szmmctag

Archiv der Einträge: 24 April, 2009
  • Urlaubsverbot rettet die Deutschen

    Endlich mal ein Ausbruch aus der allgemeinen Ratlosigkeit.

    Endlich mal einer, der von Finanzierungsfragen Ahnung hat und nicht schon vor dem einfachen Dreisatz kapituliert.

    Professor Max Otte hat die Lösung gefunden, wie Deutschland den schlimmsten Auswirkungen der Krise
    entkommen kann: Suppenküchen, Obdachlose, soziale Unruhen, Untergang des Abendlandes

    Endlich mal einer, der mit klarem Kopf anpackt, wo anderen nur die Worte fehlen:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article3615539/Crash-Guru-fordert-Urlaubsverbot-fuer-Deutsche.html

    Da kann man doch einfach nur noch Beifall spenden.

    Und der Mann hat zudem schon reichlich Kompetenz demonstriert. Er hat den Crash verhergesagt, er liegt mit seinen Arbeitslosenzahlenvoraussagen voll im Trend, deshalb kann man ihm wohl zutrauen, das er weiß, wie man das Dingen anpackt.

    Oh, man, das Volk wird aufatmen.

    Und er hat ja völlig recht. 40 Milliarden Euro verpulvern irgendwelche Hansel und Ziesel jedes Jahr dafür, ihren Hintern in irgendwelchen Fliegern plattsitzen zu dürfen, nur damit dieser Hintern mal im
    indischen Ozean anstatt in der Ostsee hängen darf.

    Dabei ... dürfte es dem Hintern eigentlich egal sein, wo er naß wird.

    Nicht nur, das das eigentlich völlig sinnfrei ist, zudem wird noch die Umwelt massiv geschädigt, der Urlaubsort versaut, die Kinderprostitution angekurbelt und Arbeitskraft sinnlos vergeudet.

    Das geht so nicht mehr weiter!

    Dafür ist jetzt kein Geld mehr da!

    Wir sind eine Solidargemeinschaft, die durch die Machenschaften von Bankern und Politikern in Not geraten ist. Jetzt ist der Moment, wo man in die Hände spucken muß, wo alle zusammenhalten müssen anstatt beim
    Ballermann auf den Strand zu kotzen.

    Gut, wer meint, sein überflüssiges Geld nicht für sinnvolle Zwecke spenden zu wollen ... der soll doch da bleiben, wo er am liebsten Urlaub macht und uns nicht weiter auf der Tasche liegen - das Geld hat er nämlich nur, weil er die Gnade hatte, es hier verdienen zu dürfen. Das kann man nämlich in diesem Land:
    wer es richtig drauf anlegt, kann richtig viel verdienen.

    Aber: wenn Not ist, dann kann man auch erwarten, das da mal einer seinen platten Hintern aus dem Sessel hebt und sagt: Ich mache mit!

    40 Milliarden Euro ... zwanzig Jahre am eigenen Garten gearbeitet oder sinnvolles in Vereinen geleistet anstatt westliche Dominanz in Cuba demonstriert - schon ist die Krise gemeistert und wir können wieder ... wie Angie das gerne hätte ... weitermachen wie früher.

    Ich fürchte wieder nur, das die Generation Doof das mal wieder nicht verstehen wird.

    "Mein Geld gehört mir" wird sie dem Otte entgegenhalten - weil sie noch gar nicht verstanden haben, das
    "Geld" nur ein Versprechen ist, das allerdings ... in wenigen Monaten keinerlei Wert mehr haben wird.

    Dann ist sowieso Schluß mit Fernreisen.

  • Gen-Mais-Sch...

    Und wer bisher dachte: ha, den Gen-Mais-Verbrechern haben wir es jetzt mal so richtig gezeigt, der muß nun leider etwas dazulernen.

    Monsanto wurschtelt weiter.

    http://www.n-tv.de/1142539.html

    Es gibt halt so viel wichtigeres als die Gesundheit und Ernährung von Menschen.

