Euro) zur Verfügung.

    Jetzt ist natürlich eins klar: China ... ist nicht so teuer wie Europa. Und Wanderarbeiter sind keine Arbeitssklaven. Die können kommen ... oder auch nicht:

    Das Phänomen, dass viele Wanderarbeiter nach den Kurzferien nicht zu ihrem alten Job zurückkehren, ist nicht neu. Seit Jahren geben einige das höhere Salär an der Küste auf. Sie wollen bei der Familie bleiben, die sie sonst bestenfalls einmal im Jahr zum Neujahrsfest sehen, und arbeiten wieder in der Landwirtschaft. Andere versuchen ihr Glück in einer anderen Region oder einer neuen Branche. Doch bisher kamen genug weitere Arbeitssuchende in den Süden.

    Die Arbeitsbedingungen sind nicht gerade beneidenswert, aber so läuft halt der Kapitalismus:

    http://www.hrw.org/de/news/2008/03/11/china-ausbeutung-von-wanderarbeitern-peking

    Die Löhne werde nicht regelmäßig monatlich ausgezahlt. Die Arbeitgeber verstoßen immer wieder gegen Paragraph 50 des Arbeitsrechts, der eine monatliche Auszahlung der Löhne vorschreibt. Statt dessen werden Löhne einmal jährlich bezahlt. Den Wanderarbeitern und ihren Familien wird dadurch jegliche finanzielle Absicherung entzogen.
    Die Löhne werden überhaupt nicht oder nicht vollständig ausgezahlt. Die von den Arbeitgebern bezahlten Beträge liegen häufig unterhalb des Mindestlohns. Manche Arbeitgeber bezahlen ihre Arbeiter überhaupt nicht. Eine Gruppe von Arbeitern berichtete Human Rights Watch, ihr Arbeitgeber habe sich geweigert, sie für zwischen April und November 2006 ausgeführte Arbeiten zu entlohnen. Im März 2007 waren die Arbeiter noch immer nicht bezahlt worden.
    Darüber hinaus verweigern Arbeitgeber den Wanderarbeitern immer wieder den gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsvertrag sowie eine Unfall- und Krankenversicherung und setzen sie aufgrund gefährlicher Arbeitsbedingungen Krankheiten und Verletzungen aus.

    Das ist nicht schön und darüber berichtet man im Westen gerne. Und weil man gerade über China soviel berichtet und ein entsprechend beängstigendes Licht auf das Land werfen möchte, geschieht es, das zwischen den Zeilen etwas durchschimmert, das man so nie hätte sagen wollen, das ich aber gesehen habe.

    Die sind sehr reich, diese Wanderarbeiter, trotz allem Elend, das ihnen aus unserer Sicht wiederfährt.

    Sehr sehr reich.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3141153/Wie-China-den-Bauern-den-Konsum-beibringen-will.html

    Als erstes soll die Kaufkraft der 840 Millionen Menschen auf dem Land erhöht werden, die letztes Jahr mit einem Durchschnitts-Jahreseinkommen von 4761 Yuan (knapp 500 Euro) nicht einmal ein Drittel des städtischen Einkommens von 15.781 Yuan ausmachte

    Wir stellen fest: mit knapp 500 Euro Jahreseinkommen überlebt man in China auf dem Land. Jetzt kommt der Wanderarbeiter mit seinen 5000 Euro ... und ist der König. Warum sollte er also wieder zurück in die seltsame Welt der Städter. War er drei Jahre unterwegs, hat er ein schönes Finanzpolster um sich auf dem Dorf zu etablieren ... als freier Bauer mit "eigenem" Land.

    Chinas Führung sorgt sich nicht nur um Nachfrage und Wachstum, sondern auch um die politische Stabilität. 20 Millionen der 130 Millionen Wanderarbeiter, die 2008 in den Städten Jobs fanden, verloren bis Ende Dezember ihre Arbeit und kehrten in ihre Dörfer zurück. Hinzu kommen fünf bis sechs Millionen Bauern, die jedes Jahr auf Arbeitssuche gehen.

    Kein Wunder, das andere ihm dann nachahmen wollen und sich ebenfalls auf den Weg machen.

    Was für ein Unterschied zum Hartz-IV-Abhängigen. Die haben kein Stück Land, das sie bewirtschaften können. Hätten sie eins, dann wären sie auch reich, so jedoch: müssen sie all ihr Geld dafür ausgeben, um hier überhaupt überleben zu können. Und genauso geht es den Millionen Geringverdienern und Rentnern in diesem Land.

    Einfach mal so 5000 Euro für Luxus übrig zu haben (was der Wanderarbeiter sich erarbeiten kann) ist für viele in Deutschland undenkbar, einfach mal dem Arbeitgeber den Rücken zukehren zu können wenn einem danach ist ebenfalls.

    Also ... wem geht es besser: dem Wanderarbeiter oder der deutschen Marktwirtschaftsameise?

    Für den ist ein Sabbatjahr überhaupt kein Problem, Arbeitslosigkeit und Existenzängste kennt er nicht, weil er ein Dorf und ein Feld hat, das ihn ernährt. Und wenn er mal Lust auf Abenteuer hat, geht er in die Stadt und verdient sich was dazu.

    Wenn ich also nun Stimmen höre, die meinen: die Arbeitslosen sollten mal nach China schauen, wie schlecht es dort den Menschen geht, dann denke ich:

    das sollten die Arbeitslosen bloß nicht machen. Sie würden Menschen sehen, für die Freiheit eine ganz praktikable Möglichkeit ist, während hier selbst Menschen mit toller Festanstellung doch nur noch Sklaven der Maschine sind. Und dieser Aspekt ist für uns ... sehr sehr peinlich.

    Und wenn die kommunistische Partei Chinas diesen Aspekt erstmal klar erfaßt, dann werden sie noch stolzer durch die Welt marschieren und verkünden können: der Kommunismus hat den Kampf der Systeme gewonnen!

    China ... die freie Welt (dank Kommunismus) gegen die versklavte Welt des Finanzkapitals.

    Niemand würde unsere Arbeitslosen dorthin auswandern lassen. Die könnten auf einmal sehr glücklich werden....allein wenn sie diese Prozentzahlen mit Deutschland vergleichen:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,681537,00.html

    Die Unternehmer in Guangdong müssen daher tricksen, um ihre Arbeiter zu halten. "Ich zahle den Bonus erst nach dem Neujahrsfest", sagt Danny Lau, dem eine Haushaltswarenfabrik in Dongguan gehört. Die Löhne hat er in den vergangenen zwei Jahren um 25 Prozent erhöht. Ein Spielzeughersteller in der Stadt zahlt inzwischen 1800 Yuan, mehr als das Doppelte des Mindestlohns. Und Jiangs Firma hat eine Kopfprämie ausgesetzt: Arbeiter, die einen neuen Kollegen empfehlen, bekommen 50 Yuan Bonus (5,35 Euro), wenn dieser mindestens drei Monate bleibt.

    25 % Lohnerhöhung ... das sind Arbeitsanreize, die auch unsere Bürger in Bewegung bringen würden. Wir kriegen stattdessen immer weniger, aber echauffieren uns über Wanderarbeiter. Das sind freie Menschen. Wir nicht. Auch wenn die mit ihrem Geld in unserem nicht leben könnten. Wollen die aber auch gar nicht.

    Was sind wir nur für ein erbärmliches armes Land mit Hochpreisniveau geworden, was für eine erbärmliche, ärmliche asoziale Sklavenkultur.

  • Oskarverleihung, Gina Wild, Kraft und Westerwelle

    Es ist ja mal wieder Oskarverleihung. Die Unterhaltungsabteilung der Finanzelite feiert sich selbst, weil sie der Meinung sind, das das ansonsten viel zu wenig geschieht. Wer das welchen Blechonkel bekommt, ist eigentlich ziemlich egal, alldieweil - wenn ich mich recht erinnere - Beziehungen da wichtiger sind als jede andere Qualität. Was eigentlich so toll sein soll an einem Geschäft, wo Menschen für andere Menschen so tun als ob sie wirklich leben, damit die ihr wirkliches Leben damit verbringen, sich das anzuschauen, erschließt sich mir noch nicht in Gänze. Fernsehen als Lebenssinn ... ist doch verboten. Fernsehen eigentlich sogar direkt, denn in der Kritik an Langzeitarbeitslosen äußert man ja gerne, das die Fernsehen gucken. Und dabei Bier trinken. Als ob das Programm nüchtern besser wäre. Alkohol beim Fernsehkonsum halte ich für einen Akt von Notwehr - nur mal nebenbei bemerkt.

    Wobei ich nicht ganz verstehe, warum nun Fernsehen für Arbeitslose so schlecht ist, denn immerhin gibt es doch dem Tag Struktur. Morgens diese unerträglich dauergrinsende Morgenmagazinkasperle, für die das Leben ein unendlicher Spaß ist auf das man sich jeden Moment freuen kann wie Bolle. Mittags bis Nachmittags dann menschliches Betroffenheitstheater, wo man sich freuen kann, das es anderen noch viel schlechter geht als einem Selbst. Abends dann Derrick, der sie alle kriegt. Oder der Alte. Oder sonst so ein Frührentnervorbild.

    Und das der Tag Struktur hat, das ist für die SPD lebenswichtig. Das jedenfalls sagte heute morgen die Hannelore Kraft von der Zwangsarbeitspartei NSDAP SPD auf WDR 5. Die strömen zu ihr, die Arbeitslosen, liegen ihr zu Füssen und betteln sie um Struktur an. Geld wollen die gar nicht, die machen das gerne umsonst, Hauptsache: die quälende Strukturlosigkeit des Tages hört endlich auf.
    Ich sehe schon, das Hartz IV bald in "Strukturlosengeld" oder "Strukturierungsbeihilfe" umbenannt wird um auch von dieser Seite her die nach Hungersnot, Weltkrieg und Beulenpest größte Herausforderung der Geschichte gezielt angehen zu können.

    Vielleicht sollte man denen mal empfehlen, sich einen Fernseher anzuschaffen, dann hat der Tag Struktur. Aber deshalb ist das wahrscheinlich schlecht: wenn die erstmal einen Fernseher haben, dann arbeiten die nicht mehr umsonst. Das verstehe ich jetzt schon viel besser.

    Außerdem ... wenn sie zuviel Fernsehen würden, dann würden sie vielleicht auf auf die Feigenblättchen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stoßen, deren Sendezeit kontinuierlich verkürzt wird, weil das ja eigentlich keiner sehen soll will. Ich meine diese kritischen Nachrichtenmagazine, die in der Tat einen eigenen Kanal bräuchten, um den ganzen Mist aufzuarbeiten, den Politik und Wirtschaft tagtäglich produzieren.

    Zum Beispiel würde man dann erfahren, das ein anderer Sozialfaschist Kapitalstatist MietkopfPolitiker wieder von sich Reden macht: Bundesaußenminister Guido Westerwelle, der Mann, der nicht nur beruflich ein Faible für Hotels hat.

    Als Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland sollte er ja eigentlich ... für alle Deutschen da sein. Doch jetzt macht es den Eindruck, als wäre er nur für die Deutschen da, die ihn auch bezahlen können.
    Die dürfen dann auch mit auf Reisen:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,682198,00.html

    Zu Delegationen des Außenministers gehörten Manager, die zuvor an die FDP gespendet hatten. So ist bei seiner für diese Woche geplanten Südamerika-Reise Ralph Dommermuth dabei. 2005 überwies der Gründer von United Internet 48.000 Euro an die FDP.

    Bei Westerwelles Antrittsbesuchen in Estland, Japan und China im Januar war Cornelius Boersch Teil der Delegation. Der deutsche Unternehmer ist Gründer der Schweizer Beratungs- und Beteiligungsfirma Mountain Partners Group. Er hat der FDP bislang über 160.000 Euro gespendet. Bis kurz nach der Wahl war Westerwelle im Beirat eines Tochterunternehmens und kassierte dafür jährlich mindestens 7000 Euro. Zu den Gästen gehörte außerdem Miele-Chef Reinhard Zinkann. Miele ist Co-Sponsor des von Mronz vermarkteten Aachener Reitturniers.

    Ob ich da wohl mal eine Preisliste bekommen kann? Ich meine, ich würde auch gerne mal mit Guido verreisen und meinen Spaß haben, ich wüßte nur gerne, wie weit mein Sparstrumpf mich bringen würde? Amsterdam würde ja schon reichen, Paris wäre schön, Neuseeland wäre erste Klasse. Also, wenn man bitte die üblichen Kostenvoranschläge an meine private E-Mail-Adresse schicken würde ... da wäre ich sehr dankbar für.

    Vielleicht aber ... gefällt ihm die Gesellschaft eines Eifelphilosophen nicht so. Wenn ich mir anschaue, mit welchen Menschen er sich sonst so umgibt ... da kann ich nicht mithalten.

    Außenminister Guido Westerwelle droht neuer Ärger wegen seines Engagements für einen Hotelunternehmer. Am vergangenen Sonntag trat der Vizekanzler bei der Eröffnung des Bonner Luxushotels Kameha Grand an. Zu den Veranstaltern des Events gehört Westerwelles Lebensgefährte Michael Mronz.
    Der FDP-Chef hatte das Hotel vor Gästen wie Thomas Gottschalk, der Begum Aga Khan und Ex-Pornostar Michaela Schaffrath feierlich eröffnet und als eines der weltweit "spannendsten Hotels" gelobt. Westerwelle und Mronz bestätigten den Vorgang gegenüber dem SPIEGEL.

    Mit Micheale Schaffrath alias Gina Wild war Westerwelle da ja auch mit einem der Filmschaffenden zusammen, die durch folgende oskarverdächtige Stücke Weltruhm erlangt hat:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gina_Wild_%E2%80%93_Jetzt_wird_es_schmutzig

    Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 2 – Ich will kommen (1999)
    Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 3 – Orgasmus pur (1999)
    Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 4 – Durchgefickt (1999)
    Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 5 – Ich will euch alle (2000)
    Gina Wild – Jetzt wird es schmutzig 6 – Im Rausch des Orgasmus (2001)

    Außerdem waren auch noch Top-Islamisten eingeladen, was wahrscheinlich die Notwendigkeit erklärt, das der Außenminister anwesend sein mußte:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_Inaara_Begum_Aga_Khan

    Sie wurde am 1. April 1963 als Tochter von Renate Thyssen-Henne und Helmut Friedhelm Homey als Gabriele Homey in Frankfurt am Main geboren. Nach der Adoption durch ihren Stiefvater Bodo Thyssen (Enkel von Joseph Thyssen, dem jüngeren Bruder von August Thyssen und Mitgründer der Stahldynastie) nahm sie dessen Namen rückwirkend als Geburtsnamen an.

    Nachdem die Ehe mit Karl-Emich Prinz zu Leiningen 1998 geschieden worden war, heiratete Gabriele Thyssen im Mai desselben Jahres Prinz Karim Aga Khan IV., den 49. Imam der Ismailiten und wurde die Begum Aga Khan. Vor ihrer Eheschließung mit dem Aga Khan konvertierte sie zum Islam. Gemeinsam wählten sie den islamischen Namen „Inaara” (arabisch nur = „Licht“). Im März 2000 wurde ihr Sohn Prinz Aly Muhammad Aga Khan geboren. Inzwischen leben beide getrennt, sind aber nach wie vor verheiratet.

    Auch sie gehört zur Elite des Deutschen Show-Business:

    Sie selbst nennt Gesang als eines ihrer Hobbys. Unter dem Pseudonym Gina Boys nahm sie 1986 an der deutschen Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest teil und trug dort mit der Gruppe That’s Life den von Ralph Siegel geschriebenen Titel „Telefon“ vor, mit dem sie auf dem letzten Platz landete.

    Na ja, und mit der Hochzeit fusionierte halt Krupp-Stahl mit Moslem-Kapital:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Karim_Aga_Khan_IV.

    Karim Aga Khan wurde in der Schweiz geboren und verbrachte seine frühe Kindheit in Nairobi (Kenia). Neun Jahre lang besuchte er das Internat Le Rosey. 1959 absolvierte er ein Studium in Harvard. Er startete bei alpinen Skirennen, so 1964 im olympischen Abfahrtslauf und Riesenslalom.

    Am 14. Juli 1957, nach dem Tod seines Großvaters, des Sultans Mohamed Schah (Aga Khan III.), wurde der britische Staatsbürger zum Oberhaupt eines Zweigs der Ismailiten, den Nizaris, ernannt, einer religiösen Richtung innerhalb des Islam. So hatte sein Großvater es vor seinem Tod verfügt. In den Augen seiner Anhänger gilt er als direkter Nachkomme und Nachfolger (als Khalif) des Propheten Mohammed und daher als der neunundvierzigste Imam der Ismailiten und deren geistliches Oberhaupt. Es gibt rund 20 Millionen Gläubige in 25 Ländern.

    Der Aga Khan ist Großaktionär von mehreren internationalen Konzernen, darunter die Fiat-Gruppe sowie die Lufthansa. Er besitzt zudem Bankhäuser, Zeitungsverlage, Edelsteinbergwerke, Fluggesellschaften und Hotels.

    Pornofilme, Waffenhandel, Kinderarbeit ... alles egal, Hauptsache: Geld rollt. Insofern hat Westerwelle eigentlich recht: das ist wohl wirklich eins der spannendsten Hotels. Nirgendwo kann man sonst so gut beobachten, das das Theater, das uns Medien und Politik vorspielen, wirklich nur eins ist: Theater.

    Und weil er das so gut macht, hat Westerwelle eigentlich auch einen Oskar verdient. Für die plakative Darstellung der deutschen Filzokratur.

  • Hannelore Kraft und die Arbeitslosen in der Altenpflege

    Ein Freund von mir ist Philosoph und ... Altenpfleger. Wir kennen uns seit 35 Jahren und teilen eine gewissen Leidenschaft für die Kunst des Denkens seit eben jener Zeit. Er ... wollte von Anfang an in die Altenpflege ... der Gespräche wegen.

    Als er begann, arbeiteten zehn Menschen auf der Station. Mitlerweile sind es zwei - für knapp dreißig alte Menschen. Sein Rücken ist im Eimer, nach zwanzig Jahren Altenpflege keine Seltenheit, erst recht nicht, seitdem immer mehr Personal eingespart wurde. Und von wegen Gespräche: "Es reicht nur noch knapp für die Grundpflege" ... ist seine erschöpfte und desillusionierte Sicht der Dinge.

    Im Dienste der Rendite und Reduzierung des Sozialbudgets haben wir halt ... Ärztehonorare und Pharmarenditen bedient und Betreung auf Grundpflege reduziert, was manchmal sogar abstruse Situationen
    hervorruft:

    ja, leider gibt es seit der PPV (Pflegepersonalverordnung) keinen verbindlichen (verpflichtenden)- Personalschlüssel. Auch das Plaisir-
    verfahren, dass dazu beitragen sollte ist gekänzelt worden (wohl
    nicht ohne Grund, denn dann hätte man Geld gebraucht.... !!!
    und wahrlich mehr mehr Personal, was oft von vielen auf dem
    Trockenen Sitzenden Entscheidungsträgern als Wunschdenken
    und Utopie abgetan wird. Nichts genaues weiss man also, oder
    besser, genaues will man besser nicht wissen...

    Die 50 % - Fachkraft-Quote (Mindestpersonalschlüssel) wird vom SGB XI vorgegeben. Um in Pflegestufe 1 zukommen, sind mindestens 45 Min. in den entsprechenden Pflegebereichen erforderlich, in Pflegestufe 2 120 Min., in Pflegestufe 3 240 Min.. Dies ist übrigens ein Bundesgesetz, das in allen Bundesländern gilt! Wer rechnen kann ist also klar im Vorteil, wenn ich mir
    diese arrogante Bemerkung erlauben darf, denn die PDL´s können ja auch
    ncihts dazu.... Man sagt übrigens, eine Vollzeit-Pflegekraft leistet pro Jahr ca. 1500 Stunden Arbeit. (Achtugn: Das sind Orientierungswerte!!!)

    Gewiss kann diese gesetzlich vorgeschrieben Mindestangabe in vielen deutschen Altenheimen nicht eingehalten werden. Da hilft nur eine
    gründliche Dokumentation der Pflegeleistungen. Was nicht dokumentiert
    ist, gilt als nicht getan und schon hat sich die Pflegende selbst ins eigene
    Pflegezeit"fleisch" geschnitten. Bedenken sollte man/frau unbedingt auch
    die Pfelgezeit für die Aktivierung!!! Diese wird sogar vom Gesetz her
    gefordert, lin der Praxis sicher auch oft durchgeführt, aber leider leider in der Praxis nicht immer dokumentiert!!! Solange Pflegende so mitspielen (wenngleich wohl unbewusst) wird sich nicht viel ändern an der Personal-/zeitknappheit... siehe meine Antworten hier im Forum unter: TV-Hinweis auf Claus Fussek!

    Es gibt die Möglichkeit der Überlastungsanzeige... Deine Äußerungen
    erinnerten mich daran... ABer ich weiss um die Angst der Pflegenden,
    ihren Job, dann zu verlieren. Vielleicht hilft ein Anruf bei der Heimaufsicht...
    Da kannst du i.d.R. erst auch anonym bleiben... Sie wollen allerdings
    Fakten sehen.... (sprich Doku...)

