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Archiv der Einträge: Juni, 2009
  • Unruhen und Bürgerkrieg in Deutschland

    Es ist langsam langweilig, darüber zu schreiben, doch der Kurs hört ja nicht auf. Es könnte einem so vorkommen (und nur die Angst davor, für paranoid gehalten zu werden, hält einen davon ab, dies laut auszusprechen) als würde man gezielt von allen Seiten an Unruhen arbeiten.

    Bürgerkriegszüchtung.

    Auf der einen Seite wird massive Angst verbreitet, die inzwischen nicht nur als Angst vor Armut und sozialem Außenseiterdasein vorhanden ist, sondern seit dem neuen CDU-Programm sogar als Angst vor der
    Obdachlosigkeit umgeht - und das zu Zeiten, wo Geld in scheinbar unüberschaubarere Menge zur Rettung von maroden Unternehmen und betrügerischen Bankern vorhanden ist. Da schwillt einem schon der Kamm, wenn man nur dran denkt.

    Die Regierung andererseits nimmt diese Angst wahr ... und bereitet sich auf Unruhen vor. Der Einsatz der Bundeswehr im Inneren aus Angst vor einer "bösen" Bevölkerung - die ja nur deshalb "böse" ist, weil sie da ist und kostet. Und das ist lästig, denn es stört das Renditeziel von 25 %. Man hätte ja viel mehr Geld übrig für die Rettung unfähiger Manager, wenn es da nicht doch das Volk gibt, das seit der Automatisierung der Arbeitsplätze und dem massenhaften Export selbiger ins Ausland ziemlich überflüssig in ihrem Land herumsteht und sich ... leider nicht ... zu Tode langweilt sondern einfach weiter auf Essen, Trinken und Unterkunft besteht. Diese Lümmel aber auch. Die können nur böse sein, wäre doch die Rendite viel leichter ohne sie zu erreichen.

    Natürlich versteht der Bürger, das er überflüssig und böse ist, deshalb bis ins kleinste Detail überwacht werden und zur Not von der Armee wie ein Feind in Schach gehalten werden muß. Was aber ... wenn der Bürger dieser Meinung nicht zustimmt sondern sich selbst für völlig harmlos hält? Dann wirken diese Maßnahmen ... ebenso feindlich und man ist geneigt, sich gegen den Feind (diesmal die Regierung und die gierigen Konzernlenker) zur Wehr zu setzen - erst recht, wenn die angedachten sozialen Maßnahmen wie Zwangsarbeit und Obdachlosigkeit wirklich zum Tragen kommen.

    Vertrauen, die wichtigste Grundlage für Frieden, ist gestört. Man neigt dazu, sich an die alten Zeiten von Ostblock und Westblock zu erinnern. Auch da waren erstmal "vertrauensbildende Maßnahmen" nötig, um überhaupt wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.

    Aber damals wollte man ja auch wieder miteinander reden. Das scheint momentan in diesem Land ... nicht der Fall zu sein.

    Hatte Arno Luik recht mit seinem Verdacht, es gäbe einen Putsch von oben in diesem Land? Seine Ausführungen zu diesem Thema, damals im Stern veröffentlicht, fanden bemerkenswert wenig Widerhall, außer das die WASG sie lange Zeit auf ihren Internetseiten hatte.

    Nun kommt die nächste Zeitung, fünf Jahre später, und deutet verhalten etwas an, das sich sehr ähnlich anhört.

    Hier ein Zitat, mit besten Dank an Einhard:

    http://das-kleine-nachtbuechlein.blog.de/2009/06/29/arbeitskraft-reichlich-verfuegbar-kapital-weniger-6413722/

    Was damals niemand wusste: Anfang der Achtziger begann der Weg zurück, eine historische Rückentwicklung Richtung 1929. Von einer breiten Öffentlichkeit lange unbemerkt, spaltete sich die Gesellschaft wieder - in Europa genauso wie in den Vereinigten Staaten, nur dort besonders stark.

    Das reichste Prozent der Amerikaner kassiert inzwischen nicht mehr 40 Prozent, sondern 60 Prozent der Kapitaleinkommen. Die große Masse, die Bevölkerungsmehrheit von achtzig Prozent, erhält nur noch wenig mehr als zehn Prozent aller Gewinne oder Dividenden. Ihr Anteil hat sich halbiert. Das Lohneinkommen bietet wenig Trost: Überall in den Industriestaaten ging der Anteil der Arbeitslöhne am Volkseinkommen deutlich zurück.

    Dabei ist es nicht so, dass Amerika seit den Achtzigern einen katastrophalen Niedergang erlebt hätte. Die Wirtschaft wuchs dynamisch, in den meisten Jahren weit stärker als in Europa. Die Vereinigten Staaten beanspruchten für sich, ein ökonomisches Vorbild für den Rest der Welt zu sein. Obwohl die Früchte der Arbeit immer ungleicher verteilt werden. Oder gerade wegen dieser Ungleichheit?

    (...)

    Inzwischen mehren sich aber die Anzeichen dafür, dass die rechte Revolution zu weit gegangen ist und die schlimmsten Vorurteile über den Kapitalismus bestätigt.

    Die rechte Revolution. Hat man irgendwie gar nicht bemerkt, das es eine gegeben hat, oder? Von dem Putsch hat auch keiner was mitbekommen. Sicher, die Folgen schon. Aufschwungsanschub durch Privatisierung des Staatsvermögens, zum Beispiel. Tat den Aktionären gut, dem Volk weniger. Dafür bekam es auch immer weniger, weil es selbst zu teuer wurde.

    Immerhin war es ja ruhig auf den Straßen, das Militär marschierte nicht, das Volk ebensowenig ... also, es sah alles überhaupt nicht aus nach einer rechten Revolution, nach einem Putsch einer kleinen superreichen Minderheit gegen Volk und Demokratie zur Errichtung einer Wirtschaftsdiktatur. Sicher, man sprach mal zu Helmut Schmid in Davos davon, das sich die Regierungen nun auf das Diktat der Finanzmärkte einzurichten hätten. Doch das wurde auch schnell vergessen und im Internet fand ich bislang nichts zu diesem Vorgang - der mich damals ziemlich erschrocken hatte, weshalb er in Erinnerung blieb.

    Aber sonst ... waren wir doch viel zu sehr mit Privatfernsehkonsum beschäftigt, um was zu merken.

    Brot und Spiele. Das alte Muster.

    Aber nun sieht es so aus, als bekämen wir doch noch das echte Revolutionsszenario. Das Volk geht auf die Straße, die Regierung ruft nach dem Militär...so als wären wir eine Militärdiktatur.

    Dabei geht in Deutschland das Volk nicht umsonst auf die Straße. Das ist Bestandteil eines demokratischen Rituals, um seinen Unmut kundzutun, wenn in der Regierung was schrecklich schief läuft ... nach der Meinung des Souveräns, der ja zwischen den Wahlen sonst keine Möglichkeit hat, auf sich und seine Meinung aufmerksam zu machen. Und anstatt wie üblich mal auf die Meinung des Souveräns zu hören ... bekommt man auf einmal Angst vor ihm und ruft nach Panzern.

    Da ... läuft doch gerade irgendetwas völlig schief, oder merke das nur ich?

    Und wenn es im Militär auch noch Demokraten gibt? Sind ja auch nicht unbedingt seelenlose Maschinen - und reich sind die erst recht nicht. Aus der Richtung der Gewerkschaft der Polizei kamen auf jeden Fall schon mal Stimmen, die der Meinung waren, sich nicht verheizen lassen zu wollen.

    Das scheint die letzte Hoffnung zu sein ... das von Hobsbawn vorausgesagt Blutvergiessen zu verhindern - auch wenn in der kunterbunten Fernsehwelt bislang alles noch ziemlich heil ist und der Tod eines Popsängers die Realitäten wieder einmal mit Pseudosentimentalität zukleistert.

  • Die Linke, Hartz IV, Agenda 2010 und das liebe Geld

    Manchmal möchte man gewisse Dinge gar nicht schreiben. Manchmal möchte man sie auch gar nicht wahr haben.
    Aber manchmal ... geht es auch nicht anders.

    Zum Beispiel bei den "Linken", den großen Streitern für soziale Gerechtigkeit. Als solche sind sie mal angetreten (vor allem als WASG), als solche wollen sie gesehen und gewählt werden.

    Nun, ein Uwe Hiksch ist da sicher noch ein Einzelfall. Sollte man der Partei erstmal zugute halten, bis man weiß, ob die Partei das Verhalten eines solchen Menschen gut halten kann - sofern es sich als wahr entpuppt.

    Jetzt wurde mir per E-Mail ein weiterer Fall zugeschickt, der sich schon wieder nicht sehr sozial anhört.
    Es geht um den Parteiauschluß eines Mitgliedes, das kein Geld für den Mitgliedsbeitrag hatte. 1,50 Euro ... hört sich nicht viel an. Für Bezieher von Sozialgeld oder Hartz IV mag das aber ohne weiteres viel sein, denn das Leben setzt sich manchmal aus vielen dieser eigentlich kleinen Beträge zusammen - und irgendwann kann dann der letzte Beitrag kommen, der einfach zuviel ist. Das halte ich nicht für undenkbar.

    1,50 Euro im Monat sind aber sicher auch für eine Partei nicht viel. Zumindest ... wäre meine Meinung ... sollte eine Partei, die gegen die wachsende Armut im Lande antritt, sich eher für das Mitglied als für die 1,50 Euro entscheiden. Erst recht, wenn das Mitglied ... sehr aktiv ist. Arm, aber aktiv - geht ja auch.

    Doch ... lassen wir die betreffende Person selbst zu Wort kommen. Erstmal ... das Schreiben der Parteiinstanz:

    leider aufgrund unsere Bundessatzung können wir dich nicht mehr
    weiter befreien und länger.
    Deshalb kann ich nur anbieten dich in unseren Interessentenverteiler
    einzufügen.
    Da die Mitteilung per Email nicht gilt, werde ich dir diese Woche
    schriftlich per Brief zu kommen lassen.
    Zu dem muss ich leider aufgrund der Bundessatzung dir die Mitgliedschaft bis auf weiteres beenden.
    Ich hoffe das du es verstehst und mir nicht böse oder sauer bist.
    Dennoch hoffe ich das du weiterhin uns zur Seite stehst wo auch immer
    es geht.
    solidarische Grüße

    Klar, Klasse Solidarität. Arbeiten darfst Du weiterhin für uns, das nehmen wir gerne, aber wenn Du nicht auch noch Geld bezahlst, dann - gehst Du bei der Pöstchenverteilung eben leer aus.

    Die ... von persönlichen Elementen auf Wunsch des Ex-Mitgliedes befreite Antwort hier:

    könntest du mich einmal darüber aufklären, warum und wieso?

    Darauf die Partei:

    Es gibt 2 Möglichkeite
    n entweder ein Betrag 1,50 Euro Monatlich zu zahlen bar in die Kasse
    oder ein Betrag einmal jährlich 18 Euro in die Kasse oder überweisen.
    Der Grund ist einfach da du schon mehr als Jahr befreit bist vom
    Beitrag und die Bundessatzung spricht von ein Jahr. Es geht auch um
    Fairness, wir können zu dem einen ist es schwer zu vermitteln einige
    Mitglieder die hohe Beiträge zahlen und genauso Rechte und Pflichten
    haben wie einer der kein Beitrag leistet. Nur darum geht es und du
    bist auch nicht das einzige Mitglied das nicht zahlt, leider leben
    wir immer noch in einen kapitalistischen System dem es gilt zu
    überwinden deshalb kommen wir als Partei nicht ohne Geld aus, ich
    wünschte es wäre anders. Ich hoffe und bin sicher du verstehst es.

    Das sind ja mal interessante Prinzipen der "Fairniss". Wer mehr bezahlt, der sollte auch mehr bekommen.
    Rechte und Pflichten. Mir geht es da mehr um die Rechte. Wahlrecht? Aktiv und passiv? Was ist daran schwer zu vermitteln ... es ist eine politische Partei, kein Kinderkaufladen, oder? Das Solidaritätsprinzip, nachdem starke Schultern mehr tragen können als schwache, sollte doch bei linken Politikern gerade gut verstanden werden. Das kann doch sogar die CDU. Aber die Partei braucht Kapital, um das kapitalistische System zu überwinden, glaubt da wenigstens jemand. Super. Wenn genug Kapital angehäuft worden ist, dann kann man sicher den Kapitalismus aufkaufen, oder wie? Ich weiß, da bin ich kleinlich - aber Prinzipien sollten für beide Seiten gelten, nicht nur für eine. Nun ... die Antwort nach dem zynischen Hinweis, das der Ausgestossene ja auch als Parteiloser was erreichen kann - und da es sich um einen Blogger handelt, auch wohl mehr für die Partei erreicht als die handelsüblichen Karteileichen.

    wenn ich als Parteiloser etwas erreichen könnte, wäre ich gar nicht
    bei der LINKE eingetreten! Für mich ist das Thema erledigt.

    Und ich werde diese schreiende Ungerechtigkeit publik machen, da
    diese Regelung in der Parteisatzung gegen das Gleichbehandlungsgesetz
    verstößt. Wenn man also als Sozialgeldempfänger weniger Wert ist als
    ein Hartzer sagt dies eindeutig aus, wie die Partei tickt. Und dann
    werde ich sie auch nicht weiter unterstützen, sondern genauso
    bekämpfen, wie ich es mit der SPD und der CDU und den anderen
    Mainstreamparteien tue.

    Für mich persönlich ist der Fall erledigt. Ein für alle Mal.
    Wenn bei CDU & SPD eine dauerhafte, weil permanente, Befreiung
    möglich ist, bei der LINKE jedoch nicht, stimmt was mit den
    Parteistatuten nicht. Dagegen verwehre ich mich auch nicht. Aber das
    aus eindeutig anderen Gründen so gegen mich agiert wird, passiert mir
    nicht zum ersten Mal. Das gleiche Palaver habe ich schon mit der SPD
    durchgemacht - und zog dort ebenfalls meine Konsequenzen daraus. Hier
    werde ich nun ähnlich verfahren. Der Fall ist für mich erledigt,
    komplett - und die Partei mit dazu.

    Ich kämpfe für Gerechtigkeit, für einen fairen Sozialstaat - nicht
    für eine DDR 2, wie es sich wohl einige Parteimitglieder erträumen.
    Da innerparteilich nicht mit den DKP-Mitgliedern entsprechend
    umgegangen wird, wie ich schon vor Monaten angeraten habe, fällt mir
    dieser Rauswurf leicht. Es sind immer die Kassandra-Rufer, die man in
    einer Partei zuerst entsorgt, bevor man sich dann dem Establishment
    anbiedert und dann zu einer Lobbyisten-Partei wird. Die LINKE hat
    durch diese Nummer für mich ihre Glaubwürdigkeit verloren. Soll sie
    ihr Hartz IV light probieren, meinen Segen wird es nicht finden und
    es wird genauso bekämpft werden, wie die Agenda 2010.

    Volkisverräter haben wir genug. Wenn aber nun die LINKE in Hessen
    genauso reagiert und abermals die sozial schwächsten mit falschen
    Begründungen ausschließt, heißt dies für mich, das die Partei kein
    soziales Anliegen hat - sondern es nur um die reine Macht geht. Und
    so einen Haufen unterstütze ich nicht.

    Ich möchte dich also bitten, mich aus sämtlichen Verteilern zu nehmen.
    Umgehend und sofort - und für alle Zeit.Mit einer Partei, die ihren
    Grundgedanken so und dermaßen verrät, will ich nichts mehr zu
    schaffen haben. Kommunismus unterstütze ich nicht, genauso wenig wie
    Faschismus. Dies sollte wohl klar sein.

    Mehr habe ich nicht zu erklären. Nur das ich in meinem Leben festen
    Prinzipien folge - und es auch weiterhin tun werde. Und nicht,
    zugunsten einer parteilichen Ausrichtung, diese Prinzipien über Bord
    werfe - ich bin nicht Oskar Lafontaine

    Nur eine kleine Momentaufnahme. Wieder ein "Einzelfall", aber besteht das Leben nicht nur aus "Einzelfällen"? Immerhin ist jeder von uns ein Einzelfall. Für mich persönlich, als Wähler, der sich informieren möchte, wen er da eigentlich wählt, ist dies natürlich schon interessant. Was geschieht zum Beispiel mit den Beton-Kommunisten bei den "Linken"? Die sind nicht weniger freiheitsfeindlich als die Rechten, jedenfalls nicht in meiner Sicht. Welche Fahne über dem Arbeitslager hängt, ist mir eigentlich egal. Ich will die Lager nicht.

    Darum ist auch dieses "Hartz-light" Konzept der Linken eins, das meilenweit von den ehemaligen Forderungen der WASG entfernt ist. Mir persönlich wäre es um die Wiederherstellung der solidarischen Bürgergemeinschaft gegangen. Eine Besserversorgung der Ausgestossenen ist natürlich begrüßenswert ... aber sie bleiben dadurch immer noch Ausgestossene.

    Und wenn die Partei, die für die Ausgestossenen eintreten will, einerseits ihr Engagement in dieser Hinsicht zurückfährt, andererseits aber selber Ausgestossene ausstößt ... dann wird mir mulmig.
    Ich persönlich ... und ich spreche da nur für mich (soll doch sonst jeder wählen was er will) ... würde nicht erwarten, das eine "Linke" Regierungsbeteiligung irgendetwas an den Verhältnissen in diesem Land ändert, außer das andere Abgeordnete ihre Diäten erhöhen.

    Und auch eine linke Partei sollte langsam verstehen, das es in diesem Land echte arme Menschen gibt, die noch nicht mal Geld für eine Parteimitgliedschaft haben.

    Nun ... die CDU wird der Linken schon helfen, Stimmen zu erhalten, denn ihr Konzept der Zwangsarbeit ist ähnlich weit von der Bürgergesellschaft entfernt wie das der Betonkommunisten und wenn dann noch die angekündigten Kürzungen für Wohnungsleistungen bekannter werden, dürfte das ein sattes Plus für die
    Linke werden.

    Nur ... ändern wird sich wohl nicht so viel. Und man sollte nicht vergessen, das viele PDS-Köpfe Langzeitarbeitslosigkeit auch noch als asozialen Straftatbestand im Kopf haben.

    Aus Wikipedia:

    In der DDR konnten Personen, die nach Ansicht der staatlichen Organe das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung dadurch gefährdeten, dass sie sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit hartnäckig entzogen oder der Prostitution nachgingen oder sich auf andere unlautere Weise Mittel zum Unterhalt verschafften, nach § 249 StGB-DDR zu Bewährungsstrafen oder Arbeitserziehung oder Haft- oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren verurteilt werden. Zusätzlich konnte auf Aufenthaltsbeschränkung und auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.

    "Arbeitsscheu" ... entweder machst du die Zwangsarbeit freiwillig, oder wir zwingen dich dazu. Und nehmen dir noch die Kinder weg ... oder ist das jetzt wieder zu Böse formuliert?

  • Der Terror der Emotionen ... das Ende der Zivilisation

    Kürzliche Ereignisse lassen mich über ein Thema nachdenken, das mich schon seit vielen Jahren umtreibt - aber das immer wieder untergegangen ist. Das ist kein Wunder, denn es ist - eigentlich kein Thema für den rationalen Verstand. Eigentlich überhaupt nicht.

    Wahrscheinlich hat der eine oder andere das schon oft gehört, in der Schule, in der Zeitung, im Fernsehen - die Beschreibung des Verhältnisses zwischen Bewußtsein und Unterbewußtsein.

    Das, worauf wir so stolz sind, das Bewußtsein, die Triebkraft, mit der wir unsere Kultur aufgebaut haben, unsere Technik entwickelt, unser Gemeinschaftswesen organisiert ... dieses Bewußtsein ist im Vergleich zum gesamten menschlichen Wesen nur die Spitze des Eisberges. Gerade mal zehn Prozent unseres "seelischen Potentials" macht das Bewußtsein aus, neunzig Prozent ... sind unbewußt. Haben wir kaum eine Ahnung von.
    Im schlimmsten Falle treibt es uns dazu, unsere mit besten Verstand entwickelten Bomben gegen uns einzusetzen.

    Die absurdeste Waffe dieser Art ... ist die Atombombe, die eigentlich kaum praktikabel kriegswirksam einsetzbar ist (es sei denn als absolute Terrorwaffe gegen die Zivilbevölkerung, gleichzeit verseucht sie aber - angeblich - das Land, das man erobern will. Angeblich? Nun, Hiroshima und Nagasaki sind doch wieder gut bewohnte Städte, oder?), die aber jeder haben will.

    Wut, Zorn, Haß, Verachtung, Angst - Emotionen, die unser Handeln kontrollieren. Was ist das Bewußtsein in solchen Momenten mehr als ... ein ausführendes Organ? Es bleibt ihm auch kaum was anderes übrig, denn im Verhältnis zum Unterbewußtsein ist es erstaunlich uninformiert - merkt es nur nicht. Wie auch ...
    Sieben Informationen pro Sekunde kann das Bewußtsein verarbeiten ... im Sinne der Kategorien Kants, also Anzahl, Farbe, Form etc. In der gleichen Zeit speichert und verarbeitet das Unterbewußtsein ... zehntausend Informationen.

    Um das zu verdeutlichen, muß man einfach nur mal Zeugenaussagen vergleichen - bei Unfällen, Verbrechen, Auseinandersetzungen ... die Abweichungen der Aussagen von Menschen, die dasselbe erlebt haben, sind zum Teil phänomenal - und treiben jeden Polizeibeamten in die Verzweiflung. Ehepartner und -Berater auch.

    Wir sind als Menschheit sehr stolz auf uns. Die Krone der Schöpfung. Doch die Krone scheint mir hohl und aus Blech zu sein. Außerdem meine ich auch schon rostige Stellen zu sehen.

    Wut, Haß, Zorn, Verachtung, Angst regieren unsere Politik, unsere Gesetzgebung (man denke nur an die Agenda 2010 oder den grassierenden Überwachungswahn), unser Sozialwesen. Liebe, Fürsorge, Verantwortungsgefühl, Freude ebenfalls, allerdings scheinen momentan die Ersteren Konjunktur zu haben. Das ... ist schade - und ein anderes Thema.

    Die Spitze des Eisberges ... scheint mir recht klein zu sein. Und recht hilflos. Diese Hilflosigkeit erlebe ich momentan im Freundeskreis mit erschreckender Deutlichkeit als etwas, das die Medizin als "Borderlinesyndrom" bezeichnet. Menschen, die keinerlei Affektkontrolle haben, keine Möglichkeit der bewußten Steuerung ihrer Absichten und hauptsächlich regiert werden von überzogenen Verlassensängsten, die völlig verhindern, das sie ihre Umgebung wahrnehmen können. Auch wieder so eine Krankheit, die zunimmt in unserer so aufgeklärten und gut durchdachten Welt. Sie ist nicht so gravierend wie Schizophrenie oder Depressionen, es sei denn - man hat das Pech und bekommt so einen Menschen als Partner.
    Selbst Therapeuten verzweifeln und scheitern regelmäßig an dieser Störung, alldieweil sie außerordentlich destruktiv ist - sich aber im günstigsten Falle gegen die Person selbst richtet.

    Dann braucht man keinen Weltkrieg mehr, man hat den Krieg im Haus mit all seinen Erscheinungen: Sachbeschädigung, Körperverletzung, seelische Grausamkeit und was es noch an derlei unschönen Erscheinungsformen zwischenmenschlicher Häßlichkeiten gibt.

    Vernunft ... würde wohl nur seltenst Krieg führen. Selbst Eroberungskriege, die einen scheinbar vernünftigen Grund haben (Geld, Besitz, Macht) sind bei genauerer Betrachtung unvernünftig, denn mit Handel könnte man in dieser Hinsicht ebensoviel erreichen - mit weniger Toten.

    Die Tiefen des Ozeans und die Weiten des Weltalls wollen wir erforschen, zu den Sternen treibt es uns ... dabei liegen die größten und wichtigsten Aufgaben eigentlich erstmal in uns selbst, bevor eine durch Emotionen ausgelöste Kettenreaktion einen vernichtenden Nuklearkrieg über das Antlitz der Welt schickt, der jedes weitere Nachdenken überflüssig macht ... es sei denn, die Sorge um Nahrung und Unterkunft für die wenigen Überlebenden. Oder eine endgültig kollabierende Umwelt.

    Emotionen sind es, die uns in den Hindukusch einmarschieren lassen: Angst und - Rache. Und natürlich die Gier nach Öl.

    Selbst wenn das Objekt des Zorns mit den Anschlägen am 11.9.2001 gar nichts zu tun hat wie der Irak, so lassen wir die Hunde des Krieges los um Emotionen zu ... besänftigen. Besänftigen müssen wir sie, denn sonst lösen sie einen Terror aus, den das Bewußtsein nur selten aushalten kann - wenn überhaupt.

    Seit etwas mehr als hundert Jahren haben wir zwar die Wissenschaft der Psychologie, doch ihre Resultate sind armselig. Sie behandelt zwar hin und her ... wie Mediziner auch ... aber sie heilt nicht. Manchmal könnte man meinen, das Gegenteil ist der Fall, wenn man sieht, das gerade unsere Kultur einen ständig steigenden Teil an Geisteskrankheiten im Schlepptau hat.
    Erstaunliche Erfolge erzielte jedoch Gerd Achenbachs Philosophische Praxis ... sehr zum Ärger und Zorne der etablierten Psychologen, die ihre Pfründe in Gefahr sahen. Ebenfalls ... Gefühle, die dort zum Ausbruch kamen. Versorgungsängste.

    Eingeborene, primitive Kulturen kennen, so weit mir bekannt ist, kaum Geisteskrankheiten, allerdings fehlt es hier zur Beurteilung an gründliche aufbereitetem Datenmaterial. Das ist eigentlich schade, denn eventuell sollte man schnell schauen, das man von denen lernt ... denn die primitiven Kulturen sterben mit gleicher Geschwindigkeit aus wie die Tier- und Pflanzenwelt dieses Planeten. Vielleicht haben aber ihre Schamanen auch bessere Techniken, geistigen Krankheiten Herr zu werden. Für sie ... sind es Dämonen, die man austreiben kann. Ein schönes Weltbild eigentlich ... denn dort gibt es keine "bösen" Menschen, nur "Besessene". Ein bischen Zauberei - schon hat sich die Sache. Überhaupt ... scheinen Religionen besser mit dem Unterbewußtsein kommunizieren zu können - wie auch die Musik.

    Kann man sie also nicht mit gutem Recht armselig nennen, diese ... Menschheit? Hilflos ausgeliefert dem
    Terror, der aus den Tiefen der unbekannten Räume des Unbewußten kommt, das sie zudem zu neunzig Prozent ausmacht? Man stelle sich mal vor, jemand würde sich König eines Landes nennen, das zu neunzig Prozent unbekannt ist. Oder Kapitän eines Schiffes, der aber seine Kajüte nicht verläßt und neunzig Prozent seines Kahns kaum bis gar nicht kennt - obwohl diese neunzig Prozent bestimmen, wohin die Reise geht.

    So gesehen, sind wir kaum mehr als hilflose Schachfiguren, die sich auch keine Mühe machen, die wirklichen Spieler zu sehen.

    So kann man doch sagen, das wir eigentlich ... erst ganz am Anfang unserer kulturellen und zivilisatorischen Entwicklung stehen. Und vielleicht ... hätten wir die alten Hexen und Zauberer doch nicht ausrotten sollen. Eventuell wußten sie besser, wie man die inneren Dämonen besänftigen kann.
    Immerhin ... sie unternehmen wenigsten mal Reisen in dieses unbekannte Land. Traumreisen. Und erleben dabei mehr - und angeblich sogar Lebendigeres, Eindrucksvolleres - als die meisten von uns bei unseren Urlaubsflügen.

    Vielleicht sollten wir uns ganz schnell diesen Reisen anschließen ... denn wenn die Wirtschaftkrise weiter ihre vernichtenden Kreise zieht, können wir es uns nicht leisten, von dunklen Emotionen getrieben zu werden, es sei denn, man will wirklich wieder etwas wirklich häßliches in die Geschichte setzen.

    Einige ... sind schon dabei, so etwas vorzubereiten.

    Wir werden ganz viel Vernunft brauchen, um dem zu entkommen, will mit scheinen.

  • Der große Verrat am Bundesbürger ... die Rente ist weg.

    Man hat mich ja oft und lange kritisiert, weil ich die Agenda 2010 von Anfang an für den Beginn einer außerordentlich häßlichen Entwicklung ansah. Panikmache wurde mir vorgeworfen, Unterstützung von Asozialen, das Ignorieren wirtschaftlicher Notwendigkeiten und vieles mehr.

    Und das ein Verkaufsleiter der Pharmaindustrie gleichzeitig Attac-Mitglied sein kann ... kann ja nun mal gar nicht angehen. Nun ... zum Schluß habe ich Arzneimitteleinzelimporte organisiert - moralisch unbedenklich. Seltene Schnecken aus Brasilien zur Therapie von Kindern zu beschaffen ... das war mein Job.

    Keine organisierte Volksvergiftung mehr im Sinne der Renditeopitimierung. Damit ... hätte man leben können. Aber hiermit nicht:

    http://krisenvorsorge.com/modules/news/article.php?storyid=364&location_id=109&topicid=2

    Während man in der aktuellen Presse von Staatsschulden in Höhe von etwas über 60% des Bruttoinlandsprodukts spricht, liegt der wahre Wert über 300 %. Schon 2002 belief sich der Wert auf 270 %. Das ergaben kaum beachtete Berechnungen des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR).
    ?Bei den Staatsschulden verhält es sich wie mit einem Eisberg?, so der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen. ?Die Öffentlichkeit diskutiert über die Spitze und merkt nicht, dass noch viel mehr unterhalb der Wasserlinie liegt.? Die versteckten Schulden sind dabei das Ergebnis der umlagefinanzierten Sozialversicherungssysteme. Hintergrund ist folgendes: sämtliche Menschen, die heute in die gesetzliche Renten- oder Pflegeversicherung einzahlen, haben damit Anspruch auf zukünftige Sozialleistungen des Staates. Mit anderen Worten: der Staat hat diesen Menschen gegenüber Schulden. Schließlich entsteht durch die Einzahlung eine zukünftige Zahlungsverpflichtung für den Staat. Diese Verbindlichkeiten tauchen in keiner Haushaltsstatistik auf, obgleich sie ökonomisch betrachtet der Aufnahme von Krediten entsprechen.

    Der Staat hat diesen Menschen gegenüber Schulen. Und die Agenda 2010 hat sich das erstemal der Schulden auf eine sehr häßliche, bequeme und asoziale Art und Weise entledigt: die Menschen, die zwanzig Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, wurden zwangsenteignet und gleichzeitg sozial stigmatisiert, um die Solidarität der Bevölkerung auf ein Minimum herunterzufahren.

    Ich fand ... das Prinzip war offensichtlich. Und es führte den gesetzlich legitimierten Betrug des Staates an seinen Gläubigern ein. Der Anlagebetrug der Banken setzt sich hier fort bzw. wurde vorweg genommen. Man zahlt ein, und wenn man´s in Anspruch nehmen muß ... ist nicht nur das Geld weg, man wird zusätzlich auch noch zum Untermenschen degradiert und zur Zwangsarbeit verdonnert.

    Mit dieser Methodik hat man sich im Dritten Reich die jüdischen Vermögen angeeignet, die sich auch heute noch im Besitz der Räuber befinden.

    Jetzt mag man sich zurücklehnen und sagen: ok, ich habe noch Arbeit, ich bin Beamter, ich bin Rentner, ich bin Selbstständig ... mir kann das nicht passieren.

    Vogel-Strauß-Reaktion war in Deutschland ja auch schon immer die Lieblingsreaktion des Groß- und Kleinbürgers. Auch das sah man im Dritten Reich.

    Allerdings möchte ich mir erlauben, das Vögelchen an dieser Stelle etwas aufzuscheuchen ... denn:

    in der Krankenversicherung, einem weiteren Standbein des Sozialstaates, haben wir (wir berichteten) schon ähnliche Degenerationserscheinungen: 77 % der Ärzte verweigerten schon insgeheim Behandlungen aus Kostengründen ... ohne den Patienten zu informieren.

    Und die Rentenversicherung ... ist nach meiner festen Überzeugung das nächste Ziel. Da geht überhaupt kein Weg dran vorbei. Und mehr und mehr werden in den Medien Hartz-IV-Empfänger mit Rentenempfängern gleich gesetzt (wir berichteten) und ein Thilo Sarrazin spricht jetzt schon davon, das in Zukunft nur noch eine Grundsicherung gezahlt werden kann (wir berichteten).

    Ich denke nicht, das man die Freiheit Deutschlands am Hindukusch verteidigen kann. Aber unsere Rentenansprüche kann man an der Agenda 2010-Front verteidigen.

    Und nicht mit der Forderung nach höheren Regelsätzen, denn die werden durch Inflation und höhere Mehrwertsteuer schnell aufgefressen ... und das Prinzip der staatlichen Ausplünderung der Sozialkassen bleibt bestehen.

    Und die Nutznießer dieser Politik werden immer dreister, wie die Firma Quelle, die kurz vor der Insolvenz noch schnell alle Konten leergeräumt hat. Aber ... immer noch um Staatshilfe bettelt, alldieweil ja sonst die Arbeitsplätze in Gefahr sind:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,632970,00.html

    Kaum noch Hoffnung für Quelle: Der Versandhändler musste sämtliche Gelder kurz vor dem Insolvenzantrag an den Mutterkonzern überweisen

    Alle schreien nach unseren Rentengeldern ... und viele kriegen sie auch. So hatte auch der Herr Hitler die Autobahnen finanziert ... mit den Rentengeldern.

    Und danach ... blieb natürlich nur noch ein Krieg übrig in der Hoffnung, so den drohenden Staatsbankrott abzuwenden.

    Um zu sehen, was uns in einiger ... nicht allzu langer ... Zeit drohen wird, lohnt sich ein Blick nach Kalifornien.

    Kalifornien, ein Bundsstaat der USA, für sich allein genommen die siebtgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, ist zahlungsunfähig, seine staatlichen Schuldverschreibungen gelten als "instabil" - weshalb es keine Kredite mehr gibt.

    http://www.jungewelt.de/2009/06-27/014.php

    Kalifornien steht vor dem Zusammenbruch. Weite Teile der Wirtschaft liegen am Boden, die öffentlichen Haushalte sind hoffnungslos überschuldet, die Kassen leer.

    Was geschieht, wenn ein Staat pleite ist und sich nicht mehr durch weitere Kredite finanzieren kann?

    Lehrer, Beamte, Arbeitslose, Rentner, Sozialhilfeempfänger, Angestellte und andere mehr haben am Monatsanfang ... eine dicke Null auf dem Konto. Ansprüche hin oder her ... wo nichts ist, da hat der Kaiser sein Recht verloren.

  • Nazi-Sklaven und Seelenruhe, oder: der Sinn des Lebens

    Kürzlich ... wurde ich mit einer recht interessanten Fragestellung konfrontiert. Kann man als jemand, der sich tagtäglich über das Leid der Welt ergießt, eigentlich noch einen Funken Lebensfreude haben?

    Eine interessante Frage, alldieweil ... man eine ganz andere Perspektive bekommt. Für einen Moment. Dazu angehalten wird, selbstkritisch zu fragen: ist das eigentlich gesund, was man da tut. Dieses ganze Zusammenfügen und Herumwühlen im politischen und menschlichen Dreck. Wäre es nicht besser, wenn man den ganzen Tag nur über ... Vögelbeobachtung schreiben würde? Vögel sind interessante Viecher. Ich könnte sie jeden über den Haufen schießen, wenn sie zum Sonnenaufgang mit einem enormen Getöse meine Nachtruhe stören.

    Gut, ist man erstmal wach und sieht die kunterbunte vielfältige Schar durch die Bäume hüpfen, könnte man sich schon vorstellen, das man da viel drüber schreiben könnte. Was die so alles anstellen, ist schon faszinierend. Und seitdem der rote Milan majestätisch über das Tal zieht, hat eine unglaubliche Bereicherung des Trubels stattgefunden.

    Stattdessen schreibe ich aber über Nazi-Sklaven in Brasilien:

    http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4409/nazi_sklaven_am_amazonas.html

    Frondienst unterm Hakenkreuz: Auf einer Sklavenfarm hielten brasilianische NS-Anhänger in den dreißiger Jahren Waisenkinder als "Nummernmenschen", später feierten Krupp-Erben hier wilde Jetset-Partys.

    Wieder mal so ein ekeliger Mist, den man gar nicht wahr haben möchte. Dankenswerterweise ersparen einem diese Leute ... die Details. Es ist eine aufschlußreiche Geschichte, denn dieses Kleinod der Nachrichtenwelt zeigt deutlich, welche Gesellschaftsform ich als faschistisch bezeichne...weil es kaum einen treffenderen und wirkungsvolleren Begriff dafür gibt. Die Herrschaft von "Herrenmenschen" über "Nummernmenschen". Wir hier ... sind ja jetzt auch Nummernmenschen geworden, jeder, auch einige der Toten, hat jetzt seine ganz persönliche Steuernummer bekommen. Sogar meine kleinen Kinder haben schon mal eine Steuernummer. Ob wir dadurch schon Nazisklaven geworden sind ... darüber reden wir mal später.

    Ja, diese Farm gibt ein schönes Bild ab, und die Aktivitäten der Krupp-Erben runden das Bild sogar ab.

    Faschistischer Mikrokosmos.

    Man braucht Begriffe, um sich verständigen zu können, und "faschistisch" im Sinne von kampfbündlerischen Herrenmenschen gefällt mir da als Begriff sehr gut. Und ein Begriff ist momentan sehr notwendig, wie ich glaube, alldieweil ... eine neue Form von Faschisten versucht, Macht zu ergreifen - die Sozialfaschisten.
    Das wird unsere Herausforderung im 21. Jahrhundert sein. Bildlich gesprochen leben wir momentan im Jahre
    1927 ... einige Jahre vor der Machtergreifung. Hoffe ich wenigstens, denn manchmal könnte man schon denken, es ist eher 1934 - nur hat´s noch keiner gemerkt.

    Das könnte Angst machen und einem die Lebensfreude vergällen.

    Aber bei mir ... tut es das nicht. Seltsamerweise. Was man sich vielleicht nicht vorstellen kann, wenn man liest, was ich so schreibe ... meistens sitze ich mit einem stillen Lächeln vor dem Bildschirm, die flinken Finger fliegen über die Tasten und schaffen ein kleines Werk, das eher Gesang als Text ist. Jedenfalls in meinem Kopf. Wie sich das dann liest ... werde ich nie erfahren, weil - ich kenn´ das ja schon.

    Kriege ich Angst, Panik, Unruhe?

    Kein bisschen.

    Das Leben könnte so schön sein ... ist es aber nicht. Jedenfalls nicht - das geschichtliche, historische Leben. Was dort tobt und kulminiert, ist grausam und unheimlich, produziert häßlichste Exzesse.
    Ich fühle mich sehr wohl dabei, das ich mein Möglichstes tue (und mitlerweile mehr als jemals zuvor), den nächsten Exzess zu verhindern. Und obwohl ich sie kenne, veröffentliche ich nicht die Exzesse der chinesischen Folterkünstler, denn dies würde nur Grauen und Angst erzeugen und hätte keinen Nutzen.
    Diese Künstler sind seit tausend Jahren tot. Wollen wir sie vergessen.

    Ein kleines, feines Lächeln begleitet mich die meiste Zeit, auch im Alltag. Ich tausche freundlichste Worte mir Kassiererinnen, Postboten, Paketboten, Friseurinnen und versuche so, gegen den Wahn anzugehen.
    Einfach etwas Freundlichkeit im Alltag ausstreuen, das hilft den Menschen (und einem selbst) schon sehr.
    Und führt zu einem kleinen Lächeln.

    Ein toltekischer Zauberer (oder Schamane) meinte mal, die größte Aufgabe des Kriegers (wie er selbst Zauberer nannte), ist es, ständig nach der Wahrheit zu suchen im sicheren Bewußtsein, das er sie nie finden wird. Damit hatte dieser alte Mann die Grundzüge philosophischen Treibens beschrieben. Und ich ... gehöre zu jener Art Philosphen, die der Überzeugung ist ... das jeder Mensch im Herzen eigentlich ein Philosoph ist. Manche haben Glück und merken es sehr früh, lernen schwimmen in den Wassern des Lebens, lernen ... zaubern? Andere lernen es erst am Ende, dann nennt man es "Lebensweisheit" - auf die heute allerdings kaum noch jemand etwas gibt, weil die Konsumkultur mit ihrem Unkraut alles überwuchern möchte.
    Und hier kann der, der früher lernte die Heckenschere zu gebrauchen, ganz im Sinne der alten griechischen Philosophie ein wenig freischneiden, "Hebamme" werden. Und so ... wenn man den Sinn seines Lebens lebt, erlebt man Glück, das immun ist gegen jede Art von äußeren Turbulenzen, dich ich momentan privat wieder
    erleben muß....was dazu führt, das ich sagen kann: ich spreche hier nicht über Theorien, sondern über LEBEN.

    Ist man Philosoph, fühlt man sich gut, wenn man auf der Jagd nach der Wahrheit ist ... selbst wenn man nur ein kleiner Feld- Wald- und Wiesenphilosoph ist wie meinereiner.

    Ich fühle mich sehr wohl, wenn ich meinen Job tun kann. Als Manager ... fühlte ich mich selten so wohl - hatte aber mehr "Spaß". Tolle, eindrucksvolle "Events", die den meisten Menschen nie zufallen werden.
    Sie erzeugten Spaß und lautes Lachen ... aber ließen die Seele, das Gemüt kalt.

    Doch das feine Lächeln, das oft im Gesicht erscheint, wenn ich finsterste Dinge beschreibe (und webe und verknüpfe, was verborgen bleiben sollte), wärmt das Gemüt. Spaß ... macht es manchmal auch. Manchmal ... lache ich über Formulierungen, Wendungen, geschlagenen Haken - wenn sie gelungen sind.

    So merke ich, das meine Seele viel ruhiger geworden ist, trotz des Sturmes an Not, Leid und Elend, der ich sie aussetze.

    Aber ... vielleicht ist sei dort in ihrem Element, wie jene alten Teeklipper, die bei starkem Wind und heftigem Sturm besser handzuhaben waren als ... bei Windstille.

    Und in einem stillen Teich ... sind sie völlig fehl am Platze.

    Und das ist das persönliche, gegenüber dem Allgemeinen, das ich bisher skizzierte.

    Wir gerieten mal mit einer Reisegruppe in einen Sturm in der Nordsee. Unser Segler war bedauerlicherweise nur ein altes holländisches Plattbodenschiff. Die Wellen schlugen über ihm zusammen, eine Achterbahnfahrt war nichts gegen die Höhenunterschiede, die der Kahn auf einmal ... ächtzend und knarrend ... über sich ergehen lassen mußte. Dem Kapitän stand die Panik ins Gesicht geschrieben.

    Doch ich ... fühlte mich sauwohl. Habe dem Sturm ins Gesicht gelacht. Zusammen mit meinem Kumpel.
    Hach ... war das ein Spaß, die Elemente zu bezwingen ... obwohl Lebensgefahr für alle bestand.
    Aber so ... blieb einem ja auch gar nichts anderes übrig, als sie zu bezwingen (obwohl bezwingen die Methodik nicht ganz beschreibt, mit der man erfolgreich ist, eher ... muß man eins werden mit Schiff, Sturm und Wasserwogen, um sicher durch das Unwetter zu kommen. Doch das ... ist ein anderes Thema).

    Die Nordsee gilt als eines der gefährlichsten Meere der Welt - was man kaum glauben mag. Aber bedingt durch ihre Enge können dort sehr unvorhergesehene Sachen geschehen.

    Und die Erde ... gilt vielleicht als einer der gefährlichsten Orte für das Leben. Ist nicht schön, aber kaum zu ändern. Jedoch ... man kann versuchen es zu ändern.

    Das verleiht dem Leben Sinn und Tiefe ... und eine gewisse Seelenruhe, die nicht ganz unerschütterlich ist
    (was meiner Meinung nach auch nicht so erstrebenswert ist, die buddhistische Gleichmut hat manchmal was erschreckend lebloses an sich, finde ich), aber zu der man ab und zu immer wieder zurückkehren kann.

  • Der Arbeitsdienst Ost im Lichte des Investmentterrors

    Nun, kaum ist die Meldung draußen, schon wird sie verstanden: der Arbeitsdienst kommt. Nun, Godwins Law
    verbietet ja, hier umfänglich Vergleiche zu ziehen, denn es schützt vollumfänglich das Neuerstarken
    des nationalsozialistischen Gedankengutes im Namen des "Guten Tons" der Internetkultur.

    Godwins Law?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Gesetz

    Godwins Gesetz (englisch Godwin’s Law) ist ein Begriff aus der Internetkultur, der von Mike Godwin 1990 geprägt wurde. Es besagt, dass im Verlaufe langer Diskussionen, beispielsweise in Usenet-Newsgroups, irgendwann jemand einen Nazivergleich oder einen Vergleich mit Hitler einbringt.

    Nun, natürlich ist ein Blog kein Forum. Natürlich ist ein Blogbeitrag keine Diskussion. Aber da ich schon mal abgestraft wurde dafür, viel zu früh Godwins Gesetz zum Einsatz zu bringen (ich ziehe schon Nazi-Vergleiche, bevor die Diskussion überhaupt losgeht) und ich schon verstehe, das Kommunikation im Internet einen höheren Stellenwert hat als die Beurteilung aktueller Entwicklungen, verkneife ich mir also an dieser Stelle mal den Hinweis darauf, das es Arbeitsdienste schon mal gegeben hat. Ich verstehe schon, das "echte Welt" und "Internet" zwei ganz unterschiedliche Welten sind - und dies auch bleiben möchten.

    Es gibt im Internet definitiv nichts, was in irgendeiner Art und Weise mit Hitler oder Holocaust vergleichbar wäre, es gibt auch keinerlei Hitler oder Holocaust, der für das Internet irgendeine Bewandnis hat noch sollte überhaupt über Hitler oder Holocaust geschrieben werden, denn das Internet soll sauber bleiben. Ich bin zwar übermüdet, aber noch nicht ganz abwesend.

    Die Arbeitslager kommen trotzdem:

    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/cdu-arbeitsdienst-fuer-hartz-iv-empfaenger4377.php

    Zurecht erinnert das an eine alte Forderung von Michael Glos (CSU), dem dieses ganze Hartz IV schon viel zu sehr nach Grundeinkommen schmeckte und der deshalb konsequent die Einführung eines Arbeitsdienstes forderte:

    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e198fd07b7e01.php

    Natürlich ist diese Forderung nach einem allgemeinen Arbeitsdienst für Langzeitarbeitslose (oder alternativ eben der Hungertod für jüngere chronisch Kranke, die nach der Abschaffung der Berufsunfähigkeitsrente ebenfalls unter Hartz IV fallen) verbunden mit der Entziehung der Kinder von Alleinerziehenden. Das wird zwar nicht erwähnt ... aber die können ja nicht arbeiten, wenn ihre Blagen noch zu Hause sind. Aber deshalb baut man ja jetzt auch die "Betreuungsmöglichkeiten" aus.

    Das gibt dem Staat ja dann auch die Möglichkeit, die Kinder gerade so auszubilden, wie er oder die Wirtschaft sie gerade haben möchten, was natürlich für die Zukunft das politische Arbeiten enorm erleichtert, alldieweil die ganzen Querdenker und Querulanten schon im Kindergarten vorsortiert und therapiert werden können, damit auch aus ihnen ordentliche Konsumameisen werden.

    Den Begriff Hitlerjugend möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich nicht erwähnen, um nicht wieder Schelte von den Gläubigen des "Godwins Law" bekommen. Ich möchte ja religiöse Ausdrucksformen tolerieren.

    Um auch wirklich garantieren zu können, das man den Arbeitsdienst vollumfänglich integrieren kann, wird vorsorglich auch schon mal die Ostförderung angegriffen. Nachdem hier eine existierende Volkswirtschaft zugunsten der Renditemaximierung von Großkonzernen zerschlagen und ausgebeutet wurde (um in Anschluß daran weiter in den neu hinzugekommen EU-Großraum Ost zu ziehen und den Aufbau der Ruinen dem Steuerzahler zu überlassen), gibt es dort natürlich einige strukturelle Probleme, die durch renditeverpflichtete Unternehmen nicht aufgefangen werden können.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3997617/Tiefensees-Gutachter-schreiben-Ostdeutschland-ab.html;jsessionid=FEBB409615776B69F818E3873C9C6CAD#vote_3997826

    Eine Prima Gelegenheit, den Geldhahn einfach mal ganz zuzudrehen und die ersten Arbeitslager zu errichten.

    Der Westen mit seiner langjährigen demokratischen Tradition zeigte sich ja schon bei der Etablierung der
    Agenda 2010 widerborstig ... jedenfalls in den Behörden. Im Osten kannte man hingegen noch länger den faschistischen Begrif des "Asozialen" und tolerierte seine Kriminalisierung. Dort wird man am ehesten Verständnis dafür finden, das Essen (oder Leben) in diesem Lande nicht mehr umsonst ist.

    Wer jedoch spekuliert und unverantwortliche Risiken eingeht, deren Folgen momentan wieder vielen Menschen das Leben kosten, der hat eine gute Zukunft vor sich, denn wie man hört, ist der Hunger nach Risiken wieder da:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article4001973/Investmentbanker-gehen-wieder-hohe-Risiken-ein.html

    Man kann wieder richtig gut verdienen als Investmentbanker. Der gute alte Ruf ist wieder hergestellt.
    Na, dafür hat sich ja dann die Rekordverschuldung der Steuerzahler auch gelohnt.

    Und man hat ja auch wieder richtig gut Geld für luftige Spekulationsgeschäfte, denn das billige Geld, das den Banken fast umsonst hinterhergeschmissen wurde ... das behalten die einfach für sich:

    http://www.welt.de/finanzen/article3994094/Die-Banken-behalten-das-billige-Geld-fuer-sich.html

    Das ist natürlich für Banker eine Supergelegenheit. Riesengeldgeschenke (na ja, fast geschenkt), die einfach so herumliegen und mit denen man jetzt wieder so richtig schön herumspielen kann, Optionsscheine auf Orangensaftkonzentrat inklusive. Möglicherweise kann man nämlich gerade jetzt an der kriseninduzierten Hungerkatastrophe richtig gut verdienen. Da man das Kapital der Anleger verbraten hat, mußte man jetzt eben mal das Kapital des Steuerzahlers ausbeuten, damit man weiterspielen kann....als handele es sich hier nur um Monopoly und nicht um die Versorgungsgrundlage der Bevölkerung.

    Und wenn erstmal der Arbeitsdienst kommt, dann sind wir auch endlich als Billiglohnland wieder interessant und schlagen die asiatischen Sonderwirtschaftszonen bei weitem. Die kriegen nämlich noch wenigstens ein bischen Geld. Aber auch nicht mehr lange ... wenn die Gratisarbeit hier durchgesetzt wurde, dann müssen die sich im Zuge der Globaliesierung auch anpassen.

    Man sieht: Arbeit soll sich wieder lohnen.

    Jedenfalls für jene, die von ihrer Ausbeutung leben wollen.

  • Konzentrationslager Deutschland: Neueröffnung 2010?

    Schon vor einiger Zeit hatte ich ja mal etwas geschrieben zu der Geburt des vierten Reiches aus dem Geist der Agenda 2010. Ein Sammelsurium von Fundstücken aus der Bundeszentrale für politische Bildung hatte mich damals etwas aufgescheucht und zu diesem drastischen Titel animiert.

    Nun scheint es, das dieser Artikel einer Fortsetzung bedarf, denn angesichts einiger anstehender Entwicklungen sieht es so aus, als wenn das Vierte Reich schneller etabliert wird als bisher angenommen.

    Hierauf machte mich meine Blogfreundin Maru 64 mit einem ersten Artikel aufmerksam, der die neue Sozialpolitik der CDU/CSU mit der alten Politik vergleicht und erstaunliche Paralellen feststellt:

    http://meinemeinung.blog.de/2009/06/24/hartz-iv-cdu-unwaehlbar-6378484/

    Ein zentraler Satz aus diesem Programm:

    Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll grundsätzlich mit einer Gegenleistung verbunden sein."

    Also ... wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Hitler und Müntefering sind der gleichen Meinung gewesen. Aber dankenswerterweise wurde ja noch keine Esspflicht eingeführt, so das wir nicht von einer Arbeitspflicht eines Sklavenhalterstaates reden können. Ob wir nun essen oder verhungern wollen, das ist immer noch unsere eigene Entscheidung. Selbsttötung ist allerdings verboten, immerhin gehört die Arbeitskraft dem Staat.

    Folgerichtig ist natürlich auch die Auflösung der Bundesanstalt für Arbeit, denn erstens gibt es keine Arbeitsplätze mehr, wohin man vermitteln könnte und zweitens können die doch auch alle gleich Hartz-IV bekommen, das käme auch dem Steuerzahler günstiger:

    http://www.gruene-bundestag.de/cms/bundestagsreden/dok/291/291025.aufloesung_der_bundesagentur_fuer_arbeit@de.html

    Zudem brächte die Auflösung der Bundesagentur für Arbeit dem neuen Arbeitssklavenmarkt gleich zusätzliche spezialisierte Kräfte. Und es bieten sich doch auch immer neue, bislang ungeahnte Beschäftigungsmöglichkeiten an, wie z.B. als Elefantenerreger oder Stoffmaus:

    http://www.sueddeutsche.de/,ra4m1/kultur/678/473195/text/

    Was will das Volk also mehr. Wie üblich ... wird es wohl wieder unzufrieden sein.

    Daher sind im Zuge dieser Entwicklungen gewisse Unruhen in der Bevölkerung möglich. Eventuell wollen die einfach nicht auf´s Essen verzichten. Dummes Pack aber auch. Sogar die ewigen Stänkerer von Attac nörgeln schon jetzt herum, das es wohl schlimm um den sozialen Frieden stehen wird ... nach der Wahl:

    http://womblog.de/2009/06/25/weitere-umverteilung-von-arm-zu-reich-zerstoert-sozialen-frieden/

    Weise wie Christdemokraten nun mal sind, haben sie auch diese Möglichkeit ins Auge gefaßt: Der Einsatz der Bundeswehr im Inneren ist deshalb eine unverzichtbare begleitenden Forderung der neuen bundesdeutschen Sozialpolitik:

    http://news.de.msn.com/politik/Article.aspx?cp-documentid=148120243

    Wer keine Elefanten erregen will, der wird erschossen, sofern er nicht freiwillig verhungert. So gehört sich das ja auch. Wie die Tierschutzorganisationen auf diese Entwicklung reagieren, konnte ich noch nicht herausfinden, denke allerdings, das sie auf der Seite der Regierungsparteien seien werden, solange nur der Elefant glücklich ist.

    Natürlich können und werden wir auch weiterhin in der deutschen Geschichte einem erfolgreichen Motto treu bleiben, das sich als außerordentlich Effizient erwiesen hat.

    ARBEIT MACHT FREI

    Dieser erfolgreichste Spruch deutscher Sozialpolitik wird wohl in Zukunft an der gesamten Landesgrenze angebracht werden. Wir bauen einfach keine Konzentrationslager mehr: wir werden eins! Mit Hilfe der Bundeswehr, von der man ja neulich gehört hat, das sie in der Tat irgendetwas in Afghanistan macht, das nichts mit Brückenbauen und Schuleeinweihen zu tun hat. Manche sprechen sogar schon von "Krieg" - dabei wurde der doch ausdrücklich von Seiten der Bundesregierung nicht erklärt.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,632315,00.html

    Auch wenn die Bundesregierung es nicht so nennen will - für die Bundeswehr herrsche Krieg in Afghanistan, sagt der Wehrbeauftragte des Bundestages.

    ARBEIT MACHT FREI

    ...wann war dieser Satz jemals so wahr wie heute? ARBEIT macht FREI von HARTZ IV, in Zukunft sogar von HUNGER und VERLEUMDUNG sowie ANFEINDUNG verbal aktiver Sozialfaschisten. ARBEIT macht die Zukunft der eigenen Kinder FREI von Armut, ARBEIT MACHT FREI vom Arbeitszwang durch die ARGE, ARBEIT MACHT FREI von Angst und Sorgen. ARBEIT MACHT FREI von der Verpflichtung, jeden Tag zu Hause zu sein, ARBEIT MACHT FREI von der Pflicht zur Mitwirkung, ARBEIT MACHT FREI von unangemeldeten Hausdurchsuchungen, ARBEIT MACHT FREI vom erniedrigenden Lebensmittelbezug durch die TAFELN, ARBEIT MACHT FREI von dem Zwang, sich eine angemessene Wohnung zu suchen, ARBEIT MACHT FREI... von allem, was einem in diesem Land bedrücken kann.

    Das ist das deutsche Motto: ARBEIT MACHT FREI. Nie war es so wahr wie heute. Und nach der Wahl ...

    ...wird es ENDLICH an jedem Ortseingangsschild, an jedem Rathaus und an jedem Grenzübergang aufgestellt.

    Bewacht von momentan effizient geschulten Aufbauhelfern in Afghanistan, die dort vor Ort in einem Entwicklungshilfeprogramm schon mal gezielt lernen, wie man im Inneren zum Einsatz kommen kann.

  • Warum ich kein Datenschützer sein darf

    Ich bin ja nur ein kleiner Feld-Wald- und Wiesenphilosoph vom Lande, an dem vieles spurlos vorbeigeht.
    Manches bekomme ich ganz ehrlich nicht mit. Manches begreife ich in seiner Dimension nicht, alldieweil ich keinen Fernseher habe.

    So hat es eine Zeit lang gedauert, bis ich diesen Kinderpornozensurrummel überhaupt erstmal im Ansatz durchschaut habe.

    Verstanden habe ich das in Gänze noch lange nicht, aber eins ist selbst mir als Laien ziemlich klar geworden: den Kindern hilft das nicht. Die wirklichen Täter werden dadurch auch nicht am Konsum gehindert.

    Es wirkt wie ... wir legen die Fernseher still damit keiner durch schlechte Nachrichten beunruhigt wird.

    Wäre in Zeiten der Krise sogar eine verständliche Maßnahme, denn wenn keiner weiß, das Krise ist, geht sie vielleicht vorbei, ohne das man´s merkt.

    Und so langsam aber sicher wurde mir klar, das ich eigentlich ... ein Datenschützer werden sollte.
    Viel engagierter als bisher, nicht nur so larifari nebenbei sondern mit Feuer und Flamme für das freie Internet streiten.

    Doch dann ... kam der Hammer.

    Ich darf nicht.

    Wäre lebensgefährlich. Denn: wer Datenschützer ist, der schützt Kinderpornographie. Das scheint jedenfalls die Zeitschrift Emma zu meinen:

    http://www.saarbreaker.com/2009/06/emma-manipulation-alle-datenschtzer-sind-pdophil-soll-die-herrschende-meinung-werden/

    EMMA hat einen Artikel über uns geschrieben. EMMA ist diesem Artikel zufolge bekannt, dass Stoppschilder kein adäquates Mittel zur Bekämpfung der “Kinderpornografie” sind. EMMA beschreibt selber die Möglichkeit Inhalte mit sexueller Gewalt gegen Kinder zu löschen. Das ist der von uns vorgeschlagene Weg “Kinderpornografie” nachhaltig aus dem Netz zu entfernen. Dank erwartet keiner dafür - wir kämpfen schließlich für unser (aller) Internet, für ein demokratiefähiges Internet. Aber das uns EMMA “zum Dank” unterschwellig entgegen schleudert “ihr seit alle pädophil!” ist mehr als unverschämt. Aber EMMA belässt es nicht dabei, sie diskreditiert pauschal den Datenschutz, sie greift die Stellerin der erfolgreichsten Petition aller Zeiten, Franziska Heine, persönlich an. Damit auch ihre Nachbarn bescheid wissen, gleich mit Nennung ihres Geburtsortes im fett-gedruckten Vorspann. Alle, so zündelt EMMA in der öffentlichen Wahrnehmung, sind lediglich Unterstützer der “Händler und Freunde von Kinderpornografie”.