    Zum Beispiel die Freiheit der Wissenschaft oder die Arbeitsplätze, wie FDP-Bläher so ausdrücklich klagen.

    Natürlich darf man auch die Pateipolitik und die Parteidisziplin nicht vergessen, nur mal so am Rande.

    Und die neuen Heiligkeiten "Wissenschaft" und "Arbeitsplatz" verlangen, wie alle Götzen, ihre alljährlichen Menschenopfer ... sonst wird nachher noch das Wetter schlecht.

    Na, ist ja fein, das man so nebenbei auch noch einen Ausblick bekommt, wie das Klima unter einer CDU/FDP-Regierung wird.

    Das ganze Jahr strahlender Sonnenschein ... wenn man ihn bezahlen kann.

    Der Rest kommt in den Gen-Kartoffelkeller, bis man ihn mal braucht.

    Schönes Wochenende noch und bei Südwind auf Genmaissaat achten ... da empfiehlt sich dann zur Abwehr nur noch der Einsatz von Tennisschlägern.

  • Ganz neu: Sozialleistungen fallen ganz aus. Manchmal.

    Ja, ich hatte ja diese Nachricht bei Premiere gelesen, das die Sozialleistungen gekürzt werden sollen.

    Davon hatte ich jedoch selbst zuvor noch nichts vernommen. Selbiges wollte man ja gerade vermeiden,
    da immer mehr Menschen merken, das Harzt IV wohl

    a) sehr unangenehm und

    b) für alle da ist.

    Trotzdem gab es diese Nachricht, da ja irgenwie wohl auch mal von irgendwem aus irgendeinem Grund geschrieben worden ist ... und sei es nur, das er dafür bezahlt worden ist.

    Also suchte ich nach dem ersten politischen Blähmaul, das die Fahne hebt und die Sozialleistungskürzungen
    durchdrücken will.

    So fängt das ja immer an.

    Einer sagt, das müssen wir tun.

    Ein anderer sagt: das geht so nicht.

    Und alle singen: wir konnten nicht anders.

    Deshalb mal hier der Originalton des Häuptlings vom Deutschen Städte - und Gemeindetag:

    «Das Einnahmen- und Ausgabensystem von Bund, Ländern und Gemeinden muss komplett auf den Prüfstand - auch die Sozialleistungen. Wir brauchen eine grundlegende Reform, sonst kommen wir aus der Schuldenfalle nicht heraus.»

    Staatliche Leistungen könne es künftig nur noch geben, «wenn das Geld dafür tatsächlich da ist».

    Dem hat wohl das Vernunftgerede von Struck, Guttenberg und Hundt überhaupt nicht gefallen.

    Aufstandsbremsung? Ohne uns! Scheint das Motto zu sein.

    Man sollte da aber auch mal ganz ins Detail gehen: Leistungen nur noch, wenn wenn das Geld dafür tatsächlich da ist.

    Wer jetzt erwartet, das ich da jetzt groß und zornig zettere, der wird enttäuscht sein.

    Jedem sollte klar sein, das Geld, was nicht da ist, nicht ausgegeben werden kann. Nicht für Diäten, nicht für überschwengliche Pensionen, kostspielige Dienstreisen, Abfindungen, ehrgeizige Stadtverschönerungspläne ... einfach mal schauen, was der Bund der Steuerzahler dazu sagt:

    http://eifelphilosoph.blog.de/2009/04/07/wofuer-geld-buerger-5906538/

    Gut, aber, ich schätze mal, so wie die Bonzokraten drauf sind, werden die auf diese Art von Geldverschwendung nicht verzichten wollen.

    Dafür gibt es den neuen Auszahlungsmodus für ALG 2: mal gibt´s was ... mal wieder nicht.

    Oder es wird ausgelost, wer diesen Monat was bekommt, Parteiangehörige werden selbstverständlich bevorzugt.

    Vielleicht gibt´s auch einfach überhaupt nichts, dann hören auch die dauernden Klagen auf.

    Irgendwann.

    Ich glaube, ich sattel´ schnell um auf Bestatter. Scheint ein Beruf zu sein, der ganz groß im Kommen ist.

