szmmctag

Archiv der Einträge: 30 Mai, 2009
  • Zu Gast bei ... Kleinvieh, macht auch Mist. CSU und so...

    Nun, endlich komme ich zum Abschluß der eifelphilosophischen Wahlberichterstattung und widme mich dem Kleinvieh des Politikalltages, noch bevor es zu spät ist. Alle schaffe ich natürlich nicht, aber so ein paar schon.

    Erstmal hierhin, das hat sich der Guttenberg schon verdient:

    http://www.csu.de/partei/index.htm

    Wir wählen Bayern nach Europa.

    Schon Scheiße. Erstmal: nicht IHR wählt Bayern nach Europa sondern der Wähler. Zweitens: was geht mich da an? Drittens: was wollte ihr eigentlich da?

    Spendenaufruf: dezent unten links. Auch Mist. Dem armen Gutte zuliebe, der sich momentan total als erster ernsthafter Politiker seit Jahrzehnten blamiert hat (der hat wohl wie ich kein Fernseher zu Hause), traue ich mich trotzdem mal ins Programm.

    Die CSU ist mit ihrer Politik "näher am Menschen" tief in der Bevölkerung verwurzelt. Wir haben eine klare christlich-soziale Wertordnung, wir sind die politische Heimat für alle Bevölkerungsschichten und wir sind die Volkspartei mit konservativen Werten und der Kraft zur Zukunft.

    Na, das ist doch mal knackig kurz, klar und präzise. Sie sind näher am Menschen und somit schneller an seinem Geld, und das bei allen Schichten. Die klare christlich-soziale Werteordnung erinnert mich daran, das auch die Wohlfahrtsverbände jetzt die Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger kürzen wollen: Armut, Demut und Bescheidenheit für alle, "Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist" (Zitat Christ Nr. 1) ... all euer Geld. Und die haben auch die Kraft, diesen Kurs in Zukunft beizubehalten. Gefällt mir, diese offene ehrliche Art. Aber schauen wir mal ... was schreiben die denn zum Guttenbergskandal:

    http://www.csu.de/partei/unsere_politik/102810950.htm

    Doch da ... wird es auf einmal sehr spannend:

    Nun hat sich auch noch Gerhard Schröder eingemischt. Der Ex-Kanzler sollte besser die Klappe halten. Schröder ist bei Opel der schlechteste Ratgeber. Er hat im Fall Holzmann alles falsch gemacht: erst Millionen Steuergelder verbrannt, trotzdem waren später die Arbeitsplätze futsch. Schröder steht in russischen Diensten und sollte sich zurückhalten. Es ist sehr bedauerlich, dass der frühere Regierungschef Schröder jetzt als Turbolobbyist für ausländische Unternehmen auftritt und
    die Interessen Deutschlands hinten anstellt.

    Na ja, Opel wird wie Holzmann enden und Münte möchte auch Acandor jetzt ähnlich händeln. Aber dieser Turbolobbyist ... das gefällt mir. Denen geht der Arsch auf Grundeis ... CSU wird immer unwichtiger in der Bundespolitik. Eigentlich mal ein Grund ... die Scheidung einzureichen und mutig auf Bundesebene zu wirken. Christlich-Sozial hätte Chancen, wenn man es ernst meinen würde. Leider hat die Partei eine Historie ... die wenig Hoffnung gibt. Na ja ... Kleinvieh eben.

    Ich jetzt ... inspiriert durch die CSU ... zu den Freien Wählern.

    http://www.freie-waehler-deutschland.de/

    Spendenaufruf erste Seite. Ich fühle mich langsam wie in Aachen in der Einkaufzone. Alle halten mir ihren Hut hin. Und ich nehme mir gern überall was heraus.

    Die FREIEN WÄHLER haben in Deutschland geschätzte 280.000 Mitglieder und sind damit die größte Bürgerbewegung unseres Landes!
    Wir sind keine Partei und haben doch enormen Einfluss! In einigen Bundesländern sind wir gar die stärkste kommunalpolitische Kraft, in vielen anderen stehen wir an zweiter oder dritter Stelle.
    Wir stellen eine Vielzahl von Bürgermeistern und auch Landräten und tragen an vielen unterschiedlichen Stellen Verantwortung.
    In Bayern sind die FREIEN WÄHLER sogar auf Landesebene die drittstärkste Kraft!

    http://www.freie-waehler-deutschland.de/

    Na, das hört sich ja schon mal gut an. Und was wollt ihr sonst ... außer Macht?