    Ich mag den Artikel nicht in ganzer Länge vorstellen, aber wer mag, findet ja das Original oben.

    Ich bin nun etwas verunsichert, denn eigentlich dachte ich ... mmmh, Emma ist doch sonst kein Idiotenblatt, sie sollten doch differenzierterem Denken zugänglich sein. Sind sie aber weiß Gott wohl nicht, wenn man weiterliest:

    EMMA erweckt damit den Eindruck, dass sich nur eine kleine Minderheit von uns um die Bekämpfung von “Kinderpornografie” schert. Zentrale Botschaft, die in den Köpfen der Leserinnen und Leser hängen bleiben soll, ist “eigentlich gar keiner”. Es folgen zwei Fragen:

    Dürfen wir demnächst mit einer Petition von Franziska Heine, der “Jeanne d’Arc des Internets”, für eine Aufstockung der finanziellen und personellen Mittel des BKA zur Verfolgung von Kinderpornografie rechnen? Und wie viele UnterzeichnerInnen würde diese Petition wohl finden? Franziska Heine persönlich und ob alle Gegner der Sperr-Strategie die Verbreitung von Kinderpornografie im Netz verhindern wollen stellt EMMA damit komplett in Frage. Mit einem Heinrich Wefing Zitat hat EMMA sich diese Frage zuvor dahingehend beantworten lassen, dass wir keinen Gedanken darauf verwenden . Die beiden Fragen sind also zwei rhetorische. Der Artikel endet an dieser Stelle. Ob wir uns vor den Karren der Händler und Freunde von Kinderpornografie spannen lassen ist damit ebenfalls positiv beantwortet, sowie die Überschrift “Meinungsfreiheit für Kinderpornos?” Laut EMMA halten wir also die Meinungsfreiheit für Kinderpornos hoch. Geschickt als Fragen formuliert, damit die Rechtsabteilung zufrieden ist. Verknüpft mit der von Zensursula losgetretene Schmutzkampagne ist es eindeutig, was EMMA mit dieser ungeheuerlichen Aussage bezweckt. Es soll der Eindruck entstehen, dass alle Datenschützer, alle Gegner der Sperr-Strategie, Kinder vergewaltigen.

    Nach dem ganzen Drama bleibt mir jetzt als überzeugtem Feind von Kinderpornographie (und eigentlich auch von Erwachsenenpornographie, denn dieses Geschäft ist ebenfalls alles andere als lustig - Frauen mit Eseln gepaart - das braucht doch wirklich keiner) nur eins übrig: den völligen Verbot des Internets fordern.

    Und eigentlich ... auch den völligen Verbot von bedrucktem Papier. Wer weiß, was da auf den Seiten alles zu finden ist. Und Fernsehen ... Videos und CD gehören ebenfalls verboten, ebenso private Kameras.
    Genauso Handys. Radio ... geht vielleicht noch. Muß ich mal drüber nachdenken.

    Vielleicht sollte man sogar sicherheitshalber den Menschen an sich verbieten, dann wäre endlich Ruhe im Karton.

  • Uwe Hiksch: Wie ein Linker Hartz IV-Empfänger linkt?

    Nun, hier gibt es nun eine Geschichte, die ein Einzelfall ist. Ein Einzelfall von sicherlich vielen, die
    in diesem Land stattfinden. Leben, an und für sich, ist immer ein Einzelfall. Das Besondere an dieser Geschichte ist, das dieser Einzelfall einen Linken betrifft. Uwe Hiksch, der bald für viel Geld in den Bundestag möchte. Und es betrifft eine kleine Gruppe von Hartz IV-Empfängern.

    Diese kleine Geschichte, an derem Ende einer der Hartz-IV-Empfänger mit einem Berg von Schulden dasitzt, die er die nächsten 14 Jahre abzahlen muß - von einem rechtlich korrekt gekürzten Regelsatz, da der zukünftige Bundestagsabgeordnete ihn ordentlich "gelinkt" hat - zeigt einmal mehr, warum dieses Gesetz sofort abgeschafft gehört ... und warum man nicht gerade den "Linken" trauen sollte, das sie dies tun werden.

    Immerhin kann man als Arbeitgeber mitlerweile deutlich von dieser entrechteten und geknechteten Kaste profitieren, wenn man nur skrupellos genug ist und ihre völlige Hilflosigkeit und Rechtslosigkeit geschickt genug ausnutzt.

    Nun, wie ich höre, fordern die Linken ja eine Erhöhung des Regelsatzes auf ... 500 Euro, glaube ich.
    Wer meine Meinung zu diesem Gesetz kennt, weiß, das es mir nicht um die Höhe des Regelsatzes geht - obwohl die erbärmliche Versorgung der Kinder und Jugendlichen mit Essen, Nahrung, Kleidung schon einer sofortigen Änderung bedarf. Immerhin leben wir nicht in Notstandsgebieten ... und Kinder sollten und eigentlich wichtiger sein als Opels.

    Sind es aber nicht, jedenfalls nicht selbstverständlicherweise, was ein Mißstand der ganz besonderen Art ist und ein ganz besonders armseliges Licht auf unser Land, auf unsere "Kultur" und auf unseren Respekt gegenüber der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wirft.

    Mir ... geht es um die Abschaffung eines Gesetzes, das Mißbrauch erstmal möglich macht - nämlich den Mißbrauch von Menschen, die per Gesetz in eine Notsituation gekommen sind.

    Hier nun der offene Brief des Betroffenen und rundum komplett verarschten Hartz-IV-Empfängers. Er ist recht lang, ich kann aber nur empfehlen, ihn in ganzer Länge zu genießen. Es geschieht wohl selten, das man über die Situation von Langzeitarbeitslosen so detalliert erfahren kann, über ihre Einsatzbereitschaft, ihre Leistungsbereitschaft, ihre Bereitschaft, sich für einen Arbeitsplatz zu verschulden und alle nur erdenklichen Strapazen auf sich zu nehmen, um der unerträglichen Situation eines Hartz-IV-Empfängers zu entkommen. Und selten erfährt man so detalliert etwas von dem Ergebnis dieser Anstrengungen, die man ja als Arbeitgeber normalerweise nur als beispielhaft beschreiben kann: den völligen Ruin.

    http://kanzelwandhaus.wordpress.com/2009/06/18/der-sozialistische-gang-des-uwe-hiksch/

    Solche Erfahrungen ... werden wohl jeden Langzeitarbeitslosen abschrecken, sich jemals wieder auf so etwas wie einen "ordentlichen Arbeitsvertrag" einzulassen. Dann doch besser in der sozialen Hängematte liegen bleiben, bevor man mit einem Riesenberg Schulden und gekürzten Regelsatz am Hungertuche nagt.

    Andere ... hätten wahrscheinlich sofort den Sturz vom Hochhaus ins Auge gefaßt, als noch die Kraft zu haben, sich gegen diese Ungeheuerlichkeit zur Wehr zu setzen.

    Nun...als Blogger aus der Ferne kann ich natürlich den Wahrheitsgehalt dieses Schreibens nicht überprüfen.
    Sollte es jedoch wahr sein (und ich hoffe, das ich zu diesem Vorgang mehr Informationen erhalten werde, vielleicht telefoniere ich in den Ferien mal herum, sofern mir nicht etwas anderes dazwischen kommt), dann würde diese Partei nur dann meine Stimmer erhalten, wenn ein Uwe Hiksch konsequent aus der Partei geschmissen wird.

    Sollte jemand der Leser weiterführende Informationen zu dem Thema haben oder Informationen über Reaktionen des linken Bundesvorstandes ... so würde ich bitten, diese an mich weiterzuleiten.

    Sollte Uwe Hiksch dies lesen, so würde ich ihn bitten, eine persönliche Stellungnahme zu den Vorfällen abzugeben, die ihn in ein äußerst schlechtes Licht rücken.

    Gleichwohl dürfen sich auch Funktionäre der Linken zu dem Vorfall äußern. Eine Partei, die ein solches Verhalten toleriert ... gehört aufgelöst, bevor sie noch mehr Schaden anrichtet.

    Wäre meine Meinung.

  • Liebe, Verzeihen, Mißtrauen und Haß

    Es gibt, so habe ich mal gehört, einen festen Maßstab für Liebe. Liebe kann verzeihen. Liebe kann deshalb auch besser verstehen. Vielleicht nicht alles, aber: sie kann alles verzeihen. Verzeihen ist wichtiger als verstehen. Verzeihen ist etwas, was aus dem Gefühl kommt. Verstehen ist die Sphäre des Verstandes.
    Der Verstand selber ... kann aber noch nicht mal Liebe verstehen, noch erklären.

    Als Grundlage für Reproduktion ist sie ihm verständlich, als Brutpflege auch. Als Schutz und Förderung des eigenen genetischen Codes ist Liebe dem Verstand ein plausibles Mittel zum Zweck ... und es kann einem kalt den Rücken herunterlaufen, wenn man diese Sprache aus den Augen eines liebenden Menschen betrachtet, reduziert doch die technische Sprache des Verstandes mitlerweile den Menschen zu einer biologischen Maschine - was hintenherum selbst den Verstand entwertet und entwürdigt.

    Die Welt der Technik mit ihren Werte, Kategorien und Maßstäben hat weder Verständnis noch Platz für Liebe.
    Liebe und Bordell sind für sie einerlei, denn dort geschieht objektiviert das, was meßbar und beobachtbar ist. Und was nicht meßbar und beobachtbar ist, das gibt es nicht ... oder es ist zumindestens bedeutungslos und wertlos.

    Letztendlich funktioniert die Welt der Technik aber nur durch völligen Verzicht auf Konsequenz, denn einer Kritik der reinen Vernunft und ihrer eigenen durch ihre Kategorien eingeschränkten Enge verschließt sich der technische Verstand dann doch lieber völlig - zu groß wäre die unerklärbare, wunderbare Welt, die sich außerhalb ihrer Erklärungsmodelle erschließt, wenn man zu genau auf die äußerst beschränkte menschliche Auffassungsgabe schaut. Das man mit dieser Technik, mit dieser Methode auch zweifelsfrei beweisen könnte, das der Mond aus grünem Käse ist (dies tat ein Wissenschaftler des 19 Jhd.) oder das die Erde auch heute noch eine Scheibe ist, interessiert den technischen Verstand dann eher weniger....trotz der Flut von Irrtümern in seinen beliebigen Erklärungsmodellen, die er tagtäglich produziert.

    Allmachtsphantasien lassen sich halt nur völlig bedenkenlos ausleben, wenn man viel ausblendet. Und zur Not hilft beim Ausblenden dann auch die Psychiatrie. Hauptsache man bleibt auf Kurs, auch wenn dieser Kurs eine künstliche Wirtschafts- Umwelt- oder politische Katastrophe nach der anderen produziert.

    Liebe kann verzeihen ... doch in der Kultur der Moderne wird gerade dies bestraft. Verzeihen, Verstehen und Vertrauen sind grundsätzliche Qualitäten menschlichen Miteinanders, die der Menschheit ermöglichten, sich die Welt untertan zu machen. Wir sind halt keine kräftigen, freilaufenden Tiger und Grislybären, wir entfalten unsere wahre Stärke erst in der Gemeinschaft. Durch die Gemeinschaft wurden Höhlenbär und Mammut - sonst ohne natürliche Feinde - zu unserer Nahrung. Gemeinschaft macht Menschen stark.

    Doch heute werden die Qualitäten, die Menschen stark machen, bestraft. Wer seinem Anlageberater vertraut hat, kann ihm möglicherweise nochmal verzeihen - aber hat nichts mehr, was er anlegen könnte. Wer seinem Staat, seiner Regierung und seiner SPD vertraut hat, landet bei Hartz IV und wundert sich darüber, warum er da nie wieder herauskommt.

    Mißtrauen und Haß sind die Leitwerte, die in dieser ... "hochzivilisierten" ... Kultur auf einmal überraschenderweise Leitwerte geworden sind. Wer anderen ständig mißtraut, seinen Nächsten haßt wie sich selbst, der hat schon eine wichtige Grundlage für persönlichen Erfolg geschaffen.

    Diese Werte ... und diese Menschen ... funktionieren allerdings nur in einer gesunden menschlichen Gesellschaft. Wer an einen natürlichen Urzustand denkt ... der Mensch im Überlebenskampf mit der Natur ...
    wird sehen, das der haßerfüllte mißtrauische Mensch seinen Weg allein durch die Steppe finden muß, wo er leicht Opfer eines jeden hungrigen Tieres wird. Diesen Tatbestand kann er dann zurecht auch hassen ... doch eigentlich haßt er sich dann nur selbst.

    Haß und Mißtrauen funktionieren nur als parasitäre Werte einer gesunden Gesellschaft. Nur dort kann man mit solchen Einstellungen "wirtschaftlich erfolgreich" sein. Liebe und Vertrauen bauen eine Gesellschaft auf, Haß und Mißtrauen leben von ihr, saugen sich von ihrer Leistung voll wie Zecken (oder Vampire, weshalb dieses Seelenbild für viele Menschen so aktuell ansprechend scheint, weil es einer gefühlten, erlebten Wirklichkeit entspricht)...und können sie vernichten. Und dadurch auch sich selbst.

    Wundert es da, das Haß und Mißtrauen einhergehen mit sadomasochistischen Praktiken? Der Lust am quälen und gequält werden? Die Haßgimpel fühlen sonst nichts mehr ... wo keine Liebe ist, da gibt es einen generellen Mangel an Gefühl. Da müssen Schmerzen her, damit man überhaupt noch etwas merkt. Doch sind es nicht nur Marterwerkzeuge und Peitschenhiebe, die zum Einsatz kommen.

    Auch das Wort wird gern gewählt in der Welt der Sadomasochisten. Und es besteht kein Unterschied zwischen Menschen, die andere peitschen und sich gern dafür bestrafen lassen ... und jenen, die das Wort wählen, um Ausländer, Arbeitslose oder Asylbewerber verbal zu peitschen. Es ist gerade der asoziale Sozialschmarotzer, der in stiller Erkenntnis seiner eigenen Funktion in der menschlichen Gesellschaft
    in Form einer Übertragung sein Spiegelbild in anderen erkennt ... man kann ja auch eh´ am Besten in anderen erkennen, was man selber in sich hat. Für mehr Erkenntnis muß man sich schon sehr anstrengen.

    Darum ist es gerade der asoziale Sozialschmarotzer, der Mensch, dessen Leitbilder Haß und Mißtrauen sind, der in anderen immer nur asoziale Sozialschmarotzer erkennen kann, sie überall an allen Ecken und Enden ausfindig macht und verbal gern in asozial ausfallender Weise attackiert.

    Und selbstverständlich ist der Haßgimpel auch für die Todesstrafe. Verzeihen ... ist ihm fremd. Wie auch die Möglichkeit der Erkenntnis ... das ihm selbst verziehen werden könnte. Denn auch wenn er in seiner parasitären Form krebsartig im gesunden Körper wuchern kann, bis er diesen Körper an den Rande des Todes bringt und so einen kräftigen, starken "Leistungsträgereindruck" machen kann, so ist ihm doch im Innersten bewußt - wie schlecht, einsam und schwach er ist.

    Wirkliche Freunde hat er nicht, denn sein Mißtrauen erkennt Freundschaft nur als Anschleichweg des Meuchelmörders. Liebe kennt er auch nicht ... und sucht deshalb Trost in ausgefallensten Formen der sexuellen Verirrungen - gerne auch mit Kindern, weil diese Form von Sex seinem eigenen, verwerflichen Bild von sich selbst entspricht ... das nur er sieht, wenn er in den Spiegel schaut. Nicht das Bild, das sein Verstand gerne von sich zeichnet (dies ist nur ein Egokunstwerk - und unbedeutend fürs Gemüt), sondern das, was sein Gemüt an sich selbst erfühlt: Haß, Mißtrauen, Einsamkeit, Lieblosigkeit - und deshalb eine generelle Unwertigkeit als echtes menschliches Leben. Seine Instinkte kann man halt mit noch so fadenscheinigen Gebrauchtwagenverkäuferargumenten nicht überzeugen.

    Kurz: wer überlebt am ehesten in der Wüste - Topmodell oder Trümmerfrau? Versicherungsvertreter oder Handwerker? Börsenguru oder Lebenskünstler?

    Liebe macht überlebensfähig. Liebe ist eine Grundlage für das Verstehen eines Problemzusammenhangs in seiner Gesamtheit. Versteht man die Wüste ... kann man mit ihr Zurecht kommen. Haßt man sie - wirds schnell duster. In der Wüste zeigt sich ... wer für die Menschheit und das Leben leben kann - und wer nur existenzfähig ist, wenn er ... von der Menschheit lebt.

    Na ja, jedenfalls so im Prinzip. Aber ... darum ging es mir heute mal. Ums Prinzip.

  • Aufrüstung wohin man schaut ... Arge und Afghanistan

    Alle bereiten sich darauf vor, die anstehende Wirtschaftskrise (ja, momentan neige ich zu der Ansicht, sie kommt erst noch. Meine eigene private Meinung) zu bewältigen. Wie üblich geht das natürlich am Besten mit Rüstung.

    So fördert die ARGE die Ich-AG eines führenden Neonazis, der dort, staatlich gefördert, Propagandamaterial und Waffen verkauft. Seine Stahlkugeln hatten schon Verwendung beim Angriff auf Linke
    gefunden:

    http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/wr/2009/6/22/news-123437745/detail.html

    Ist doch immer mal wieder schön zu sehen, wohin die Steuergelder alle so fließen. Na ja, Hauptsache: nicht arbeitslos. Dann lieber Waffenhändler. Ob Drogen- und Frauenhandel mitlerweile auch gefödert werden, weiß ich nicht, Interessenten bitte bei der zuständigen ARGE melden. Zuhälter ebenfalls. Letztere haben wahrscheinlich als Ein-Mann-Ich-AG, die Arbeitsplätze schaffen will, sehr gute Chancen auf Förderung, wenn ich mir die Förderprinzipien so anschaue.

    Aber auch Afghanistan, wo die Bundeswehr ja keinen Krieg führt, sondern Aufbauarbeit leistet (hörte ich heute im Radio) wird gezielt neues Aufbaumaterial eingeführt:

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/schwere-waffen-fuer-bundeswehr-in-afghanistan;2370469

    Kampfhubschrauber, Schützenpanzer, Haubitzen, alles was man so zum Aufbau braucht. Nun, zu unserem bundesdeutschen Wirtschaftswunder brauchten wir auch Bombenteppiche, die erstmal den Boden bereiteten, auf dem das Blühen stattfinden konnte. Ein altbewährtes Modell der Entwicklungshilfe, das weiß jeder Gärtner: vor dem Pflanzen kommt das Roden.

    Entwicklungshelfer jeder Art sucht die Bundeswehr momentan überall, wie die kleine Anfrage einiger linken Bundestagsabgeordneten zeigte:

    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/120/1612038.pdf

    Mit Karrieretrucks und Musikgruppen zieht man in die Schlacht um den Nachwuchs ... der wohl dringend benötigt wird, nachdem mehr und mehr Aufbauhelfer bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,632035,00.html

    Drei deutsche Soldaten sind in Afghanistan ums Leben gekommen. Die Männer wurden während ihrer Patrouillenfahrt angegriffen - und verunglückten bei einem Ausweichmanöver tragisch.
    Nun, die Taliban kennen offensichtlich nicht unsere Verkehrsregeln. Sie wollen zwar auch Krieg führen, aber der findet bei uns halt auf der Autobahn statt. Und Autobahnen kennen die glaube ich gar nicht.
    Aber ob man denen deshalb verzeihen sollte, das sie zu Raketen greifen, weiß ich nicht.

    Schön finde ich natürlich, das man im Rahmen der kleinen Anfrage auch mal über die Kosten von Bundeswehrmusik informiert wird, hier ein paar Beispiele.

    Feierliches Gelöbnis Haldenwang 1332,82
    20.11.2008 Musikalische Umrahmung Koblenz 300,00
    20.11.2008 Trauerfeier Köln-Zündorf 70,00
    21.11.2008 Beisetzung Hammelburg 0
    21.11.2008 Beisetzung Kitzingen 0,00
    21.11.2008 Beisetzung Schönau 107,45
    21.11.2008 Umrahmung Veitshöchheim 1,80
    21.11.2008 Wohltätigkeitskonzert Gera 311,84
    21.11.2008 Trauerfeier Kiel 29,14

    Feierliche Gelöbnisse scheinen ziemlich teuer zu sein. Im Zuge der Sparmaßnahmen sollte man auf dieses heidnische Zeugs vielleicht verzichten oder in die Eifel verlegen. Im Reichstag kostet so´n Dingen nämlich 146000 Euro, in Manderscheid nur 350.

    Trauerfeiern sind da schon deutlich billiger. Aber am billigsten sind Beisetzungen in Hammelburg. Und da wir mit letzteren im Zuge des Afghanistanfeldzuges ... äh, der Aufbauarbeit dort mit einer Zunahme von Beisetzungen rechnen müssen, wäre es doch vielleicht sinnvoller, die in Hammelburg vorzunehmen. Oder in Kitzingen. Dort kosten die nämlich nichts. Und ob man sich die Trauerfeiern noch leisten kann, sollte man je nach Kassenlage entscheiden.

    Wohltätigkeitskonzerte und "Umrahmungen" (was um alles in der Welt ist das denn?) kosten noch deutlich mehr als Trauerfeiern. Dann doch eher Trauer als Wohltätigkeit, ist einfach billiger. Noch billiger sind natürlich Beisetzungen, aber ich möchte nicht dazu aufrufen, Wohltätigkeit durch Beisetzungen zu ersetzen - obwohl genau dies gerade weltweit geschieht, wenn man sich die Folgen der Wirtschaftskrise für wirtschaftlich ohnehin schon schwache Gegenden in Erinnerung ruft.

    Übrigens ... der Volkstrauertag im Osten verursacht nach der oben zitierten Liste überhaupt keine Kosten ... die trauern dort sowieso schon den ganzen Tag. Im Westen kostet das trauernde Volk noch 105 Euro. Hier wird es hoffentlich bald eine kostensparende Angleichung geben, an der momentan gezielt gearbeitet wird, damit das Volk bundeseinheitlich trauern kann.

    Vielleich hilft ja dabei der geplante Einsatz der Bundeswehr gegen die eigene Zivilbevölkerung, die immer mal wieder im Gespräch ist.

  • Der Tod der Liebe

    Es gäbe viel zu tun. Viel zu Schreiben über irrationale Entwicklungen in Gesellschaft, Politik, Religion, über Fremdartiges in allen Lebensbereichen, Hunger, Krankheit, Kriege, Ängste, Not, Elend, Entwürdigung - gezüchtet im Dienste der Rendite.

    Doch manchmal ... sollte man sich vielleicht besinnen - und einen Nachruf schreiben. Denn etwas stirbt in dieser Welt, etwas, das manche nur einen flüchtigen romantischen Traum nennen.

    Etwas, das ... man den Tod der Liebe nennen kann.

    Liebe gibt es ... oder sollte es geben ... zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern, Freunden, Menschen generell. Aber nicht nur dort, denn früher sprach man auch von anderen Dingen, die man mit Liebe erfüllen kann.

    Die Liebe zu seiner Arbeit, zum Beispiel. Die Liebe zum Objekt seines Schaffens. Das Schwert, obwohl ein Instrument des Krieges und der Zerstörung, wurde dann gut, wenn es nicht lieblos geschmiedet wurde - denn dann hielt es nicht, was es versprach - und brachte eher seinem Besitzer den schnellen Tod.

    Möbel, handgearbeitet, geschaffen für die Ewigkeit, wanderten von Erbe zu Erbe, enthielten mehr lebendige Geschichten als ein Buch.

    Häuser, nicht nur zum Wohnen geschaffen sondern als Zierde für die Landschaft, eine Erbauung für jeden, der ihrer ansichtig werden konnte.

    Kunst ... undenkbar eigentlich ohne Liebe, einschließlich der Kochkunst - und doch kommt auch sie mitlerweile ohne dies aus.

    Kleidung ... mit Liebe geschaffen, überdauert sie Generationen - und vieles davon, was so geschaffen wurde, steht jenseits der flüchtigen Mode der Saison, es scheint fast, als schüfe man so Klassiker, die selber Mode sind.

    Musik ... mit Liebe geschaffen, führt sie die Seele, den Geist, das Gemüt hinaus aus den Alltag in Welten, in denen Wunder noch wirken können.

    Doch auch die Liebe zu Menschen konnte Wunder wirken. Sei es zur Rettung der Kinder, zur Rettung des Geliebten ... oder zur Rettung der ganzen Welt.

    Heute ... gehen die Menschen an den Opfern vorbei, schauen einmal kurz hin - und wandern weiter.
    Der normale Hilfereflex wurde als Helfersyndrom zur Krankheit erklärt, emotionslose Gleichgültigkeit gegenüber dem Nächsten zum Standard erhoben.

    Doch dort wo Liebe nicht mehr blüht, wächst ihr Gegenpart, der Hass, mehr und mehr. Und vom Hass wird nicht gesagt, das er ein romantisches Ideal sei. Er lebt, tobt sich aus, in sadistischen und masochistischen Formen. Und die Lieblosigkeit gibt ihm einen guten Nährboden - Familien, die zerissen werden, weil Vater und Mutter arbeiten müssen (wobei es schon reicht, wenn einer den ganzen Tag draußen schuften muß, Überstunden schieben, damit man "über die Runden kommt" - "Familie" ist anders, wurde anders gedacht - doch da arbeiteten noch alle zusammen an einem Feld).

    Obwohl Liebe Sexualität zu Höhepunkten treiben kann, die weit jenseits dessen liegen, was selbst ausgefeilteste Techniken versprechen, ist sie auch dort scheinst immer mehr verpönt und wird durch
    "Gang-Bang" ersetzt. Oder Prostitution. Dabei ... ist Sex ohne Liebe wie Alkoholfreies Bier - aber auch letzteres findet ja immer mehr Anhänger.

    Maschinen können viel ... aber keine Dinge mit Liebe produzieren. Keine Geschichten mit Leidenschaft schreiben. Und selbst im mathematischen Schachspiel triumphieren sie nicht - obwohl es ihre Stärke ist.

    Doch unsere Gesellschaft hat die Liebe verdrängt zugunsten der Maschine. Liebe erfüllt nicht das naturwissenschaftliche Kriterium der beliebigen Reproduzierbarkeit. Sie gleicht darin Geistern und sonstigem Spuk: was nicht im Labor gezielt erzeugt werden kann, gilt nicht als wahr.

    Und so kam der Tod der Liebe in die Welt.

    Wollen wir hoffen, das die Welt des Hasses, der ihr folgen wird, sich mehr gegen die Maschinen, gegen die Mechanisierung von Mensch und Kultur wendet - als gegen den Menschen selbst.

    Den wo die Liebe zum Menschen, zur Menschheit ebenfalls gestorben ist, bleibt nichts übrig, was Schwache retten könnte. Und letztlich - ist auch der reichste und mächtigste Mensch - schwach.

  • Die Krise ist da. Die Webshopzensur auch: Über den Einmarsch in Österreich im Namen der neuen Internetdiktatur

    Jetzt wäre das ja fast ganz untergegangen, aber ich habe mich gerade noch rechtzeitig daran erinnert:
    die Krise ist da. Ja, die Wirtschaftskrise. Schon gehört? Letzte Woche kam´s im Radio. In dem gleichen Sender, der vorher (wir berichteten) jede Woche mehrmals das Ende der Krise vorausgesagt hatte.

    Letzte Woche dann: die große Erleichterung - die Krise ist da. Unabänderlich.

    Die Krise selbst finde ich natürlich nicht schön, alldieweil zu zu mehr und mehr Geschäftsschließungen auch im ländlichen Raum führt, mehr und mehr Geschäftsräume bleiben als Leerstand übrig, genauso wie in Aachen die Anzahl der "zu vermieten"-Schilder bei Büroräumen wächst. Was ich aber sehr begrüßt habe, ist die Tatsache, das die Realität des Radios wieder der Realität der Printmedien angepaßt wurde.

    Da wurde wohl von übergeordneter Stelle eingegriffen, um mich nicht weiterhin zu verwirren. Da kann man mal sehen, was alles bewegt werden kann, wenn man seine Meinung nur veröffentlicht. Da sehen die gleich:
    "Aha, da liest noch einer mit, da hört noch einer zu, dann müssen wir das noch geschickter anstellen. Laß uns das erstmal alles wieder synchronisieren".

    Fein, so ist die Welt doch gleich wieder in Ordnung.

    Natürlich interessiert sich momentan kaum noch jemand für die Weltwirtschaftskrise. Eine Milliarde Menschen hungern akut wegen der Auswirkungen dieser Krise, aber im Iran gibt es Demonstrationen. Behaupten die Medien jedenfalls. Das ist wichtiger als eine Milliarde Hungertote. Immerhin gab es dort zehn Tote ... fast so viel wie an dem Tag auf deutschen Autobahnen.

    Nun ... für uns Normalbürger ist das ja auch eigentlich egal, was da hinten passiert. Wir brauchen nur Brot und Spiele, von beiden haben wir reichlich, und damit kommen wir gut durchs Leben. Sofern wir noch jemanden finden, der mit unserer Arbeitskraft irgendetwas hinreichend Profitbringendes anfangen kann.

    Aber für die Wirtschaft wäre das schon wichtig, da gäbe es neue Absatzmärkte, das iranische Öl winkt als Beute ... das käme manchen Konzern als Beute schon gerade recht. Und damit kein Konzern den Startschuß verpaßt (immehin planen die Strategisch und nicht nur bis zur nächsten Wahl) verdrängt der Iran gerade alle anderen Nachrichten.

    Überhaupt ... der Konzern als neuer Lebenszweck unserer Gesellschaft bekommt ja auch medial große Aufmerksamkeit:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3968350/Deutsche-Unternehmen-trimmen-sich-auf-Profit.html

    Deutsche Unternehmen trimmen sich auf Profit ... jaja, aber wenn man genauer hinschaut ... sind es nur die Großkonzerne, die mal wieder Massenentlassungen planen - mit schönen Worten. Dabei machen die Konzerne nur einen winzig kleinen Teil der deutschen Wirtschaft aus, und der geht es nicht gerade rosig:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3941692/Deutsche-Wirtschaft-bricht-staerker-ein-als-gedacht.html

    Nun, da geht es halt nicht nur um die Konzerne, die sich mal wieder als Kriegsgewinnler betätigen, sondern um die Gesamtwirtschaft. Dort, wo mit Abstand die meisten Menschen beschäftigt sind. Aber die haben keine Ressourcen für Korruptionsmarketing, können keine schönen Veranstaltungen für Abgeordnete organisieren, keine Journalistenevents durchführen und sind auch sonst ziemlich langweilig.
    Die halten halt das Land am Laufen, aber tauchen nicht im Dax auf und sind somit nicht im Fokus jener acht Prozent der Deutschen, die Aktien haben ... oder Kapital.

    Nun, wahrscheinlich werden die Konzerne auch wieder einmal dafür sorgen, das sie ihre Gewinne durch den Kauf einiger kerngesunder Unternehmen (die danach wieder nicht mehr so gesund sind) deutlich verbessern, ihre Bilanzen und Aktienkurse ebenso - Raubtierkapitalismus wie gehabt. Der Artikel über ihre neuen Strategien deutet das schon an.

    Da Konzerne ungern Steuern zahlen oder Kosten auf zwei Beinen beschäftigen (letzteres nannte man früher noch "Menschen" oder "Bürger"), wird das für die Restbevölkerung so oder so wieder sehr unangenehm werden.
    Kein Wunder also, das die Restbevölkerung des Landes (geschätzte 80 %) die Entwicklung nicht so positiv beurteilt wie die konzernfinanzierten Meinungsbildner:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3919072/Buerger-sind-pessimistischer-als-viele-Forscher.html

    Immerhin: ein Bürger ist in diesem Land immer noch eine juristische Person, genauso wie ein Konzern, aber auf ihn warten nicht Millionenabfindungen im Falle wirtschaftlichen Versagens sondern die soziale und finanzielle Endlagerung gemäß Agenda 2010, inklusive der Verstaatlichung seines Eigentums zur Finanzierung des Sozialstaates. So gesehen sieht für den Bürger die Welt ein klein wenig anders aus als für den Konzern.

    Ach ja, Brot und Spiele. Brot ist da, in Hülle und Fülle. Billig wie schon lange nicht mehr:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3955418/Erzeugerpreise-sacken-im-Mai-drastisch-ab.html

    Aber das mit den Spielen gefällt Vater Staat nicht so gut. Ist ja auch kein Wunder, eine unzensierte Version des Filmes Robocop kaufen zu können, fällt mitlerweile ... während man überall fleißig ein einsatzfähigen Kampfrobotern baut ... schon alleine aus Datenschutzrechtlichen Gründen unangenehm ins Auge. Wer will schon wirklich wissen, wie die Zukunft konkret aussehen soll.

    Deshalb ist es sicher ganz in Ordnung, das in Österreich wieder einmarschiert wird. Jedenfalls schon mal postalisch, alldieweil die sich nicht an deutsche Gesetze halten.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,631453,00.html

    Nun, die Österreicher haben doch auch schon ihre eigenen Gesetze, an die sie sich halten müssen, dann kommen noch die EU-Gesetze dazu - da kann man doch wirklich nicht von denen verlangen, das sie sich auch noch um deutsche Gesetze kümmern.

    Aber die Deutschen ... die können das verlangen. Die tun das einfach. Denn immerhin hängt das Schicksal der freien Welt in irgendeiner Art und Weise mit gewissen Videospielen zusammen, auch wenn ich nicht ganz verstanden habe, wie da der Zusammenhang sein soll. Jedenfalls ging es irgendwie um das Töten von Menschen, das soll schlecht sein, wenn man es im Videospiel simuliert.

    Gut ist das Töten von Menschen, wenn man es in echt tut, also einmal so richtig in menschliche Leiber ballert, ohne das man das Level wieder neu starten kann, wenn einem die Resultate nicht gefallen:

    http://www.jungewelt.de/2009/06-19/024.php

    Unter dem Titel »Sie müssen töten« veröffentlichte die Financial Times Deutschland (FTD) am Donnerstag eine Reportage über den Besuch des Bundestags-Wehrbeauftragten Reinhold Robbe (SPD) bei Militäreinheiten in Afghanistan. Der habe erlebt, »worüber zu Hause in Deutschland kaum gesprochen« werde: »Es gibt jetzt massiv Tote auf der anderen Seite. (…)

    Für das Töten von Afghanen gibt es auch Orden. Aber das Auslöschen von Pixelhaufen soll die seelische Stabilität gefährden, oder wie jetzt? Gibt es jetzt zum Schutz der seelischen Gesundheit von Minderjährigen bald eine Nachrichtensperre über Auslandseinsätze der Bundeswehr, weil die fürs kindliche Gemüt (und auch für meins) zu grausam sind? Oder schickt man die "Gamer" nach Afghanistan, wo die sich endlich mal richtig austoben können? Wenn die aber gar nicht so sind, wie man immer denkt ...?

    Na ja, da merkt man mir wieder den Feld- Wald- und Wiesenphilosophen aus der Eifel an. Für uns ist das einfach zu hoch. Auf jeden Fall ist eins klar: das mit den Österreichern geht so einfach nicht weiter.
    Und das mit dem Internet auch nicht.

    Wo kämen wir denn dahin, wenn jeder einfach alle Nachrichten lesen kann und dann auch noch anfängt, sich öffentlich Gedanken darüber zu machen - noch bevor die Nachrichtenwelt ordentlich synchronisiert werden konnte. Aber man arbeitet ja daran. Das ... hat die Partei der GUTEN herausgefunden, die ihrem Namen damit alle Ehre machen:

    http://juliehamburg.wordpress.com/2009/06/04/die-guten-blamieren-etablierte-parteienlandschaft-ermachtigungsgrundlage-fur-digitale-diktatur-in-foderalismusreform-ii-aufgedeckt/

    Die digitale Diktatur kommt. Das wird endlich dazu führen, das alle Medien wieder mit einer Stimme sprechen und man nicht mehr so fürchterlich verwirrt wird, weil man selber versuchen muß, das ganze Informationschaos auf eine Linie zu bringen.

    Dann gibt es endlich wieder eine Wahrheit für alle!

  • Internetzensur, Dutroux und die verschwundenen Kinder

    Es ist Sonntag. Ich bin an einem Sonntag normalerweise in der Stimmung für Erbauliches. So auch heute.
    Doch manchmal schließen sich informative Kreise, ohne das man darauf vorbereitet ist ... und ohne Rücksicht auf die heilige Erbaulichkeit des Sonntags. Einfach rüchsichtslos, dieser Informationsterror.

    Nun ist ja ein umfangreiches Internetzensurprogramm gestartet worden, zum Schutz von ... Kindern, glaube ich. Jedenfalls sagt man das. Es gibt Menschen, die Kindern schlimme Dinge antun. Andere sollen angeblich das Internet dazu benutzen, diese schlimmen Dinge anzuschauen. Manche wie der Herr Tauss von der SPD, der jetzt angeblich zur Piratenpartei wechseln will, schauen sich diese schlimmen Dinge auch auf dem Handy an ... das wird aber nicht zensiert, glaube ich. Handyskinderpornos scheinen irgendwie weniger schlimm zu sein als die im Internet.

    Hier die Liste derjenigen, die dieses Gesetz unterstützt haben:

    http://aufwachen.info/html/Der_Zensur_zugestimmt.html

    Solche Laien wie ich denken ja eher dran: wenn den Kindern etwas Schlimmes angetan wird, dann sollte man doch lieber gegen das Schlimme vorgehen. Mal anders: wenn auf der Straße jemand zusammengeschlagen oder vergewaltigt wird, dann ist es doch besser, hinunter zu gehen und für klare Verhältnisse zu sorgen, als alle Fenster in der Straße zuzunageln. So denken wir jedenfalls in der Eifel. Wir machen uns halt noch Sorgen um unsere schöne Aussicht.

    Auch der AK-Zensur scheint aus der Eifel zu kommen, und sie fordern einfach: Löschen statt Sperre.
    Das ist in den Augen eines kleinen Feld-Wald- und Wiesenphilosophen auf jeden Fall schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Und sie haben sich dazu einen ganz einfachen Trick einfallen lassen: einfach die Provider anschreiben, das ekelige Gülle auf ihren Geräten liegt ... und die haben die dann gelöscht.
    Einfach so. Man merke: Internetdienstleister sind pauschal überraschenderweise keine Verbrecher.
    Sie wissen nur nicht alles. Macht man sie drauf aufmerksam ... gibt es Wirkungen, die viel effektiver sind als die Zensur der Bundesregierung:

    http://www.gulli.com/news/ak-zensur-60-kipo-seiten-gel-2009-05-27/

    Eine tolle Idee: einfach, preiswert, gut. Und schnell. Ist doch einfach Klasse. Wann kriegen die jetzt das Bundesverdientskreuz?

    Wahrscheinlich nie. Leider. Denn ... die ganze Geschichte zieht weitere Kreise. Häßliche Kreise.
    Für den Leser, der es vorzieht, in einer einfachen kleinen Welt zu leben, die überschaubar ist, wo Politiker nur dumm und egozentrisch sind und die Stimme der Vernunft irgendwann triumpieren wird, ist jetzt der Moment gekommen, mit dem Lesen dieses Artikels aufzuhören, an den Kühlschrank zu gehen, sich ein Bier zu nehmen und zu schauen, was denn so im Fernsehen kommt.

    Denn was jetzt folgt, verdient einen Warnhinweis. Und bekommt ihn auch.

    Desweiteren ein Link zu einer detaillierten Dokumentation über den genauestens recherchierten Fall um den Kinderschänder Dutrout und die Vertuschung des Skandals. Das Lesen derselben erfordert gute Englischkenntnisse. Ich möchte dringend raten, diese Unterlagen nur durchzulesen, wenn sich der- oder diejenige psychisch stabil fühlt!

    Hier die Quelle des Zitates:

    http://www.zeitgeist-online.de/special28d.html

    Der Warnhinweis ist sehr ernst zu nehmen. Man braucht der Quelle auch nicht zu folgen.
    Es gibt andere.

    http://www.reportagen-archiv.com/2009/05/29/marc-dutroux-und-die-toten-zeugen/

    Und man kann auch erfahren, wie schnell Journalisten, die unangenehme Tatsachen aufdecken und die Eltern von ermordeten Kindern selbst zu Opfern der Justiz werden können:

    http://www.anti-kinderporno.de/seite/dutroux.php

    Unter www.investigateur.ms stellte der Luxemburger Journalist Jean Nicolas die Dutroux-Akte ins internet. Nicolas, der unter anderem 1998 die Vetternwirtschaft um die EU-Kommissarin Edith Cresson aufdeckte, beschäftigt sich seit Jahren mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern. In diversen Büchern wirft er der belgischen Justiz Versäumnisse beim Kampf gegen Pädophilie vor. Im August 2001 machte Nicolas mit dem Buch "Akte Pädophilie" Schlagzeilen. Darin warf er dem belgischen König Albert II vor, in den 80er Jahren Gast bei Sexparties gewesen zu sein, auf denen Kinder missbraucht wurden. Die belgische Justiz wurde aktiv, suchte Nicolas per internationalem Haftbefehl.

    Und besonders verwirrend wird es, wenn man erfährt, das der hochintelligente Detroux selbst gar keine pädophilen Neigungen hatte:

    http://www.aufklaerungsgruppe-krokodil.de/PsychologieMarcDutroux.pdf

    So etwas deutet doch eher darauf hin, das er nur zu einer Gruppe von Menschen gehörte, die Kinder auf Bestellung beschaffen, für Sexpartys, an denen viele hochrangige Leistungsträger teilnehmen. Leider sind die entsprechenden Zeugen tot, wie oben zu lesen, werden ermittelnde Journalisten inzwischen mit Haftbefehl gesucht.

    Wir haben hier eine gewisse räumliche Nähe zu diesen Machenschaften, die Suchbilder der verschwundenen Mädchen hangen auch bei uns an jeder Ecke herum. Immer noch haben wir ein gut funktionierendes Warnsystem, denn immer wieder tauchen Autos mit belgischen Kennzeichen an Kindergärten und Grundschulen auf und verschwinden schneller hinter die Grenze als wie hinterherkommen.

    Wir können diese ganzen Dinge nicht so sehr auf die leichte Schulter nehmen, wie man das vielleicht in Hamburg, München oder Berlin tun kann. Unsere Kinder befinden sich in akuter Gefahr ... das Schicksal der Madeleine McCann zu erleiden - Entführung auf Bestellung:

    http://www.telegraph.co.uk/news/newstopics/madeleinemccann/2512536/Madeleine-McCann-was-snatched-by-paedophile-ring-to-order.html

    Man könnte ein Buch über diese Seilschaften schreiben. Es müßte auch dringend geschrieben werden, zum Schutze der Kinder. Denn was ihnen angetan wird, geht weit über einfachen Mißbrauch hinaus ... was selbigen allerdings nicht verharmlosen soll. Auf keinen Fall. Allerdings landen sie manchmal ... auch auf dem Esstisch. Wenn die Besteller der Kinder aus gewissen religiös alternativ orientierten Kreisen stammen, die sich ebenfalls aus den Kreisen der "Leistungsträger" rekrutieren.

    Allerdings werde ich ... kein Buch über diese Seilschaften schreiben. Denn dazu müßte ich selbst ... recherchieren. Das ist aber verboten. Und - ich weiß, das die Bilder, die ich da zu sehen bekomme, mein menschliches Fassungsvermögen übersteigen und mich selbst zur Anwendung von Gewalt animieren könnten.
    Wie gut, das die Bundesregierung jetzt die Möglichkeiten beschränkt, diese Bilder im Internet finden zu können. Schön wäre es, wenn sie mit gleicher Energie dafür Sorge tragen würde, das diese Kinder überhaupt nicht mehr vergewaltigt werden - weder durch Menschen noch durch Tiere.

    Und noch interessanter wäre ... sich mal Gedanken über den Verbleib der Kinder zu machen. Bei der Fülle pädophilen Materials, mit dem die Welt verseucht wird, bräuchten wir auch eine Riesenmenge an Opfern.
    Einige gibt es, die aussagen.

    Viele sind einfach ... weg. Und tauchen nie wieder auf.

    Ich denke jedoch, das sich über diesen ganzen Themenkomplex, der in der Tat von Marc Detroux über die Bilderberger, die italienische P2-Loge, den Bohemian Grove und viele weitere in Verschwörungstheoretikerkreisen beliebten Themenkreise ... der Mantel des Schweigens legen wird. Jedenfalls im Internet. Genauso wie über die Detroux-Affäre.

    Das ist wahrscheinlich auch gut so, denn ... ich glaube, es schadet der eigenen geistigen Gesundheit, sich mit diesem Dreck zu beschäftigen.

    Aber man sollte auf seine Kinder aufpassen. Auch wenn man sie im Zweifels- bzw. Entführungsfalle nun nicht mehr im Internet wiederfinden wird.

  • Früher war alles besser.

    Früher war alles besser. Hört man ja oft. Das Schöne an Heute ist, das es inzwischen sogar stimmt.
    Zumindest, was das Essen angeht. Das war früher eindeutig besser:

    http://www.welt.de/wissenschaft/article1477191/Ernaehrung_im_Mittelalter_viel_besser_als_heute.html

    Kaum zu glauben, aber wahr: die Jungs im Mittelalter hatten viel besseres Essen als wir. Die wurden zwar nicht so alt, waren dafür aber auch nicht dauernd krank und aßen vor allem viel gesünder. Und durften jeden Tag anderthalb Liter Bier trinken, ohne gleich als Alkoholiker gebrandmarkt von christlichen Verein junger Mütter aus dem Dorf gejagt zu werden.

    Nun, wer jetzt denkt: kein Problem, ich esse sowieso BIO, der hat auch ein Problem: das Zeug ist nicht besser als das, was ohne Sondersiegel auskommt. Nur teurer ist es:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article1216141/Bio_Produkte_sind_teurer_aber_nicht_besser.html

    Na, kein Wunder, nachdem ich mal ein superbiologisch gedünktes und von jeder Chemie befreites vorbildliches Biofeld besichtigen durft ... es begann zehn Meter neben einer Autobahn ... war mir klar, das nun der Markt für teure Schrumpeläpfel beginnt.

    Früher gab es auch andere Kriege. Nicht alle waren so, aber einige schon. Da trafen sich dann die Freiwilligen auf einem zuvor abgestecktem Feld, zwei Ritter von jeder Seite ritten die Grenzen ab, um jene zu erschlagen, die sich vor der Arbeit drücken wollten, und dann wurde der Krieg ausgetragen, bis man sich irgendwie auf einen Sieger geeinigt hatte. Der Grund für dieses Theater? Absoluter Schutz der Zivilbevölkerung. Wenn der Bauer erschlagen wird, hungern alle im Winter.

    Wir haben hingegen Bombenteppiche und Gaskammern erfunden. Damit auch ja keiner entkommt. Ich sage ja: früher, da war alles besser. Das meinte wohl auch jener Heimatverein, der nichtsahnend eine kleine Katastrophe ausgelöst hat, als er in Uniformen der Waffen-SS durch die Straße marschierte:

    http://www.welt.de/politik/article3959302/Heimatverein-marschiert-in-Waffen-SS-Uniformen.html

    Na ja, was soll die Aufregung ... zu einer korrekten Darstellung von Geschichte gehören die Jungs nunmal dazu, die gab es nämlich wirklich und nicht nur als Ungeheuer im Kino. Nur ... so ein paar KZ-Häftlinge in Uniformen, bis auf die Haut abgemagert, die hätte ich dann auch da gerne gesehen, die gehören auch dazu. Man hätte einfach mal bei den inzwischen langjährig hunderngen Langzeitarbeitslosen nachschauen müssen, einige dürften inzwischen dank Harzt IV und der persönlich empfundenen Notwendigkeit, seine Kinder auch noch mit durchzufüttern, "Häftlingsformat" haben.

    Früher, da waren auch die Strafen besser. Sicher, einem Dieb wurde schon mal die Hand abgehackt. Aber die andere konnte er behalten, seine Füße auch. Dieser jungen Mutter von vier Kindern geht es jetzt anders.
    Die ... darf nichts mehr behalten:

    http://de.news.yahoo.com/2/20090619/tts-illegale-downloads-junge-mutter-muss-c1b2fc3.html

    80000 Dollar Schadenersatz für ein aus dem Internet heruntergeladenes Lied. 24 wurden heruntergeladen,
    also: 1,9 Millionen Dollar Schadensersatz. Für so´n bischen Lala, die jeden Tag umsonst in Kaufhäusern, Fahrstühlen und im Radio läuft, ob man will oder nicht. Aber wenn man´s mal wirklich hören will ... nee, das geht ja nun mal gar nicht.

    Nehmen wir mal an, sie schafft es, 200 Dollar im Monat abzubezahlen. Dann wäre sie 800 Jahre am abzahlen.
    Allerdings ... haben wir da den Zinseszins nicht mit einberechnet. Also zahlt diese Familie ewig. Die vier Kinder haben jetzt schon eine vernichtete Existenz.

    24 dämliche BallaBallaliedchen sind wertvoller als vier Kinderleben?

    Das war früher auch besser. Früher, da waren Kinder Zukunft. Heute sind sie Ballast. Wer sie kriegt, hat Pech gehabt.

    Nun gut, früher gab es häufiger Kriege. Aber einge von denen waren richtiggehend zivilisiert, man konnte sogar zuschauen wie bei einem Fußballspiel.

    Dafür gab es kaum Selbstmorde, keinen Krebs, keine Autounfälle ... man müßte mal durchrechnen, ob das moderne Leben nicht doch unterm Strich tödlicher ist als das im Mittelalter. Erst recht, wenn man einberechnet, das auch wir gelegentlich Kriege führen ... mit ganz anderem Ergebnis. Und ganz gezielt gegen die Zivilbevölkerung.

    Früher war der Wunsch Hilfe zu spenden angesichts von Elend auch normal menschlich, es galt als Adel der Seele, man konnte dafür sogar Heilig gesprochen werden. Ein Freund von mir berichtete letztens, das er angesichts einer Reise mit einer Hilfsorganisation nach Rumänien keine Ruhe mehr fand. Die Bilder von Kindern, die auf einer Mülldeponie lebten, dort ihre Hütten gebaut hatten und sich von verdorbener Nahrung ernähren mußten, die andere weggeschmissen hatten, gingen ihm nicht aus dem Kopf. Er konnte nicht mehr richtig feiern. Hatte keine Lust mehr dazu.

    Früher wäre das normal gewesen. Heute ... ist das eine Krankheit: Helfersyndrom.

    Klar, früher waren Kinder auch heilig.

    Heute sind sie Müll.

    Und wer meint, ihnen müßte geholfen werden, der ist einfach krank.

  • Die Ängste der Deutschen ... und die Angstindustrie

    Manchmal stößt man auf spannende Sachen im Netz, wie zum Beispiel auf die hier: die Angstindustrie.

    http://www.welt.de/wissenschaft/article1473160/Wovor_die_Deutschen_am_meisten_Angst_haben.html

    Die Geschichte läuft ja gerade wieder, die Schweinegrippe hält jeden im Atem, die Nachrichten sind voll davon. Jedes Jahr gibt es zig-tausende von Grippetoten, da kräht kein Hahn nach. Aber nennt man es Schweinegrippe, dann geht ein Raunen durchs Volk ... und vor allem die Pharmafirmen verdienen sich wieder dumm und dämlich an Impfstoffen, über deren Wirksamkeit sich in Zeiten einer weltweiten Epedemie natürlich keiner mehr Gedanken macht.

    Jeder, der nicht schnell genug auf den Baum kommt, wird geimpft.

    Angst ... ist eine natürliche und sinnvolle Reaktion auf eine Bedrohung. Sie kann enorme Kräfte freisetzen. Oder aber sehr lähmend wirken. Auf jeden Fall fördern beängstigende Schlagzeilen den Umsatz.

    Der Spiegel war ja schon immer gut dafür, einmal im Jahr den Untergang der Welt zu melden. Das letzte Mal, das ich darauf hereingefallen bin, war die Auslöschung der Menschheit durch Herpes-Viren.

    Bis heute haben wir das alles überstanden. Deshalb gehe ich davon aus, das die Schweinegrippe wie jede andere Grippe auch mit einem Paket Taschentücher zu bewältigen ist. Sicher werden Menschen daran sterben -wie bei jeder anderen Grippe auch. Das ist nun mal so. Menschen sterben ... an allen möglichen Dingen.
    Sogar die, die Sport treiben, Vegetarier sind, supergesunde Biokost essen und immer positiv denken sterben.

    Viele von ihnen auch viel zu früh, während andere, die größten verbotenen Gesundheitssünden frönen diese Sünden bis ins hohe Alter genießen können, ohne von der unerfindlichen göttlichen Gerechtigkeit dafür bestraft zu werden.

    Wie gemein.

    Die größte Angst des Deutschen jedoch ... ist die Angst vor wirtschaftlichen Nöten. Atombomben, Waldsterben, Terrorismus, Ozonloch, Klimakatastrophe, alle die schönen Produkte der Angstindustrie steckt er locker weg....aber nicht mehr shoppen zu können, das haut ihn um. Versetzt ihn in Panik. Macht ihn wahnsinnig.

    Darum wahrscheinlich auch dieser völlig irrationale Hass auf Langzeitarbeitslose. Die sind so arm, das es fürs Essen kaum reicht, sind noch Kinder da, sind sie noch ärmer. Im Ausland würde man angesichts dieser Armut Hilfslieferungen organisieren, in Deutschland wird man dafür angespuckt, man kriegt Müll vor die Tür geschmissen oder an die Tür gepinkelt.

    Warum?

    Weil man nicht panisch um Hilfe schreiend durch die Stadt rennt, angesichts der Tatsache, das man der schlimmsten Katastrophe seit Menschengedenken zum Opfer gefallen ist: der völligen Erschöpfung der Kaufkraft. Noch nicht mal Krebs ist schlimmer ... es sei denn, man hat Pech und hat ihn gerade.

    Wenn dann noch einer dieser Aussätzigen den Anschein macht, das der Aussätzige glücklich ist, dreht der Deutsche völlig durch. Die sind nicht nur arbeitslos, die stellen auch durch ihre bloße Existenz den gesamten, altbewährten bundesdeutschen Lebensentwurf in Frage: kaufen, bis der Bestatter kommt.

    Das, also das geht ja nun mal gar nicht. Das gehört bestraft ... denn ansonsten müßte man sich ja der kompletten Sinnlosigkeit und Leere der eigenen Existenz stellen - und vielleicht sogar was ändern, vielleicht sogar mal nachdenken und was tun. Nein, bevor es soweit kommt, lieber nochmal den Rasen mähen, damit auch bloß kein Halm aus der Reihe tanzt.

    Eine armseelige Existenz ... denn nichts ist schlimmer, nichts quält mehr, als ein leeres, sinnloses Leben. Therapeuten wissen das. Deutsche nicht. Leider.

    All jene Auswürfe gegen "sozial Schwache" ... wobei schon diese Wortwahl eine Katastrophe ist, denn sie sind nicht sozial schwach sondern nur konsumbeschränkt - was auch ein Segen sein kann ... sind nichts weiter als ein Schrei nach Hilfe. Ein Schrei, der oft ungehört verhallt. Ich kaufe, also bin ich, die neue Losung deutschen Glücks - leider macht es nicht glücklich, und an diesem Paradox vergeht man innerlich, Stück für Stück, immer weiter. Darum kauft man noch mehr ... irgendwann muß man es doch geschafft haben. Bedauerlicherweise setzt der Bestatter diesem Wahn irgendwann ein endgültiges Ende, noch bevor man Gelegenheit hatte, mit dem LEBEN anzufangen.

    Als Ersatz für das Leben nimmt der Deutsche gerne das Reisen. Wenn man soviel herumgekommen ist, dann muß man doch einfach irgendwas erlebt haben. Liest man dann Reiseberichte ... so liest man elendig lange Beschreibungen von sinnlos aneinandergefügten Beobachtungen. Ein wacher Geist würde bei einem Discounterbesuch mehr erleben als andere auf einer monatelangen Asienreise.

    Noch so viele Quantität macht noch keine Qualität. Aber ... das wird leider nicht mehr gelehrt. So ist es in Vergessenheit geraten. Konsumterror ... ein langweiliger Begriff aus der Mottenkiste der deutschen Geschichte, erst recht nach der Wiedervereinigung, wo viele neue Deutsche kamen, die erst mal ganz viel kaufen wollten. Wie schön, das man auch gerade zu viel produziert hatte. Welch´ Zufall.

    Nun, in zwanzig Jahren werden wir dann vielleicht wieder so weit sein, so weise, das wir anfangen können, nicht mehr die Konsumschafe der Marketingabteilungen zu sein.

    Bis dahin ... werden sie uns weiter durchs Leben treiben und uns Selbiges stehlen. Wenn wir sie lassen.

    Und so lange wird es wohl dauern, bis wir merken, das es wirklich Dinge gibt, vor denen man zurecht Angst haben sollte ... nämlich, das man uns unser freies, selbstbestimmtes Leben nimmt.

    Vor zweihundert Jahren wußte jeder, das das der einzige Wert ist, den man wirklich braucht. Auch das ist ... in Vergessenheit geraten. Man kann es nicht kaufen.

    Aber Gott sei Dank gibt es ja auch noch eine Industrie, die uns jedes Jahr mit neuen Ängsten versorgt, die ein Jahr später wieder schrecklich "out" sind. Hat noch jemand Angst vor der Vogelgrippe? Immerhin sollen schon deutsche Katzen dran erkrankt sein, na, wenn das mal kein Grund zur Sorge ist.

    Aber ... Vogelgrippe ist unmodern geworden. Und Ängste müssen sich halt auch der Mode unterwerfen.
    Schweinegrippe ist gerade in. Und nächstes Jahr ... was anderes.

    Währenddessen wird man unsensibel für Dinge, die wirklich Angst machen sollten: die zunehmende Unmenschlichkeit im Alltag, die Ausplünderung des Landes durch skrupellose Manager und Politiker, die neue aufkeimende Theorie vom "unwerten Leben".....Grundlage für jede Hexenverbrennung und jedes Konzentrationslager.

    Aber darum ... kümmert man sich lieber nicht. Das ist zu echt, und es gibt kaum etwas, was man dagegen kaufen könnte.

    Und geht noch ein wenig fehl ... werden sich unsere Enkel wieder für uns schämen müssen. "Deutscher" wird wieder ein Schimpfwort.

    Wollen wir das wirklich?

  • Asoziales Deutschland ... Mörderland?

    Man wirft ja Bloggern gelegentlich vor, sie brächten keine echten Nachrichten. Sie würden nicht recherchieren, nicht vor Ort ermitteln und nur von der Arbeit anderer leben.

    Nun, auch das kommentieren von Kommentaren, Nachrichten, Meinungen gehört zur freien Meinungsbildung.
    Es scheint mir nicht in erster Linie Aufgabe von Bloggern zu sein, Nachrichten selbst zu recherchieren.
    Aber natürlich können wir das auch ... wie jeder Hauptschüler, der ein modernes Handy mit allem Schnick-Schnack hat. Um Nachrichten zu übermitteln braucht man kein Journalistikstudium. Dazu muß man nur vor Ort sein, wenn ein Ereignis geschieht.