    Wer den ganzen Sermon lesen will: hier gibt´s mehr davon:

    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/detail_dpa_21016894.php

    Ein Trost, das wenigstens das Managermagazin mal Kommentare veröffentlicht, die von Friedhof und Volksverhetzung etwas entfernter sind:

    mm.de: Die soziale Sicherheit ist in den vergangenen Jahren eifrig eingeschränkt worden - Sie haben Hartz IV ja schon erwähnt.

    Klein: Spätestens, wenn die Arbeitslosenzahlen steigen, wird die Politik einige Entwicklungen der vergangenen Jahre überdenken müssen. Mit Hartz IV wurde die Bedingungslosigkeit sozialer Sicherung in Deutschland aufgegeben. Die polemische Unterstellung, dass sich viele Arbeitslose eben vor Arbeit drücken, wird sich aber mit den Betroffenen dieser Krise nicht halten lassen. Da müsste es aus meiner Sicht Korrekturen geben. Das Thema der sozialen Bürgerrechte steht wider auf der politischen Tagesordnung.

    mm.de: Um Unruhen zu vermeiden?

    Klein: Um Solidarität und Gerechtigkeit in der Krise als Gestaltungskraft der Sozialpolitik deutlich zu machen.

    Quelle:

    http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,620947-2,00.html

  • Gerettet! Sozialausgaben kürzen!

    Oh man, gerade nochmal gut gegangen.

    Da fordert doch der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband die Erhöhung der Regelsätze für Hartz IV, und alle Sozialfaschisten bekommen wieder Angst, das das Prekariat in den Geschäften auftaucht anstatt vor dem Fernseher sitzen zu bleiben, wie es im Zuge des allgemeinen Hausarrestes befohlen worden ist.

    Aber jetzt ... kommt der Sender Phoenix und löst einfach mal das Problem. Die Krise ist vorbei, vielleicht sogar schneller als erwartet:

    Die Finanzpolitik hat mit zwei Konjunkturpaketen auf die Rezession reagiert. Sie enthalten mit den Investitionsprojekten, den Senkungen der marginalen Steuersätze und der Reduktion der Sozialabgaben Maßnahmen, die das Wachstum mittelfristig fördern können.

    Gut, Krise ist jetzt da, schildert der Sender ja auch ganz detalliert, wie üblich schlimmer als erwartet:

    http://www.phoenix.de/content//239326

    Lohnt sich auch nicht zu lesen, ist nächste Woche ebenfalls wieder veraltet. Aber dieses kleine markante Zitat ... das fand ich schön.

    In einem komplexen Räderwerk wie unserer Gesellschaft ist es manchmal hilfreich, sich anzuschauen, welche kleinen Räder oben leise in Gang gesetzt werden, bevor unten der Dampfhammer zuschlägt.

    Rekuktion der Sozialausgaben fördern mittelfristig das Wachstum ... aha.

    Ich habe noch gar nicht gehört, was denn da konkret beschlossen worden ist. Und wovon die Wegreduzierten denn dann leben sollen ...

    Oder sollen die gar nicht mehr leben...

    Oder gibt es da schon konkret Pläne für die Lagerhaltung?

    Und welches Wachstum wird denn da konkret gefördert?

    Wie schön, das Phoenix uns da konkret weiterhilft:

    Für die Wirtschaftspolitik muss es Priorität haben, die volle Funktionsfähigkeit des Bankensektors wiederherzustellen. Zwar hat die Bundesregierung rasch mit einem Rettungspaket reagiert. Die Probleme im Bankensektor sind aber nicht beseitigt.

    Toll, ach so, die Banken brauchen einfach noch viel mehr Geld. Die haben eben noch nicht genug bekommen,
    sind noch nicht so richtig prall, da ist es ja verständlich, das die das ganze Geld erstmal für sich behalten. Immerhin ... möchte man nicht riskieren, in Zukunft von zusammengestrichenen Sozialleistungen abhängig zu sein.

    Das verstehe ich sehr gut.