    Viele Grüße
    Friedhelm Henke
    www.gutes-alter.de

    Das gilt aber nicht nur für den Bereich Altenpflege, auch Krankenpflege ist da ein sterbender Beruf:

    Hallo,
    ich heiße Liesa und bin Krankenschwester. Habe eine dringende Frage zum Thema Personalschlüssel!

    Ist es vertretbar und rechtlich einwandfrei, wenn eine 26 jährige exam. Krankenschwester mit 3 Jahren Berufserfahrung in der inneren Medizin, allein eingesetzt werden soll zum Nachtdienst in einer Kinderkureinrichtung, 12h (20.00- 7.30), zu betreuende Kinder 57 im Alter zwischen 7- 17 Jahren?????

    Na ja, liebe Lisa, wie Friedhelm schon schrieb und viele Skandale belegen: die Gesetze werden in vielen Häusern nicht eingehalten - der Rendite wegen.

    Und jetzt will Frau Kraft (SPD mal wieder, die Sozialabbauspezialisten der Republik) Langzeitarbeitslose in der Altenpflege einsetzen ... zum Vorlesen natürlich. Dabei haben die da einen Pflegenotstand, der sich gewaschen hat. Menschen zum Vorlesen ... ist das letzte, was die brauchen. Die brauchen bezahltes Fachpersonal und keine chronische kranke Handwerksmeister oder gefeuerte Börsengurus, die ihnen Geschichten vorlesen. Die Zustände in Altenheimen sind ein Skandal und eine Katastrophe für sich ... und besonders pikant wäre es natürlich, wenn ehedem aus alters- oder kostengründen entlassene Altenpfleger nun wieder zurückkommen ... für einen Euro die Stunde ... und dann mit Sicherheit alle Arbeiten einer Fachkraft machen dürfen.

    Da ich nun auch schon etwas älter bin und mir als Souverän dieses Landes mal eine Meinung erlaube:
    ICH WILL NICHT VON EINEM ARBEITSLOSEN HAUER AUS DEM BERGBAU GEWASCHEN WERDEN!

    Nur falls da Zweifel bestanden.

    Noch ein paar Ausblicke auf den miserablen Alltag von Altenpflegern? Bitte, man muß nicht groß suchen:

    Ich hab jetzt mal eine Frage. Und zwar ich arbeite alsDauernachtwache in einem Seniorenheim. 56 Bewohner, ich bin nachts alleine. 2 Stationen mit jeweils 23 Bewohnern. Spätdienst ist pro Station zu zweit. Problem das sich jetzt ergibt ist das auf einer der beiden Stationen mehr pflegebedürftige Bew. sind und das Personal dort nie pünktlich Feierabend machen kann weil es abends noch viele Leute gibt die nochmal gelagert werden müssen, weil Nachtdienst seine ersten Durchgang erst um halb elf beginnt. Idee der Chefin ist jetzt das der Spätdienst diese Lagerungen nicht mehr durchführt um pünktlich heim zu können und der Nachtdienst den Durchgang eher startet. Drei Durchgänge in der Nacht sind jedoch nicht zu leisten und wenn ich den 2. Durchgang ,mit allen Lagerungen um 1 Uhr starten muß, dann habe ich den Engpaß in der Lagerung ja früh. Und auch im Nachtdienst sind keine Zeitreserven, da teils Medikamente vorbereitet werden müssen, Doku, Spätmahlzeiten verarbreicht werden müssen usw. Also ich bin wirklich meistens die ganze Nacht hindurch beschäftigt obwohl ich sogar umsonst eine halbe STunde eher komme um vorher die Medis vorzubereiten, weil es sonst sein kann das ich nicht dazu komme oder keine Ruhe zum konzentrieren habe. Ich weiß wirklich nicht wie man dieses Problem lösen kann. Ich denke man kann keine Lagerung einsparen indem man nur die Zeit verschiebt. Wieviele Kontrollgäng sind in der Nacht nötig? Ab wievielen Bewohnern braucht man 2 PK? Wie lange dürfen die Abstände zwischen den Lagerungen sein? WIe ist der Personalschlüssel für den Spätdienst? Wegen Pflegestufen usw wo kann man sich da kundig machen?
    Vielen Dank und ich hoffe der Text war nicht allzu wirr..

    Nicht zu wirr, aber beängstigend. Genauso wie der hier:

    Unser Haus hat auch knapp über 50 Bewohner..

    Wir sind zu zweit im Nachtdienst. Die Fachkraft beginnt um 21 Uhr, die Hilfskraft um 22 Uhr.
    Wenn ich meine Übergabe habe, dann mache ich einen Kontrollgang durchs Haus und bereite anschliessend die benötigten Utensilien für die Nacht vor (Inkomaterial, Bettwäsche, Spätmahlzeiten). Dann schaue ich die Dokus nochmal durch, ob nicht bei der Übergabe ne Info vergessen wurde (kommt bei uns leider zu oft vor) und kontrolliere, ob alle Medis verteilt wurden.
    Dann mache ich meiner Zweitkraft ne Übergabe. Danach werden die Spätmahlzeiten verteilt.

    Um 23 Uhr beginnen wir mit dem ersten Rundgang, der bis ca 1.30 Uhr andauert.
    Danach werden die ersten Dokus geschrieben, Papierkram erledigt, Klingeldienst. Speisesaal wird eingedeckt fürs Frühstück, Rollstühle gesäubert und die Fäkalienräume gereinigt. Dann folgt unsre "Pause" und anschliessend der zweite Rundgang von 3.45 Uhr bis ca 5.10Uhr.
    Dokus vervollständigen, Kaffee richten für die Bewohner. Um 5.40 Uhr flitz ich dann nochmal durchs Haus und schaue nach dem rechten..

    Das ist der geplante Dienstablauf.. aber der wird seltenst eingehalten... oft schreibe ich nachts noch Pflegeplanungen, bringe die Dokus in Ordnung, hefte ab, lege Dokus neu an etc.
    Und nicht selten muss ich morgens beim letzten Rundgang noch den ein oder andren Bewohner waschen, weil er sich sein Inkomaterial entfernt hat oder total durchschwitzt ist...
    Dann haben wir noch einen Bewohner, der halt mit uns Nachtwachen die Absprache getroffen hat, dass wir ihn nur beim ersten Rundgang frisch machen und dann schlafen lassen- der wird um 5.30 Uhr auch gewaschen oder geduscht, je nach Wunsch (der Bewohner hat ständig Schmerzen, und erhält starke Schmerzmedis.. er ist froh, wenn er nachts mal en paar Stunden Ruhe hat)

    Ich selbst habe ein Praktikum im Altenheim absolviert ... aus Neugier. Leider ... mit Schweigepflichtserklärung. Aber ich habe verstanden, warum sich ein Bewohner nach dem ersten Tag im Heim das Leben genommen hat ... oder warum andere geistig vollkommen abbauten, trotz Spaßgymnastik, die damals noch sensationell neu war.

    Was wir unseren Alten antun ... blüht uns allen noch selber. Wahrscheinlich aber dann mit Pflegeroboter, die gerade im Bau sind (wir berichteten). Ich freue mich jetzt schon auf die lustigen Erfahrungen auf dem Pflegefließband, vor allem wenn mir dann noch einer dabei Winnetou vorliest.

    Wenn ich so blöde wäre, wie Politiker heute sind, würde ich aber lieber jetzt schon von der Brücke springen ... denn ansonsten würde ich ja sowieso nichts mehr mitbekommen. Wozu also noch die Quälerei?

  • Menschenversuche in der Lügenrepublik und der EU

    Unseren Politikern fällt ja wahrlich nichts mehr ein. Außer natürlich: Lügen verbreiten.
    Über Griechenland regt man sich auf, weil sie die Eu beschwindeln, aber den Ruhm für die stabile Marktwirtschaft nimmt man dann doch aufrecht entgegen ... obwohl er auf einer Lüge basiert.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article6665643/Briten-staunen-ueber-deutsches-Wirtschaftswunder.html

    Wer hätte das gedacht: Jahrelang musste sich das deutsche Wirtschaftsmodell Spott und Häme gefallen lassen, vor allem aus dem angelsächsischen Raum. Doch plötzlich ist man dort verblüfft, wie gut die Bundesrepublik durch die Krise kommt. Das renommierte Magazin "The Economist" zieht interessante Schlussfolgerungen.

    Die Schlußfolgerungen brauchen uns nicht interessieren, da sie auf einer Lüge beruhen. Schröder hat durch Hartz IV keine Arbeitslosen abgebaut, er hat sie statistisch für sehr viel Geld "in den Skat gedrückt", wie man so sagt. Und natürlich enteignet und die Bürgerrechte eingeschränkt ... ich glaube nicht, das andere Völker das so mit sich machen lassen würden. Das Prinzip "staatliche Bestrafung für Arbeitslosigkeit" kann man normalen Menschen nicht so leicht verkaufen, die merken das schnell.

    Schauen wir uns doch mal an, wie gut es dem deutschen Arbeitsmarkt wirklich geht. Aber Vorsicht: das kann Angst machen:

    http://www.bpb.de/wissen/4JL61U,0,0,Zugang_und_Abgang_an_Arbeitslosen.html

    Die sich nur langsam verändernden Arbeitslosenzahlen erwecken leicht den Eindruck, dass es sich bei den Arbeitslosen um eine gleichbleibende Gruppe handelt. Dieser Eindruck ist falsch. Vielmehr kommt es jeden Monat zu massenhaften Abgängen und Zugängen. Allein im Jahr 2007 wurden mehr als 8,2 Millionen Personen arbeitslos (Zugänge); gleichzeitig gab es 8,8 Millionen Abgänge aus der Arbeitslosigkeit.

    Das heißt, wir haben eine verarmende Masse von 17 Millionen arbeitsfähigen Bürgern, die keine normale Festanstellung mehr bekommen und tagtäglich von Arbeitslosigkeit bedroht sind. 17 Millionen torkeln täglich hin und her. Gerne auch ganz billig in Zeitarbeitsfirmen. Und ihre Arbeitslosenzeiträume finanzieren die auch alle erstmal aus ihrem Ersparten ... dank Hartz IV. Darum lohnt sich für diese Bevölkerungsgruppe sparen überhaupt nicht mehr. Saufen, fressen, Reisen, Sex, Fernsehen ... das geht gerade noch. Alles was längerfristig Sinn machen würde ... wäre für sie Unsinn, dann das kassiert die ARGE. Und da wundert man sich, das die dann letztlich mit 55 völlig kaputt so enden, wie man sie jahrelang beschrieben hat: mit Bier in der Hand vor dem Fernseher. Ich kenne übrigens auch Beamte, die so leben...nur nebenbei bemerkt. Wenn das Leben keine Herausforderung mehr hat, muß man sein Elend halt betäuben.

    An diesem Modell verdienen die Unternehmen sehr gut, aber das war schon vor der Krise kein Modell das irgendeine Bevölkerung gut gefunden hätte. Und wenn sie sehen würden, das diese ganzen Jobs auch noch staatlich subventioniert wären, dann würde man sehen, das die BRD immer noch krank ist ... aber Schröder hat sie gut geschminkt. Und die Krankheit erkennt man an der Staatsverschuldung, den Pisa-Ergebnissen, den Auswanderungen, den Steuerhinterziehungen. Dieses Land wird zur Leiche, die zum plündern freigegeben wurde ... nur werden diese Ergebnisse durch Lügen gut verdeckt.

    Die nächste Lüge: Menschen, die "es geschafft haben" rutschen nicht in Hartz IV. Wer einmal gute Leistung gebracht hat, der bleibt auch da. Kam ja vor ein paar Tagen in allen Medien und der Datenschutz hilft dabei, diese Lüge zu entlarven.

    Dabei ist der Weg ganz einfach: Krankheit, Arbeitslosigkeit, Hartz IV. Früher hätten die Menschen eine Berufsunfähigkeitsrente bekommen, doch die bekommen nur noch diejenigen, die heute über 49 sind. Die anderen ... bekommen Hartz IV, obwohl sie nicht mehr arbeiten können. Ich kenne da akut einen Fleischer mit einer ansteckenden Hautkrankheit, ein fleißiger Mann, mitte Vierzig ... und damit knapp dran vorbei.
    Anstatt den armen Rentner muß er jetzt per Gesetz dazu verdonnert den asozialen Faulpelz machen. Er leidet sehr darunter ... und überlegt, wie er wieder als Fleischer arbeiten kann - zur Not in einer anderen Stadt ganz neu anfangen ... aber dann nicht mehr zum Arzt gehen. Ich habe ich gesagt: es gibt heute EDV, die kriegen Dich überall.

    "Leistung muß sich wieder lohnen" ist ein Hohn. Die Agenda 2010 hat die Lebensleistung von Millionen von Menschen zerstört und zerstört die Zukunft von Millionen von Kindern ... dabei ist alleine das Erziehen von Kindern in dieser kaputten Gesellschaft eine Riesenleistung.

    Doch weiter zu den Lügen, die man uns so auftischt, damit sich das Rad noch ein paar Tage weiterdreht.
    Da gibt es ja diese Frau, die in alter schröderscher Tradition die SPD noch weiter in den Keller rammen will:

    http://www.welt.de/politik/article6670590/Scharfe-Kritik-an-Krafts-Hartz-IV-Vorschlag.html

    Hannelore Kraft würde gerne, dass Hartz-IV-Empfänger gemeinnützige Arbeit leisten. Doch CDU und Linke widersprechen der SPD-Spitzenkandidatin für die NRW-Landtagswahl heftig. Krafts Vorschlag sei eine "Kapitulationserklärung", "würdelos" und außerdem bloß eine Kopie der Ideen Westerwelles.

    Ja, zu diesem Vorschlag ist in der Tat schon genug gesagt worden. Nichts gegen Arbeitsanreize ... aber die besteht in einer demokratischen Gesellschaft ganz einfach in gerechtem Lohn, der ein würdiges Leben erlaubt. Schon wären die Arbeitslosen fort. Wenn es dann auch noch Arbeitsplätze wären, die auch chronisch Kranken eine würdige, sinnvolle Arbeit geben, dann könnte man die ARGE gleich dichtmachen...
    was aber nicht geht, weil da ganz viele SPD-Leute drinsitzen, die vorher im Friedhofsamt waren.

    Doch der kraftlose Vorschlag ist nicht das, was mir ins Auge fiel. Wie wir anhand der "linken" Regierungen in Griechenland und Island sehen, gilt überall das Gleiche: man darf nur noch den wählen, der die asozialen Quälereien durchsetzen muß, weil er sonst Ärger mit den "Märkten" bekommt. Aber dafür ... gehe ich nicht mehr in die Kabine. Das kostet immerhin Muskelkraft. Die bezahlt mir keiner.

    Viel spannender ist ein kleiner Text am Rande:

    Nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ droht mehr als 30.000 privat Krankenversicherten in diesem Jahr eine Schuldenfalle, weil sie Hartz IV beantragen müssen. Im vergangenen Jahr seien 11.000 Menschen betroffen gewesen. Diese Zahlen habe das Arbeitsministerium auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Brigitte Pothmer genannt. Hintergrund des Problems: Seit 2009 dürfen Privatversicherte dem Bericht zufolge nicht mehr in die gesetzliche Krankenkasse zurück, wenn sie in Hartz IV rutschen. Sie müssen in den Basistarif der Privaten wechseln. Dort zahlen sie den halbierten Beitrag, derzeit 291 Euro im Monat.

    Allerdings gewähren die Jobcenter nur einen Zuschuss von 126 Euro. Können die Arbeitslosen die Differenz von 165 Euro nicht zahlen, muss die Kasse zwar die Kosten für Behandlungen übernehmen, fordert die Schulden aber

    Um sich privat versichern zu können, muß man vorher schon ein gewisses Einkommen gehabt haben. Sicher, schon vor zwanzig Jahren war klar, das diese Privatversicherungswahn eine tödliche Falle ist, aber Generation Doof fiel so gerne auf die bunten Broschüren und die hübschen Makler herein. Wer so schöne Augen hat, dem konnte man einfach nicht wiederstehen.

    Jetzt zahlt man die Zeche dafür. 43000 gut verdienende Menschen in zwei Jahren ... Tendenz: explodierend.
    War mal wieder eine Lüge, das man ab einem bestimmten Einkommen ja gar nichts mit Arbeitslosigkeit zu tun hat ... oder das es nur einen von Tausend trifft (es sei denn, wir haben 43 Millionen Arbeitslose, was hinkommen kann, gehen doch nur noch 27 Millionen regulär arbeiten). Genauso wie die Aussage, das man in Zeiten der Krise auf gar keinen Fall sparen darf ... ich hoffe, man kann sich an Merkels Sprüche noch erinnern?

    Nun, in Griechenland beginnt jetzt ein groß angelegter Menschenversuch, was denn geschieht, wenn man es doch macht:

    http://www.ftd.de/politik/europa/:kolumne-thomas-fricke-experiment-am-lebenden-griechen/50084218.html

    Bei Ökonomen ist derzeit in Mode, wirtschaftliche Phänomene am lebenden Objekt zu testen statt in abstrakten Modellen. Das ist prima. Und die Griechen haben gerade beste Chancen, zu Kollektivprobanden eines großen wirtschaftspolitischen Experiments zu werden. Immerhin hat in der Weltgeschichte noch keine Regierung versprechen müssen, so schnell und rabiat ein Staatsdefizit abzubauen - um ein Zehntel der Gesamtwirtschaftsleistung in drei Jahren. Und zwar mitten in der Rezession, was bekanntlich alle anderen Regierungen der Welt als wirtschaftlich kontraproduktiv bis zwecklos ablehnen.

    So wie man bei uns die schleichende Enteignung und Vernichtung des Mittelstandes betreibt (der ja nicht durch Zufall oder als Folge einer Naturkatastrophe schrumpft, sondern durch den Billiglohnmarkt Deutschland gar keine Chance mehr hat zu überleben) um zu sehen, was denn da passiert, möchte man bei den Griechen einfach mal gucken, was geschieht, wenn man ein Volk komplett entmündigt. Die Ziele sind sehr ehrgeizig ... aber wohl kaum einem Normalbürger bekannt:

    Nun könnte man ja sagen, dass die Ausgangslage schlimmer war. Nur ist selbst das nicht so klar, da britische wie amerikanische Staatsfinanzen als ähnlich anfällig gelten. Der Anteil der Staatsgehälter am BIP ist bei den Griechen gerade zwei Prozentpunkte höher als im Euro-Zonen-Schnitt. Wenn die Griechen ihr Programm durchziehen, soll das Staatsdefizit 2011 nur noch halb so hoch sein wie das in Großbritannien oder den USA. Halb so hoch!

    Aha. Und wenn das griechische Model funktioniert ... was glaubt ihr wohl, das dann Deutschland blüht?
    Dabei ... wenn es Mode macht, schauen wir ehemaligen Exportweltmeister, die früher auch an den Griechen ganz gut verdient haben, ganz blöd in die Röhre, denn:

    Da haben die weder Lust noch Geld, deutsche Exporte zu kaufen.

    Aber wenigstens könnte man sich doch jetzt endlich mal das Geld für "Experten" sparen, oder? Die hatten wir ja ursprünglich mal eingeführt, um keine realen Menschenversuche mehr machen zumüssen.

  • Staatsbankrott Deutschland ... und Alternativen für Wikinger und Philosophen

    Neben utopischen bzw. häßlichen Zukunftsvisionen gibt es ja noch ganz andere, einfache, pragmatische: den Weg der Isländer.

    Der ist viel pfiffiger ... nur halt schwerer durchzusetzen. Ist viel mehr Arbeit als einfach in die Barbarei zu versinken - denn für Letzteres muß man einfach nur auf dem Sofa sitzenbleiben. Das kommt dann ganz von alleine.

    Die Isländer jedoch ... proben den Aufstand - ganz zivilisiert.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,682001,00.html

    Islands Bürger rebellieren gegen die Banker-Elite

    Alle Welt spricht von Griechenland, das erste Opfer der Finanzkrise aber war ein anderer Staat: Island. Das Land hat Milliardenschulden, pro Kopf sind es 11.000 Euro. Jetzt stimmen die Bürger ab: Sollen die Gläubiger im Ausland entschädigt werden? Ein Ja käme teuer, ein Nein isoliert das Land.

    11000 Euro pro Kopf? Ist ja geradezu lächerlich. Da halten wir Deutschen aber locker mit: 20000 Euro und mehr, das ist unsere Marke.

    Wir verstehen wahrscheinlich gar nicht, warum die sich so aufregen, diese Isländer. Immerhin haben wir viel mehr Schulden als die - und wir machen doch auch nicht so einen Aufstand.

    Na ja ... die sind halt Wikinger. Abenteuerlustig, pragmatisch, wagemutig, geschäftstüchtig. Ich weiß nicht, welche Qualitäten der Deutsche an sich so hat, aber die von Wikingern kenne ich.

    Die haben zum Beispiel auch Humor:

    Lange arrangierten sich die Isländer mit der tiefen Krise des Landes. Man schnallte den Gürtel etwas enger und machte irgendwie weiter. Der sogenannte "Kreppahúmor", Witze über die Finanzkrise, sollen das Land gar zu einer humoristischen Blüte geführt haben, heißt es. In einer Reykjaviker Bar kleben die Portraits berüchtigter Finanzhaie in den Pissoires der Toiletten.