    Die Welt ändert sich halt, auch wenn das für die alte Journalistenzunft sehr bedrohlich ist und ihre finanziellen Pfründe bedroht.

    Um meine Aussagen nicht leer im Raum stehen zu lassen ... hier nun ein Exklusivbericht aus der Eifel.

    Bei uns gibt es ein kleines, sehr beschauliches Städtchen mit 355 denkmalgeschützen Häuschen: Monschau.
    Hauptsächlich ist es Kajakfahrern bis Kanada hinauf bekannt, Normalbürger kennen es weniger - es sein denn, sie sind Holländer.

    Es hat pro Jahr 2 Millionen Besucher, Touristen und 1700 Einwohner (mal von den vielen umliegenden eingemeindeten Dörfern abgesehen), hält auf der ortseigenen Burg regelmäßig ein Klassikfestival ab, auf dem dieses Jahr sogar Barclay James Harvest auftreten. Die Perle der Eifel, halt. Oder das Venedig der Eifel, wie es auch genannt wird - wegen dem vielen Wasser und den vielen Brücken.

    Ein sehr feiner Ort.

    Vor fünf Jahren bildete sich dort ein Verein "Antoniusbrot" genannt. Eigentlich ein Werbegag, doch mit sozialem Auftrag - Bedürftige im Stadtgebiet sollten gratis Brot erhalten. Eine Überraschung, ein Skandal, der damals Wellen schlug ... es gab mehr Bedürftige als Brot, nur niemand hatte es bisher
    wahrgenommen. Witwen mit Miniaturrenten. Die indischen Nonnen, die das Brot verteilten, waren entsetzt über die Armut in diesem reichen Land, wo so viele so viel haben und alte Frauen am Rande des Hungertodes lebten.

    Das war ... sehr sehr peinlich. Mehr als 10000 Brote verteilte der Verein seitdem.

    Dann kam: Hartz IV.

    Die Armut explodierte. Es bildete sich eine Tafel mit einer festen Ausgabestelle, die ab 2007 den Dienst aufnahm. Es waren damals neben den Alleinstehenden 14 Bedarfsgemeinschaften, die fest versorgt wurden.
    Familien mit Kindern. Letzte Woche Samstag, anderthalb Jahre nach der Gründung, wurde die 200. Familie aufgenommen. Eine Steigerung von knapp 1500 % innerhalb von anderthalb Jahren.

    Es gibt mitlerweile eine Allianz von Unternehmern, Ärzten, engagierten Bürgern, die dieser Flut von Armut Herr werden wollen ... sie schaffen es nicht.

    Allein letzte Woche haben zwei Familienväter einen Suizidversuch unternommen, weil sie ihre Hilflosigkeit und das Leiden ihrer Kinder nicht mehr ertragen konnten.

    Einer war erfolgreich.

    Die indischen Nonnen kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

    Führt hier ein Staat einen brutalen Wirtschaftskrieg gegen seine Bürger? Vor allem gegen Familien mit Kindern, deren Regelsätze sogar das Verfassungsgericht als willkürlich gesetzt sieht und die Familienväter nicht mit ihren eigenen viel zu knappen Regelsätzen auffangen können?

    Sie sehen die vielen reichen Deutschen, die mit noblen Autos zu den Klassikfestivals fahren ... während in den schmucken kleinen Häuschen Menschen hungern, die ihr Leben lang gearbeitet und Kinder großgezogen haben.

    Dieses Bild von Deutschland ist das, was außerhalb der Medien in Indien ankommt ... und die Regierung wundert sich, das ihre großzügigen Einbürgerungsangebote für ausländische Fachkräfte nicht in dem Maße angenommen werden, wie sie es dachten.

    Nun, wahrscheinlich wissen sie auch nicht, wie dieses Land mitlerweile von einfachen Menschen im Ausland wahrgenommen wird, die über Augenzeugenberichte aus dem deutschen Alltag verfügen.

    Man darf dabei nicht vergessen: es handelt sich hierbei nicht um Armut, die aus einer Naturkatastrophe resultiert, aus Missernten oder infolge von Kriegen.

    Diese Armut ist in einem der reichsten Länder der Welt per Gesetz jenen Bürgern aufgezwungen worden, die ihre Arbeit verloren und zu alt, zu krank oder zu gering qualifiziert waren, um noch neue Arbeit zu bekommen. Für einen Schreinermeister in unserer Gegend heißt das: er ist über 40. Das reichte schon vor zehn Jahren aus, um aus dem Netz herauszufallen, in das er zwanzig Jahre brav und gut eingezahlt hat.

    Andererseits werden per Gesetz Möglichkeiten geschaffen, Reichtümer in immer größerem Maße anzuhäufen - wenn man nur irgendwie das Glück hatte, an einer Quelle zu sitzen, von der sich Geld abschöpfen läßt. Davon gibt es in der Eifel leider keine, gab es noch nie. Dafür hatten wir hier vor Ort auch keine Hexenverbrennungen, hier war die Hauptfluchtrute Berliner Juden, die von Eifelern unter Lebensgefahr über die Grenze geschmuggelt wurden, um der Ermordung zu entgehen.

    Wir haben Wasser in Überfluß ... und trotzdem mit die höchsten Wassergebühren in Deutschland. Per Gesetz verordnet. Das Geld fehlt anderswo ... z.B. am Konsum. Zwei Videotheken, zwei Lebensmittelgeschäfte, zwei Blumenläden und ein Geschäft für Rasenmäher sind der Tatsache bisher zum Opfer gefallen.

    Ohne Gesetze ... wären wir nicht arm. Nicht mehr heutzutage, wo Wasser ja eigentlich knapp sein soll.
    Und ohne Politiker, Journalisten und Blogger wären unsere Armen auch nicht würdelos.

    Darum ... ist dieser Selbstmord auch kein Selbstmord, sondern Mord.

    Die Täter sitzen an Schreibtischen.

    Politiker, Journalisten, Blogger ... all jene, die den einfachen Menschen nicht nur das Brot, sondern auch noch ihre Würde stehlen, bis sie keinen anderen Ausweg mehr sehen als ein dunkles Grab, das als Einziges noch Ruhe vor der Qual verspricht, einer Qual, die von Politikern, Journalisten und Bloggern verursacht wird. Tag für Tag.

    Es wird Zeit, diese Schreibtischmörder zur Verantwortung zu ziehen und sie einer weltlichen Gerichtsbarkeit zuzuführen, bevor wir nur noch mit Beerdigungen beschäftigt sind.

  • Subventionsterror, Hartzterror und Ausbeutung Ost

    Schon gestern durfte ich per Radio dem Tumult lauschen, den die Veröffentlichung der Subventionsliste
    der EU verursacht hat. In Zukunft soll man angeblich erfahren können, welcher Bauer in der Nachbarschaft konkret nur noch durch Subventionen überleben kann.

    Na ja, dachte ich mir, für jemanden der auf dem Lande lebt, vielleicht ganz interessant. Da kann man ja mal den einen oder anderen um Gratisäpfel anhauen, alldieweil man die eh´ schon bezahlt hat. Allerdings ist es hier so, das zur Apfelernte regelmäßig Tonnen von Äpfeln verschenkt werden, weil die keiner mehr haben will ... sind halt nur selten EU-Norm-Äpfel.

    Da gibt´s dann eine Kiste aus dem Kindergarten, zwei Kisten von Nachbarn, fünf Kisten von Freunden - die man dann zu den Kisten stellen kann, die man selber verschenken wollte aber nicht mehr losgeworden ist.

    Nun - wenigstens braucht man sich im Herbst nicht zu fragen, was man essen soll.

    Apfelmus, Apfelpfannekuchen, Apfelkuchen, Apfelsaft ... die Kinder fürchten sich jetzt schon vor dem, was im Herbst wieder auf sie zukommt. Darum hilft mir die EU-Liste in dieser Hinsicht eigentlich nicht.

    Was mich jedoch stutzig macht, sind die kleinen Details am Rande. Und nicht nur ich, auch "Der Westen" wird stutzig:

    http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/wirtschaft/2009/6/16/news-122915411/detail.html

    Wer sich dennoch auf die Suche nach Empfängern von Finanzhilfen aus EU-Kassen macht, stößt auf unerwartete „Treffer”. So gehört der Mitbegründer des Finanzdienstleisters MLP, Bernd Termühlen, der Ländereien an der Ostsee besitzt, mit 250 000 Euro ebenso zu den üppig Begünstigten wie der bekannte Brillen-Hersteller Günther Fielmann, der zuletzt knapp eine halbe Million Euro bekam. Wofür genau, das erschließt sich so wenig aus den Internet-Auskünften wie beim Sportwagenerben Wolfgang Porsche (2500 Euro), dem SPD-Ortsverein Rheinkamp in Moers (114,83 Euro) oder einem gewissen Albert von Thurn und Taxis, der im Jahr 2007 mit rund 10 000 Euro bedacht worden war.

    Also ... das sind ja nun mal Namen, die - ausgenommen die SPD, die sich mitlerweile auch auf einen Platz im Heimatmuseum vorbereitet ... man nicht gerade in einer Liste von Bedürftigen erwartet.
    Porsche, Fielmann, Thurn und Taxis ... langsam beginnt man zu merken, wie die zu ihrem Geld kommen.
    Einfach mal Subventionen beantragen. So wie Südzucker zum Beispiel:

    http://www.derwesten.de/nachrichten/wirtschaft-und-finanzen/2009/6/10/news-122285891/detail.html

    Größter Zahlungsempfänger auf der jetzt veröffentlichten Liste ist die Mannheimer Südzucker AG. Deutschlands größter Zuckerhersteller strich 82 Millionen Euro Exportsubventionen ein.

    Na, mit solchen Zahlungen könnte selbst ich jede Art von Betrieb führen - auch wenn er ansonsten völlig marode ist. Aber das wird ja gerade in Deutschland Mode.

    Leistung soll sich wieder lohnen ... vor allem Subventionsleistung, glaube ich. Wenn man ins Detail schaut, wird es immer wunderlicher:

    http://www.derwesten.de/nachrichten/2009/6/16/news-122901606/detail.html

    Der Milchriese Campina hat im vergangenen Jahr fast zwei Millionen Euro eingestrichen, der Süßwarenkonzern August Storck mehr als drei Millionen, Südzucker sogar 34 Millionen. Auch das Energieunternehmen RWE hat einen dicken Scheck aus Brüssel erhalten, weil die Firma ehemalige Braunkohle-Tagebaue kultiviert. Mehr als eine halbe Million Euro flossen deshalb im Vorjahr aus Brüsseler Agrartöpfen an die Tochterfirma RWE Power.

    Ich denke da immer an die Stimmen, die so fürchterlich gegen die Massen von Arbeitslosen wettern ... und erwarte eigentlich, das hier auch mal gewettert wird. Ich fürchte ... ich warte da vergebens.
    Selbstverständlich kann sich jeder kerngesunde Konzern aus den EU-Kassen auf Kosten der Steuerzahler
    bedienen - und wird dadurch möglicherweise erstmal so richtig kerngesund. Kein Wunder, das man diese Zahlen unbedingt unter Verschluß halten wollte. Wenn die RWE durch den Braunkohletagebau (den sie von mir aus gerne sein lassen könnte) Landschaften und Dörfer vernichtet, dann soll sie den Schaden, den sie angerichtet hat, gefälligst selbst wieder geradebiegen.

    Denn so ... werden die Aktiengewinne vom Steuerzahler subventioniert. Das geht ja nun mal gar nicht.

    Was eigentlich auch gar nicht geht, ist der Ersatz von regulären Arbeitsplätzen durch Ein-Euro-Jobs.
    Das sollte ja schon längst ausgeschlossen sein. Ist es aber nicht:

    http://www.derwesten.de/nachrichten/2009/6/17/news-122931611/detail.html

    Die Langzeitarbeitslosen würden oft bewusst in Ein-Euro-Jobs als Ersatz für qualifizierte Kräfte eingesetzt.

    Das sagt jedenfalls der DGB. Ich traue ihm da mal. Hier finanziert der Steuerzahler einerseits die Arbeitslosigkeit einer Fachkraft, die die Stelle nicht bekommt, er finanziert den Hartz-IV-Empfänger, der keine Sozialbeiträge zahlt und so ... bezahlt er mit seinen Steuern die Steuerausfälle.

    Cool.

    Auf so etwas muß man erstmal kommen.

    Seit einiger Zeit beschäftige ich mich konkreter mit der Ausbeutung Ost, alldieweil mich zurecht Vorwürfe trafen, ich hätte da keine Ahnung von. Das stimmt. Ich hatte da keine Ahnung von. Insofern wundert es mich nicht, das der DGB den Mißbrauch der Hartz IV - Gesetzgebung vor allem im Osten ortet - denn das scheint eine Tradition zu sein, die seit der "Wende" fortlaufend zu beobachten ist.

    Die Ausbeutung der ostdeutschen Bundesländer.

    Zwar gab es gigantische Zahlungen, gigantische Staatsverschuldungen ... aber letztere werden ja auch dem vereinten Ostdeutschen aufgedrückt. Der Westen jedoch - hat ordentlich profitiert von der Wiedervereinigung. Nicht der Bürger, nicht der Steuerzahler ... aber die vielen Konzerne.

    Und ... so wie es aussieht ... subventioniert die Bundesagentur für Arbeit immer noch zwielichtige Geschäftskonstrukte im Osten.

    Kein Wunder, das die ostdeutschen Ministerpräsidenten geschlossen gegen Hartz IV gestimmt haben.

    Scheinbar wußten die, das man so ... niemals eine funktionsträchtige Wirtschaft aufbauen kann.

    Und wenn es so weitergeht ... wird aus den neuen deutschen Bundesländern ein großes Altenheim - ohne Pfleger.

    Muß man sich da nicht ... riesig veräppelt fühlen?

  • Die Zukunft ... und das Ende Deutschlands und des Internets

    Selten gibt es heutzutage Meldungen, die Zukunft verheißen. Diese gehört mit Sicherheit dazu:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,630635,00.html

    Es ist ein spektakuläres Projekt: Eine Initiative 20 großer Konzerne hat vor, deutsche Haushalte künftig mit Solarstrom aus Afrika zu versorgen. Schon Mitte Juli wollen sich die Firmen zu einem Konsortium zusammenschließen. Kosten des Vorhabens: 400 Milliarden Euro.

    Da kann man mal sehen, was man anstelle von Abwrackprämie alles sinnvolles hätte machen können. Oder anstatt marode Banken zu retten. Als ein Solarhersteller Opel übernehmen wollte, hatten noch alle gelacht.
    In Zukunft werden die wohl weniger lachen, vor allem, wenn die sehen, was da noch alles an unsinnigen Kosten für eine sterbende Firma auf uns zukommt.

    Ein gigantisches Projekt ... und wie es aussieht, vollkommen ohne Know How. Da wird der Staat ... und das klingt schon durch die Zeilen hindurch ... wieder etwas zuschießen müssen. Und am Ende wird der neue Riesenkonzern den gesamten Solarzellenmarkt monopolistisch beherrschen.

    Sicherlich ... ein unbedeutender Nebeneffekt, der überhaupt nicht beabsichtigt ist.

    Italien hat auf jeden Fall jetzt schon mal genug Geld, um sich daran zu beteiligen, denn von den 134 Milliarden Euro, die in einem Koffer gefunden worden sind, dürfen sie 40 Milliarden behalten.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3918926/Geschmuggelte-Anleihen-sind-wohl-echt.html

    Ob wir wohl jemals erfahren werden, woher das Geld stammt? Und wer da jetzt bitterarm geworden ist, weil er Geld an der Steuer vorbeischleusen wollte?

    Was mir allerdings ein vollkommener Wahnsinn erscheint ... soviel Geld in einem einzigen Koffer.
    Und wieviele Koffer dieser Art werden wohl noch in der Schweiz lagern, in Lichtenstein geparkt oder
    auf dem Weg nach Luxemburg sein? Und wer ist so bescheuert, soviel Geld auf diese Art und Weise durch die Gegend zu befördern?

    Soviel Geld in einem Koffer in einer Welt, in der täglich 50000 Menschen verhungern. Pervers, oder?
    Das ruft doch gerdazu nach Umsturz und Revolution im Dienste der gesamten Menschheit. Das jedenfalls haben glaube ich die europäischen Minister ganz klar ins Auge gefaßt, als sie das Prümer Abkommen schlossen ... hier, bei uns in der Eifel. In der kleinen Stadt Prüm, die einst der Mittelpunkt eines von Mönchen geleiteten Kleinstaates war ... nebenbei bemerkt, fanden die Bauern seinerzeit diesen Kleinstaat besser als ... den feudalen Ramsch, den sie vorher hatten.

    Und Radio Utopie klärt auf, wie dieses Abkommen am kommenden Freitag fast unbemerkt durch den Bundestag gewunken wird. Damit das nicht ganz so unbemerkt geschieht, werde ich mir erlauben, an dieser Stelle einfach mal ein paar Eckpunkte herauszugreifen:

    http://www.radio-utopie.de/2009/06/15/Bundestag-Polizei-aus-EU-Staaten-soll-Schusswaffengebrauch-in-Deutschland-erlaubt-werden

    Bundestag: Polizei aus EU-Staaten soll Schusswaffengebrauch in Deutschland erlaubt werden
    Autor: Daniel Neun , Montag, 15. Juni 2009, 17:17
    Am Freitag trifft das Berliner Bundesparlament, unter Stillschweigen sämtlicher Parteien sowie der etablierten Presse, eine ganze Reihe umfangreicher Beschlüsse zum weiterem Abbau unserer staatlichen Souveränität, faktischen Ausserkraftsetzung der Gewaltenteilung, Missachtung der Verfassung, Implementierung von EU-Vollmachten, sowie einer forcierterten Durchleuchtung der Bevölkerung. U.a. wird Polizeieinheiten aus EU-Staaten in Deutschland der Status einer "Hilfspolizei" unter Oberbefehl des Bundesinnenministeriums, sowie der Schusswaffengebrauch auf deutschem Boden erlaubt.

    Na, das ist ja mal eine Klasse Meldung. Da werden einfach mal heimlich still und leise Hilfstruppen mobilisiert, nur für den Fall, das deutsche Bürger demnächst französischem Beispiel folgen und gegen den zunehmenden Wahn einfach mal auf die Barrikaden gehen wollen. Toll, das man nebenbei erfährt, das demnächst ungarische oder finnische Polizisten gegen deutsche Demonstranten vorgehen, weil es der deutschen Polizei zu gefährlich geworden ist. Schön, das man uns als Souverän des Staates auch so oft und deutlich gefragt hat, ob wir das denn auch wirklich wollen.

    Der "Prümer Vertrag" (2) erlaubt den Unterzeichnerstaaten praktisch den vollständigen Abbau der eigenen staatlichen Souveränität. In "dringenden Eilfällen" können bewaffnete Organe des einen Staates ohne weitere Genehmigung im anderen operieren, DNA-Daten, Fingerabdrücke und Verkehrskennzeichen der Bevölkerung vollständig getauscht, sowie "weitere Formen der Zusammenarbeit" für "gemeinsame Polizeieinsätze, Nacheile, Hilfe bei Großereignissen, Katastrophen und schweren Unglücksfällen mit transnationalen Auswirkungen" und ganz allgemein "Zusammenarbeit auf Ersuchen" auf exekutiver Arbeitsebene beschlossen werden. Verfassungen, Parlament und Justiz werden vollständig umgangen.

    Und da macht sich einer noch Sorgen um das Grundgesetz. Wie die gängige europäische Praxis zeigt, ist unser Rechtsstaat schon längst ein Fall für das Heimatmuseum, samt Parlament und Justiz. Selbstverständlich führt das nicht dazu, das wir die Parlamentarier nun ... einsparen können. Die werden selbstverständlich weiterhin bezahlt.

    Faktisch bedeutet das die alltägliche operative Möglichkeit zur Aushebelung der Freiheits- und Bürgerrechte, der Ausserkraftsetzung der Gewaltenteilung ohne sie offiziell abzuschaffen, sowie die Errichtung eines eugenischen Polizeistaats voranzutreiben, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auf EU-Ebene. Derzeit haben die Regierungen von Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Finnland, Slowenien und Ungarn den Vertrag unterschrieben.

    Na, wenn das mal nicht schön ist. Ob dann auch wieder deutsche Polizisten im Ausland herumvandalieren dürfen? Seltsam ... das es da keinen großen Widerstand von der Seite gibt, die vor siebzig Jahren mit deutschen Polizisten so schlechte Erfahrungen gemacht haben und keine Gelegenheit auslassen, an den Holocaust und der besonderen deutschen Verantwortung zu erinnern.

    Wie vor kurzem die junge Bundespartei Die Guten aufdeckte, umfasste die am 29.Mai durch den Bundestag (und am 12.Juni durch den Bundesrat) abgenickte "Föderalismusreform II" nicht nur die vieldiskutierte finanzielle Staatsbremse für Bund, Länder und Kommunen (bei gleichzeitiger Abzahlung der selbst den Banken in den Hals gestopften halben Billion Euro), sondern auch eine Ermächtigungsgrundlage der Bundesbehörden zur Errichtung einer Digitalen Diktatur durch Übernahme der Handlungshoheit über sämtliche IT-Systeme Deutschlands im 21.Jahrhundert.

    Der Wortlaut des entspechenden Artikels 91c in Satz 1 ermächtigt die Bundesregierung, sowie die in Satz 2 durch selbstdefinierte "qualifizierte Mehrheit" direkt untergeordneten Länderregierungen, die Kontrolle über sämtliche informationstechnischen Systeme der Republik zu übernehmen, welche "für ihre Aufgabenerfüllung" benötigt wird. Deutschland folgt damit der am 5.Oktober 2007 gestarteten "globalen Cyber-Sicherheits-Agenda" der mächtigen "Internationalen Fernmeldeunion", deren weltweite Standards in Deutschland die Bundesnetzagentur umsetzt.

    Dabei bleibt zu erwähnen, dass auch sämtliche Verwaltungsnetze aller Behörden auf Landes- und Kommunalebene durch den Ermächtigungsartikel 91c der Bundesregierung unterstellt werden, welche ermächtigt wird - mit Hilfe ausgesuchter Konzerne ohne Ausschreibung - ein eigenes Datennetz aufzubauen, an welches dann sämtliche Landes- und Kommunalbehörden angeschlossen werden. Ein "IT-Planungsrat" übernimmt die Zuständigkeit, dessen Zusammensetzung bleibt im Dunkeln.

    Es bleibt dem Fachmann überlassen, zu bewerten, inwieweit man hier von der Errichtung einer Diktatur
    über die IT-Systeme der BRD reden kann. Mir, als dümmster anzunehmender User, sagt diese technische Sprache zuwenig, als das ich die Frage beantworten könnte: was heißt denn das praktisch?

    Was ich wahrnehmen kann ist jedoch ... da läuft wohl einiges hinter den Kulissen, was man nicht gerade als
    "vertrauenserweckende Maßnahmen" deuten kann.

    Gerade im Kontext zur am Freitag anstehenden Übernahme des "Prümer Vertrages" in deutsches Recht hat die Zusammenwirkung dieser neuen exekutiven Vollmachten zugunsten der Berliner Chunta eine staatsrechtlich verheerende, bürgerrechtlich katastrophale und verfassungsrechtlich vernichtende Bedeutung. Gegen die Begründungen aber für all diese Massnahmen hört sich die Rechtfertigung der NSDAP für die erpresste Zustimmung zum Ermächtigunggesetz von 1933 noch logisch an.

    Das hört sich natürlich noch schlimmer an. Ich gestehe aber einfach mal ein, das diese Folgen für einen Eifeler ... trotz der räumlichen Nähe zu Prüm ... nicht ganz nachvollziehbar sind. Was nachvollziehbar ist ... das man von den weitreichenden Konsequenzen als Normalbürger keine Ahnung hat - noch vielleicht die Chance zu verstehen, was da noch alles so geplant wird. Aber das scheint nicht nur mein Problem zu sein.

    Dies alles sei notwendig zur "Vertiefung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit", "zur Bekämpfung des Terrorismus" und der "grenzüberschreitenden Kriminalität", heisst es im Regierungsgesetzentwurf zur Umsetzung des "Prümer Vertrages", ohne zu erklären warum es in 40 Jahren Kalten Krieg, mit dem gesamten Warschauer Pakt vor der Haustür, eigentlich möglich war ohne diese Massnahmen, aber dafür mit dem Grundgesetz auszukommen.

    Dass man dennoch der Öffentlichkeit im Internetzeitalter, sowie den eigenen Abgeordneten misstraut, zeigt die Tatsache dass man den eigenen Gesetzentwurf, hübsch versteckt hinter Transsexuellen-Gesetz und Agrardiesel (5), am späten Freitag Nachmittag vor den übrig gebliebenen, auffällig fleissigen Verdächtigen durch den leeren Bundestag schubsen will.

    Diese Praxis ist schon bei anderen Gesetzen beobachtet worden - und schön zu sehen, das nicht nur der Bürger sondern auch der normale Abgeordnete keinerlei Chance mehr bekommt, völlig zu verstehen, was da eigentlich geschieht ... und das sowohl Bürger als auch Abgeordnete gar keine Chance mehr erhalten sollen, das zu verstehen.

    Desweiteren wird der Mandatsbereich von EUROPOL erweitert. Es "entfällt das Erfordernis des Vorliegens einer kriminellen Organisationsstruktur", bevor EUROPOL tätig werden kann, aber das wiederum soll nur passieren "bei allen schwerwiegenden Formen der internationalen Kriminalität."

    Welche "schwerwiegende Form der internationalen Kriminalität" hat denn keine Organisationsstruktur?

    Hmmm... nun, zwei Japaner mit 134 Milliarden im Koffer? Sind zwei schon eine Organisation?

    Die Tatsache, dass laut Meldungen von allen Seiten das Tempo dieses schleichenden Staatsstreiches in den letzten Monaten massiv zugenommen hat, kann dagegen eher positiv bewertet werden. Wir befinden uns mitten in einem moralischen, finanziellen, wirtschaftlichen, kulturellen, politischen und letztlich gesellschaftlichen Zusammenbruch der bisher herrschenden weltweiten Machteliten.

    Diese werden aber nicht einfach gehen wollen. Es wird notwendig sein nachzuhelfen.

    Ein "schleichender Staatsstreich"? Nun ... zumindest wird man in Zukunft wohl kaum noch mit Demonstrationen niederknüppelnden Beamten reden können ... alldieweil man ihre Sprache nicht mehr versteht. Auch bei Hausdurchsuchungen ... wird man wohl zwar noch Fragen stellen können, aber wenn man nicht gerade slowenisch kann, wird man mit der Antwort wenig anfangen können.

    Nachden nur zögernd zugestandenen Giftgasangriffen auf deutsche Beamte wird man auch verstehen, das diese nicht mehr so begeistert sind, bei Einsätzen im Inneren mitzuwirken. Wie schön, das jetzt auch dort Gastarbeiter zum Einsatz kommen können. Manch einer von denen, deren Großeltern im KZ mißhandelt wurden, wird vielleicht sogar mit Freuden zuschlagen.

    Irgendwie ... hört sich das alles nicht nach sonderlich beglückender Zukunft an.

    Aber wenigstens ... haben wir noch Strom, dank einem neuen Konsortium, das mit modernen grünen Themen eine unglaubliche Marktmacht aufbauen will. Ganz selbstlos, selbstverständlich.

    Die Freiheit des Bürgers und Souveräns scheint jedoch ... ebenfalls ein Fall für das Heimatmuseum zu werden.

  • Krisenbewältigungsstrategien

    Nun, die lange fortgebetete Krise weigert sich zu gehen. Offensichtlich ist sie gegen Gebete resistent ... und vielleicht auch ein künstliches Produkt wie die anderen resistenten Produkte von Monsanto.

    Deshalb ist es Zeit, sich den aktuellen Krisenbewältigungsstrategien zuzuwenden:

    http://www.welt.de/vermischtes/article3923556/Queen-zuechtet-jetzt-Gemuese-im-Buckingham-Palast.html

    Wie auch die first Lady in den USA hat nun im Weißen Haus einen Gemüsegarten angelegt. Natürlich, als Leute die vorbildlich sind und Bescheid wissen - alles nur rein biologisch. Denen kommt Konzernchemie nicht in den Humus. Immerhin: das sollte man sich wert sein. Man ist ja kein Bürger.

    Das Managermagazin denkt wiederum praktischer. Um auf fünf Millionen Arbeitslose zu kommen, muß man sich auch schon mal was einfallen lassen, wie man die eigentlich ´rausschmeißt.

    http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-615059.html

    Personalkosten kürzen - aber wie?
    Von Cornelia Geißler

    Die Baumarktkette Probby muss 10 Prozent Personalkosten sparen, um die Erwartungen der Gesellschafter zu erfüllen. Welche Entlassungsstrategie soll Unternehmenschef Mühlbauer wählen?

    Nun, eine hervorragende Aufgabe. Ich hätte da einen Tipp. Es gibt da einen Spruch in der Wirtschaft, der besagt: ein Fisch stinkt immer vom Kopf zuerst. Aber die Stinkeköpfe wird man wohl behalten bis zum bittern Ende

    Mel Gibson, der eiserne Katholik, sieht sich auch gezwungen, im Rahmen der Krise Personal zu wechseln:

    http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,630598,00.html

    Er weiß, was Frauen wollen: Hollywood-Star Mel Gibson hat sich nicht nur nach kürzester Zeit öffentlich zu seiner neuen Flamme Oksana Grigorieva bekannt und mit ihr ein Kind gezeugt.

    Offensichtlich setzt er auf Personalverjüngung und Stammesvergrößerung ... ein echter Highlander eben.
    Da mußte eben das Leiden Christi infolge des Leidens von Mel weichen.

    Die Polizei in Deutschland wiederum warnt schon mal vor:

    Polizei warnt vor roher Gewalt in Deutschland

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,630544,00.html

    Das ganze nimmt inzwischen so schlimme Ausmaße an, das sich selbst die Schwerverbrecher immer seltener auf die Straße trauen:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,630510,00.html

    Erstmals seit neun Jahren ist in Deutschland 2008 die Gewaltkriminalität zurückgegangen, auch die Gesamtzahl der registrierten Straftaten sinkt. Das sind die positiven Aspekte der Kriminalstatistik. Aber: Übergriffe auf offener Straße nehmen zu.

    Na, was soll man auch anderes erwarten, von einem Volk, dessen Sozialpolitik ebenfalls von einem Verbrecher maßgeblich geprägt wurde und bis heute seinen Namen trägt. Irgendwann nimmt sich auch der kleine Mann von der Straße Leistungsträger als Vorbild.

    Manche gehen in den Bildungsstreik:

    http://www.welt.de/politik/article3928800/Angst-und-Frustration-an-deutschen-Universitaeten.html

    Sinn macht die ganze Bilderei sowieso nicht mehr, Hartz IV erwartet die meisten der Leistungsträgereliteanwärter:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,630114,00.html

    Von der Uni kommen sie mit besten Noten plus Praktika plus Auslandserfahrung. Sie haben alles richtig gemacht - und fassen dennoch kaum Fuß auf dem Arbeitsmarkt. Die Wirtschaftskrise trägt viele junge Akademiker aus der Kurve. Dabei sind sie zu fast allem bereit.

    Nun, vor allem sollten sie dazu bereit sein, ihre Hartz IV-Anträge auszufüllen. Hoffentlich haben die so etwas auch gelernt. Horden von bettelnden Physikern, Chemikern und Betriebswirtschaftlern auf deutschen Einkaufsstraßen böten wirklich keinen schönen Anblick. Volkswirtschaftler wären da schon eher interessant:
    "Haste ma ´n Euro? Kriegst auch ´ne Prognose!".

    Nun, mit den Nöten sind die Studenten leider nicht allein:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,630594,00.html

    Düstere Aussichten für Berufseinsteiger: Einem Gutachten zufolge gibt es in Deutschland viel zu wenige Lehrstellen. Selbst vergleichsweise gute Schüler haben Probleme, einen Ausbildungsplatz zu finden - jetzt droht sich dieses Problem durch die Wirtschaftskrise noch zu verschärfen.

    Auch denen kann man aber raten: machts wie die Amerikaner:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,630434,00.html

    Arbeitslosigkeit, Pleitewellen, ganze Stadtviertel verfallen - und damit nicht genug. Neue Studien zeigen, dass sich US-Bürger in der Krise auch noch billiger und fetter ernähren. Der größte Profiteur: McDonald's.

    Man kann nie wissen, wann man die gespeicherten Kalorien einmal brauchen kann.

    Obama hat ja neben dem Gemüsegarten seiner Frau auch schon ein paar Ideen zur Krise parat:

    http://juliehamburg.wordpress.com/2009/06/13/obamas-entscheidet-sich-fur-privaten-profit-statt-fur-menschenrecht-auf-gesundheit/

    Vergangenen Samstag kündigte Präsident Obama an, seine Regierung werde wichtige Veränderungen in der Gesundheitspolitik vornehmen. Es fiel jedoch auf, dass er kein Wort zu der katastrophalen Situation zu sagen hatte, in der sich Dutzende Millionen Beschäftigte in den Vereinigten Staaten zurzeit wiederfinden:
    Mehr als 47 Millionen Menschen haben keine Krankenversicherung, und weitere Millionen sind unterversichert. Wenn sie einmal ernstlich erkranken, drohen ihnen exorbitante Rechnungen und sogar der Bankrott.

    Obama konzentrierte sich stattdessen ausschließlich auf die steigenden Kosten der Gesundheitsversorgung, die er als ein zentrales Problem der Bundesregierung, dem größten Zahler von Arzt- und Krankenhausrechnungen, und der amerikanischen Wirtschaft hinstellte. Er erklärte: ?Eine Fortsetzung des gegenwärtigen Kurses ist wegen der steigenden Kosten der Gesundheitsversorgung ganz untragbar.?

    Ja, wirklich in der Tat: soviel Volk kann sich auf Dauer keine Wirtschaft leisten. Ist halt genau wie bei uns. Aber anders als bei uns hat "Yes-wie-can"-Obama auch schon Lösungen parat:

    http://info.kopp-verlag.de/news/kostendruck-obama-erwaegt-den-abriss-von-50-amerikanischen-staedten.html

    Und damit niemand glaubt, es handle sich um einen Scherz, hier das Original:

    http://www.telegraph.co.uk/finance/financetopics/financialcrisis/5516536/US-cities-may-have-to-be-bulldozed-in-order-to-survive.html

    Und hier die Namen einiger weitere Ziele von insgesamt 50 Großstädten, die Obama im Visier hat:

    Most are former industrial cities in the "rust belt" of America's Mid-West and North East. They include Detroit, Philadelphia, Pittsburgh, Baltimore and Memphis.

    Banken und Autohersteller werden gerettet, Städte abgerissen, Volk kann man sich nicht mehr leisten.
    Das muß anderswo unterkommen.

    Angesichts der Tatsache, das es immer mehr Amerikaner gibt (300 Millionen mitlerweile) und das immer mehr gezwungen sind, in Zeltstädten zu leben, verstehe ich die Maßnahme, nun ganze Städte abzureißen, nicht mehr ganz. Aber, da Flint die Heimtstadt von Michael Moore ist, wird man da sicher bald einen Film drüber zu sehen bekommen, der mehr Aufklärung gibt.

    Ob im Rahmen der Rentarierung der USA das Land dann wieder den Ureinwohnern zur Verfügung gestellt wird, wird momentan soweit ich weiß nicht diskutiert.

    Das wäre allerdings auch für die BRD eine Möglichkeit, die versprochenen "blühenden Landschaften" im Osten Wirklichkeit werden zu lassen.

    Momentan gibt es erstmal Gespräche zwischen Künast und Merkel ... wahrscheinlich schon mal vorsorglich über die Art der Gartengestaltung und der Bepflanzung diskutieren, eventuell könnte die Queen da helfen.

    Währenddessen läuft in den Räumen des Bundestages schon mal wieder ein neues Modell der Krisenbewältigung:
    Lohnersatzleistungen durch Flaschenpfand:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,630324,00.html

    Putzdienstleister des Bundestags zahlt weiter Dumping-Löhne
    3,56 Euro - so viel verdienen Zimmermädchen nach SPIEGEL-Informationen pro Stunde bei dem Gebäudereiniger B+K, der auch im Bundestag putzt. Einen Verstoß gegen das Mindestlohngesetz sieht man bei dem Unternehmen nicht. Die Angestellten könnten sich ihr Salär ja mit Flaschenpfand aufbessern.

    Na ja, ... die Idee ist vielleicht gar nicht so schlecht. Wenn ich überlege, wieviele Flaschen im Bundestag sitzen ...

  • Deutscher Wahn ... weltweit

    Wer nun glaube, der deutsche Wahn hätte nur Auswirkungen im Inland, der täuscht sich leider. Bedauerlicherweise häufen sich die Meldungen, das der deutsche Wahn in Zukunft wieder einmal weltweit zum Einsatz kommen soll.

    Das hatten wir ja schon mal.

    http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/1843/nazis_auf_dem_dach_der_welt.html

    So galt Schäfer, der bereits 1933 in die SS eintrat und zum persönlichen Stab Himmlers gehörte, als der richtige Mann, um in Tibet nach Spuren einer vorbuddhistischen indoarischen "Urreligion" zu suchen. Unter der Schirmherrschaft der SS und finanziert von der deutschen Industrie organisierte Schäfer deshalb eine eigene deutsche Tibet-Expedition unter explizit nationalsozialistischem Vorzeichen.

    Die Suche nach der "indoarischen Urreligion" scheint ja für die deutsche Industrie von sehr großem Wert gewesen zu sein, das sie diesen Mumpitz auch noch finanziert hat. Na ja, für manche Dinge muß einfach Geld dasein. Offensichtlich haben die nichts sonderlich Interessantes gefunden. Aber irgendetwas scheinen sie immer noch zu suchen, denn heimlich still und leise breitet sich deutsches Militär wieder weltweit aus.

    Die Frage ist nur: was macht es eigentlich wirklich da draußen?

    Zum Beispiel ... schicken wir ja jetzt diese Awacs-Radarflugzeuge aus Geilenkirchen (der Ort heißt wirklich so) nach Afghanistan.

    http://www.tagesschau.de/inland/afghanistan960.html

    Kostet uns locker 24 Millionen Euro, aber wir haben es ja ganz dicke. Aber wahrscheinlich lohnt sich der Einsatz.

    Was macht so ein AWAC eigentlich?

    http://www.wdr.de/themen/politik/news2/nato_awacs/index.jhtml?rubrikenstyle=politik

    Hauptkennzeichen der Awacs-Maschinen ist das pilzförmige Radarauge. Das "Auge" kann eine Umdrehung in zehn Sekunden machen und gestattet damit in kürzester Zeit eine Luftraumüberwachung von 360 Grad. Bis zu 400 Flugzeuge - auch extrem tief fliegende Maschinen - können im Umkreis von 500 Kilometern erfasst werden.
    Technik an Bord
    Die Awacs sind mit modernster Technik ausgestattet: Hochempfindliche Sensoren, modernste Funkanlagen und leistungsstarke Computer sind an Bord. 17 Besatzungsmitglieder arbeiten in jedem Awacs-Flugzeug: Vier sind im Cockpit, während die übrigen den Maschinenpark bedienen. Darunter sind ausgebildete Radarflugmelder, Funkerspezialisten, Computertechniker und Radartechniker. In 10.000 Meter Höhe überwachen sie ein Gebiet von rund 320.000 Quadratkilometern. Bei jedem Wetter kann die Awacs-Besatzung Flugzeuge identifizieren und genau zwischen "Freund oder Feind" unterscheiden. "Wir sind das absolute Auge in der Luft", meint einer der Radarbeobachter.
    Trotz aller Technik: Die Awacs-Flugzeuge sind verwundbar, an Bord gibt es keine Abwehrvorrichtungen.

    Aha ... wir können damit also auch tieffliegende Taliban orten. Jedenfalls diejenigen, die einen fliegenden Teppich besitzen. Als Teil des Natofrühwarnsystems sind die Awacs eigentlich unverzichtbar in Europa....wenn der Russe mit seinen Tieffliegern kommt, die wir mit anderen Radargeräten nicht erfassen können, alldieweil die durch Berge, Wälder, Städte nicht durchdringen können. Deshalb brachte man ja das Radar in die Luft - um gegen Tiefflieger sicher zu sein. Und natürlich gegen fliegende Teppiche.

    Den Einsatz gegen fliegende Teppiche gibt der Verteidigungsminister natürlich nicht zu. Wäre ja auch zu peinlich, denn die gibt es ja gar nicht. Laut ARD behauptet er folgendes:

    Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte, die Bundeswehr überwache bereits 51 Prozent der Material- und Personentransporte über Afghanistan. Der zivile Luftverkehr soll erheblich ausgeweitet werden, eine Direktverbindung von Frankfurt am Main nach Kabul ist geplant. Nach Angaben des Verteidigungsministerium soll der Linienbetrieb kommende Woche gestartet werden. "Deshalb ist es sinnvoll, dass wir uns zusätzlich engagieren, auch mit NATO-AWACS-Maschinen", sagte Jung.

    Nun ... diese eine Maschine von Frankfurt nach Kabul ... die hätte man ja auch bequem mit einem preiswerten handelsüblichen Bodenradar respektive Bodentower leiten können. Dazu braucht man doch nicht dieses sauteure fliegende Ding.

    Aber ... das kann nebenbei was ganz feines ... nämlich über die Grenze gucken. Über die Berge hinweg, von denen Afghanistan ja voll ist. Und wer wohnt daneben? Der böse Iran. Dem kann man jetzt in den Topf schauen. Zufällig, ganz nebenbei. War sicher nicht gewollt.

    Wahrscheinlich wollen die mit ihrem Radarflieger einfach auch nur mal Ausschau halten nach der indogermanischen Urreligion. Vielleicht kann die ja wenigstens fliegen. Die Taliban können es nicht.

    Gewollt und kaum bemerkt ist aber die Ausweitung des Kampfauftrages der Marine gegen die "Piraten".

    http://www.radio-utopie.de/2009/06/13/Puenktlich-zu-Ahmadinejad-Wahl-im-Iran-NATO-Komiker-tasten-sich-bis-Oman-vor,-Bundestag-erteilt-Kriegsvollmacht-am-Freitag

    Ein Seegebiet bis zu 500 Meilen vor Somalia und den Nachbarländern? Welchen Nachbarländern alle? Da gibt es viele. Und dann auch noch der Luftraum? Gegen kleine Motorboote? Welche mächtigen Piratenflotten werden da unten eigentlich erwartet? Viele scheint´s da nicht zu geben, denn die indische Marine versenkt gerne auch mal einfach so ein paar Fischer - um überhaupt etwas zu tun zu haben:

    http://www.radio-utopie.de/2008/11/26/Indiens-Marine-ermordet-Fischer-und-beluegt-anschliessend-die-Weltoeffentlichkeit-ueber-versenktes-Piraten-Mutterschiff

    Und an einem solchen Dreck beteiligen wir uns? Aber wenn unsere glorreiche Marine mal Piraten fängt, dann verschwinden die gleich?

    http://www.radio-utopie.de/2008/12/26/BBC-laesst-Piraten-Farce-von-deutschem-Militaer-und-Regierung-auffliegen

    In Zukunft auch noch in Djibouti und Jemen?

    http://www.radio-utopie.de/2008/12/18/Somalia-Beschluss-Bundeswehr-soll-in-Djibouti-und-Jemen-kaempfen-koennen

    Aber sonst ist alles dicht, ja? Sonst gibt es keine Beschwerden ... ausser der gelegentlichen Sichtung von fliegenden Talibanteppichen. Und wir sollen das alles einfach so schlucken, ja?

    So wie wir die Massenvernichtungswaffen des Irak geschluckt haben. Die gab´s zwar nicht, war alles gelogen, aber egal: es wird einmarschiert. Weil der Mann ist ein böser Diktator.

    In Nordkorea sitzt ein böser Diktator, der fuchtelt wie wild herum mit seinen Massenvernichtungswaffen, demonstriert aller Welt, das er sie hat und zur Not auch ganz weit schießen kann - keinen interessierts.
    Manchmal denke ich: der Irre könnte Seoul atomisieren ... keinen würd´s groß stören, aber in Folge würden wir den Kampf gegen somalische Fischer intensivieren.

    Indogermanische Urreligion in Tibet, fliegende Teppiche in Afghanistan, eine unsichtbare Piratenarmada im indischen Ozean ... irgendwie glaube ich, der deutsche Wahn hat eine unheimliche Tradition.

    Oder aber ... die Ziele sind andere:

    http://www.radio-utopie.de/2008/12/01/Flottenaufmaersche-vor-Ostafrika-und-im-Persischen-Golf-Hintergruende-und-Abgruende

    Und dort nimmt der deutsche Wahn wieder einmal ganz bedenkliche Folgen an:

    DIE ROLLE DEUTSCHLANDS

    ist wie immer die der folgsamen Militärs, der folgsamen NATO-hörigen Politmafia, die der korrupten Medien, der korrupten Parteien und der wohl wissenden, aber unendlich feigen Bevölkerung.

    Es gibt wieder einmal kein geschichtliches Beispiel für ein so unendlich feiges Volk wie die Deutschen.
    Bevor ein Deutscher sich traut die Wahrheit zu sagen, geht er lieber erstmal einkaufen um auf andere Gedanken zu kommen.
    Bevor ein Deutscher sich traut die Wahrheit zu sagen, denkt er erstmal 24 Stunden drüber nach, das sah schon die Beschwerde-Ordnung des preussischen Militärs vor.
    Bevor ein Deutscher mal die Wahrheit sagt, ist schon wieder so viel Zeit vergangen dass es sowieso jeder weiss und es bereits ein alter Hut ist; und dann steht der Deutsche da und sagt, "Ha, hab ich doch gleich gewusst. Aber gut, dass ich nochmal drüber nachgedacht habe".
    Bevor ein Deutscher mal die Wahrheit sagt, muss er wissen dass er damit gutes Geld verdienen kann, denn mit guten Taten kann man bekanntlich nicht bei den Nachbarn angeben.
    Bevor ein guter Deutscher ein einziges Mal in seinem Leben ein guter Mensch ist, muss er erst einmal wissen, dass er nie mit einem solchen verwechselt wird.

    Harte Worte von Radio Utopie über den Deutschen. Aber bei allem deutschen Wahn ... die können doch jetzt wirklich nicht wahr sein, oder?

    Aber ... irgendwie unheimlich ist es schon, wenn man sieht, das gerade jetzt - sicherlich zufällig - der Jemen auf unangenehme Art und Weise auf sich aufmerksam macht:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,630504,00.html

    Dramatische Meldungen aus dem Jemen: Sicherheitsbehörden berichten, mehrere der am Freitag entführten Geiseln seien tot aufgefunden worden, darunter möglicherweise auch drei deutsche Frauen

    Was machen die eigentlich im Jemen? Nun, helfen.

    Und wenn unsere Jungs dann mal da unten sind, dann könnten sie doch dort auch gleich mal mit aufräumen helfen. Damit deutsche Frauen im Ausland wieder sicher sind.

    So ... wurde früher übrigens Kolonialpolitik gemacht. Erst kamen die Missionare, dann die Soldaten.
    Deshalb haben die Japaner die Missionare einfach mal ´rausgeschmissen. Heute kommen Helfer, Touristen, Frachter ... und dann?

    Wie wäre es eigentlich mal mit dem Slogan: Deutsche ´raus aus dem Ausland ... anstatt immer nur Ausländer ´raus aus Deutschland. Müßte doch auch andersrum gelten ....

  • Deutscher Wahn ... im Detail

    Nachdem nun ein begründeter Anfangsverdacht vorliegt (wir berichteten), das irgendetwas in diesem Land nicht mit rechten Dingen zugeht, ist nun der Zeitpunkt gekommen, die Theorie zu erhärten und einmal genauer hinzuschauen.

    Fangen wir ganz langsam an ... bei meinem Blogfreund Grilleau. Der hat da nämlich was gefunden, was uns ein wenig Aufklärung verheißt.

    http://grilleau.blog.de/2009/06/14/steuern-6300069/comment_ID/10165006/comment_level/1/#c10165006

    Wer zahlt schon gerne Steuern? Schon gar nicht die Schönen und Reichen. Klaus Barski aus Königsstein im Taunus ist Millionär. Er lebt von seinem Vermögen. Das schätzt er auf fünf Millionen Euro. Sein letzter Jahressteuerbescheid aber betrug nur 2.300 Euro. Dagmar und Jürgen Drawitsch sind Arbeitnehmer. Sie haben drei Söhne. Sie zahlen im Jahr 16.000 Euro Steuern und damit sieben mal mehr als der Millionär.

    Das geheime Neureichenzuchtprogramm der vergangenen Bundesregierungen hat ja reichlich Früchte getragen, auch wenn sonst alles den Bach hinunter ging, Millionäre bekamen wir mehr und mehr. Das aber jeder ordentlich Steuern zahlt, der auch ordentlich verdient, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
    Dachte ich. Alles andere wäre nämlich ziemlich krank. Aber ... so wie der Psychpathentest Deutschland ausfiel ... was sollte man anderes erwarten? Sie fahren auf Straßen, die der Steuerzahler bezahlt, sie leben in einem Land, das die Bürger so sicher gemacht haben wie kaum ein anderes auf dieser Welt, können sich frei und sicher bewegen, haben ihr Geld in einer Wirtschaftsordnung gemacht, die es ihnen überhaupt erstmal gestattete, soviel zu verdienen ... aber zahlen keinen Eintritt? Welchen Sinn macht dann noch diese Wirtschaftsordnung?

    Schon mal überlegt, wie nahe das an "Schmarotzer" und "Parasit" heranreicht? Es reicht nicht nur heran, es füllt den Begriff vollständig aus. Zeckenartig. Wohlstandszecken. Beißen sich fest, saugen sich voll und verabschieden sich irgendwann prall gefüllt vom Wirtskörper, der nichts weiter als bluten durfte.

    Doch schauen wir weiter. Karstadt ist ja heute in aller Munde. Das neue Opel. Hier gibt es jetzt ... sehr ernüchternde Details:

    http://nachrichten.t-online.de/c/19/06/80/88/19068088.html

    Arcandor ist pleite. Ein Grund für den Absturz dürften auch hohe Mieten bei der Warenhaustochter Karstadt gewesen sein, die der Konzern an den Projektentwickler Josef Esch zahlen musste. An dessen Fonds waren nach Spiegel-Informationen mehrere prominente Superreiche beteiligt.

    Von den Fonds, die der Troisdorfer Projektentwickler Josef Esch mit der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim für die Vermietung von Immobilien an Karstadt aufgelegt hat, profitierte nach Spiegel-Informationen eine handverlesene Gruppe von Angehörigen des deutschen Geldadels. Mit dabei waren beim Start der Fonds - außer Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff, seiner Frau Cornelie und anderen - die Kunstsammlerin Claudia Oetker, der Bofrost-Gründer Josef Boquoi und Maxdata-Gründer Holger Lampatz, der 2006 und 2007 im Aufsichtsrat von KarstadtQuelle saß.

    Aha. Was heißt denn das jetzt genau?

    Sie alle gewannen auf Kosten des KarstadtQuelle-Konzerns, der heute Arcandor heißt und insolvent ist. In München betrug die Garantiemiete 23,2 Prozent vom Umsatz, in Leipzig 19,6 Prozent, in Potsdam 16,4 Prozent und in Karlsruhe 14,5. Schon bei einem Verhältnis Umsatz zu Miete von zehn Prozent, so Einzelhandelsexperten, beginne die sogenannte Todeszone, in der ein Warenhaus die Miete gemeinhin nicht mehr erwirtschaften könne.

    Also, kurz gefaßt: die die mehr als genug haben, haben den Konzern ... totgesaugt. Und das sollen jetzt die Steuerzahler wieder auffangen. War also eigentlich doch ein gesunder Konzern, bis Deutschlands Geldadel kam, vor lauter ungebremster Gier nicht mehr bis drei zählen konnte, sich an dem Geld weiter vollgesogen hat, bis der Konzern nicht mehr konnte. Und jetzt ... soll der Steuerzahler wieder mal helfen.
    Z.B. die Familie Drawitsch (siehe oben). Die haben ja genug, Mama und Papa gehen ja arbeiten.
    Hoffentlich nicht bei Karstadt, denn da sieht´s langsam düster aus. Diesmal jedoch ... gibt es wenigstens Anzeichen für ein juristisches Nachspiel:

    Für Thomas Middelhoff hat die Beteiligung an den Fonds ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft hat am Freitag offiziell ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue eingeleitet. Der Manager könnte privat davon profitiert haben, dass Karstadt-Kaufhäuser teils unüblich hohe Mieten zahlen, hieß es zur Begründung.

    Na ja, dann zahlt der halt mal 20000 Euro Strafe und wird als geheilt entlassen. Aber so wird man halt in diesem Land zu einem Leistungsträger. Man setzt sich irgendwo da fest, wo Geld fließt und saugt sich voll.
    Dieses Land hat ein Zeckenproblem. Aber ein gewaltiges. Da werden wir eine Riesenzeckenzange brauchen, um das bewältigen zu können ... bevor das ganze Land zur Todeszone wird. Jetzt weiß ich, was Schröder mit dem Spruch meinte, das man nicht mehr jeden durchfüttern kann in Zeiten der Globalisierung. Manche brauchen so viel ... das andere absterben müssen.

    Und wenn es nach dem Kanzlerkandidat der SPD geht, dann wird das auch so bleiben:

    http://juliehamburg.wordpress.com/2009/06/13/mogelpackung-reichensteuer-wie-der-spd-kanzlerkandidat-steinmeier-die-reichen-schonen-will/

    Schon schön zu erfahren, das man einfach mal so im Vorbeigehen den Vermögenden in diesem Land 100 Milliarden Euro an Steuergeldern geschenkt hat. Da sieht man, das sich Lobbyismus letztendlich doch wirklich auszahlt. Schade, das die anderen keine Lobby haben. Oder nur ein paar Menschen, die für sie sprechen:

    http://juliehamburg.wordpress.com/2009/06/13/die-unterschicht-hat-keine-lobby/

    Nein, das ist schon ein ganz feines Land. Ich stelle mir einfach mal den Vergleich zu einem Körper vor.
    Nur mal bildlich. Der Blutstrom versorgt den ganzen Körper mit Nahrung und Sauerstoff. Wenn er jetzt so gelenkt wird ... wie z.B. der Geldstrom in Deutschland, der ja auch die Versorgung mit Lebensnotwendigstem sicherstellt ... das nur noch ein Teil versorgt wird - hmm ... nun, nicht gerade das Gehirn, denn das würde die Versorgung ganz schnell wieder umstellen, ist ja immerhin schlau, das Gehirn, ... aber, sagen wir mal ... der Arsch. Dann hat dieser Mensch einen riesigen, superdurchbluteten kerngesunden Arsch ... aber Nekrose (tote Zellen, die Leichengift produzieren, wie das aussieht? Zombiefilme gucken, die sind voller Nekrosen, die Jungs) an den Extremitäten. Vor allen für Männer sehr unangenehm. Aber auch im Hirn kommt nur noch wenig an ... genauso wie im Herzen.
    Ein hirn- und herzloses Land mit einem Riesenarsch, von Leichengift angefressen.

    Häßliches Bild, oder?

    Das ist Deutschland.

    Und es wird auf breiter Front dafür gesorgt, das es so bleibt:

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,627628,00.html

    Sie wollen gute Schulen und eine gerechte Gesellschaft - aber nur, wenn's dem eigenen Kind nützt. Eltern sind die größten Bremser im Schulsystem. Sie bekämpfen erbittert Reformen und grenzen sich nach unten hin ab: bloß keinen Kontakt zur Unterschicht.

    Aber den asozialen Sozialschmarotzern und Finanzparasiten und ihren amoklaufenden Blagen in den Hintern kriechen ... das ist völlig ok.

  • Psychopathentest Deutschland

    Ich bin mir schon bewußt ... bevor nun Kritik aus den Reihen der Psychologen kommt ... das der Begriff Psychopath keine Verwendung in der Wissenschaft mehr findet. Aber: die Menschen haben sie so lange Psychopathen in Film und Funk angeschaut, das sie einigermaßen wissen, mit welchen Handlungsmustern man es da zu tun haben könnte. Da ich gerne für einfache Menschen schreibe und dies hier keine Diagnostiksitzung ist, möchte ich die gleichen Kriterien mal auf Deutschland übertragen, die ich zuvor bei Konzernstrukturen angewendet habe ... auf der Grundlage des Films "Corporation".

    Also: fangen wir an:

    1. Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer

    Das sich irgendjemand aus der Regierung in diesem Land noch für die Gefühle seiner Bürger interessiert, werde ich niemandem verkaufen können, denke ich. Arbeitslose mußten mir der Agenda 2010 lernen, das sie für ihre Arbeitslosigkeit noch mit Enteignung bestraft werden, Eltern mußte merken, das Kinder zeugen ebenfalls ein inoffizieller Straftatbestand ist, der finanziell und gesellschaftlich durch Ächtung und Auschluß vom gesellschaftlichen Leben bestraft wird, die Kinder selbst mußten merken, das sie hier zwischen den ganzen Autos kaum noch Platz haben ... und oft genug von ihnen zerfetzt und zermantscht werden, das für die Rettung von Konzernen Milliarden da sind, während Arbeitslosen von führenden SPD-Politikern das Recht auf Essen (und somit auf LEBEN) in Frage gestellt wird, zeigt nicht gerade, das dieses Land die Gefühle seiner Bewohner auch nur im Mindesten wahrnimmt ... noch in irgendeiner Weise auf sie Rücksicht nimmt. Das Generationen zukünftiger Menschen nur noch als Zinssklaven leben können, weil das Geld auf unverantwortliche Art und Weise zur Züchtung von kapitalintensiven Leistungsträgern verbraten wurde, das die Lebensarbeitsleistung nur noch durch minimalste Grundsicherung gewürdigt werden kann, das einem ein bürgerfeindliches Europa einfach ungefragt übergestülpt wird, deutsche Soldaten wieder in aller Welt herummarschieren ... zeigt, das nicht nur die Gefühle, sondern sogar der Bürger überhaupt nicht mehr in Entscheidungen eingeflochten wird. Er ... ist selbst über und wird nur noch so lange geduldet, wie er es bezahlen kann - durch Steuern und Konsum.
    Kann er es nicht mehr ... so kann er weg. Was das für die Gefühle der Betroffenen und möglicherweise zukünftig Betroffenen bedeutet, kann man sich unschwer vorstellen ... und das es diesem Land egal ist, was seine Bürger fühlen, auch.
    Doch nicht nur die Welt der Politik (obwohl sich in ihr die Kultur des Mitananders ja am deutlichsten Wiederspiegelt ... den polis, die Stadt und ihre sozialen Strukturen, das sind wir alle) sondern auch die Degenerierung der öffentlichen Kultur gilt es hier zu erwähnen: DSDS, Deutschland sucht das Topmodell,
    würmerfressende Dschungelprominte ... man könnte froh sein, wenn man noch von Gleichgültigkeit ausgehen kann und nicht von einer gehäßigen, am Leiden anderer erfreuenden Kultur ausgehen muß. Aber: die ist ja ebenso ... psychopathisch. Denn das ist eine Folge der Gleichgültigkeit ...