    Das Faß muß erst voll werden, bevor es überlaufen kann und auch die anderen was zu trinken bekommen.

    Oh, man. Jetzt habe ich endlich verstanden, wie das läuft.

    Kein Wunder das "soziale Unruhen" da jetzt überhaupt nicht ins Konzept passen....denn da könnte es ja geschehen, das sich mittelfristig erübrigt, weil es kurzfristig richtig was aufs Maul gibt.

    Nein, das kann und darf man nicht riskieren.

    Hmmm...Phoenix ... war das nicht dieser wunderschöne tolle Vogel, der aus seiner eigenen Asche entstand?

    Wieso kommt mir das eigentlich gerade in den Sinn ...

  • Krisenterrorchaos ... die Ratlosigkeit schlägt zu!

    So, nachdem beim letzten Krisengipfel die Ratlosigkeit als ultimatives Mittel der Wahl zur Bewältigung der Krise erkannt wurde, schlagen die Leistungsträger jetzt ratlos zurück.

    Z.B. der Arbeitsplatzvernichtungsindustriesprecher Dieter Hundt, der ja diese Warnungen vor sozialen Unruhen für richtig Böse hält:

    Hundt verwies darauf, dass die Unternehmen derzeit alles dafür täten, das Beschäftigungsniveau in ihren Betrieben zu halten

    Stimmt. Die Unternehmen beschäftigen in der Tat immer mehr Menschen. Nur mit dem Bezahlen tun sie sich da schwer. Der Bund der Deutschen Ladendiebe hat mal ähnlich argumentiert: sie täten alles, um Produktion und Absatz zu fördern.

    Was die Unternehmen alles so in den letzten Jahren taten, kann man detalliert hier nachlesen, ebenso, was momentan geschieht:

    http://www.egon-w-kreutzer.de/Meinung/12700cFrame-SetAlmanach.html

    Über fünf Millionen Arbeitsplätze in sechs Jahren vernichtet, mein lieber Mann, das nennt man Leistung, das schaffen wirklich nur Leistungsträger. Scheinbar scheint "alles", was Arbeitgeber zur Bewältigung der Krise leisten können, viel zu wenig zu sein.

    Aber Hundt wollte wahrscheinlich nur sagen: "Bossnapping nicht mit mir, ich bin ganz lieb!"

    Sunnyboy Guttenberg, der ja eigentlich lieber in Amerika über Opel spricht (ich weiß nicht genau, mit wem. Hoffentlich nicht mit den Taxifahrern ... die haben da eigene Erfahrungen mit der Marke, vielleicht spricht er ja mit den Stewardessen, den Würstchenverkäufern und einigen Passanten, die nicht schnell genug auf die Bäume kamen), muß natürlich kurz vor der Abreise auch noch mal ins Jagdhorn blasen:

    "Ich halte es für verantwortungslos, nachgerade für dumm, in einer solchen Situation eher noch einen Beitrag zur Verunsicherung zu leisten", .

    Ja, der Guttenberg mal wieder. Ich hoffe, das er sich mit seiner Meinung durchsetzen kann, denn diese ganzen Meldungen über massive Stellenstreichungen, massiven Arbeitsplatzabbau, Neuverschuldung im Raketentempo, staatliche Vorbereitungen gegen drohende Aufstände, neue Riesenlöcher in Bankenbilanzen und ähnliches mehr haben mich in der Tat etwas verunsichert.

    Ich wäre dankbar, wenn Verunsicherungen dieser Art in Zukunft verboten werden würden.

    Aber wahrscheinlich meinte er eher, diese Nachrichten sollten nicht mehr gebracht werden, stattdessen doch lieber aufbauende kerngesunde Beiträge über Jagdhornblasen in der schwäbischen Alb.

    Natürlich darf in dem Zusammenhang von Zensur und Nachrichtensperre auch der Schäuble nicht fehlen, denn er kennt sich ja gut aus in der Materie der inneren Sicherheit.

    "Es wird auch jetzt niemand in materielle Existenzbedrohung kommen", sagte Schäuble im Sender N24. Die Politik habe die Krise zwar nicht verhindern können, "aber wenn die Politik das tut, was sie kann, dann muss es nicht zu Unruhen kommen".