    Den Schwerpunkt unserer politischen Arbeit bildet die Kommunalpolitik vor Ort auf Gemeinde, Stadt- und Kreisebenen.

    Ok. Das war´s dann. In hessische Kommunalpolitik mische ich mich nicht ein. In Bayern auch nicht.

    Nächster Spendensammelverein mit politischen Absichten: die Frauen. Der Wahlomat sagt mir, das ich diese Partei am wenigsten hassen werde.

    http://www.feministischepartei.de/

    Erster Eindruck, erste Frau: ein Mann. Eigentlich schon durchgefallen, die Schwestern. Spendenaufruf diskret als Unterstützungsform genannt. Also, was macht der Kerl da, will ich wissen.

    Scheint der Zollbeamte aus Berlin zu sein. Was will der bei denen? Verfassungsschutz? Und vor allem: was wollen die von dem? Polnische Zigaretten?

    Na, diese Frage haben sich auch andere gestellt und der Zollbeamte hat geantwortet:

    Es gibt drei gute Gründe, als Mann für DIE FRAUEN zu kandidieren:
    1. Es ist längst überfällig, dass sich weitaus mehr Männer für Frauenrechte engagieren.
    2. Andererseits ist es auch eine Art Wiedergutmachung für das, was Frauen in der patriarchalen Gesellschaft angetan wurde.
    3. Feminismus bedeutet weitaus mehr als sich nur für Frauenrechte einzusetzen. Unser Ziel ist eine herrschaftsfreie Gesellschaft, in der nicht auf Kosten von Frauen, anderer Völker oder der Natur gelebt wird. Wir FeministInnen wollen eine Gesellschaft ohne Gewalt, ganz egal ob sie sich gegen Frauen, Männer, Kinder oder Tiere richtet.

    Zu Tierschutz und Bundeswehr hatte er keine Meinung, aber das Frauen ihn ins Parlament wählen, findet er toll. Fänd ich auch, bei 14000 Euro im Monat. Sonst noch Programm?

    Kurz und knackig: Frauen, wenn wir heute nichts tun,leben wir morgen wie vorgestern!

    Ja, aber was geht mich das an? Ich bin keine Frau, und die Taten von Frauen bei "Deutschland sucht das Arschgesicht" und wie diese Shows alle heißen kotzen mich an. Nur weil man eine Frau ist, ist man doch noch nichts besonderes, oder?

    Wir wollen mehr politische Macht für Frauen.

    Das wollen alle ... also nicht für Frauen, aber für ihre Partei.

    Mehr Programm hier, inklusive Grundeinkommen, Globalisierungskritik, Regionalgeld und allem was gerade "in" ist:

    http://www.feministischepartei.de/progra-d.htm

    Hört sich vieles gut an ... aber wenn das mehr für Frauen ist, dann will ich die mal jetzt in Ruhe lassen.
    Und soviel Programmtext ... ich glaube, die reden gerne und viel. Mir zuviel. Jedenfalls für heute...denn, je mehr man liest, umso mehr stellt sich das Gefühl ein, es geht erstmal einfach um mehr Geld für Frauen: in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft. Das wäre mir zum Wählen zu wenig. Vor allem, weil ich kürzlich festgestellt habe, das ich ja gar keine Frau bin. Genausowenig wie Bayer.

    Gut, einen habe ich noch. Die Violetten. Ich mag diese Farbe überhaupt nicht. Scheißflieder. Aber: die haben Platz für Männer und Nichtbayern, das spricht einen ja schon mal an.

    http://www.die-violetten.de/de.html

    Wir streben eine Gesellschaftsordnung an, in der Selbsterkenntnis durch die individuelle spirituelle Entwicklung, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Kreativität, offene Kommunikation, ökologisches Denken, Gewaltfreiheit, Freiheit im Geistesleben, Menschlichkeit im Wirtschaftsleben, Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit von Frau und Mann und Toleranz obenan stehen

    Ist mit Sicherheit nicht so gemeint, aber hört sich für mich erstmal an wie Faschismus pur. Was machen die denn, wenn sich meine spirituelle Entwicklung in Rotweinkonsum erschöpft und mir Selbsterkenntnis am Popöchen vorbeigeht? Interessiert sich ja sonst auch keiner für mich, warum also sollte gerade ich damit anfangen? Komme ich dann in Meditationslager? Natürlich nicht ... denn sonst hören die sich ja ganz lieb an ... wenn sie dieses spirituell streichen, dann nehme ich auch die Faschismuskeule zurück. Solche halbherzigen Begriffe haben in der Politik nichts zu suchen...ist meine Meinung.