    2. Unfähigkeit, dauerhafte Beziehungen einzugehen

    Das ist eigentlich schon in Punkt 1 mit enthalten. Dieses Land mag seine Bürger nur noch dann, wenn sie es bezahlen können, wenn sie einen Nutzen bringen. Das gilt in allen Ebenen, ich denke nur an die "Sozialdemokraten in der SPD", die erfahren haben, wie wichtig sie ihrer Führung wirklich sind.
    Die SPD ist auch ein schönes Beispiel dafür, wie wenig Politiker in diesem Land in der Lage sind, dauerhafte Beziehungen zu ihren Wählern einzugehen ... was sie gerade deutlich merkt. Aber - nach einer neuen Subgruppenanaylse geht es der CDU auch nicht besser - es fällt bei ihr nur weniger auf.
    Und die Agenda 2010 ... sowie die Horden von maulenden Sozialfaschisten, die durch die Medien- und Bloglandschaft ziehen ... zeigt sehr deutlich, das dieses Land zu Menschen an sich keine dauerhaften Beziehungen mehr aufbauen kann. Zahl- und Wählschafe sind noch notwendig - bis wir endlich wieder offen zum Feudalismus zurückkehren, den sich die Leistunsgträger schon sehnlichst herbeiwünschen, um endlich das lästige Volk loszusein. Und die Rentner der Zukunft werden ein Lied davon singen können, was es heißt, für ein Leben voller Arbeit als Lohn eine Grundsicherung zu erhalten. Und die Arbeitnehmer werden merken, das Ungarn, Tschechen und alle anderen EU-Arbeiter ihre Arbeit viel billiger erledigen.
    Man merke: keine dauerhaften Beziehungen möglich. Jedenfalls nicht zu den Eingeborenen.
    Darum fördert ja auch der Steuerzahler - zur Not mit EU-Geldern - den Export seiner eigenen Arbeitsplätze, weil er selbst in seinem eigenen Land nicht mehr so im Blickpunkt der Aufmerksamkeit steht. Es sei denn, als Wahl- und Zahlvieh, solange er noch kann.

    3. Skrupellose Gefährdung anderer

    Kein Tempolimit auf Autobahnen, Kernkraft ohne Lösung des Endlagerproblems, Gentechnikhorror ohne Ende,
    Vergiftung des Volkes durch gefährliche Medikamente zur Sicherstellung der Konzerngewinne, Einschränkung bürgerlicher Freiheiten, Spitzelstaat, Sklavenarbeit für einen Euro, deutsche Soldaten sterben wieder in aller Welt ... ich glaube, ich erspare dem Leser die endlose Liste der Pleiten und Pannen in der Aufgabe dieses Landes, seine Bürger zu schützen. Das erfährt jeder tagtäglich zur Genüge am eigenen Leib. Ein besonders schönes Beispiel: die Hatz auf Arbeitslose, die nicht sofort als Volksverhetzung bestraft wird, obwohl sie den Straftatbestand vollständig erfüllt. Und das wird von Ministerien noch mit Broschüren unterstützt, in dem ein Parasitenvergleich gezogen wird. Noch Fragen? Verantwortungsvoller Schutz geht anders. Aber: Beiträge für die Arbeitslosenversicherung, die Rentenversicherung und die Krankenkassen darf man immer noch zahlen. Aber wehe ... man möchte sie mal in Anspruch nehmen. Dann ist man ein böser, asozialer Schmarotzer ... und wie neue Studien belegen, haben ja auch schon mal 70 % der Ärzte sinnvolle medizinische Behandlung aus Kostengründen verweigert. Aber die Beiträge steigen.

    4. Unfähigkeit, Schuld zu empfinden

    Also, was den Holocaust angeht ... da gibt es ja Schuld in Massen. Aber sonst? Schon mal gehört, das sich die Regierung dieses Landes schuldig erklärt, das die Nichtwähler die absolute Mehrheit bekommen? Schon mal einen Parteifuzzi gehört, der sagte: das muß an uns liegen? Seltenst... meistens ist der Wähler Schuld. Der ist böse, faul, gemein, demokratie- und verfassungsfeindlich. Aber die Täter?
    Folgen nur den ... zumeist selbstgeschaffenen ... Sachzwängen, die ihnen die Bertelsmannstiftung vorlegt.
    Schon mal einen Politiker gehört, der meinte: oh weih, Winnenden, Erfurt ... unsere Kinder drehen durch, wie müssen was falsch machen ... und in Zukunft vieles anders?
    Fehlanzeige. Dieses Land ist gut so wie es ist und etwas anderes ist auch nicht denkbar, alle geben ihr Bestes zum Wohle aller. Und wer das nicht mehr bezahlen kann ... soll doch sehen, wo er bleibt.
    Wir können wirklich nicht mehr jeden Dödel durchfüttern.

    5. Hinterlist, Lügen und Täuschen um des eigenen Vorteils willen

    "Die Krise ist vorbei" ... reicht das? Nahezu täglich verkündet WDR 5, der Nachrichtensender unserer Gegend, das Ende der Krise, weil manche Menschen eben dieser Meinung sind. Die Weltwirtschaft und ihr Zusammenbruch wird zwar real dem Exportweltmeister noch einen zusätzlichen Schlag versetzen, der sich nicht durch fromme Wünsche vermeiden läßt, aber was solls: Hauptsache, die internationalen Leistungsträger und Kapitalfonds können sich mit wertlosen Dollars noch schnell Anteile an realen deutschen Firman kaufen. Fälschung der realen Arbeitslosenzahlen, "Schönrechnen" als Volkssport, Wahlversprechen ... als Dauerversprecher in lästigen Restdemokratieperioden ...
    also ... auch die gäbe es soviel zu erwähnen. Z.B. die Lügenflut, die uns in den Krieg in Jugoslawien geführt hat. Die Lügen über Afghanistan. Deutsche Soldaten sterben wieder ... für die Interessen der Kapitaleigner, der Rauschgiftmafia und der Rüstungskonzerne.
    Gibt es überhaupt noch einen Menschen, der Lügen und Politik nicht als identische Begriffe begreift?
    Ich kenne persönlich keinen mehr. War früher mal anders ....
    Und die Mafia der Steuerhinterzieher mit ihren Steuerberatern gehört hier auch nochmal besonders erwähnt.
    Oder ... der Klassenkampf der Eltern für die Ausgrenzung der Hauptschüler, die SpOn heute erwähnt.
    Eigener Vorteil um jeden Preis.

    6. Verletzung sozialer Normen und gesetzlicher Vorschriften

    "Die Würde des Menschen ist unantastbar" ... und die Verbrechen der Agenda 2010 unfaßbar. Einarmige, die zum Müllsammeln geschickt werden, junge Frauen, denen man die Prostitution nahelegt oder sie gleich in das Millieu vermittelt, Widerständler, die einfach entmündigt werden - an diesem Ende der Gesellschaft sieht man sehr deutlich, in welchem Land wir eigentlich leben. Zumwinkel, Kohl, Mehdorn, Hartz, Roland Koch ... zeigen das andere Ende. Für die Führungsschicht ist das Gesetz nur noch da, um unterlaufen zu werden. Wie oft und wie lange schon ... kämpft das Bundesverfassungsgericht gegen die gesetzgebende Versammlung dieses Landes und muß den Vernichtungskrieg gegen das Grundgesetz (das ja deshalb auch bald einer sicher weniger freundlichen Verfassung weichen soll) mit Gewalt Widerstand entgegensetzen ... ebenso wie der gesetzlichen angeordneten und gezielten Verarmung der Kinder von Normalbürgern.
    Es war schon eine Klage des Spiegels vor zwanzig Jahren, das in diesem Land die Gerichte die Gesetze machen müssen, weil die Politiker überhaupt nicht mehr den Rahmen zu kennen schienen, in denen sie sich zu bewegen hatten. Und währendessen gewöhnt man sich daran, das Gesetzesbruch von Leistungsträgern mit Millionenabfindungen belohnt wird. Von dem Geld, das jährlich an Steuer hinterzogen wird, könnte man den Sozialstaat zweimal finanzieren - oder die Leistungen für Kinder verdreifachen, damit wir als Land wieder mehr Zukunft haben als nur bis zu nächsten Legislaturperiode.

    So, das ist jetzt schon wieder viel zu lang geworden. Ist ja auch ein großes Land. Aber: ich wollte ja keine wissenschaftliche Arbeit abliefern, sondern nur ein Streiflicht über ein Land, das geistig mitlerweile ein kleiner Mickerzwerg geworden ist. Vielleicht sollte man sich freuen, das dieses kleine, mickrige Land bald ausverkauft sein, wird, seine Demokratie und seine Sozialversorgung unfinanzierbar, das in einem der reichsten Länder der Welt bald der Hunger und die Pest wieder zuhause sein werden, damit zukünftige Generationen wieder richtig was zum Aufbauen haben.

    Denn Aufbauen ... das können wir Deutschen ja ganz gut. Mußten wir oft genug machen. Wann immer es in Europa einen Krieg gab, wurde er in der Mitte ausgefochten, manchmal sogar dreißig Jahre lang.
    Augstein meinte mal, aus dieser Erfahrung heraus müßte man den Deutschen verstehen. Diese Erfahrung war eine der Grundlagen für den Zusammenschluß der meisten der deutschsprachigen Kleinstaaten in der Mitte Europas. Damit in diesem Land endlich Frieden herrscht ... nach tausend Jahren Krieg.
    Leider haben die Deutschen diese Erfahrungen ganz schnell wieder vergessen ... und das Land ist zu einem psychopathischen Idiotenzirkus verkommen.

    Dafür werden wir einen hohen Preis zahlen müssen.

    Wir alle ... auch die sogenannten Leistungsträger.

  • Grundeinkommen? Zu teuer. Demokratie? Auch.

    Es ist ja immer ein beliebtes Thema von Gegnern des bedingungslosen Grundeinkommens, das selbiges ja überhaupt nicht finanzierbar ist. Da sei ja viel zu teuer. Und wenn ich den Satz des Kommentators weiter unten richtig verstanden habe, dann war auch der SPD-Kanzler Schröder, dessen Partei gerade versucht, einen Sturzkampfbomber an Sinkgeschwindigkeit zu übertreffen, der meinte: in Zeiten der Globalisierung können wir nicht mehr jeden Dödel mit durchfüttern.

    An diese Lösung hatten die Initatoren der Gedanken eines Grundeinkommens für Bürger sicher nicht gedacht.
    Das erste Mal habe ich von dieser Idee Mitte der siebziger Jahre von einem Ingenieur aus den USA gehört, der an der Automatisierung von Betrieben gearbeitet hatte. Er war der festen Überzeugung, das seine Arbeit der Menschheit einen großen Dienst erweisen würde, alldieweil sie fortan von der Arbeit befreit sein würden. Es war ihm klar, das in Folge seiner Arbeit die Arbeit verschwinden würde und somit die Menschen keine Existenzgrundlage mehr hätten, mit der sie ihren Lebensunterhalt verdienen könnten.
    Für ihn war es vollkommen logisch, das die Industriestaaten in Zukunft um ein wie auch immer geartetes Grundeinkommen nicht herumkommen würden.

    Pustekuchen.

    In Zeiten der Globalisierung kann man einfach nicht mehr jeden Dödel mit durchfüttern, und ebensowenig seine bildungsfernen Blagen.

    Ja, das ist auch einfach zu teuer. Wir brauchen Geld zum Aufbau einer Leistungsträgerelite, die ohne dieses Geld bedauerlicherweise auch gar keine Leistungsträger wären.

    Und diese Kritik am Grundeinkommen brachte mich gleich auf die Idee ... das auch die Demokratie einfach zu teuer ist.

    Das ließe sich doch ganz anders lösen.

    Wir haben ja schon gelernt, das in diesem Lande Politik sowieso von der Bertelsmannstiftung gemacht wird, die in erster Linie den Besitzern beim Steuersparen hilft und in zweiter Linie mit ihrer ganzen Finanz- und Mediengewalt die Geschicke des Landes lenkt.

    Eine solche Macht muß man einfach respektieren. Wenn die sowieso schon so mächtig sind, wenn die sowieso schon indirekt die Geschicke des Landes lenken ... warum noch den ganzen Politikzirkus bezahlen?
    Fort mit diesen Münteferings, Merkels, Schröders, Clements, Schäubles, Westerwelles und wie die ganzen Tölpel so heißen, die ohne das Geld der anderen einfach auch nur Hungerleider wären.

    Laßt uns nicht vergessen, das Demokratie nur ein historisches Experiment war, ein sehr junges zudem.
    Wir könnten es einfach als gescheitert erklären und zu kostengünstigeren Experimenten zurückkehren und der Familie Mohn, der ja das riesige Bertelsmannmeinungsimperium gehört, die Königswürde antragen.

    Das erspart enorm viele Kosten, z.B. für 15000 Lobbyisten in Brüssel, für Abgeordnete, ihre Mitarbeiter, politische Parteien, Länder- und Gemeindeparlamente ... alles fort damit.

    Ich stelle mir das im Prinzip so vor: wer das meiste Geld im Land hat, wird König. Das würde auch dazu führen, das mit den Besitzverhältnissen offener umgegangen wird. Dann ... die nächsten zwölf Milliardäre ... die werden der Fürstenrat. Und so wird das immer weiter heruntergebrochen bis zum Freiherr und Ritter.

    Der niedrigste Adel muß jedoch auch Bedingungen erfüllen: ein repräsentatives abbezahlte Haus besitzen und allein von den Zinsen seines Kapitals leben können.

    Außerdem ist das ganze auch urdemokratisch, denn anders als früher könnte jeder Dödel zum Freiherren aufsteigen ... wenn er die Bedingungen erfüllt.

    Regiert und verwaltet wird nur noch vom Adel, das sind sowieso Leistungsträger, deren Leistung sich ja wieder lohnen sollte, sie haben bewiesen, das sie Betriebe oder wenigstens ihre Finanzen erfolgreich managen können ... sie würden dieses Land in ein goldenes Zeitalter führen, wenn man sie nur lassen würde.

    Gut, man müsste überlegen, was man mit der Restbevölkerung anstellt, die lieber in der Schweinesule lebt.
    Aber das ... braucht man dann gar nicht mehr selber zu tun. Das überläßt man als generelle Richtlinie dem König ... oder denen, denen die Leibeigenen der Zukunft dann gehören. Dann ist man das Problem nämlich auch los.

    Zudem braucht man sich über die reichen Müssiggänger nicht mehr zu ärgern, denn die hätten fortan mit regieren und verwalten genug zu tun.

    Außerdem haben die schon alle Häuser, von denen aus sie ihr Kapital regieren, also können sie auch problemlos Städte, Länder und Gemeinden übernehmen. Als Ausgleich für die Arbeit bekommen sie dann das Recht der ersten Nacht, wie üblich dürfen sie sich die neuvermählten Bräute erstmal selbst vornehmen,
    bevor sie zur Leibeigenenproduktion freigegeben werden ... und diese Frauen sollten das als eine Ehre begrreifen. Das werden sie auch ... wenn ich noch mal die neuen Studien in Erinnerung rufen darf, das Frauen ja bei reichen Männern ganz besonders befriedigt werden.

    Wir könnten uns den ganzen Regierungsapparat sparen, inklusive der Fernreisen, Prunkgebäude, Heerscharen von Staatsdienern ... denn das kann der neue Adel alles selbst zahlen.

    Insofern ist das auch eine angemessene Antwort auf die Krise. Regieren darf nur noch, wer es auch bezahlen kann.

    Ein paar bittere Pillen wird man jedoch schlucken müssen - also Bürgerrechte ... diesen ganzen demokratischen Mumpitz, der muß dann weg. Aber das interessiert ja sowieso immer weniger in diesem Land, wenn ich mir die fortlaufend sinkende Wahlbeteiligung anschaue.
    Also: fort damit für Freiheit der Leistungsträger, Gleichheit der Leibeigenen und Brüderlichkeit des
    neuen Kapitaladels.

    So, denke ich mir, gelingts.

    Und außerdem: wenn der König dann sagt: DIE KRISE IST VORBEI! ... dann ist sie vorbei und ich muß nicht mehr kopflos durch die Medienwelt reisen und ihr Ende suchen.

    Wenn Merkel sagt, die Krise ist vorbei, dann ist sie nur ... wie gestern schon wieder ... im Radio vorbei. Im Staatsfunk. In der echten Welt leistet die Krise dann weiterhin noch Widerstand, weil Merkel eben nicht die Autorität eines echten Königs hat.

    Also...wem Grundeinkommen zu teuer ist, der sollte auch mal konsequent darüber nachdenken, das wir uns in Zeiten der Krise Demokratie überhaupt nicht mehr leisten können.

    Die ist einfach zu teuer in Zeiten der knappen Kassen.

    Und ehrlicher wäre es wirklich, wenn die, die sowieso die Macht innehaben, sie einfach auch ganz offen ohne kostspielige Umwege ausleben könnten.

  • Roundup and die! Monsantoterror

    Viel zu lange liegt diese Meldung schon bei mir herum und harrt der Weiterleitung. Und nun ... mache ich das einfach mal.

    http://womblog.de/2009/06/10/partnernetzwerk-extra-dringende-weiterleitung-zu-roundup-von-monsanto/

    Um den vielfältigen Horror dieser Genspinnerei aufzudecken, bräuchte man eigentlich einen eigenen Blog.
    Und angemessen des Umfangs der Bedrohung, die sich dort für die Menschheit auftut, bräuchte man noch tausend Tageszeitungen und zehn Fernsehsender, die nichts anderes als Aufklärung über diesen ekelhaften Mist verbreiten.

    Nicht mehr als das Schicksal der gesamten Menschheit steht dort auf dem Spiel ... und wir hier zanken uns um Opel und Karstadt, sorgen uns um die SPD und fragen uns, ob wir überhaupt noch Rente kriegen oder ob man uns mit 70 in der Sahara als Entwicklungshilfe aussetzt.

    Ich gestehe, das auch ich mich mit diesem Thema nicht sonderlich auseinandergesetzt habe - meine Zeit ist knapp, ich kann mich nicht um alles gleichzeitig kümmern und ich dachte ... wahrscheinlich wieder so eine Sauerei in Indien oder Afrika. Da geschehen täglich so viele häßliche Dinge, das man sie sowieso nur noch ab einer Million Tote aufwärts wahrnehmen kann - wie damals in Ruanda. Ruanda übertrifft an Grausamkeit wahrscheinlich sogar die deutschen Konzentrationslager .... hatte aber nicht so mediale Folgen wie diese.
    Bei Gelegenheit ... werde ich mal was dazu schreiben. Nun aber ab in den Gartenmarkt:

    http://www.hausgarten.net/gartenpflege/pflanzen-pflegen/roundup-gegen-unkraut-entfernen-vernichten.html

    Das ist jetzt keine Satireseite, das ist eine ganz normale deutsche ... Haus und Gartenseite.

    Das Mittel RoundUp gehört zu den Vollherbiziden und ist somit ein Universal-Unkrautvernichter. Jetzt bitte nicht denken: Toll ein Mittel gegen ALLES! Denn so ist es leider nicht. Auch wenn man RoundUp in jedem Gartencenter bekommt, sollte man doch beachten, dass der Einsatz unter bestimmten Umständen verboten ist.

    Wir halten fest (und wir halten uns erstmal fest, ich vor allem mich): das Zeug bekommt jeder Gimpel in Deutschland. Und wie viele davon jetzt die Gebrauchsanweisung lesen, verstehen ... und befolgen, will ich jetzt hier nicht mutmaßen.

    Nicht Indien, nicht Afrika ... der Nachbar im supergepflegten Einheitsvorgarten kommt ins Visier.

    Nun gut. Das ist jetzt aber mal ein Grund für viele (Gott sei Dank nicht für mich, habe keine Nachbarn, nur Pferde, Schafe, Kühe, Dachse, Wiesel, Rehe, Füchse und seit einigen Wochen einen herrlichen roten Milan, der eigentlich als ausgestorben galt) mal ganz genau hinzuschauen, was denn dieses Zeug eigentlich so alles kann ... außer "Unkraut" zu vernichten. (Den Begriff UNKRAUT finde ich an sich schon bestialisch - wie Unmenschen, nur mit Kraut).

    Es rottet Frösche und Amphibien aus:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20660/1.html

    Das überraschendste Ergebnis aus den Experimenten ist, dass eine Chemikalie, die entwickelt wurde, um Pflanzen zu abzutöten, innerhalb von drei Wochen 98 Prozent aller Kaulquappen und innerhalb von einem Tag 79 Prozent aller Frösche tötete.

    Frösche und Amphibien mag ich. Konzerne nicht. Monsanto erst recht nicht.

    Was kann es noch?

    Babys verstümmeln.

    http://blogs.taz.de/saveourseeds/2009/06/03/roundup_daemmerung/

    Eine Klage in Argentinien, dessen Soja-Anbau vollständig auf Roundup eingestellt ist, könnte nun den Anfang vom Ende des Mittels markieren. Dort stellte der führende Embryologe des Landes fest, dass Glyphosat Embryonen schädigt.

    Seit Professor Andres Carrasco seine Studie über die embryonenschädigende Wirkung von Glyphosat veröffentlicht hat, bekommt er Drohanrufe und auch mal ungebetenen Besuch von Anwälten. Denn auf Basis seiner Untersuchungen hat ein Konsortium von Umwelt-Anwälten jetzt einen sofortigen Stop des Einsatzes von Roundup beantragt, wie die Financial Times berichtet und die argentinische Regierung hat eine Untersuchung angeordnet.

    Die Studie von Professor Carrasco, der für die argentinische Armee arbeitet, das Institut für molekulare Embryologie der Universität von Buenos Aires leitet und zudem Präsident des argentinischen Nationalrats für wissenschaftliche und technische Forschung (CONICET) war, läßt befürchten, dass Glyphosat nicht nur bei Amphibien, mit denen die Experimente durchgeführt wurden, sondern auch bei Menschen zu schweren Embryonalschäden führt.

    Aha.

    Kann´s noch mehr?

    Klar. Menschen töten.

    http://www.shortnews.de/start.cfm?id=746848

    Wie eine Studie von Wissenschaftlern der französichen Universität Caen belegt, schädigen Rückstände des Totalherbizids "Roundup" menschliche Zellen und dies bereits in niedriger Konzentration. Rückstände diese Herbizids können in allen genmanipulierten Lebens- und Futtermitteln entdeckt werden.

    Bei Versuchen an unterschiedlichen menschlichen Zellgruppen mit einer 100.000-fachen Verdünnung des Totalherbizids "Roundup" trat innerhalb von 24 Stunden ein vollständiges Zellsterben ein.

    Die heutige EU-Verordnung verbietet Rückstände in dieser Konzentrationshöhe in allen Futter- und Lebensmitteln nicht.

    So so.

    Und das kann jeder Gimpel unbedenklich in jedem Gartenmarkt kaufen und über den Acker verteilen?
    Aber Handgranaten und Maschinenpistolen bleiben verboten?

    Wie soll ich mich dann wehren? Ich meine ... mir würde ein Scharfschützengewehr reichen. Für den Anfang.
    Falls ich doch mal Nachbarn kriegen sollte.

    War´s das jetzt mit Roundup?

    Nö. Es kann noch viel mehr.

    http://www.france24.com/en/20090418-superweed-explosion-threatens-monsanto-heartlands-genetically-modified-US-crops

    Tja, die Natur schlägt zurück ... mit unvorstellbaren Folgen. Da gibt´s jetzt Superunkraut, dagegen ist kein Kraut gewachsen. Man könnte sich drüber freuen ... tue ich aber nicht. Erst wurden die Bauern vergiftet ... und dann ruiniert. Superweed gibt´s übrigens auch schon in England....und man kann es sogar
    als Waffe verwenden:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/3/3334/1.html

    Cultural Terrorist Agency vertreibt SuperWeed Kit 1.0

    Welche Folgen das für die Landwirtschaft hat? Verheerende:

    http://www.radio-utopie.de/2009/04/22/Monsantos-Gentechnik-ausser-Kontrolle,-laeuft-nicht-mehr-Roundup,-gewaltige-Superweed-Explosion-herbizidresistentes-Riesenunkraut-im-Anflug

    Es drohen "Unkrautschlachtfelder" ... und dann war´s das mit Sojabohnen und Baumwolle. Und wer denkt, das
    war´s jetzt mit Horror ... nö.

    Einen habe ich noch. Trotz aller Erfahrungen mit dem giftigen Mist, den wir in der Nahrung Tag für Tag aufnehmen (das Zeug wird an Tiere verfüttert, die dann von wem gegessen werden? Naaaa?), trotz der eigentlich weisen Erkenntnis, das Natur schon irgendwie in Ordnung ist so wie sie ist und das man nicht einfach leichtfertig und gedankenlos in ein funktionierendes System eingreifen sollte, werden an den Schulen schon mal die Massenmörder von Morgen ausgebildet:

    http://www.hannovergen.de/

    Wir brauchen gar keine Gaskammern mehr. Unser Konzentrationslager ... ist der Alltag. Dort werden wir als Arbeitssklaven gehalten und vergiftet. Und in den Schulen wird dafür gesorgt, das das auch so bleibt.

    Wunderbar.

    Ist das jetzt schon ein Verbrechen, wenn ich denen Roundup in den Vorgarten kippe? Oder gleich ins Essen?
    Oder Superunkraut pflanze?

    Eigentlich nicht.

    Denn Monsanto selbst, der liebe nette Konzern ... hält das alles für unbedenklich.

  • Frauenterror! Die Invasion der Aliens

    Die Welt ist so voller Terror, das man schon gar nicht mehr weiß, wo man hinschauen soll.

    Regierungsterror, Politikterror, Wirtschaftsterror, Meinungsterror, Mobbingterror, Religionsterror, Militärterror ... es wäre einfach zu schön wenn es eine Oase des Friedens geben könnte, Z.B. das treute Heim. Aber: Fehlalarm. Auch dort ist Mann vor Terror nicht sicher.

    http://de.news.yahoo.com/26/20090612/tsc-studie-schne-frauen-machen-mnner-dmm-35ffd9d.html

    Studie: Schöne Frauen machen Männer dümmer

    Das ist ja wohl mal ein echter Hammer. Wie gut, das es die Wissenschaft gibt. Wir wären sonst noch ewig lange durch die Gegend geirrt und hätten uns gefragt: woran liegt es nur, das wir so blöde sind.

    Jetzt wissen wir´s.

    Die Frauen sind schuld.

    Die Kirchen wußten das ja schon lange. Darum kommen bei denen Frauen überhaupt nicht in die Tüte.
    Moslems tüten ihre Frauen gerne ein ... auch ungefährlich.

    Nur wie hier, wir sind dem Terror gnadenlos ausgeliefert. An jeder Plakatwand, auf jedem Bildschirm, in jeder Zeitschrift: schöne Frauen.

    Und was geschieht mit der Welt?

    Generation Doof.

    Ursache ... und Wirkung.

    Doch: es geht noch weiter, auch wenn es jetzt sehr sehr unangenehm wird.

    Schon mal bemerkt, das an der Seite eines jeden erfolgreichen Mannes eine schöne Frau steht?
    Einfach mal BUNTE lesen, da fällt´s einem sofort auf. Politiker, Filmstars, Wirtschaftsmagnaten - wo Geld und Macht vorhanden sind ... schöne Frauen. Sogar der Müntefering hat jetzt eine, obwohl ich bezweifle, das da noch viel Schaden angerichtet werden kann.

    Sind die etwa zufällig genau da, wo sie sind? NEIN!

    Männer, es wird Zeit AUFZUWACHEN und eine VERSCHWÖRUNG ungeahnten Ausmaßes aufzudecken.

    Was glaubt ihr denn, was diese künstlich verdummten Männer machen, wenn ihre schöne Frau ihnen sagt, welche Politik sie machen sollen? Sie führen einfach die ihnen gegebenen Befehle wortgetreu aus - wie ein Dackel. "Ja, Waldi, hol das Stöckchen...."

    Schöne Frauen regieren diese Welt - und niemand hat das bisher bemerkt! Geht ja auch nicht, denn sobald man sie sieht ... geht das männliche Gehirn automatisch in den Waldi-Modus.

    Aber es kommt noch schlimmer.

    VIEL VIEL SCHLIMMER!

    Denn Frauen, liebe Männer ... Frauen sind ANDERS ... aber ganz anders, als man denkt. Ich meine jetzt nicht diese seltsame Geschichte mit SCHUHEN, die habe ich immer noch nicht ganz verstanden. Ehrlich gesagt, habe ich sie noch nichtmal ansatzweise verstanden.

    Ich hole mal aus: Wir haben ja jetzt irgendwann Frühling. Die Sonne kommt ´raus ... aber: es ist KALT.
    Ich also mit meinem dicken Pullover und der Wanderjacke ab in die Stadt. Und jetzt ... MAL GANZ GENAU HINGUCKEN!

    Wie laufen die Frauen da herum? Fast nackig. Beine frei, Bauch frei, Arme frei ... während mir mit meinen dicken Klamotten immer noch etwas kühl ist. Und die ... die haben noch nicht mal Gänsehaut.

    Noch nie bemerkt? Kein Wunder, schöne Frauen und Männer und Waldimodus für´s Gehirn....

    ABER DAS KANN DOCH NICHT NORMAL SEIN!

    Die können doch nicht ... menschlich sein ...

    Es kann sich dabei nur ... um eine Invasion von temperaturunempfindlichen Außerirdischen handeln, die unerkannt unter uns leben (Waldi-Modus!) und insgeheim unsere ganzen Geschicke steuern und uns zur Produktion von Unmengen von unnützen potthäßlichen Schuhen animieren.

    Und das kann nur eins bedeuten: ... äh, moment, meine Freundin will gerade etwas von mir, Augenblick ... JA, SCHATZ?

    ... ähem, wo war ich stehengeblieben. Äh ... was mache ich eigentlich hier ...
    Wer bin ich nochmal ... Mist ... vergessen.

    Ich geh´dann mal Stöckchen holen ...

  • Die geliebte Bundesregierung

    Ich habe meine Regierung ja schon lange richtig lieb. Eigentlich, solange ich denken kann. Ich weiß, das es ehrliche, weise und gerechte Führer sind, denen ich jederzeit die Sorge um mein Leben und mein Wohlergehen anvertrauen kann.

    Darum war ich heute mal auf der Seite meiner geliebten Bundesregierung und war verblüfft, welchen Service meine geliebte Bundesregierung ihren braven und treuen Bürgern alle angedeihen läßt.

    Zum Beispiel das "goldene Unbedenklichkkeitssiegel des BKA". Ja, das möchte ich natürlich sofort haben.

    http://die.geliebte.bundesregierung.in.der.schwatzbude.de/unbedenklichkeitssiegel.html

    Das sollte sich eigentich jeder aufrechte Bundesbürger der im Internet präsent ist sofort besorgen, denn nur so kann das Netz sicherer werden.

    Schön fand ich auch, welch´ breite Zustimmung meine geliebte Bundesregierung bei der Bevölkerung hat.

    http://die.geliebte.bundesregierung.in.der.schwatzbude.de/umfragen.html

    Ob Armutsförderung, Grundrechtsabbau, Militarisierung oder grenzenlose Überwachung: Die Politik der geliebten Bundesregierung wird von der breiten Bevölkerung euphorisch, frenetisch, geradezu fanatisch unterstützt. Namhafte und kompetente Meinungsforschungsinstitute erheben regelmäßig im Auftrag der geliebten Bundesregierung objektive und allen Standards der Zunft entsprechende Meinungsbilder, um sich dieses Rückhalts zu versichern.

    Schön fand ich, das bei der Umfrage zur Terrorismusbekämpfung nur 7% Verräter dabeiwaren, die den Kampf nicht unterstützen. Schlecht fand ich, das es in der Tat noch einzelne, asoziale und subversive Elemente gibt, die die weise, liebevolle und gerechte Politik der Regierung ablehnen. Wie können die das nur tun?

    Als bekennender Aufschwungsicherungswart bin ich natürlich vollkommen begeistert davon, das auch die lieben Kleinen die Aufmerksamkeit der geliebten Bundesregierung bekommen:

    "Jede Sekunde, die ein Kind wahllos mit Spielen verbringt, anstelle zielgerichtet die eigene Karriere voranzutreiben, ist eine verlorene Sekunde, die wir Wirtschafts-Pädagogen als verlorene Kindheit bezeichnen".

    Wie wahr, wie wahr. Wie weit könnte ein Kind in der Firmenhierarchie oder in der Partei kommen, wenn es von klein auf wie der Herr von Guttenberg geformt und genormt wird. Und wie unverantwortlich handeln noch Millionen von Eltern, die hier kläglich versagen und Bastelnachmittage dem Fremdsprachenlernen vorziehe.
    Da muß schnell gehandelt werden, bevor unsere Zukunft nur noch im Legoland liegt.

    Schön ist auch, das geplant ist, die kleinen Racker jetzt schneller und früher am glückbringenden Arbeitsleiben teilhaben zu lassen:

    Nach Turbo-Abi, Turbo-Uni, Turbo-Bräuner und Turbo-Diesel kommt nun endlich auch die Turbo-Schwangerschaft. In zwei Phasen soll diese zunächst auf sechs, endgültig dann auf drei Monate verkürzt werden. Die geliebte Bundesregierung wird dazu notfalls einige der zuvor erlassenen Naturgesetze aufheben.

    Ja, da zeigt sich doch endlich mal die Überlegenheit unserer wissenschaftlichen Forschung, die nur noch von einigen unbedachten Aufschwungbremsern und boshaften Wohlstandssaboteuren kritisiert wird. Gut, das sich unsere geliebte Bundesregierung in dieser Hinsicht dem Programm der Lebensoptimierung verschrieben hat:

    http://die.geliebte.bundesregierung.in.der.schwatzbude.de/lebensoptimierung.html

    Gut ist auch die gekonnte Gliederung der Seite, denn man kann ganz schnell Themen finden, für die man sich persönlich interessiert ... und das ist alles ganz sicheres Internet, denn es enthält das goldene Gütesiegel des BKA. Da macht das Surfen wieder richtig Spaß, man kann alles anklicken was man möchte und sich absolut sicher sein, nicht auf einer irgendwie bösen falschen Seite zu landen, wo aufschwunggefährdende Reden geführt werden oder jemand anders als unsere geliebte Bundesregierung Kinderpornos anschaut:

    http://die.geliebte.bundesregierung.in.der.schwatzbude.de/regierungspolitik.html

    Ich kann mich gar nicht halten, mache gleich mal einen Test:

    Altersvorsorge, ja, das geht uns alle an:

    Altersvorsorge

    Die geliebte Bundesregierung sieht es als ihre Aufgabe an, Menschen auch bis in das hohe Alter am Segen der Marktwirtschaft teilhaben zu lassen. Deswegen wird das Renteneintrittsalter immer weiter nach hinten verlegt. Die geliebte Bundesregierung scheut keine Kosten und Mühen, um eine Altersversorgung durch einen Niedriglohnsektor weiter auszubauen.

    Toll toll toll, die haben echt an alles gedacht. Mensch, wie schön, das ich da war, sonst hätte ich mit echt Sorgen um mein Alter gemacht. Jetzt noch eins, ganz schnell. Mmmh... was nehme ich denn, es ist soviel im Angebot... ja, Terrorbekämpfung. Das macht mir noch große Sorgen:

    Extremismusbekämpfung

    Extremisten werden von der geliebten Bundesregierung bekämpft, denn Extremisten sind böse, die geliebte Bundesregierung hingegen ist gut. Extremisten stellen irrationale Forderungen wie artgerechte Tierhaltung, Meinungsfreiheit im Internet, Grundrechte und andere terroristische Dinge.

    Na, das ist ja mal ein Ding. Wo sich überall Terroristen verstecken...
    Wie gut, das wir die geliebte Bundesregierung haben, die ein wachsames Auge über alles hat.

    Einen mache ich noch ... mmmmh ... schwer, ich habe so viele Fragen ... ja, Pressefreiheit:

    Pressefreiheit

    Die unabhängige, freie Presse ist dem Desinformationsamt der geliebten Bundesregierung treu ergeben. Alle in Deutschland publizierenden Organe, welche die weise, kluge, gerechte und sozial ausgewogene Politik der geliebten Bundesregierung durch Lobeshymnen unterstützen, genießen Pressefreiheit. Dies ist ein wichtiger Baustein der Demokratie und des Rechtsstaates, denn nur die Pressefreiheit für alle Organe, die der geliebten Bundesregierung ausreichend huldigen, garantiert gesellschaftliche Stabilität durch eine einheitliche, von der geliebten Bundesregierung vorgegebenen Meinungsvielfalt für alle Deutschen. Unterschiedliche Meinungen führen nur zu Auseinandersetzungen, Rebellion oder gar Revolutionen. Dies würde aber den Wirschaftsstandort Deutschland massiv gefährden, weshalb keine Alternative zur von der geliebten Bundesregierung praktizierten Pressefreiheit exisitiert.

    Ich bin einfach ... überwältigt. Wie weise, wie weitsichtig, wie unglaublich gut das alles durchdacht ist. Ja, da kann man stolz drauf sein. Wie gut das es die liebe Bundesregierung gibt.
    Wenn es die nicht gäbe, dann müßte man sie erfinden.

    So ... bewältigen wir jede Krise und müßten uns nicht mehr dieses unpatriotische, verräterische Geschwafel und verfassungsfeindlichen und terroritischen islamisch unterwanderten Aufschungfeinden anhören, die wirklich jede positive Nachricht in den Dreck ziehen:

    http://www.heise.de/resale/Leichter-Rueckgang-der-Privatinsolvenzen--/news/meldung/137757

    Ein Rückgang der Privatinsolvenzen um 7,5 %.

    Diese Nachricht gehört auf die Titelseite eines jeden Schmierblattes, das den Aufschwung verdrängen und kaputtreden will! Der Bürger ist viel weniger pleite als vorher und nur irgendwelche Terror-Journalisten
    wollen ihn verdrängen und den Bürger in Angst und Schrecken halten.

    PFUI!

    Man muß sich nur mal anschauen, wie diese wichtigste Nachricht der letzten Monate kurz mit einem Satz erwähnt und dann mit einem ganzen Artikel niedergeredet wird! Und so etwas ist immer noch nicht strafbar!

    Man muß sich mal durchlesen, was dem normalen Bürger, der heute von der Arbeit kommt, an unreflektierten Mist um die Ohren gehauen wird:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,630014,00.html

    Extrem düstere Prognose für die Weltwirtschaft: Obwohl viele Ökonomen erste Anzeichen für eine Konjunkturerholung sehen, schraubt die Weltbank ihre Konjunkturerwartung radikal nach unten. Bisher ging die Organisation davon aus, dass die globale Wirtschaft in diesem Jahr um 1,75 Prozent schrumpft - jetzt rechnet sie mit minus drei Prozent.

    Meldungen wie diese gehören in Zeiten der Krise verboten. Wir wissen, das die Börse eine sehr psychologische Angelegenheit ist ... genau wie der Rest der Wirtschaft. Wer solche Nachrichten verbreitet, OBWOHL viele Ökonomen den Aufschwung klar vor Augen sehen, der ist ein TERRORIST, der seinen
    Meinungsflieger ins World Trade Center des Aufschwungglaubens steuern will ... und gehört auch als solcher behandelt!

    Was wir nun brauchen, ist ein Volk von Aufschwungsicherungswarten, die beständig und überall acht geben, wo und wer sich gerade des Verbalterrors schuldig macht, damit die Verantwortlichen sofort zur Verantwortung gezogen werden können. Wir brauchen Lager, in dem wir diese Volksschädlinge unterbringen können und Sicherheitskräfte, die nicht lange fackelt.

    Unsere geliebte Bundesregierung braucht jeden von uns zur Bewältigung der Krise. Der Aufschwung ist da.
    Machen wir ihn nicht kaputt!

    Ich kann nur jedem empfehlen: besuchen Sie die Seite unserer geliebten Bundesregierung im Internt. Informieren sie sich. Dort gibt es noch viel mehr, als ich hier je zitieren könnte! Jeder Besuch lohnt sich!

    Lang lebe unsere geliebte Bundesregierung:

    http://die.geliebte.bundesregierung.in.der.schwatzbude.de/index.html

    Dort wird auch Unterhaltung geboten!

  • Haben wir jetzt ... Mörder?

    Es gab ja mal in diesem Land eine aufgeregte Diskussion, ob man Soldaten Mörder nennen darf oder nicht.
    Wenn ich mich recht entsinne, darf man das. Hätte ich auch kein Problem mit. Ob ich nun von einem Spinner mit Uniform oder einem Spinner ohne Uniform erschossen werde, das Ergebnis ist für mich das Gleiche.

    Ich bin mausetot.

    Religiös gesehen ... du sollst nicht töten. Ist doch ein christliches Land hier, oder? Kriegen meine Kinder in der Schule so beigebracht (auch wenn es theologisch nicht ganz so korrekt ist). Da wird nicht gelehrt: du sollst nicht ohne Uniform töten, sondern jeder sollte es einfach lassen.

    Auch psychologisch gesehen soll die Wirkung auf den Mörder ähnlich sein, es sei denn, er ist ein Psychopath. Das wollen wir mal nicht allen Soldaten unterstellen. Lustig ist es auf jeden Fall nicht, was in normalen Mördern so abgeht ... erst recht nicht, wenn sie dazu auch noch religiös sind und sich in einem geheimen Winkel ihres Bewußtseins mit der Tatsache auseinandersetzen müssen, das ihr Gott nach ihrem eigenen Ableben sich möglicherweise nicht ganz so mit juristischen und theologischen Spitzfindigkeiten zufrieden gibt, wie es der Bundeswehrseelsorger so gekonnt verbreitet.

    Möglicherweise ... hat er da ganz knallharte Kategorien, nach denen er die Spreu vom Weizen trennt.

    Ich will da jetzt keinem Mörder Angst machen, sondern nur darauf hinweisen, das die Nichtextistenz Gottes momentan noch nicht mal hinreichend bewiesen ist. Könnte also sein ... das da jemand sehr zornig wird, wenn man seine Geschöpfe einfach so niedermetzelt.

    Und da haben wir ja jetzt einen aktuellen Fall, der die Diskussion auf einem Niveau entfacht, das früher einfach nicht denkbar war:

    http://www.welt.de/politik/article3911647/Deutsche-Soldaten-toeten-im-Gefecht-zehn-Taliban.html;jsessionid=9DD138AB89EEEA878689497F8C521483#vote_3911666

    Deutsche Soldaten töten im Gefecht zehn Taliban
    (92) 12. Juni 2009, 10:23 Uhr
    In der vergangenen Woche haben sich Soldaten der Bundeswehr und Kämpfer der Taliban ein schweres Gefecht geliefert. Bei der Auseinandersetzung wurden zehn Taliban getötet. Es ist ein weiteres Beispiel für die zunehmende Gefahr, denen die Soldaten in Afghanistan ausgesetzt sind. Die Gewalt ist so heftig wie seit Jahren nicht.

    Ein wahrlich schweres Gefecht. Die bösen Angreifer (waren das überhaupt Angreifer? So genau kriegt man das ja gar nicht mitgeteilt. Tun wir mal so als ob....) verlieren zehn Mann, die Bundeswehr keinen.

    Schwere Gefechte sehen normalerweise anders aus, aber: lassen wir das.

    Was mich jetzt interessiert ist die Frage, sind das jetzt Mörder? Nach religiösen Kategorien ... schon.
    Tot ist tot. Punkt.

    Aber wie ist das jetzt politisch? In unserem Land ist das Töten selbst in Notwehr problematisch und zieht eine peinlich genaue Untersuchung nach sich, in dem man seine Notwehrsituation genau darlegen muß.
    Einem Bekannten von mir gelang dies nicht ... er verlor daraufhin seine Bäckerei und seine zwei Mietshäuser, alldieweil der Angreifer querschnittsgelähmt war ... durch einen dummen Zufall war er unglücklich aufgekommen.

    Im Krieg ist Töten ja gerne gesehen, aber ... eine offizielle Kriegserklärung der afghanischen Regierung an die Bundesregierung liegt mir nicht vor, noch haben afghanische Truppen die Natogrenzen überschritten, so das der Bündnisfall eintreten könnte. Klar, irgendwelche Politiker haben irgendetwas gestrickt, weshalb deutsche Soldaten ohne offizielle Kriegserklärung die afghanischen Grenze überschritten haben....
    was wiederum ja der ortsansässigen Bevölkerung ein gewisses Notwehrrecht gibt.

    Also ... mal einfacher. Wenn ich mit meiner Winchester Modell 74 in den Garten meines Nachbarn eindringe, dort herumstehe, fies gucke, und dann noch seinen Kindern erlaube, Drogen anzubauen unter meiner Aufsicht ... muß der sich das wirklich gefallen lassen? Ohne das ich ihm offiziell den Krieg und sein Land für besetzt erklärt habe?

    Echt?

    Andersherum. Wenn ich jetzt so ein stinknormaler Afghane wäre, kein großer Talibankämpfer, kein Haßprediger, sondern so ein ganz normaler unpolitischer Ackerbauer, der weder lesen noch schreiben kann und auch keinen Fernseher hat....darf ich dann nicht zornig und verwirrt reagieren, wenn auf einmal Bundeswehrsoldaten durch mein Dorf brettern?

    Mich möglicherweise besetzt fühlen?

    Immerhin habe ich die Erfahrung gemacht, das man sich gegen sowjetische Truppen, die das Land besetzen, zu Recht und unter großem internationalen Applaus (so hätten mir jedenfalls die dorfeigenen CIA-Berater
    gesagt) mit Waffengewalt zur Wehr setzen darf, wenn die durch den eigenen Acker latschen.

    Warum sollte das jetzt nicht gelten, wenn die Sowjetsoldaten aus Deutschland kommen und andere Uniformen haben?

    Als einfacher kleiner Ackerbauer wäre ich sehr verwirrt.

    Als Soldat würde ich mich auch einfach weigern, in dieses Land zu gehen, mal davon abgesehen. Ich wüßte nicht so recht, wie ich dort die Eifel verteidigen könnte. Oder Duisburg. Ich würde denken ... das ich meinem Land keinen Gefallen tue, wenn ich mich an einem illegalen Angriffskrieg beteilige und ein fremdes Land besetze.

    Immerhin sind wir ja nicht mehr die Wehrmacht.

    Wir bleiben aber bei der Frage: sind das jetzt Mörder? Söldner sogar und Auftragskiller?

    Die Antwort auf diese Frage ... scheint mir eindeutig zu sein - jedenfalls auf dem Wissenstand, auf dem ich mich als Laie befinde. Und das gefällt mir nicht, weil ich nicht weiß, ob das Gewissen der Soldaten den juristischen Spitzfindigkeiten der Politiker folgen kann.

    Wir sollten unsere Jungs da schnellstens ´rausholen, bevor die sich ganz schrecklich schuldig machen.

    Und wir uns auch.

  • Piratenpartei Kodex - eine Übung in politischer Philosophie

    Gestern abend hatte ich noch vor, den Aufschwung vorzustellen, denn: ich habe ich endlich gefunden.
    Doch hierzu vielleicht später, denn heute morgen schoß mir ein Gedanke durch den Kopf. Eine kleine persönliche Spielerei, die ich vor zwei Jahren mal spontan im Kopf hatte - Ableitung eines politischen Programmes aus einem Kodex ... dem Kodex der Piratenpartei.

    Der ... sieht wie folgt aus:

    1 Piraten sind frei
    2 Piraten leben privat
    3 Piraten hinterfragen
    4 Piraten sind erfinderisch
    5 Piraten fördern freies Wissen, Bildung & Kultur
    6 Piraten machen die Klappe auf
    7 Piraten haben Achtung vor dem Leben
    8 Piraten sind friedlich
    9 Piraten sind keine Räuber
    10 Piraten denken auch an andere
    11 Piraten zerschlagen Gordische Knoten

    Und man findet ihn hier:
    http://wiki.piratenpartei.de/Kodex

    War mal oder ist noch (keine Ahnung) eine Art Richtlinie für eine Partei ohne Inhalte. Da jetzt oft angeführt worden ist, das eine Partei innerhalb einiger Jahre einfach noch kein Programm aufstellen konnte, dachte ich mir - ich mache mal ein Experiment. Eine Übung in politischer Philosophie.
    Beginn: 10.09 Uhr.

    Punkt 1 Piraten sind frei

    Frei ... waren historische Piraten sicher. Vogelfrei. Frei von allen gesellschaftlichen Zwängen. Frei sollten eigentlich alle Menschen sein. Freiheit ist eine Grundvorraussetzung für politisch unbeeinflußte Willensbildung. Wer aber Angestellter ist oder Hartz IV-Empfänger, ist nicht frei. Er muß Rücksicht nehmen auf die Interessen seines Arbeitgebers, damit er seinen Arbeitsplatz nicht gefährdet, oder aber
    er wird von der ARGE drangsaliert, die in unausstehlicher Art und Weise in sein Privatleben eingreift.
    Gleiches gilt ... was außerordentlich bedauerlich ist ... mitlerweile auch für Schüler, die hautsächlich lernen, das man gute Noten bekommt, wenn man dem Lehrer nach dem Munde redet.

    Politische Forderungen: Mehr Mitbestimmung in Betrieben, bedingungsloses Grundeinkommen zur Sicherstellung der Freiheit und Unabhängigkeit des Bürgers, Freiheit des Individuums gemäßt Artikel 1 des Grundgesetzes, menschenwürdige Pflege in Altenheimen, Bürokratieabbau, Förderung von Kleinunternehmen, Ablehnung der Subventionierung von Großkonzernen, Primat der bürgerlichen Freiheit vor wirtschaftlichen oder politischen Sachzwängen, Einführung von Volksentscheiden bei Themen, die den Bürger in seinem Alltag berühren ... z.B. Übertragung der EU-Gesetzgebung auf deutsches Recht, Abschaffung der Glühbirnen etc.
    Abbau des Parteienfilzes, Abschaffung der Kirchensteuer,

    2. Piraten leben privat

    Na ja, jeder Mensch lebt irgendwo privat. Sollte auch für alle gelten. "My home is my castle" sollte nicht nur für Briten gelten.

    Politische Forderungen: absolute Unantastbarkeit der Privatsphäre (auch durch Journalisten), keine Hausbesuche bei Arbeitslosen, Primat der menschlichen Bedürfnisse über politische oder wirtschaftliche
    "Sachzwänge", absoluter Respekt von staatlichen oder wirtschaftlichen Stellen gegenüber der Unantastbarkeit des Souveräns ... und jeglicher seiner Daten. Förderung von erschwinglichem privaten Wohneigentum ... ach ja, und Reduzierung der Wohlstandskluft zwischen Arm und Reich in Deutschland, damit jeder auch nicht nur das Recht sondern die Möglichkeit hat, Privat sein zu können. Kritische Durchleuchtung der Folgen von menschenunwürdigen Sendeformaten im Privatfernsehen, Förderung dezentraler Kulturen und Verwaltungseinheiten in jeder Hinsicht, in Verbindung mit Punkt 1 und 2 Forderung einer
    Räterepublik unabhängiger Abgeordneter. Auch hier: Forderung eines bedingungslosen Grundeinkommens in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit.

    3. Piraten hinterfragen

    Sollte eigentlich jeder.

    Politische Forderungen: Förderung einer Basisdemokratischen Kultur, Forderung des gläsernen Abgeordneten,
    Verstärkung (bzw. Etablierung ... da scheint einiges den Bach heruntergegangen zu sein in letzter Zeit)
    unabhängiger Journalisten, Blogger, Berichterstatter, Beobachter; in der Schule und Universität Trennung von Unterricht und Bewertung (Modell englischer Privatschulen) um Kritik von Schülern an Methodik und
    Unterrichtsstoff möglich zu machen (koresspondiert zu 1. und 2.), Forderung der politischen Immunität
    für Berichterstatter. Auch hier: Foderung eines bedingungslosen Grundeinkommens zur Schaffung wirtschaftlicher Unabhängigkeit.

    4. Piraten sind erfinderisch

    Na ja, schön für die. Politisches Programm? Klar.

    Politische Forderung: Bedinungsloses Grundeinkommen zur Schaffung von Freiräumen für freie Forschung und Lehre, Förderung von dezentralen Problemlösungen auf Gemeindeebene, Förderung einer lebendigen Demokratie mit einer Priorität von Bürgerinteressen vor Partei- oder Konzerninteressen, Förderung von problemlösender Kultur vor einer Kultur, die Probleme durch Bestrafung von "Schuldigen" löst, problemlösendes Denken als Unterrichtsfach. In Verbindung mit Punkt 1 und 2: Förderung von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Experimenten auf breiter Basis(z.B. Regionalgeld), Dezentralisierung von Forschung und Lehre.

    5. Piraten fördern freies Wissen, Bildung und Kultur

    Hier wiederholt sich schon manches, was in den ersten vier Punkten steht. Aber ... man kann noch ein kleines bischen mehr herausholen:

    Politische Forderung: Statt Abwrackprämie und Bankensubventionen - Installierung eines flächendeckenden
    Internetzugangs für jeden Privathaushalt. Födert zudem eine zukunftsorientierte Industrie, hilft dabei, Volksentscheide praktisch leichter durchführen zu können. Denkbar wäre ... ein Leasingmodell wie bei den alten Telefonen der Post.

    6.Piraten machen die Klappe auf

    Na ... wird schwieriger.Weil ... 1., 2., 3., 4., 5., sind da schon mit drin.

    Politische Foderungen: Förderung von Bürgerinitiativen, selbstverwalteter dezentraler Strukturen,
    Ablehnung von Konformitätszwang im gesellschaftlichen, politischen und privaten Bereich ... und bedingungsloses Grundeinkommen, damit nicht als Folge der Meinungsäußerung die Regelleistung gestrichen werden kann

    7. Piraten haben Achtung vor dem Leben.

    Schöner Satz.

    Politische Forderung: keine Auslandseinsätze der Bundeswehr, die eigentlich eine reine Verteidigungsarmee ist, Ausweitung des Nationalparkgedankens, Natur- und Umweltschutz vor wirtschaftlichen oder politischen "Sachzwängen", Abschaffung der "Sommerzeit" und ... eine besonders markante Konsequenz:
    Verbot des Verkaufes von Automobilen, die überdurchschnittlich oft an tödlichen Verkehrsunfällen beteiligt sind oder generell durch eine hohe Unfallhäufigkeit auffallen.

    8. Piraten sind friedlich

    Tja.

    Politische Forderungen: Förderung eines gewaltfreien Miteinanders, mehr Personal in Schulen, ein Sozialarbeiter pro Klasse in Hauptschulen, gezielte Föderung der Hauptschüler und Hinführung zur abituriellen Reife, Förderung deeskallierender Momente (da gibt es doch so eine "Clowns-Army" ... oder?)
    Kooperation zwischen Polizei und Demonatranten zur Verhinderung von Ausschreitungen ... auf beiden Seiten,
    Abschaffung der Bundeswehr (eine eingeschränkte Forderung, Rückbau der Offensivkapazität würde auch ausreichen), Förderung des zivilen Widerstandes in Kriegszeiten (da gibt es interessante Modelle, die zwar auch Menschenleben kosten, aber keine Mörder produzieren - und das Land trotzdem für den Angreifer sehr unattraktiv machen).
    Förderung einer angstfreien Kultur (eine Voraussetzung fürs friedlich sein - kein Hunger, kein Durst,
    keine soziale Stigmatisierung).

    9. Piraten sind keine Räuber

    Wäre ja auch noch schöner, aber auch hieraus kann man noch eine zusätzliche politische Forderung ableiten:

    Förderung des win-win-Systems im wirtschaftlichen Bereich, Aufklärung über erfolgreiche Wirtschafts- und Verhandlungsstrategien auch in der Schule, Fairniss und Gemeinwohl vor Profit und Rendite, Förderung von vernetztem Denken in Schule, Wirtschaft und Politik vor Durchsetzung von Partikularinteressen Einzelner,
    Förderung des Miteinanders beim Aufbau eines sozialen Wohlstandsstaates.
    Auch hier: Abbau der Kluft zwischen Arm und Reich, Grundeinkommen ... solange es gesamtwirtschaftlich keine anderen Möglichkeiten gibt wie z.B. Vollbeschäftigung, sofortige Eleminierung der Agenda 2010,

    10. Piraten denken auch an andere

    Weshalb eben die anderen Punkte für alle gelten sollten, nicht nur für Piraten.
    An politischen Forderungen ... wäre der Abbau der fünf-Prozent-Hürde hinzuzufügen. 10% "Sonstige" fallen schon aus dem Eu-Parlament heraus. Das sind viele Menschen. Übergangsweise kann man ein Modell entwickeln, das sich diese zehn Prozent die Sitze, die ihnen eigentlich zustehen, teilen - je nachdem, wie sie dran beteiligt sind. Von mo-mi die Frau von der Frauenpartei, do-fr. der Herr von der Piratenpartei.
    Und natürlich ... sollte man an die Menschen der Zukunft denken und ihnen weder unentsorgbaren Atommüll noch unbezahlbare Schuldenberge hinterlassen.

    11. Piraten zerschlagen gordische Knoten

    Oh weih. Viel Spaß dabei.

    Aber auch hierin kann man eine politische Forderung erkennen. Viele Probleme bleiben momentan ungelöst, alldieweil die Parteien in einem Gegeneinander verharren und der Staat zu einem Selbstbedienungsladen für eben jene Parteien geworden ist (eine Kritik, die u.a. von den "Sozialdemokraten in der SPD" kommt).

    So, ich höre mal auf. 11.14 Uhr.

    Etwas mehr als eine Stunde ... Programm in Grundzügen fertig. Weder rechts noch links, genau wie gewünscht. Natürlich ließe sich einiges entlang der Richtlinien noch weiter ausführen, Themenbereiche wie öffentlicher Nahverkehr, Förderung der Familienkultur vor "Verstaatlichung des Kindeswohls", Sicherung der Grundversorgung durch staatliches Monopol (Post, Bahn, Telefon, Gesundheitswesen, Schwimmbäder, Bibliotheken), Abbau der Dominanz betriebswirtschaftlicher Dogmen und Prinzipien bei Gemeinwohlanlagen, absolute Priorität der Mittelstands- und Kleinunternehmen vor Konzenförderung, Grundsatz des Marktzugangs nur für ortsansässige Unternehmen ... da ist noch sehr viel im Detail drin, was man zumindest diskutieren und gründlicher durchleuchten müsste.

    Bedingungsloses Grundeinkommen taucht jedoch logischerweise oft auf ... und gerade das wurde von der Partei offiziell abgelehnt.

    Warum nur ... wo es doch frei macht, privat sichert, freie Forschung fördern kann, Zeit für Meinungsbildung gibt, kulturelle Vielfalt und Experimentierfreude fördern kann, Zeit für politisches Engagement gibt ... also im Prinzip dem Souverän dieses Staates die gleichen Möglichkeiten gibt, die jeder Abgeordnete hat.

    Freiheit ja ... aber nur für jene, die es sich leisten können? Klingt wieder ... neoliberal.

    Da muß man sich irgendwann entscheiden ... für den Piratenkodex oder für ... andere, nicht so öffentliche Interessen.

  • Mordaufrufe von Moslems gegen Homosexuelle

    So! Ich habe ja in den letzten Monaten oftmals ein gutes Wort für den Islam fallen lassen. Die Moslemhatz in diesem Land geht mir tierisch auf den Wecker, genauso wie die Judenhatz, die Arbeitslosenhatz und was es sonst noch ein neuen Mobbingsportarten gibt.

    Ich bin auch in keiner Weise homosexuell ... es sei denn ziemlich lesbisch, weil ich eine ausgeprägte Schwäche für Frauen habe. Man kann mich also ... denke ich ... nicht der Parteilichkeit bezichtigen.

    Ich halte mich auch für ausgesprochen ausländerfreundlich (mal abgesehen von Holländern, aber das ist ein persönliches und politisch neutrales Thema).