    Nun ... "niemand" scheint eine neue Bezeichnung für das Prekariat zu sein, wie in Indien die "Unberührbaren", die sind eigentlich auch Niemand. Und das die Politik tut, was sie kann, ist doch gerade das, was die Leute so beunruhigt. Mensch, Schäuble, du mußt nicht nur abhören sondern ab und zu auch zuhören was die Leute sagen! Aber wer weiß ... was er wirklich damit meint, was Politik noch alles so kann.

    Bomben auf Jugoslawien konnte sie auch schon mal....

    Natürlich muß jetzt auch mal die Sozialabbaupartei Deutschlands SPD zitiert werden, hier vertreten durch Hindukuschverteidiger Struck:

    "Es ist nicht gut, wenn wir davon reden, dass hier Unruhen ausbrechen könnten wie in Frankreich oder anderswo", sagte er der "Rheinischen Post". "Das untergräbt die Bemühungen der Bundesregierung, die ja gerade alles tut, um die tiefe Krise für die Menschen abzumildern."

    Also, was tut den die Regierung, um die tiefe Krise, die alle zwei Tage überwunden ist, für die Menschen abzumildern? Ach ja ... sie übt sich in vorbildlicher Ratlosigkeit und empfiehlt den Menschen, ihnen gleichzutun. Einfach mal ratlos staunend mit offenem Mund vor den täglichen Wirtschaftsnachrichten stehen, dann wird alles wieder gut. Macht die Regierung auch so. Und wenn die Nachrichten erstmal nur noch über Guttenbergs Jagdhorn schreiben, dann ist auch die Verunsicherung wieder fort. Daran arbeiten die Regierung derzeit mit Nachdruck.

    Natürlich dürfen die Dosenpfandhelden nicht fehlen:

    Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn zeigte Verständnis für die Warnungen von Schwan und Sommer vor sozialen Spannungen. "Es gibt ein tiefes Gefühl großer Ungerechtigkeit im Land. Daran ist diese Regierung nicht unschuldig."

    Die Grünen und die Gefühle ... ja, das ist ein eigenes Thema. Die fühlen ja gern, die Grünen. Erst Agenda 2010 durchpauken ... und dann Gefühle kriegen. Ist wohl so eine Art emotionale Sado-Maso-Gruppe, erst hauen und dann "huch was tut das weh". Die sollten momentan wirklich besser hinter dem Froschschutzzaun bleiben.

    Nur einer, der die "Unruhen an sich nicht sieht" (ja, wie denn auch? Wo sind die denn gerade aktuell?
    Setzen, sechs! Kompletter Realitätsverlust) ist der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, bzw. ihr
    Oberhansel.

    Der jedoch macht wenigstens mal einen Lösungsvorschlag, der über Jagdhornblasen hinausgeht:

    "Die Regelsätze bei Hartz IV anzuheben wäre das wirkungsvollste Konjunkturprogramm, das wir uns überhaupt vorstellen können",

    Na, der guckt wahrscheinlich die falschen Nachrichtensender, scheint aber mal in den Wirtschaftsteil der Zeitung geschaut und verstanden zu haben, das der Einbruch der Exportindustrie zwingend eine gewaltige
    Stärkung des Binnenmarktes vonnöten hat, den man ja so lange hat brachliegen lassen, weil die Wirtschaft meinte, kein Volk zu brauchen.

    Klar, die die gar nichts haben, werden am meisten ausgeben. Und da die sowieso keine Kredite kriegen, brauchen die Banken in Zukunft auch nicht mit abwrackprämieninduzierten Kreditausfällen zu rechnen.

    Aber: da ja schon die Gewerkschaft vor dem Lumpenproletariat warnt, wird sich dieser Ansatz wohl nicht durchsetzen.

    Zitate aus Spon:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,620851,00.html

  • Lumpenproletariat und die IG Metall

    Da geht ja momentan ein Gespenst um in Deutschland. Und wie immer das ist, wenn man Geister sieht, so zwingen sie einen vor allem zu eins: sein Weltbild zu ändern.

