Wer sich nun immer noch in Sicherheit wähnt, weil seine kleine eigene Welt ja noch in Ordnung ist, der wird zur Kenntnis nehmen müssen, das es auch einen sozialen Bereich gibt, der ihn persönlich betrifft:
das Gesundheitswesen.
Neben der Arbeitslosenversicherung und der Rente ist das ein drittes Standbein der sozialen Sicherung, das angegriffen werden wird.
Natürlich nicht die Profite der Pharmaindustrie, das sollte mal klar sein. Die sind heilig und sicher.
Dafür sorgen schon die Vorstandspöstchen, die Geldschenke an Ärzte und Politiker. Nein, es geht um den Bereich, der für Menschen vorbehalten ist, die richtig krank sind: die Krankenhäuser.
Eigentlich ... bräuchten wir nahezu nur diese Krankenhäuser, denn wer wirklich krank ist, und nicht nur als Pillenverwerter zum Zwecke der Renditensteigerung herhalten muß, der ... kommt ins Krankenhaus.
Beinbruch, Herzinfarkt, Lungenödem, Nierensteine, Geburten, Gallenblase, Magengeschwür ... alles, was wirklich ernst ist und weder den Arzt noch die Industrie reich macht, landet genau dort.
Im Prinzip macht hat der niedergelassene Mediziner doch nur eine Vorsortierungsfunktion, 90 % der Patienten, so hörte ich mal von einem Internisten, hätten nichts, wofür er selber zum Arzt gehen würde.
Hier bezahlt der Bürger mit seinen Beiträgen erstmal die Folgen seiner medizinischen Unbildung....gegen die man eigentlich in erster Linie vorgehen müßte, um die Kosten im Gesundheitswesen zu senken. Aber es gibt gute finanzielle Gründe, dies nicht zu tun.
Denn bevor der Patient im Krankenhaus ankommt, wollen ja noch viele andere an ihm verdienen, sprich "behandeln". "Rumdoktoren", sagte man früher dazu. In Ordnung gebracht wird das Herumdoktoren dann im Krankenhaus.
Das richtig dicke Geld wird natürlich bei den Pillen verdient, die erstmal von den lokalen hausärztlichen Pillenfürsten in Massen unters Volk gebracht werden. Und wenn man dadurch als Patient seinen Beitrag zur Steigerung des Kapitalertrages von Pharmakonzernen geleistet hat, dann kommt man irgendwann auch ins Krankenhaus, damit man sich auch mal um die eigentliche Krankheit kümmern kann.
Aber das, so meint die Financiel Times Deutschland, wird in Zukunft immer schwieriger werden, denn die Krise greift auch dort:
Krankenhaussterben begünstigt natürlich Rentnersterben ... und davon haben wir sowieso zuviel.
Wer mit seinem frischen Herzinfarkt erstmal fünfzig Kilometer fahren muß, den kann man auch gleich zum Kommunalfriedhof fahren.
Krankenhaussterben kostet real Menschenleben.
Hunderte ... jeden Tag.
Wenn wir es soweit kommen lassen.