    Spendenaufruf? Diskret verborgen: korrekt. Aber ... keine Menschen weit und breit. Viele Worte, keine Menschen. Ich wähle aber lieber Menschen als Worte ... und wo die doch so für offene Kommunikation sind, da könnte einen doch mal die Bundesvorsitzende an der Tür empfangen. Wäre zumindest höflich. Der Seehofer stand ja auch gleich vorn.

    Grundeinkommen, Regionalgeld, Globalisierungskritik, das moderne Standardprogramm, aber auch der bedenkliche Satz: Das Einkommen muss im rechten Verhältnis zur erbrachten Leistung stehen.
    Das meint Sarrazin auch ...

    Ansonsten: Bäume, eine Kuh, eine teuer Ökohaussiedlung ... nirgendwo Menschen. Wahrscheinlich alle schon vergeistigt. Unter Gesundheit die ersten menschlichen Wesen, zwei Frauen auf einer Matte. Nein, keine Erotik. Gymnastik. Ganz klein.

    Ich los zur Presse, vielleicht haben die mal einen von denen gesehen. Fehlanzeige. Auch keine Bilder.

    Nun gut, dann eben: Weltsicht. Aber ... Gemüse, Steine und ein Reiche-Leute-Garten ... keine Menschen.
    Haben die die jetzt schon ganz abgeschafft. Es kann doch nicht sein, das ich eine Stunde lang bei denen einen wählbaren realen Menschen suchen muß. Wo haben die sich denn nur versteckt? Und wo soll das enden, wenn die wirklich mal gewählt werden? Sind die im Parlament dann auch so schwer zu finden? Dauernd auf´m Klo oder was?

    Ich zu: Termine. Auch keine Bilder, aber in Düsseldorf treffen die sich in der Gaststätte "Philosoph". Sehr symphatische Partei. Leider unwählbar ... keine Menschen in Sicht, denen man zutraut, das sie im Parlament Arbeit machen.

    HALT! Mir fällt gerade ein: Kandidatenwatch.

    HURRA, die Rettung. Ganz viele Violette! Gandalf Lipinski ... Fehlanzeige. Die nächste Tante ebenso.
    Ich gebe auf. Reicht jetzt für Kleinvieh. Und Programm haben die auch nicht:

    http://www.kandidatenwatch.de/programme-631-0.html

    Außer vielleicht: wählt uns, wenn ihr uns sehen wollt. Ein guter Trick eigentlich, denn langsam bin ich neugierig, wie denn so ein Violetter überhaupt aussieht.

  • Opel, Guttenberg und die Steuergelder

    Hach nein ist das aufregend. Da wollte der Guttenberg doch zurücktreten. Unser Supermann, der uns aus der Krise retten sollte, unser Batman der Wirtschaftskrise, der Sonnenschein der Politik. Aber warum eigentlich?

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,627812,00.html

    Die "Bild am Sonntag" berichtet unter Berufung auf Teilnehmer, dass Guttenberg in internen Beratungen der Union vor Mitternacht unmissverständlich klar gemacht habe, dass er die Magna-Lösung "für nicht tragfähig" halte und wegen der Risiken für den Steuerzahler "nicht mittragen" werde.

    Ja, was soll das denn? Da sieht man mal, was man davon hat, wenn man einfach so einen reichen adeligen ohne Erfahrung in Wirtschaft und Politik ein so wichtiges Amt übergibt. Das mußte ja schief gehen.
    Der Mann neigt einfach dazu, seinen Posten ernst zu nehmen und macht sich Sorgen um die Gelder des Steuerzahlers.

    Na ja, der kann es sich ja leisten, werden seine Ministerkollegen sagen, der hat Geld wie Heu, aber wir, wir müssen noch lange abzocken, bis wir uns auch was in Manhatten kaufen können. Und was soll so ein Politiker schon anderes machen, als sich schadlos an Steuergelder halten, auch wenn es indirekt über Vorstandspöstchen, Honorare und ähnlichen Schleichwegen geht.