    Aber was mir Bloggerkollege Muskelkater da serviert, holt mich doch glatt aus meiner Feiertagslaune heraus.

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/Neukoelln-Hass-Prediger-Homophobie;art270,2820228

    Die Al-Nur Moschee in Neukölln hat im Internet einen Auftritt von Imam Bilal Philips angekündigt - einem islamischen Hardliner, der sich öffentlich für die Todesstrafe gegen Homosexuelle einsetzt. Zusammen mit dem radikalen Konvertiten Pierre Vogel soll er am Samstag einen Vortrag zum Thema „Islam, die missverstandene Religion“ halten.

    In der Tat bekomme ich langsam den Eindruck, das ich diese Religion gründlich mißverstanden habe. Allerdings in einem anderen Zusammenhang, als die Redner wohl meinen werden.

    Der Mann, der im Netz unter Dr. Abu Ameenah Bilal Philips firmiert, ist ein in Kanada aufgewachsener Jamaikaner, der in seinen Videos mit pseudo-wissenschaftlichen Herleitungen erklärt, dass Homosexualität eine „ganz normale Todsünde“ sei, weil sie die Familie als lebenswichtige Struktur gefährde. Die Todesstrafe sei von Gott auferlegt und ihre Einhaltung wichtig für die Menschheit.

    Also ... Homosexuelle können doch Kinder zeugen. Macht ihnen nicht so einen Spaß, aber den Untergang der Menschheit daraus abzuleiten, ist wohl doch etwas weit hergeholt. Sie können auch Kinder großziehen ... manche von ihnen adoptieren sogar welche. Und wenn die Todesstrafe von Gott auferlegt worden ist, ist seine Ausschaltung aus dem öffentlichen Leben wichtig für die Menschheit. Und die Ausschaltung dieser irrationalen Hassprediger.

    Aber: es kommt ja noch besser ...

    In der Einladung heißt es, „die Dauerpräsenz des Islams in den Medien hat das Hintergrundwissen über diese Religion nicht gefördert“, Pressefreiheit sei in Deutschland „gleichbedeutend mit der Lizenz zum Lügen“. Der Vortrag soll offen gebliebene Fragen beantworten.

    Dann ist ja mal gut, das ich einerseits nicht zur Presse gehöre und andererseits nur diesen Beutemuselmann zitiere.

    Eine "Lizenz zum Lügen" ist Pressefreiheit auf jeden Fall ... das sieht sicher jeder so, über den anders berichtet wird, als er selbst gern hätte. Man sollte nicht Lügen ... aber es geschieht halt sehr oft.
    Aber darum gibt es ja gerade die Freiheit für alle und jedermann, sich gegenseitig alles um die Ohren zu hauen ... damit man sieht, was letztlich übrig bleibt.

    http://muskelkater.wordpress.com/2009/06/11/auftritt-des-hass-predigers-verbieten/

    Die von Artikel 4 des Grundgesetzes garantierte Glaubensfreiheit wird missbraucht, wenn zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufgestachelt und zur Tötung Homosexueller aufgerufen wird.

    Das schreibt mein Bloggerkollege dazu ... und ich stimme ihm da voll und ganz zu. Wer kann denn garantieren, das nicht nach so einem Vortrag irgendwelche aufgestachelten frustrierten Jugendlichen
    ... getragen vom Zorne Gottes ... einfach mal das "widernatürliche Gesochse" ausradiert.
    Und vielleicht noch glauben, sie kämen dafür in den Himmel.

    Und darum steht hier als Überschrift "Mordaufrufe". Denn unterm Strich ... kommt nichts anderes dabei heraus als Mord.

    JEDE Religion hat sich auf dem Gelände der BRD an die Verfassung zu halten, auch wenn sie sich für noch so superauserwählt und ultragerecht und mit göttlichen Dauersegen ausgestattet ansieht.

    Und wer damit nicht leben kann und unter unseren homosexuellen Mitbürgern Angst und Schrecken verbreitet ... der sollte schnell gehen. Bevor er noch mehr Zorn von anderer Seite gegen seine eigenen Glaubensbrüder erregt. Dafür ... haben wir auch schon genug andere Spinner, die gerne in diese Kerbe hauen.

    Und den Moslem für den Ursprung alles Bösen ansehen.

    Allerdings starten die keine Mordaufrufe.

    Noch nicht.

  • Patriotismus, Europa und der Eifelphilosoph

    Letztens bekam ich mal eine Nachfrage, ob es denkbar wäre, das meine Artikel auch in einem bald neu errichteten "Forum für Deutschland" erscheinen könnten. Es sei "überparteilich", "demokratisch", "patriotisch".

    Gut.

    Punkt 1: ist völlig in Ordnung.

    Punkt 2: auch.

    Punkt 3: Nachtigall, ick hör´ dir trapsen. Dachte ich.

    Patriotismus kenne ich z.B. von Schopenhauer schön dargestellt. Es gibt Menschen, die können gut singen. Es gibt Menschen, die können gut sägen. Es gibt Menschen, die können gut mit Worten umgehen, andere spielen gut Fußball, erzählen lustige Geschichten, machen tolle Erfindungen, bauen erfolgreiche Geschäfte auf, kümmern sich um Kinder, Arme, Kranke; wieder andere können gut Häuser bauen oder Gärten anlegen.

    Wer nun das alles nicht kann ... wird Patriot, damit er wenigstens etwas hat, worauf er stolz sein kann. Wie Volker Pispers mal meinte, eine Mischung aus Pater (Vater) und Idiot ...

    Mit diesem Patriotismusbild bin ich selbst lang genug durch die Welt gelaufen und kam damit hervorragend zurecht. Ich brauche keinen Patriotismus. Ich wäre auch ein gute Ire, Schotte, Däne oder Franzose - wenn ich da wohnen würde. Und käme auch mit dem Land ... etwas besser klar.

    Die deutsche Geschichte ... hat nun viele Phasen, in der man sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.
    Franzosen haben´s da leichter.

    Aber auf mein Genörgel kam eine Antwort, die mich ins Nachdenken gebracht hat ... über diese Begriff.
    Und ich habe mal geschaut, was denn die Bundeszentrale für politische Bildung dazu sagt:

    http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=B3B81X

    Patriotismus
    (franz.: Vaterlandsliebe). P. bezeichnet eine besondere Wertschätzung der Traditionen,
    der kulturellen und historischen Werte und Leistungen des eigenen Volkes. In einem negativen Sinne kann P. zu nationaler Arroganz, Chauvinismus und übersteigertem Nationalismus führen (Hurra-P.). Im positiven, zeitgemäßen Sinne kann P. als Bekenntnis zu den demokratischen Grundlagen der Gesellschaft und zur Verteidigung der Grund- und Menschenrechte (Verfassungs-P.) verstanden werden.

    Hmm....den negativen Sinn kenne ich zur Genüge. Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen.

    Aber der "zeitgemäße Sinn" ... ist doch eigentlich genau das, was mich antreibt.

    Verfassungspatriotismus ... nie gehört. Aber: wäre nicht nur akzeptabel, sondern sogar notwendig. Sofern man nicht wieder auf die Idee kommt, den Nachbarländern die eigene Verfassung aufzuzwingen.

    Und da ... ändert sich auf einmal auch die Perspektive. Denn ... da wird gerade was aufgezwungen. Nämlich uns - die EU-Verfassung, die keine Sau haben wollte.

    Ich war jahrzehntelang ein begeisterter Europäer. Ich mag Franzosen, Dänen, Schweden, Norweger, Iren, Waliser, Schotten (Holländer nicht, aber das ist mein persönliches Thema und beruht auf vielen persönlichen Erfahrungen ... und bei Schweizern bin ich mir nicht sicher). Italiener und Griechen finde ich auch wunderbar. Sehr kinderfreundliches und lebenslustiges Volk. Ich hatte da ein schönes Bild im Kopf von einem Europa der fruchtbaren Vielfalt, wie es Schopenhauer einmal skizziert hatte. Dort, wo die Völker ihre individuellen Stärken vereinen, wächst etwas, das mehr als die Summe der Einzelnen ist ... siehe USA.

    Er war begeistert davon. Und ich war begeistert von der Vorstellung der Europäischen Union ... und dann:
    kam die EU. Meine Begeisterung ... wurde jährlich geringer. Mitlerweile ist sie fast ganz weg. Ich beruhige mich nur noch mit dem Gedanken, das Kriege zwischen Frankreich und Deutschland ja Dank der EU wahrscheinlich nicht mehr stattfinden werden. Wenigstens etwas.

    Dann kamen Geschichten, die ich eigentlich nicht glauben konnte. Z.B. von VW. Die bauten mal in Mexiko ein Werk, verlagerten die deutschen Arbeitsplätze dorthin, weil sie ihre VW von dort aus gewinnbringender an die Amerikaner verkaufen wollten. Doch für die Amerikaner ist ein in Mexiko gebauter VW ein mexikanisches Auto. Das wollten sie dann doch nicht. Gab Riesenverluste ... die VW in Deutschland von der Steuer absetzen durfte. Konzernrisiko zu 100% auf Kosten der deutschen Steuerzahler....berichtete ein SPD-Abgeordneter in den Vorschröderzeiten im Radio. Ich fand das: ungeheuerlich.

    Kein Land kann so einen Abfluß von Geldmitteln lange durchhalten.

    Und ich merkte, das mir wirtschaftspolitische Maßnahmen in den Sinn kamen, die ... nicht mehr im Sinne
    des freien Welthandels auf Kosten der Steuerzahler waren. Man hätte sie ... patriotisch nennen können.

    Liebe ich Deutschland?

    Um Gottes Willen ... Frauen kann man lieben, aber ein Land?

    Die Eifel ist ganz in Ordnung, die Ardennen auch. Genauso wie Duisburg, Bochum, Aachen, Berlin.

    Ludwigshafen mag ich nicht. Und München ... kann ich echt nichts mit anfangen. Genausowenig wie mit
    Stuttgart. Aber Nürnberg finde ich ganz Klasse. Nette Menschen dort. Etwas ungewohnt in ihrer Offenheit, aber wenn sie sich erstmal an einen muffeligen Ruhrgebietszögling gewöhnt haben, dann geht´s.

    Nun ... zurück zum Patriotismus.

    Wertschätzung der kulturellen Leistungen? Ohne Deutschland wäre die Philosophie auf dem Niveau der Griechen stehengeblieben. Man sagt sogar, nur die deutsche Sprache hätte das Potential, diese Gedanken auszudrücken. Die englische Handelssprache könne so etwas nicht.

    Mag sein. Händlersprachen sind immer etwas ausdrucksarm.

    Historische Werte? Nun ... manchmal kommt es mir so vor, als wenn ... dieses Volk ein Volk von Stänkerern ist. Sie haben Rom aufgehalten. Sie haben ... durch Luther ... die Kirche aufgehalten. Sie haben ... Marx ... den Brachialkapitalismus aufgehalten. Es gibt schon ein paar Gründe, die Menschen zu schätzen, die hier wohnen. Auch wenn die NSDAP dafür gesorgt hat, das die deutschen Denker erstmal ausgerottet wurden.

    Klassische Musik ... eine deutsche Domäne. Und früher waren wir mal die Apotheke der Welt. Das sieht heute alles anders aus. Dank Adolf. Dank ihm kann man auch große Probleme mit Patriotismus bekommen - dabei war er Österreicher. Beethoven nicht.

    Mich als Patriot zu bezeichnen, kann ich nicht ... da revoltiert mein Frühstück.

    Aber ... ich glaube, so ganz fern davon bin ich eigentlich nicht. Ich würde lieber das Geld in Deutschland sehen. Deutsches Geld in Deutschland. Weil wir es gerade mal selber brauchen und nicht beständig jeden Pupskonzern damit retten können, der sich wieder einmal selbst heruntergewirtschaftet hat.

    Ein Wirtschaftspatriot bin ich auf jeden Fall, das habe ich feststellen müssen, bevor ich überhaupt darüber nachdenken konnte.

    Und ein überzeugter Bundesdeutscher war ich auch....bis die Berliner Republik kam.

    Dieses kleine Bonn am Rhein ... klein, bescheiden, lieblich ... das hat mir sehr gefallen.

    Berlin als Regierungssitz ruft unangenehme Erinnerungen wach, die pompösen Bauten habe ich mir mal angeschaut. Der Ruheraum im Brandenburger Tor hat mich beeindruckt, das war mal eine kreative Idee ... aber der Rest: pompös bis zum Abwinken.

    Und seitdem Berlin wieder Regierungssitz ist, marschieren deutsche Soldaten wieder in der Welt herum.

    Das war früher besser.

    Die Bonner Republik hätte mich zu einem Patrioten werden lassen können - im Sinne der Definition der
    Bundeszentrale für politische Bildung.

    Aber der Berliner Horror ... Serbien, Afghanistan, "Piraten"jagd auf den Weltmeeren, Agenda 2010, Vertrag von Lissabon, der Ausverkauf Deutschlands an jeden, der zahlt ... das soll man lieben können?

    Nur wenn man Masochist ist.

    Und das bin ich nun mal überhaupt nicht.

    Leider ... sonst könnte ich vielleicht mal Patriot werden.

  • NPD, Unterwanderungen und die Flucht von Infokrieg

    Wie unterwandert man ein System? Eine Gemeinde, eine Partei, einen Sportverein?

    Leise. Leise und unauffällig.

    Und sehr sehr sehr langsam. Und: absolut unauffällig.

    Lieber zweimal nichts sagen als einmal das Falsche. Und geduldig auf die richtige Gelegenheit warten, um mit den richtigen Argumenten (aber: wohldosiert) die Menschen in die richtige Richtung zu lenken.

    Manchmal reichen schon kleine Informationen. Abends, nach der Arbeit, beim Bier. Nachdem man über viele belanglose Dinge gesprochen und angemessen über die Regierung hergezogen hat.

    "War ja nicht alles schlecht. Beim Adolf damals. Immerhin - die Straßen waren sicher."

    Man wartet, wie die Zuhörer reagieren ... wie ein Raubtier beobachtet man seine Beute ... unauffällig.
    Man hat Zeit.

    Reagieren sie zornig auf Adolf, weil sie Bildung haben ... kann man weiterziehen. Die Saat wird nicht aufgehen, man wird keine Führung übernehmen können. Aber Bildung ... wer hat das schon noch, heutzutage?

    Meistens kommt aber eine andere Reaktion.

    "Na ja, du hast schon recht, aber das mit den Juden ..."

    Standardargument. Jetzt geschickt ... "ich habe mal gelesen" ... die Holocaustleugnung in geringer Dosis einspeisen. Prüft keiner nach. Nicht in den bildungsfernen Schichten - die eigentlich staatlicherseits gezielt entbildete Schichten sind.

    "Na, und der Krieg?"

    Standardargument.

    Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten der Reaktion. Die Beste wäre, ein paar Churchill-Zitate - aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Aber das könnte die Zuhörer überfordern. Nachher wissen die gar nicht, wer Churchill war.

    Besser ist, mit solchen Mythen zu kommen, wie manche Mitglieder der Piratenpartei sie verbreiten:

    Generalmobilmachung in Polen (Menschen mit Bildung wüßten, das Österreich und das Sudetenland anektiert worden waren, das Hitler in "Mein Kampf" immer vom "Lebensraum im Osten" faselte ... und das der Aufmarsch der deutschen Armee an der Ostgrenze auch in Polen nicht unbemerkt geblieben ist - weshalb man gut tut, sich mit allen Mitteln darauf vorzubereiten) einfach mal als Kriegserklärung deuten ... schon ist Adolf entlastet. Ein armer Mensch, der immer nur das Gute wollte und von den bösen Siegern des Krieges, den er ja nie gewollt hat, zu einem Ungeheuer deklariert worden ist.

    Dabei mochte er doch Kinder und Hunde so gern und war Vegetarier (mal abgesehen von den Leberknödeln).

    Ein wirklich guter Mensch. Zu Unrecht gejagt von ... hier kommt dann irgendwann die jüdische Weltverschwörung ins Spiel, das böse Kapital, hinter dem der Jude lauert, was der vom Himmel gesandte Erlöser Deutschlands natürlich schon von vornherein wußte, weshalb man mit ihm und seinem treuen Volk kurzen Prozeß gemacht hat.

    Man darf nicht zuviel davon auf einmal bringen. Immer nur kleine Häppchen, gerade soviel, das die Leute meinen, sie wären selber drauf gekommen.

    Und irgendwann ... sitzt man dann auf einmal als Rebell und Widerstandskämpfer im Gemeinderat, im Parteivorstand, im Vereinsvorstand. So etwas läuft gerade im großen Stil. Schon länger. Ganz gezielt und
    mit weitreichender strategischer Planung.

    http://www.welt.de/politik/article3901691/Der-gute-Rechtsradikale-von-nebenan.html;jsessionid=42C500DC49D2070F5613D24A206C0602#vote_3901876

    Zuerst siedeln sich Rechtsradikale mit ihren Familien an. Politisch treten sie zunächst nicht in Erscheinung. Erst, wenn sie integriert und anerkannt sind, wenn sie in Vereinen und Elternvertretungen sitzen, dann beginnt die Parteiarbeit.“

    Und es hat Erfolg.

    Nimmt man in Mecklenburg-Vorpommern nicht alle Städte und Gemeinden, sondern nur die, in denen die NPD überhaupt angetreten ist, dann kommt man nicht nur auf 3,2 Prozent, sondern insgesamt auf eine zweistellige Zahl“,

    Statistik ist schon wunderbar. Man braucht sie gar nicht fälschen. Es reicht eine andere Perspektive und schon ist der Erfolg der Braunen sehr klein. Dabei sind einzelne Ergebnisse durchaus sehenswert:

    Zum Beispiel in Lübtheen im Landkreis Ludwigslust. Dort lebt Udo Pastörs, der Fraktionsvorsitzende der NPD im Landtag von Schwerin. Er betreibt einen Uhren- und Schmuckladen. Seine Frau Marianne war bisher kaum politisch in Erscheinung getreten. Bei der Kommunalwahl kandidierte sie nun für die NPD erfolgreich für den Gemeinderat. 11,5 Prozent der Stimmen bekamen die Rechten in Lübtheen. Auch in Ueckermünde in Ostvorpommern ist es ein einzelner Rechtsradikaler, der das Bild seiner Partei prägt. Der Landtagsabgeordnete Tino Müller genießt in seiner Heimat einen guten Ruf, die NPD kam auf 13,3 Prozent.

    Diese Methodik der Unterwanderung ist bekannt. Es ist ... nichts weiter als angewandter Lobbyismus. Die Ziele ... sind egal.
    Man gibt drei Informationen (entsprechend dem "Horizont" des Zuhörers) und läßt ihn die Schlüsse selber ziehen ... obwohl das Ergebnis der Schlüsse von vornherein zu 90% festliegt, wenn man es nicht mit einem debilen Wirrkopf zu tun hat.

    Es sind wirklich gute Menschen, die diese Methodik anwenden. Wirklich .... echte "Gutmenschen". Sie lieben Hunde, Kinder und sind Vegetarier. Mögen Fußball. Und Deutschland. Sie sind auch nur für "Gerechtigkeit", gegen "Lügen in der Politik", wissen, das Geschichte "von Siegern geschrieben wird" und ähnliche Platitüden.

    Darum bin ich persönlich bei der Piratenpartei ebenfalls sehr mißtrauisch. Nicht ich habe dort die Gefahr der Unterwanderung gesehen, sondern ein Parteimitglied. Manche sollen deshalb sogar ausgetreten sein.
    Immerhin: Piratenpartei wäre ein gutes Ziel für Unterwanderung, freies Internet ist auch für die ultrarechte Szene wichtig. Und sonst haben die ja nicht viel Programm, an dem man sich reiben könnte...
    außer, das sie ein bedingungsloses Grundeinkommen ablehnen. Ob die Partei wirklich unterwandert ist ... müssen die Mitglieder selbst untersuchen und entscheiden. Ich kann von außen nur sagen: das stinkt.

    Schlimm? Bedrohlich? Nein, nur lästig. Und blöd. Die neue Bedrohung, der neue Faschismus kommt nicht aus dieser Ecke. 1933 hatte der deutsche Nationalismus noch einen gewissen Nutzen, heute wäre er kontraproduktiv - für die Interessen der Konzerne. Heute braucht man Megaverwaltungsgebiete unter einheitlicher Kontrolle, die man effektiv für seine eigenen Interessen nutzen kann. Es ist billiger, ein europäisches Parlament zu kaufen bzw. zu beeinflussen als dreißig Nationalparlamente.

    Und Krieg läßt sich woanders sinnvoller führen, denn dann bekommt man nebenbei auch noch Zugriff auf existenzwichtige Rohstoffe.

    Manche geben ja vor, gegen diesen neuen Faschismus zu kämpfen ... z.B. die Jungs von Infokrieg. Habe heute mal ihre Nachrichtensendung gehört. Angeblich sind die jetzt in Panama, weil ihnen hier in Deutschland zu wenig Leute gefolgt sind. Alle feige, faul und esoterisch.

    Als ich das gehört habe, ist mir echt der Unterkiefer nach unten gefallen. Wirkte wie ein trotziges Kind.
    "Wenn ihr uns nicht in die Revolution folgt, dann gehen wir eben nach Panama". Wieso eigentlich Panama?
    Na, ist ja auch egal. Auf jeden Fall wollen sie weiter wachsen. Sie brauchen mehr Geld.
    Panama scheint doch nicht so billig zu sein.

    Ich wünsche ihnen dort ... einen feinen Aufenthalt.

    Allerdings ... wenn ich ihren Verschwörungsmythen glauben darf ... dann ist das doch ein weltweiter Prozeß. Sinnvollerweise würde man dann doch dort bleiben, wo man die meisten Ressourcen mobilisieren kann, wo die Leser nebenan wohnen. Aber ... seltsamerweise ... scheint für diese Jungs und Mädels Deutschland der Quell allen Übels zu sein. Muß man das verstehen?

    Nein, heute nicht. Heute ist Feiertag.

  • DIE KRISE IST VORBEI. EHRLICH. JETZT GANZ EHRLICH.

    Juchhei juchhei juchhei, die Krise ist vorbei! Jetzt total superehrlich und völlig wirklich.

    Ich muß so übertreiben, weil ich mich ja vor einiger Zeit ziemlich blamiert habe, meldete, die Krise sei vorbei, weil im Radio so ein EU-Fuzzi davon gefaselt hatte, rannte durch die Medien und mußte feststellen: da draußen war aber zappenduster.

    Das wird mir jetzt nicht mehr passieren, denn jetzt habe ich mir NAMEN gemerkt ... und hatte auch mal mehr Zeit, den Wirtschaftsjournalisten zuzuhören.

    Und deshalb kann ich sagen: Diesesmal ist die Krise ganz ganz ganz ganz ganz bestimmt völlig vorbei.

    Also erstmal: die Amerikaner. Da zahlen die Banken ihre Kredite zurück, und zwar mehr als erwartet!
    Ja, die Pleitebanken, die fließen über von Geld.

    Dann: Karstadt und Quelle - ja, die machen jetzt Pleite, aber das sei gar nicht schlimm, das eröffne neue Chancen für Metro ... und dann geht die Post richtig ab.

    Noch einer drauf: die Börse. Geht raketenmäßig ab, "steil nach oben", war das Zitat. Alles wieder im grünen Bereich. Man hätte Opel gar nicht "retten" brauchen, will mir scheinen, die unsichtbare Hand des Marktes hat durchgegriffen und ruckzuck alles geregelt.

    Oh man, bin ich froh! Endlich kann ich mich dem Stapel der Themen zuwenden, die ich noch hier habe.

    Aber einer fehlt ja noch: der Minister für den Aufbau OST: Tiefensee! Der hat heute lange geredet, und im Osten ist alles im Grünen Bereich. Die Arbeitslosenzahlen steigen überhaupt nicht, der Osten steckt die Krise weg wie nix! Ganz stabil, der Osten, da brennt nichts an! Die ziehen ihr Ding da locker durch und kümmern sich nicht um die Krise. Nur die weichen Besserwessis, die kriegen da leichte Probleme.

    Aber eher psychisch, nehme ich mal an.

    Aber gut, gerade frisch mit den Infos nach Hause gekommen, schauen wir doch mal kurz nach, wie gut die Wirtschaft gerade abgeht:

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,629610,00.html

    Zahl der Firmenpleiten steigt drastisch
    Der Euro fällt deutlich, weil der Konjunkturoptimismus in den USA steigt. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet zum Jahresende mit mehr als vier Millionen Arbeitslosen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist um 10 Prozent gestiegen. Der Fertighaushersteller Kampa ist am Ende, die verbleibenden 750 Mitarbeiter werden entlassen. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

    Ja ... haben die denn noch alle Tassen im Schrank? Wissen die denn nicht, was draußen los ist? Der Dax geht ab wie eine Rakete, unaufhaltsam. Und die reden den Aufschwung kaputt! Ja, Manager, die scheinen nichts gelernt zu haben aus der vergangenen Krise. Immer nur schwarz sehen. Erstmal DAX gucken gehen ...

    Äh ...

    Oh ...

    Die Rakete ... setzt zur Landung an ... Mist.

    Dow Jones?

    ...

    Reden wir nicht drüber. Gräbt sich gerade ein. Gibt wohl Tornadowarnung drüben, muß man nicht immer ernst nehmen.

    Na, das ist wahrscheinlich das falsche Nachrichtenmagazin. Handelsblatt kennt die Rettung sicher schon.

    Hmmm ... eine Umfrage. Gleich mal gucken.

    Arcandors Insolvenz ist für Deutschland ein histoisches Ereignis, wenn auch im negativen Sinn: Noch nie ist hierzulande eine größere Unternehmenspleite. Generell mussten 2009 bereits viele Firmane großem Namen Insolvenz anmelden. Glauben Sie, dass noch weitere wichtige Firmen dazu kommen werden?
    88.77 % Ja
    11.23 % Nein

    Aufschwungkaputtredende Manager, das ist aber mal ganz klar. Nur die haben Zeit für so eine dämliche Umfrage. Der Rest muß noch arbeiten. Zurück zu den Nachrichten.

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/arcandor-fuehrt-keine-gespraeche-mit-metro;2346001

    Arcandor führt keine Gespräche mit Metro
    Nach dem Tag X gestern muss Arcandor nun an einer neuen Zukunft basteln. Eigentlich gingen Beobachter davon aus, dass nun intensiv Gespräche zwischen Arcandor und Metro geführt werden, um Karstadt und Kaufhof zusammenzuführen. Doch dann kam heute die große Überraschung.

    Äh ... wie jetzt? Also, das Ding war doch in trockenen Tüchern ... war doch alles gebongt. Was soll das denn jetzt? Na ja, weiter im Text, ist ja nur ein kleines Kaufhaus ... und so eine Versandoma, was soll man sich damit groß aufhalten ...

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/chrysler-und-fiat-besiegeln-allianz;2346170

    Am Ende ging alles ganz schnell: Chrysler und Fiat haben ihre Zusammenarbeit festgezurrt. Aufgrund juristischer Schwierigkeit drohte der Deal in letzter Sekunde noch zu platzen. Doch nachdem diese Zweifel heute Nacht ausgeräumt worden waren, entsteht nun einer der größten Autobauer der Welt.

    Nun, der erklärt die Fluchttendenzen des Dow Jones ... zweimal Null ist = .... reden wir nicht drüber.

    F ehler I n A llen T eilen ... das wußte schon mein Vater. Und jetzt bauen die auch noch mehr davon, keine gute Nachricht eigentlich.
    Aber Chrysler kann in dieser Hinsicht mithalten, habe ich mal gehört. Aber ... das ist doch noch nicht der dicke Aufschwung ... ???

    Also, ich will jetzt nicht wieder überall herumrennen wie ein aufgescheuchtes Huhn. Diesmal bleibe ich ganz cool.

    FAZ ... die Zeitung für Entscheider.

    http://www.faz.net/s/Rub6099194AC2F24A61BD837672B9F8CC8E/Doc~E539BA6B5C39F402F8134E7A8B837A6D1~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

    10. Juni 2009 Nach dem Insolvenzantrag von Arcandor hat Metro-Chef Eckhard Cordes sein Interesse an den Karstadt-Warenhäusern bekräftigt. „Wir wollen einen starken Kaufhauskonzern bauen“, sagte Cordes am Dienstagabend im ZDF und erwägt sogar einen Börsengang für das fusionierte Unternehmen.

    Ist ja toll ... aber von Gestern. Heute reden die nicht mehr miteinander. Dafür fängt der Opel-Abbau an, für dessen Verhinderung wir soviel Geld bezahlt haben:

    http://www.faz.net/s/RubCE844206AD5543959580E21EDC440854/Doc~ECC439D067C8649969BD235A7732CA737~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    10. Juni 2009 Der Autozulieferer Magna will nach der geplanten Übernahme von Opel 9500 der insgesamt 55.000 Arbeitsplätze bei dem Unternehmen in ganz Europa abbauen. In Deutschland ist allerdings nur die Motoren- und Getriebeproduktion mit insgesamt 3600 Beschäftigten von Plänen zur Verlagerung nach Österreich betroffen.

    Hmmm ... toll. Das sind schon jetzt 800 mehr als angekündigt ... und Aufschwung, nee ... Aufschwung ist echt anders. War wohl doch die falsche Zeitung.

    Dann eben der Spiegel. Die wissen doch immer alles besser.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,629731,00.html

    Krise treibt Tausende Firmen in die Pleite
    Arcandor ist kein Einzelfall: Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Firmenpleiten allein im März um 31 Prozent gestiegen. Seit Jahresanfang mussten mehr als 7000 Unternehmer zum Insolvenzrichter.

    Ähem.

    Schluck.

    Also ... ehrlich ... die haben das gesagt, im Radio. WDR 5. Ganz seriöser Sender.

    Ich schaue bei den falschen Magazinen. Ganz sicher. Irgendwo muß er sein, der Aufschwung.

    Gut versteckt, aber da. Ich suche einfach mal bei Google. Da findet man doch alles.

    HURRA!

    Der Aufschwung ist da, die Wirtschaft brummt.

    http://debatte.welt.de/kommentare/27475/deutschland+im+aufschwung

    Endlich.

    Ist zwar etwas älter, der Artikel, aber wenigstens AUFSCHWUNG!

    Und wer noch mehr will ... kann ihn bei E-Bay sogar für ein Euro KAUFEN!

    http://cgi.ebay.de/Aufschwung-von-John-Erpenbeck-2000_W0QQitemZ230347224127QQcmdZViewItemQQptZBelletristik?hash=item35a1c3b43f&_trksid=p3286.c0.m14&_trkparms=65%3A12%7C66%3A2%7C39%3A1%7C72%3A1229%7C240%3A1318%7C301%3A1%7C293%3A1%7C294%3A50

    John Erpenbeck erzählt die Geschichte des abgewickelten Philosophieprofessors Edgar Rothenburg, der im geeinten Deutschland eine beispiellose Karriere startet; es ist eine Geschichte über Gewinner und Verlierer der Einheit, über neue und alte Werte, über Narren, Narreteien und - über sehr ernsthafte Geschäfte; eine Geschichte, wie sie komischer das Leben nicht schreiben kann. ;

    ... der wird wahrscheinlich auch bald mal die Geschichte schreiben, wie der Eifelphilosoph den Aufschwung suchte ... eine Geschichte, wie sie komischer das Leben nicht schreiben kann.

    Aber ... leider echt.:(

  • Amoklauf! 17000 Tote ... und bundesweite Vergiftungen!

    Hach, ist das wieder eine Aufregung. Da hat doch tatsächlich Pfizer nicht alle Studien zu seinem Medikament preisgegeben. Als ob das eine Überraschung wäre. Würde man alle Daten zu einem Medikament veröffentlichen, dann würde man doch gar nicht wissen, ob es überhaupt noch zugelassen würde.
    Und wenn es nicht zugelassen wird, dann wäre das doch schrecklich, denn das könnte zwar der Gesundheit der Patienten nützen, aber nicht den Renditeinteressen des Konzerns ... und dann wären auch Arbeitsplätze in Gefahr:

    http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article3899425/Pfizer-geizt-mit-Studiendaten-zu-einem-Medikament.html

    Also, Patienten: schlucken für den Aufschwung!

    Ist ja auch gar nicht schlimm. Denn viele Medikamente haben ja eine ganz tolle Nebenwirkung: sie machen dement. Der Patient merkt doch im Laufe der Zeit dann sowieso nicht mehr, was eigentlich los ist:

    http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article3889264/Gaengige-Medikamente-koennen-dement-machen.html

    Arzneien gegen weit verbreitete Leiden wie Allergien, Kopfschmerzen, Bluthochdruck oder Schlafstörungen machen Probleme, die im Beipackzettel vernachlässigt werden: Wer sie nimmt, kann sich oft schlechter konzentrieren, wird vergesslich oder gar dement. Die Medikamente kann man hierzulande rezeptfrei kaufen.

    Toll, nicht wahr? Einfach ein bischen Ranitidin für den Magen genommen, dazu ein wenig Atenolol für den Blutdruck, schon weiß man nächsten Tag nicht mehr, wo man wohnt. Und alles auch noch frei verkäuflich!
    Supermarketingtrick, den die sich da ausgesucht haben. Selbstverständlich kann man bei den Nebenwirkungen nur manche der Studien veröffentlichen, das versteht sich doch wohl von selbst.

    Und das alles ist ja nur von Vorteil, denn vergessen sollte man auf jeden Fall, zum Arzt zu gehen, sofern man noch selbst dahin laufen könnte, denn der Arztbesuch kann schlimme Folgen haben:

    http://www.welt.de/wissenschaft/article1736201/Deutsche_Aerzte_brechen_erstmals_ihr_Schweigen.html

    Schätzungen zufolge erleiden jedes Jahr 500.000 Patienten gesundheitliche Schäden in Krankenhäusern, rund 130.000 davon aufgrund fehlerhafter Behandlung. Die größte Gruppe unter den Fehlern seien in der Klinik erworbene Infektionen. Danach folgten Verschreibungsfehler und Vertauschung von Medikamenten.

    Wer denkt, das sind jetzt viele, der sollte erstmal hier weiterlesen:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article2771672/Aerzte-pfuschen-bei-jedem-zehnten-Patienten.html

    Jede zehnte Behandlung beim Arzt geht schief – europaweit leiden darunter laut EU-Kommission jährlich Millionen Patienten. Laut Experten stirbt jeder 1000. Patient im Krankenhaus nach Behandlungsfehlern. Verbraucherschützer fordern jetzt ein Gesetz, das Patienten bei Forderungen nach Schadenersatz hilft.

    Mmmmh ... jeder tausendste Patient geht ganz kaputt? Was heißt denn das so bundesweit?

    Das "Aktionsbündnis Patientensicherheit", ein Netz von Ärzten und Patienten, schätzt, dass jedes Jahr 0,1 Prozent aller im Krankenhaus behandelten Patienten durch "unerwünschte Ereignisse" stirbt. "Das entspricht einer Größenordnung von 17.000 Todesfällen im Jahr", sagte Matthias Schrappe, Chef des Aktionsbündnisses und ehemaliger Ärztlicher Direktor der Uniklinik Marburg.

    17000? Nun ... das schreit ja sozusagen nach einem neuen Antiterrorbündnis. Wo bleibt das GSG 9? 3000 Tote reichen für einen weltweiten Antiterrorkrieg ... in dem Zeitraum sind flotte
    136000 allein in deutschen Krankenhäusern eliminiert worden. Da scheint mir doch dringender Handlungsbedarf zu sein. Wo bleibt die Armee?

    Na ja, vielleicht liegt es daran, das man mit Ärzten nicht normal reden kann, wenn man mal eine doofe medizinische Frage hat.

    http://www.welt.de/wissenschaft/article1664866/Aerzte_machen_Patienten_mit_Fachchinesisch_mundtot.html

    Verwendet ein Arzt gegenüber einem Patienten unverständliche Fachbegriffe, will er damit oft schlicht seine Meinung durchsetzen. Das geht aus einer neuen Studie an der Ruhr-Universität Bochum hervor. Studentinnen gaben sich gegenüber den Medizinern als Kopfschmerzpatientinnen aus.

    Na ja, und dann gibt es da natürlich noch den Grundsatz, das eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Jetzt sind Mediziner natürlich keine geldgierigen Krähen, aber im Umgang mit ihren Kollegen gibt es da schon Ähnlichkeiten, und ob das nur in den USA so ist, kann derjenige gut beurteilen, der mal versuchte, einen Gegengutachter in Deutschland zu gewinnen.

    http://www.welt.de/wissenschaft/article1460122/Mehrzahl_der_Aerzte_verpfeift_keine_Kollegen.html

    Das Wohl der Ärzte rangiert ganz offensichtlich vor der Gesundheit der Patienten. Eine US-amerikanische Umfrage kommt zu eindeutigen Ergebnissen: Demnach würden nur 46 Prozent der Ärzte medizinische Kunstfehler und fachliche Inkompetenz von Kollegen melden.

    Das wäre ja noch schöner, wenn der Patient auf einmal wichtig werden würde. Außerdem braucht man auch nicht unbedingt einen Arzt, um ihn vom Leben in den Tod zu befördern:

    http://www.welt.de/wissenschaft/article1293472/Der_Tod_kommt_immer_oefter_auf_Rezept.html

    Jedes Jahr sterben Tausende Patienten durch Arzneien. Die Zahl der Todesfälle hat sich seit 1996 mehr als verdoppelt, und dabei ist die Dunkelziffer enorm.

    Toll, dabei zahlen wir uns doch dumm und dusselig, weil die pharmazeutische Industrie immer neuere, ausgereiftere und bessere Medikamente zur Verfügung stellt. Deshalb müssen die doch immer teurer werden.
    Warum sich dann die Zahl der Todesfälle mindestens verdoppelt hat, ist wahrscheinlich nur durch die Studien belegbar, die nicht veröffentlicht wurden. Immerhin: hier geht es um Arbeitsplätze, und das sollte uns jeden Preis wert sein.

    Nur mal ein so´n Beispiel: Vioxx

    Mehr als 7000 Patienten sind allein in Deutschland zwischen 2001 und 2004 nach der Einnahme des Schmerzmittels Vioxx erkrankt oder gestorben, bis der Hersteller das Mittel vor drei Jahren freiwillig vom Markt nahm.

    Schon nach siebentausend Toten das Medikament vom Markt genommen ... überwältigend, wie schnell Firma und Behörde da gehandelt hat. Na gut, Vioxx war nicht billig ... und vier Jahre hat man dann ja noch gut verdient. Und die siebentausend Dödel, die da über die Klinge springen mußten ... mein Gott, die waren doch eh´ krank, sonst hätten die doch kein Medikament gebraucht! Die wären doch sowieso gestorben ... irgendwann. Wozu also die Aufregung?

    Wie gut, das die Ärzte da genauso verschwiegen sind wie bei den Fehlern der Kollegen ... sogar noch verschwiegener:

    Demnach hat sich die Zahl der Arzneimittel-Zwischenfälle seit 1996 verdoppelt, die Zahl der Todesfälle sogar fast verdreifacht. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus: Nur einer von zehn Todesfällen werde vermutlich vom behandelnden Arzt vorschriftsmäßig gemeldet, vermuten die NHS-Mediziner.

    Och ... also müssen wir eigentlich mit zehntausenden von Toten rechnen, Tendenz steigend?
    Ein Hoch auf die kostenintensive Pharmaforschung, will ich meinen:

    Dass die Arzneien teils gravierende Nebenwirkungen nach sich ziehen, können die Hersteller bis heute nur unzureichend verhindern. Im Gegenteil: Einer jüngsten Auswertung des britischen National Health Service (NHS) zufolge haben die Komplikationen in den letzten zehn Jahren sogar stark zugenommen.

    Na, das sieht aber stark nach gezielter Forschung aus. Klasse. Superklasse. Gut, das wir nicht alle Studien kennen, so bleiben die Ergebnisse ja noch im Rahmen:

    So schätzt der Sachverständigenrat im Gesundheitswesen, dass hierzulande jedes Jahr 80 000 Patienten wegen schwerer Arzneimittel-Nebenwirkungen in die Klinik eingeliefert werden, fast jeder zweite Fall wäre vermeidbar. Bis zu 1400 Todesfälle zählt das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte, Tendenz ebenfalls stark steigend.

    Na ja ... Pillen sollte man dann erstmal vorläufig nicht nehmen ... und erst recht keine Neuen, denn die töten mitlerweile mehr und sicherer als die Alten. Aber auch Ärzten darf man nicht mehr trauen, denn
    zu 30% bauen die Mist bei der Behandlung:

    http://www.welt.de/berlin/article2284451/Jeder-dritte-Verdacht-auf-Aerztepfusch-bestaetigt.html

    Oh man ... und das waren nur die Patienten, die was gemerkt haben. Wieviel da wohl noch lauert .... ?

    Bloß nicht drüber nachdenken.

    Weiterschlucken, Aufschwung retten, bis man dement wird ... und dann weiß man sowieso nicht mehr, warum man das jetzt alle gerade gelesen hat und was da noch mal drin stand und wie man heißt und überhaupt....

    Ach ja ... das waren jetzt nur die Artikel aus der "Welt". Schlimmer wird es, wenn man sich den medizinischen Fachblättern zuwenden würde ... aber wir wollen ja den Aufschwung nicht gefährden.

  • Die Zensurwelle rollt ... oder wird die braune Flut gestoppt?

    Dank meiner Blogfreundin Ada61 bin ich auf ein heikles Thema gestoßen.

    http://lotus-online.de/modules/news/article.php?storyid=23

    Längst sind die Wahrheitsaktivisten ein Dorn im Auge der Eliten. Nachdem Google (Youtube) bereits seit geraumer Zeit Material von Aktivisten löscht oder den Zugang behindert und Statistiken manipuliert, schlägt nun der Medienriese Georg von Holtzbrinck GmbH zu. Deren ?Social-Network? Plattformen Studivz, Meinvz und Schülervz fangen an Gruppen von der Wahrheitsbewegung zu löschen, oder den Gründern die Rechte an der Gruppe zu entziehen. Diese Gruppen wurden von mehreren 10000 Usern genutzt um Meinungen auszutauschen und Informationen zu verbreiten.

    Vor vielen Jahren warnte der Spiegel mal vor einer neuen Generation von astreinen Neonazis. Die wären gebildet, eloquent ... und würden alle Möglichkeiten nutzen, ihren Einfluß zu vergrößer - und zwar außerhalb der NPD. Es würde ja keinen Sinn machen, ohne Nutzen auf sich aufmerksam zu machen.

    Seit diesem Artikel habe ich nichts mehr von diesen Herren gehört. Jedenfalls nicht offiziell. Eine Jahre später tauchten mehr und mehr geschickt gestreute "Informationen" auf, Bücher, die mit der seit Plato bekannten Methodik der Sophisterei begannen, unerfahrene junge Menschen zu verwirren.....deshalb ist es nicht verwunderlich, das die verwirrten Menschen nun in aller Offenheit den Holocaust anzweifeln, Polen die Kriegsschuld wegen der Generalmobilmachung geben und behaupten, die Juden hätten den zweiten Weltkrieg 1935 angefangen. Die "Generation Doof", die unter anderem Hitler für den ersten Bundeskanzler der BRD hält, bietet eine gute Grundlage für solche Gewächse.

    Und es ist ja auch sehr verführerisch, die Kritik am globalen Kapital mit der Kritik am "Judentum" zu verknüpfen ... denn immerhin zeigen Werke wie "Die Holocaust-Industrie", das hier auch von jüdischen Kapitaleignern ein Verhalten an den Tag gelegt wird, das nicht ganz "koscher" ist.

    Kein Wunder, das auch die elendigen "Protokolle der Weisen von Zion" wieder auftauchen und Antisemitismus
    gedankenlos weiterverbreiten. Paßt ja so schön in eine Verschwörungstheorie, egal ob nun gefälscht oder nicht:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Protokolle_der_Weisen_von_Zion

    Viele Leute marschieren in diese Richtung, manche sogar sehr unbewußt. Gefährlich wird dies vor allem deshalb (und genau deshalb wettere ich dagegen), weil es sich hier nicht um relativ unbedeutende Strömungen von Geschichtsumdeutung handelt (und in der Tat gibt es einige Fakten, die belegen, das manches nicht ganz so einfach ist, wie Stephen Spielberg es gerne mal darstellt ... die gute demokratische Welt gegen das böse Deutschland ist ein Mythos - auch wenn Deutschland letztendlich richtig böse geworden ist, ... denn das Ende Deutschlands ist schon Ende des 19.Jhd von den damaligen "Weltmächten" ins Auge gefaßt worden), sondern um eine ziemlich aktuelle Bedrohung unserer Gesellschaft.

    Damit meine ich nicht die offiziellen "Neonazis" ... die würden nach der Machtergreifung der neuen NSDAP (oder wie immer man sie nennen wird) sofort liquidiert. Nazis trugen schon damals Anzug und Krawatte....und Idealisten konnten sie überaupt nicht ertragen, auch nicht von rechts.

    Damit meine ich ... die bevorstehende (oder schon längst durchgeführte) Machtergreifung durch Menschenfresser. Münteferings Satz "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" (fast schon wörtlich zitiert aus A.Hitler, Mein Kampf), Phillip Missfelders und Thilo Sarrazins Deklaration des Arbeitslosen als asozialen Untermenschen und letztlich die Krönung: Clements Definition der Arbeitslosen als "Parasiten" legen den Ball schon mal vor´s Tor - und sorgen dafür, das er auch da bleibt.

    Geht nur ein wenig fehl ... dann bekommen wir wieder Lager, in denen unwertes Leben kostengünstig entsorgt wird - denn ab einem gewissen Zeitpunkt der Entwicklung läuft der Rest vollkommen logisch ab.

    Und wie die damaligen Juden schutzlos den Mordkommandos ausgesetzt waren, so gibt es auch heute bei der Entrechtung von Langzeitarbeitslosen verblüffend wenig Widerstand dagegen, das deren Grundrechte einfach mal so außer Kraft gesetzt werden. Dabei ... ist es eigentlich eine viel zu heterogene Gruppe, um als Opfer herhalten zu können. Andererseits ... ist das vielleicht auch Absicht, denn diese Tatsache könnte den Terror viel weiter tragen.

    Nationalsozialismus als politische Partei zu begreifen, war mir persönlich schon immer zu kurz, weil es zu wenig erklärt. Es wäre mir lieb, wenn man endlich umfassend den religiösen Charakter einer Bewegung deutlich herausarbeiten würde, deren Führer "von der Vorsehung beschützt" worden ist. Material dazu gibt es genug ... und einen wundersamen Widerstand aus politischen Kreisen, wenn man diese Perspektive
    herausarbeiten möchte ... nach dem Motto "das geht ja nun mal gar nicht".

    Dabei wäre es wichtig, um die Brisanz und Aktualität jener Bewegung zu begreifen.

    Sie ist nicht politisch. Ob nun als "nationaler Sozialismus" oder konservativer Retter ... die Floskeln sind denen völlig egal, Hauptsache, sie können ihre kranken Triebe ausleben. Ein Sammelbecken für alle Freunde der Folterkunst, Massenmörder, Kinderschänder, Vergewaltiger und sonstigen Triebtäter, die in einer zivilen Gesellschaft einfach zu kurz kommen. Aber im "Geiste der Bewegung" können sie sich sammeln und ihre Gelüste völlig ausleben - unter dem x-beliebigen Deckmäntelchen einer politischen Bewegung.

    Wichtig sind nur zwei Faktoren: die Existenz von "Untermenschen" - und der entschlossene Wille, sie nicht länger zu tolerieren.

    Beides rührt sich momentan massiv in diesem Land, das ansonsten so friedlich war. Darum verstehe ich die Besorgnisse um die "rechten" Elemente in der "Wahrheitsbewegung" sehr gut ... und weiß auch, das dies nur ein Ablenkungsmanöver ist. Leider kann man nicht davon ausgehen, das diese Zensurbewegung die neue braune Flut aufhalten will, vielmehr muß man davon ausgehen, das sie ... ein Teil dieser neuen Flut ist.

    Auch wenn die Wahrheitsbewegung zum Teil antisemitische Inhalte befödert (Generation Doof ist zu allem fähig, ohne zu merken, was sie da eigentlich tut - Privatfernsehen wirkt halt), ist der Schaden, den sie anrichtet mitlerweile so groß, das sie nicht mehr toleriert werden kann. Der Nutzen ist zu gering geworden - also muß sie weg:

    http://lotus-online.de/modules/news/article.php?storyid=27

    Erst am Wochenende sorgte Studivz für Schlagzeilen, als sie auf Basis von haltlosen Argumenten die Löschung von Zeitgeist und Infokrieg.tv Gruppen durchsetzten. Nun scheint die digitale Bücherverbrennung auch bei Wikipedia angekommen zu sein. Der Artikel "The Zeitgeist Movement" soll gelöscht werden.

    Es wäre schöner und man könnte besser schlafen, wenn man glauben könnte, das die Selbstreinigungskräfte der politischen und medialen Welt wirken. Aber leider ... ist es wohl eher anders herum. Die neue
    "Bewegung" entledigt sich unnützer Mitesser, die nicht so doof waren, wie man gehofft hatte. Sie zeigten sich sogar in weiten Strecken als hochintelligent, und ihre "Wahrheiten" verfügen über mehr Fakten, mehr Logik und somit über ein höheres Maß an Wahrscheinlichkeit als die offiziellen Terrorlügen.
    Das kann einem schon gehörig stinken. Es wäre zu weit hergeholt, es mit dem Röhm-Putsch zu vergleichen,
    mit dem sich die SS und Hitler ihrer parteiinternen Konkurrenz entledigt hatte (und auch nebenbei jenen Elementen, die nationalen Sozialismus wollten) ... aber es geht leicht in die Richtung.

    Der Besitzer der besagten Plattformen ... ist auch kein unbeschriebenes Blatt:

    Zufälligerweise ist Holtzbrinck selber ein Teil dieser Machtelite, welche ungesehen vom Volk die Karten mischen. Holzbrink hat einen enormen Einfluss und zählt zu den größten Mediendienstleistern überhaupt. Die Verlagsgruppe „ist in mehr als 80 Ländern tätig und publiziert in klassischen und elektronischen Medien, die der Information und Wissensvermittlung, der Bildung und der Unterhaltung dienen“ und war durch den Mitherausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“, Josef Joffe, sowie deren stellvertretenden Chefredakteur, Mathias Nass, auf der Bilderbergkonferenz (Ottawa 06)vertreten.

    Und zudem hat die Familie auch eine gewisse "Geschichte".

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/899/456567/text/

    Holtzbrinck sei "ein überzeugter Anhänger" der Nazis gewesen und "ist in die Gruppe der Aktivisten einzureihen", behauptete der Ankläger. Als Beleg führte er eine Mitgliedschaft in der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV), im NS-Studentenbund, in der Reichspressekammer, vor allem aber die Mitgliedschaft in der NSDAP an. Georg von Holtzbrinck sei bereits 1935 in die Partei der Nazis eingetreten und habe damit automatisch als belastet zu gelten.

    Ich glaube nicht, das man sich beruhigt zurücklehnen kann, wenn man zur Kenntnis nimmt, das sich die Verlagsgruppe auch nebenbei um die Aufklärung der NS-Verbrechen bemüht. Die albernen Kampfbegriffe sind doch nur Futter für das Volk. Wichtig ist, das sich unter Hitler ein gewisser Menschentypus völlig ungeniert ausleben konnte....und die Gier nach genau jener Gesellschaftsform lebt bei vielen weiter.
    Und sie ist ... völlig unpolitisch. Politik ... ist nur das Mittel zur Machtergreifung. Danach - ist sie egal.

    Und das möchte dieser Typus wieder tun. Aber nicht mehr im Geheimen, mit versteckten Kinderfolterpornofilmchen im Hinterzimmer, sondern wieder ganz offen, wie früher, mit richtig echten lebenden Menschen auf dem Seziertisch. Wer da liegt, ist diesem Typus so egal wie die Uniform, die er selbst trägt. Hauptsache ist: er hat MACHT und kann sie hemmungslos AUSLEBEN.

    Und ... bedauerlicherweise ... ist jene Gesellschaftsform auch die Gesellschaftsform, die die meiste Rendite verspricht. Und dreimal darf man raten, welche Verbündete die Vereinigung anonymer Triebtäter, Vergewaltiger und Folterknechte somit automatisch hat......und wie groß die Unterstützung ist, die sie (wieder mal) aus jenen Kreisen erhält.

    Genau jene Kreise, die momentan durch Bezahlung von Journalisten und Bloggern den modernen Untermenschenmythos fördern....in weiten Kreisen.

    Und genau wie früher ... schweigt die Mehrheit, obwohl ihre Nachbarn entrechtet werden und es sie jederzeit selbst treffen könnte.

    Aber: das sind ja Untermenschen. Da kann man nichts machen. Außer beten, das man selber nicht davon betroffen wird.

  • Kinder, Kosten, Armut und Hartz IV

    Was kosten eigentlich Kinder? Fragt man sich gar nicht so oft. Nun ... es kriegen ja auch kaum noch welche welche.

    http://eltern.t-online.de/c/18/98/39/12/18983912.html

    Die Entscheidung für ein Kind sollte nicht vom Geldbeutel abhängen. Doch eine vernünftige Planung der Ausgaben für den Nachwuchs schützt vor bösen Überraschungen. Immerhin rund 120.000 Euro geben Eltern im Schnitt bis zur Volljährigkeit für ihre Kinder aus, haben Experten errechnet. Das Zahlen fängt bei der Erstausstattung für das Baby an und hört bei Ausbildungskosten in der Regel noch lange nicht auf. Womit müssen Eltern rechnen?

    120000 Euro? In 18 Jahren? Ganz schön teuer. Gelten die dann eigentlich auch als Vermögen im Sinne der Agenda 2010? Wenn die erstmal groß sind? Kann man die ... mit Hypotheken belasten, wenn man mal knapp bei Kasse ist? Oder steuerlich absetzen?

    Gehen wir doch mal die Kosten im Einzelnen durch:

    Altersgruppe
    Monatliche Ausgaben
    Insgesamt

    Baby und Kleinkind (0-6 Jahre)
    468 Euro
    33552

    Schulkinder (7-12 Jahre)
    568 Euro
    40968

    Teenager (13-18 Jahre)
    655 Euro
    47232

    durchschnittlich
    549 Euro

    Also kosten Kinder durchschnittlich 549 Euro im Monat.

    Die wichtigsten Posten

    Den größten Posten machen die Wohnkosten aus, gefolgt von Lebensmitteln. Für eine gesunde Ernährung, so kritisieren viele Experten, reicht diese Summe nicht aus. Eltern müssten noch mal 50 Prozent drauflegen. Die Freizeitgestaltung nimmt im Durchschnitt den dritten Platz der Ausgabenposten ein. Grund: teure technische Geräte wie MP3-Player und Spielkonsolen. Auf Rang vier folgen die Kosten für Bekleidung.

    Also ... wenn man den Posten "technische Geräte" einfach mal streicht ... wird das wieder aufgehoben, wenn man auch noch will, das das Kind gesund bleibt.

    Wenn Kinder Kinder haben (was das soll, weiß ich nicht, aber steht da), wird es etwas billiger:

    Hat ein Kind zwei oder mehr Kinder, sinken die Kosten je Kind leicht. Im Durchschnitt geben Familien mit 2 Kindern 474 Euro pro Monat aus, bei Familien mit 3 Kindern sind es 452 Euro. Alleinerziehende geben nur geringfügig weniger

    Und jetzt ... schauen wir uns mal die Regelsätze für Kinder nach ALG 2 an:

    http://www.sozialhilfe24.de/hartz-iv-4-alg-ii-2/alg2-ergebnis.html

    Der rechnet mir für ein Kind bis dreizehn Jahren einen Regelsatz von 210 Euro aus. ZWEIHUNDERTZEHN.

    Gut, nochmal Miete für 15 m2 hinzu ... komme ich auf 270 im ländlichen Bereich. Heizung, Strom, Versicherungen ... vielleicht 300. Für ein Schulkind, das im Durschnitt 568 Euro kostet.

    Das finde ich mal ... Kinderarmut präzise in Zahlen dargestellt, so das ich das auch verstehen kann.

    Hartz IV-Kosten 2009 ... eventuell 44 Milliarden, die Kosten "explodieren" gerdezu.

    http://www.bild.de/BILD/politik/2009/05/19/hartz-IV/kosten-fuer-langzeitarbeitslose-steigen.html

    Rüstungskosten 2009 ... 46 Milliarden Dollar. Explodieren noch viel mehr, hört aber keiner.

    Was man aber nicht vergessen sollte: die Kosten für Harzt IV-Empfänger enthalten auch die Kosten für die völlig unsinnigen Wiedereingliederungsmaßnahmen, Seminare, Unternehmensberater, Schulungen, Zahlungen an Betriebe etc:

    http://www.sozialhilfe24.de/news/52/hartz-4-kosten-bleiben-kalkulierbar/

    Das, was wirklich bei den Bedürftigen ankommt, ist also noch deutlich niedriger. Insofern halte ich Hartz IV-Empfänger für außerordentlich preiswert, jedenfalls für preiswerter als die deutsche Wirtschaft, denn die kommt richtig teuer:

    Kosten Opelrettung ... ein Faß ohne Boden, noch nicht absehbar;

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3876843/Opel-Rettung-erweist-sich-als-Fass-ohne-Boden.html

    Kosten Bankenrettung ... auch so ein Faß, aber das schöne ist, das die Parteien von dem Geld schon mal was wiederbekommen könnten:

    http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~ECC092A2532394B2EB984DB14A32AB6BB~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Schon das Szenario versetzt manchen Steuerzahler in Rage: Eine Bank hat mit faulen Wertpapieren einen Milliardenverlust angehäuft und sich so an den Rand des Ruins gebracht. Der Staat nimmt das Institut daraufhin unter seinen ?Rettungsschirm? und garantiert mit Steuergeldern in Milliardenhöhe des Stabilisierungsfonds Soffin die Liquidität des Unternehmens. Aber anstatt jeden Euro mit größter Sorgfalt zu hüten und zum Beispiel für Kredite an den Mittelstand zu verwenden, spendet die Bank großzügig an eine politische Partei. Als kleines Dankeschön sozusagen, weil die Politiker sich so vorbildlich um die Finanzinstitute kümmern.

    Ja, das wäre noch echt ein Gag ... sollte man mal aufmerksam hinschauen in den nächsten Monaten .... ob da nicht doch was fließt. Aber man kann ja auch Steuergesetze so ändern ... das ein paar kleine Euro für Spenden übrigbleiben.

    Aber wollen wir mal konkret werden. Was kostete die HRE alleine bisher?

    http://www.attac.de/aktuell/neuigkeiten/detailansicht/datum/2009/06/03/glaeubiger-der-hre-zur-verantwortung-ziehen/?no_cache=1&cHash=b9b0adafcb

    120 Milliarden. Eine stolze Summe ... für nur eine einzige Bank.

    Aber so etwas ist natürlich systemrelevant. Kinder machen keine Parteispenden ... und Arbeitslose bringen noch nicht mal Steuern ein.

    Man merke: wer dem Staat und seinen Parteien nichts mehr einbringt, läuft Gefahr, seinen Lebensberechtigungsschein zu verlieren. Und das gilt auch für Kinder. Die kosten nur. Und zwar ziemlich viel.

    Aber mal anders gerechnet, weil ja gerade gewählt wurde: was kostet eigentlich ein Europaabgeordneter:

    http://www.angelika-niebler.de/htm/verdienst.htm

    Exakt 7.646,99 ? brutto im Monat.

    Ist das alles? Nein.