    Den Ackermann auf dem Bahnhofsklo von Bielefeld ... das ginge ja aber mal gar nicht. Aber den Isländern ist jetzt auch jede Lust vergangen, da weiter mitzuspielen:

    Doch in letzter Zeit scheint selbst den hart gesottenen Isländern der Sinn für Witze abhanden zu kommen. Der Schuldenberg ist gigantisch, und die neue Regierung unter Sozialdemokratin Jóhanna Sigurdadottir brachte das Icesave-Gesetz durchs Parlament, statt es zu verhindern. Dabei hatte die Koalition aus Sozialdemokraten und Linksgrünen die Macht vor einem Jahr gerade deshalb übernommen, um mit den alten Verhältnissen aufzuräumen. Bisher regierten die Nationalkonservativen - eine Partei, die viele Isländern als Sinnbild für Vetternwirtschaft, Gier und damit als Nährboden der isländischen Misere betrachten.

    Tja, denen geht es jetzt wie uns: verarschen uns mal nicht die Rechten, dann tun es eben die Linken. Das nennt man weit dreißig Jahren "Diktatur der Kapitalmärkte", das scheint den Wikingern aber egal zu sein.

    "Lever düd üs slav" ... lieber Tod, als Sklave sein, lieber als Held sterben denn als Feigling krepieren - eine Ethik, der mit den Mitteln von Lobbyismus und Korruption nicht mehr beizukommen ist.

    Das "Icesave-Gesetz" verpflichtet die Isländer, für die Schulden der Banker aufzukommen. Ich weiß nicht, was die haben: wir haben doch auch locker mal 100 Milliarden in die HRE gesteckt ...und die regen sich so auf?

    Die Volksabstimmung ist deshalb ein allgemeiner Ausdruck des Protests. Wie sonst sollten sich die Bürger wehren? Welche Partei sollten sie wählen, um Veränderung zu erreichen? Die Opposition wird derzeit von den Nationalkonservativen angeführt. Und der heutige Finanzminister Steingrimur Sigfússon von den Linksgrünen verteidigt in den Augen vieler Isländer eher die Interessen der Gläubiger als die des gebeutelten Volkes. So wird der Widerstand immer wütender. Und manchmal auch gewalttätig.
    Lange blieb es bei Anschlägen mit roter Farbe auf Gebäude, in denen berühmte Banker wohnen. Mittlerweile jedoch wird auch mit Salzsäure gespritzt. Eine Unternehmerin hatte einfach nur Glück, als sie kürzlich bei einer solchen Attacke nicht ernsthaft verletzt wurde. Der ehemalige Chef der Kaupthing Bank entging nur knapp einem ähnlichen Anschlag.

    Dabei glaubt niemand ernsthaft an echte Veränderung. Das Referendum ist vor allem eine symbolische Demonstration - gegen den Bankerkapitalismus und gegen Islands Machtelite. Die meisten Isländer wissen: In irgendeiner Form wird das Icesave-Gesetz zustande kommen, dafür wird der internationale Druck schon sorgen.

    Aber die Bürger wollen nicht einfach resignieren. Sie wollen wenigstens ihre Stimme erheben.

    Nicht nur ihre Stimme, wie man liest. Manche scheinen ja richtig nach alter Wikingerart loszuziehen und für Ordnung im Land zu sorgen.

    Und die Griechen?

    Ganz ganz alte Kulturnation. Tolle Leute. Demokratie, Atheismus, Lebenskunst ... haben sie alles erfunden. Philosophie als Weg zum Glück war dort Alltag ... auch wenn unsere deutschen Beamtenphilosophen dort nicht glücklich geworden wären. Man war gewzungen ... mit dem Volk zu reden. Wir gräßlich. Noch nicht mal Diogenes in seiner Tonne war sicher.

    Keine Wikinger ... aber auch aktiv:

    http://de.rian.ru/world/20100223/125213614.html

    ATHEN, 23. Februar (RIA Novosti). Streikposten vor der Fondsbörse in Athen haben am Dienstag gegen Anti-Krisen-Maßnahmen der griechischen Regierung protestiert.

    Die Protestteilnehmer haben drei Eingänge zur Börse in der griechischen Hauptstadt blockiert. Die Streikenden riefen Parolen gegen die "Kapitalisten" und hielten Plakate "Plutokratie muss für die Krise zahlen", teilen griechische Fernsehsender mit.

    Organisator der Kundgebung ist die Gewerkschaft RAME, die mit den griechischen Kommunisten zusammenarbeitet. Die Börse konnte dennoch ihre Arbeit fortsetzen, weil die Trader über das Netz Zugang zur Börse haben.

    Am Mittwoch soll in Griechenland ein Generalstreik gegen die Regierungspolitik stattfinden.

    Na ja, das wären dann doch schon mal praktikable Alternativen. Flashmob vor der Frankfurter Börse, ein wenig Farbe für Deutsche Banker (sehen ja eh´ oft etwas blaß aus) ... das würde geschehen, wenn ... wenn hier Wikinger und Philosophen leben würden.

    Aber ... wer lebt eigentlich hier, was sind denn die Tugenden der hier neu vereinheitlichten Deutschen?

    Na ja, manche Blogger sind da schon einfallsreich:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,681822,00.html

    Bloggerin bedrängt Bankchef Nonnenmacher wegen 24 Euro

    Die Hamburgerin Kirsten Brodde hat die HSH Nordbank überfallen: Sie marschierte in eine Filiale des Kreditinstituts und forderte eine Barauszahlung - von Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher persönlich. Denn dessen Millionenbonus stehe eigentlich den Bürgern zu.

    Ihre Argumentation ... ist bestechend:

    Die Aktivistin Kirsten Brodde wusste vorher, dass es Ärger geben würde. Und sie hatte auch "ein wenig Bammel davor", gibt sie zu. Aber ihr Zorn auf den Bankchef sei größer gewesen: "Herr Nonnenmacher hat einen Bonus von 2,9 Millionen Euro eingesackt, obwohl die Stadt seine Bank mit Milliarden gerettet hat. Dieses Geld fehlt nun, und die Bürger leiden darunter." Die HSH Nordbank musste vor einem Jahr von Hamburg und Schleswig-Holstein vor dem Untergang bewahrt werden - mit einer Kapitalspritze von drei Milliarden Euro und Bürgschaften in Höhe von zehn Milliarden Euro. Das hat die ohnehin desaströse Haushaltslage der Länder zusätzlich belastet.

    Brodde hat sich konkret einen Posten aus dem Haushalt der Hansestadt ausgesucht - die Preiserhöhung im Öffentlichen Nahverkehr. "Ein Einzelfahrschein kostet nun fünf Cent mehr, das macht bei zwei Fahrten pro Tag aufs Jahr hochgerechnet 24 Euro. Dieses Geld möchte ich von Herrn Nonnenmacher wiederhaben."

    Genial. Eine Million Leute dieses Kalibers ... und das Land würde sich verändern. Müßte sich verändern, denn: wie auch die Isländer merken wir doch alle: es ist egal, wen man nach Berlin schickt. Die müssen alle gehorchen.

    Aber wir Deutschen sind ... ja was denn eigentlich?

  • US-Morde an Pakistanischen Bürgern

    Mal wieder Zeit für eine richtige SCHLAG-Zeile. US-Morde an pakistanischen Bürgern. Da muß man sich erstmal sortieren, moment.

    Also ... nicht an irakischen oder afghanischen Bürgern?

    Richtig. So eine Schlagzeile würde ja sofort mit dem politischen Bannstrahl belegt, denn das massakrieren von Zivilisten im Irak und in Afghanistan ist ja politisch korrekt. Passiert fast täglich, wird aber nicht drüber gesprochen weil das Schicksal der freien Welt davon abhängt.

    Das die USA ihre Kriege in letzter Zeit auch gerne von Robotern führen lassen, ist nichst Neues. Das sie dabei auch verbündete Länder angreifen, ebenfalls nicht:

    http://www.shortnews.de/id/809461/Pakistan-US-Drohnenangriff-auf-Anfuehrer-der-pakistanischen-Taliban

    Im Nordwesten Pakistans haben die USA versucht den Anführer der pakistanischen Taliban Hakimullah Mehsud zu töten. Eine unbemannte Drohne bombardierte ein Gebäude, in dem Mehsud vermutet wurde.
    Offiziellen Angaben zufolge gab es zwölf Todesopfer. Ob der Rebellenführer unter den Toten ist, ist bisher unklar. Taliban bestreiten, dass er sich in dem Gebäude aufgehalten hat.
    Die USA setzten beim Kampf gegen die Taliban zunehmend auf den Einsatz von Drohnen. Pakistan kritisiert die Einsätze als Missachtung seiner staatlichen Souveränität

    Zwölf kaputt, wer es war ... keine Ahnung. Interessiert auch keinen, geht gegen Taliban, da ist jedes Mittel recht. Man stelle sich vor, eine Drohne vernichtet ein Haus im Sauerland, weil man da Sauerlandbomber vermutet ... und die waren aber nicht da. Zwölf Tote (da würde gerade Goldene Hochzeit gefeiert), aber kein Taliben - also, wer war das dann?

    Ganz einfach: unschuldige Zivilisten. Wenn man die im Untermenscheland Pakistan massakriert, dann interessiert das keine Sau. Im Sauerland jedoch ... hätte das unangenehme Konsequenzen, erst recht, wenn der Müntefering unter den Gästen gewesen wäre. Dann würde die deutsche Presse aber scharf zurückschießen und mal an die Genfer Konvention erinnern:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Konventionen

    Die Genfer Konventionen, auch Genfer Abkommen genannt, sind zwischenstaatliche Abkommen und eine essentielle Komponente des humanitären Völkerrechts. Sie enthalten für den Fall eines Krieges beziehungsweise eines internationalen oder nicht-internationalen bewaffneten Konflikts Regeln für den Schutz von Personen, die nicht an den Kampfhandlungen teilnehmen. Die Bestimmungen der vier Konventionen von 1949 betreffen die Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde (Genfer Abkommen I), die Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der bewaffneten Kräfte zur See (Genfer Abkommen II), die Kriegsgefangenen (Genfer Abkommen III) und die Zivilpersonen in Kriegszeiten (Genfer Abkommen IV).

    Die Zivilpersonen gelten zudem als besonders schutzwürdig, erst recht, wenn es gar kein richtiger Krieg ist:

    Zusatzprotokoll vom 8. Juni 1977 zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer nicht internationaler bewaffneter Konflikte
    Das Zusatzprotokoll II definiert Regeln für alle bewaffneten Konflikte, die vom Artikel 1 des Zusatzprotokolls I nicht erfasst sind. Dabei handelt es sich um Konflikte, die auf dem Hoheitsgebiet einer Vertragspartei des Zusatzprotokolls stattfinden zwischen deren regulären Streitkräften und abtrünnigen Streitkräften oder anderen organisierten bewaffneten Gruppen (Artikel 1).

    Im Teil II sind grundlegende Regeln zur menschlichen Behandlung definiert. Nichtkombattanten haben Anspruch auf Achtung ihrer Person, ihrer Ehre und ihrer Überzeugungen und sind unter allen Umständen mit Menschlichkeit zu behandeln. Der Befehl, niemanden am Leben zu lassen, ist verboten (Artikel 4). Explizit verboten sind insbesondere Angriffe auf das Leben, die Gesundheit und das Wohlbefinden dieser Personen, vor allem vorsätzliche Tötung und Folterung. Artikel 6 regelt die Strafverfolgung von Straftaten, die mit dem bewaffneten Konflikt in Verbindung stehen. Der Teil III enthält Festlegungen zur Behandlung von Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen. Diese ähneln den entsprechenden Regeln des Zusatzprotokolls I (Artikel 7 und 8), auch im Hinblick auf den Schutz des Sanitätspersonals und entsprechender Transportmittel (Artikel 9 bis 12). Im Teil IV sind Regelungen zum Schutz der Zivilbevölkerung definiert.

    Der Befehl, niemanden am Leben zu lassen, ist verboten. Klar soweit? Lasse ich eine Roboterdrohne aber Lenkraketen in ein Haus feuern ... was ist das dann? Die Hoffnung, es würden sich dort nur Top-Taliban aufhalten?

    Nun, wenn dem so wäre (und wir hier die Welt der Agentenmärchen a´la James Bond betreten), dann könnte man sogar noch darüber reden. Dem ist aber nicht so.

    http://www.propagandafront.de/jeder-dritte-von-us-drohnen-getotete-pakistani-ist-ein-zivilist.html

    Bei jedem Dritten der in Pakistan durch eine unbemannte US-Predator Drohne ermordet wird, handelt es sich um einen Zivilisten, so ein neuer Bericht über die Kollateralschäden, welche durch Raketenangriffe auf Agenten der Taliban und „Al-Qaedas“ verursacht werden.

    Der Bericht der Washingtoner Denkfabrik „The New America Foundation“ stellte fest, dass seit 2004 32% der mehr als 1.200 ermordeten Menschen keine gefährlichen Terroristen, sondern unschuldige Zivilisten waren.

    1200 ermordete Pakistani in Pakistan.

    Wo ist da bitte schön der Unterschied zwischen den saudi-arabischen Terroristen, die das WTC (vielleicht) in die Luft gesprengt haben und jenen Drohnen, die massenhaft Menschen in Pakistan (einem zudem ja noch verbündeten Land) zerfetzen?

    Außer natürlich ... das da sind Untermenschen. Um Untermenschen braucht man sich natürlich nicht kümmern. Die sind Schrott, das weiß man. In Deutschland und anderswo.

    Aber dann doch bitte offene und klare Worte dazu. Wenn wir Rassismus leben wollen, dann doch bitte offen. Wenn wir unzivilisierte Barbarei mit hochzivilisierter Technik leben wollen, dann sollten wir auch den Mumm haben, uns dazu zu bekennen. Das wäre mir lieber als dieses sprachliche Wischi-Waschi, mit dem wir seit Jahren vollgepumpt werden. Einfach offen sagen: wir werden euer schlimmster Alptraum seit Hitler, dann kann sich auch jeder für seine Seite entscheiden.

    Ist doch besser, als immer um den heißen Brei herumreden, oder? Wenn man einfach ein paar dreckige Untermenschen zerfetzen will, weil man es kann, dann soll man es auch klar sagen. Was ist denn schlimmer -es zu tun oder offen darüber zu sprechen?

    Na also.

    Dann sollten die die es tun auch die korrekte Sprache wählen.

    Und wir haben dann mehr Chancen zu verstehen, warum die Taliban die USA nicht mögen ... und eine Möglichkeit uns in dem Konflikt, der uns überhaupt nichts angeht, nochmal neu zu positionieren.

    Wir könnten ja alternativ dazu in Birma einmarschieren. Dort wird Hilfe dringend gebraucht. Aber ich glaube ... so rein wirtschaftlich ist da nichts zu holen. Man wird sehen ... der Enthusiasmus ist dann geringer, fürchte ich. Die können die Bomben ja gar nicht bezahlen, die wir auf sie werfen - so geht das ja nun mal gar nicht.

  • Der Deutschlandbankrott und seine Folgen

    So, jetzt ist es heraus, Michael Grandt hat ein Buch geschrieben über den unausweichlichen Staatsbankrott Deutschlands. Und ehrlich: ich lese sein Buch nicht, bin aber schon jetzt bereit, einigen seiner Überlegungen zu folgen. Zum Beispiel der Überlegung, das Griechenland das Schicksal Deutschlands vormacht.
    Viele Wissen das. Jeder, der auch nur einen Hauch Ahnung von Wirtschaften hat und sich mit den Folgen der Globalisierung beschäftigt, weiß, das es sehr schlimm um uns bestellt ist: wir haben keine Zukunft.

    Es ist fast so, als würden wir auf dem Sterbebett liegen. Oder auf der Titanic sitzen. Mittelklasse. Oben spielt noch die Musik und es wird noch getanzt, während unten den Hartz-IV-Abhängigen das Wasser schon bis zum Hals steht ... und es steigt ständig. Hartz IV ist nichts weiter als die offizielle Enteignung des Mittelstandes mit allen Mitteln.

    Nun, wer Michael Grandt folgen möchte wird jetzt alles unternehmen, um sein Geld möglichst gut und schnell in Sicherheit zu bringen, am Besten irgendwo dahin, wo es auch noch dicke Rendite bringt.

    "Auf jeden Fall muß meine Sammlung französischer Maler noch ins Rettungsbott" ... so was kennen wir schon. Darum hieß es ja auch immer: "Frauen und Kinder zuerst".

    In unserem Falle wollen aber schon die (lieberalen) Männerbünde dafür Sorge tragen, das SIE und NUR SIE zuerst ganz vorne im Boot sitzen. Der Rest soll sehen, wie er zurecht kommt.

    "Frauen und Kinder zuletzt" ist das Motto unserer Titanic-Rettungsaktion. Da wir aber ein Land sind und kein Schiff, raubt uns gerade das unsere Zukunft. Ohne Kinder ... keine Zukunft. Und die völlig verblödete Wirtschaft beschwehrt sich doch in der Tat darüber, das sie keine "ausbildungsreifen" Kinder mehr gratis geliefert bekommt. Vielleicht hätte man die Steuern doch lieber zahlen anstatt in der Schweiz lagern sollen.

    Manche regen sich ja jetzt darüber auf, das auch ich dem "Bildungswahn" verfallen bin und Bildung um jeden Preis fordere. Was ich aber will, ist eine Bildungsindustrie, nicht nur Bildung für das Individuum. Eine Bildungsindustrie, die weltweit konkurrenzlos ist. Das würde Milliarden in die Staatskasse spülen, das wäre eine Ressource, die wir (noch, aber nicht für ewig) haben, eine Möglichkeit, unseren Ruf zu vermarkten. In einer globalisierten Welt schreitet Arbeitsteilung unnachgiebig voran - und so wie die Schweiz die Bank der Ganovenwelt geworden ist (und davon sehr gut lebt) könnten wir - noch - die Universität der Welt werden. Aber diese Träume werden wohl Träume bleiben, erst recht wenn alle nur noch danach schauen, das sie ihre Golddukaten ins Ausland bringen.

    Hoffentlich reisen die auch hinterher.

    Und wir, die wir hierbleiben?

    Haben noch viele Möglichkeiten, aus den Trümmern etwas aufzubauen. Das können wir Deutschen doch gut, oder? Haben wir zweimal super hinbekommen. Jedenfalls unsere Frauen, Kinder und Alten. Jene, die die meiste Arbeit leisten oder geleistet haben oder noch werden leisten müssen...und die immer über Bord geschmissen werden wenn der Kahn wieder untergeht.

    Ein Staatsbankrott muß ja noch nicht das Ende bedeuten, oder?

    Bleiben wir einfach mal nüchtern und sachlich. Lassen wir uns nicht von der Hysterie der Angsthasen anstecken.

    Was kann uns schon passieren?

    Gut, wir könnten sterben. Müssen wir sowieso. Wäre halt nur schön, wenn vorher noch etwas Leben gewesen ist, oder.

    Mal ganz ehrlich: Schule, Ausbildung, Beruf, Heirat, Haus, Kinder, dreißig Jahre Konsumschaf und Privatfernsehen und dann Friedhof ... noch nie in der gesamten Geschichte der Menschheit haben Menschen (die angebliche Krone der Schöpfung) so sehr in Käfighaltung gelebt wie wir. Außer Galeerensklaven natürlich.

    Auch wenn der Zusammenbruch vielen Angst macht, weil man nie erfahren wird, wie "Dallas" wirklich endet (Entschuldigung, ich habe kein Fernsehempfang, ich weiß nicht, welche Serienpest gerade jetzt den Lebensersatzstoff liefert) ... er ist ein Schritt in die Freiheit und das Ende des Konsumterrors.

    Der Staatsbankrott wird auf jeden Fall ... mehr Leben in die Bude bringen. Das muß nicht immer schlecht sein.

    Sicher, wir werden uns organisieren müssen. Bandenkriege drohen. Sie sind in meinen Augen viel wahrscheinlicher als ein Volksaufstand, weil gewaltbereite junge Menschen dort viel mehr Gewinn für sich erwirtschaften können als in einer Revolution...und da sie wie jeder Topmanager auch wirtschaftlich denken, werden sie den Weg des leichtesten Widerstandes wählen, um dem Elend Abhilfe zu schaffen.

    "Organisierte Kriminalität" ist heutzutage Staats- und Familienersatz, da haben sich für die politische Philosophie interessante Studiengebiete ergeben, da diese Strukturen weltweit wachsen und sich wie ein Krebsgeschwür überall etablieren, vor allem dort, wie der Kapitalismus nur verheerte Seelen und verlassen Kinder produziert hat.

    Aber die Mafia ist nichts anderes als ein Staat ... hat sie ihre Steuern, ihr "Schutzgeld", dann ist sie zufrieden. Ist also alles gar nicht so schlimm für die Schafe...und das ist nur die schlimmste Perspektive. Sie kann eintreten, muß aber nicht. Wenn es gelingt, durch Visionen und Utopien Menschen für die Zukunft zu begeistern, dann hat auch die Mafia verloren.

    Sterben ... müssen wir sowieso irgendwann.