    Während der Guttenberg durch seine humanistische Erziehung jetzt auf einmal durch Ideale das ganze Geschäft gefährdet. "Sei edel, hilfreich und gut - solange es nichts kostet" können sich halt nur Schwerreiche leisten, die anderen kommen sonst zu nichts, da darf es nicht nur nichts kosten, sondern muß sogar was einbringen, und zwar viel: Stimmen für die eigenen Partei, damit man möglichst viel Steuergelder per Wahlkampfkostenrückerstattung bekommt und möglichst viel Parteimitglieder im Bundestag versorgen kann.

    Da braucht sich so ein Guttenberg ja keine Gedanken drüber machen, der ist Selbstversorger.

    "Guttenberg hat die leichtfertig angedachte Steuerverschwendungsorgie der SPD-Minister eingebremst", sagte Generalsekretär Alexander Dobrindt. und dadurch das ganze über Jahrzehnte gewachsene System in Gefahr gebracht. Na, so geht das ja nun mal nicht. Der Guttenberg muß jetzt wahrscheinlich nachsitzen und erstmal für 1000 Euro Büromaterial aus dem Bundestag nach Hause mitnehmen, damit er ein Gefühl dafür bekommt, wie es da läuft.

    Aber, lassen wir uns doch mal von der "Welt" aufklären, wie der Deal jetzt überhaupt aussieht:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3833701/Opelaner-hoffen-auf-bessere-Zukunft-mit-Magna.html

    Ist der Staat nun beteiligt oder nicht?

    Formal nicht. Die Kredite von bislang 1,5 Milliarden Euro, später eventuell bis hin zu 4,5 Milliarden über mehrere Jahre, stellen die Landesbanken und die staatliche KfW zur Verfügung. Da alle erklärt haben, sie rechneten mit einem Erfolg des neuen Konzepts, hat der Staat im wahrsten Sinn des Wortes vorerst „keine Aktien drin“.

    Und wenn die Kredite platzen?

    Dann allerdings haftet der Staat in voller Höhe gegenüber den Landesbanken und der KfW. Als Sicherheit hat er „alle materiellen und immateriellen Vermögensanteile in Deutschland“, wie es Regierungskreise ausdrückten. Konten, Forderungen, Vorräte, Fahrzeuge, Grundschulden und Immobilien wären als Wesentliches zu nennen. Dann gehört ihm praktisch Opel Deutschland einschließlich möglicherweise auf Halde stehender Autos.

    Aha. Formal ist der Staat nicht beteiligt. Toll. Da aber die Landesbanken und die KfW nicht von Lottogewinnen finanziert werden, heißt das auf Deutsch: der Steuerzahler zahlt, wenn´s nicht läuft.

    Wenn´s läuft, sind die Investoren fein ´raus. Mit dem Hintergrund möchte ich mal ins Spielkasino gehen.

    Setze eine Million auf rot, kommt rot, toll, bin ich reich, kommt´s nicht ... zahlt der Steuerzahler.
    Superidee eigentlich.

    Aber dafür hat der russische Autoriese Gaz jetzt das was er wollte: die Hand an der Opeltechnik. Denn: die neuen Opels dürfen nicht überall verkauft werden. Wo käme man denn da auch hin ....
    In erster Linie werden die für Russland gebaut.

    Können die Autos der neuen Gesellschaft überall verkauft werden?

    Nein, der größte Markt der Welt, die Vereinigten Staaten, sollen für „Opel neu“ ebenso tabu sein wie vorerst China und Kanada, wo bestehende Verträge noch einige Jahre laufen.

    Na, da sind die Erfolgsaussichten ja erstmal nicht rosig. Schade auch ... für den Steuerzahler. Denn die Russen haben auch nicht mehr soviel Geld, um genug Opels zu kaufen, das der Laden läuft.