    Die Europaabgeordneten erhalten vom Europäischen Parlament - ebenso wie die Bundestagsabgeordneten vom Deutschen Bundestag - eine sogenannte ?allgemeine Kostenvergütung?. Diese beträgt zur Zeit 4.202 ? im Monat und ist steuerfrei.

    War´s das jetzt? Nein, natürlich nicht:

    Das Europäische Parlament stellt jedem Europaabgeordneten monatlich 17.540 ? zur Verfügung, damit er die für die Ausübung seines Mandats notwendigen Mitarbeiter beschäftigen kann.

    Also ... ich für meinen Teil höre jetzt mal auf. Ein Europaabgeordneter kostet den Steuerzahler also
    30000 Euro im Monat.

    Ein Kind 300.

    Also ist ein Europaabgeordneter dem Deutschen Steuerzahler hundert mal so viel Wert wie ein Kind.

    Aber dieses Kind hat, dank der tollen Politik, die seit jahrzehnten zur Rettung der Kapitalrendite
    betrieben wird....schon jetzt, heute: 19204 Euro Schulden:

    http://abcypsilon777.blog.de/

    Das heißt, die 0-5 jährigen Kinder kosten eigentlich gar nichts, weil das in sie investierte Geld schon völlig als Schuldenlast auf ihren Schultern lastet. Aber da die Schulden ständig wachsen ... ist deren Zukunft schon jetzt vollständig versoffen worden.

    Schauen wir jetzt noch mal auf die Parteienfinanzierung. 0,85 Cent pro Stimme macht: Knapp 350 Kreuzchen für ein Kindmonat. 4200 für ein Jahr. 16000 Stimmen für vier Jahre. Also sind dem Steuerzahler 16000 Wählerstimmen so wichtig wie die Kosten für ein Kind in einer Wahlperiode. 16000 dämliche kleine Kreuze.

    Wer will, darf die jetzt noch ... auf die Mandatsverteilung im Europaparlament umrechnen, denn dann erhöht sich noch die Anzahl der Kinder, die von den Kosten eines einzigen Abgeordneten finanziert werden könnten...nach Hartz IV.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Parteienfinanzierung

    Deutschland im Jahre 2009 ... nur noch mit Kotztüte mental zu verarbeiten.

  • Der Mann ist Schuld ... an allem

    Ich hatte ja schon mal über Leonhard Hansen geschrieben, jenen Chef der KV-Nordrhein, der von der Pharmaindustrie massiv bedroht wurde ... wie er in einem Bericht bei Frontal 21 schilderte.

    http://www.derwesten.de/nachrichten/nrz/2009/6/8/news-122166123/detail.html

    Die Auseinandersetzungen in der Ärzteschaft haben eine neue Eskalationsstufe erreicht: KV-Chef Leonhard Hansen und sein Stellvertreter Klaus Enderer haben ihre Kündigung erklärt. Hansen begründet das mit einer Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses und einer "Talibanisierung der Ärzteschaft".

    Das ist natürlich ein gefährliches Wort, denn es schreit geradezu nach dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren gegen Ärzte, die den Hals nicht vollkriegen.

    Der Verband will für seine Mitglieder höhere Honorare erstreiten und dazu eigene Verträge mit den Krankenkassen abschließen. Einen schon bestehenden speziellen Hausarztvertrag hatte der Verband einseitig aufgekündigt. Hansen hatte die Funktionäre deswegen ?machtpolitischer Gelüste? bezichtigt und ihnen ?Maß- und Grenzenlosigkeit? vorgeworfen.

    Talibanisierung und machtpolitische Gelüste in einem Zug zu nennen ... das macht sicher viele Leute jetzt sehr nervös. Ob das schon eine Reaktion auf die Erkenntnisse des Herrn Döllein ist (wir berichteten), will ich an dieser Stelle nicht behaupten, das wäre, glaube ich, noch zu weit gegriffen.

    Auch die Krankenkassen schlossen sich dem Ruf der Ärzteschaft an, schlicht nach dem Motto, was Opel kann und Arcandor möchte, das können wir schon lange. Stimmt, aber die kriegen nichts:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,629334,00.html

    Keine Krisenhilfe für AOK und Co.: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat Forderungen der Krankenkassen nach einem Milliardenzuschuss klar zurückgewiesen. Dem Spitzenverband warf sie Maßlosigkeit und Realitätsverlust vor.

    Die Kassen haben nämlich einen Fehler gemacht: Ulla Schmidt ist eine Frau. Das sollte man an dieser Stelle einmal festhalten. Später dazu mehr.

    Ja, alle wollen Geld vom Staat. Und wenn man mal optisch schauen will, wie das dann ausschaut, dann kommt so etwas dabei heraus:

    http://www.handelsblatt.com/homepage/bundesschuld/

    Kein normaler Mensch würde unter diesen Umständen noch mehr Geld vom Staat verlangen, denn der hat selbst schon lange nichts mehr. Und obwohl der Staat schon lange nichts mehr hat, gibt er ständig mehr aus, z.B. für Rüstung. Das ist ja wichtig, weil die Taliban schon Duisburg, Köln, Hessen und Baden-Würtemberg erobert haben. Nur sagt man uns nichts davon, um uns nicht zu beunruhigen.

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/ruestung-hat-wieder-konjunktur;2034930

    Trotz klammer öffentlicher Kassen profitieren die Unternehmen von der steigenden Zahl an Auslandseinsätzen und dem wachsenden Geschäft mit der inneren Sicherheit.

    Ja, die Auslandseinsätze sind schon besonders teuer und besonders wichtig. Immerhin finanziert das CIA seine Geheimaktivitäten mit Drogengeldern, deshalb muß ja die Bundeswehr unbedingt den Opiumanbau in Afghanistan beschützen, der unter den Taliban zum erliegen kam.

    Enorme Höhen erreichten Rüstungsausgaben schon 2005:

    http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1607844,00.html

    Die Rüstungsausgaben steigen wie zu Rekordzeiten im Kalten Krieg, sagt das Friedensforschungsinstitut SIPRI. Verantwortlich: Die USA. Fast die Hälfte aller Rüstungsausgaben sind US-amerikanische.

    oder 2007:

    http://www.dw-world.de/dw/article/0,,2584886,00.html

    Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI meldet neue Rekordhöhen bei Rüstungsausgaben. Fast die Hälfte des weltweiten Waffenhandels wickeln die USA ab. Deutschland ist neuerdings drittgrößter Waffenexporteur.

    Deutsche Waffen, Deutsches Geld, morden mit in aller Welt, hieß es früher mal. Nur gut, das wir ja eigentlich gar kein Geld mehr haben, dann hört vielleicht auch das Morden bald auf.

    Rüstungsausgaben, so hörte ich gestern im Radio haben erneut Rekordhöhe erreicht, ich mußte aber lange suchen, bis ich eine aktuelle Meldung dazu fand:

    http://www.jungewelt.de/2009/06-09/050.php

    Weltweit stiegen die Rüstungsausgaben laut SIPRI um vier Prozent. Deutschland steigerte seine Aufwendungen von 36,9 Milliarden im Jahr 2007 auf 46,8 Milliarden Dollar im Jahr 2008.

    Ein Anstieg von ... knapp 20 %? Für Rüstungsausgaben? Ohne aktuellen Weltkrieg? Und keiner meckert?
    Keiner merkts ... außer einem kleinen Feld-Wald- und Wiesenphilosophen? Oder wissen die mehr als ich und bereiten sich schon mal vor?

    Was kostet denn dann eigentlich der Sozialstaat? Also, wenn ich denen hier glauben kann, ist der ja dagegen ein echtes Sparmodell:

    http://www.bafoeg-aktuell.de/News/2008/11/20/hartz-iv-kosten-beim-bund-steigen-2009-deutlich/

    Die Berechnungen der Haushaltspolitiker haben nämlich frische Zahlen zu den Kosten für das laufende Jahr bekannt gegeben und zudem die Prognosen für 2009 aufgestellt. Demnach werden vom Staat an die Bedürftigen mit Anrecht auf Hartz IV dieses Jahr insgesamt mehr als 21,7 Milliarden Euro ausgezahlt.

    Hoppla, das sind ja fast knapp 40 % des Rüstungshaushaltes! Na, das geht ja aber nun gar nicht. Da muß über Kürzungen dringend nachgedacht werden.

    Für Kranke, Alte und Arbeitslose ist momentan kein Geld da, für Panzer, Bomben und Kanonen schon. Die scheinen wirklich viel mehr zu wissen als ich, oder aber die planen angesichts der ansteigenden rechten Gewalt den Einsatz der Bundeswehr im Inneren schon gründlicher, als man so erfährt:

    http://www.jungewelt.de/2009/06-09/038.php

    Rechte Gewalt auf Höchststand
    Berlin. Im April 2009 sind bundesweit 1259 Straf- und 65 Gewalttaten mit rechtsextremen Motiven registriert worden. Diese Zahlen gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf die Standardanfrage der Partei Die Linke zu rechtsextremen Straf- und Gewalttaten hervor. »Das ist ein neues Jahreshoch«, erklärte Petra Pau von der Linksfraktion am Montag im Innenausschuß. Die offiziellen Angaben gelten als vorläufig. »Langjährige Vergleiche«, so Pau, legten den Schluß nahe, »daß die realen Zahlen um 50 Prozent höher liegen«.(jW)

    Nun, was haben alle diese Meldungen gemeinsam?

    Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Männer. Und warum die in Zeiten der Wirtschaftskrise und der Geldknappheit immer noch den gleichen Mist bauen wie früher, läßt sich jetzt wissenschaftlich erklären:

    http://www.welt.de/vermischtes/partnerschaft/article3886271/Warum-Maenner-dreckige-Waesche-nicht-erkennen.html

    Gurian postuliert sogar, dass das männliche Gehirn tatsächlich nicht wahrnehmen könne, dass sich schmutzige Wäsche anhäufe, so wie es das weibliche Gehirn oft vermöge ? was erklärt, warum Männer und Frauen dazu neigen, unterschiedlich an die Hausarbeit heranzugehen. Männer können die tieferen Töne von Frauen oft nicht hören, und ihre Gehirne verfügen im Gegensatz zu denen der Frauen über einen ?Ruhestatus? (er denkt tatsächlich manchmal an ?nichts?!).

    Tja, so funktioniert das männliche Gehirn eben. Es kann schmutzige Wäsche nicht erkennen. Es kann nicht erkennen, wenn kein Geld mehr in der Kasse ist, es kann nicht erkennen, das die Rüstungsausgaben den
    Sozialstaat auffressen und das einfach mal dämlich draufhauen keinen weiterbringt, merken die wohl auch nicht.

    Denn: das männliche Gehirn kennt einen "Ruhezustand". Und immer mehr scheinen diesen Zustand als Dauerbetrieb zu wählen.

    Darum in Zeiten der Krise immer Männer um Geld bitten ... und niemals Frauen wie Ulla Schmidt.

  • Der Widerstand formiert sich ... und Wiffelspütz schlägt um sich

    Manch einer mag hoffnungslos werden und verzweifelt sein angesichts der Allmacht einiger weniger Großkonzerne in unserem Land. Jedoch: es formiert sich auch Widerstand. Rechts und links vom politischen Spektrum. Hier mal welche, die sich weder rechts noch links einsortieren wollen:

    http://buergerbewegung-duisburg.de/web/cms/front_content.php?idcat=13

    Wir erkennen, dass unsere Gesellschaft mit dem erstarken des monokapitalistischen Systems, und durch die de Facto Ausbeutung des ?kleinen Mannes?, einen Weg beschreibt wo der ?Ottonormalverbraucher? dem Kapital mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert ist.

    Durch den Ausverkauf deutscher Aktiengesellschaften an den internationalen Börsen und dem gleichzeitigen Abbau heimischer Arbeitsplätze zugunsten unserer Sozialsysteme, gefördert von unseren Steuertöpfen, zeigt sich eine wirtschaftliche Dekadenz, deren Ursprung allerdings in der vorhergehenden politischen Dekadenz liegt.

    Das Resultat sind steigende Arbeitslosigkeit, Armut, Kinderlosigkeit, Frustration und Extrembildungen mit Aggressionen. Somit wird hierdurch dem Staat die wesentliche Grundlage dafür entzogen seinen Bürger ein Maximum an Wohlstand, Gesundheit und Sicherheit zu geben.

    Vieles an diesem Programm ist stramm rechts, law and order, Nulltoleranzpolitik etc. Jedenfalls würden manche Menschen dies als stramm rechts deuten und einige halten diese Bürgerbewegung für verkappte Neonazis. Man sollte auch nicht unerwähnt lassen, das diese Bewegung vom Verfassungsschutz observiert wird, weil manche Aktionen mancher Mitglieder von deutlicher politischer "Unkultur" zeugen:

    http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/duisburg/2007/12/14/news-10876410/detail.html

    Ein linkes Modell des Widerstandes regt sich in der SPD. "Sozialdemokraten in der SPD" sind eigentlich ein Thema fürs Kabarett, diesmal jedoch meinen sie es ernst. Ja, es scheint sie noch zu geben, die Sozialdemokraten in der SDP, und nicht nur als Ausstellungsstücke im Parteienmuseum.

    http://www.mein-herz-schlaegt-links.de/index.php?option=com_content&view=article&id=66&Itemid=67

    Anlass für die Gründung dieser Seite, ist die Unzufriedenheit über die Macher in Berlin, die sich einen Teufel um die Meinung der Basis scherten.Sie mobbten einen gewählten Parteivorsitzenden weg, riefen einen Kanzlerkandidaten aus, etablierten einen neuen Vorsitzenden, stellten den Generalsekretär kalt - alles, ohne die Partei zu fragen. Die saß zu Hause vor den Fernsehapparaten und war fassungslos über diese Art von Demokratie. Dabei war das nur der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die sogenannte oder selbsternannte Elite in Partei und Regierung nahm auch vorher keinerlei Rücksicht auf die Meinung der Partei. Beschlüsse schienen ihnen lästig, ebenso wie die Mitglieder. Die wurden nur als Wasserträger, pardon Plakatkleber, gebraucht. In Wahlzeiten liefen die "Großen" zur Hochform auf. Man gab sich als Genosse, hielt tolle Reden, um die Basis bei der Stange zu halten. Aber kaum im Amt, kannten sie die Steigbügelhalter nicht mehr.

    Der Sprecher der Gruppe sprach gestern im Radio zum einem wichtigen Professor, der ihn gnadenlos niederbügelte, als er von Europa als Selbstbedienungsladen der Parteien und Konzerne sprach ... und auch die Bürgerbewegung in Duisburg als Beispiel für Widerstand anführte. Von den Folgen des Lissabonvertrages ... dem geplanten völligen Ausverkauf des Staatseigentums z.B. und der fortlaufenden Privatisierung ... hatte der Professor noch nie etwas gehört. Na ja, wer weiß, wer den alles bezahlt hat.
    Lauschen wir noch etwas den Sozialdemokraten in der SPD:

    Zunehmend hat sich die älteste demokratische Partei dieses Landes, welche ihre Wurzeln in der Arbeiterbewegung und ihrer Fürsorge für die sozial Schwächeren hat, auf einen Kurs hin zu einer nicht identifizierbaren ominösen ?Mitte? begeben.
    Dieser Kurs war nicht durch eine Überwindung von sozialen Spannungen und der wirtschaftlich vertretbaren Umverteilung geprägt, sondern hat, durch eine einseitige Ausrichtung auf neoliberale Vorgaben, zu einer Verschärfung der sozialen Spaltung in dieser Gesellschaft beigetragen.
    Damit verliert die SPD ihre Legitimation und langfristig gesehen ihre Existenzberechtigung. Dies ist für uns als SPD-Mitglieder nicht hinnehmbar.
    Wir erkennen an, dass die weltweite immer stärkere wirtschaftliche Verflechtung für die Menschen in den Ländern dieser Erde unterschiedliche Chancen und Risiken bietet.
    Es kann aber nicht Ziel der SPD sein, sich diesem Marktgeschehen willenlos zu unterwerfen. Die Globalisierung ist keine Katastrophe, der die Politik ohne Gestaltungsmöglichkeiten ausgeliefert ist. Vielmehr ergeben sich hier vielfältige Einflussmöglichkeiten für die Politik und die SPD anhand ihrer Grundsätze und in internationaler Zusammenarbeit zu gestalten.
    Dies betrifft alle möglichen Handlungsfelder, von der Ökologie über die Ökonomie bis hin zur Sozial- und Außenpolitik.
    Von der Gestaltung der Gesellschaft unter Berücksichtigung ureigenster sozialdemokratischer Werte hat sich unseres Erachtens ein einflussreicher Teil der SPD, insbesondere auf Bundesebene, abgewandt.
    Ziel der Gruppe ?Mein Herz schlägt links? ist es daher auch über Kandidatenwahlen, Abstimmungen und Beiträge zur innerparteilichen und öffentlichen Meinungsbildung dem Einfluss dieses Kreises zu begegnen.

    Das so ein Widerstand langsam notwendig ist, zeigt der Wiffelspütz, der "Mann mit der Helge-Schneider-Gedächtnis-Frisur":

    http://www.politplatschquatsch.com/2009/05/der-doktor-und-das-liebe-vieh.html

    Na, der entpuppt sich ja zusehends als ganz besonders lustiger Vogel. Sieht auch so aus. Mal ein Beispiel, wie er mit Bürgern umgeht? Doch doch, das ist schon ... lehrreich:

    "Sehr geehrter Herr, mir gefällt der Ton Ihrer Frage nicht. Es fehlt Ihnen an Respekt. Suchen sie sich einen anderen Gesprächspartner", schreibt er kalt lächelnd und das Anrede-Sie gezielt kleinhaltend.

    Ach nee, wie können wir kleinen Dreckspisser auch nur wagen, uns an einen blaublütigen Adeligen zu
    wenden, einen Leistungsträger, wo wir doch noch nicht mal den richtigen Ton treffen, wir Nieten.

    Er jedoch trifft zielsicher den richtigen Ton: auf die Frage, ob er DNS oder TLD kenne, antwortet er souverän:

    Dr. Dieter Wiefelspütz macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. "Ich habe diese Begriffe noch nie gehört oder gelesen. Ich stamme nämlich aus dem vergangenen Jahrtausend. DNS, TLD, GAGA, GOGO, TRALAFITTI oder was?", antwortet er souverän.

    Schade das er aus seinen Erkenntnissen keine Konsequenzen zieht ... und im vergangenen Jahrtausend geblieben ist. Mit der Methodik könnte er Pressesprecher der NSDAP werden. Na ja, aber diese Heinis können sich halt ziemlich sicher sein, das ihnen nichts passiert. Sie wissen, wer die Macht in diesem Lande mitlerweile innehat ... und das sie zum Kreise der auserlesenen Speichellecker gehören:

    http://www.jungewelt.de/2009/06-06/006.php

    Im Griff der Lobbyisten
    Hintergrund. Der Einfluß von Konzernen und Wirtschaftsverbänden auf die europäische Politik
    Von Ruth Firmenich und Lydia Krüger

    Ich denke, so etwas kann schon manchen braven Bürger ärgern ... und in seinem Zorn einen politischen Richtungswechsel ins deutschnationale Extrem verursachen, der sonst ausgeblieben wäre. In Deutschland versteht man wenigstens noch die Landessprache, in Brüssel ist der Normalbürger hoffnungslos aufgeschmissen.

    Die Zahl der Lobbyisten, die in Brüssel versuchen, die Politik der europäischen Institutionen zu beeinflussen, dürfte in den letzten Jahren deutlich gestiegen sein. Schätzungen zufolge sind in Brüssel mindestens 15000 Lobbyisten tätig, die überwiegende Zahl für Unternehmen, Wirtschaftsverbände und nahestehende Lobbygruppen. Allerdings gibt es keine verläßlichen Daten, die über Anzahl, Herkunft und finanzielle Mittel der Lobbyisten Auskunft geben, da die EU-Kommission die Einführung eines verpflichtenden Lobbyregisters seit Jahren blockiert.
    Parteispenden von Banken und Versicherern, die Riester-Renten anbieten, 1998?2006

    CDU - CSU - FDP - SPD - Grüne - LINKE

    5233544 ? - 999072 ? - 2078163 ? - 1448768 ? - 607717 ? - 0 ?

    Quelle: Rechenschaftsberichte der Parteien nach dem Parteiengesetz (1998?2006) bzw. Homepage www.parteispenden.unklarheiten.de

    Na, alles klar? Wer zahlt, befiehlt! War schon immer so. Das einzige was noch stört, sind diese lästigen kleinen Widerstandsnester im Internet. Doch daran wird mit Nachdruck gearbeitet.

    Das Internet als Widerstandsort scheint sehr in Gefahr zu sein, trotz des Dementis des Wiefelpütz zu seinen angeblichen Plänen denken die Innenminister anders ... und wollen notfalls sogar die Bundeswehr im Innern einsetzen. Ob die dann Rechner bombadieren sollen, weiß ich nicht. Einfach mal Schäuble fragen.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/innenminister-fuerchten-tatort-internet;2320062

    Einigkeit herrscht zwischen Unions-und SPD-Innenministern darin, dass die Polizei in bestimmten Fällen nicht in der Lage sein könnte, Gefahren ohne die Hilfe des Militärs abzuwehren. Es seien Szenarien denkbar, "die von den Sicherheitsbehörden nicht allein bewältigt werden können. So verfügt die Polizei nicht durchgängig über die notwendigen Fähigkeiten und Einsatzmittel zur Abwehr von Gefahren durch größere Wasserfahrzeuge oder durch Luftfahrzeuge."

    Ich weiß jetzt nicht, wieso die bei Bedrohungen aus dem Internet größere Wasserfahrzeuge oder Luftfahrzeuge benötigen, Bomber oder U-Boote gegen Blogs ... ja, kann das denn überhaupt funktionieren?
    Oder wollen die die Bomber einfach mal so im Inneren einsetzen und das Internet dient nur auf eine besonders blöde Weise als Ausrede dafür, genauso wie die Kinderpornoseiten als Einstieg für die
    Internetzensur herhalten müssen?

    Na, da scheint der Bürgerkrieg in manchen Köpfen ja gar nicht mehr so weit zu sein.

    http://juliehamburg.wordpress.com/2009/06/08/an-der-schwelle-eines-burgerkrieges/

    Machen wir uns nichts vor und sprechen es einmal direkt aus: Deutschland steht an der Schwelle eines Bürgerkrieges. Doch dieser Krieg wird nicht mit Waffengewalt auf der Straße ausgetragen ? er wird medial ausgefochten. Auf der einen Seite die Elite, mit ihren Berichterstattern aus Presse, Funk und Fernsehen, die aus purem Machtkalkül und reinen wirtschaftlichen Interessen dieses Land in einen Überwachungsstaat umwandeln wollen. Auf der anderen Seite die Menschen, die für die letzten verbliebenen Grundrechte eintreten, die uns unsere Gründungsväter und unsere Gründungsmutter hinterlassen haben. Es wird nicht einfach werden: Der deutschen Michel, auch das wird immer mehr offenbar, hat sich auf sein Sofa zurückgezogen, aus Angst, sein Fernseher könnte entwendet werden.

    Tja ... da bekommt der Krieg Blogger gegen Journalisten einen ganz anderen Stellenwert. Und ich bin mitten drin, ohne das mich einer vorgewarnt hat. Fühle mich bald wie in einem kleinen gallischen Dorf ... nur fehlt mir Druide und Zaubertrank - und der unbesiegbare Obelix, weil der als Kind - na, lassen wir das.

    Zum Schluß noch ein leidenschaftlicher Aufruf, dem ich mich gern anschließen möchte:

    Zum Schluss eine Bitte an die Netzindianer: Lasst uns gemeinsam eine Kette bilden, wie sie schon in der Zensursula-Debatte erkennbar war. Lasst uns auch nicht länger in die Defensivhaltung gehen und davon sprechen, dass wir Dagegen sind. Wir sind Dafür. Wir treten für eine gerechte und offene Gesellschaft ein. Wir kämpfen für die Freiheit, die Unabhängigkeit, die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen Bürgers. Es geht nicht um die eine oder andere Meinung, nicht um Befindlichkeiten oder um Vergangenes. Es geht schlicht und ergreifend um die Frage:

    Was für eine Gesellschaft wollen wir unseren Kindern hinterlassen?

    Quelle: F!XMBR

    Also ... diese Frage kann ich leicht beantworten: nicht so eine, wo der Mann mit der Helge-Schneider-Gedächtnis-Frisur dem Souverän des Landes einfach mal öffentlich demonstriert, das ihn dieser Souverän am A.... vorbei geht.

  • Europawahl ... wer regiert Deutschland. Der wahre Terror.

    Gott sei Dank habe ich zur Europawahl schon alles geschrieben, was zu schreiben war - bevor die Ergebnisse draußen waren. Den Rest brauche ich nicht weiter kommentieren, denke ich, denn wichtiger als die Darsteller sind natürlich die Regisseure.

    Und auf die ist jetzt ein CSU-Mann gestoßen, zufällig, und was er fand, hat ihn erschrocken.

    http://juliehamburg.wordpress.com/2009/06/06/was-derzeit-wirklich-geschieht-%e2%80%93-teil-1/

    Von Jan Erik Döllein, Allgemeinarzt
    Ich bin 38 Jahre alt und Allgemeinarzt mit einer gut gehenden Hausarztpraxis in Neuötting, Oberbayern, geistig gesund und ein völlig normaler Bürger mit einer Lebensgefährtin und einem 15 Monate altem Sohn, bin seit 12 Jahren Gemeinderat und seit sechs Jahren Kreisrat der CSU, einer Partei, die sicherlich weit entfernt ist vom Ruf, linkspolitische und revolutionäre Gedanken zu pflegen. Es ist nicht meine Aufgabe, solche Texte zu schreiben und es gibt in Deutschland Tausende, die dies besser, packender und erheblich vollständiger schaffen und wenigstens einer von denen sollte das auch tun.

    Nun, wer nun denkt: oh Gott, ein CSU-Mitglied, auch noch ein Funktionär, das braucht man ja wohl mal gar nicht lesen, da weiß man ja gleich, was kommt .... sollte innehalten, denn es wird - sehr interessant.
    Wirklich, bleibt nur dabei, es lohnt sich. Und es macht Hoffnung.

    Der Herr Döllein forschte nämlich einigen Merkwürdigkeiten nach, die seinen privaten Arbeitsbereich betreffen - als Arzt. Wunderte sich über die Politik im Gesundheitswesen, die dem entsprach, was auch sonst zu beobachten war.

    Grundsätzlich ist diese Tendenz in allen Bereichen unserer Gesellschaft zu finden, der Staat zieht sich aus wichtigen staatlichen Aufgaben zurück und verkauft sein Eigentum, mit dem immer auch eine Sicherstellungsaufgabe verbunden ist, an private Hände. Man kennt dies von der Bahn, von der Post, von der Stromversorgung und zahlreichen anderen Bereichen. Auf der Homepage des Bundestages findet man zu dem Schlagwort Privatisierung über 2000 Einträge aus den letzten fünf Jahren.

    Aktuell diskutiert man gerade die Privatisierung des Gerichtsvollzieherwesens. Schleichend geht damit aber auch ein zunehmender Machtverlust der Regierung einher und der Bürger ist in allen Bereichen häufig der Willkür der Konzerne ausgesetzt. Grundlage dieser Denkrichtung ist der so genannte Neoliberalismus, der eine Entstaatlichung und eine Übernahme gemeinschaftlicher Felder durch “die Bürger“ propagiert, womit allerdings keine Bürgervereinigungen gemeint sind, sondern nur die großen Konzerne.

    Das mit dem Gerichtsvollzieherwesen war mir neu, aber der Rest ist eigentlich, so dachte ich, ein alter Hut, denn gegen den Ausverkauf der BRD zieht Attac schon seit Jahren zu Felde - vergeblich. Geht die Entwicklung so weiter, dann gehört dieses Land in wenigen Jahren einigen großen Konzernen und die Bürger werden vergebens jemanden suchen, der sie vor ihnen schützt. Lediglich die Krise bietet eine gewisse Chance, diese Entwicklung aufzuhalten ... jedoch könnte sie auch forciert werden.

    Doch weiter im Text.

    Die Initiatoren, die still und heimlich unsere Politiker derart stark beeinflusst haben, dass sie zufrieden und mit reinem Gewissen die Grundfesten unseres Staates auf den Markt werfen, sind klar zu nennen: es handelt sich um Liz und Reinhard Mohn, unterstützt von ihrer Freundin Frieda Springer.

    Sie haben diese Namen fast noch nie gelesen, sie halten sich weitestgehend aus den Medien heraus und doch werde ich Ihnen erklären, dass es nahezu niemand anderes ist, der das deutsche Gesundheitssystem zur Ernte für Investoren vorbereitet hat. Das Ehepaar Mohn besitzt, als reiner Familienbetrieb, sowohl die Bertelsmann AG, als auch die Bertelsmann Stiftung, ein geniales Steuersparmodell, denn die Stiftung ist derzeit immer noch als gemeinnützig anerkannt, obwohl sie zu 75% Besitzer der Aktien der AG ist, 25% der Aktien befinden sich in direktem Familienbesitz.

    Durch die Gemeinnützigkeit muss die Stiftung die Dividendenausschüttung erheblich begünstigter versteuern, als es die Familie Mohn müsste, wenn sie als privater Eigner Steuern zahlen würde. Die Einsparungen liegen in Milliardenhöhe, denn beispielsweise im Jahr 2006 kursiert ein Gewinn der Bertelsmann AG von 9,7 Mrd. Euro und der Umsatz des Konzerns war 2005 mit 16,8 Milliarden Euro so hoch wie der der nächsten zehn Medienkonzerne zusammen.

    Nun, bei meinem Blogfreund Grilleau gab es mal eine Zusammenfassung über die vielen Firmen, die Bertelsmann gehören. Leichter wäre es wahrscheinlich gewesen, aufzulisten, was denen noch nicht gehört.
    Kurzum: Bertelsmann bestimmt in diesem Land, wo es langgeht. Wir bestimmen, welcher Politiker den Weg gehen wird. Oder gibt es sonst einen Grund, warum sich die SPD mit der Agenda 2010 ihr eigenes Grab geschaufelt hat? Ja, die Agenda 2010 ist auch ein Bertelsmännchen:

    Ich weiß, dass ich Ihnen hier viele Fakten und Daten zugemutet habe, aber ich verspreche Ihnen, dass es sich hierbei nur um die absolute Spitze des Eisberges handelt. Ich könnte die Entstehung der Hochschulgebühren oder die Beeinflussung der Schulpolitik nennen, ich könnte die Agenda 2010 der rot-grünen Regierung nennen, die in all ihren Details nahezu komplett aus der Feder der Bertelsmannstiftung stammt.

    Ich empfehle Ihnen nur einmal, in Ihre Suchmaschine die zwei Schlagwörter „Bertelsmann“ und „Kritik“ einzugeben und Sie finden eine derartige Fülle an Informationen, wie dieser Konzern Deutschland fest im Griff hat und seine Bevölkerung zu Schafen degradiert, deren Wolle reichlich Gewinn abwirft. Dabei ist es völlig unwichtig, ob man ein Arbeitsschaf, ein Landtagsschaf oder ein Bundestagsschaf ist, die gesamte Bevölkerung trägt dazu bei, den Nachschub an Wolle zu liefern.

    So ... jetzt kennt man die Quelle. Und der CSU Kreisrat ist genauso entsetzt wie ein linker Arbeiterführer, da gibt es keinen Unterschied:

    Ich habe Angst vor dieser ganzen Verstrickung und erst recht vor dem Gedanken, in einem Land zu leben, das längst in den Händen von Konzernen ist

    und:

    Hinterfragen Sie, warum ein Mann wie Horst Seehofer, obwohl er die Türen geöffnet hat für diese Politik, heute in der Passauer Neuen Presse als scharfer Kritiker des Neoliberalismus zitiert wird und erinnern Sie sich, bei aller Fragwürdigkeit, warum er gerade vor der Bewerbung zum CSU-Vorsitz durch die Medien geprügelt worden ist. Dieses Schicksal droht allen Abtrünnigen und natürlich habe auch ich persönlich echte existentielle Angst vor den Auswirkungen dieses Dossiers.

    Ja ... die Kultur der Angst erreicht jeden, der sich mit ihren Hintergründen auseinandersetzt. Da hilft es auch nicht, wenn man Leistungsträger ist. Oder bayrischer Ministerpräsident. Und Seehofer hat auch schon die Erfahrung gemacht, das die Pharmakonzerne ihn als Gesundheitsminister einfach vor die Wand laufen ließen.

    Aber trotz seiner (begründeten) Angst schreibt dieser Mediziner weiter ... was zeigt, das die Republik sich nicht einfach in Rechts und Links aufteilen läßt - aber vielleicht besser in gut und böse.

    Wenn es Anfang Februar 2008 noch so war, dass ich mir eine Türe aufgeschlossen habe und panikartig eine erste Meldung an alle Betroffenen ausrufen wollte, so sitze ich nun seit Wochen starr vor dem gesamten Blick in einen Raum, den ich nicht vollständig beschreiben kann. Seit Wochen weiß ich, dass ich diesen Text verfassen muss, aber während ich im Bezug auf unser Gesundheitswesen noch relativ klar die paar Fakten ordnen konnte, fällt es mir umso schwerer, Struktur in die Ausmaße der Entdemokratisierung in Deutschland zu bekommen.

    Ja, diese Fassungslosigkeit kenne ich persönlich ganz gut ... und bemerke sie auch bei vielen anderen, denn was da läuft, wenn man genauer hinschaut, ist - der blanke Horror. Und nur wenige merken es:

    Für die Querleser trotzdem eine kurze Zusammenfassung:

    Die Grundstruktur unseres Landes wurde und wird komplett verändert. An die Stelle einer sozialen Marktwirtschaft tritt die Politik des Sozialdarwinismus, der die Schwachen noch schwächer und die Starken noch stärker machen soll.
    Die im Grundgesetz verankerte parlamentarische Demokratie bleibt wie eine Fassade davor stehen und dient allein dazu, den Strukturwandel unseres Landes zu überwachen und Verstöße zu verfolgen. Dem einzelnen Bürger dient sie immer weniger.
    Die selbsternannten Eliten unseres Landes bestimmen diese Veränderung über mächtigen Lobbyismus, der in allen Bundesministerien zuhause ist, der die wenigen politischen Entscheidungsträger konsequent führt oder bei Zuwiderhandlung zerstört. Viele Lobbyisten arbeiten direkt als „Leihbeamte“ in allen Ministerien und stellen die Weichen für ihre Arbeitgeber.
    Das Ziel ist die komplette Vermarktung des Bürgers sowie dessen Kontrolle in allen Lebensphasen und die Umwandlung zu einem gefügigen Angestellten der Firma Deutschland.
    Soziale Wärme, Solidarität und Gerechtigkeit werden als Hemmnis dieser Entwicklung verstanden und sollen zerstört werden.
    Diese Politik betrifft nicht nur Deutschland, auch wenn wir es wieder am perfektesten veranstalten, sondern die ganze Welt und sie drückt aus, was wirklich unter dem Begriff der „Globalisierung“ zu verstehen ist.

    Soziale Wärme, Solidarität, Gerechtigkeit ... sind keine gepachteten Wünsche von "Linken". Sie sind parteiübergreifende, menschliche Werte. Das muß man in diesen Zeiten einmal klar ins Auge fassen, wenn man über Widerstand gegen das mafiöse System nachdenkt, das uns in letzter Zeit überfällt und viele alteingesessene Bundesbürger einfach nur noch verwundert im Sessel sitzen läßt, wenn sie sehen, wie Langzeitarbeitslose enteignet werden, um mit den Gewinnen aus der Enteignung Konzernfehler zu berichtigen.

    Und ... ob nun rechts oder links - die Konzerne haben gezeigt, das sie beide Richtungen gut im Griff haben:

    Es war die Regierung Helmut Kohl, die das kommerzialisierte Fernsehen einführte und damit den Neoliberalismus Boden gewinnen ließ, es war die Regierung Schröder, die dieser menschenverachtenden Denkweise u.a. durch die Agenda 2010 institutionelle Gewalt gab und nun macht eben die große Koalition unter der Kanzlerin Angela Merkel weiter damit, indem sie die Privatisierung auf Lebensbereiche ausdehnt, die eigentlich des staatlichen Schutzes bedürfen.

    Im Grunde propagiert der Neoliberalismus ein sehr darwinistisches Gesellschaftsbild des „survival of the (financial and intellectual) fittest“ und beschreibt eine Gesellschaftsform, in der eine kleine Elite über die große, dumm gehaltene Volksmasse herrscht. Das funktioniert in den Vereinigten Staaten bereits besser, Deutschland „krankt“ glücklicherweise noch an seinem erheblich fundierterem Bildungssystem, ist aber schon stark in dieser Richtung unterwegs. Nicht umsonst ist gerade ein Buch mit dem Titel „Generation Doof“ erschienen, das sich zwar relativ platt, aber dennoch pointiert mit dem Phänomen des zunehmenden Wissensverlustes unserer Bürger auseinandersetzt.

    Das Problem unserer, vor allem jüngeren Generationen, ist, dass sich über den Einfluss des kommerziellen Fernsehens und dessen vermeintlicher Spektakularität eine sehr angenehme Mentalität des Konsumierens breit macht, man setzt sich vor den Fernseher und schluckt, in mundgerechten Happen, was Redakteure für uns alle vorbereiten. In der Informationsflut gibt es kaum Widersprüche und nur selten werden verschiedene Diskussionsansätze fair gegenübergestellt.

    Ja, die "Generation Doof" wurde gezielt gezüchtet. Und wird auch weiterhin noch gehegt, gepflegt und gefördert. Und nicht mehr lange, dann werden wir mit den USA gleichziehen, was das Bildungsniveau der Bürger angeht. Aber die Privatisierung schreitet mitlerweile einfach mal weiter voran, auch wenn es die sensibelsten Bereiche dieses Landes betrifft:

    Wie kann man als Volksvertreter ernsthaft den Verkauf der Wasserversorgung diskutieren? Oder der Bundesdruckerei, in der unsere Passunterlagen liegen und alle persönlichen Daten gespeichert werden, in der die Tabakzeichen und die Briefmarken gedruckt werden, natürlich auch die deutschen Euronoten und Visa. Hoppla, die ist leider schon verkauft, im Jahr 2000 an den Private Equity Fond Apax für eine Milliarde Euro, wobei 250 Millionen erst mal bis 2010 gestundet sind und 450 Millionen Euro von der hessischen Landesbank geliehen wurden.

    Der Fond leitet die Bundesdruckerei gleich weiter an die Authentos GmbH, einem Portfolio-Unternehmen der Apax Gruppe, das dann pleite gewesen wäre, hätten alle Gläubiger (Hessische Landesbank, Bund) sich nicht auf einen Zahlungsverzicht geeinigt. Daraufhin kommen zwei neue Investoren ins Spiel, die unsere Bundesdruckerei schließlich für einen Euro übernehmen und sanieren. Ich dachte nur, das könnte Sie interessieren, falls Sie sich demnächst wieder mal einen Personalausweis oder Reisepass machen lassen…

    Na, das war sogar mir neu. Das wäre ja wohl ein Riesenskandal geworden, wenn die "freie Presse" mal ausführlich drüber berichtet hätte. Tut sie aber nicht ...

    Ich glaube, mittlerweile sollte klar geworden sein, dass hinter dieser politischen Entwicklung leider nicht mehr das gesamtgesellschaftliche Verantwortungsgefühl von konservativen oder sozialdemokratischen Volksvertretern steckt, sondern nur noch das, politisch sehr ökumenische, Gewinndenken des Geldmarktes. Und da kommen unsere „Eliten“ ins Spiel, deren elitäre Eigenschaft leider nur im finanziellen Reichtum zu bestehen scheint, denn weder im ritterlichen Schutz für den Schwächeren noch im Fühlen für unser Gemeinwohl kann ich hier besondere Stärken entdecken.

    Sascha Adamek und Kim Otto stellen in ihrem Buch „Der gekaufte Staat“ derart grandios dar, an was unser Staat derzeit krankt: Der damalige Bundesinnenminister Otto Schily, der nach wie vor keine Angaben über die Nebeneinkünfte während seiner Amtszeit macht, hat zum Beginn des Jahrzehntes das Programm „Seitenwechsel“ angestoßen, das es Mitarbeitern von Konzernen ermöglicht, als Leihbeamte in allen Ministerien an Gesetzesentwürfen und Verhandlungen teilzunehmen. Es wurde uns als „Moderner Staat“ oder „Schlanker Staat“ verkauft.

    Über den Seitenwechsel ist schon berichtet worden ... das wars dann aber auch. Die Analysen der Folgen blieben weitgehend aus und wo sie geschahen, blieben sie ohne Folgen.

    Insgesamt sollen seit 2000 über 300 Mitarbeiter von Konzernen in den Ministerien mitgearbeitet haben, was auch der Bundesrechnungshof kürzlich angeprangert hat. Diese Infiltration bezieht sich auf alle Lebensbereiche unserer Bürger und wie durch Termiten wird das vormals robuste Blockhaus unserer Demokratie zerfressen. Diese Termiten haben auch den Heuschrecken per Gesetz die Tore weit geöffnet in unser Land, denn bis 2001 und entsprechenden rot-grünen Gesetzesänderungen waren wir weitgehend geschützt davor. Bei diesen Tierbildern sollten wir übrigens nicht vergessen, dass es sich dabei immer um Menschen handelt, Menschen mit einem Auftrag und einem Antrieb.

    Übrigens scheint dies in der EU-Kommission noch viel schlimmer zu sein, wo die „deutsche Idee“ teilweise bereits dazu geführt hat, dass mehr Lobbyisten als Beamte an Planungen teilnehmen. Irgendwie fragt man sich wirklich, ob es denn überhaupt kein Amt oder eine Regierungsstelle gibt, die diese unglaubliche Fremdbeeinflussung unserer politischen Entscheidungen ahndet, die prüft, ob nicht die wegweisenden Entscheidungen der letzten Jahre Unrecht waren.

    Na, und da fragt man sich doch auch gar nicht mehr, warum kaum noch einer Interesse an Europa hat.
    Und ich freue mich, das auch ein CSU-Funktionär ... sich empören kann. Denn das gibt Hoffnung. Ein Leistungsträger rebelliert. Phantastisch. Das Land ... wird wach. Und es wird auch höchste Zeit:

    Eine zentrale Aufgabe in dieser Zerstörung unseres Staatsgefüges nimmt die Bertelsmann Stiftung ein, die ich derzeit gerne als MiniWar bezeichne, als Ministerium für Wahrheit. Dazu muss man „1984“ von George Orwell gelesen haben.

    Um die ganzen Aktivitäten der „Eliten“ koordinieren zu können, werden deutschland- und europaweit Kongresse, Symposien, Arbeitsgruppen und ähnliches organisiert, es werden Preise für Linientreue verliehen und Studien konstruiert, die Ungläubige überzeugen sollen. Die unglaubliche Medienmacht wird dazu genutzt, uns den Wert des Geldes permanent nahe zu bringen, indem man uns die ganz Reichen und die ganz Armen zeigt. Die Ideologie dahinter besagt, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, was die Gesellschaft natürlich entsolidarisiert und uns erlaubt, diesen Satz hämisch den Schwachen an den Kopf zu werfen. Glück ist hierbei übrigens immer gleichbedeutend mit Geld.

    Kürzer und knapper kann man die Methodik gar nicht beschreiben, mit der die Manipulation des Volkes auf breiter Ebene betrieben wird....und die Entsolidarisierung der Bürger dieses Landes. Jeder gegen jeden, alle gegen die Armen. Und so ... kann Bertelsmann und Konsorten in Zukunft noch viel beruhigter seine Krakenfinger in alle Lebensbereiche stecken und das Land aussaugen, bis nichts mehr übrig ist.

    Und auch, wenn dieser Artikel elendig lang wird (und im Original noch viel länger wird) ist mir jenes noch ein Zitat wert:

    Momentan versuchen 5% unseres Landes, 95% zu betrügen. Die große Masse steht derzeit nur ratlos da und fragt sich, was „da oben“ eigentlich los ist. Ja, es muss ein Ruck durch Deutschland gehen, aber anders als er bisher von den neoliberalen Demagogen gefordert wird. Es muss ein Ruck der Verantwortung, des Demokratiebewusstseins und der Ehre durch Deutschland und Europa gehen, damit wir Bürger wieder ruhig unserer Arbeit nachgehen können und uns nicht dauernd fragen müssen, wer uns als nächstes über den Tisch zieht.

    Wenn unsere ganzen staatlichen Kontrollorgane wie wild nach Terroristen fahnden, aber den Terror der Termiten übersehen, kann das nicht richtig sein.

    Es war der von mir oft zitierte Arno Luik, der zuerst über diesen Putsch geschrieben hatte. Und jeder, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt, kommt zu dem gleichen Ergebnis. Auch wenn er konservativer Leistungsträger ist.

    Diese Wahrheit macht Angst. Jedem. Aus dieser Angst heraus wird sie von vielen, die sie kennen müßten, gerne verdrängt. Lieber feige auf dem sozial (bzw.finanziell) Schwachen herumtreten, als der Kapitalgestapo ins Gesicht spucken. Aber: noch ist es Zeit, die Monstren in ihre Schranken zu weisen bzw. sie erstmal in staatliche Besitz zu überführen, damit sie keinen weiteren Schaden anrichten können.

    Dann verschlanken wir diese ungeheuerlichen Konzerngewächse, wie sie uns verschlankt haben, machen kleine "normale" Unternehmen daraus ... und setzen sie wieder auf der bunten Wiese des Marktes aus.
    So was geht. Fällt unter "Notwehr". Darum ... braucht man eine überparteiliche politische Bewegung und keine neue Partei, denn jede neue Partei würde vom Konzernwesen sofort gefressen werden.
    Was mit CDUCSUFDPSPDGRÜNE geht, geht auch mit jedem anderen. Die Linken werden gerade ebenfalls geschluckt, sie sind jetzt schon zu mächtig geworden.

    Aus dieser Richtung ... gibt es kaum Hoffnung. Aber aus einer überparteilichen Bürgerbewegung, die keiner Parteidisziplin "von Oben" unterworfen ist, die parteilose Abgeordnete in den Bundestag bringen kann - daraus könnte etwas werden, das gegen den Lobbyismusfilz angehen kann....hoffe ich.

    Ansonsten ... wiederholt sich die Geschichte und wir werden alle wieder Leibeigene feudaler Konzernherren.

  • Wiffelspütz, der Eifelphilosoph, Blogger, Nachrichten und die Internetzensur

    Tja, der Wiffelspütz. Da hat der uns alle ziemlich erschrocken, nicht war. Ich dachte, der packt mich bald zu den Kinderpornoseiten, ihr dachtet, ich hab´ kein´ Bock mehr und er selbst hat sich am Meisten erschrocken: "Was, der Eifelphilosoph geht. Das darf nicht sein!" hat er sich gedacht und umgehend reagiert.

    Das fand ich sehr rührend von ihm. Ich wußte gar nicht, wie sehr er mich vermissen würde, hatte aber erwartet, das vor allem er den Artikel gar nicht zu Ende lesen würde. Ist ja immerhin ein vielbeschäftigter Mann. Das was hier aber geschah ... ist ein ganz bedeutender Akt, besonders in Hinblick auf den Krieg Blogger gegen Journalisten, den letztere vom Zaun gebrochen haben.

    Ich persönlich möchte eigentlich Nachrichten trauen können, aber wenn man damit Unrecht tut, werde ich schnell zornig. Aber erstmal die Gegendarstellung des Herrn Wiffelspütz:

    ich danke Ihnen für die Frage. Ich bin erst durch Sie auf den Bericht der Berliner Zeitung aufmerksam gemacht worden.

    Der Bericht der Berliner Zeitung überrascht mich nicht nur. Ich halte den Artikel für eine bösartige Fälschung meiner Auffassungen. So etwas ist mir bislang nicht untergekommen. Der Bericht gibt an keiner Stelle meine Meinung wieder, schon gar nicht die Auffassung der SPD. Was die Berliner Zeitung mir in den Mund legt, ist nahezu komplett Schwachsinn. Keine Silbe ist von mir autorisiert. Ich werde mich baldmöglichst an die Chefredaktion der Berliner Zeitung zwecks Richtigstellung wenden. Zu dem groben politischen Unfug, den die Berliner Zeitung mir andichtet, bin ich nicht fähig.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB

    Ergänzung vom 07.06.2009
    Nachdem ich meinen Unmut über den Artikel der Berliner Zeitung vom 6. Juni 2009 ausgedrückt habe, will auch noch inhaltlich zu Ihrer Frage Stellung nehmen.

    Selbstverständlich ist das Internet kein rechtsfreier Raum. Straftaten, die im Internet begangen werden, sind Straftaten. Was denn sonst!

    Verfassungsfeindliche Äußerungen sind freilich für sich genommen noch keine Straftaten. Gleiches gilt für extremistische Äußerungen. Es müssen immer konkrete Straftatbestände wie Volksverhetzung, Verleumdung oder Leugnung des Holocaust erfüllt worden sein, um gegen bestimmte Äußerungen im Internet vorgehen zu können.

    Selbstverständlich darf man in unserem Land Gegner des Grundgesetzes sein und dies äußern, natürlich auch im Internet. Wer dies unterbinden will, übt Zensur. Zensur ist freilich verfassungswidrig. Ich bin strikt gegen jede Art der Zensur. Auch Gegner des Grundgesetzes, auch Extremisten sind Inhaber von Grundrechten.

    Ich bin dafür, daß der neue, überaus bedeutsame Raum des Internet durch Aufnahme eines "Internet-Grundrechts" in das Grundgesetz besonders geschützt wird. Die Kommunikation der Bürger im Internet muß vor unzulässigen staatlichen Eingriffen geschützt werden. Auf gar keinen Fall darf Zensur stattfinden.

    Ich befürworte das Sperren von Seiten mit kinderpornographischen Inhalten. Vorrang hat freilich die Verfolgung der Täter, die Kinder mißbrauchen. Die nächste Priorität hat die Herausnahme der entsprechenden strafbaren Inhalte aus dem Internet. Nachrangig bin ich für das Sperren der Seiten. Ich habe bei abgeordnetenwatch schon vor Wochen geäußert, daß das Stopp-Schild im Internet ausschließlich eine Sperr- und Warnfunktion haben sollte. Ich trete dafür, daß an der Stopp-Seite im Internet keine Daten für die Strafverfolgung gesammelt werden sollten.

    Es gibt weder in der SPD noch bei mir Überlegungen, bei anderen Internet-Inhalten Stopp-Seiten einzuführen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB

    Zensur ist verfassungswidrig. Punkt. Und der Artikel der Berliner Zeitung mithin ... eine Unverschämtheit.
    Natürlich traut keiner einem Politiker, das werden die Wahlergebnisse gleich wieder zeigen, obwohl die ZEIT schon jetzt verkündet:

    Die Union hat die Europawahl in Deutschland nach ersten Prognosen trotz deutlicher Verluste gewonnen.

    Trotz deutlicher Verluste gewonnen ... ich werde auch trotz schrumpfenden Einkommens durch steigende Preise immer reicher. Politikerlogik müßte man können ... das muß ein Paradies sein. Alles so schön bunt ... genau wie Journalistenlogik.

    Aber wie sagte ich so schön: wenn man keine Nachrichten hat, dann macht man sich eben selber welche.
    Wozu sollte man den Wiffelspütz auch fragen, ob er wirklich was gesagt hat.

    Vor zwei Jahren kam in unserem Mittwochsgratiskäseblatt ein dringender Aufruf: Grundschullehrer gesucht.
    Man sollte alle Nachbarn anhauen, der Unterricht droht zusammenzubrechen.
    Nach langer Besinnung entschied ich, mit der zuständigen Frau vom Schulamt direkt zu verhandeln. Immerhin sind meine Kinder auch in Grundschulen, ich habe Grundschulkinder in der Therapie, unter anderem auch eine pädagogische Ausbildung, langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Kindern - also sah ich es als meine Pflicht an, mich übergangsweise zur Verfügung zu stellen, bis sie neue Lehrkräfte hatten.

    Die Dezernentin vom Schulamt wußte von dem Aufruf nichts. Lehrermangel war zwar da, aber sie hatte kein Geld.

    Ich war erleichtert ... und sauer. Wenn man Journalisten nicht mehr trauen kann, wird es Zeit für eine fünfte Macht im Staat, die den bezahlten Schreiberlingen auf die Finger schaut.

    Und so hat sich meine Position im Krieg Blogger gegen Journalisten eindeutig verschoben ... in Zukunft sehe ich die Blogger als fünfte Macht im Staat, die die anderen Mächte - inklusive der Medien so kritisch überwachen sollte, wie diese einst die anderen Mächte überwacht haben.

    Blogger haben einen unschätzbaren Vorteil: sie sind nicht von Werbeeinnahmen abhängig....und das, was mir an Werbung auf die Seite geklatscht wird, damit die Betriebskosten wieder hereinkommen, sehe ich überhaupt nicht, wenn ich eingeloggt bin. Kann also sein, das ich gerade nebenbei den Werber zur Sau mache, ohne es zu merken.

    Ach ja, Europawahl: um 17.00 waren angeblich 38 % der Wähler wählen. Schätze mal, wir kommen auf 40 %.

    http://www.leipzig.de/de/buerger/politik/wahlen/eu/2009/13328.aspx

    Das heißt für den "Sieger": aus 38 % werden ganz schnell, mal rechnen: knappe 15 %. Bin gerade zu faul zum Kopfrechnen. SPD dann vielleicht 6-7 % ... aber trotzdem werden die so viele Pöstchen besetzen, als wären sie von allen gewählt worden. Schon drollig. Werden aber Journalisten kaum drüber schreiben dürfen.

    Ich schon.

    --------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Nachtrag: hier kann man sehen, wer wann wo gewählt wurde:

    http://www.bundeswahlleiter.de/de/europawahlen/EU_BUND_09/ergebnisse/status/status_b_99.html

  • Eifelphilosophs Wahlberichterstattung

    So, trotz des ausserordentlich schlechten Wetters war der Eifelphilosoph bei der Wahl. Bei uns schien nämlich kurz die Sonne, das war ein Grund, mit den Kindern das neue Eisangebot im Kiosk im Nachbardorf
    zu testen. Auf dem Wege hielten wir kurz an ... steigen aus, gingen ins leere Wahllokal wo der Eifelphilosoph erstmal kundtat, das er hier ist, um seinen Kindern zu zeigen, wie der Souverän Politik macht.

    Das verstand von den anwesenden Freiwilligen nur einer. Die Generation-Doof-Tante der FDP schaute nur verwirrt drein: Wie kann Wahlvieh souverän sein? Immerhin ... sonst schaute sie sehr angenehm aus, hat wohl eine eigene Sonnenbank zu Hause und viel Geld für Gesichtschirugie. Und für Schmuck, Schminke und Klamotten.

    Ich nahm also den Wahllappen und ging mit dem Jungvolk hinter die Absperrung, wo ich ganz geheim tat, was zu tun war. Was? Nun, das ist geheim. Ist ja geheime Wahl. Das "Modell Dreckscheuder" ging leider nicht, der Wahllappen war viel zu groß. Ich hatte ja ein Schreiben dabei, das ich in den Wahlumschlag stecken wollte - hatte wieder einmal vergessen, das die Wahlumschläge ja abgeschafft wurden.

    Toll fand ich, das man zwei Rentnerparteien wählen konnte ... und sogar das FBI. Das FBI fand ich sogar noch besser, ich findes es ganz ok, das man die jetzt öffentlich wählen kann, während das CIA immer noch feige im Geheimen hinter den anderen Parteien steckt.

    Nun, erst dachte ich ja: geh´ da mal gar nicht hin. Man legitimiert ja tatsächlich das ganze System, unter dem man leidet - und ich glaube, dieses Europa, das es da gibt, mag ich sowieso nicht mehr.

    Das wurde aber leider nicht gefragt.

    Über dreißig Parteien ... das war echt heftig. Die meisten kannte sogar ich nicht. Aber ein Spiegelartikel hatte mir Hoffnung gemacht:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,629035,00.html

    Aus Bulgarien wurden Fälle von Stimmenkauf bei der Europawahl gemeldet. Dabei soll eine Wählerstimme bis zu 40 Lewa (20 Euro) gekostet haben, berichtete der bulgarische Staatsrundfunk aus dem Süden des Landes. Die Wahlbeteiligung lag am frühen Nachmittag mit 26 Prozent höher als erwartet. Sie war damit fast doppelt so hoch wie zum Vergleichszeitpunkt der Nachwahl 2007.

    Nun ... ein wenig hatte ich damit gerechnet, das mir jetzt vielleicht hier auchjemand einen Schein in die Hand drückt und ich einerseits die Kosten für das Eis für die Kinder wieder heraus hätte und andererseits dann einfach das wähle, wo es den dicksten Schein gibt. Das erleichtert doch eine Entscheidung sehr.
    Aber ... diese moderne Form der Demokratie ist wohl dieses Jahr noch auf Bulgarien beschränkt.

    Toll, das da früher nur 13 % den EU-Ramsch wollten, aber jetzt sind wohl die ersten Zahlungen bei denen angekommen - und die wollen mehr.

    Hier rechnet man ja damit, das die Wahlbeteiligung noch weiter zurückgeht. Da kann man auch weiterhin mit rechnen, denn sogar mir fällt es schwer, dieses Theater noch länger mitzumachen.

    Das ist wohl auch eine Folge der "Elefantenrunden", die nach solchen Wahlen immer getanzt werden. Diesmal muß ich sie mangels TV ersparen, aber seit einiger Zeit weiß man ja sowieso, was da abgeht.

    Alle haben gewonnen, die eine mehr, die anderen weniger. Die erwarten einfach keine einzige Stimme für den Murks, den sich da anrichten und freuen sich über jeden Deppen, der sie wieder erwarten doch noch wählt.

    Wenn die anderen Parteien mehr Stimmen haben, als man selbst und man deshalb angepißt ist, ist ja seit einiger Zeit auch der Spruch ganz "in", das "der Wähler die Botschaft nicht verstanden hat".

    So ein Blödmann aber auch, dieser Wähler. Da kriegt er einfach eine perfekte Partei, perfekte Menschen und eine perfekte Politik vorgesetzt (obwohl den Anspruch auf soviel Heiligkeit nur Katholiken mit ihrem Papst haben) ... und kapiert das noch nicht mal. Da kam ich früher schon mal auf die Idee, das man denen seine eigene Blödheit eigentlich ersparen sollte. Na ja, aber eigentlich reden die ja nur so, denn bei der Erwartungshaltung von "da-geht-ja-sowieso-keiner-mehr-hin" wissen die Politiker doch ganz genau, wie gut ihre Parteien, ihre Politik und ihre Gurkengesichter wirklich ankommen.

    Mit Eis, Bonbons, Balla-Balla-Stangen, Spritkosten hat mich das gut zwanzig Euro gekostet.

    Und da habe ich dann gemerkt, das die Bulgaren gar nicht bestechen, sondern eine Form von Wahlkostenerstattung durchführen.

  • Ein-Euro-Jobs: die Sklaven des Imperiums

    Jedes Imperium kann nur groß werden, wenn es Menschen versklavt, ihre Arbeitskraft ausbeutet, hatte ich mal gelesen. So wie das alte Rom durch Sklavenarbeit groß geworden ist - oder die USA.

    Im Radio hörte ich mal einen Unternehmer, der offen und kritisch zugab: genauso funktioniert der Kapitalismus. Er fand es ... Scheiße.