    Aber wäre es nicht schön, wenn wir unseren Enkeln von Abenteuern erzählen könnten, die wir selbst erlebt haben anstatt von jenen, die wir im Fernsehen sahen? Wer interessiert sich schon für das größte Abenteuer unseres Lebens, als wir einmal zu Schwiegermutters Geburtstag eine Krawatte anhatten, die überhaupt nicht zu unseren Socken paßte, was alle fürchterlich fanden? Oder dafür, das wir mal die Akte 43/FD/18 mit Marmelade aus einem Berliner vollgekleckert haben? Eigentlich ... keiner.

    Mein Großvater ... der konnte noch Geschichten erzählen. Echte Abenteuer. Mein Vater schon weniger. Ich schon wieder mehr, aber das ... ist eine Ausnahme, begründet auf intensive weltweite Reisetätigkeit für Firmen. Das ist nicht der Maßstab für ARGE-Mitarbeiter oder Versicherungsangestellte.

    Könnten wir erzählen wie wir Utopia gegründet haben, die Stadt des Glücks, wie wir das erste Mal davon gehört haben (nämlich genau JETZT und HIER), wie wir alles stehen und liegen liessen und uns auf den Weg machten, wie wir ankamen und schon andere vorfanden ... so würde mich schon jetzt interessieren, wie denn die Geschichte weitergeht.

    Verfall, Tod und Sterben ist ein Naturgesetz. Selbst für römische Imperien.

    Aber Glück, Zufriedenheit, Sinn gibt es außerhalb von Imperien, außerhalb von goldenen Käfigen mehr als innerhalb. Der Tyrannei der Angst entkommt man am Besten dadurch, das man seine Fähigkeiten schult, in allen Situationen das Wunderbare zu erkennen. Und als Gärtner weiß ich: man kann die Krise auch als Prozeß im Komposthaufen sehen.

    Und daraus wird auf jedenfall eins: Superdünger.

    Und dann gibt es da noch jenen Spruch aus meiner Kindheit: lieber zehn Jahre gut gelebt als fünfzig Jahre dahinvegetiert. Den fand ich immer sehr plausibel.

    Und dahinvegetieren ... so schön das auch für die politisch-gesellschaftliche Herrenkaste ist ... wird es nicht mehr geben. Der aktivierende Staat kann niemals so sehr aktivieren wie der sich auflösende Staat...was dafür spricht, im Untergang den Übergang mit einem Bürgergeld zu begleiten, damit die Bürger Chancen und Zeit haben, sich was Neues aufzubauen anstatt noch mehr Gabelstaplerscheine zu machen.

    Schöne kleine Hippiedörfer zum Beispiel.

    Dafür würde sogar ich nochmal umziehen. Ich fand, das war eine spannende Zeit. Nur leider ... war ich ein klein wenig zu jung dafür. Aber es roch halt nach dem ersten Versuch, wieder richtig zu leben. Kein Wunder, das "die" heutzutage keiner mehr mag.

  • Hartz IV gekürzt, Kabarettist eleminiert, Guido geknickt

    So. Jetzt ist es ´raus. Hartz IV wird gekürzt, meldet Reuters. Um 900 Millionen Euro:

    http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE6230CU20100304

    Das hört sich grausam und schlimm an - allerdings: kein Arbeitsloser wird einen Nachteil dadurch haben. Seltsam, aber wahr: man kann Hartz IV um 900 Millionen Euro kürzen und keiner nimmt Schaden...nur das Spielgeld einiger ARGEn wird weniger:

    Anlass des Streits waren Anträge der Haushälter von Union und FDP für die Schlussrunde des Haushaltsausschusses des Bundestages für den Haushalt 2010. In der Bereinigungssitzung am Donnerstag sollte ein Sperrvermerk über insgesamt 900 Millionen Euro im Hartz-IV-Bereich beschlossen werden. Von den für Eingliederungsmaßnahmen geplanten 6,6 Milliarden Euro würden 600 Millionen vorerst gesperrt, bei den Verwaltungs- und Personalausgaben von 4,4 Milliarden Euro 300 Millionen.

    Für 600 Millionen Euro weniger Bewerbungstraining, weniger Kochkurse, weniger Gabelstaplerscheine. Ein harter Schlag für die Kaste der Hartz-IV-Abhängigen. Mancher hat sich ja schon darauf gefreut, dieses Jahr seinen vierten Gabelfahrerstaplerschein machen zu dürfen (nein, kein Scherz noch eine Weiterentwicklung: dreimal den gleichen Schein hat er schon gemacht, damit er aus der Statistik fällt) und wird jetzt vor lauter Enttäuschung in tiefste Depressionen fallen.

    300 Millionen Euro weniger Verwaltungsausgaben ... da wird es knapp mit den Keksen beim Meeting.

    Eigentlich keine schlechte Idee, aber das ist natürlich nicht mit der SPD zu machen, die offensichtlich ihre eigenen bzw. die gewerkschaftsnahen Bewerbungstrainer in Gefahr sieht:

    Heil dagegen erklärt, die Sperrung der Mittel bedeute für über 100 der derzeit 346 Hartz-IV-Jobcenter, dass sie in der zweiten Jahreshälfte keine zusätzlichen Programme zur Integration in den Arbeitsmarkt auflegen könnten. Dies belaste die Verhandlungen der Koalition mit der SPD über die Neuorganisation der Hartz-IV-Jobcenter. Auch aus der Bundesagentur für Arbeit (BA) hieß es, als Folge der Wirtschaftskrise mit steigender Arbeitslosigkeit würde eher mehr als weniger Geld benötigt. Schon der bisherige Ansatz für Arbeitsmarktmaßnahmen war aus BA-Sicht knapp bemessen.

    100 ARGEn können in der zweiten Jahreshälfte keine Gabelstaplerscheine mehr machen lassen ... bei 246 anderen ist das doch noch möglich, oder? Und da reichts auch noch für Kekse - also, was soll das Geschrei?
    Nun, es zeigt sich: die SPD hat ein größeres Interesse an den "Hartz-Industrien" als die Koalition, da müssen viele Parteimitglieder ihren Nachwuchs mit versorgen, da müssen Parteifreunde mit Aufträgen versorgt werden ... da kann man einfach nicht kürzen. Wo kommt man da hin? Also sperrt man sich erstmal bei der Neuorganisation der Job-Center ... oder droht zumindest damit. Den Staatsbankrott abzuwenden ist halt weniger wichtig als die Parteifreunde mit Keksen zu versorgen, zeigt sich einmal mehr.

    Das es nicht ganz ungefährlich ist, Hartz IV zu kritisieren, hat jetzt ein Kabarettist in Bayern erfahren, denn ihm blieb nichts anderes übrig als zu gehen...für einen harmlosen Scherz, der ohne Weiteres bald erschreckende Realität werden kann: Konzentrationslager für Arbeitslose. Fußfesseln wurden schon gefordert, Uniformen auch, ebenso Lagerhaltung. Was liegt näher, die gleich wie ehedem jüdische Mitbürger als Parasiten und Schmarotzer geschmähten Menschen als enorm gefährdet zu sehen, in diesem Land das gleiche Schicksal wie seinerzeit Juden zu erleiden? Immerhin ... in KZ´s starben nicht nur Juden, sondern alles "unwertes Leben"... auch "asoziale Arbeitsverweigerer". Und "unwertes Leben" wird gerade wieder definiert ... also wirklich: da ist nichts weit hergeholt. Eigentlich ein Thema, das viel zu ernst ist für Kabarett.

    Aber ... das ist es vielleicht: es ist zu ernst. Und das geht ja gar nicht bei unseren Politikern, die alle zum Lachen in den Keller gehen, damit es niemand sieht.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,682033,00.html

    Er wollte polarisieren - und muss jetzt den Hut nehmen. Der Kabarettist Michael Lerchenberg hat nach der heftigen Kritik an seiner Fastenpredigt auf dem Nockherberg seinen Abschied vom Starkbieranstich verkündet. Seine KZ-Anspielungen hält er aber nicht für anstößig.

    Und über dem KZ anstatt "Arbeit macht frei" "Leistung muß sich wieder lohnen" stehen zu haben, macht schon Sinn: Arbeit gibt´s hier nicht mehr. Also ... mir hat´s gefallen. Aber nun werden wohl Fachkräfte aus der deutschen Comedy Frauen- und Ausländerwitze erzählen, "kaum gestohlen, schon in Polen", das hört der Zentralrat der Juden vielleicht lieber. Und dann kommt vielleicht der Westerwelle auch wieder:

    FDP-Chef Guido Westerwelle schrieb dem Veranstalter, der Münchener Paulaner-Brauerei, er wolle nach dieser Rede nicht mehr zu der Satire-Veranstaltung eingeladen werden. "Scharf kritisiert zu werden, gehört zu meinem Amt dazu. Mit einem KZ-Wächter verglichen zu werden, geht zu weit", erklärte der FDP-Chef.

    Stimmt, das geht auch zu weit. Keine NS-Größe war jemals KZ-Wächter. Nicht einer.

    Und es geht vielleicht auch zuweit. Aber nur ... wenn es nicht so endet wie 1933 - 1945. Ich wäre sehr beruhigt, wenn man mir dies versichern könnte. Das möchte aber niemand. Und was die sonst so ablassen ... läßt wenig Gutes hoffen.

    Aber wer weiß, vielleicht irre ich mich ja. Schön wärs.

    Aber eins muß man klar sagen: Solche Sprüche ... haben einen realen Hintergrund:

    http://www.welt.de/fernsehen/article6629765/Schreikampf-der-Unternehmer-bei-Maischberger.html

    Auch wenn Maischberger versuchte, Guido Westerwelle die Schuld an der rhetorischen Eskalation der vergangenen Wochen zu geben, waren es doch die Sozialdemokraten Sigmar Gabriel und Hubertus Heil, die Steuerhinterzieher als „Sozialschmarotzer“ und „neue Asoziale“ bezeichnet hatten. Hätte Westerwelle diese Worte benutzt, um Hartz-IV-Empfänger zu beschreiben, dann hätte er das dann folgende mediale Erdbeben sicherlich nicht politisch überlebt.

    Sollte es wirklich so sein, daß Westerwelle das medial nicht überleben würde, dann sollte man sich ernsthaft Gedanken darüber machen, warum denn Schröder, Clement, Sarrzin, Miessfelder, Buschkovsky, Henkel und die anderen rufschädigenden Granaten dieser Republik ihren Rotz überlebt haben.

    Die SPD-Bonzen haben nicht nur darüber gesprochen, sondern ihren Worten auch Taten folgen lassen.

    Also ... warum steht nur Westerwelle am Pranger?

    Na ja, war ja nur Konjunktiv. Wenn ... dann ... würde ....

    Da er das nicht tun wird, erübrigt sich die Spekulation. Aber mit einem hat Guido nun mal recht: Hartz IV ist nicht auf seinem Mist gewachsen ... und die unsinnigen "Fortbildungen" für Arbeitlose vermißt momentan nur: Hubertus Heil, SPD. Und will dafür einen breiten Krieg anzetteln und sich bei den notwendigen Reformen querstellen.

    Darum bleibt es eine spannende Frage: warum hauen alle NUR den einen ... wo es doch viele wie ihn gibt.
    Und die Steinmeiern immer noch aktiv herum.

  • Deutschlands Trauerspiel im März 2010: Männer, Ackermänner und Ratingagenturen

    Da haben wir gerade mal März. Die Landtagswahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland stehen vor der Tür ... und schon jetzt ist alles gelaufen. Schwarz-gelb, die gefürchtete Wespenkoalition, ist tot.
    Sie wird jetzt auslaufen und in drei Jahren durch irgendwas anderes ersetzt. Am liebsten hätten die Deutschen schwarz-grün.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6652434/Die-Buerger-wollen-lieber-Schwarz-Gruen.html

    Laut einer Umfrage hat die Bundesregierung an Zustimmung verloren. 72 Prozent der Bundesbürger sind mit der Arbeit von Schwarz-Gelb unzufrieden. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als noch im Januar. Momentan würden 46 Prozent der Befragten eine schwarz-grüne Regierung bevorzugen.

    Eine Umfrage, die nicht verwundert, wählten doch viele schwarz-gelb in der Hoffnung, die würden Arbeitsplätze schaffen. So denkt halt der kleine Mann - selbst wenn er schon zum hartz-iv-abhängigen enteigneten Mittelstand gehört. Wähle CDU - dann geht´s Dir gut.

    Hat er getan - und nun?

    Droht der Verkauf des Elbsandsteingebirges, des Rheingrabens und der Alpen. Jedenfalls wenn die Zinsforderungen der sogenannten "Märkte" auch Deutschland erreicht haben. Der Ackermann von der Deutschen Bank schaut jedenfalls jetzt schon ganz betroffen drein:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article6656719/Ratingagentur-stuft-Deutsche-Bank-zwei-Stufen-ab.html

    Die Experten stuften das Rating des größten deutschen Geldhauses um zwei Stufen auf „Aa3/C+“ von „Aa1/B“ zurück. Der Ausblick ist stabil. Die Deutsche Bank erklärte, sie sehe durch die Herabstufung keine substanziellen Auswirkungen auf ihre Finanzierungskosten.

    Keine substantiellen Auswirkungen, aber dank Griechenland wissen wir jetzt: Ratingvoten sind wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Geht das Votum ´runter, zahlt man mehr Zinsen. Schauen die Ratingpäpste in ihre Kristallkugel, sehen sie Unheil in den Tarotkarten oder sehen beunruhigendes im Flug der Vögel: schon wird´s teuer. Das es neben Griechenland auch Ackermann trifft, ist nicht verwunderlich, sieht doch alles danach aus, als würde die US-Wirtschaft einen Vernichtungskrieg gegen den Euro starten um ihren Wackeldollar mit aller Kraft zu retten, bevor noch mehr Ölstaaten außer Saddam Hussein und der Iran auf die Idee kommen, ihr Öl nur noch gegen Euro zu verkaufen.

    Ja, das sind die großen Zusammenhänge hinter der Politik, die ganz offen in den Nachrichten gehandelt werden ... nur halt verpackt in einen Riesenwust von Informationsmüll.

    Und während das Gebot der Zeit eigentlich wäre, geschlossen zusammenzustehen gegen diesen Feldzug der "Märkte", die man bezeichnenderweise mal wieder anonym läßt, hat der deutsche Politiker wieder einmal nur absolut verkorkste Ideen...die allerdings nicht so gut ankommen:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6653348/Empoerte-Griechen-wollen-Inseln-nicht-verkaufen.html

    Damit Griechenland aus den Schulden rauskommt, haben Politiker von CDU und FDP den Verkauf von unbewohnten griechischen Inseln gefordert. Die Empörung ist groß, denn die Griechen denken an die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkrieges zurück. Angela Merkel soll sich jetzt für die Idee entschuldigen.

    Nochmal die Forderungen im Original:

    Der Vorsitzende der CDU- Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, sagte der „Bild“-Zeitung, Griechenland besitze Gebäude, Firmen und unbewohnte Inseln, die zur Schuldentilgung eingesetzt werden könnten.
    „Ein Bankrotteur muss alles, was er hat, zu Geld machen, um seine Gläubiger zu bedienen.“ Der FDP-Finanzexperte Frank Schäffler sagte:

    „Der griechische Staat muss sich radikal von Beteiligungen an Firmen trennen und auch Grundbesitz, zum Beispiel unbewohnte Inseln, verkaufen.“

    Ja, das ist ja genau das Prinzip Hartz IV, das auch für jeden deutschen Bürger gilt, der unverschuldet in Not geraten ist: erstmal alles Eigentum verkaufen, dann zur ARGE kriechen und um einen Ein-Euro-Job betteln.

    Wenn es allerdings um Griechenland geht, dann wird man auf einmal sensibler:

    Unions-Fraktionschef Volker Kauder wies den Vorschlag ebenfalls zurück. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte er, solche Vorschläge seien wenig zielführend. „Griechenland hat in der Vergangenheit Fehler begangen.“ Politiker sollten sich aber vor Forderungen hüten, die ein Land demütigen, betonte der Vorsitzende der Unions-Fraktion.

    Die eigenen Bürger darf man demütigen, aber ein Land: das geht natürlich nicht. Davor sollte man sich hüten. Ob es für diese Form von Krankheit eine Bezeichung gibt?

    Sie muß irgendwie mit einer anderen irritierenden Erscheinung zu tun haben, den überall auftauchenden "rettet den Mann" - Initiativen, die zur Zeit vor allem in der FDP und der Piratenpartei grassieren.

    Nun, die Realitäten sind ja auch beängstigend:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article6653275/Deutschlands-Frauen-verdienen-zu-wenig-Geld.html

    EU-Justizkommissarin Reding bemängelt deutliche Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland. Hier verdienen Frauen im Durchschnitt 23,2 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Im EU-Vergleich gehören die Deutschen damit zu den Schlusslichtern bei der Gleichberechtigung.

    Nur noch 23.2 % weniger als der Mann? Da droht Gefahr. Jetzt muß aber dringend Schluß sein mit der Gleichberechtigung.

    Deshalb gibt es jetzt "liberale Männerbünde":

    http://www.derbaronverkuendet.de/?p=222

    Der Obmann der Liberalen Männer Schleswig-Holstein, Cay Baron von Brockdorff stand Pate bei der Gründung des Thüringer Landesverbandes. Er hob in seiner Grußbotschaft deutlich hervor, dass es sich nicht um eine gegen Frauen gerichtete Organisation handle, sondern um einen Verband, der sich der Vertretung der gesellschaftlichen Minderheit „Männer“ annehme. Während Frauen in der Vergangenheit eine sehr geschickte Interessenpolitik für sich selbst übernähmen, seien z.B. Scheidungsväter und männliche Bewerber für Positionen im öffentlichen Dienst oft die, die den Kürzeren zögen. Es geht darum, so der Obmann der Liberalen Männer Schleswig-Holsteins, gemeinsam mit den Frauen Diskriminierungen der Geschlechter in jeglicher Form zu unterbinden und eine wahre Gleichberechtigung anzustreben.

    Fein formuliert natürlich und politisch korrekt - man ist ja in der Öffentlichkeit - aber trotzdem glasklar: es muß jetzt mal Schluß sein damit, das eine Frau einen Job bekommt, den auch ein Mann machen könnte. Immerhin - soviel zu verteilen gibt es nicht mehr, da können wir jetzt nicht auch noch karrieregeile Frauen mit durchfüttern. In Krisenzeiten denkt der deutsche Mann halt zuerst an sich selbst, Frauen und Kinder sollen dann mal sehen, wo sie bleiben.

    Und der deutsche Mann kriegt Panik:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article6631788/Bruttoverdienste-sinken-erstmals-seit-1949.html

    Bruttoverdienste sinken erstmals seit 1949

    Da kriegt der deutsche Mann jetzt aber richtig Not. Da hat er schon brav CDU oder FDP gewählt, obwohl er kein Hotel hat noch es sich leisten könnte in einem zu übernachten - und das erste Mal kriegt er das nicht bezahlt. Sauerei. Und man darf dafür noch nicht mal mehr zuhause Frau und Kinder schlagen oder ein paar Ausländer durch die Straßen jagen. Oder wenigstens reiche Juden ... na ja, ist halt alles nicht mehr drin.

    Wie gut, das es noch manche Frauen gibt, die ihm zu Willen sind, echte, richtig Frauen, die wissen was eine Frau ist und was Männer wollen:

    http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,681821,00.html

    Dita von Teese trägt gern Nichts. Dem englischen "OK!"-Magazin verriet die Amerikanerin nun, was sie nachts anhat, wenn sie schläft. "Ich trage im Bett entweder einen kleinen Slip mit Spitze oder gar nichts. Ich liebe es, nackt in sehr edlen Bettlaken zu schlafen."

    Was ihr Lebensgefährte, Count Louis-Marie de Castelbajac, zu ihrem Stil sagt, verriet Dita von Teese nicht. Mit dem Franzosen wohnt sie in Paris, dort arbeitet sie derzeit im legendären Strip-Lokal "Crazy Horse".

    Solche Frauen beruhigen den deutschen Mann noch ... momentan ... in seine Überzeugung: Emanzen sind alle bekloppt.

    Männerbünde gegen Frauen haben übrigens eine jahrtausendealte Tradition. Alt, aber nicht ruhmreich. Tauchen immer auf wenn .... es sehr ernst wird da draußen und der einfältige Mann nicht mehr weiterweiß vor lauter Verunsicherung und Zukunftsängsten: erstmal eine Horde bilden, eine Mob, dann wird schon alles gut. War schon immer so.

  • Hartz IV für Griechenland und Großbritannien - Schlußverkauf demnächst

    Schon toll und lustig, was so alles gerade durch die Nachrichten poltert. Sinnloses Zeug fällt einem da an erster Stelle auf:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article6642778/Ifo-Chef-raet-den-Griechen-den-Euro-aufzugeben.html

    Da das Land auf Dauer nicht in der Lage sein werde sein Leistungsbilanzdefizit über die Finanzmärkte zu refinanzieren, „bleibt uns nur die Möglichkeit ihnen das Geld zu schenken. Oder sie werten ab, was in der Eurozone mühsam ist, weil es nur über das Absenken von Preisen und Löhnen geht.“ Derartige Schritte könnten jedoch zu sozialen Unruhen führen, fürchtet Sinn. „Das ist das Rezept für Mord und Totschlag.“

    Der Herr Sinn vom Ifo-Institut mal wieder. Absenken von Preisen und Löhnen führt zu Mord und Totschlag?
    Dann ... wollen Aldi, Lidl, Norma und Plus den Bürgerkrieg? Die senken andauernd irgendetwas.
    Und Löhne senken ist auf einmal schlecht? Wir machen seit zwanzig Jahren nichts anderes.
    Wieso ist das in Deutschland ok und in Griechenland eine Katastrophe? Die dürfen sogar mit 61 in Rente! Ok, nur wenn sie den Sachbearbeiter bestechen. Aber immerhin.