    Vielleicht sollte man den Guttenberg mal zur Fortbildung nach England schicken. Während dort die Wirtschaft schlimmer zusammenbricht als in allen anderen westlichen Ländern, machen die Politiker vor, wozu sie angetreten sind:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3833927/So-tief-ist-Grossbritannien-schon-gesunken.html

    Obwohl das Grünbuch für Parlamentarier vorsieht, Einkäufe auf Spesenkosten dürften weder extravagant noch luxuriös sein, lesen sich die Spesenabrechnungen wie die Preisliste der TV-Sendung Glücksrad: Plasmafernseher: 8000 Pfund, Toaster: 169 Pfund, iPhone für den Ehemann: 240 Pfund, Fensterrahmen aus dem 18. Jahrhundert: 10.000 Pfund, schwimmende Enteninsel: 1645 Pfund – die Liste könnte man seitenlang fortsetzen.

  • Opel und der Eifelphilosoph

    Gestern rief ein Freund von mir an und beschwehrte sich.

    "Sag mal, Du schreibst ja gar nichts über Opel", meinte er, "das sei doch das Top-Thema".

    Ich gähnte erstmal, kam kaum zu Wort während mir ausführlich die vollkommene Dilettanz geschildert wurde, mit der die Aktion durchgeführt wurde, wie tollpatschig und unprofessionell die politischen Hänschen auf dem Wirtschaftsparkett herumruderten und wie unsinnig der ganze Mist sei.

    Nun - mein Freund kennt sich in wirtschaftlichen Dingen deutlich besser aus als ich.

    Also ... es stimmt ja nicht, das ich nichts über Opel schreibe - habe sogar einen Brief geschrieben.

    Aber Opel als Thema an sich ist vollkommen unbedeutend. Wichtiger wäre zu prüfen, was an den Gerüchten um den Zusammenbruch des Dollars in der kommenden Woche (oder vielleicht später) dran ist, wichtig wäre zu prüfen, ob der nordkoreanische Schachzug - der momentan mit einer Interkontinentalrakete fortgesetzt wird - der Auftakt zu einem dringend notwendigen Wirtschaftsaufschwungkrieg ist, wichtig wäre zu prüfen,
    ob Gerhard Wisnewski mit seiner Einschätzung der in die politische Bedeutungslosigkeit versinkenden
    BRD recht hat und wir wirklich nur als demokratischer Wohlstandslockvogel für "den Osten" aufgebaut
    wurden, um das kommunistische System zu destabilisieren und nun in Zukunft weder Demokratie noch
    Wohlstand mehr nötig haben, da unsere Rolle keinen Sinn mehr macht:

    http://grilleau.blog.de/2009/05/29/ausgediente-wunderland-6198176/

    Es ist alles nicht wichtig für den Verlauf der Weltgeschichte, sondern für persönliche Entscheidungen und Planungen die die eigene Zukunft eines jeden einzelnen Menschen betreffen.

    Soll ich eine Berufsausbildung beginnen oder mich jeden Tag lieber volllaufen lassen?

    Lohnt sich noch ein Bausparvertrag oder fahre ich lieber in den Urlaub?

    Kaufe ich ein neues Auto oder lerne ich lieber endlich Fahrrad fahren?

    Sollen wir Kinder bekommen oder lieber Nahrungsmittelvorräte horten?

    Soll ich in die Stadt ziehen oder besser aufs Land?

    Lasse ich mir die asoziale Knechterei meines Chefs weiterhin gefallen oder hau´ich ihm morgen im Sinne meines Seelenfriedens einfach mal kräftig auf´s Maul?

    Schicke ich die Kinder auf´s Gymnasium oder lieber zur Fremdenlegion, wo sie was ordentliches lernen?

    Empfehle ich meinen Kindern Wehr- oder Zivildienst?

    Wähle ich irgendwen oder besser gar nichts?

    Werde ich Vegetarier oder beiße ich weiterhin in Mitgeschöpfe?

    ....um einfach nur mal ein paar Fragen zu nennen, die den ganz normalen Bürger jeden Tag betreffen.
    Wo ist denn da der Zusammenhang mit Opel? Wen interessiert eigentlich Opel ... außer den Medien und denen, die so eine Schrottkarre fahren müssen?

    Opel und der Alltag des Menschen haben nur verschwindend geringe Berührungspunkte. Eigentlich sind die 50000 Arbeitsplätze, um die es da geht, das Getöse nicht wert, bedenkt man die 700000, die seit Beginn des Dramas sang- und klanglos verschwunden sind, ohne das ein Hahn danach gekräht hätte....wahrscheinlich weil ihr Verschwinden wieder ein deutliches Zeichen des Aufschwungs sind.

