Wirtschaftsweise proben Aufstand von Eifelphilosoph @ 2009-04-24 – 09:17:32
Ungeheuerliche Blüten treibt die Krise hervor. Da gibt es doch diese "Wirtschaftweisen", jene seltsamen
Geschöpfe, die immmer mal wieder zusammenkommen und die Kombination von Weisheit und Wirtschaft versuchen, gleichzeitig versuchen sie, mit Hilfe von Kristallkugeln und Tarotkarten (die Methoden sind der Öffentlichkeit allerdings nicht so geläufig) eine Blick in die Zukunft zu werfen.
Jahrelang ging das gut, bezahlte Weisheit hat es schon immer verstanden, sich so orakelhaft auszudrücken, das letztliche alle sich darin bestätigt fühlten.
Nun gibt es ja momentan diese kleine Krise, von der die Kanzlerin die Hoffnung hat, das sie ganz schnell wieder weg geht, damit man so weiter machen kann wie früher ... das hat sie jedenfalls der Bildzeitung
gesagt.
So weiter machen wie früher ... denn früher war ja schön. Man konnte sich einbilden, das man richtig reich war, weil die Banken ständig neue Phantasiezahlen veröffentlichten, die sie dank frei wählbaren Bilanzierungskriterien dann beliebig hoch schrauben konnten - so haben übrigens momentan die amerikansichen Banken ihre Gewinne gemacht ... einfach mal flott die Bilanzierungskriterien geändert,
interessiert ja sowieso keinen, was das ist - und schon waren kleine Gewinne da.
Obwohl die Wirklichkeit anders aussieht.
Das die Wirklichkeit anders aussieht, weiß auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger:
Es kann nicht angehen, dass die Lebensverhältnisse der Menschen in Deutschland in erster Linie vom Markt bestimmt werden. Der Staat muss in der Lage sein, die Marktkräfte so zu kanalisieren, dass sie den Menschen dienen.
Ja ... was ist das denn? Ich habe ihm doch noch gar nicht geschrieben, wußte gar nicht, das der bei mir liest. Und überhaupt: DIE WIRTSCHAFT SOLL DEM MENSCHEN DIENEN???
Da hat er aber einiges nicht verstanden.
Die WIRTSCHAFT ist GOTT, der MENSCH ist KOSTEN AUF ZWEI BEINEN und er soll demütig vor seinem Gotte kriechen, damit er ihn aus seiner unermeßlichen GNADE heraus noch ein wenig weiter und vor allem immer schneller kriechen läßt. Denn der GOTT gibt ESSEN, WÄRME, WASSER, OBDACH (also, das, was andere nur versprachen) ... und wer seinen ZORN spürt verliert seine GUNST - einfach mal ein paar ALG-2-Empfänger fragen, wie man sie so fühlt wenn man die Gunst des aktuellen Gottes verloren hat.
So ist das hier halt geregelt.
Und da kommt ein Wirtschaftsweiser daher und ruft nach dem starken Staat, der dafür sorgen soll, das die Wirtschaft sich um den Menschen kümmert anstatt der Mensch sich möglichst kostengünstig zwecks weiterer Kapitalvermehrungsoptimierung zur Verfügung stellt.
Das ist BLASPHEMIE!
Und dann ruft der Mann noch nach der POLITIK. Ja, die dient doch dem gleichen GOTT. Auch sie ist auf seine Gnade angewiesen, auch sie fürchtet seinen ZORN, ganz besondere jene Leute hier, die in dem Euro-Pensionsfonds für Abgeordnete aufgeführt sind:
http://www.extremnews.com/berichte/politik/4d571269a2ea783
Der ZORN GOTTES könnte sie treffen und ihre kleinen gemeinen Geschäfte mit ihrem GOTT einfach mal veröffentlichen, damit alle sehen, das POLITIK in diesem Land auf vielfältige Weise käuflich ist und merken, das Politiker nun wirklich mit wichtigeren Dingen beschäftigt sind als sich um die Belange von zweibeinigen Kostenfaktoren zu kümmern.
Wer nun Bofinger weiter lesen möchte, bevor der Zorn Gottes ihn trifft und mit dem Fluch Hartz IV belegt, damit er auf ewig leide darbe und sich ängstigen möge, der schaue hier:
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/dossiers/renaissance_des_staates/?em_cnt=1712774&em