    Um ein Auseinanderfallen der sozialen Strukturen Griechenlands zu verhindern, schlägt der für seine oftmals provokanten Thesen bekannte Ökonom den Griechen vor, die Euro-Zone zu verlassen. Dies würde auch den anderen Ländern der Währungsunion, die unter den Folgen von Finanzkrise und Rezession ächzten, helfen. „Jeder Versuch, Griechenland in der Eurozone zu stabilisieren und zu halten, ist ein Fass ohne Boden. Wenn man Griechenland drin lässt, wird das den Euro destabilisieren.“

    Sinn mahnte zugleich schnelle Hilfe für das Land an: „Griechenland geht in die Insolvenz dieses Jahr, wenn ihm nicht geholfen wird.“

    Wenn Griechenland dieses Jahr in die Insolenz geht ... dann hilft es uns auch nicht mehr viel, das die nicht mehr mit Euros nicht bezahlen, da wir viel Geld in dem Land haben.

    Geht Griechenland in die Insolvenz, dann folgen die anderen Länder. Stand doch erst kürzlich in der Presse: Griechenlands Pleite wäre schlimmer als die Lehmann-Pleite, weil wir dadurch noch mehr Geld verlieren würden - ich habe die Nachricht noch nicht vergessen.

    Aber einige Experten aus den Regierungsparteien haben da ja schon ideale Lösungen:

    Politiker aus CDU und FDP forderten die griechische Regierung auf, zur Bewältigung der Schuldenkrise staatliches Eigentum zu verkaufen, darunter auch unbewohnte Inseln. „Ein Bankrotteur muss alles, was er hat, zu Geld machen“, sagte der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT, Josef Schlarmann, der „Bild“. „Griechenland besitzt Gebäude, Firmen und unbewohnte Inseln, die für die Schuldentilgung eingesetzt werden können.“

    Ja, das ist dann wie Hartz IV. Die müssen auch erstmal alles verkaufen, was sich versilbern läßt. Hartz IV wird der deutsche Exportschlager schlechthin, die Lösung für alle Probleme, die auf die Welt zukommen.

    Möchte mal wissen, welche Politiker da jetzt schon welche Insel im Auge hat. Doch nicht nur Griechenland steht zum Verkauf. Großbritannien kommt auch bald in die Auslagen:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,681543,00.html

    Es beginnt mit dem Ausmaß des Haushaltslochs. Die Briten sind mit Abstand die Schuldenmeister der G-20-Staaten. Das Defizit liegt in der gleichen Größenordnung wie das griechische - rund 13 Prozent in diesem Jahr. Nominell herrschen also griechische Verhältnisse an der Themse. Nur ist die britische Wirtschaft deutlich dynamischer und wettbewerbsfähiger als die griechische, daher wurde dem Land bislang zugetraut, selbst das Loch zu schließen. Auch hat die britische Regierung das Glück, dass ihre Schulden durchschnittlich erst in 14 Jahren fällig werden. Das gibt ihr viel Zeit zum Luftholen.

    Trotzdem verlieren die internationalen Kapitalgeber zunehmend die Geduld. Seit Jahresbeginn ist der Anteil ausländischer Inhaber britischer Staatsanleihen von 35 auf 29 Prozent gesunken. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen, ein Ausdruck des Risikos, ist auf über vier Prozent geklettert.

    13 Prozent Defizit ... gut, das die nicht auch noch in der Eurozone sind. Ob man schon mal was vorbestellen kann? Irgendwas aus Schottland fänd ich schön. Oder ein Stück Krone von der Queen fürs Badezimmer, würde sich ganz toll bei mir machen.

    Aber so eine griechische Insel ... da kenne ich von ganz früher noch Auswanderer. Na, die werden jetzt blöd gucken wenn Goldman-Sachs ihr Nachbar wird - oder Dieter Bohlen.

    Und so läuft alles so langsam aus dem Ruder und in eine sehr häßliche Richtung, die Vivianne Forrester mal vorgezeichnet hat. Wenige kleine Superreichenzentren, keine Staaten mehr, der Rest ... Ruinenromantik.

    Gut, das ich mein Leben schon hinter mir habe. Muß das wirklich sein? Müssen wir uns das wirklich geben?

    Der Krieg gegen den Euro und das Pfund ist ernst und tödlich - auch wenn das nicht alle mitbekommen.
    Und dieser Krieg wird von den gleichen Leuten geführt, die erst vor kurzem große Säcke Geld aus den Staatskassen bekamen, mit denen sie jetzt Grundbesitz in Griechenland einkaufen ... der einzige wahre materielle Wert, den es gibt: Land.

    Und das sollte allen gehören.

  • Eifelphilosoph in Gefahr

    Nun, manchmal wird es einem recht mulmig im Bauch wenn man sieht, wenn man sich alles zu Feinden machen kann. Zum Beispiel der Eifelphilosoph den Zentralrat der Juden.

    Gut, das die hier noch nicht gelesen haben. Hoffe ich. Nicht das der Mossad schon Pässe klaut um mich ... ach, lassen wir das erstmal.

    Worum geht´s?

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6649209/Eklat-nach-KZ-Vergleich-beim-Starkbieranstich.html

    Michael Lerchenberg hatte als Bruder Barnabas beim traditionellen „Politiker-Derblecken“ auf dem Nockherberg gesagt, FDP-Chef Guido Westerwelle wolle alle Hartz-IV-Empfänger bei Wasser und Brot in einem Lager in Ostdeutschland sammeln: "Drumrum ein Stacheldraht, das haben wir schon mal gehabt.“

    Über dem Eingangstor solle in "eisernen Lettern“ der Spruch stehen „Leistung muss sich wieder lohnen“. Dies wurde als Anspielung auf den Schriftzug „Arbeit macht frei“ über dem Eingang des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz verstanden.

    Na, lustig ist das nicht. Wer sich in diesem Land auskennt, der weiß, das manche genau das gerne sehen würden wollen - aber sich nicht offen zu sagen trauen. Aber ... in der Piratenpartei gab es schon ähnliche Stimmen - wenn auch vielleicht scherzhaft.

    Man braucht ja auch wirklich nicht viel, um dahin zu kommen. Endweder Rendite, oder allgemeine Menschenrechte. Beides zusammen geht irgendwann nicht mehr. Ist dann zu teuer und wird aus Brüssel nicht mehr genehmigt.

    Eine Gesellschaft in der man Menschen ungestraft als "Kosten auf zwei Beinen" und Arbeitslose als "Parasiten" und "Schmarotzer" bezeichnen kann - und für letztere Spitzenpositionen in der Wirtschaft verliehen bekommt, hat schon einen gewissen Weg eingeschlagen. Geht sie den weiter ohne inne zu halten, dann ist die jüdische Religion ihren Alleinvernichtungsanspruch los.

    So etwas muß man mal sagen dürfen in diesem Land, damit sich das Schicksal der jüdischen Mitbürger nicht wiederholt. So was kann man gar nicht oft genug sagen. Sowas ist denkbar in diesem Land, weil es schon mal da war. Das ist keine Theorie oder ein Film: das war Realität. Echte Öfen, echte Leichen, echte Lager.
    Kann man heute noch besichtigen - oder morgen wieder in Betrieb nehmen. Das erste was man dazu braucht, sind ein paar Gedanken über "unwertes Leben".

    Man muß nun auch wirklich in einer seltsamen verdrehten Welt leben, in der solche Kritik an dem Kabarettisten möglich ist:

    "Scherze, die das Leid der Opfer in den Konzentrationslagern verharmlosen oder gar der Lächerlichkeit preisgeben, sind eine Schande für die ansonsten gelungene Veranstaltung.“

    Wo sollte in diesem Vergleich das Leid der KZ-Opfer verharmlost werden? Die SED-Regierung kannte noch "Asozialität" als Straftatbestand und wenn ich die Super-Illu-Studie ernst nehmen sollte, dann kriege ich wieder Sorgenfalten im Gesicht. Parasiten und Schmarotzer stammen aus dem alltäglichen "Stürmer"-Vokabular - gemeint war das jüdische Volk.

    Gab es da auch einen Aufstand vom Zentralrat der Juden, das bitte schön nur Juden als Parasiten und Schmarotzer bezeichnet werden dürfen, weil ansonsten das Leid der Juden verharmlost wird?

    Bei aller Sympathie für das jüdische Volk und Verständnis für seine historische Situation: da hat jemand ordentlich danebengeschossen.

    Und da ich ebenfalls in dutzenden von Artikeln diesen Vergleich gezogen haben ... werde ich wohl ebenfalls irgendwann mit dem Bannstrahl des Zentralrats der Juden überzogen werden.

    Schade, das man nicht wenigstens ein wenig über Struktur, Grundlagen und Abläufe von Völkervernichtungsprozessen aus der Geschichte lernen wollte. Dann werden wir das Ganze wohl doch noch mal wiederholen müssen.

  • Deutschland im Bürgerkrieg ... und keiner merkts

    Kann sich noch jemand an den dreißigjährigen Krieg erinnern? Weiß noch jemand, wie lange der gedauert hat?
    (Frage ich nur, falls Generation Doof mitliest). Dreißig Jahre war Krieg in Deutschland. Eine ganze Generation hat von der Geburt bis fast zum Tod nur eins erlebt: Krieg.

    Nun, damals war Krieg noch nicht so etwas wie heute. Er war brutal und tödlich - aber lange nicht so gründlich wie die Maschinenkriege, die wir heutzutage haben.

    Damals konnte man - obwohl Krieg war - mittendrin recht ruhig leben ... wenn man Glück hatte. Und ziemlich viele haben diese dreißig Jahre Krieg auch überlebt, weil ... es damals nicht unbedingt ums Töten ging. Viele Söldner waren damals unterwegs. Das war halt damals cool, sein Glück im Krieg zu machen. Und zum Glück gehörte vor allem eins: die Beute.

    Die Kriege der Wikinger (noch älter) hatten auch einen sehr pragmatischen Aspekt: bekam man von den Städten die Beute einfach so, dann brannte man sie nicht ab. Meistens.

    Man sieht also: geschichtlich hat Krieg eher was mit Beute zu tun, erst seitdem er mit Maschinen geführt wird tritt die Vernichtung in den Fordergrung.

    An solche historischen Zusammenhänge muß auch der griechische Ministerpräsident gedacht haben, als er
    in seiner Rede von einer Kriegssituation sprach:

    http://wirtschaft.t-online.de/staatsverschuldung-griechischer-regierungschef-spricht-von-kriegssituation-/id_40970618/index

    Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat weitere Sparmaßnahmen zur Rettung des überschuldeten Staatshaushalts vorgestellt. So steigt die Mehrwertsteuer, die Renten werden eingefroren und die Einkommen der Staatsdiener fallen. Zuvor hatte der Staatschef seine Landsleute schon mal auf den brutalen Sparkurs eingestimmt. So zeichnete Papandreou ein dramatisches Bild der Lage. Dem Land an der Ägäis drohe der Bankrott, es befinde sich in einer "Kriegssituation". Nun sei es an der Zeit, "den Alptraum des Bankrotts, in dem der Staat weder Gehälter noch Renten zahlen kann", zu vermeiden, sagte Papandreou vor Abgeordneten seiner sozialistischen Pasok-Partei.

    Er spricht offen von Krieg. Und er meint offenbar jene Situation, in der die feindlichen Truppen die Stadt nicht stürmen, sondern nur belagern. Nichts sieht aus wie Krieg. Friedliche Camper auf den Wiesen vor der Stadt, kein Schuß fällt, die Katapulte bleiben ruhig ... und trotzdem geht es den Bürgern jeden Tag schlechter.

    Das merken auch wir Deutschen.

    http://wirtschaft.t-online.de/lohn-und-gehalt-bruttoverdienste-sinken-erstmals-seit-1949/id_40973282/index

    Die Wirtschaftskrise ist in den Geldbeuteln der Bürger angekommen. Arbeitnehmer in Deutschland haben im vergangenen Jahr erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik weniger Geld als im Vorjahr verdient. Der durchschnittliche Bruttoverdienst sank im Jahr 2009 um 0,4 Prozent auf 27.648 Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Jahr 2010 waren es noch gut 100 Euro mehr.

    Und unsere Lösung? Jedenfalls die, die uns die offiziellen Medien mit verbaler Gewalt täglich verkaufen wollen? Menschenopfer. Alles noch in der zuckerfreien "light" bzw. "alkoholfrei" oder "bleifrei"-Version, aber nichtsdestotrotz dazu geeignet, dank intensivster Entwürdigung enorme seelische Schäden bis hin zum Suizid bei den Betroffenen auszulösen. Dabei ... könnten wir alle Arbeitslosen, alle Rentner, alle Kinder und Frauen und Kranken erschießen, verbrennen, vergasen - es würde an der Zukunft Deutschlands nichts ändern.

    Es herrscht Krieg. Das ist klar. Mir und den Griechen, die als erstes europäisches Volk Opfer des Krieges werden. Gehen sie pleite, dann rollt die Krise weiter, da alle "reichen" europäischen Länder Griechenland Geld geliehen haben, das dann nichts mehr Wert ist. Dann bekommen wir ein höheres Rating, die Zinsen steigen ... das Spiel geht weiter.

    Griechenland wird von feindlichen Horden belagert. Nun - die kennen sich da aus. Die hatten in ihrer Geschichte schon oft damit zu tun. Die Versorgungslage der Bevölkerung wird knapp - wie auch bei uns.
    "Kürzt bloß bei den Anderen" "Gebt mir mehr", so schrillt es durch die Medienlandschaft. Auch hier ist schon vielen klar: die Versorgungslage der Bevölkerung wird knapp. Man macht sich Gedanken darüber, wie lange man aushalten kann, wenn die Geschäfte zubleiben, weil die Leute ihre Waren nicht mehr bezahlen können. Zuletzt hörte ich darüber eine einstündige Sendung auf WDR 5. Gewinner der Krisenmeisterer war der Kleingärtner mit sechs Monaten.

    Der Dank der Banken für die Rettungsaktion der Bürger besteht halt darin, die wirtschaftliche Existenz der Bürger zu vernichten. Und wenn die dahin ist, dann leben die Bürger auch nicht mehr lange. Wie merken: der moderne Krieg ist nicht weniger tödlich als der alte, aber er ist leiser und man muß nicht mehr unbedingt Truppen bewegen. Schwerter braucht man ja auch nicht mehr, oder. Es ändert sich halt immer was.

    Von Krieg zu reden halte ich für wichtig. Kaum ein Wort zeigt deutlicher, das es nun Ernst wird. In der rundumversorgten Gesellschaft der Wohlstandsblasen, die Krieg nur aus Geschichtsbüchern, Filmen und Games kennen, ist es wichtig, das Wort zu benutzen.

    Und der Krieg tobt auch schon in Deutschland. Es sind nicht nur die Spießbürger, die jetzt panisch hin und herrennen. Wir haben da das gleiche Problem wir Griechenland:

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article6637456/Griechenland-braucht-eine-neue-Elite.html

    In Griechenland geht es nicht allein um Staatsschulden. Kern der Tragödie ist eine schamlose Klientelpolitik, eine übergroße und korrupte Staatsmaschine sowie das Streben vieler Griechen nach schnellem Reichtum. Nur eine neue Politiker-Generation kann die Krise lösen.

    Und hier sehen wir doch gleich auch die Lösung für Deutschland:

    In Deutschland geht es nicht allein um Staatsschulden. Kern der Tragödie ist eine schamlose Klientelpolitik, eine übergroße und korrupte Staatsmaschine sowie das Streben vieler Deutscher nach schnellem Reichtum. Nur eine neue Politiker-Generation kann die Krise lösen.

    Nur leider ... haben wir Deutschen ein Problem.

    Es wird weiter Streiks und Widerstände geben gegen Liberalisierung hier und Sparen dort. Griechen sind nicht dafür berühmt, Schmerzen zu lieben.

    Wir lieben Schmerzen. Radfahren ist unser Lieblingssport: nach oben buckeln, nach unten treten. Ein Volk von Sadisten und Masochisten hat nur eine Zukunft: Leiden.

    Aber vielleicht haben wir ja dazugelernt. Zeit genug war ja. Und es wäre schön, denn Griechenlands Gegenwart ist Deutschlands Zukunft - wenn sich nichts ändert. Wir marschieren mit Riesenschritten darauf zu.

    Und es sind nicht "die Märkte" die Krieg gegen den Euro und die EU führen. Es sind Menschen und Banken. Ganz konkrete Menschen und ganz konkrete Banken. Es wäre eine Sache von einem Tag, die alle zu verhaften und dem Krieg ein Ende zu setzen...wenn wir auch so reagieren würden, als wäre Krieg. Wenn wir nicht nur so tun würden, als wären wir unveränderbar schicksalhafte Zielscheibe.

    Aber vielleicht brauchen auch wir zuerst: eine neue Elite, die uns beibringt, das Schmerzen Doof sind - Doof sein dürfen. Harte Männer ertragen keine Schmerzen, harte Männer kriegen gar nicht erst welche.
    Sie haben eben einfach keinen Spaß daran, das andere auf ihnen herumtrampeln. Und weil sie wissen, das das keinen Spaß macht, trampeln sie auch selbst nicht auf anderen herum. Sowas machen nur Sarrazins.

  • Bildungsrepublik Deutschland: Mammonismus und Charakterbildung

    Deutschland muß sich Gedanken über seine Zukunft machen. Dringend, sonst werden wir innerhalb einer Generation das Armenhaus Europas. Noch ist Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wie und wo wir unseren Platz in einer globalisierten Welt finden wollen. Als Maurer und Klempner sind wir zu teuer. Schreinerei wird uns von Maschinen abgenommen sowie bald auch die Altenpflege. Maschinenbau wird ebenfalls bald von den Schwellenländern übernommen. Falls wir nicht eine Zukunft als Wanderarbeiter in Saudi-Arabien oder Dhubai ins Auge fassen wollen (kein Scherz: viele sind ja schon da) dann sollte man rechtzeitig die Notbremse ziehen und Ressourcen suchen, Spezialisierungen suchen, die uns wieder weltweit führend machen können. Oder aber wir werden das Volk, das - von der Eu dirigiert - sich gegenseitig für ein Euro die Stunde ein-Euro-Waren verkauft.

    Wir haben da auch noch zwei. Die Ressource Sozialstaat und die Ressource Bildung, wobei letztere von aus billigst verramscht wird. Über die Ressource Sozialstaat schrieb ich schon. Die Ressource Bildung bedarf einer näheren Analyse, für die ich erstmal ins Kaiserreich zurückkehre, aus der unser jetziges Bildungssystem stammt.

    http://www.petrakellystiftung.de/fileadmin/user_upload/newsartikel/PDF_Dokus/Bueb_Erziehung.pdf

    „Die Moral unserer Jugend wurde und wird durch die offenbaren Missstände unseres
    öffentlichen Lebens, die man in den kurzen Schlagworten: Mammonismus, Alkoholismus
    (Nikotinismus) und Sexualismus zusammenfassen kann, besonders gefährdet. Diesen
    Gefahren zu begegnen und diesen Notstand, in dem sich viele Familien und Kinder befanden
    und noch befinden, abzuhelfen, wurde ich Erzieher und schuf mir, nach dem ich bereits an
    verschiedenen Plätzen für diese Überzeugung gekämpft hatte, ein eigenes Wirkungsfeld.”
    (Hermann Lietz, 1913).

    Eine recht alte Aussage, knapp hundert Jahre alt. Und ich muß persönlich sagen: als Vater von vielen Kindern erfahre ich diese Gefahren durch eigene Kinder und durch ihre Freunde als immens. Wozu noch eine Ausbildung machen, wenn man doch als Superstar in einem Monat mehr Geld verdienen kann als Papa in zehn Jahren? Wozu Latein lernen, wenn es reicht, blöd zu sein und im Big-Brother-Container zu wohnen, um berühmt zu werden? Besser als Neil Postman kann man es glaube ich kaum beschreiben:

    In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute haben diese Erscheinungen eine neue
    Dimension des öffentlichen und privaten Lebens erreicht, und zwar durch den Wandel zur
    Informationsgesellschaft. Für jedes Kind und jeden Jugendlichen sind diese genannten
    Phänomene über das Fernsehen und Internet zugänglich. Fernsehen und Internet werden
    ihrerseits zu einer bedrohlichen Sucht.
    Der amerikanische Soziologe Nell Postman hat ein bemerkenswertes Buch mit dem Titel
    ,,Das Verschwinden der Kindheit“ geschrieben Seine These lautet, dass Kindheit einen
    Schutzraum vor der Welt der Erwachsenen darstellt, einen Schutzraum besonders vor ihrer
    Sexualität, ihrer Gewalt, ihrer Korruption und ihrer Abhängigkeit vom Geld. Das Mittelalter
    kannte diesen Schutzraum nicht. Kinder waren unmittelbar am Leben der Erwachsenen
    beteiligt, sie genossen auch keinen Rechtsschutz. Erst die Neuzeit, vor allem das 19 und 20
    Jahrhundert, haben die Idee der Kindheit als eines eigenen geschützten Erfahrungsraumes
    erfunden und praktiziert.