    Denn immerhin passiert in Deutschland was ganz Entsetzliches: Die Angst geht um. Das tut sie schon lange, doch nun ist sie dort, wo sie nicht hingehört:

    Denn nicht diejenigen mit den prekären Jobs im Handel mit Billigprodukten oder bei der Dienstleistung in der Alten- und Autopflege sind gefährdet, sondern die Arbeitsplätze in der Hochproduktivitätsökonomie des Modells Deutschland. Zitat Spon.

    Erstmal merke ich, wo denn das Prekariat überhaupt liegt und muß mein Weltbild ändern: das sind gar nicht die Hartz IV - Empfänger, das die Auto- und Altenpfleger. Nun, der Autopfleger ist mir bislang noch nicht untergekommen, aber Altenpfleger kannte ich bislang als sehr honorige und wichtige Menschen ... denn Altenpflege ist etwas, das uns nun wirklich alle irgendwann mal angeht. Ganz ehrlich.

    Nun, die Zeiten ändern sich, und Alte werden ja bald auch gepflegt wie Autos: maschinell. Erwähnte ich ja schon mal, die Pflegeroboter sind im Anmarsch.

    Nun besagt ja dieses Gespenst, das bald soziale Unruhen drohen. Das hatte dieser DGB-Mann gesagt, der
    "immer aussieht, wie durch den Türspion photografiert" (Danke, Hellmood. Der erste Lacher am Morgen.)

    Und jetzt kommt der IG-Metallchef, und sagt uns gleich, wer für die sozialen Unruhen eine tragende Funktion zu übernehmen hat: das Lumpenproletariat!

    IG-Metall-Chef Berthold Huber weiß, dass diese Klientel nicht zu "sozialen Unruhen" neigt. Das ist was fürs Lumpenproletariat, aber doch nichts für den deutschen Facharbeiter
    .

    Wieder etwas dazugelernt, wieder ein wenig Weltbild verändert: die Bösen in Deutschland das sind die, die nicht ordentlich angezogen sind, die haben nichts von BOSS oder ARMANI, die haben diese Lumpensachen aus den Billigläden. Danke, Huber, das macht die Sache klarer.

    Ob jetzt das "Lumpenproletariat" gleichzusetzen ist mit Altenpflegern und Arbeitslosen, weiß ich noch nicht, was ich jedoch weiß, ist das IG-Metall-Cheff Berthold Huber ein Lump zu sein scheint, und zwar ein arger.

    "Mit uns nicht" so hält er seinem Chef Sommer entgegen, "der doitsche Facharbeiter steht zu seinem Vaterland".

    So inszeniert der DGB die drohenden Unruhen, die er sich selbst erträumt hat, vollkommen in Eigenregie allein.

    Die SA - Divisonen des Lumpenproletariats (SA steht, so denke ich, für "Sommers Asoziale") werden von den heldenhaften SS-Regimentern der Facharbeiter
    (SS steht glaube ich für Schmarotzerschutz) und der getreuen HJ-Eingreifreserve (den gewerkschaftseigenen Huberjungs) vor den Toren Berlins abgefangen, um die Hegdefonds der Bonzokratie-Leistungsträger mit ihrem
    prekären Leben zu verteidigen.

    Und so kommt Deutschland sicher durch die Krise!

    Also ... mir war das Konzept "umfassende Ratlosigkeit", wie es die Kanzlerin praktiziert, irgendwie lieber.

    Aber vielleicht hat ja auch der Kommentator vom Spiegel recht und der Huber phantasiert im Vollrausch vor sich hin ... denn die scheinen mir nicht ganz seiner Meinung zu sein:

    http://www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,620765,00.html

    Vielleicht gehören Huber und Sommer zu den Vorbeben der Generation Doof, aber eventuell hat der Facharbeiter dazugelernt - mehr als der dreckigen Ganovenbande (DGB) oder der intriganten Metallgangstern
    (IG-Metall) lieb ist.

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