    700000 Sklaven hält sich gerade die Bundesrepublik Deutschland, dieser ehedem soziale und demokratische Staat, der heute wieder seine Bürger zur Europawahl aufruft, damit sie diese Sklaverei durch ihre Stimmabgabe legitimieren.

    Einen Panoramabericht gibt es dazu, dank Einhard, hier:

    http://daserste.ndr.de/panorama/media/eineurojobs2.html

    Ein studierter Ingenieur im Backofenmuseum, ein Ein-Euro-Jobber als Leiter einer Multi-Media-Abteilung, eine Frau als Dauerputzfrau für die Gemeinde (mit der außerordentlich dämlichen Begründung, sie ist da, um "Fenster-putzen" zu lernen) ... das ist die Realität des Sklavenhalterstaates Deutschland.

    Wer sich in erster Linie der modernen Sklaven bedient, erfährt man in erster Linie direkt beim IAB, dem Institut für Arbeits- und Berufsforschung.

    http://www.iab.de/764/section.aspx/Publikation/k060829505

    "Die Ein-Euro-Jobs sind gegenwärtig eines der meist diskutierten Wiedereingliederungsinstrumente für Langzeitarbeitslose. Erste Befunde über Verbreitung und Nutzungsintensität machen deutlich, dass das Instrument vor allem in Betrieben der 'welfare economy' des öffentlichen Dienstes und der Organisationen ohne Erwerbszweck eingesetzt wird, während die Ein-Euro-Jobs kaum in den Bereich der Privatwirtschaft eingedrungen sind. Die zu beobachtende hohe Nutzungsintensität ist ein Indiz dafür, dass Ein-Euro-Jobs nicht nur 'zusätzlich' zu den normalen Tätigkeiten im Betrieb eingesetzt werden und daher unbeabsichtigte Nebeneffekte der SGB II-Reform nicht auszuschließen sind.

    Kurz gefaßt: Gemeinden und Wohlfahrtsverbände nutzen die Gunst der Stunde und greifen kräftig zu, um Kosten zu sparen...."unbeabsichtigte Nebeneffekte". Kein Wunder, das die Wohlfahrtsverbände die Regelsätze kürzen wollen. Da könnte man ja vielleicht noch mehr Sklaven bekommen.
    Auch als Streikbrecher werden die Sklaven gern mal eingesetzt:

    http://www.iab.de/764/section.aspx/Publikation/k060406p07

    Die Fraktion DIE LINKE geht in ihrer kleinen Anfrage davon aus, dass im aktuellen Arbeitskampf im öffentlichen Dienst, vor allem in bestreikten Betrieben der städtischen Müllabfuhr bzw. der Stadtreinigung, Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung (so genannte 'Ein-Euro-Jobs') eingesetzt wurden. Sie sieht darin die Gefahr einer Aufweichung des Streikrechts. Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass eine Förderung von Zusatzjobs in bestreikten Unternehmen auf bestreikten Arbeitsplätzen rechtlich unzulässig ist. Dies wird dadurch begründet, dass Zusatzjobs kraft ausdrücklicher gesetzlicher Regelung im öffentlichen Interesse liegen und zusätzlich sein müssen, der Arbeitskampf im öffentlichen Dienst sich hingegen auf bestehende Arbeitsverhältnisse bezieht, in denen reguläre Arbeiten durchgeführt werden. Die Tatsache, dass es sich um bestehende Arbeitsplätze handelt, schließt bereits aus, dass das Merkmal der Zusätzlichkeit als Förderungsvoraussetzung der Zusatzjobs erfüllt ist. Die Bundesregierung betont, dass ihr keine Fälle bekannt sind, in denen im Rahmen eines Zusatzjobs streikbedingt ausgefallene Arbeiten übernommen worden wären. Sie kündigt jedoch an, diese Rechtsauffassung, vorsorglich nochmals im Rahmen der Wissensdatenbank zum SGB II gegenüber den zuständigen Stellen zu kommunizieren und konkreten Hinweisen auf missbräuchliche Anwendung im Rahmen ihrer Aufsicht nachzugehen

    Schon 2005 fragte die FDP-Fraktion nach, ob es nicht zu Verdrängungseffekten am ersten Arbeitsmarkt kommen würde. Die Antwort der Bundesregierung:

    http://www.iab.de/764/section.aspx/Publikation/k050510p01

    Die Bundesregierung erklärt in ihrer Antwort, dass sie die Sorge um Verdrängungseffekte sehr ernst nimmt, aber davon ausgeht, dass bei einem verantwortungsbewussten Einsatz von Zusatzjobs durch die Arbeitsgemeinschaften, Arbeitsagenturen und zugelassenen kommunalen Träger Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden können.

    Das Prinzip Hoffnung als Grundsatz ... ist schon oft gescheitert. Wie auch die vielen freiwilligen Selbstverpflichtungen. Aber scheinbar ... scheint das keinen zu interessieren. Kein Wunder, das der Bundesarbeitsminister keine Reporter mehr mag. Immerhin verdienen doch viele ganz gut an den modernen Sklaven, das sichert ihm notfalls einen Aufsichtsratsposten bei einem der Wohlfahrtsverbände.
    Dafür sollte man Verständnis haben.

    Aber auch wenn die Bundesregierung der Verdrängungseffekte 2005 sehr ernst nahm, führte das natürlich nicht dazu, das sich irgendetwas änderte, denn 2007 sah es wie folgt aus:

    http://www.iab.de/764/section.aspx/Publikation/k061214f15

    In Ostdeutschland kann ein negativer Effekt der Ein-Euro-Jobs auf das Wachstum sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung nachgewiesen werden. In Westdeutschland lässt sich ein vergleichbarer Effekt nicht identifizieren.

    Na, 2009 scheint das ja dann endlich auch im Westen angekommen zu sein. Und ändern ... wird sich nichts.
    Denn nach wie vor steckt der Arbeitsminister und seine Sklavenhalter seinen Kopf lieber in den Sand und hofft, das keiner was merkt.

    Das Modell Kohl scheint sich auch bei der SPD durchzusetzen.

  • Mythen von Vampiren, Zombis, Lovecraft und Jedi-Rittern

    Ich komme viel zu wenig dazu, auch mal über Dinge zu schreiben, die eher für das Gemüt sind als für den kritischen Verstand.

    Vor dreißig Jahren war ich mal im Kino. "Krieg der Sterne" lief. Oh man, dachte ich, was für ein Kokolores. Die Ritter der Tafelrunde im Weltall ... und dann noch in einem Weltall, wo es Klang gibt.

    Mumpitz, dachte ich.

    Und dann merkte ich ... das dieser Mumpitz aus mir unerfindlichen Gründen hunderte Millionen Menschen berührte. Da wurde ich neugierig. Warum eigentlich wirkt so ein Schinken so?

    Dann laß ich den Herrn der Ringe, weil alle meinten: den mußt du mal lesen. Habe ich also getan ... im Bus. Na ja, dachte ich, irgendwie langweilig. Wagner und Howard fand ich spannender, Lovecraft erst recht.

    Dann merkte ich im Laufe der Zeit, das mich irgendetwas beim Lesen berührt hatte. Aber ich verstand nicht, was. Und wurde wieder neugierig.

    Und zwischendurch eine Riesenwelle von Vampirfilmen. Kaum zu verstehen, was die Leute daran fanden, fand ich. Aber dann ... las ich ein wenig weiter, in der Rezension von Bram Stokers Dracula fand ich eine interessante Perspektive: der blutsaugende Adelige als Sinnbild für ... eine jahrhundertalte menschliche Erfahrung. Und ich fing an, Moderne Mythen unter diesem Aspekt zu untersuchen.

    Und fand gerade bei den (für mich enorm langweiligen) Vampirfilmen eine sehr interessante Deutung, warum manche Themen funktionieren - und andere eben nicht:

    Wohl kaum eine andere übernatürliche Konzeption entspricht mehr der zweiten Hälfte des 20 Jhd. als der Vampir. Im Zusammenhang mit dem Schwinden religiöser Überzeugungen ist der Vampirismus weiterhin der sinnlichste, am wenigsten vergeistlichste aller überwirklichen Offenbarungen. Er stellt den Triumph des Geschlechtlichen über den Tod, des Fleisches über den Geist und der Materie über das Unsichtbare dar.
    Er negiert fast alles außer der rein physischen Sinnesbefriedigung. Von allen denkbaren Kosmologien ist er die materialistischste.

    (Aus: David Pirie, Der Vampir Filmkult, London 1977, Seite 6)

    Das Vampirbild ... paßt in die Zeit. Andere mythische Bilder, z.B. aus der griechischen Mythologie, funktionieren nicht. Hat man oft erlebt. Der Vampir schon ... auch wenn aus dem einsamen Grafen inzwischen Vampirdynastien geworden sind - reich und mächtig. Und wie andere Reiche und Mächtige beschehren sie dem kleinen Mann die Erfahrung, ausgesaugt zu werden. Die Erfahrung, das andere seine Lebens-(bzw. Schaffens-)Kraft benutzen, um besser leben zu können. In der Reihe "Blade" wird das neue Vampirbild dazu noch auf die Spitze getrieben, industielle Massenverwertung von Menschen durch Vampirkonzerne ... paßt besser in die heutige Zeit.

    Gleichzeitig ist der Vampir das Urbild für den Triumph des Materialismus, und seine Steigerung findet man in den Werken George R. Romeros: der Zombie. Fressen und gefressen werden auf einer noch drastischeren und sinnloseren Stufe.

    So funktioniert auch der Herr der Ringe, denn er hat ... neben der offiziellen Handlung ... auch noch einen Hintergrund: die Bedrohung der Welt durch Prinzipien, die keine Achtung vor dem Leben, der Natur
    oder den Werten der Menschen haben. Orks kriegen Nummern, eine zentralistische, mechanistische und materialistische Kultur der Angst verdrängt die individuellen Völker, die nur durch ein Wunder gerettet werden. Und die absolute Macht korrumpiert sogar den Großmeister jenes Ordens, der den Menschen zu Hilfe geeilt war. Tolkien scheint Erfahrung mit Politikern gemacht zu haben, bevor dies in weiten Kreisen als Selbstverständlichkeit bekannt wurde.

    Wenn mythische Filme (und ... wie gesagt ... mythische Filme, keine Horrorfilme, da gibt es Unterschiede)
    Erfahrungen wiederspiegeln, die eher das Gemüt als der Verstand macht - dann wirken sie.

    Umso bedenklicher, das die "Fortsetzungen" des Jedi-Mythos ("historisch" eigentlich die Vergangenheit, doch das spielt in dieser Perspektive keine Rolle) die Übernahme der Republik durch einen Diktator
    schildern ... das scheint der gefühlten politischen Wirklichkeit der Bürger mehr zu entsprechen als eine "normale" Fortsetzung der Filmreihe, wo die Jediritter die Welt wieder in Ordnung bringen.

    Und ... seltsamerweise ... folgte die Geschichte, die Historie ... in einigen offensichtlichen Perspektiven dem Film. Viele Führer der einst so stolzen freiheitlich-demokratischen USA wandten sich der
    "dunklen Seite" zu - und machten Folter ganz offiziell gesellschaftsfähig, Folter bei Menschen, die ihnen in Afghanisten von Sklavenhändlern als "Taliban" oder sonstwie böse gegen Bargeld verkauft wurden.
    (nachzulesen in einer aktuellen Stern-Ausgabe).

    Inzwischen schaue ich sehr darauf, welche mythischen Bilder die Menschen emotional bewegen....und sehe auch in der X-Men-Serie den z.T. verzweifelten Kampf von Individuen gegen ein unmenschliches System, gleiches gilt sebstverständlich für "Matrix" und viele andere Formen - und es ist kein Wunder, das gerade in diesen Zeiten der Mythos des "Herrn der Ringe" die Menschen wieder sehr anspricht...es ist das gleiche Muster.

    Märchen ... sind psychologisch ausserordentlich interessant - und hochpolitisch. Wenn man die Fähigkeit hätte, Mythen und Märchen passend zu erzählen, könnte man viele Menschen bewegen, man könnte ihre Herzen für sich gewinnen ... was wertvoller ist, als ihren Verstand zu überzeugen. Und Märchen, die die Menschen anziehen, zeigen, wie sie sich fühlen. Und manche scheinen ... diese Entwicklung im Voraus fühlen zu können.

    Wollen wir hoffen, das H.P.Lovecraft mir seinen Anfang der dreißiger Jahre geschriebenen Geschichten nicht ebenfalls einen Mythos geschaffen hat, der emotionale Wahrheiten ausdrücken wollte, denn dann ...
    sehe es nicht mehr so freundlich aus, als er von einem geheimen Priesterkult sprach (ich erwähne jetzt mal nicht die Rituale im Bohemian Grove, oder?), der nur darauf wartet, seine alten Götter wiederzuerwecken, die "Großen Alten", und zwar:

    "Dieser Zeitpunkt sei leicht zu erkennen, denn der Mensch sei dann wie die Großen Alten geworden, wild und frei jenseits von Gut und Böse, Gesetze und Moral wären dann niedergerissen, und alle Menschen brüllten, töteten und schwelgten in Lust. Dann würden ihnen die Großen Alten neue Wege zu brüllen, zu töten, zu schwelgen und zu genießen zeigen, und die Erde würde in Vernichtung, Ekstase und Freiheit flammen. In der Zwischenzeit müßte der Kult durch angemessene Riten die Erinnerung wachhalten und IHRE sichere Rückkehr prophezeien."
    (H.P.Lovecraft, Cthulhu Geistergschichten, Suhrkamp 1979, Seite 218)

    Es ist dreißig Jahre her, das ich das das erste Mal gelesen habe. Damals habe ich es überlesen, weil ich es für Mumpitz hielt. Heute ... sehe ich in diesen Zeilen schon das mögliche Programm einer politischen
    Macht, die ... einiges ändern möchte zu ihren Gunsten, ganz ohne alte Götter.
    Aber der Bilderberger und WWF-Vorsitzende Prinz Phillip, der gerne als Virus wiederkommen würde, um die Menschheit zu dezimieren, rief mir diesen geschilderten "Kult" wieder in Erinnerung.

    http://www.schiller-institut.de/seiten/wirtschaft/foodwatch/prinz-phillip.htm

    Er würde es sicherlich auch begrüßen, wenn die Menschen mehr Lust empfinden würden, sich gegenseitig zu töten. Er würde sicherlich auch wünschen, das Meldungen über Gasangriffe gegen Polizisten ... nicht zu hoch gespielt werden, damit alles weiter eskaliert....und auf einmal merkt man, das man eigentlich wirklich in einem komischen, seltsamen, bedrohlichen Film lebt...der auf unheimliche Art und Weise ECHT ist.

    Kein Wunder, das Mythen seit einiger Zeit wieder Hochkonjunktur haben, ich denke, viele Menschen fühlen ... das etwas außerordentlich Unheimliches hinter der Bühne der Weltöffentlichkeit geschieht.
    Und sie versuchen diese Gefühle irgendwie auszudrücken, weil der Verstand es nicht greifen kann ... noch nicht.

  • Der Eifelphilosoph verabschiedet sich ... und ein letzter Nachruf auf Shadow

    Nun, der Eifelphilosoph verabschiedet sich schon mal an dieser Stelle. Ich gehe nicht gern. Ich habe an diesem Ort viele wunderbare Menschen kennengelernt. Bei einigen von ihnen merke ich, das meine "Freundschaftsgefühle" über das hinausgehen, was man normalerweise bei Blogfreunden erwarten würde.
    Es war eine recht kurze Zeit, aber für mich eine sehr schöne. Ich habe das Gefühl, etwas sehr nützliches getan zu haben.

    Aber nun wir es Zeit, sich zu verabschieden. Bevor ich auf die einzelnen Gründe eingehe, jedoch erstmal ein Nachruf für einen jener Menschen, die mir innerhalb kurzer Zeit sehr ans Herz gewachsen sind, jedoch plötzlich und ohne Vorwarnung einfach verschwunden sind, ohne das irgendwer überhaupt die Chance hätte, ihn je wieder zu erreichen.

    Ich meine Shadow-behind-the-moon (ein sehr inspirierender Name, will ich meinen) die heute morgen einfach verschwunden ist. Ich habe mit ihr einen etwas regeren Mail-Kontakt gehabt, sie hat mir auf manche Scheußlichkeit aufmerksam gemacht und in ihrem nun im Nichts versunkenen Blog einige sehr interessante Dinge gesammelt ... von denen ich einige noch unbedingt lesen wollte. Das letzte was ich von ihr hörte, war ... das die Dinge, die geschehen - und die ich veröffentliche - ihr Magenbeschwerden verursachen.
    Ich persönlich will nicht hoffen, das es am Ende allen meinen Lesern so geht - aber es wäre auch ein erster Grund zu sagen - ich sag besser nichts mehr, bevor noch allen schlecht wird.

    Shadow wünsche ich auf jeden Fall an dieser Stelle alles Gute auf ihren Wegen.

    Nun zu meinem Abschied.

    Er ... geschieht nicht freiwillig. Aber er wird zwangsläufig geschehen müssen. Ich habe über diesen Prozess keine Kontrolle ... aber: ich habe wohl die Gewalt der Meinungsvernichtungsmaschine unterschätzt, war zu blauäugig und gutgläubig....und das mir, das ist schon sehr peinlich.

    Ich werde auch nicht alleine gehen, viele andere werden mir folgen müssen, denn:

    http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5hlb7bK1tiwOGULLKYckD92tqO-Zg

    SPD-Innenexperte Wiefelspütz für Ausweitung von Internetsperren
    Vor 9 Stunden

    Berlin (AFP) — Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz hat sich dafür ausgesprochen, die im Gesetzentwurf gegen Kinderpornografie vorgesehene Sperrung von Internetseiten auch auf andere kriminelle Seiten auszuweiten. "Natürlich werden wir mittel- und längerfristig auch über andere kriminelle Vorgänge reden", sagte Wiefelspütz der "Berliner Zeitung" (Samstagsausgabe). "Es kann doch nicht sein, dass es im Internet eine Welt ohne Recht und Gesetz gibt." Er könne sich vorstellen, auch Seiten mit verfassungsfeindlichen oder islamistischen Inhalten zu blocken, sagte der SPD-Politiker: "Eine Zeitung darf ja auch keinen Mordaufruf veröffentlichen." Bislang plant die Regierung nur eine Blockade kinderpornografischer Inhalte im weltweiten Datennetz.

    Bei der Union stießen die Äußerungen von Wiefelspütz auf Widerstand. "Ich halte es für richtig, sich erstmal nur mit dem Thema Kinderpornografie zu befassen, damit die öffentliche Debatte nicht in eine Schieflage gerät", sagte Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) der "Berliner Zeitung". Sein Fraktionskollege Laurenz Meyer (CDU) betonte: "Es geht uns ausschließlich um Kinderpornografie."

    Es kann doch nicht sein, das es im Internet eine Welt gibt, die sich den Anordnungen der Regierung entzieht, das es da Orte gibt, wo der Bürger einfach mal so öffentlich schreibt, was ihn umtreibt, ohne das man die Möglichkeit hat, diese Meinung im Interesse von Aufschwung, Parteienfilz und schleichender Entdemokratisierung zu zensieren.

    Ein offenes Bekenntnis zur Exekution der politischen Willensbildung in diesem Land. Eine ganz kleine Meldung am Rande, aber der von Arno Luik im Stern erwähnte Putsch (wir berichteten) rollt halt weiter.

    Und keiner nimmt ihn ernst.

    Die Printmedien werden diese Bewegung selbstverständlich unterstützen, genauso wie die Pornoindustrie
    den Jugendschutz mit eigenen Zensurprogrammen unterstützt (wir berichteten).

    Kriminell, verfassungsfeindlich, islamistisch ... sind erstmal hohle Füllwörter, die ganz schnell mit willkürlichen Inhalten gefüllt werden können.

    Kritik am Parteienfilz: verfassungsfeindlich.

    Kritik an Hartz IV: kriminell

    Aufruf zu Religionsfreiheit: Islamistisch

    Kritik an Auswürfen von Politikern: kriminell

    Kritik an der Wirtschaft: verfassungsfeindlich

    Kritik an Korruption: kriminell

    Kritik an den USA: islamistisch

    Kritik an Kinderfolterpornos: kriminell und verfassungsfeindlich

    Kritik an der Regierung: islamistisch, kriminell und verfassungsfeindlich

    Kritik an den Medien: islamistisch, kriminell und verfassungsfeindlich

    Kritik an Steuerverschwendung: islamistisch, kriminell und verfassungsfeinlich

    Kritik an Bombadierung von Zivilisten im Ausland: islamistisch, kriminell und verfassungsfeindlich

    Kritik an den Banken: islamistisch, kriminell und verfassungsfeindlich

    Kritik an Merkel, Schröder, Clement, Missfelder, Sarrazin: Majestätsbeleidigung = kriminell (Sonderfall)

    Kritik an der Wirtschaftsordnung: islamistisch, kriminell und verfassungsfeindlich

    Kritik an der Wahlprozedur: verfassungsfeindlich

    Kritik an der Justiz: islamistisch, kriminell und verfassungsfeindlich

    Kritik an der Gesetzgebung: islamistisch, kriminell und verfassungsfeindlich

    Kritik an der Polizei: islamistisch, kriminell und verfassungsfeindlich

    Kritik an Kritikern: islamistisch, kriminell und verfassungsfeindlich

    Kritik an der Kritik: islamistisch, kriminell und verfassungsfeindlich.

    Die Ausführung der einzelnen Punkte überlasse ich gern dem geneigten Leser mit Phantasie, Erfahrung in der politischen Kultur der BRD und Hang zu Kreuzworträtseln.

    So ... aber bevor ich jetzt durch die Parteinmafia mundtot gemacht werde ... wollte ich mich eben an dieser Stelle schon einmal offiziell verabschieden und mich außerordentlich herzlich bei all jenen Lesern und Blogfreunden bedanken, die mich auf meinem kurzen Weg begleitet haben.

    Aber bis ich mundtot gemacht werde, kann ich dem asozialen Sozialfaschistenpack, den Parteiendiktatoren, den Wirtschaftsräuberbaronen da draußen noch versprechen, das ich zwar nicht bis zur letzten Patrone
    (die ist schon lange fort) aber bis zum letzten Wort dafür streiten werde, das dieses Land wird, was es mal war: ein demokratischer sozialer bildungs - und wohlstandsfördernder Staat. Und bis zum letzten sichtbaren Tastenanschlag möchte ich mich einsetzen für den, der den ganzen Dreck durch seine Arbeit bezahlt, der ausgeplündert wird, bis er letztendlich bettelnd auf der Straße landet, der verarscht wird, das es nur so kracht und der ein gutes Leben hätte, wenn nicht eine asoziale Egoistenbande ihn beständig drangsalieren würde: den kleinen Mann.

    In diesem Sinne: bis später!

    Solange noch Zeit ist.

  • Zu Gast bei ... Nichtwählern ... und der finstere Plan des Eifelphilosophen

    Also, morgen geht es ja los. Europawahl ... "hast du einen Opa, schick in nach Europa". Wieder einmal die Qual der Wahl zur Wahl der Qual. Möchte ich eher die Diktatur der Renditeoptimierer oder die Diktatur des Proletariats? Oder irgendeine Diktatur dazwischen? Vielleicht mit ein bischen Wums gewürzt, Dosenpfand, Froschrettung und gezielten Bombenterror inklusive? Oder etwas mehr Kleingeld für Rentner, Arbeitslose und chronisch Kranke? Oder sollen die alle besser ins Renditeoptimierungslager zur Rettung der Konkurrenzfähigkeit dieses Landes?

    Mir fällt die Wahl da echt schwer. Und seltsam ... obwohl die Welt so voller Probleme ist, die man dringend anpacken muß ... fällt es vielen anderen auch schwer, sich für irgendeinen Mumpitz zu entscheiden.

    Die Gewinner der Wahl stehen schon längst fest: die Nichtwähler. Könnten die absolute Mehrheit bekommen.
    Die haben auch eine eigene Partei:

    http://www.parteidernichtwaehler.de/wahlen.htm

    Das Programm ist sogar auf den ersten Blick für Feld-Wald- und Wiesenphilosophen reizvoll, nur völlig
    unrelevant, denn: wenn ich die Partei der Nichtwähler wählen würde, wäre ich ja automatisch kein Nichtwähler mehr und hätte in der Partei nichts zu suchen. So etwas stört mich halt, da kann ich sehr pingelig werden.

    Verstehen kann ich Nichtwähler recht gut. Für die Gülle, die da abläuft, will ich eigentlich auch nicht verantwortlich gemacht werden. Mich hat auch niemand gefragt, ob ich dieses Europa da überhaupt will.
    Mich hat auch keiner gefragt, ob ich 14000 Euro für die Abgeordneten da für akzeptabel halte (und nur, damit kein Irrtum entsteht: halte ich nicht. 2000 plus Spesen wäre absolut genug für diese ehrenvolle Aufgabe - und würde sicherstellen, das mehr engagierte Idealisten den Job annehmen. Also ... ich würde es tun). Und einer schleichenden Auflösung der Souveränität der BRD habe ich, als Souverän und Herrscher dieses Landes, auch nicht zugestimmt. Die anderen Souveräne auch nicht ... die meisten jedenfalls.

    Zumindest all diejenigen, die Morgen lieber zu Hause bleiben. Ist sowieso gerade empfindlich kalt, da kann man sich schnell was wegholen.

    Gut heißen kann ich das natürlich nicht. Das Modell meines geschätzten Blogfreundes "Dreckscheuder" (großes rotes Kreuz quer übers Blatt mit persönlicher Widmung) finde ich da sehr akzeptabel, es ist eine eindeutige Willensbekundung eines Wählers, die mir persönlich sogar wichtiger wäre als das anonyme Kreuz. Mir als Politiker wäre das sogar enorm wichtig, denn das würde mir zeigen, das ich versagt habe.

    Mögliche 60% Nichtwähler zeigen der ganzen europäischen und bundesdeutschen Politik, das sie versagt hat.

    Wo bleiben eigentlich die Kampagnen zur Wählermobilisierung? Die Studien und Forschungen zur Nichtwählerproblematik ... Studien, die Antworten bringen?

    Wollen die alle ihren Kaiser Willhelm wiederhaben? Oder einen neuen österreichischen Führer mit Visionen, der sagt, wo es langgeht? Oder sind die einfach nur faul und wollen sich drücken?

    Ich finde, letzteres sollte man absolut ausschließen - und deshalb habe ich einen finsteren Plan entwickelt. Einen ganz finsteren Plan im Krieg gegen die Nichtwähler, die unser ganzes schönes fein geputztes System einfach ignorieren - aus welchen Gründen auch immer.

    Man weiß ja, wieviel Wähler man hat, nicht wahr? 60 Millionen sind´s hier knapp. Wir rechnen also die Prozente der Parteien nicht aus den abgegebenen Stimmen aus (immerhin sind wir eine Demokratie und kein Parteienförderverein), sondern beziehen das auf das Gesamtstimmenvolumen.

    Das wäre auch korrekt, denn der Nichtwähler sagt zumindest eins ganz deutlich: ich will DIE NICHT!
    Wäre also falsch, einfach so zu tun, als hätte er sie doch gewollt, wenn er zur Wahl gegangen wäre.

    Da hat dann eine Partei eben nicht nur 20 % der Stimmen, sondern nur 5 %. Und dafür darf sie dann ihre Opas nach Europa schicken.

    Jetzt hat der aufmerksame Leser sicher festgestellt, das da je ein paar Sitze im EU-Parlament eingespart werden könnten. Aber halt! Das schwebt mir nicht im Sinn.

    Wir haben ja die Wahllisten. Wir wissen nicht, WAS die Leute wählen. Aber wir wissen genau, wer DA WAHR.

    Und jetzt holen wir unsere Lottofee und wählen entsprechend der Sitzzahl, die eine Nichtwählerpartei
    erreicht hätte, willkürlich ein paar hundert Wahlverweigerer aus und schicken sie nach Europa.

    Zur Strafe. Einführung der Mitregierungspflicht für Souveräne, entsprechend den Regeln des Wehr- und Zivildienstes. Wer nicht dezidiert was genommen hat, was im Angebot war ... sollte beweisen können, das er es besser macht. Ob ein- zwei- oder vier Jahre ... die Details überlasse ich erstmal anderen.

    Hier geht es mir erstmal um die Einführung des Prinzips der direkten Zwangsdemokratie zur Rettung demokratischer Prinzipien.

    Was meint ihr, was das für Bewegung im Land geben würde!

    Entweder gehen auf einmal alle wählen ... oder gar keiner mehr, weil alle mal mitreden wollen.
    Ein herrlich kunterbuntes Parlament hätte man da. Die Parteien würden wieder flott gemacht, weil man ihnen an die Fleischtöpfe geht, der Souverän würde in die Pflicht genommen ... ein unglaublicher Ruck würde durch das Land gehen.

    Und man würde dem Willen des Souveräns genüge tun, denn die Mehrheit will mit dem europäischen Theater scheinbar nichts mehr zu tun haben. Das wiederum ... ist einzig Schuld der Politiker, nicht des Souveräns.

    Wenn der König nicht mehr zu den Beratungen seiner Berater kommt ... sollten sich die Berater Sorgen machen, nicht der König.

    Und das der König keine Lust mehr hat, sich um sein Land zu kümmern ... ist untolerabel. Da man aber
    DIESEN Souverän nicht abwählen, erschiessen oder einsperren kann (obwohl manche das sicher gerne möchten),
    wird man mit ihm leben müssen. Also: muß man ihn notfalls mit sanfter Gewalt zu den Beratungen im Parlament hintransferieren.

    Was würde da endlich mal wieder spannend geredet werden! Da käme wieder richtig leben in die Bude und die Einschaltquoten bei Parlamentsdebatten würden in die Höhe schnellen, wenn die zwangsrekrutierten Parlamentarier einfach mal so ihre Meinung sagen würden ... BIG BROTHER wäre nichts dagegen.

    Und ehrlich: dann würde sich sogar der Eifelphilosoph wieder einen Fernseher anschaffen! Das würde ich mir um keinen Preis auf der Welt entgehen lassen wollen!

    Ach ja, und wer meint, dann würde dieses Land ja unregierbar werden ... wenn ich mir die Ergebnisse der Politik der letzten Jahrzehnte so anschaue, scheint mir unregierbar besser zu sein als schlecht regiert zu werden. Und die Verwaltung läuft ja weiter ... nur anstatt kopflos herumzuregieren, würden wir erstmal miteinander reden müssen - und so eine Pause täte momentan allen mal gut, will ich meinen.

  • Der verdrängte Krieg: Giftgas in Deutschland 2009 und der stille Kampf gegen die Polizei

    In diesem unübersichtlichen Mediendschungel findet man manchmal sehr seltsame Gewächse, von denen man sich fragt, warum sie nicht größer werden:

    http://www.morgenpost.de/berlin/article1102610/Polizisten_erstmals_mit_Chemie_Bombe_attackiert.html

    Zum ersten Mal wurden bei den Kreuzberger Krawallen rund um den 1. Mai Polizisten mit einer neuartigen Chemie-Bombe attackiert. Nach Angaben der Polizei zündete der Sprengsatz wie eine Nebelgranate, verströmte dann aber einen gelblichen, geruchlosen Rauch, der in wenigen Sekunden 47 Beamte außer Gefecht setzte.

    Ich hoffe, die Morgenpost erlaubt mir, mal ausnahmsweise umfänglicher zu zitieren, damit man sich an dieser Stelle auch ein Bild von dem Geschehen machen kann:

    Wie Morgenpost Online aus Sicherheitskreisen erfuhr, wurde die Granate den Beamten in der Nähe des Kottbusser Tores vor die Füße geschleudert. „Sie zündete zunächst wie eine dieser eher harmlosen Nebelgranaten, wie man sie vom Fußball kennt“, sagt ein Polizist. In unmittelbarer Umgebung der Beamten habe sich schnell „gelber, geruchloser Nebel“ verbreitet. Dieser sei von den Kollegen zum Teil eingeamtet worden.
    „Wenige Sekunden später führte diese Substanz bei den Beamten augenscheinlich zu einem Orientierungsverlust“, so der Polizist weiter. Einige konnten sich nur noch kriechend bewegen, andere mussten auf der Stelle erbrechen. Durch die schwierige Einsatzlage sei es nicht möglich gewesen, die ausgebrannte Granate zu sichern. Auch später sei der Rauchtopf – trotz intensiver Suche – unauffindbar geblieben

    Der erstmalige Einsatz von Giftgas auf deutschem Boden im Rahmen einer politischen Auseinandersetzung ist doch eine Meldung, die eigentlich auf die Titelseite eines jeden Nachrichtenmagazins gehört. 47 vergiftete Polizeibeamte sind doch kein Pappenstil! Das das Gas nicht bekannt ist, macht die ganze Sache auch nicht gerade freundlicher.

    Wir hatten doch eine umfangreiche Berichterstattung über die Randale am 1.Mai, manche meinten, es wäre nicht so schlimm, andere meinten, es wäre viel schlimmer - vielleicht hätte man dem Leser und Souverän dieses Landes über die neue Qualtität dieser Auseinandersetzung einfach mal informieren können, damit er sich selbst eine Meinung bilden kann. Aber scheinbar hält es kaum jemand für nötig, den Souverän zu informieren, das er bei der nächsten Runde Chaoten gegen Ordnungshüter besser mit Gasmaske einkaufen geht, bevor er mit unbekannten Stoffen verseucht wird.

    Aber stattdessen ... Stille. Sogar beim Spiegel.

    http://info.kopp-verlag.de/news/medienmaerchen-wie-spiegel-online-deutsche-polizisten-fassungslos-macht.html

    Dabei wäre das doch eine Meldung gewesen, die gerade den rechten Rand unserer Republik hätte aufwühlen müssen. Und erst recht die Politiker. Was hätte man da nicht alles für schöne Gesetze planen und durchführen können im Namen der Sicherheit? Ungeahnte Verbotsmöglichkeiten hätten sich eröffnet, das auf den Zug keiner aufgesprungen ist, verwundert mich mehr als sehr.

    Seit wann ist es eigentlich politisch korrekt, Menschen zu vergasen. Ja, das überrascht vielleicht manche, aber in diesen Uniformen stecken in der Tat Menschen. Die waren irgendwann mal ganz klein, hatten große fragende Augen, strahlten die ganze Welt an ... und viele von ihnen wurden Polizeibeamte, um die Welt ein klein bischen besser zu machen und das, was gut ist, zu erhalten.

    Manche sind ausgemachte Arschlöcher, das muß man in aller Deutlichkeit mal sagen, doch auch die verdienen es nicht, vergast zu werden....erst recht nicht in Massen.

    Mir scheint, das dies keine Kleinigkeit ist, die dort am Rande der Öffentlichkeit geschehen ist, und die Ignoranz der Massenmedien beunruhigt mich sehr. Da liegt der Ball vor dem Tor ... und keiner tritt ihn hinein. Wie mag man sich als Polizist fühlen, wenn ein Gasangriff auf die eigene Person ... keinen interessiert.

    Beschissen, will ich meinen. Sehr beschissen, wenn man auch noch Kinder hat.

    Und welche Folgen hat so ein Umgang mit Menschen? Sie ... werden unangenehm. Und schon wird´s interessant, denn es sind ja keine "wehrlosen" Opfer, die dort ausgesucht worden sind. Sie repräsentieren die Staatsmacht ... die vom Volk auf einmal in ihrem Leid allein gelassen wird.

    Da sie weder Roboter noch gefühllos sind, werden sie ... ungehalten. Das verführt sehr schnell zu: "allein gegen alle". Und dann schlagen die auch zurück, um mal eine Auflistung aktueller Polizeigewalt gegen Bürger zu bringen, die eine Bloggerkollegin gesammelt hat.

    http://gegenpolizeigewalt.blogsport.de/2009/05/20/wuppertaler-polizisten-vor-gericht-updated/

    http://www.duckhome.de/tb/archives/6616-Kirchentag-verbietet-Antifa-Materialien.html

    http://www.scharf-links.de/109.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=5327&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=60fd6f1686

    http://christianfender.wordpress.com/2009/05/26/deutschland-muss-sterben-damit-wir-leben-konnen/

    Kann es sein, das gewisse "interessierte Kreise" hier gezielt Menschen in Uniform gegen Menschen ohne Uniform aufwiegeln wollen?

    Nein, natürlich nicht, denn die Erde ist eine Scheibe, um die sich die Sonne und die Sterne drehen und der Herrgott wacht über alle seine Schäfchen in diesem fehlerfreien Paradies.

  • Opel Opel! Volksverarschung im großen Stil!

    Das neue Wort für Bitte: Opel. Und: entschuldigt bitte des drastische Wort in der Überschrift, normalerweise kann ich mich ja beherrschen, aber ... diesmal nicht.

    Wie oft habe ich zu diesem Schrott schon geschrieben? Öfter als er es wert ist, soviel ist sicher.
    Hätte man ihn einfach dichtgemacht, wie auch der Guttenberg vorgeschlagen hätte, hätte man sich viel erspart, aber nein, es ist Wahlkampf, jeder muß sich eben noch schnell wichtig machen, egal ob es was nützt und egal was es kostet ... zahlt ja sowieso der Steuerzahler.

    Nun, GM meldet sich wieder zu Wort, macht aber nicht OPELOPEL sondern einfach mal klar: die Patente kosten doch ein dickes Sümmchen. Tja, schade, der Deal war wohl doch Mist und der Guttenberg, der bezüglich Volksverarschung noch Nachholbedarf hat, hat einfach Recht gehabt. OPELOPEL macht aber nicht nur GM, denn: da hatte man doch glatt bei den Verhandlungen eine Kleinigkeit vergessen: 4.500.000.000 Euro Pensionsgelder, die eigentlich keiner zahlen willund keiner zahlen kann.

    http://wirtschaft.t-online.de/c/17/79/04/14/17790414.html

    OPELOPEL mal wieder beim Kanzleramt machen, denken die sich gerade, sagen aber nichts dazu, genauso wie Acandor, denn die stehen näher am Abgrund als gedacht:

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/arcandor-steht-naeher-am-abgrund-als-bekannt;2328661

    Wer nicht mehr OPELOPEL machen darf, sind die "Transferempfänger", denn da hat jetzt mal einer nachgerechnet und festgestellt, der deutsche Sozialstaat verteilt so gut um, das man es kaum glauben kann:

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/sozialstaat-arbeitet-besser-als-gedacht;2327264

    Klar, deshalb haben auch 20 % der Deutschen 91 % des Vermögens. Die haben halt seit zwanzig Jahren viel besser OPELOPEL gemacht als die anderen. Für manche arbeitet der Sozialstaat wirklich besser als gedacht, gedacht war er allerdings nicht zur Rettung vor Renditewahn.

    Schön fand ich die Formulierung "besser als erwartet", bei den Besitzverhältnissen hätte wohl auch jeder erwartet, das er gar nicht mehr funktioniert. Einfach mal die Arbeitnehmer fragen, die in zwei Jahren ihr mühsam mit ihrer Gesundheit erarbeitetes Kleinvermögen zur Finanzierung des Sozialstaates verhartzen müssen um dann fortan als gesellschaftliches Grundübel ihr Dasein fristen zu dürfen....die können live berichten, wie gut die Umverteilung praktisch klappt, auch wenn rein rechnerisch nichts dran auszusetzen ist.

    Und damit nicht noch mehr auf die Idee kommen, OPELOPEL zu machen, gibt´s von der Bundsbank erstmal einen satten Erwartungsdämpfer, mal wieder wie üblich kam alles schlimmer als erwartet.

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/bundesbank-toppt-horrorszenario-der-regierung;2329218

    im Jahresmittel 2010 werden dann laut Bundesbank rund eine Million Menschen mehr arbeitslos sein als in diesem Frühjahr - rund 4,4 Millionen.

    Die versteckte Botschaft an alle Opel-Fans: genug geopelt, wir haben auch Probleme. OPELOPEL seid nicht so böse zu uns bei der Wahl. Wir wollten doch immer nur Euer Bestes: euer Geld. Das haben wir jetzt und so ist es auch gut so.

    OPELOPEL werden wohl bald auch Aktionäre machen müssen, denn ihre Dividenen sind im freien Fall:

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/aktienanalysen/dividenden-im-freien-fall;2328915

    Wäre mal schön zu wissen, wieviel Aktien sprich Firmenanteile momentan mit dieser Unmenge amerikanischer Dollarnoten gekauft werden, die gerade wie Klopapier gedruckt werden. Gibt sicher lustige Gesichter, wenn man am Ende der Krise merkt, das man viele wertvolle Firmenanteile gegen Dollars verkauft hat, die eigentlich gar nichts mehr Wert sind.

    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Immerhin ist deren Präsident gerade hier und sagte: "wonderful".

    Würde ich auch sagen, wenn ich für mein Klopapier einen Dom kaufen könnte.

    Doch trotz OPELOPEL läßt sich die Krise nicht aufhalten.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,628762,00.html

    "Eine Unterstützung der Eigentümer über das bisherige Engagement der Landesregierung hinaus ist nicht möglich", sagte der Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Jürgen Seidel (CDU), am Freitag, nachdem er am Vorabend mit dem russischen Aufsichtsrat der Werften, Andrej Burlakow, wegen der Krise verhandelt hatte. Nach den bisher geleisteten Krediten und Bürgschaften von Bund und Land in Höhe von 220 Millionen Euro seien zunächst die Eigentümer in der Pflicht, ihren Anteil zur Rettung eines der größten Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern zu erbringen.

    Klasse, nicht wahr? 220 Millionen Euro kassieren, dann ein Jahr warten ... und zu ist der Laden.

    So endet halt üblicherweise die OPELEI. Klar, ein Jahr lang mußte man die Arbeitnehmer mit durchfüttern, aber wenn man nebenbei noch des KnowHow der Werft in den Osten verschachert hat, dann hat man trotzdem einen guten Schnitt gemacht. Großen Klarblick erweist übrigens wieder der Münte:

    Auch SPD-Chef Franz Müntefering hatte sich zu Wochenbeginn bei einem Besuch optimistisch zum weiteren Bestehen der angeschlagenen Wadan-Werften geäußert. ... und eine Woche später sind die Pleite ... da guckste, Münte, was?

    Das Prinzip Hoffnung als Wirtschafts- und Ausgabenprinzip ähnelt dem eines Lottospielers, aber ich gehe mal davon aus, das Münte trotzdem gewählt werden möchte. Immerhin hat er ja noch vor, den arbeitslosen Werftarbeitern das Essen zu streichen, wenn die keine Arbeit mehr haben, denn dank der Subventionen ist dafür natürlich kein Geld mehr da. Schon vergessen? Münte: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

    http://www.zeit.de/online/2006/20/Schreiner

    Deshalb seine Hoffnung, denn verhungerte Werftarbeiter sind nun wirklich nicht mehr lustig.

    Darf ich auch mal OPELOPEL machen? OPEL, liebe Wähler, bald ist WAHL und OPELOPELOPEL macht da keinen Mist.

    Ein frommer Wunsch, nicht wahr? Denn bei dem Angebot ... kann wohl nur der keinen Mist machen, der nicht mehr hingeht.

    Und das werden bald die Meisten sein.

  • Kungfusuizid und verlorene Flugzeuge

    Ja, die Nachrichten mal wieder. Da trauern schon alle über das abgestürzte Flugzeug, eine Erklärung kam schon, bevor man überhaupt wußte, was geschah ... jetzt ist man sich auch ganz ganz ganz sicher, das es sich um dieses böse Gewitter gehandelt hat - und da platzt die Bombe:

    http://de.news.yahoo.com/2/20090605/tts-gefundene-wrackteile-stammen-nicht-v-c1b2fc3.html

    Die von der brasilianischen Marine im Atlantik gefundenen Flugzeug-Wrackteile stammen nicht von der am Montag verunglückten Air-France-Maschine. Dies teilte Luftwaffensprecher Ramón Cardoso in Recife im Nordosten Brasiliens mit. "Bisher ist kein Teil des Unglücksflugzeugs geborgen worden." Damit widerrief Cardoso eigene frühere Angaben. Am Morgen hatte er noch erklärt, Marineschiffe hätten erste Trümmer der abgestürzten Air-France-Maschine aus dem Atlantik geborgen.

    Trotzdem reden die Journalisten immer noch von der abgestürzten Maschine, als ob sie dringesessen hätten.
    Haben sie aber nicht, denn sonst wären sie jetzt auch weg. Ein Flugzeug, das nicht mehr da ist, ist aber nicht automatisch abgestürzt. Der korrekte Sprachgebrauch wäre: verschollen. So nennt man das, wenn etwas weg ist, man aber nicht weiß, wo.

    Das erwarte ich von korrekten Nachrichten. Einfach das berichten, was man weiß. Nicht das, was man sich ausmalt. Selbst wenn dieses Wissen nur besagt, das man nichts weiß. Natürlich senden die Printmedien entsprechend ihres Anspruches sofort hundert Reporter in das betreffende Seegebiet, die ausgestattet mit
    besten Bergungsgerät die Maschine suchen.

    Nein ... tun die natürlich nicht. Sie sitzen wie ich vor dem Bildschirm und warten darauf, was passiert.
    Und wenn nichts passiert ... war es eben ein Absturz. Ist so in der Redaktionskonferenz beschlossen worden.

    Ich ... bleibe aber pingelig. So sind wir in der Eifel, wir halten uns nicht an die Beschlüsse der Redaktionskonferenz, wir sind Pragmaten und warten auf Leichen. Und wenn die nicht kommen ... sind die Menschen verschollen.

    Alles andere sind Mutmaßungen, die ich auch anstellen könnte. "Von UFO´s entführt" ... Bätsch! Von irgendwem abgeschossen, von Drogenbaronen geklaut, von Organdieben entführt ... oder einfach in den Teich gefallen - der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Außer die Grenzen, die Okham für die Wahrheitsfindung setzt: immer die Wahrheit aktzeptieren, die am wenigsten Hypothesen braucht.

    "Abgestürtzt ohne Spuren" verlangt mehr Annahmen als "entführt", denn "entführt" erklärt automatisch das Ausbleiben von Spuren. Taucht niemals irgendeine Spur auf, ist "entführt von UFO´s" ... so verrückt es klingen mag ... die Erklärung mit den wenigsten Annahmen.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,628313-4,00.html

    Die Ursache des Unglücks ist noch komplett ungeklärt. Die Fluggesellschaft war zunächst von einem Blitzschlag ausgegangen - doch Experten bezweifeln das. Zum einen halten sie es für unwahrscheinlich, dass die Piloten ein Gewitter durchquert haben. Zum anderen gelten Verkehrsflugzeuge von der Größe des verunglückten Airbus 330-200 als ziemlich unempfindlich gegen derlei Wetterkapriolen.

    Eine lustige Meldung.....denn bisher haben wir noch gar kein Unglück. Nur eine verschollene Maschine, die aller normalen Wahrscheinlichkeit nach nicht hätte verschwinden dürfen. So etwas ist in der Tat schwer erklärbar. Trotzdem ist sie weg ... ganz spontan und ohne Notruf vom Radar verschwunden. Und bislang ohne Wrackteile.

    Aber mit einem riesigen Mediengetöse....das schön demonstriert, wie das Nachrichtengeschäft im Jahr 2009 funktioniert: erklären statt melden, Quote statt Qualität.

    Und in dem Krach gehen Nachrichten unter, die viel bedenklicher sind. Ein Selbstmord von einem Menschen, der Fernsehzuschauern schon fast ein Freund geworden ist.

    http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,628612,00.html

    David Carradine hat sich ... vermutlich ... erhängt. Tun wir mal so, als wäre es wirklich so gewesen, denn wissen können wir es nicht. Aber es gibt ... anders als bei dem Geisterflugzeug ... bislang keinen Grund etwas anderes anzunehmen.

    Trotzdem ist diese Nachricht von höchstem Interesse ... weil sie zeigt, das selbst Reichtum und Ruhm das Leben nicht so erscheinen lassen, das es lebenswert wird. Wie kürzlich zitiert ... sind diese Sinnkrisen eher ein Problem der Reichen, die Armen haben echte Probleme - und bewältigen sie.

    Und doch, wäre Carradine noch am Leben, würden die Journalisten ihn preisen als Modell eines erfolgreichen Lebensentwurfes. Ähnliche Lobpreisungen kusieren ja tagtäglich zu hunderten im Blätterwald und diskriminieren automatisch das unwichtige und bedeutungslose Leben des Kleinen Mannes.
    Aber der Kleine Mann schafft etwas, das Carradine und Merkle nicht geschafft haben: überleben.
    Mit ganz wenig Geld und gar keinem Ruhm. Viele überleben sogar trotz Regelsatz und schaffen es sogar, ihre Kinder mit noch niedrigeren Regelsätzen am Leben zu erhalten, ohne das sie auf der Straße um Brot betteln müssen. Stolz und Adel der Seele zeigt sich hier ... doch diese Helden feiert niemand.

    Und die gefeierten Helden ... bringen sich um. Immer wieder. Warum nur?

    Wahrscheinlich werden wir auf diese Frage nie eine erschöpfende Antwort bekommen.

    Genausowenig, wie wir das verschollene Flugzeug finden werden? Man wird es sehen. Aber wenn man mir nicht bald handfeste Beweise zeigt, denn gibt´s mit der groben Okham-Kelle: "Ufo´s entführen Passagierflugzeug", werde ich dann tönen - mal sehen, wem der Kleine Mann mehr glaubt. Als jemand, der
    täglich ums Überleben kämpft, ist er nämlich auf Wahrheit wesentlich mehr angewiesen als jemand, der
    nur für die Verbreitung von beliebigen Wahrheiten bezahlt wird, um das Volk ruhig zu halten.

    So ... und jetzt sucht mal schön.

    Und dem David Carradine, den ich als Schauspieler sehr geschätzt habe ... ein Lebewohl an dieser Stelle.

  • Der Eifelphilosoph im Krieg Blogger gegen Journalisten

    Ich bin ja ein sehr harmloser Mensch. Wenn man mich nicht ärgert. Dazu rufe ich ja auch keinen dirket auf.
    Trotzdem tun die das. Ich mache ja nur ganz harmlose Dinge. Lese Bücher, zum Beispiel. Und oft erzähle ich davon, was ich davon halte - so in kleinem Kreis. Ich schreibe auch Bücher - und lese sie auch nur im kleinen Kreis vor. Nachrichten konsumiere ich auch. Und manchmal schreibe ich was dazu. Im Unterschied zu den Büchern erscheint das was ich zu den Nachrichten schreibe nicht nur auf dem Bildschirm, sondern
    in einem "Blog". Das ist nicht meine Schuld. Das wollten Menschen, die meine Meinung sonst am Telefon erfahren. Am Telefon kann ich auch besser zornig werden. Hier ... geht das schlecht.

    Und auf einmal werde ich wach und befinde mich in einem Krieg. Dabei mag ich Krieg überhaupt nicht.
    Taktik und Strategie finde ich faszinierend. Hilft auch im Alltag im Umgang mit der Umwelt. Aber Leichen mag ich nicht wirklich...und halte das für ganz normal.

    Blogger gegen Journalisten. Hat mich eigentlich nicht so interessiert, dieser Krieg. Gott sei Dank gibt es ja auch keine Toten dabei. Aber der amerikanische Senat hat sich für diesen Krieg interessiert ... na ja, die haben zu Kriegen und Leichen ja auch offensichtlich eine andere Einstellung als ich.

    Grund genug, sich mit ihnen mal auseinanderzusetzen, hören wir zuerst mal einen Experten:

    http://www.zeit.de/online/2009/20/zeitungskrise-onlinejournalismus

    Das Internet sei kein Ersatz, der Blog könne die eigene Anschauung, die Fakten und deren gründliche Gewichtung nicht ersetzen. "Wie viel Eurer Blogs besteht aus bloßer Meinung", sagte er bissig in Richtung der Online-Leute, "und wie viel davon basiert auf von Euch selbst recherchierten Fakten? 70 zu 30? Oder gar 80 zu 20?"

    Selbst recherchierte Fakten? Könnte ich eine Menge bringen, gerade um eine der Kritiken zu entschärfen,

    Die Menschen zwischen Seattle und Baltimore wüssten immer weniger, was in ihrer Stadt und in ihrer Nachbarschaft passiere. Sie nähmen deshalb immer weniger Einfluss auf die Zukunft ihrer Gemeinde.

    Der Eifelphilosoph hat vor drei Tagen einen Birnenbaum gepflanzt, den er für günstige 6,50 Euro im Baumarkt erworben hat.

    Das passiert in der Eifel. Jetzt wißt ihrs. Ich habe diese Nachricht nicht nur selbst recherchiert, sondern sogar selbst produziert. Das machen Journalisten je gelegentlich auch mal, wenn man z.B. an die Hitlertagebücher oder die medialen Hartz-Familien denkt. Aber meine Nachricht ist nicht zum Zwecke der Umsatzsteigerung produziert worden, sondern weil der Birnenbaum so billig war. Ich dachte aber nicht, das mein Birnenbaum vom nationalen Interesse wäre. Aber bitte schön: hier ist die Nachricht.

    Weiter im Text.

    Der Blog könne die eigene Anschauung, die Fakten und deren gründliche Gewichtung nicht ersetzen.

    Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Gegen die eigene Anschauung ist ja nichts zu sagen, meine veröffentliche ich ja täglich. Gegen Fakten ist auch nichts zu sagen ... allerdings verdiene ich mein Geld nicht mit der Nachrichtenübermittlung. Das tun andere. Aber die gründliche Gewichtung von Fakten nehme ich lieber selbst vor ... und ich glaube, das genau das ein Punkt ist, der die Zeitungsgiganten sehr stört.

    Denn ein Blog ist eigentlich ... in meinem Verständnis ... nichts anderes als ein Leserbrief. Allerdings einer, den man nicht kürzen und verstümmeln kann, wie es einem gerade paßt. Außerdem erscheint dieser Leserbrief unabhängig von der Zeitung. Und wenn der Leser mehrere Zeitungen liest, wie ich es tue, entsteht manchmal ein Bild, das von dem "gewünschten" Eindruck deutlich abweicht, den die jeweils einzelnen Artikel mit ihrer eigenen Gewichtung machen wollten.

    Und schon wird der Blog gefährlich ... weil er freie Meinungsbildung öffentlich macht. Und wenn man eine gründliche Ausbildung in Logik hat - wird´s schon mal peinlich für die Herren des Fischeinwickelpapiers.

    Ich wünsche mir schon seit Jahrzehnten ein Nachrichtenmagazin, das nichts anderes bringt als Fakten.

    Aber was bekomme ich?

    Ein bischen Fakt ... beschmiert mit einem dicken Pfund Meinung.

    Überall.

    Das ist ja auch gut so, denn so war ich gezwungen, die verschiedenen Perspektiven einer Nachricht im Internet selbst zu recherchieren, um mir so mühevoll den Weg durch den Informationsdschungel zu bahnen und die echten Fakten aus dem Meinungsdickicht mit großer Anstrengung herauszuarbeiten.

    Das ist Alltagsleserarbeit im Jahre 2009. Fakten aus Nachrichtenerdrutschen schürfen. Auch ... weil der Bürger ja nicht alles erfahren darf. Manches könnte ihn beunruhigen. Das könnte sich schlecht auf das Konsum- und Anlegeverhalten auswirken. Politiker sprechen da zu bezahlten Journalisten gerne von:
    Verantwortung wahrnehmen. Und das machen die dann auch gerne, damit sie zum Bundespresseball eingeladen werden und weiterhin mit vorsortierten Nachrichten versorgt werden, die wir dann alle kritiklos schlucken sollen.

    Aber: schauen wir uns doch mal die Position der "Blogger" an:

    Onlinebetreiber hingegen meinten, dass man heute auf die gedruckte Zeitung gut und gerne verzichten könne, denn das Internet erledige das Nachrichtengeschäft ebenso gut. Print sei von gestern, man brauche heute keine Bäume mehr zu fällen, um Nachrichten zu lesen.

    Nun, das mit den Bäumen gefällt mir. Und das "Nachrichtengeschäft" wird von den Internetjournalisten sicher ebensogut gemacht wie von den Printmedien. Allerdings ... sind Printmedien auch in der Eifel umsonst. Wenn ich wissen will, was in den Nachbardörfern los ist, lese ich das Blättchen, das jede Woche Mittwoch umsonst im Briefkasten liegt. Ich weiß noch nicht mal, wie es heißt.

    Nein, beklagten sich die Printvertreter entschieden, selbst eine rein digitale Zeitung könne heute nicht überleben. Mit Anzeigen im Internet verdiene man nicht genug, um sich einen teuren Reporterstamm zu halten, der sich jahrelang an die Fersen von Politikern hefte und Skandale aufdecke.

    Aha. Wir kommen der Sache näher. Es scheint ja hier um Geld zu gehen. Wie überraschend. Geld. "Teurer Reporterstamm" der Skandale aufdeckt. Wenn es so etwas gäbe, dann wäre das sicher sinnvoll. Leider müssen die teuren Reporter heutzutage erstmal den noch teureren Chefredakteur anrufen, ob der Skandal überhaupt abgedruckt werden würde.

    Aber wir sollten uns hier nicht veräppeln lassen: Skandale können von Putzfrauen genausogut aufgedeckt werden wie von Reportern, wichtig ist nur, das jemand darüber ... berichtet. Dafür braucht man keine Journalisten, die aus Nachrichten ein Geschäft machen. Nachrichten werden nicht von Journalisten erzeugt, sie nehmen sie nur auf und verbreiten sie weiter. Normalerweise, wie gesagt, immer öfter machen die auch gerne selbst mal Nachrichten - einfach mal aufpassen, ist bald wieder Sommerloch.

    Bei dem Absturz der französischen Maschine war ja auch kein Reporter vor Ort. Die meisten Journalisten sitzen mit dem Hintern genauso vor dem Bildschirm wie ich ... und warten drauf, was die Agenturen ihnen zum Fraß vorwerfen.

    Wenn man sich den Luxus erlaubt, in einem Land gut ausgebildete Akademiker oder lebenserfahrene Kaufleute
    als Taxifahrer oder Hartz IV-Empfänger dahinvegetieren zu lassen, dann muß man sich nicht wundern, das die
    dann anfangen, ihre Fähigkeiten im Internet auszutoben.

    So wie der Zeitungsdruck den reitenden Barden (den ich auch sehr vermisse) verdrängt hat, so wie aus dem
    reisenden Barbier der niedergelassene Friseur einerseits und der niedergelassene Hausarzt andererseits geworden ist, so wird mit der Zeit auch das Internet die Berufswelt verändern.

    Denn nicht mehr lange ... da habe sogar ich sprachlich und technisch unbegabte Niete die Möglichkeit,
    via Webcam selbst zu schauen, was gerade in Erfurt auf dem Marktplatz wirklich passiert.

    Und schon jetzt gibt mir manches Filmchen auf You Tube mir mehr Informationen als das gefärbte Zeug von
    großen Nachrichtenblättern.

    Natürlich manipulieren auch Onlinemedien. Mein Manipulationsbegriff ist halt weiter gefaßt als der handelsübliche im Gebrauch befindliche. Und da werden wir auf einmal auf etwas zurückgeworfen, das
    selten gefördert wird und auch eigentlich nicht erwünscht ist: selber denken.

    Und da ... findet sich auf einmal der Eifelphilosoph wieder. Nicht als Blogger, nicht als Journalist
    (ich war übrigens, fällt mir gerade ein, auch mal Journalist. Unbezahlt und ohne Studium. Habe ich gar nicht gemerkt ... wurde aber gedruckt), sondern als: Philosoph des kleinen Mannes aus der Eifel.

    Als Leserbriefschreiber, der sich nicht vorschreiben lassen möchte, was er zu denken hat und es auch nicht mag, wenn man anderen vorschreiben möchte, was sie zu denken haben.