    Die Kindheit als geschützter Erfahrungsraum? Meine Kinder haben Gewalterfahrungen als erstes in der Schule kennengelernt. Meine und die Nachbarskinder. Die Täter? Zugewanderte Menschen. Alle ohne Migrationshintergrund, alle träumten den Traum vom schmucken Eigenheim, in dem man jederzeit stolz die "Supernanny" empfangen konnte. Natürlich arbeiteten beide Eltern. Und natürlich ... verwahrlosten die Kinder. "Verwahrlost" im materiellen Sinne sahen eher die Dorfkinder aus (was mir das Leben dort so sympathisch machte): barfuß oder mit zerrissenen Strumpfhosen über die "Hauptstraße" schlendern, Bollerwagen bauen, Mäuse jagen ... alles ganz normaler Alltag.

    Dann kamen die anderen, wie eine Invasion. Und auf einmal hatten wir Eltern ganz andere Probleme.
    Sexfilme, Alkohol, Zigaretten, Drogen ... alles für Zwölfjährige verfügbar. Und nach wenigen Jahren hatten diese Menschen ... die Mehrheit im Dorf. Die Veränderung der soziokulturellen Normen waren deutlich zu erkennen. Auf einmal hatten wir, die wir niemals unsere Haustüren abschlossen und deren schlimmster Kriminalfall in zehn Jahren ein aufgebrochener Zigarettenautomat im Jahre 1995 war mit allen Formen von Kriminalität zu tun....und das alles völlig ohne Migrationshintergrund. Im Gegenteil, Hort der Asozialtität war: die gutbürgerliche Familie mit dem bunt angemalten freistehenden Einfamilienhaus.
    Opfer: die Bauernkinder - in erster Linie. Sie, von deren Arbeit wir alle leben, kamen mit den neuen normen - Handy, PC, Playstation - nicht mehr mit ... und hatten auch gar kein Interesse daran. Ihr eigenes Leben war viel reichhaltiger, vielfältiger - und sie hatten auch Zukunft: als Bauer den Hof des Vaters zu übernehmen. Sie hatten keine Zeit für Videospiele, konnten aber Kühen bei der Entbindung helfen.

    Heute, sagt Neil Postman, haben wir uns in mittelalterliche Zustände zurück entwickelt. Der
    kindliche Erfahrungsraum ist aufgehoben durch das Fernsehen und das Internet. Kinder und
    Jugendliche sind wieder unmittelbar am Leben der Erwachsenen beteiligt. Wer sich die Mühe
    machen würde, sich eine Woche lang die Fernsehprogramme zuzumuten, die Jugendliche
    vornehmlich sehen, nämlich RTL, Sat 1 und Pro 7. müsste entsetzt sein über das. was die
    Mehrzahl der Jugendlichen täglich erlebt. Jugendliche erfahren die Beliebigkeit sexueller
    Beziehungen, die Auflösung aller Bindungen, den Primat von Spaß und Egoismus, die
    grenzenlose Konsumgesellschaft, die Dauerpräsenz von Gewalt, die Selbstverständlichkeit
    von Korruption und die Abhängigkeit der Menschen vom Geld.
    Unter den Erscheinungen der Erwachsenenwelt ragt besonders die Bedeutung des Geldes
    hervor, als letzte sinngebende Instanz für das Handeln und Denken der Menschen. Wir
    erleben durch die Medien einen grenzenlosen Materialismus. Geldgier, Geldbesitz und
    Gelderwerb sind der Hauptantrieb im Guten und im Bösen. Man muss sich nur das Beispiel
    Sport vor Augen führen, um die Macht des Geldes zu erkennen. Die Güte einer Sache wird an
    ihrem materiellen Wert gemessen, der Rang von Berufen an der Höhe des Einkommens
    orientiert. In Aktiengesellschaften stehen nicht an erster Stelle die Qualität des Produkts und
    das Wohl der Mitarbeiter. sondern der Shareholder Value.

    Und weil das so ist, sterben immer mehr Menschen, denn die Qualität der Arbeit ist egal: so versagen Bremsen, Stadtarchive stürzen ein, Hüftgelenke müssen erneut raus´- und reinoperiert werden: Hauptsache, die Aktionäre bekommen mehr Zahlen aufs Konto. Und unsere Kinder erleben wieder mittelalterliche Zustände - und verlieren den Glauben an die Welt.

    "Superstars" werden gefördert - wozu sollen die lesen lernen? Und als Wert gilt nur noch eins: der Mammon. Und der hat mit der Fähigkeit lesen und schreiben zu können nichts zu tun. Entweder ist der Papa Arzt - dann wird man schon was, oder: Papa ist kein Arzt, dann muß man eben singen oder auf den Strich gehen.

    Das Mammonismus seine Schattenseiten hat, wissen sogar Börsenprofis:

    http://www.direktbroker.de/unser-service/boersenlexikon/Mammonismus%20(mammonism)/16331830/M

    Ausdruck f�r die Meinung, dass Geld die (fast) alles bestimmende Wirklichkeit in der Welt gesamthaft sei. Eine Haltung, gekennzeichnet durch die Ausrichtung allein auf den Erwerb von Verm�gen ohne R�cksicht auf andere Gegebenheiten. In der sozialistischen Anklageliteratur gegen die freiheitliche Wirtschaftsordnung der Vorwurf, die eigenst�ndige Entscheidung der Privathaushalte und Unternehmen am Markt f�hre mit innewohnender Notwendigkeit in eine Gesellschaft, in der bald alle nur noch auf Geld und Anh�ufung von Verm�gen (auf Kosten anderer, schw�cherer Personen und Unternehmen) ausgerichtet seien; auch Mancherstertum (mancuniasm; Mancunium = der lateinische Name f�r die englische Industriestadt Manchester) genannt.
    � Universit�tsprofessor Dr. Gerhard Merk, Universit�t Siegen

    (die lustigen Rechtecke stehen auch im Original ... ich lasse sie mal drin).

    Wenn man dann aber sieht, wie die Elite ihre Kinder in Privatschulen erziehen läßt, dann wird einem ganz anders:

    http://www.salem-net.de/fileadmin/Kundendaten/pdf/PERSOENLICHKEITSENTWICKLUNG/Die_7_Salemer_Gesetze/7_Salemer_Gesetze.pdf

    Die sieben Salemer Gesetze
    Die Impulse, aus denen heraus Kurt Hahn und Prinz Max von Baden 1920 die Schule Schloss Salem gründeten, kristallisierten sich zusammen mit den ersten praktischen Erfahrungen um 1930 zu den sogenannten ‘Sieben Salemer Gesetzen’.

    Sie formulieren die Grundprinzipien Salemer Erziehung, und in ihren verschiedenen Varianten in Deutsch und Englisch bestimmen sie Leben und Arbeiten in Salem bis heute.

    Erstes Gesetz

    Gebt den Jugendlichen Gelegenheit, sich selbst zu entdecken.

    Zweites Gesetz

    Sorgt dafür, daß Jugendliche Erfolg und Niederlage erleben.

    Drittes Gesetz

    Schafft den Jugendlichen Gelegenheiten, sich über die gemeinsame Sache selbst zu vergessen.

    Viertes Gesetz

    Schafft Zeiten des Schweigens - Schafft Raum für Sammlung.

    Fünftes Gesetz

    Übt die Vorstellungskraft, die Fähigkeit vorauszuschauen und zu planen.

    Sechstes Gesetz

    Nehmt Spiel und Sport ernst, aber laßt sie nicht beherrschend sein.

    Siebtes Gesetz

    Befreit die Kinder der Reichen und Einflussreichen von dem lähmenden Bewußtsein ihrer Bevorzugung.

    Es sind Lichtjahre, die diese Form der Charakterbildung von dem Bildungsalltag deutscher Gymnasien unterscheidet, wo jede mathematische Niete dank "sonstiger Mitarbeit" eine drei einfahren kann und dann erst später im Leben merkt: "Mensch, ich kann ja gar nicht rechnen!" ... und häufig melden bringt an der Kasse bei Aldi auch nichts, die wollen Geld für ihre Waren, sonst nichts.

    Förderung von Phantasie, Charakter, Verantwortungsgefühl, Gemeinschaftsbewußtsein, Mitleid, Individualität ... aber nur noch für die, die es sich leisten können. Und jene Zöglinge sind es dann wohl auch, die dieses Land - durch Sarrazins und Henkels angewiedert - verlassen: sie haben jetzt Charakter, aber Land und Leute nicht mehr.

    Wer diese Gesellschaft verändern will, der muß genau dort ansetzen: in der Schule. Nicht politische Parteien werden dieses Land verändern, sondern mündige Bürger. Und so könnten wir zur Hochschule der Welt werden - uns würde man das abkaufen, Brasilien, China und den USA nicht. Wir haben Kant, Marx, Luther, Beethoven und viele andere Größen hervorgebracht, wenn wir an diesem "Markenzeichen" anknüpfen, haben wir die nächsten 500 Jahre Ruhe - und Arbeit genug.

    Ganz Deutschland wird ein Bildungsgarten, in den die Weltbürger ihre Kinder schicken.

    Ein schöner Traum, oder? Wir hätten wieder Arbeit für alle Bewohner des Landes, unser sozialer Friede würde den Bürgern aller Nationen ein Beispiel geben können und am "Deutschen Wesen" könnte endlich mal "die Welt genesen" ... damit auch die Reichsdeutschen glücklich werden, auch wenn das Ergebnis und die Wege nicht ihren Wünschen entsprechen.

    Ich schätze aber, das wird ein Traum bleiben, da bildungsferne Politiker inzwischen ihren eigenen wahnhaften und widerlichen Phantasmen nachjagen. Und dank ihnen wird Deutschland am Ende der Globalisierung ein deindustrialisierter Slum werden.

    Unser Autobahnen geben jetzt schon nach.

  • Ostdeutsche ... noch ganz dicht? Oder linke Strammrechts?

    Ich glaube das ja nicht. Aber hier steht´s:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/umfrage-ostdeutsche-fuer-arbeitspflicht-von-hartz-iv-empfaengern-1547649.html

    Alle gesunden Hartz-IV-Empfänger sollten zu einer gemeinnützigen Arbeit verpflichtet werden - das fordern 69 Prozent der Ostdeutschen laut einer Umfrage. Jeder Zweite findet es gut, dass FDP-Chef Guido Westerwelle in der Sozialstaatsdebatte Klartext redet.

    Immerhin ist der Osten der Rekordhalter in der Arbeitslosigkeit:

    http://www.bpb.de/wissen/MCBEV2,0,0,Arbeitslosigkeit_nach_L%E4ndern.html

    Die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Ostdeutschland lag im Jahr 2007 bei 16,8 Prozent und war damit doppelt so hoch wie in Westdeutschland (8,4 Prozent). Selbst Thüringen, das im selben Jahr die niedrigste Arbeitslosenquote in Ostdeutschland hatte, lag mit einer Quote von 14,0 Prozent 3,9 Prozentpunkte über dem Durchschnitt Deutschlands (10,1 Prozent).

    Ich gestehe, das mich diese Umfrage ziemlich umhaut. Das es einzelne Wendehälse und Krakeeler gibt, die verzweifelt versuchen, durch rechtsradikale Sprüche wieder einen Job bei der Bildzeitung zu bekommen weil der Zug bei der SED für sie seit dem Mauerfall abgefahren ist, kann ich mir erklären. Das ist für einen bestimmten Charaktertypus den keine Firma freiwillig einstellen würde selbstverständlich.

    Das aber ein ganzes Volk nahezu geschlossen rechtsradikale Parolen drischt nachdem man gerade erst den Honecker vergessen hat, haut mich echt um.

    "Unter Adolf gab es keine Arbeitslosen", "der hat noch gewußt, wie man die an die Arbeit kriegt" waren Sprüche, für die Rentner in den siebziger Jahren im Westen noch eins aufs Maul bekommen haben.

    Aber es kommt noch besser:

    Fast alle - nämlich 93 Prozent der Ostdeutschen - unterstützen die Auffassung von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), dass Kindern von Hartz-IV-Empfängern vorzugsweise nicht mit zusätzlichem Geld, sondern mit Sach- und Dienstleistungen wie kostenlosem Schulessen geholfen werden sollte. Nur fünf Prozent lehnten das bei der Umfrage ab. Die Hälfte der befragten Ostdeutschen - 48 Prozent - lehnen eine Hartz-IV-Erhöhung ab,

    Nur eine kleine dumme Umfrage der Super-Illu, die ja für ihre hochqualifizierte Leserschaft bekannt ist.
    Trotzdem eine Umfrage, die mich sehr stutzig werden läßt. Anderen Umfragen zu Folge ist die Mehrheit der Deutschen gegen diesen Hartz-Wahn ... heißt das also, es gibt noch ein ganz anderes Ost-West-Gefälle als das was offiziell so gerne dargestellt wird? Demokraten im Westen, präfaschistische Asoziale im Osten?

    Die "Linke" hat im Osten ihre Stammwähler ... heißt das, das auch diese Partei dann letztendlich die Begierden der Asozialen befriedigen wird - so wie sie es in Berlin schon tut?

    Gerade die Leute, die vom Goldenen Westen nach Strich und Faden ausgenommen worden sind (und für die der westliche Steuerzahler ordentlich bluten mußte), in denen die NPD einen Riesenerfolg nach dem anderen feiert und eine Anzahl "national-befreiter Zonen" schuf wenden sich gegen das Gerechtigkeitsprinzip, denen sie ihr Überleben verdanken?

    Gut, 26 % waren dagegen. Um weitere Verzerrungen der politischen Landschaft zu vermeiden, würde ich doch vorschlagen: die laden wir alle in den Westen ein. Die kriegen auch einen höheren Hartz-IV-Satz. Wenn wir den Osten nicht mehr als Klotz am Bein haben, können wir uns das locker leisten. Und dann ziehen wir das Westkapital aus dem Osten heraus, verabschieden uns mit brüderlichen Grüßen, machen die Grenzen dicht, schenken denen noch Berlin und lassen sie alleine ihren Arbeitspflichtsstaat aufbauen. Das können die dann gerne machen, aber nicht mit meinem Geld.

    ...

    Und genau das befürchte ich wird die Meinung der Mehrheit der Westdeutschen sein. Der Ossi ist nicht nur unfähig und faul, er beißt auch noch die Hand die ihn füttert. Und das wird ... zu blankem Hass führen.
    Die Einheit Ost/West war undurchdacht und politisch aufgezwungen. Jeder Westdeutsche durfte dafür zahlen.
    Ich gestehe - ich habe es gerne gemacht. Fand das in Ordnung. Aber ich weiß auch, das es andere Meinungen gab.

    Und jetzt so eine Meinung ... das zerrüttet das Vertrauen des altdemokratischen Westen in den frisch demokratisierten Osten sehr.

    Wem nützt das wohl? Wer hat die Umfrage gemacht, wem gehört Super-Illu? Schon ... mal wieder ... eine Positionierung für die anstehenden Verteilungskämpfe? Wenn ja, dann war die gut. Ab heute dürften einige Millionen Deutsche mehr der Meinung sein, das wir uns den Osten nicht mehr leisten können - kulturell gesehen. Und finanziell würde das gerade ganz gut passen. Zufälligerweise.

    Oder ist der Ostbürger wirklich vom Grundsatz her so eine Faschistensau? Ich habe ein paar dutzend persönlich kennengelernt und fand, das waren klasse Leute. (Wir berichteten). Insofern verwundert mich diese Umfrage sehr ... und verunsichert mich ebenso, wie sie viele andere verunsichern würde.

    Gerade hinsichtlich der Frage: was macht die LINKE eigentlich, wenn sie an der Macht ist? Was in Berlin abgeht, das läßt nichts Gutes hoffen. Immerhin: Sarrazin klopfte seine Sprüche ungestört unter rot/rot.

    Und obwohl ich gestehe, im Interesse der Satire in diesem Artikel ziemlich überzogen zu haben und mich damit an jedem westdeutschen Stammtisch erfolgreich positionieren könnte, muß ich doch sagen: das Opfer so nach Züchtigung schreien sollten ... ist mir unheimlich. Wirklich unheimlich. Also, ich meine - wer arbeitslos ist und meint, er müsse was für die Gemeinschaft tun - dem steht doch nichts im Wege, oder?

    Dafür braucht man doch keine gesetzlich verankerte Arbeitspflicht. Oder sucht man wieder den starken Mann, den Rächer des Volkswillens, der endlich mal ein paar Arschlöcher leiden läßt und sie durch den Schornstein in den Himmel schickt?

  • Deutsche schämt Euch für ... Sarrazin!

    Nun, jetzt dreht der kleine Junge endgültig durch. Thilos Sarrazin, größter Spaßvogel der Nation, hat nun den Bogen soweit überspannt das selbst Heinz Buschkovsky, dem Neuköllner Bürgermeister, schlecht geworden ist.

    Man diskutiert ja gerade in der SPD darüber, ob man den Mann ausschließen sollte. Wieso eigentlich? Ohne die SPD hätte es doch gar keine Unterschicht gegeben, über die sich Thilo auslassen könnte. Thilo, selbst lange Jahre hauptberuflich Arztsohn, dann - als alle reich geworden sind und Karriere gemacht haben, bleib er auf der Strecke und hat gerade nochmal den Berliner Finanzsenator bekommen. Jetzt ist er 65 und das mit dem Bundeskanzler wird wohl nichts mehr.

    Aber Sprüche klopfen und damit das Bild des häßlichen Deutschen im Ausland wieder aufleben lassen, das kann er gerade noch, bevor er dem Steuerzahler weiter auf der Tasche liegt.

    http://de.news.yahoo.com/26/20100302/tde-sarrazin-riskiert-mit-provokationen-e7455f6.html

    In dem Zeitungsbeitrag spricht sich der 65-Jährige erneut gegen höhere Hartz-IV-Sätze und höhere Bildungsausgaben zur Förderung der Unterschichtkinder aus. Alles sinnlos, weil Intelligenz weitgehend erblich sei, findet der Arztsohn.

    Da kann man nur sagen: entweder war sein Vater ziemlich blöde, oder aber der gute Thilo ist der Beweis der Fehlerhaftigkeit seiner eigenen Therorie. Doch damit ist die Sache für Thilo noch lange nicht ausgestanden. Immerhin sind er und seine Frau gut in Staates Schoß aufgehoben, da kann man jetzt mal richtig austeilen:

    Und schmäht ungewohnt drastisch einen Wissenschaftler in Anspielung auf ein Schopenhauer-Zitat als «Afterwissenschaftler».
    Der Politologe des Moses-Mendelssohn-Zentrums in Potsdam hatte frühere abwertende Äußerungen Sarrazins über Türken und Araber in Berlin, denen er zu großen Teilen die Leistungs- und Integrationsbereitschaft abspricht, als «eindeutig rassistisch» eingestuft. Dieses Gutachten hält der SPD-Politiker nun intellektuell und moralisch für unsauber und schleimig, gibt ihn die «Süddeutsche Zeitung» wieder.

    Aha. Afterwissenschaftler mit schleimigen Gutachten. Meine kleinen Kinder würden dazu ringelreihtanzend singen: "Wer es sagt der ist es auch!". Allerdings weiß ich nicht, ob man den "Wissenschaftler" bei Sarrazin nicht streichen müßte, kenne gerade seine Vita nicht. Von seiner proletarischen Ausdrucksweise her würde ich mal vermuten, das er eher bildungsfern veranlagt ist.

    Natürlich stinkt der kleine Knilch mit seinem Hang zur Großmannssucht inzwischen auch schon die Parteifreunde an:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/543/504752/text/

    Berlins Stadtoberhaupt Wowereit und der Neuköllner Bürgermeister Buschkowsky wenden sich gegen Noch-SPD-Parteifreund Sarrazin. Ein Vorwurf: "Nackter Rassismus".

    Der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit zum Beispiel, einst Sarrazins Chef, äußert sich nur noch ironisch über den Schlagzeilen-Helden: "Jemand, der so ein Gehalt hat, ist auch ein wunderbarer Ratgeber, dass er anderen, die wenig Geld haben, sagt, was sie einkaufen müssen, dass sie kalt duschen müssen und wie hoch die Zimmertemperatur ist", sagte Wowereit in der ARD-Talksendung Beckmann.
    Bundesbank-Vorstand Sarrazin hatte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung Hartz-Empfängern empfohlen, lieber kalt zu duschen: "Warmduscher sind noch nie weit gekommen."

    Da kann er ja aber auch nur froh sein, denn wenn er zu seinen Zeiten mehr Konkurrenz gehabt hätte, dann wäre er jetzt auch ganz woanders.

    Wer mit 15 Jahren Schulversager sei, komme mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch in seinem weiteren Leben nicht mehr in die Spur", zitiert ihn die SZ.

    Das sagt der kleine Thilo, dem die langhaarigen Jungs mit den Lederjacken in der Schule immer sein Pausenbrot ins Gesicht geschmiert haben, weil sie den Spruch "Mein Papa ist Arzt" nicht mehr hören konnten - und noch heute will der kleine Thilo mit aller Gewalt Rache dafür. Immerhin hat er von Lehrern und Professoren für diesen Papa gute Noten bekommen. Ist ja heute auch noch so. Aber trotz Ärzteschwemme hat immer noch nicht jeder einen in der Verwandschaft.