    Aber gut, auf speziellen Wunsch hin: schreibe ich eben nochmal was über Opel. Zum Beispiel über diese Rettungslügen, die gerade durch die Medienwelt toben.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,627691,00.html

    Wichtiger Forschritt bei der Opel-Rettung: Magna und General Motors haben im Grundsatz einen Plan zur Übernahme des maroden Autobauers beschlossen.

    Erstmal: ich dachte, GM wäre marode. Opel jetzt auch? Es hieß doch früher mal, die seien allein existenzfähig. Nun gut, ich akzeptiere jetzt erstmal, das bei denen nicht nur die Autos Schrott sind.

    Auch bei der kurzfristigen Kapitalspritze von 350 Millionen Euro, die die US-Seite beim geplatzten Gipfel vor zwei Tagen nachgefordert hatte, sei es zu einer Einigung gekommen.

    Heist das jetzt im Klartext: die kriegen noch mehr Kohle vom Steuerzahler? Oder was jetzt?

    Auch der britische Handelsminister Peter Mandelson bezeichnete eine Übernahme von Opel und der britischen Schwester Vauxhall durch Magna als "sehr wahrscheinlich". Er erwarte, dass sich das Unternehmen mit GM auf eine Übernahme einige, sagte er am Freitag im britischen Fernsehen.

    Aha, gut zu wissen. Gleicher Artikel, wenige Zeilen später:

    Magna und GM hatten schon im Vorfeld achteinhalb Stunden im Hotel Adlon verhandelt. Insider berichteten danach von extrem schwierigen Gesprächen: "Wir sind nicht sicher, ob die Amerikaner Opel überhaupt verkaufen wollen." Ein Insider sagte, es bestehe nun eine "hauchdünne Chance" auf eine Einigung, die Situation habe sich "etwas verbessert".

    JA WAS DENN NUN? Verkaufen oder nicht? Stecken hinter den russischen Investoren bei Magna die russischen Automobilbauer? Die wollen nur die Technik, nicht aber die Arbeiter ... jedenfalls nicht langfristig.
    Denn Opels lassen sich in Russland billiger bauen und mit mehr Gewinn ins Ausland verkaufen ... das weiß auch Magna, der Eifelphilosoph und der Rest der Welt.

    Nur unsere Politikerdarsteller aus der Serie "Schlechte Zeiten - Gute Rendite" scheinen da wie kopflose Hühner über die Flure der Hotels zu hüpfen.

    Die deutsche Seite will Opel daher einen dringend benötigten Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro gewähren und damit vor einer möglichen Folgeinsolvenz retten.

    Wie jetzt? Noch mehr Geld? 1500 Millionen für 50000 Arbeitsplätze, das macht ... 30000 Euro pro Arbeitsplatz. Wie lange bleiben die dann erhalten? Wieviel Geld fließt noch in dieses "marode Unternehmen", das jeder vernünftige Investor brutal zusammenstreichen und auseinanderreißen muß, damit seine Investition kein riesiges Verlustgeschäft wird.

    Ja, ÜBERRASCHUNG! INVESTOREN MÜSSEN BETRIEBSWIRTSCHAFTLICH DENKEN!

    Wenn das Unternehmen marode ist .... DANN IST ES IM EIMER.

    Ist es nicht marode, dann: braucht es keine Staatshilfe.

    So einfach ist das für Feld-, Wald- und Wiesenphilosophen. Gut, ich verstehe ja in Wirklichkeit nicht viel von Wirtschaft, das gebe ich zu. Ich wirtschafte jeden Tag so vor mich hin und überlebe, das scheine ich besser als GM zu können, auch ohne Schulden, aber ich habe nicht die Not, verdiente Parteikollegen in Aufsichtsratsposten unterbringen zu müssen. Und die stehen bei Opel natürlich in erster Linie auf dem Spiel.

    Und wenn sogar der Spiegel mir seitenweise unkonkrete Opelgülle über den Bildschirm flimmern läßt, was soll ich denn dann zu Opel schreiben ... ausser: dichtmachen den Laden. Der ist im Eimer. Punkt.

    Schade für die Mitarbeiter ... aber Millionen schließen sich ihnen auf dem Weg zum Arbeitsamt an, ohne groß insziniertes Medien- und Politiktheater.

    Warum also der Aufstand?

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