    Und selber anderen vorschreibt, wie sie zu denken haben ... aber nicht böse ist, wenn sie sich daraufhin eine eigene Meinung bilden. Wenn das geschieht ... war ich gut. Auch wenn mir das Ergebnis nicht immer paßt.

    Geld gibt´s dafür nicht. Aber das Geschäft der Aufklärung wurde noch nie bezahlt. Das macht man aus Liebe und Leidenschaft. Und das ist auch gut so, denn bezahlte Liebe ... endet letztlich im Puff. Immer.

    Und so ... finde ich auf einmal wieder den Wunsch nach einem Grundeinkommen bestätigt. Denn mit einem solchen versorgt könnten viele Journalisten wieder ihrer eigentlichen Profession nachgehen:

    Nachrichten übermitteln. Und nicht mehr ...

  • Der Dax, die Arbeitslosen, Blogger und der Terrorverdacht bei Nachrichten

    Soviel ist los in der Welt, da fällt es schwer zu entscheiden, von welchen Medien man denn diesmal belogen werden möchte. Der Aufschwung ist ja jetzt wieder mal da, schwingt tagtäglich höher und höher, nur die Bürger sind wieder mal zu blöd zu merken, das es soweit ist. Mensch, wo währen wir nur, wenn wir nicht diese blöden Bürger hätten. Anstatt sich zu freuen, das es wieder aufwärts geht, meckern jetzt sogar die Wirtschaftsverbände herum und betätigen sich als Aufschwungtotredner:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3854047/Ein-Brandbrief-soll-die-Wirtschaft-retten.html

    Das Geld wird knapp: Immer mehr Unternehmen leiden, weil sie von den Banken keine Kredite mehr bekommen. Nun haben sich die führenden Wirtschaftsverbände mit einem Brandbrief an die Kanzlerin gewandt. Denn das Problem bedroht die gesamte Volkswirtschaft ? und würgt die Konjunkturerholung ab.

    Besonders schlimm ist, das auch das Ausland sich an der Miesepeterei beteiligt. Dabei haben die doch den ganzen Mist überhaupt erstmal ins Rollen gebracht, da könnten die doch jetzt wenigstens mal positive Nachrichten verbreiten anstatt hemmungslos herumzujammern.

    http://www.welt.de/finanzen/article3855393/Flaute-in-Oel-und-Autoindustrie-drueckt-US-Boerse.html

    Maue Aussichten an der Wall Street: Eine halbe Million weniger Jobs im Mai, der ISM-Service-Index stieg für April von 43,7 auf 44,0, die Industrie kämpft mit schlechter Auftragslage und höhere Öl-Lagerbestände lasten auf Energiewerten.

    Als ob das so schlimm wäre, eine halbe Million weniger Jobs. Wir in Deutschland, wir wissen, wie man so etwas angeht. Wir haben nämlich nicht alles im Osten abgewrackt, manches, das sich als nützlich erweist, haben wir ohne zu zögern übernommen, die STASI zum Beispiel.

    http://wirtschaft.t-online.de/c/18/94/22/50/18942250.html

    Staat bedient sich Stasi-Methoden
    Die Initiative gegen-hartz.de erhebt schwere Vorwürfe an die Sozialbehörden und spricht von "rechtswidrigen Datenerhebungen und Leistungsverweigerungen". Für Sprecher Sebastian Bertram lesen sich die Anweisungen "wie eine Anleitung für nachrichtendienstliche Ermittler und erinnern sehr stark an die Ausspähung von Bürgern der DDR durch die Stasi." Die Initiative befürchtet durch die Maßnahmen einen Verlust aller Bürgerrechte für Hartz-IV-Empfänger. Erwerbslosengruppen im Allgemeinen fordern nun eine sofortige Überarbeitung der Anweisung der BA, damit diese wieder zu Rechtsstaatlichkeit zurückkehre.

    Ja, so geht man mit Arbeitslosen um. Dann parieren die auch wieder. Nachbarn, Kinder, Bekannte ... alle werden in die Ermittlungen mit einbezogen. Da hat man dann die Krise fest im Griff, denn die Lösung aller Probleme kann sich nur in den Schränken von Hartz IV-Empfängern befinden, denn immerhin durfte man da früher nicht einfach so hineinschauen. Aber damit ist jetzt Schluß! Egal, was dort gefunden wird, es gibt der Kanzlerin die Sicherheit, das die Krise vorbei ist!

    Das haben auch die Börsianer verstanden und präsentieren sich gleich als vorbildlich optimistische Bürger im Sinne der Kanzlerin:

    http://www.welt.de/finanzen/article3849843/Optimisten-sehen-Dax-im-Herbst-bei-6200-Punkten.html

    Alle reden von der Krise, doch der Dax steigt und steigt. Seit seinem Tief im März erzielte er ein Plus von 40 Prozent. Analysten rechnen noch für dieses Jahr mit einem Anstieg des Börsenbarometers auf bis zu 6200 Punkte. Für Käufer ist dabei besonders interessant, dass viele Aktien noch immer Nachholbedarf haben.

    Ja, zack! Das ist doch mal eine Nachricht, die erfreut. Der Krise kackfrech ins Gesicht gegrinst. Anstatt immer nur nach dem Staat zu rufen, herumzujammern und auf der faulen Haut zu liegen, zeigt der Dax allen, wie mans macht: einfach steigen! In die Hände gespuckt, mit angepackt ... schon geht´s! Und Schluß ist mit Krise.

    Leider ... sehen das die Journalisten nicht alle so:

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/boerse-die-wundersame-geldvermehrung;2322316

    Börse: Die wundersame Geldvermehrung
    von Jörg Hackhausen und Christian Panster
    Der Weltuntergang ist verschoben. Jetzt wollen die Investoren wieder Geld verdienen. Aber wie lange geht das noch so weiter? Wenn eine Theorie stimmt, die vor allem in der Abgeschiedenheit von Internetforen und Börsenbriefen gedeiht, dann steht der nächste, große Crash bevor.

    Nun, wer sich jetzt schon aufregt, sollte sich gut festhalten, denn diese Aufschwungvernichter werden noch dreister:

    Vereinfacht gesagt geht es bei der "Katastrophenhausse" um Folgendes: Weil die Zentralbanken weltweit die Notenpresse anwerfen, ist das gedruckte Geld immer weniger wert. Aus Furcht vor massiver Geldentwertung flüchten die Anleger in Sachwerte. Dies treibt wiederum die Preise für Aktien, Immobilien oder Gold in die Höhe - aber nur so lange, bis die Blase endgültig platzt. Das klingt beunruhigend. Nicht nur Spinner, sondern auch mancher ernst zu nehmende Experte warnt vor einer Blase infolge hoher Inflationsraten.

    Wann endlich, wann endlich wird dieses unglaubliche Gerede endlich unter Terrorverdacht gestellt? Ich meine, die Weichen dazu sind doch schon gestellt, und die absichtlicher Vernichtung des durch die Kanzlerin befohlenen Aufschwungs ist doch eindeutig ein terroristischer Akt. Man kann die Leute mit ihrem blindwütigen Hang zur Wahrheit doch nicht einfach so weiterwüten lassen. Wo kommen wir denn da hin?

    Es ist doch inzwischen in dieser Welt soweit, das man noch nicht mal einen ordentlichen Aktionfilm
    konsumieren kann, ohne von ekelerregendem Hummanismus geplagt zu werden:

    http://www.welt.de/kultur/article3846021/Der-neue-Terminator-nervt-mit-Humanismus.html

    Mit dieser Heulsusenweicheierei der Bedenkenträger muß endlich Schluß sein. Wie kann man nur behaupten, das momentan mit immer wertloserem Geld immer mehr Werte erworben werden, die andere sinnlos verscherbeln.
    Da wird doch der Bürger massiv verunsichert! Und jetzt jammern natürlich auch die Journalisten:

    http://www.zeit.de/online/2009/23/online-journalismus-probleme

    Gute journalistische Recherche kostet oft viel Geld. Dass in der Krise weniger dafür ausgegeben wird, ist kein Phänomen der Onlinemedien allein.

    Ja, auch für Recherchen ist kein Geld mehr da. Deshalb informieren sich ja lieber erstmal alle übers Internet. Was einem dort entgegenschallt ... vor allem aus dem Blätterwald der Printmedien, ist jedoch gerade in Zeiten der Krise so widersprüchlich, das man sich das Lesen eigentlich auch ersparen kann.

    Ich selbst informiere mich auf die altmodische Art: Ich glaube nur, was mir vertrauenswürdige Kollegen erzählen.

    Das ist ja schön und gut, wenn man gut dotierte Journalisten ist und berufsmäßig mit diesen Leuten zu tun hat, der Ottonormalbürger kennt jedoch in der Regel keinen ... und sollte auch keinem Vertrauen. So sehe ICH das nämlich. Und auf diese Weise ... habe ICH begonnen, Blogs mehr zu trauen als Journalisten, alldieweil auch der Normalbürger eine Erfahrung gemacht hat:

    Wahrscheinlich müssen wir uns von der Idee verabschieden, dass es absolut verlässliche Quellen für journalistische Wahrheiten gibt. Dutzende Journalisten, wie Cyrus Sulzberger von der Times, haben für den CIA-Vorgänger OSS gearbeitet.

    Und heute arbeiten die halt alle für irgendjemanden und verbreiten die Meinung, für die sie gerade bezahlt werden ... jedenfalls sollte man sicherheitshalber davon ausgehen.

    Und so ... trägt der bezahlte Journalismus dazu bei, das man keinerlei Informationen mehr erhält, denen man vertrauen kann.

    Und darum gehören Nachrichten, die dem Aufschwung schaden könnten, einfach konsequent unter generellen Terrorverdacht gestellt. Immerhin: vielleicht wurden sie ja ... von "interessierten Kreisen" für diese Nachrichten bezahlt.

    Oder?

  • Briefe an die Leser: Franzosen! Revolution?

    Liebe Franzosen,

    heute möchte ich mich mit einer außerordentlichen Anfrage an Euch wenden. Ihr seid ja bekannt dafür, das ihr schon auf die Barrikaden geht wenn die Post nicht pünktlich kommt oder der Rotwein teurer wird.

    Ihr wart es auch, die der ganzen Welt ruck zuck ein nachhaltiges neues Gesicht gegeben habt, als ihr Adel und Kirche zum Teufel jagtet. Jetzt, über zweihundert Jahre später, könnte ich mir vorstellen, das eine Fortsetzung von Revolution Teil 1 ganz gut ankommen würde. Nicht nur bei Euch, auch bei Euren Nachbarn.

    Bei uns zum Beispiel.

    Sicherlich wollt ihr wissen, ob es denn jetzt überhaupt Zeit für eine neue Revolution ist. Immerhin: der Adel macht gerade ... jedenfalls bei uns ... eine unglückliche aber gute Figur als Retter der Steuern des kleinen Mannes (der muß aber sicher dafür extra nachsitzen, dieser besondere Adelige), die Kirchen werden von Monat zu Monat leerer - was will man mehr.

    Nun ... mir dünkt ... das ist nicht ganz so richtig. Auf den ersten Blick habt ihr sicher recht, aber wenn man einen zweiten riskiert, könnte manches doch anders aussehen, als man gedacht hat.

    Kommen wir erstmal zur Religion. Heutzutage ist die natürlich nicht mehr diesselbe wir zu euren Zeiten.
    Heute verehren wir zwar immer noch Götter und Götzen, aber die heißen heute anders. Die kleineren heißen
    Rendite, Arbeitsplätze und Konkurrenzfähigkeit, in ihrem Namen wurden viele Menschen ins soziale Abseits
    geschickt. Wir haben aber auch einen großen Gott. Anders als der alte greift dieser große, unsichtbare, weise Gott sogar manchmal selbst ein, wie hier:

    http://www.handelsblatt.com/politik/wissenswert/kann-die-unsichtbare-hand-banker-disziplinieren;2294570

    Eine neue Studie stützt ihre Position und liefert Argumente für eine Idee, die durch die Finanzkrise diskreditiert erschien: dass die „unsichtbare Hand des Marktes“ Banken, Hedge-Fonds und andere Akteure auf dem Finanzmarkt mitunter besser zähmen kann als der Staat.

    Wie ihr seht, hofft man sogar drauf, das der Gott "Markt" sogar seine eigenen Priester selber züchtigt, sozusagen eine freiwillige Selbstverpflichtung. Tempel davon gibt es übrigens zu Hauf, also nur keine Sorge, das da jemand zu kurz kommen würde.

    Dann jetzt zum Adel. Der spielt bei uns hauptsächlich in bunten Blättern noch eine Rolle, selten verläuft sich mal ein Graf oder ein Freiherr in die Politik. Dafür haben wir einen Geldadel. Die haben keine Titel, keinen Anstand, keine Geschichte, kein Benehmen ... die haben nur eins: Geld. Und sie sehen auch anders aus als früher, hier zum Beispiel mal der Adel von RWE:

    http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-626861-7.html

    Der von Metro:

    http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-626861-3.html

    Oder der von Siemens:

    http://www.harvardbusinessmanager.de/heft/artikel/a-626861-4.html

    Ihr seht, die sehen anders aus als früher ... aber gleichen sich doch irgendwo alle. Das praktische an diesem Adel ist, das er gleichzeitig auch die Priesterkaste stellt, man hat also sozusagen zwei zu einem Preis: wenn das kein Angebot ist ...

    Unterdrückung des Volkes? Haben wir auch. Die Idee mit dem Bürger ist völlig in die Hose gegangen. Auch eure Idee, die Uhren zu zerschlagen, weil der Terror der Uhr noch schlimmer werden wird als der des Adels.

    Ihr habt allerdings Recht behalten: der Terror der Uhr ist schlimmer. Betrifft jeden überall. Hier in Deutschland probieren wir gerade ein ganz neues Unterdrückungssystem, das nennt sich Hartz IV nach einem verurteilten Verbrecher (ja, heute wie damals ekeln die sich vor nix, kann ich euch sagen), verpflichtet die betroffenen Bürger zu Zwangsarbeit, Hausarrest und vollkommene Offenlegung ihrer Privatsphäre, nachdem ihr Hab und Gut veräußert worden ist. Und manche stehen dicht davor, ihnen das Essen zu streichen, weil sie für die Götzen der neuen Religion keinen Nutzen mehr haben.

    Wir machen das momentan in Deutschland mal vor, das wird es aber bald sicher in ganz Europa im Angebot geben: auch bei Euch.

    Momentan haben die alle noch zu essen, aber deshalb frage ich ja auch jetzt schon mal nach, bevor die ersten Hungertoten anfallen, denn Hartz IV und ähnliches wird nach offizieller Einschätzung bald sehr sehr viele beschäftigen:

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,628215,00.html

    Die Krise auf den Arbeitsmärkten könnte nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) noch bis zu acht Jahre dauern. ILO-Generaldirektor Juan Somavia sagte in Genf, Politiker in aller Welt hätten sich bislang nicht genügend um die menschlichen und sozialen Folgen dieser Entwicklung gekümmert. Somavia erläuterte, dass bis zum Jahr 2015 rund 300 Millionen neue Arbeitsplätze gebraucht würden, nur um alle bis dahin zusätzlich zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte zu versorgen. "Die Welt steht einer Arbeits- und Sozialkrise von sechs bis acht Jahren Dauer gegenüber", sagte Somavia bei der Eröffnung der jährlichen Konferenz der UN-Arbeitsagentur.

    Unserer Herrscher sind übrigens genauso pleite wie eure früher waren, und ebenso lieben sie es, rauschende Feste zu feiern, unsere Regierenden kümmern sich genauso wenig um das Volk wie sich eure Regierenden damals um Euch geschehrt haben, und wir Preußen sind immer noch genauso unbeliebt wie damals.

    Nur gibt es jetzt mehr von uns. Aber das spielt momentan keine Rolle, weil wir ... sehr gemütlich geworden sind. Aber darum schreibe ich ja an Euch, ihr wohnt ja ganz in der Nähe, und wenn ihr zufälligerweise mal wieder Lust hättet auf so eine kleine lustige Revolution, dann käme uns das hier sehr gelegen. So in der Art Revolution Teil 2: Jetzt reichts wirklich.
    Na, wie wär´s?

    Sind wir im Geschäft?

    Wie, immer noch nicht? Ok, dann rede ich mal Klartext. Ihr wißt, was in diesem Land mit den Rauchern passiert? Das gibt es bald überall, auch bei euch. Aber jetzt kommt der Hammer: die gehen euch an den Pernod und an den Rotwein:

    http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/news/darmkrebs-hauptgefahr-alkohol_aid_404390.html

    Noch ein wenig mehr, dann: wird das auch verboten. Rauchen geht nicht, Sex geht nicht und saufen bald auch nicht mehr. Und das wollt ihr Euch gefallen lassen? Die "Grande Nation"?

    Ok, laßt Euch das mal gut durch den Kopf gehen. Ich meld´ mich dann noch mal....

  • Amoklauf und Stasimethoden der Arge von Flugzeugabsturz vedrängt

    Die kunterbunte Welt der Nachrichten wird ja gerade von etwas ganz gräßlichem beherrscht: dem Absturz eines Flugzeuges. Überall überfallen einen Flugzeugbilder und Riesenschlagzeilen ... als würde das irgendjemanden interessieren. Flugzeuge stürzen halt mal ab. Da reicht doch eine kleine Meldung am Rande, wieso den so ein Aufstand deshalb. Das sind die unvermeidlichen Folgekosten unserer Lebensweise.

    Stutzig geworden bin ich allerdings, als ziemlich früh die Meldung kam: Blitzschlag war schuld. Soweit ich informiert war, wußte man da noch gar nicht genau, das die Maschine wirklich abgestürzt war. Aber das mit dem Blitzschlag, na das war schon klar. Ich war erst irritiert, denn meiner Meinung nach ... ging das gar nicht.

    Darum bin ich erleichtert, das das andere auch so sehen:

    "Ich habe keine Erklärung für den Unfall, weil Flugzeuge heutzutage mit derart vielen Sicherheitsmaßnahmen gegen Blitzschläge ausgestattet sind", sagte der Direktor des Instituts für Flugsystemtechnik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Stefan Levedag, SPIEGEL ONLINE.

    Levedag geht nicht von einem Blitz oder Turbulenzen als Unglücksursache aus. "Es klingt eigentlich nach etwas anderem", sagte der Flugsystemtechnik-Experte. Er wolle nicht spekulieren, sei aber sicher: "Es muss etwas sehr Ungewöhnliches gewesen sein, was den Flug so überraschend beendet hat. Etwas, bei dem die Besatzung nicht einmal mehr einen Notruf absetzen konnte."

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,628131,00.html

    Natürlich zweifelt der Spiegel am Expertenzweifel, der Eifelphilosoph zweifelt am Spiegelzweifel, ist aber froh, das sein Gedächtnis noch funktioniert. Den Rest ... kann man dann getrost den Verschwörungsanalytikern überlassen, wenn klar ist, wer denn da alles ums Leben gekommen ist.

    Das ganze Absturztheater läßt allerdings den neuesten Amoklauf in Deutschland aus den Nachrichten verschwinden, was schade ist, denn ich vermute ja eine Zunahme dieser Amokläufe wegen dem tollen sozialen Klima in diesem Land, da würde ich schon gern wissen, ob sie zunehmen oder nicht. Momentan ... sieht es so aus als läge ich mit meiner Vermutung richtig:

    http://www.welt.de/vermischtes/article3842331/23-Jaehrige-verletzt-bei-Amoklauf-vier-Frauen-schwer.html

    Ein ganz kleiner Artikel unten links. Kaum der Rede wert. Nur vier Verletzte. Der letzte Amoklauf einer Frau hatte nur eine Verletzte nach sich gezogen, aber doch noch mehr Medienecho erzeugt als dieser.

    Kaum Medienecho erzeugt die Einführung von Stasimethoden bei der ARGE:

    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-neue-ba-anweisung-erlaubt-observation87750.php

    Von geheimdienstlichen Maßnahmen ist hier die Rede sowie von Rechten, die über das hinaus gehen, was
    sich Strafvervollgungsbehörden herausnehmen dürfen. Bei allem Verständnis für die finanziell knappe Lage der BRD und der Sorgfaltspflicht gegenüber dem Steuerzahler: eine neue Gestapo brauchen wir aber wegen ein paar mutmaßlich zu Unrecht empfangenen Euro nicht einführen.
    Nun ... wegen den paar Euro nicht, aber wie die Van der Leyen den Kampf gegen Kinderpornographie mißbraucht, um die Internetzensur einzuführen, mißbraucht das Arbeitsamt den Mythos vom potentiellen Sozialschmarotzer um - unbemerkt von der Öffentlichkeit - bundesweit flächendeckend eine Behörde aufzubauen, die erstmal ... bei Arbeitslosen üben darf.

    http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/nachrichtendienstliche-ermittlungen-bei-hartz-iv33441.php

    Den Antrag an den Aussendienst mit der Bitte um Überprüfung sollte man sich ruhig mal anschauen:

    http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A015-Oeffentlichkeitsarbeit/Publikation/pdf/Gesetzestext-06-SGB-II-Traeger-Grundsicherung.pdf

    Hier findet sich auch der kleine Hinweis ... das man ruhig mal die Nachbarn fragen kann, was denn mit dem Hartzi so los ist. Und wenn der dann sagt: der ist ein fauler Sack und arbeitet schwarz - dann sind die Leistungen weg. So einfach geht das. Jetzt sind Arbeitslose auch ihren Nachbarn hilflos ausgeliefert, nicht nur dem Sachbearbeiter. Vielleicht verstehen jetzt endlich etwas mehr, warum mir diese Behörde seit
    ihrer Einführung sehr suspekt ist. Ein Arbeitsamt das einen flächendeckenden Geheimdienst einrichtet ... wegen ein paar Leistungsbetrügern? In Zeiten knapper Kasse lohnt sich der Aufwand nicht ... würde man normalerweise meinen. Es sei denn ... man hat etwas anderes vor.

    Na ja, in elektronischer Überwachung sind wir je nebenbei schon richtig Spitzenklasse geworden:

    http://info.kopp-verlag.de/news/internationales-ranking-enthuellt-deutschland-ist-ein-ueberwachungs-polizeistaat.html

    Das ach so demokratie- und bürgerfreundliche Deutschland rangiert als »Überwachungs-Polizeistaat« damit deutlich vor der Ukraine, Indien, Malaysia, Taiwan und Südkorea!

    Platz 10 von 50 untersuchten Staaten ... nun, die ARGE wird das ihrige dran tun, das wir auch in der persönlichen Überwachung dem Spitzenreiter China bald das Wasser reichen können.

    Soviel geschieht in der Welt, was wichtig wäre, wahrzunehmen.

    Doch kaum fällt ein Flugzeug in den Teich, wird der Nachrichtenfluß auf unverschämte Art und Weise gelähmt. Vielleicht ... schon Grund genug, eins abstürzen zu lassen.

  • Kirche, Sex, Macht und das Geld der Heimkinder

    Letztens war ich zu Besuch im Kirchensumpf ... und bin fast darin versunken:

    http://www.kirchensumpf.to/2009/06/02/heimkinder-fordern-25-milliarden-euro/

    25 Milliarden Euro. Die Öffentlichkeit wird sich fragen: wofür eigentlich. Sind die systemrelevant?

    Nein, natürlich sind Ex-Heimkinder nicht systemrelevant. Allerdings hätte die Kirche ohne ihre Zwangsarbeit in den fünfziger und sechziger Jahren wohl nicht so gut verdienen können.

    Experten sprechen in Bezug auf die zumeist in katholischen und evangelischen Institutionen erfolgte Heimerziehung der 50er und 60er Jahre von systematischen Menschenrechtsverletzungen.

    Ich wiederhole nochmal: systematische Menschenrechtsverletzungen, die JEDER auch mit seinen Kirchensteuern mitfinanziert hat. Nicht hier und da mal so ein kleiner Ausrutscher, sondern ein System der Ausbeutung und Vernichtung von Biografien, Menschen, die ihre Kindheit verloren haben ... durch die Kirche, die sich scheinbar lieber selbst liebt als den Nächsten.

    3000 Kinderheime gab es in Deutschland:

    http://www.amazon.de/Sonderdrucke-Sonderver%C3%B6ffentlichungen-Deutschen-%C3%B6ffentliche-F%C3%BCrsorge/dp/3442129745/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1199444961&sr=1-1

    Die Zahl der betroffenen Kinder geht in die hunderttausende, die "Gewalt und Lust im Namen Gottes" erleben durften:

    http://www.amazon.de/Heimerziehung-Lebenshilfe-Beugehaft-Gewalt-Gottes/dp/383344780X/ref=pd_cp_b_3?pf_rd_p=213562391&pf_rd_s=center-41&pf_rd_t=201&pf_rd_i=3867033234&pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_r=0EPZ8KAZ49HY80ESJA77

    Paradiese für Sadisten im Namen Gottes oder des Steuerzahlers. Hunderttausende. Eigentlich: ein Skandal von der Größe des Holocaustes, wenn man bedenkt, wie "demokratisch und den Menschenrechten" verpflichtet dieses Land ja offiziell war ... und ist. Ausnahmsweise wird hier aber nicht nur der Steuerzahler in die Pflicht genommen:

    http://hpd.de/node/7135

    Der Vorstand des VEH erklärte, dass die Entschädigungssumme nicht vorwiegend vom Steuerzahler getragen werden solle. Zwar habe der Staat seine Aufsichtspflicht grob verletzt, in erster Linie verantwortlich seien jedoch die zumeist kirchlichen Heimträger sowie die beteiligten Industrie-, Gewerbe und Landwirtschaftsbetriebe, die von der Zwangsarbeit der Heimkinder profitierten.

    Zwangsarbeit von hunderttausenden von Kindern ... die Grundlage für das Wirtschaftswunder in der BRD?
    Nun, sicherlich nicht die einzige, aber bei dieser Zahl hätten sie zur 60-Jahr-Feier schon mal erwähnt werden sollen. Hätte sicherlich viele überrascht, das das System Zwangsarbeit das dritte Reich überdauert hat und nahtlos bei den schwächsten und schutzbedürftigsten Mitglieder der Gemeinschaft fortgeführt wurde ... um Firmenkassen zu schonen und Kirchenkassen zu füllen. Lobet den Herrn.

    Wer nun glaubt, das alles sein Vergangenheit oder vielleicht eine besonders deutsche Eigenheit, der irrt:

    http://kriegspostille.blogspot.com/2009/06/wut-auf-die-katholischen-kinderschander.html

    http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/missbraucht-im-namen-des-herrn/

    Manchmal vergewaltigten mehrere Brüder die Kinder gleichzeitig, die sich selbst ihr Essen aus dem Müll holen mußten. "Lasset die Kindlein zu mir kommen" ... heute wohl eine ernstgemeinte Drohung, die sofort den Ruf nach Polizei und Bürgerwehr nach sich ziehen sollte. Gemeint war das wohl mal anders.

    Man sollte halt nie vergessen, das Religion, wenn sie sich organisiert, vor allem eins will: Macht.
    Im Mittelalter war es üblich, das der erste Sohn der Erbe wurde, der zweite ging in die Kirche, der dritte wurde Ritter. Aus dem Sammelsurium der adeligen Zweitgeborenen wurde das Bodenpersonal Gottes, das in der Kirche ein hervorragendes Instrument sah, sich an den Erstgeborenen zu rächen ... und an der ganzen übrigen Welt auch.

    Und, wie es schein, erst recht an Kindern.

    Da verwundert es nicht, wenn man am Rande des Kirchentages aktuell auch seltsame Erscheinungen beobachten kann:

    http://www.duckhome.de/tb/archives/6616-Kirchentag-verbietet-Antifa-Materialien.html

    Erinnert mich dran, das es bei manchen Christen fester Glauben ist, das die Welt erstmal zum Teufel gehen muß, bevor ihr Christus wieder kommt. Und von einigen hatte ich schon mal gehört, das sie in der Tat gern sehen würden, wenn sich die Zustände permanent verschlimmern ... denn nach dem Antichrist kommt ja dann der Christus. Ist ja logisch.

  • Das neue Deutschland

    Nahezu nahtlos an meinen Artikel über die Glückspropaganda des Spiegel könnte man hier nahezu vollständig einen Artikel des Manager-Magazins vorstellen: Deutschland braucht ein neues Geschäftsmodell.

    Der Autor Henrik Müller, stellvertretender Chefredakteur des Magazins, ist wohl nicht von aktuellen Wahlterminen in seiner Meinungsbildung beeinflußt und zeichnet ein düsteres, aber nichtsdestotrotz sehr logisches und folgerichtiges Bild von den Dimensionen der Krise - allem Aufschwungsgetöse zum Trotz.

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,620531,00.html

    Die Szenarien sind erschreckend. Bis zu einem Drittel des Umsatzes und bis zu 45 Prozent der Jobs in Deutschland stehen in manchen Branchen auf dem Spiel.
    Selbst wenn es nicht ganz so schlimm kommt: Ein spürbarer Aufschwung ist nicht in Sicht. Auch der Internationale Währungsfonds hält jetzt eine lange, schwierige Dürrephase ähnlich der Großen Depression der 1930er Jahre für möglich.

    Na, das wird die Kanzlerin nicht gerne hören. Und die erfolgsverwöhnten deutschen Manager erst recht nicht, die mit ihrem übersteigerten Selbstbewußtsein diese Krise für einen kleinen Betriebsunfall halten,
    den man mit deutschem Tatendrang, deutschem Fleiß und deutscher Gründlichkeit locker überstehen kann.
    Denn die Wirklichkeit läßt sich auch durch noch so viel Tatendrang und Überheblichkeit nicht wegreden, nicht wegbefehlen oder wegbeten ... um auch die Methoden der Kanzlerin von vornherein auszuschließen:

    Der Kahlschlag wird viel brutaler sein, als es bislang im Bewusstsein von Politik und Wirtschaft angekommen ist. Stattliche Großkonzerne könnten im Zuge der Krise untergehen. Dass Millionen von Arbeitsplätzen in der Industrie und in mittelbar betroffenen Dienstleistungsbranchen verloren gehen werden, scheint bereits sicher.

    Wenn man sich dann noch dran erinnert, das der Aufschwung ja sowieso auch zu fürchten ist, weil dann die Inflation losgeht, sollte man doch eigentlich froh über diese Nachrichten sein. Kann man auch. Nicht weil Notzeiten drohen, sondern weil diese Krise eine einzigartige Chance bietet. Nicht für Anleger, Renditepäpste oder Politikschranzen, sondern für alle. Denn ausnahmsweise bin ich mal der Meinung des Herren vom Managermagazin:

    Diese Krise fordert zum Handeln: Deutschland - neben Japan die letzte große westliche Industrienation - muss sich neu erfinden. Wir müssen eine neue Vorstellung unseres zukünftigen Geschäftsmodells entwickeln. Das heißt nicht notwendiger Weise: Deindustrialisierung. Die Antwort kann auch in einer intelligenten Re-Industrialisierung liegen. Ideen sind gefragt: Wirtschaft, Wissenschaft und Politik müssen neue Visionen entwickeln. Weil das bloße "Weiter so!" nicht mehr trägt.

    Es heißt nicht notwendigerweise Deindustrialisierung, aber schön zu hören, das auch das eine Option sein könnte. Solche Artikel wünscht man sich nicht im selten gelesenen Managermagazin, sondern auf der Titelseite von Bild, Welt, WAZ, FAZ, Zeit und in allen Nachrichten und Kommentaren: täglich, rund um die Uhr gesendet. Das wir möglicherweise wieder auf dem Weg in einen Arbeitslosen- und Bauernstaat sind, hat so noch keiner angedeutet, aber es ist doch schön zu wissen, das das eine Möglichkeit sein könnte.

    Es wäre schön so etwas frühzeitig zu wissen, das so etwas eintreten könnte ... vielleicht möchte man ja auch noch mal selbst gefragt werden, ob man das überhaupt möchte.

    Denn auch der Herr Müller sieht in diesem Land ein dickes Problem:

    Aber in Deutschland nehmen wir diese grundsätzlichen Veränderungen bislang kaum wahr. Und viele glauben: Es wird schon wieder. Wir sind gut. Dies ist eine angelsächsische Krise, die uns nur kurzfristig und eigentlich bloß am Rande trifft.

    Das diese Krise unsere Gesellschaft, unser "Geschäftsmodell" in seinen Grundfesten nicht nur erschüttern sondern auflösen wird, legt der Chefredakteur deutlich da ... und ich bin geneigt, ihm zu glauben.
    Immerhin redet hier nicht der Ortsvorsitzende der LINKEN in Datteln, sondern jemand, der voll und ganz in dem alten System steckt und von ihm gut profitiert.

    Wenn er Bedenken hat ... dann sollten wir die alle haben.

    Und die Chance sehen, die sich bietet. Es müssen ja nicht nur Manager sein, die ein neues Deutschland bauen, in dem sich alle wohlfühlen und nicht mehr ständig nur ans Auswandern denken.

  • Glück, Geld, Propaganda und die Aufschwungkrise

    Die Weltwirtschaftskrise ist ja jetzt vorbei. Jetzt kommt der Aufschwung. Der jedoch wird eine weitere
    Krise hervorrufen, die noch schlimmer wird ... aber dazu später.

    Erstmal jetzt zu dem neuen Ergebnis der Konzernpropaganda in Zeiten der beendeten Krise. Der Spiegel, wie immer Vorreiter der intellektuellen Neureichenkultur, macht uns jetzt erstmal klar, worauf es ankommt:

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,627678,00.html

    Geld allein macht nicht glücklich, es sollten zusätzlich auch Aktien, Gold und Grundstücke sein - sagte schon der legendäre US-Komiker Danny Kaye. Eine neue Studie gibt ihm recht: Finanzieller Zugewinn lässt keinen kalt, egal wie viel er schon hat.

    Wieder einmal gibt es eine neue Studie. Was ich von denen halte, habe ich schon oft gesagt, ich tue es gern nochmal: NICHTS. Nach wie vor vertraue ich auf das sachkundige Urteil von Medizinern und vertraue nur den Studien, die ich selbst ... fingiert habe. Die Studie liegt mir im Original nicht vor, aber allein schon die Randdaten zeigen mir, das man sich nicht weiter mit ihr beschäftigen sollte, trotz des
    lustigen Zitats eines amerikanischen Komikers. Hallo ... der Mann war KOMIKER. Das war ein WITZ.
    Ernst ist anders. Aber kommen wir doch mal zu den kurz gefaßten Ergebnissen der Studie:

    Sie kommen zu dem Ergebnis, dass trotz kulturbedingt unterschiedlicher Einschätzungen des Glücks die Leute fast überall auf der Welt glauben, sie würden glücklicher, wenn das durchschnittliche Einkommen um drei Prozent steige, egal wie arm oder reich das jeweilige Land absolut gesehen sei; und sie behaupten, mehr Geld mache selbst den zufriedener, der schon genug davon habe.

    Mal genau gelesen: die Leute GLAUBEN, sie WÜRDEN glücklicher, wenn das Einkommen um drei Prozent stiege.
    Der Ackermann wird jetzt wahrscheinlich wie ein Flummi durchs Büro sausen ... er braucht nämlich mindestens 25 % mehr, bevor sein unerträgliches Mangelgefühl beseitigt wird. Mal abgesehen davon, das ich vermute, das hier schon die nächsten Lohnsteigerungen in Zeiten der 5%-Inflation vorweggenommen werden (das erspart den Gewerkschaftsfunktionären immerhin das Rechnen), handelt es sich hier um eine Frage
    des GLAUBENS. Eine religiöse Überzeugung. Was wirklich geschieht, wenn sie drei Prozent mehr kriegen, wird gar nicht behandelt. Wahrscheinlich ... so die Logik der Aussagen ... brauchen sie danach nochmal drei Prozent mehr. Ein permanentes Mangelempfinden scheint mir aber nicht der richtige Weg zu einem glücklichen Leben zu sein.

    Und selbstverständlich wird die Ursache dieses Glaubens nicht näher durchleuchtet. Dabei wäre dies das wichtigste Element, was zu klären wäre: warum glauben die Menschen das? Könnte es sein, das die seit Jahrzehnten weltweit laufende Konzernkampagne "Kaufen macht glücklich" irgendwie damit zu tun hat? Das permanent gezielt erzeugte Mangelbewußtsein ... ich brauche noch: das neueste Handy, den neuen Sportwagen, den Superkochtopf, die Indienreise, die neue Nase - dann geht es mir wahrscheinlich wirklich richtig gut? Und dazu braucht man: Geld. Nicht zum Glück, sondern zum Kampf gegen das gezielt erzeugte Mangelbewußtsein.

    Nun, eine solche Analyse würde natürlich zu weit führen. Immerhin geht es hier nur um Aufschwungpropaganda. Geld macht glücklich, Leute, und bald kriegt ihr alle wieder mehr davon.
    Dann könnt ihr euch alles kaufen, was euch glücklich macht ... der eine neue Nase, der andere endlich mal was zu essen - je nach Land sind da die Bedürfnisse ganz verschieden. Bleibt bloß zu Hause, geht brav wählen, was vorgeschrieben wird ... sind diesmal absolute Knaller für jeden im Angebot ...und wartet bis das Geld ins Haus kommt. Und mit ihm der ewige Friede des glücklichverheißenden Paradieses.

    Leider ... gelogen. Nicht nur der Zusammenhang zwischen Glück und Geld, sondern auch, das man bald mehr kaufen kann. Mehr Geld wird kommen, wenn der Aufschwung kommt, nur: es wird immer weniger wert sein:

    http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,627737,00.html

    Es ist sehr fraglich, ob diese großen Gläubiger angesichts steigender Inflationsraten noch zu so niedrigen Zinsen zu kaufen bereit sein werden. Denn der Aufschwung bringt mit Sicherheit eine Abkehr von den jetzt noch sehr niedrigen Inflationsraten.

    Eigentlich eine Kolumne für Anleger, kann man aber auch lesen, wenn man nichts anzulegen hat. Mir persönlich geht es nur um die Selbstverständlichkeit, mit der hier von einer steigenden Inflation ausgegangen wird. Auch übrigens ein gutes Mittel, Regelsätze und Renten zu senken. Das die Renten die nächsten Jahre nicht mehr steigen werden, wurde ja schon verkündet. Das die Kaufkraft dann sinken wird, nicht. Das verkünde ich jetzt.

    Also ... was nützt das ganze Geld, wenn man immer weniger davon kaufen kann. Oder ist einfach der Besitz von Scheinchen schon schön genug ... dann laßt uns doch mit den Weimarer Inflationslappen alle zu glücklichen Millionären machen! Kaufen wollen die ja scheinbar gar nichts....und werden sie in Zukunft auch kaum können.

    Viktor Frankl, Begründer der Logotherapie, stellte einst in einem Vortrag das Leiden vor, das in einem sinnlosen Leben (dem Leben der Konsumameise, z.B.) begründet liegt. Arme Leute, so zitierte er die Erfahrungen eine seiner Schülerinnen, leiden nicht darunter. Mag sein, das die mit dem gesellschaftlich gewünschten Lebenssinn: Kaufen bis der Arzt kommt sowieso schon abgeschlossen haben.
    (Frankl, Der Wille zum Sinn, Piper 1991, S.235-245) "Ausgesprochen psychisch Kranke finden sich in der Mittel- und Oberschicht", während "Arme und Bedürftige, Vertriebene und Heimatlose, Sozialhilfeempfänger, Fabriks- und Gastarbeiter mit großen Familien und hungrigen Kindern, Menschen die in zu kleinen Unterkünften wohnen und den Kindern kaum das nötigste zum Leben bieten können" "psychisch weitgehend gesund sind".

    Na, schau mal einer an. Ich sag da jetzt mal nichts zu sondern kehre zurück zu der kleinen heilen Spiegelwelt, der lustigen überflüssigen Studie zu Propagandazwecken, denn der Kolumnist zitiert auch Aristoteles:

    Schon die alten Griechen, so zum Beispiel Aristoteles, wussten: Das einzelne Leben kann im Rückblick nicht als gelungen erscheinen, wenn sein Ende die Angehörigen und Freunde ins Unglück gestoßen hat. Etwa durch hinterlassene Schulden oder schmutzige Geheimnisse, die erst durch den Tod offenbar geworden sind. So gilt auch eine Königsherrschaft als nicht geglückt, wenn die Politik, die der Monarch bis dahin verfolgt hat, das Land nach seinem Tod in die Katastrophe führte.

    Na, da hätten wir doch einen glückverheißenden Lebenssinn für alle. Wenn Aristoteles Recht hat, sollten wir schleunigst was tun, um unseren Kindern eine bessere Zukunft zu hinterlassen ... und uns vor einer Zukunft im Altenheim zu schützen, wo wir ein Recht auf "Wartung und Pflege" haben.

    Ich denke, es läge mehr Glück darin, eine neue Gesellschaft aufzubauen, auf die man Stolz sein kann, Die Zukunft hat und anderen ein Beispiel geben kann, als eine alte, die sich überlebt hat, auf Pump weiter laufen zu lassen.

    Dann löst sich vielleicht auch das demographische Problem, das dieses Land durch zunehmende Auswanderung und Kinderfeindlichkeit bekommen hat.

    Könnte doch glücklicher machen als ein neues Handy mit eingebauter Mikrowelle für unterwegs, oder?

  • Bohemian Grove und die Spermagnostiker ... BITTE NICHT LESEN. AB 18! Oder besser: ab 35.

    Seltsam, nicht wahr. Ich schreibe etwas und bitte, es nicht zu lesen. Das hat aber seinen Grund und der besteht nicht darin, Aufmerksamkeit zu erregen. Ich bin ein etwas seltsamer Typ, Dinge die ich Anfange, bringe ich auch zu Ende. Man sagt, ich sei dickköpfig, sturr und bissig wie ein Terrier. Ich nenne das konsequent.

    Warum man es nicht lesen sollte, wenn man nicht ganz speziell in die Welt der Spermagnostiker eintauchen möchte, liegt einfach daran, das diese Welt ganz besonders ekelerregend ist.

    ABER: ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, das in der Beweisführung zur religiösen Orientierung der Besucher des Bohemian Groves bzw. konkreter: der Gestalter des Rituals (denn wer da überzeugt mitmacht und wer nur zu geschäftlichen Zwecken dort ist, kann ich nicht beurteilen. Ich nehme an, 90 % der Besucher wollen nur Show und Geschäfte ... eventuell weniger) ein Glied in der Beweisvernetzung fehlt:
    warum Spermagnostiker?

    Ich bin drauf gekommen durch die Sequenz in einem der seltenen inoffiziellen Filmchen über den Grove.
    Eine Barszene. Der Pianist macht Witzchen über jemanden, der "angeblich sogar mit Frauen verkehrte" und die Reaktion des Publikums deutete darauf hin, das Frauen ... im wahrsten Sinne des Wortes dort "verpönt" sind.

    Alles verklemmte Homosexuelle? Nein. Den Zeitungsberichten nach sind zwar Strichjungen dort unterwegs, aber viel zu wenige. Außerdem sind diese Männer außerhalb des Groves alle verheiratet, mit Frauen, wie es sich für Konservative gehört. Und haben scheints auch Spaß daran.

    Also spricht keine hohe Wahrscheinlichkeit für diese Interpretation.

    Das Symbol der Eule und das Ritual des "Verbrennens der Sorge" gibt aber einen Rahmen, in welchen Denkwelten man sich zu bewegen hat. Hinge dort ein Kreuz oder ein Halbmond oder eine Statue von Kali, wären es andere Denkwelten, gäbe es Blumen und Steine, wiederum eine andere.

    Aber man hat sich für die Eule entschieden, die unter anderem ein Symbol für Lillith, die Kinderfresserin ist. Die Hure. Eine Position im negativen kabbalistischen Baum (den es übrigens für viele Kabbalistische Traditionen nicht gibt, nebenbei bemerkt). Die Gestaltung des Machtzentrums der USA Washington(Endstruktur des positiven kabbalistischen Baumes, soll göttliche Macht in der Welt verankern ... einige der führenden Gründer der USA waren Kabbalisten - bei einem hat man allerdings auch Reste von Kinderleichen im Keller gefunden, fällt mir gerade ein) weißt darauf hin, das es eine mächtige Freimaurertradition in den USA gibt, so das kabbalistische Denkmuster bekannt - oder zumindest nicht völlig fremd sein dürften.

    Lillith wiederum mit der Tatsache der Frauenverpönung in Verbindung zu bringen und nach Menschen zu suchen, die dieses als Positiv empfinden, funktioniert nur in gnostischen Gedankenwelten ... und macht einen gehobenen Sinn in der Welt der Spermagnostiker....wie auch das Ritual der Sorge.

    Für Gnostiker generell gilt die Marschroute: die Welt ist von einem bösen (alttestamentarischen) Gott erschaffen. Alles Mist hier unten. Für eine ältere (dafür aber wenigstens inhaltlich bekannteren) Ausrichtung der Spermagnostiker, den Barbelognostikern, war die Welt ... weiblich.

    Aufgabe des Mannes war nun, die Welt zu retten, in dem er seinem ("guten") Gott half, das in dem Sperma enthaltene "Pneuma" von der bösen Welt zu befreien.

    Hierzu war es notwendig, sich vor dem Samenerguß von der Frau zu trennen, die Dinge bzw. das Ergebnis selbst in die Hand zu nehmen, die so geschmückten Hände gen Himmel zu halten und erhobenen Hauptes unbekleidet von dannen zu schreiten, auf das das "Pneuma" befreit würde.

    Der Rest wurde dann gegessen, damit auch wirklich nichts verkommt.

    Böse war es (und Anlaß zu großer Sorge!) wenn denn nun versehentlich doch ein Kind gezeugt wurde, denn dann mußte ein künstlicher Abort eingeleitet werden, der Fötus mußte mit speziellen Salben und Ölen gesalbt und anschließend von der Gemeinde gegessen werden, damit das gute Pneuma nicht wieder in böse Welt verwandelt wird.

    Ich sagte ja ... es wird ekelig.

    Insofern ist die moderne Version eine Sorge los: keine Frauen heißt: (außer im Servicebereich, nach dem der Bruder eines Grovers geklagt hatte): keine Kinder, keine Kinder heißt: der besonders ekelige Teil kann niemals vorkommen. Insofern bekommt das Ritual des "Begräbnis der Sorge" einen besonderen Sinn, denn diese Sorge ist man wirklich los.

    Sind diese Menschen nun Satanisten? Nein. In ihrem eigenen Verständnis sind sie gut. Supergut sogar.
    Sie sind (dank irgendeines erleuchteten Guru, der diese urchristliche Verirrung ausgegraben hat) sogar die eigentlichen Erlöser dieser bösen Welt ... und das diese Welt böse ist und der Erlösung bedarf, glauben viele, auch manche von jenen, die dies hier gerade lesen.

    Das ist auch der Grund, warum solche Rituale eingeführt werden: das schweißt auf eine unglaubliche Art und Weise zusammen. Man ist nicht nur reich und mächtig, sondern auch der Nachfolger Christi.

    Paßt das zu den christlichen Strömungen des Landes? Auf jeden Fall...denn die haben da überall recht merkwürdige Ausprägungen von "Christentum". Sehr merkwürdige, da würde diese eigentlich gar nicht weiter auffallen.

    Ein Beispiel? Gesprochen beim eucharistischen Verzehr des Spermas:

    "Dies ist der Leib Christi, dies ist das Passah, für das unsere Körper leiden und gezwungen sind, die Passion Christi zu bezeugen". So die Barbelognostiker, bezeugt durch Epiphanes 335 n.Chr. Damals durften auch Frauen mitmachen und ihr Menstruationsblut essen, allerdings ... hat man ohne Frauen eine echte Sorge weniger, die in der heutigen Zeit üble Konsequenzen nach sich ziehen würde, wenn man es wie damals praktizieren würde. Auf jeden Fall: so etwas kann man amerikanischen Christen locker verkaufen.

    Warum macht man da mit? Kurz gefaßt, aus folgenden Gründen:

    1. Wegen der politischen und geschäftlichen Vorteile

    2. Macht Spaß, Sex sells, egal wie, auch die Auto-version

    3. Elitäres Gefühl der Extraklasse mit eingebautem Erlöserego

    4. Man schafft eine innigst verbundene Kaste von "Machern", mit deren Hilfe man viel in der Welt
    bewegen kann ... und die nicht so leicht aus der Reihe tanzen

    Und ich denke: das Erlöserego zieht ganz besonders. Wer übrigens sich mehr mit dem Orden "Skull and Bones" beschäftigt, wird merken, das Spermarituale auch hier nicht unbekannt sind. Auch der Mickymausbush war dran beteiligt. Man sieht ... alles gar nicht so abwegig, wenn man genauer hinschaut.

    Hat Schmidt da mitgemacht? Ich denke, nicht. Ich denke, viele machen da nicht mit. Viele kriegen auch nicht viel mit. Was kann man denn schon sehen, außer vielleicht mal einen stinkbesoffenen onanierenden alten Herren. Gut, das zentrale Ritual können alle sehen ... aber der Rest geht ganz leise.

    Nur nicht ... wenn Frauen auf dem Gelände herumlaufen, mit denen "etwas laufen" könnte.

    Darum muß man hier ... und ich denke, das stinkt vielen, denn es gibt auch mächtige Frauen ... auf das eine oder andere Geschäft verzichten. Aber dafür gibt es ja noch die Bilderberger und andere schöne Vereine.

    Man wird sich die Gäste eine Zeit lang anschauen und sich für die "Arbeit" gezielt diejenigen heraussuchen, die sich ... besonders auszeichnen. So wie jede andere Sekte auch. Man darf hier nicht zu naiv denken. Immerhin handelt es sich hier ... um absolut skrupellose realistische Machtmenschen.

    Aber zu denen paßt eben auch diese besondere Art von "Gottesdienst" eher, als die vergeistigteren Formen.

    Literaturquellen: "Der Teufel, Wesen, Wirkung, Geschichte", Alfonso di Nola, Hugendubel Verlag 1990, Seite 67-70

    derselbe in "Enciclopedia delle Religioni" Bd. II, S. 954-957 zu: Barbelognostiker

  • Oralsex, Medienmanipulation, Urheberrecht und Blogger

    Eine seltsame Mischung ergab sich heute in der Überschrift und doch: haben alle diese seltsamen und
    zum Teil anstößigen Themen etwas miteinander zu tun. Leider.

    Auf das erste Thema brachte mich ein Bloggerkollege.

    http://11k2.wordpress.com/2009/05/31/oralsex-ist-der-neue-gutenachtkuss/

    Ich erwartete unter der Überrschrift eigentlich etwas recht geistreiches, unterhaltsames, politisches - jedoch nicht, das es sich genau darum handelt, was die Überschrift besagte. Es lohnt sich wirklich, den Bericht im Original zu schauen:

    http://abcnews.go.com/GMA/Parenting/story?id=7693121&page=1

    Hier erfährt man nebenbei zusätzlich, aus welcher sozialen Schicht diese Hobbyprostituierten stammen:
    die hübschesten Mädchen sehr erfolgreicher Eltern. Prostitution mit 11 ... kein Wunder, das man dann mit 13 Puffmutter werden kann. Da hat man wohl schon hinreichend viele Erfahrungen gemacht:

    http://abcnews.go.com/GMA/story?id=4519538&page=1

    Amerika ist natürlich schockiert, irgendwie, aber andererseits: ist es ihnen auch völlig egal. Ich selbst möchte nicht als prüde erscheinen, obwohl ich ein Alter erreicht habe, wo ich das Recht dazu hätte, aber
    mir persönlich wäre das etwas früh ... so mit 11. Und wenn ich die Freier erwischen würde ... na ja, heute ist Pfingsten, da gehe ich mal nicht ins Detail. Was geht mich auch eigentlich die Degeneration der Werte der amerikanischen Upperclass an? Der Werte, die sie lauthals mit Waffengewalt in aller Welt verteidigen? Nun ... was verteidigen die eigentlich da? Das Recht auf Kindersex? Mich hat diese Geschichte ein wenig angesprochen, weil ich mich durch die Ausführungen über den Bohemian Grove und das ungeheuerliche Bild, das ich dort durch Schlußfolgerungen entwerfen mußte, etwas in der Pflicht genommen fühle, diesem Bild, das so gar nicht dem offiziellen Bild Amerikas entspricht, nachzuspüren.
    Und mal ehrlich: ein ordentlicher Spermagnostiker macht sich nichts draus, wenn seine 11-jährige Tocher von allen Nachbarn durchgevögelt wird ... solang die dafür bezahlen, ist das ok. Frauen sind schlecht.
    Von daher wäre es nicht verwunderlich, wenn dieser Kult tiefe Risse in der Gesellschaft hinterläßt, die dieser Film jetzt aufgedeckt hat. Die amerikanische Doppelmoral hat eine Quelle, und die Quelle hat jetzt einen Tempel, wo man seinen neuen Werten huldigen kann.

    Natürlich erfahren wir offiziell nichts davon. Das müssen schon Blogger in die Hand nehmen, die nicht nur in der Nachrichtenflut ersticken, sondern gezielt Verbindungen suchen, Perspektiven ausprobieren, Vernetzungen und Verflechtungen nachspüren, um so gegen die offzielle Medienmanipulation anschreiben zu können. Deshalb ... bei 11000 Nachrichten, die professionelle Blogger täglich sichten ... kann es gar nicht genug von denen geben. Man sollte sie eigentlich staatlich sponsern, um der Aufklärung einen geschützten Raum bieten zu können, denn scheinbar ist das der letzte geschützte Raum, den es gibt:

    http://grilleau.blog.de/2009/05/31/glaubenskriege-6207390/

    So kommen wir von der käuflichen Liebe zum käuflichen Krieg, zum Krieg um die Meinungshoheit, der professionell von Agenturen zu jedem bedeutenden Thema geführt wird:

    Bislang war nur die Rede von kommerziellen Beziehungen zwischen konkret bekannten PR-Firmen und konkret bekannten Regierungen, die vertraglich miteinander Propaganda zur Beschönigung von Kriegstoten vereinbaren. Das hat den methodischen Vorteil, dass man genau weiß, über was man spricht. Beispielsweise kann man so festhalten, dass US-amerikanische PR-Agenturen an den Balkankriegen rund 12 Mio. US-$ verdient haben. Dieses Vorgehen hat aber den methodischen Nachteil, dass man aus dem großen Gebiet der staatlich finanzierten Kriegsbeschönigungskommunikation viele Dinge weglässt, sei es die Finanzierung von Hollywoodfilmen durch das Pentagon, die Rekrutierung einer vielsprachigen „Armee von Bloggern“ zur zukünftig virtuellen Kriegsführung durch die Medienabteilung des israelischen Außenministeriums oder die Produktion der kostenlosen Jugendzeitschrift „Mirko“ durch die Bundeswehr in Bosnien und Herzegowina. Mit anderen Worten: Es geht hier nur um die Spitze eines Eisberges

    Nachrichten werden heute von Agenturen "gemacht", die von vornherein bestimmen, was geschehen ist. Und nebenbei erfährt man noch einmal mehr von der Käuflichkeit von Bloggern ... tja, war also nichts mit der schönen Unabhängigkeit der friedlichen Bloggergemeinde - einige sind schon längst bezahlt und schreiben, wofür sie Geld bekommen. Man kann sie aber erkennen: sie verbreiten konsequent eine Richtung und sind absolut dialogunfähig ... dadurch würden sie ihren Auftraggeber verraten und ihre Einnahmen riskieren.

    Blogs sind Kriegsschauplätze geworden in der modernen Welt. Hier werden Meinungen gemacht ... und um Meinungen gekämpft. Und allem Gezeter über die Unwichtigkeit von Bloggern zum Trotz zeigt die israelische Armee ihre wirkliche Bedeutung auf. Das mag ich an Militärs wirklich: sie sind absolute Pragmaten. Wenn sie sehen, das was wirkt, setzen sie es ein, ohne zu fragen, ob der Kommentator der "Zeit" das denn auch gut findet.

    Wie lange das noch geht, ist eine Frage, denn: hinter den Kulissen ist ein Kampf um das Urheberrecht von Nachrichten entbrannt, der in Zukunft ... wenn er verloren wird ... dazu führen wird, das sich Blogger nur noch über ihre selbstentwickelten Kochrezepte und gute Einkaufsmöglichkeiten für Gartenfreunde unterhalten dürfen:

    http://carta.info/9987/afp-abmahnungen-eine-gefahr-fuer-blogs/

    Weiterhin: die Frage, ob z.B. Nachrichten überhaupt urheberrechtlich geschützt sind, ist alles andere als klar. Hört sich überraschend an? Mag sein, aber Tatsachen an sich sind natürlich nicht schützbar (auch wenn das mancher gern anders hätte). Hat eine möglichst faktengetreue und präzise Darstellung einer Tatsache also die Schöpfungshöhe, die erreicht werden muss, damit es sich um ein Werk im Sinne des UrhG handelt? Eher nein. Bei Reportagen und Features, die auch von den Agenturen angeboten werden, ist das wahrscheinlich anders.

    Tja, da steht man fast schon wieder mit einem Bein im Gefängnis. Aber deshalb blogge ich ja, damit ich halbwegs weiß, mit wem ich so in naher Zukunft meine Zelle teile. Urheberrecht ... ist für mich nicht leicht durchschaubar und ich weiß nicht genau, wieviel ich eigentlich von einem Text kopieren darf, wenn ich ihn zum Zwecke der Beweisführung einarbeite. Aber ich denke halt, für den Leser ist es angenehmer, das direkt zu lesen, was von Bedeutung für "meinen" Zusammenhang ist, als es mühseelig suchen zu müssen.
    Aber es mag sein ... das dies nicht mehr lange geht, auch wenn AFP meint, sie würden nicht gegen Wissenschaftler und Blogger vorgehen wollen. Interessante Gleichsetzung übrigens. AFP scheint von Bloggern eine andere Sichtweise zu haben als deren Kritiker. Wie die israelische Armee.

    Natürlich kann ich es auch einfach so machen:

    http://juliehamburg.wordpress.com/2009/05/27/geschichtsfalschung-uber-die-68er-mit-hilfe-penetranter-meinungsmache-der-spiegel-wird-immer-dreister/

    Man sollte sich wirklich mal fragen, warum die alle momentan so auf die "68´er" herumhacken. Gegen die
    "freie Liebe" kann es ja nicht gehen, wenn man mal schaut, wie amerikanische Teenager so drauf sind (wie gut, das wir das ja jetzt wissen). Mag man vielleicht nicht mögen, das sich hier mehr abzeichnete als eine politische Bewegung, das eine ganz andere Kultur versuchte, sich gegen das Dickicht der offiziellen Verblödungsmaschinerie und ihrer staatlich legitimierten Lebensentwürfe ans Licht zu wühlen?

    Auf jeden Fall gibt man sich erstaunlich viel Mühe, diese ganze Geschichte mit einem großen "Pfui" zu belegen. Wo kommen wir auch hin, wenn junge Männer selbst bestimmen, wann sie zum Friseur gehen ... und ob sie das überhaupt jemals tun?

    Heute wäre "68" undenkbar. Man ändert heute nichts mehr dadurch, das man auf die Straße geht. Aber, wenn ich der israelischen Armee trauen darf (und der traue ich noch mehr als anderen Militärs, denn die sind
    SEHR pragmatisch) dann findet die Auseinandersetzung heute ... durch den Kampf um die Meinungsführerschaft statt.

    In Blogs.

    Denn die lesen auch normale Bürger, die das unverständliche sebstverliebte Geschwafel verdienter und gutbezahlter Leistunsträgerkommentatoren großer deutscher "Blätter" nur dazu benutzen würden, um Fisch darin einzuwickeln ... den einzigen praktischen Nutzen, den diese Kommentare haben.

    Für Normalbürger.

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