    Sarrazin hatte auch erklärt: "Jemanden, der als Teenager immer noch nicht richtig lesen kann, den lasse ich nicht zurück. Da sage ich: 'Das ist nun mal so'." Solche Einschätzungen sind für Buschkowsky "sehr nah an der Rassentheorie".

    Nun, nicht nur der Buschkovsky merkt, das Thilo inzwischen in dem Bereich der Therapiepflichtigkeit angelangt ist.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/543/504752/text/4/

    Der Kreisverband Spandau und die Ortsabteilung Alt-Pankow hatten den Parteiausschluss des früheren Berliner Finanzsenators beantragt, weil sie ihm parteischädigendes Verhalten vorwerfen. Sie stuften provokante Interview-Äußerungen von Sarrazin über Ausländer auf der Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens als klar rassistisch ein. Das sei unvereinbar mit SPD-Positionen.

    Ich frage mich, welche SPD-Positionen die meinen, werde aber vielleicht mal drüber aufgeklärt, was da noch geheim in den Schränken der Partei schlummert.

    Was zeigt die Posse? Das sich Politiker inzwischen erlauben können, dem Volk ungestraft ins Gesicht zu spucken. Das demonstriert Sarrazin sehr genußvoll, weil er weiß: ihm kann keiner mehr. Er ist im Boot und kann sich jetzt richtig auslassen. Frau wird vom Staat bezahlt, Thilo wird vom Staat bezahlt, Pensionen werden reichlich fließen - jetzt kann man dem blöden Steuerzahler mal richtig das Pausenbrot ins Gesicht schmieren.

    Ach ja ... welches Boot noch?

    Das werden wir noch sehen. Schröder und Clement haben auch eins bekommen.

    Und vom Berliner Finanzsenator zur Bundesbank ... das war schon ein großer Schritt.

    Zeit für die Aktion: "Deutsche, schämt euch für Sarrazin!"

    Die brauchen wir jetzt, denn unser Ruf in den USA leidet nachhaltig unter dem kleinen Mann (wir berichteten). Ich denke, so könnte man zeigen, das der häßliche Deutsche der Vergangenheit angehört und das wir bestrebt sind, Thilo ins Heimatmuseum zu verfrachten, als letzter Vertreter nationaldeutschen Gedankengutes auf deutschem Boden.

    Auch wenn sein Papa Arzt war.

  • BRD - Bananenrepublik Doofland, Restleben und das Bundestagsradar

    Doofland ... hört sich flapsig an. Ist es auch. Aber: man ist ja eigentlich irgendwie stolz drauf, doof zu sein, oder? Gab es nicht mal eine Gruppe mit dem Namen: die Doofen?
    Ist es nicht - vor allem im Privatfernsehen - schon guter Stil zu sagen: ich bin stolz ein Doofer zu sein?
    Gab es da nicht mal eine gewisse "Big-Brother-Show" in der jemand berühmt wurde, weil der das Bildungsniveau von Uganda unterschritt? Ich nenne jetzt keine Namen ... nur so allgemein gefragt?

    Also ist Doofland doch vielleicht sogar ein freundlicher und erwünschter Artikel. In Doofland interessiert man sich für Sport (vor allem Fußball), für Autos, für Frauen (wenn sie hübsch sind),
    man arbeitet gerne für wenig Geld oder am Besten ganz umsonst und wenn man noch drei IQ-Punkte weiter verliert spart man die Toiletten denn dann machen wieder alle auf die Straße und gackern sich dabei kaputt.

    Doofland kennt Herrenmenschen und Herdenmenschen. Herrenmenschen kommen ins Fernsehen, man erfährt, was sie essen, mit wem sie Geschlechtsverkehr haben, was sie letzte Woche in New York eingekauft haben, welche Autos sie fahren (ein ganz wichtiges Zeichen für Herrenmenschenautos ist ein exorbitant hoher Spritverbrauch, alldieweil Herrenmenschen keine Ressourcenknappheit kennen - die saufen sogar Benzin zum Frühstück), welche Bälle sie in welchen Kleidern besuchen und was sonst noch so interessant ist.

    Herdenmenschen kommen auf den Friedhof. Noch. Sie sind lästig, kosten viel Geld, das man zur Ausstattung der Herrenmenschen mit Edelstoffen von Luxusschneidern sowie der Verdeckung von Körpergerüchen durch Nobeldüfte dringend braucht weil der Satz: "Geld stinkt nicht" eben doch gelogen ist.

    In einer Werbebroschüre von Mercedes aus den neunziger Jahren las ich mal vom "Restverkehr", das ist alles, was auf der Straße rollt und nicht Mercedes ist. Schon damals hätte ich gerne sofort etwas darüber veröffentlicht, denn man hätte alleine aus diesem Spruch, der ja das Lebensgefühl von Mercedesfahrern einfangen soll, die Sozialpolitik des 21. Jahrhunderts ableiten können.

    Da wir aber schon damals anfingen, richtig albern und doof zu werden und sehr stolz darauf waren, das das Volk der Dichter und Denker sich - wie lustig - vor Blödheit in die Hose macht, hätte das damals wahrscheinlich sowieso keiner lesen wollen. Wäre ja uncool und negativ gewesen.

    Wir sind ja cool und positiv und rechnen dem Krebspatienten jeden Tag vor, wieviel gesunde Zellen er noch hat und das er sich deshalb total freuen sollte. Anderen Leichen geht es nicht so gut.

    Kurz gesagt: wir haben gelernt, uns darauf zu konzentrieren was wir sind: RESTLEBEN. Die Gesamtperspetive von RESTVERKEHR. Und diesen Rest Leben sollte man genießen, denn wir kriegen jeden Tag etwas weniger davon. Weniger und weniger und weniger.

    Trotzdem interessieren wir uns hauptsächlich für: Lifestyle. Wie man leben könnte, wenn man nicht zum Restleben gehören würde. Wenn man zum echten Verkehr gehören würde: zu den Mercedesfahrern.

    http://de.lifestyle.yahoo.com/01032010/434/busenschau-freizuegiges-frankreich-filmpre.html

    Freizügiges Frankreich: Bei der Filmpreisverleihung in Paris ließ Ex-Model Laetitia Casta dank Transparentrobe keine Figur-Frage offen.

    Ich kenne die Frau nicht, aber Yahoo scheint der Meinung zu sein, das mein Leben davon abhängen könnte, über ihre Kleidung bzw. ihren Busen Bescheid zu wissen. Die Nachrichten sind voll von diesem Müll, dieser Sonderform des Terrors - aber die Doofen fressen das wie Gammelfleisch. Und obwohl schon ganze Bücher über die Generation Doof geschrieben worden sind, unternimmt niemand etwas, um diesen Zustand zu ändern.
    Warum auch - wir haben es geschafft. Fünfundsechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges halten uns die Amerikaner nicht mehr für Nazis. Jedenfalls viele nicht.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,681124,00.html

    "Wir sehen das beste Umfrageergebnis seit Beginn unserer Erhebungen", sagte der deutsche Botschafter in den USA, Klaus Scharioth, bei der Vorstellung einer repräsentativen Studie des German Information Center zum Deutschlandbild der Amerikaner. 48 Prozent der befragten US-Bürger hatten demnach einen ausgezeichneten oder guten Gesamteindruck von Deutschland.

    52 % halten uns wohl immer noch für Nazis dank Olaf Henkel und Thilo Sarrazin (wir berichteten), aber der Trend geht nach oben, wahrscheinlich, weil wir bald so doof sind wie der amerikanische Durschnittsbürger.
    Zeigt ja Pisa deutlich ... war uns auch egal. Genauso wie egal es uns ist, wer eigentlich für uns im Bundestag sitzt und uns regiert. Aber dagegen hat Spiegel-Online jetzt etwas getan: das Bundestagsradar:

    http://www.spiegel.de/flash/flash-22868.html

    Da erfahre ich, das ganz hinten rechts außen der Diplom-Ökonom Harald Koch sitzt. 56 Jahre, verheiratet, drei Kinder. Er ist leitender Kreisverwaltungsdirektor und hat einige Funktionen bei der AWO inne.

    Ganz links oben sitzt Mechthild Dykmanns, Richterin, verheiratet, zwei Kinder.

    136 Abgeordnete sind ledig. 214 haben keine Kinder. 205 sind Frauen, davon 82 Kinderlos. Eine kinderlose Frau bei der CSU, 19 bei der CDU. Die Linken haben alle mehr.

    Hätte ich nicht zu tun, könnte ich den ganzen Tag an diesem Radar verbringen. Die Namen, Nebenbeschäftigungen und sozialen Positionierungen von Abgeordneten sind insgesamt doch wichtiger als der Busen von irgendwem. Ich möchte doch wissen, wer von wem welche Bananen bekommt und uns für Doof verkauft.

    Traue ich einem Kreisverwaltungsdirektor und Diplom-Ökonom zu, dieses Land zu verändern? Nein. Aber er will es, er ist bei den Linken. Und wenn er an der Regierung ist ... wird er dann braun wie die verwelkten Grünen? So was interessiert mich halt.

    Leider geht es mir wie allen anderen, denen in diesem Land nur noch Restleben zusteht - ich habe keine Zeit, mich um diese Details zu kümmern. Und vieles von meiner Zeit wird mir auch noch bewußt gestohlen, weil ich mir Nachrichten über Sport, Autos und Frauen erschlagen werde. Aber in der Bananenrepublik Doofland darf man als Bürger wohl nichts anderes mehr erwarten.

    Echtes Leben und echte Nachrichten bekommen nur noch die Menschen, die sich so ein Auto leisten können:

    http://www.welt.de/motor/article6610397/918-Spyder-Porsches-Paukenschlag-hat-700-PS.html

    Dafür sorgt zuallererst der vielleicht leistungsstärkste Plug-In-Hybrid aller Zeiten. Neben einem 3,4 Liter großen und mindestens 500 PS starken V8 aus dem Le Mans-Rennwagen RS Spyder, der direkt hinter den Sitzen montiert ist, gibt es vorn und hinten zusätzliche Elektromotoren mit zusammen noch einmal 218 PS. So kommt der Tiefflieger auf über 700 Pferdestärken, die nur wenig Last zu schleppen haben.

    Soviel PS und nur zwei Sitze ... das ist nur was für Kinderlose. Außerdem paßt da noch nicht mal ein Ballen Heu ´rein, wird man also in der Eifel nie sehen. Und den mit Kupplung für ´nen Hänger - gibt es wahrscheinlich nicht. Wofür braucht man also sowas?

    Na, fürs echte Leben. Das hat mit Kindern, Nahrungsmittelanbau und Gütertransport nichts mehr zu tun.
    Um sowas zu verstehen, muß man schon ganz schön ... anders sein. Und in Doofland leben. Bananenrepublik Doofland - wo man Politiker noch kaufen kann, wo man trotz Krise noch mit 300 Km/h über die Bahn brettert
    während die Trümmerfrauen als arme Rentnerinnen verhungern.

    Das Lady Gaga inwischen irgendeine Berühmtheit ist, wundert mich nicht. Bei soviel Schwachsinn wird wohl jeder mit der Zeit so: richtig gaga.

  • Deutschland und Griechenland: über Diäten, Einkommen und Hartz IV

    Diäten ist ja ein Wort aus dem griechischen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Di%C3%A4t

    Der Begriff Diät kommt von (griech.) dίaita und wurde ursprünglich im Sinne von „Lebensführung“/„Lebensweise“ verwendet.

    Die Lebensführung unserer Abgeordneter ist nun mit dem umgangssprachlichen Begriff Diät, bei dem man unwillkürlich an Verzicht, an Askese und Bescheidenheit denkt, nicht in Einklang zu bringen, wie etwas bei Frank Steffel, CDU

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6612449/Das-verdienen-unsere-Abgeordneten-nebenbei.html

    Etwa Parlamentsneuling Frank Steffel (CDU).

    Auf die Monatsdiäten von 7668 Euro und die Kostenpauschale von 3969 Euro dürfte der Geschäftsmann aus Berlin-Reinickendorf kaum angewiesen sein. Als Geschäftsführer seines Teppichhandels bezieht er neben dem Mandat noch ein nach oben offenes Monatssalär in der Abgeordneten-Stufe 3 (über 7000 Euro). Dazu kommen zum Beispiel noch monatlich zwischen 1000 und 3500 Euro (Stufe 1) für den Beirat in der der Berliner Spielbank. Ferner gibt Steffel rund 20 Beteiligungen an Kapital- und Personengesellschaften an.

    Vielleicht sollte man hier das gleiche Prinzip anwenden wie bei Hartz IV: erst dann in die Staatskasse greifen, wenn man es selber braucht. Das würde sich zumindest fair anhören. Oder sich an Griechenland ein Beispiel nehmen. Dort verdienen die Abgeordneten nur soviel wie bei uns, obwohl die Lohnstückkosten und somit wohl auch die Verdienste um 25% höher liegen. Griechenland ist halt nicht wie Deutschland ein Billiglohnland sondern eine westeuropäisches Industrieland, das durch zwielichtige Banker an den Rand des Ruins getrieben wurde. Und weil die Abgeordneten sich der Realität stellen und nicht den Durchhalteparolen der Medien oder auf den Endsieg vertrauen, ziehen sie nun Konsequenzen:

    http://www.go2hellas.net/griechenland-blog/2009/angekuendigte-kuerzung-der-diaeten-entzweit-parlamentarier-in-griechenland/1110/

    Jorgos Karatzaferis, Vorsitzender der LAOS-Partei, sprach sich dagegen sogar ausdrücklich für eine Kürzung der Bezüge der Parlamentarier um 50% aus: “Ich glaube, dass wir Abgeordnete für die Dauer der Krise eine Kürzung der Bezüge um 50% beschließen müssen. Wir können dem griechischen Volk nicht sagen, den Gürtel enger schnallen zu müssen, während wir es uns auf dem Polster der (monatlich) 7.000 Euro bequem machen.“

    Noch besser sind die griechischen Kommunisten. Schade, das so etwas in Deutschland verboten ist. Jetzt weiß man vielleicht auch, warum:

    Ergänzend sei angemerkt, dass sich – auf Monatsbasis umgerechnet – die Gesamtbezüge zahlreicher Parlamentarier in Griechenland im fünfstelligen Bereich bewegen. Einzig und allein die Abgeordneten der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) zahlen ihre Vergütungen seit eh und je in die Parteikasse ein und behalten für die persönlichen Bedürfnisse nur einen relativ bescheidenen Betrag zurück, der in etwa dem Gehalt eines für griechische Verhältnisse gut bezahlten Facharbeiters entspricht.

    Die scheinen ja noch richtige Idealisten zu haben, diese Griechen. Kein Wunder: Kernland der europäischen Demokratie. Da wir die jetzt retten müssen, sollten sich unsere Abgeordneten vielleicht mal ein Beispiel an ihnen nehmen. Immerhin: unsere Staatsverschuldung ist auch nicht von schlechten Eltern. Einfach mal 50 % runter, das wäre doch schon mal was. Und wem das zuviel ist, der kann ja zurück in die Wirtschaft - falls er da jemals war. Es gibt doch Millionen von gutbezahlten Jobs da draußen, vor denen die Hartz-IV-Abhängigen seit Jahren erfolgreich in die soziale Ausgrenzung und Armut flüchten, weil das so schön ist.
    Da sind doch sicher auch für Abgeordnete tolle Alternativen vorhanden, z.B. im ein-Euro-Bereich.

    Warum sollte es den Vertretern des deutschen Volkes auch besser gehen als dem Volk selbst:

    http://www.welt.de/finanzen/article5745948/Viele-Deutsche-verdienen-weniger-als-1990.html

    Der Studie im Auftrag des „Stern“ (www.stern.de) zufolge ist beispielsweise das Einkommen von Werbefachleuten, Informatikern und Zahntechnikern um mehr als 30 Prozent gesunken. Besonders dramatisch sei der Verlust bei Ärzten.

    Mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von 6400 Euro im Jahr 2008 seien sie zwar noch die Top-Verdiener. Doch die Gesundheitsreform und die niedrigen Einstiegsgehälter bei den Berufsanfängern hätten ihnen im Vergleich zu 1990 ein reales Minus von 50 Prozent beschert.

    Die Krisentreiber jedoch haben sich die Taschen vollgestopft:

    Auf der Gewinnerseite stehen laut dem „Stern“-Bericht unter anderem Makler, Verwaltungsfachleute sowie Bankkaufleute und Anlageberater.

    Und auch wer beim Staat gut untergekommen ist, hat von der Entwicklung in der Realität nichts mitbekommen:

    Dem Report zufolge konnten Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst ihr Einkommen deutlich steigern. Mit Blick auf die Hierarchie im Betrieb zeige sich, dass vor allem Angestellte mit Führungsaufgaben ihr Einkommen verbessert hätten: inflationsbereinigt um 18 Prozent.

    Da sage doch noch jemand: Arbeit würde sich nicht mehr lohnen. Zum Beispiel an Spekulationen gegen Griechenland, die das Land noch weiter in den Ruin treiben, kann man noch super verdienen, auch wenn man dafür mit "Folter" bedroht wird:

    Berlin (Reuters) - Der luxemburgische Ministerpräsident und Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat den Finanzmarktsakteuren angesichts andauernder Spekulationen gegen das hoch verschuldete Griechenland Sanktionen angedroht.

    http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE62007L20100301

    "Wir haben die Folterwerkzeuge im Keller, und wir zeigen sie, wenn es nötig ist", sagte Juncker dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). "Wir müssen das Primat der Politik wieder stärken, sie muss die Finanzmärkte stoppen können." Die Politik sei nur soweit erpressbar, wie sie sich erpressen lasse. Sollte Griechenland seine Vorgaben einhalten, die Märkte aber dennoch weiter gegen das Land spekulieren, "werden wir die Märkte da nicht einfach durchmarschieren lassen."

    Nun, die Märkte sprich Banker, Verwaltungsfachleute und Anlageberater werden sich das Geschäft von irgendeinem Politiker nicht versauen lassen. Immerhin zahlt man dafür:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6612449/Das-verdienen-unsere-Abgeordneten-nebenbei.html

    Das mit 23 Jahren jüngste Parlamentsmitglied, Florian Bernschneider, muss auf solche Angebote noch warten. Der Student von der FDP weist lediglich die Übernahme seiner Studiengebühren durch die Norddeutsche Landesbank aus.

    Somit haben wir doch heute auch Maßnahmen gegen die Krise und unseren eigenen drohenden Staatsbankrott
    erkannt: die Bezüge der Staatsdiener können gut eingespart werden. Die tauchen bei den Vergleichsuntersuchungen der Hartz-IV-Abhängigen nirgendwo auf, weil sie noch nicht mal ansatzweise in die Nähe des Regelsatzes kommen. Immerhin: für einen Abgeordneten kann man locker zwei Dutzend Hartz-IV-Bezieher finanzieren. Letztere haben keinerlei Nebeneinkünfte aber dafür häufig schon mehr gearbeitet als der Volkstreter. Entschuldigung: Volksvertreter.

    Die Griechen haben sich übrigens schon daran gewöhnt, bezahlen zu müssen.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article6616995/Griechenland-aechzt-auch-unter-der-Korruption.html

    Griechenland hat nicht nur ein Schuldenproblem, auch die Korruption breitet sich immer weiter aus. Ob die Ausstellung eines Führerscheins, Baugenehmigungen oder Steuerprüfungen – pro Jahr zahlt jeder Bürger durchschnittlich 1355 Euro Bestechungsgeld. Laut Transparency Internernational ist das sogar nur die Spitze des Eisbergs.

    Man sieht ... die Griechen können sich sowas noch leisten. In Deutschland wäre dafür kein Geld übrig.
    Korruption in Deutschland - erfahre ich da so nebenbei durch die an den WELT-Artikel angehängte Rangliste - ist schlimmer als in Hongkong, während Griechenland besser dasteht als unser wirtschaftliches Vorzeigemusterland China.

    Aber das ist ja auch ein Vorzug des Billiglohnlandes Deutschland: hier wäre eine wachsende Korruption unbezahlbar.

    Und jetzt muß die Bundeskanzlerin dem deutschen Volk klar machen, warum man die Griechen retten muß, die mehr verdienen, früher in Rente gehen und das ganze Jahr in einem unserer Urlaubsländer wohnen.

    Kein leichter Job für Frau Merkel. Zumal das ganze wieder richtig teuer werden kann:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article6614681/Die-griechische-Zwickmuehle-ist-fuer-Merkel-heikel.html

    152 Milliarden Euro brauchen die drei Länder 2010. Bekommen sie das Geld nicht, müssten Banken und Fonds Milliardenbeträge auch auf ihre alten Anleihen abschreiben. Wieder wäre die Finanzwelt am Rande des Abgrunds.

