Unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit kommt eine Schicht der Bevölkerung in Not, von der man normalerweise eigentlich Hilfe erwartet: die Polizei.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,638552,00.html

Und der Sprecher der Polizeigewerkschaft beklagt ihr Leid bitterlich, beschwört die Widergeburt der RAF herauf, bloß weil irgendwer die Autos der Gewerkschaft kaputt macht.

Irgendwer? Ja, laut Landeskriminalamt bekennen sich die Linken nur zu einem sehr geringen Prozentsatz zu diesen Taten.

SPIEGEL ONLINE: Laut dem Landeskriminalamt Berlin folgten nur bei 20 bis 40 Prozent der Anschläge Bekennerbriefe aus der linken Szene. Dämonisieren Sie nicht einfach den allnächtlichen Hauptstadt-Vandalismus?

Wendt: Keinesfalls, die Fallzahlen explodieren doch! Und auch die Qualität der Übergriffe gibt Grund zur Sorge. Sich damit abzufinden, kann keine Lösung sein. Nein, damit sollte man sich auch nicht abfinden. Vielleicht ... sollte man sich einfach auch mal selbst in seiner Sprache beherrschen. Könnte schon einiges entspannen:

SPIEGEL ONLINE: Vermuten Sie eine Ideologie hinter den Taten?

Wendt: Es ist eine Diktatur des Neides und der Versager.

Aha. Die sind also neidisch auf die Polizeigewerkschaft, weil es ihnen nicht gelungen ist, dort Mitglied zu werden? Und deshalb machen sie ihre Autos kaputt. Nun ... klingt logisch, aber was hat das mit Linksextremismus zu tun?

Nun, Spaß beiseite, denn das Thema ist ernst. Ernst, da heute immer noch ein Polizist unter den Brandwunden leidet, die ihm eine dem späteren Außenminister Joschka Fischer nahestende Truppe in Frankfurt beigebracht hatte.

Polizisten sind keine Unmenschen, keine pixeligen Star-Wars-Sturmtruppen, die man zur Vertreibung der Langeweile abballern kann. Es sind Menschen. Väter, Mütter, Kinder (wenn auch große). Klar gibt es berufsbedingte psychische Deformationen ... wie in jedem anderen Beruf auch. Man schaue sich nur ... beispielsweise Ärzte oder (vor allem) Lehrer an.

Und großartig zufrieden ... sind die wenigsten von ihnen. In Köln bessern Polizisten ihre mitlerweile sehr schmalen Bezüge dadurch auf, das sie abends, privat, beim Pizzalieferservice arbeiten. Und der Schichtdienst erlaubt es ihnen kaum, ein normale Familienleben zu haben. Keine beneidenswerten Arbeitsbedingungen. Und dann kommt noch so ein Polizeigewerkschaftssprecher daher und bringt in Zeiten der himmelschreienden sozialen Ungerechtigkeit eine "Diktatur des Neides und der Versager" ins Spiel.

Gut, von einer solchen Diktatur könnte man reden, wenn man auf die Bankenwelt schaut. Versager sind es allemal - und neidisch auf die Freizeit der Arbeitslosen sind sie auch. Dabei hilft die viele Freizeit den Arbeitslosen nicht ... denn sie können sie nicht finanzieren. In unserem "kollektiven Freizeitpark" stehen sie draußen ... ebenso wie viele Polizeibeamte der unteren Ränge.

Von einer Diktatur der Ökonomie kann man auch reden, wenn man bedenkt, das fast dreimal soviele Lobbyisten in Berlin Meinungsmache betreiben, als wir überhaupt Abgeordnete haben...die ja eigentlich frei und unabhängig nach ihrem Gewissen entscheiden sollten.

Und wie mag man sich fühlen, wenn man mit solchen Erscheinungen zu tun hat:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,599778,00.html

In Bremen stehen vier Jugendliche wegen versuchten Polizistenmordes vor Gericht. Die Teenager sollen zwei Beamte in einen Hinterhalt gelockt und angegriffen haben. Es war nicht der erste Fall dieser Art - Fachleute warnen vor einer "neuen Dimension" der Gewalt.

Ja, von dieser Art gibt es inzwischen noch mehr.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,580187,00.html

Tückischer Angriff auf Streifenbeamte in Köln: Unbekannte haben in der Nacht Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und mehrere Schüsse auf sie abgegeben. Es wurde niemand verletzt.

Die Stimmen der Polizeigewerkschaft dazu:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,599778,00.html

Diese gezielten, hinterhältigen Attacken auf Polizisten stellen eine neue Dimension der Gewalt dar", sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, SPIEGEL ONLINE. "In Berlin oder im Duisburger Norden gibt es Stadtteile, in denen sich die Kollegen kaum noch trauen, ein Auto anzuhalten - weil sie wissen, dass sie dann 40 oder 50 Mann an der Backe haben." Diese Übergriffe seien fast schon "ein gezieltes Kräftemessen mit dem Staat, in dem sich die Verachtung der Täter für unsere Gesellschaft ausdrückt. Weil sie Politiker nicht erreichen können, greifen sie sich Polizisten."