    Also müssen wir zahlen. Und wir Deutschen werden auch wieder zahlen. Wir haben uns die Arbeitslosenversicherung wegnehmen und durch Hartz-Almosen ersetzen lassen (wofür die Beiträge natürlich nicht gekürzt wurden, weshalb die BfA jetzt sehr gut dasteht und sich ganz tolle neue teure Computer kaufen konnte), wie verlieren seit zwanzig Jahren an Lebensqualität und Einkommen und werden demnächst von Polen überholt - aber vorher "zahlen wir noch für eure Krise" ... wie auch Griechenland zahlen wird. Die machen das jetzt vor:

    Rentner bekämen viel weniger Geld, Beamte auch. Die Krankenkassenbeiträge gingen durch die Decke. Nicht zu Unrecht fragt sich mancher in der Bundesregierung besorgt, ob die griechische Gesellschaft das aushält: „Griechenland durchläuft derzeit den schweren Test, ob die demokratischen Systeme des Landes stabil genug sind, die notwendigen Maßnahmen durchsetzen zu können“, sagt FDP-Mann Thiele.

    Es ist die Frage, ob diese verlogene Filzokratur überhaupt noch demokratische Kulturen am Leben gelassen hat, die jetzt zugrunde gehen können.

    Auf jeden Fall sehen wir deutlich die Zukunft Deutschlands vor uns: das Armenhaus Europas. Wir retten alle, vor allem die Banken und die graben uns dann das Wasser ab:

    Es sind die gleichen Finanzinstrumente, die die Immobilienkrise in den USA zu einem weltweiten Flächenbrand an den Finanzmärkten gemacht haben. „Erst retten wir die Märkte, und als Dank dafür jagen sie uns jetzt den Euroraum in die Luft“, schimpft der Wirtschaftsweise Peter Bofinger.

    Darum hätte man diese Märkte auf keinen Fall retten dürfen. Sie sind zu Volksvernichtungsmärkten (ohne Rauch) geworden. Und sie werden nun weitervernichten, bis alle realen Werte in Buchgeld umgewandelt worden sind...denn das geschieht momentan. Scheint schwachsinnig, aber irgendwie scheints auch Spaß zu machen.

    Vielleicht hat der "Guido Westerwelle der Intelektuellen", Peter Sloterdijk, ja auch mal recht:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6589752/Das-Grundproblem-der-Politik-ist-Dummheit.html

    Das Grundproblem der Politik ist gar nicht der Zynismus, sondern die Dummheit.

    Scheinbar nicht nur in der Politik, sondern auch in der Philosophie, wenn man sieht, was Sloterdijk neben seinem Gesinnungsbruder Sarrazin so absondert:

    http://www.uni-jena.de/soziologie_multimedia/Downloads/LSLessenich/Beitrag_Freitag_B%C3%BCrger.pdf

    Wir können Thilo Sarrazin und Peter Sloterdijk
    – den grobschlächtigen Bundesbank-Politiker
    zum einen und den feingeistigen Philosophen-
    Rektor andererseits – als die beiden Bannerträger eines gesellschaftlich tief liegenden
    und weit verbreiteten Wunsches nach einer
    Wiedergeburt der Bundesrepublik aus dem Geist des Bürgertums deuten, als Protagonisten
    des Willens zu einer bürgerlichen Wiedereroberung des sozialen und politischen
    Raumes. Während Sarrazin die Ökonomie
    der neubürgerlichen Gesellschaft bedient und den in ihr nistenden unproduktiven Elementen
    – vom arabischen Döner-Dreher bis zum bierbäuchigen Sofa-Hänger – den ideellen
    und materiellen Kampf ansagt, liefert Sloterdijk
    die besitzindividualistische Ethik dazu: Deutschland, ein einig Volk von freiwillig gebenden
    Bürgern, so sie nur vom enteignenden
    Fiskus in Frieden und nach Gutdünken leben (und geben) gelassen würden.

    Den Sloterdijk sollte man mal gelegentlich daran erinnern, das er ebenfalls nur von sozialen Transferleistungen lebt - wie alle Staatsdiener. Und wenn er erkannt hat, warum das so ist, dann wird er vielleicht verstehen, warum wir ein Finanzamt haben. Ist etwas schwierig zu verstehen ... aber ich kann da zur Not helfen. Ich kenne Handwerker, die das verstanden haben.

  • Deutschland 2010 ... etwas weiter als einen Schritt vor dem Abgrund

    Man kann sich eigentlich sicher sein, das alle Politiker das Ende der Welt für den 22.12.2012 erwarten. Anders kann ich mir die Strategien nicht mehr erklären ... jedenfalls nicht mehr, wenn ich nicht den Hilfsgriff verwende und unterstelle, das unsere politische Elite unbemerkt aus einer geschlossenen Anstalt entkommen ist.

    Fangen wir an mit den Arbeitslosenzahlen. Wir wissen, es gibt in diesem Land Arbeitslose. Jeder kennt einen, der keine Arbeit mehr hat und mit 55 auch nie wieder eine kriegen wird. Und noch mehr kennen welche, die wissen, das auch sie mit 55 keine Arbeit mehr haben werden, aber jetzt erst dreißig sind.

    Jeder weiß, das müssen ordentlich viele sein. Nur ... in den Nachrichten tauchen sie nicht auf. Gut, das sie mal wieder jemand drum gekümmert hat:

    http://www.ossietzky.net/3-2010&textfile=899

    Doch gelegentlich läßt sogar eine dpa-Meldung (zitiert auch in Provinzblättern wie den Westfälischen Nachrichten am 21. Januar) die Wahrheit erahnen. Dort hieß es, daß Ende 2008 »6,6 Millionen Menschen auf Leistungen aus Hartz IV angewiesen« waren. Und weiter: »Davon waren Dreiviertel (73 Prozent) erwerbsfähig.« Das wären immerhin schon 4.818 Millionen, bei dem restlichen Viertel handelt es sich um mitzuversorgende Familienangehörige.

    Wenn fast fünf Millionen Menschen, die nach den Hartz-IV-Regelungen Arbeitslosengeld 2 erhalten, als »erwerbsfähig« eingeschätzt wurden, sollten sie doch wohl auch als »arbeitslos« gelten. Hinzuzurechnen sind noch jene 1.143 Millionen, die sich im ersten Jahr ihrer Arbeitslosigkeit befinden und Arbeitslosengeld 1 erhalten, oder Ältere, die gestaffelt nach Lebensjahren noch 15 bis 24 Monate lang Anspruch auf Alg 1 haben. Von dieser Gruppe müssen wir für die Gesamtrechnung korrekterweise 123.000 wieder abziehen, weil sie neben dem geringen, für die Lebenshaltung nicht ausreichenden Alg. 1 zustäzlich Alg. 2 nach Hartz IV beantragen durften, demnach in den vorigen Zahlen doppelt enthalten sind. Die Rechnung ist nicht besonders schwer: 4.818 Millionen + 1.143 Millionen – 0.123 Millionen = 5.838 Millionen. Demnach gab es Ende 2008 schon fast sechs Millionen Arbeitslose. Heute, infolge der schleichend in die »Realwirtschaft« reichenden Krise, sind es noch einige Hunderttausend mehr.

    Nicht der deutsche Arbeitsmarkt trotzt der Krise, die deutschen Medienlügen trotzen der Wirklichkeit. War ja schon beim Teuro so. Kann sich noch jemand an die Medienpropaganda nach der Euro-Einführung erinnern?
    Was hatten wir einen Spaß. Jeder der Einkaufen ging merkte, das verdammt wenig Münzen nach dem Einkauf in der Tasche waren. Eigentlich genausowenig wie vorher, nur von diesen Euros hatte man nur noch die Hälfte.
    Aber alle Medien hauten einem ihren Warenkorb um die Ohren und bezichtigten einen der Lüge, wenn man seinen Geldbeutel vorzeigte.

    Und nun, 2010?

    Unsere Lebensqualität geht nun auch offiziell den Bach herunter. Aber allen geht es super, weil irgendwer in Vancouver irgendwas gerodelt hat.

    Währendessen lügen die Politiker in aller Öffentlichkeit, das sich die Balken biegen:

    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/westerwelle--hartz-iv-ausgaben-demagogie-837.php

    ’ Zwei Sätze aus diesem Gastkommentar des Vizekanzlers, Außenministers und FDP-Vorsitzenden werden zur Zeit von dpa, Spiegel-Online und vielen anderen kritiklos verbreitet.

    Sie lauten:
    „45 Milliarden Euro haben wir vergangenes Jahr für Hartz IV ausgegeben. Obwohl wir heute 1,5 Millionen Arbeitslose weniger haben als im Jahr 2004, sind es trotzdem 6,5 Milliarden Euro mehr als damals."

    Mit diesen Sätzen lässt sich Stimmung machen ... gegen die „Findigen“ (alias „Faulen“). An dieser Stelle soll nicht auf die von Dr. Guido Westerwelle genannten Zahlen zu den Hartz IV-Ausgaben und deren Verknüpfung mit der registrierten Arbeitslosigkeit eingegangen werden. Es soll an dieser Stelle lediglich auf einen von Dr. Guido Westerwelle „vergessenen Satz“ aufmerksam gemacht werden:

    „2004 wurden von der Bundesagentur für Arbeit für das beitragsfinanzierte Arbeitslosengeld, das vorrangige Sicherungssystem bei Arbeitslosigkeit, 29 Milliarden Euro ausgegeben, im Krisenjahr 2009 waren dies 12 Milliarden Euro weniger. (17 Milliarden Euro)“

    Na ja, Verwaltung, "Maßnahmen" und ähnliches kosten auch eine Menge. Bei den Arbeitslosen selbst jedoch - bleibt immer weniger hängen. Aber wir zahlen ja gern für findige Seminaranbieter und überflüssige Mitarbeiter der Friedhofsämter, die irgendwie durchgefüttert werden müssen, weil sie der richtigen Partei angehören.

    Noch besser ist ja diese "Anne Will", denn Anne will jetzt nichts mehr hören - vom Grundeinkommen. Eigentlich wollte sie was hören, aber nicht, das die Deutschen aus vollkommen nüchternen vernünftigen Gründen ein Grundeinkommen wollen. Vielleicht ist ihr Schwager Seminaranbieter für Hartz IV-Abhängige, was weiß ich.

    http://www.themen-der-zeit.de/content/Anne_Will_und_das_Grundeinkommen.1199.0.html

    Das Vorgehen der ARD-Redaktion aber ärgert die Grundeinkommensbefürworter, insbesondere Susanne Wiest, die mit ihrer E-Petition zum Bedingungslosen Grundeinkommen der Sache etwas mehr Wind unter die Segel geblasen hatte. Die Rede ist von Zensur bei der ARD.

    Wir fragten Susanne Wiest via Facebook, was sie besonders aufregt. Ihre Antwort: "Ich erlebe zum ersten Mal in meinem Leben öffentlich rechtliche Zensur. Das dort nicht alles zum Besten steht habe ich schon manchmal befürchtet. Aber es so direkt zu erleben, hier bei uns, in unsrem selbstbezahlten öffentlich rechtlichen Sender, der ARD, das haut mich dann doch um. Es zeigt sich ein kaltes Gesicht hinter der lächelnden Maske."

    Es geht um die Frage, so Susanne Wiest, wie wir in unserem Land leben wollen. "Wir sind die Bürger. Wir sind der Souverän. Wir können das entscheiden und dafür halte ich es für wichtig miteinander zu sprechen und uns auszutauschen."

    Nun, ich glaube ... Politiker sehen das etwas anders. Die Medien ... erst recht. Und auch manche Bürger und Souveräne, z.B. Jutta Dithfurth:

    http://blog.prinz.de/wahl09/2009/09/15/%c2%bbgrose-koaliton-und-%e2%80%9anationale-anstrengung%e2%80%99%c2%ab/#more-30

    Das Land, in dem wir leben, im Jahr 2010: Millionen neue Arbeitslose, Schutzlosigkeit, Sklavenarbeit und Lohnraub. Weltweite Raubzüge auch deutschen Kapitals. Lebensgefährlicher Klima»wandel«. Ein aufgerüsteter Atomstaat. Kriege mit deutscher Beteiligung. Mit Sicherheit in einer Überwachungsgesellschaft

    Eine solche Strategie der Volksverdummung kann man nur fahren, wenn man den baldigen Weltuntergang sicher vor Augen hat. Oder ... andere Perspektiven:

    Zwei Jahre vor Beginn der Weltwirtschaftskrise (2006) sagte der reichste Mann der Welt, Warren E. Buffett, zur New York Times: »Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.« Er meinte damit den kapitalistischen Normalzustand vor der Krise.

    2050 werden wir ähnliche Sprüche hören wie 1950. "Wie - es gab Konzentrationslager und Morde? Davon haben wir alle nichts gewußt!".

    2050 kann das sogar stimmen. Es kam halt nicht in den Nachrichten.

  • Xynthia, die Gaia-Hypothese, Naturwissenschaften und Erkenntnistheroie

    Wir hatte ja jetzt Sturm in der Eifel. Hier bei uns ist nichts passiert - außer Stromausfall. Dabei habe ich festgestellt, das Blogger bei Stromausfall ganz schön überflüssig sind. Aber das Leben war trotzdem schön - ich mag Sturm.

    Xynthia hieß die Gute, die Deutschland mal kurz durchbrauste und auch in Spanien aufgeräumt hat.
    Momentan ist es mir etwas zuviel mit den Naturkatastrophen. Erst Hawai, dann Madeira, dann Chila, jetzt Xynthia - mit 54 Toten schon mehr als gewöhnlich. Wäre ich nicht eingeschlafen, hätte ich einen Waldspaziergang unternommen - so ein Erlebnis ist mit Geld nicht zu bezahlen, es bleibt aber bis zum Lebensende haften.

    Letztes Jahr war auch schon ein Jahr mit überdurchschnittlich vielen "Ereignissen".

    http://www.munichre.com/de/press/press_releases/2009/2009_12_29_press_release.aspx

    Die Schäden durch Naturkatastrophen sind 2009 deutlich niedriger ausgefallen als im Vorjahr. Der Grund: Großkatastrophen sind weitgehend ausgeblieben, auch die Hurrikansaison im Nordatlantik verlief sehr glimpflich. Insgesamt gab es aber mehr schadenträchtige Ereignisse als im langjährigen Durchschnitt: 850 Naturkatastrophen wurden erfasst.

    Dieses Jahr kann man schon jetzt nicht mehr von "glimpflich" reden.

    Ich persönlich - achte da etwas drauf. Ich habe seit einigen Jahren eine Wette laufen. Genau genommen seit 15 Jahren, seitdem ich dem Mayakalenderprediger Kössner lauschen durfte und er sich zu der Prophezeiung verstieg, das - wenn seine Auslegung stimmen - es zu einer Zunahmen von Naturereignissen kommen wird. Er erwartet aber nicht das Ende der Welt, nebenbei bemerkt.

    Ich selber würde auch eher das Ende von "ZEIT" erwarten, wenn ich seine Ausführungen richtig verstanden habe. Das wäre mal spannend, denn so etwas haben wir noch nicht erlebt. Es steht jedoch nirgendwo, das Zeit endlos sein muß.

    Als ich ihm lauschte vielen mit die esoterischen Ausleger der Gaia-Hypothese ein: die ganze Erde ist ein Organismus mit Bewußtsein.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gaia-Hypothese

    Die Gaia-Hypothese wurde von der Mikrobiologin Lynn Margulis und dem Chemiker, Biophysiker und Mediziner James Lovelock Mitte der 1960er-Jahre entwickelt. Sie besagt, dass die Erde und ihre gesamte Biosphäre wie ein Lebewesen betrachtet werden kann; in dem Sinn, dass die Biosphäre – die Gesamtheit aller Organismen – Bedingungen schafft und erhält, die nicht nur Leben, sondern auch eine Evolution komplexerer Organismen ermöglichen. Die Erdoberfläche bildet demnach ein dynamisches System, das die gesamte Biosphäre durch Rückkopplungsmechanismen stabilisiert.

    Die Naturwissenschaftler gehen in ihrer Interpretation nicht so weit, die Esoteriker fügen nur noch einen ganz kleinen Schritt hinzu ... den ich für akzeptabel halte. Wir kennen nur ein "naturwissenschaftliches Objekt" wirklich von innen - uns selbst. Und da da drinnen viel los ist, ist es akzeptabel, die Vermutung anzustellen, das das anderswo auch zutrifft. Nun, vielleicht nicht bei Dieter Bohlen, aber da halte ich mich ´raus.

    Gaia muß jetzt keine Göttin sein ... es würde reichen, sie sich als Dackel vorzustellen, der Flöhe hat.
    Und vielleicht fängt der jetzt gerade in sich zu kratzen bzw. das dynamische Gesamtsystem durch Rückkopplungsmechanismen zu stabilisieren, weil die Lebensform "Mensch" seit zweihundert Jahren anfängt, Unfug zu treiben und alle anderen von dem Dackel zu verdrängen - unter anderem auch Formen, die dem Dackel lieber sind als wir. Kann man ja nicht wissen.

    Naturwissenschaften werden uns bei der Lösung dieses Problems nicht weiterhelfen - und Esoteriker erst recht nicht. Ich kenne keinen, bin mir aber sicher, das schon jetzt hunderte von lustigen bunten Menschen
    Gaias Botschaften "channeln". Ich war mal bei einer solchen Sitzung dabei (ein erstes und letztes Mal), als "große aufgestiegene Meister" irgendwelche allgemeingültigen inhaltsloosen Sätze von sich gaben.
    Als westfälischer Pragmat fragte ich mich: und wie hilft mir das jetzt, meinen Magen zu füllen?

    Die Gyrosbude nebenan wußte die Antwort auf diese Frage.

    Nicht das ich mir die Arroganz erlauben möchte, Esoterik generell zu verdammen. Ich kenne auch einige, die dort sicher und zielstrebig eigenen Pfaden folgen. Sie verdienen nur nicht daran, pflegen dadurch weder Eitelkeiten noch Herrenmenschendünkel und laufen auch nicht mit unkritisch-päpstlichen Selbstbewußtsein der eigenen Unfehlbarkeit durch die Gegend.

    Letzteres gibt es auch bei Naturwissenschaftlern, nebenbei bemerkt. Objekte der Naturwissenschaften stammen aus der Natur. Die Methoden, sie zu untersuchen, sind beschränkt durch die menschlichen Sinne. Das hat Descartes vor zweihundert Jahren erkannt und das gilt auch heute noch. Zudem werden die ohnehin mangelhaften Sinne noch - nach Kant - durch "Denkkategorien" eingeschränkt, das heißt, Objekte, die in der Natur herumschleichen, aber nicht unseren Wahrnehmungskategorien entsprechen, können wir nicht wahrnehmen.

    Dem Elfenglauben ist damit Tür und Tor geöffnet. Neben uns könnte ein Blasorchester spielen ... wenn es den Kategorien unseres Denkens und Erkennens nicht entspricht, würden wir es nicht wahrnehmen. Wir hätten vielleicht unbestimmte Gefühle ... jener Art, wie sie Naturvölker an manchen Plätzen haben ... und würden woanders hingehen - das wäre es aber schon. In dem ethnologischen Werk "der Wissenschaftler und das Irrationale" von H.P.Duerr gibt es einige schöne Beispiele aus den "Wissenschaften" dazu.

    Deshalb dürfen Naturwissenschaftler keine Aussagen machen, die über ihr Fachgebiet hinausreichen. Da die Wissenschaft als solche im 19.Jhd. die Kirche ersetzt hat, mußte sie auch viele ihrer unangenehmen Eigenschaften übernehmen - leider. Sie ist lange Zeit (und zum Teil auch heute noch) Ersatzreligion geworden. Dafür hatte die Philosophie sie aber nicht entworfen. Religion ist ein Thema, das mit Natur nichts zu tun hat, sie ist deutlich jenseits des menschlichen Erkenntnisapparates.

    Darum werden aus Menschen, die sich Gott als langbärtigen alten Mann auf einer Wolke vorstellen auch schnell Atheisten.

    Der Gründer der Gaia-Hypthese - ein Naturwissenschaftler - schrieb dazu:

    Wenn ich von einem lebendigen Planeten spreche, soll das keinen animistischen Beiklang haben; ich denke nicht an eine empfindungsfähige Erde oder an Steine, die sich nach eigenem Willen und eigener Zielsetzung bewegen. Ich denke mir alles, was die Erde tun mag, etwa die Klimasteuerung, als automatisch, nicht als Willensakt; vor allem denke ich mir nichts davon als außerhalb der strengen Grenzen der Naturwissenschaften ablaufend. Ich achte die Haltung derer, die Trost in der Kirche finden und ihre Gebete sprechen, zugleich aber einräumen, dass die Logik allein keine überzeugenden Gründe für den Glauben an Gott liefert. In gleicher Weise achte ich die Haltung jener, die Trost in der Natur finden und ihre Gebete vielleicht zu Gaia sprechen möchten.“

    Er kennt sein Aufgabengebiet noch ganz genau. Und seine Grenzen - in der einen und in der anderen Richtung. Es gibt leider nicht viele seiner Art, weil die Verquickungen von Naturwissenschaften und Politik sehr verführerische Machtperspektiven eröffnen.

    Doch selbst wenn es "automatisch" verlaufen sollte ... so ist es nicht undenkbar, das wir als Menschen irgendwann durch unbotmäßige Eingriffe das System nachhaltig stören.

    Und dann könnte sich der Hund mal kurz schütteln.

    Wenn das zum 22.12.2012 passiert, wäre das schlimm - ich würde eine Wette verlieren. Andererseits ... ist es eine Wette, die ich gar nicht verlieren kann: geht dann "die Welt unter" (schon ein dämlicher Begriff, oder? Wir schwimmen doch gar nicht...), werden wir andere Probleme haben als Wettschulden einzutreiben.

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