Nun, inzwischen rechnet der Herr Wendt auch damit, das in Zukunft wieder verstärkt Politiker ins Visier der Täter geraten. Man wird´s sehen.

Auch die Ursachen für die Entwicklung mag die Gewerkschaft eindeutig benennen.

Die Ursachen des Phänomens sind bekannt: gescheiterte Integration, vernachlässigte Erziehung, berufliche Perspektivlosigkeit. Wir müssen endlich handeln", sagte Freiberg SPIEGEL ONLINE.

Aber woran liegt die gescheiterte Integration? Und wieso Integration? Die in Deutschland geborenen Kinder und Enkel der einst mit viel Geld in dieses Land gelockten Gastarbeiter sind Deutsche. Sie haben einen deutschen Paß, sprechen Deutsch und wohnen hier. Mehr deutsch kann man nicht sein.

Vernachlässigte Erziehung? Woran liegts? Möglichereise an der konsumoptimierenden Beweiräucherung von "Lebensabschnittspartnerschaften", die gezielt Familienzusammenhalt zerstört aber den Absatz von Kühlschränken steigern konnte? An der propagandistischen Ausschlachtung von "Sex and the City"-Singleglück? An der Tatsache, das Papa und Mama jeden Tag von Morgens bis Abends arbeiten müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen oder von den psychischen Folgen von Arbeitslosigkeit und gesellschaftlicher Ausgrenzung an den Rand des Selbstmordes getrieben werden?

Berufliche Perspektivlosigkeit? Sind nun die jungen Türken dafür verantwortlich, das man ihren Opa mit viel Geld nach Deutschland gelockt hat, aber seine Kinder nicht mehr haben will? Das man lieber unter unmenschlichen Bedingungen in China produzieren möchte als in eine gesunde Volkswirtschaft in Deutschland zu investieren, die unseren sozialen Frieden erhalten könnte?

Und die Lösungen jetzt? Ausländer raus? In einem Land, das ohne Ausländer mangels eigener Kinder überhaupt keine Zukunft mehr hätte? Das kann man wohl vollkommen vergessen. Und da hier auch kaum noch einer Zeit für seine Kinder hat ... oder die Kraft, sie zu erziehen ... kann man nur dankbar dafür sein, das immer mehr darauf verzichten, Kinder zu bekommen, für die in einer Kultur der Angst und sozialen Kälte sowieso kein Platz mehr ist.

Aber vielleicht ... sollte man sich ausnahmsweise mal den Tätern zuwenden. Jenen Menschen, die meinen Blogfreund "Dreckscheuder" so sauer machen, das er ohne Zigarette aus der Nase qualmt:

http://towhomitmayconcern.blog.de/2009/08/01/4139-zeichen-politiker-bloedblogger-gutmenschen-6628363/#c10562675

Nun, solche Gefühle kann man entwickeln, wenn man sich die Meinungen von Schreibtischtätern zu Gemüte führt, deren IQ selten Zimmertemperatur übersteigt ... selbst nicht bei Fieber.

Aber dort ... ist ein Ansatzpunkt. Die Hassprediger gibt es nicht nur im Islam, die gibt es scheinbar auch bei Blog.de. Dort ... fängt das Übel an. Dort wird die Saat gesät, die sich später in Form von Gewalt an Polizeibeamten entlädt. Oder in Form von Gewalt gegenüber Ausländern (außer natürlich Moslems bzw. Türken, denn die haben gelernt, zurückzuschlagen).

"Haut die Bullen platt wie Stullen" ist in etwa so in Ordnung wie die Vergasung von Arbeitslosen.

Es wird Zeit, Widerstand zu leisten. Dieser Widerstand ... beginnt im Wort. In einem klaren Kurs. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ist das Ziel. Eine friedliche Gesellschaft in der alle, die es können, zum Wohle aller arbeiten. Und wer nicht kann, wird trotzdem eingeladen. Es wird Zeit, zusammen mit aufbauenden und erhaltenden Kräften in diesem Land (wozu die Polizei ebenso gehört wie die Arbeitsloseninitiativen) gegen jene vorzugehen, die dieses Land in Blut und Tränen versinken lassen wollen, in dem sie ihren Haß, ihre geringe soziale und kognitive Kompetenz an vermeintlich Schwächeren auslassen.

Und Blogs sind schon mal gut dazu geeignet, die Schreibtischtäter zu demaskieren und der Strafverfolgung zuzuführen.

Zum Schutze ... der Polizei, die ihren Stumpfsinn nämlich letztendlich ausbaden muß.

Und vielleicht schaffen wir es ... alle zusammen ... wieder ein Land zum Blühen zu bringen, in einer Form, das Polizisten keine Waffen mehr benötigen. So wie früher die Bobbys. Doch dazu müssen nicht nur die islamistischen Hassprediger in ihre Grenzen gewiesen werden. Die deutschen Hassprediger gehören in den gleichen Käfig. Die kann man auch bedenkenlos zusammen einsperren, denn eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Und darüber, was hier an Gewalt möglicherweise mal wieder direkt von der CIA finanziert wird ... soll mal ein anderer schreiben.