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Archiv der Einträge: 09 April, 2009
  • Wahlaufruf für "Die Linken" zur Rettung der Demokratie in Deutschland

    Sicherlich ist es eine Verzweiflungstat, die "Linken" zu wählen. An sich gäbe es da wenig, was zu wählen wäre.

    Natürlich haben einige oder etliche eine dunkle Vergangenheit, das ist aber in diesem Zusammenhang völlig unrelevant.

    Wichtig ist nur ... das es momentan die einzige Partei ist, die eine reale Chance hat, den völligen Zusammenbruch der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland zu verhindern, seit dem sich die Freidemokraten völlig von ihren Bürgerrechtlern abgekehrt haben und zur Spaßpartei für Freiwirtschaftsterroristen mutiert sind.

    Hier gilt es ... jedenfalls für mich ... einfach nur Pragmat zu sein und zu erkennen, das - unabhängig von der eigenen politischen Überzeugung - die "Linke" die einzige Partei ist, die ein politisches und demokratisch legitimiertes Gegengewicht zu der schleichenden Vernichtung der bundesdeutschen Demokratie bilden kann ... völlig unabhängig zu der Vergangenheit, die diese Partei aufzuweisen hat.

    Es ist schon ein nur noch mit Humor zu tragendes Paradoxon, das gerade die Partei, die noch hinreichend Elemente in sich trägt, die selbst eine Diktatur getragen haben, nun angerufen werden muß, um die Demokratie in Deutschland zu retten.

    Aber es bleibt die Hoffnung, das sie sich ihrer Wendehälse entledigt hat und nun mehr Idealisten beeinhaltet, als es früher der Fall war.

    Da sich, wie die unten genannte Studie zeigt, sich die etablierten bundesdeutschen Parteien vom
    Sozialstaatsprinzip verabschiedet haben (und somit elementare in der Verfassung garantierte Menschenrechte nur noch gegen "Gegenleistung" zu gewähren bereit sind), bleibt jedem aufrechten Demokraten nur noch ein einziger Schritt: "Linke" wählen.

    Ob man nun Nationaldemokrat, Christdemokrat, Christsozialer Demokrat, bürgerrechtlich orientierter Freidemokrat, Sozialdemokrat ist oder sich bei den Rettern der deutschen Dose verlaufen hat, ist egal.

    "Demokrat" wird eine aussterbende Art werden...wenn wir nicht schnell was unternehmen.

    Und die einzige Chance, die ich momentan sehe, ist alle Wählerstimmen derjenigen, die Demokratie noch wollen und ernst nehmen, in eine Partei zu investieren, die definitiv noch nicht großartig in den Filz von Wirtschaft, Politik und Medien verstrickt ist.

    Nein, ich werde kein Parteimitglied. Danke der Nachfrage ... aber prinzipiell lieben Philosophen nicht nur die Weisheit sondern auch ihre Unabhängigkeit.

    Aber ich stehe zu dem öffentlichen Wahlaufruf für jene Partei ... als einzig sinnvollem Akt demokratischer Notwehr.

    Da sollte auch kein Platz mehr für Proteststimmen für Kleinparteien sein - diese Spielereien können den Abbau demokratischer Grundrechte leider nicht mehr verhindern. Aber die Linke könnte den Prozeß
    bremsen...und uns Luft verschaffen, die Demokratie zu retten.

    Bevor wir uns auf den Widerstandsparagraphen berufen müssen, der allerdings von uns verlangt, alle rechtsstaatlichen Mittel zuvor ausgeschöpft zu haben.

    Denn sonst ... haben wir 2014 1984. Und das wollen schon genug. Aber sie sagen es nicht öffentlich.

  • Die Geburt des VIERTEN REICHES aus dem Geist der AGENDA 2010

    Ja, die gibt es noch, die Bundeszentrale für politische Bildung. Ich fand, früher hat sie mehr Furore gemacht. Gab´s doch in jedem Unterricht, die Blätter, in jedem Seminar. Also ... meine Kinder werden hauptsächlich von politischer Bildung verschont ... deshalb dachte ich schon, diese Zentrale wäre Sparmaßnahmen im Rahmen des Sozialputsches im Sinne der Agenda 2010 zum Opfer gefallen.

    Seltsam nur, das ihre Erkenntnisse, Ergebnisse und Studien eigentlich nicht mehr in den Medien auftauchen.

    Das war früher mal anders.

    Darum ... tauchen sie jetzt hier auf.

    Zum Beispiel etwas ganz ausführliches zu den psychischen Folgen der Arbeitslosigkeit:

    http://www.bpb.de/publikationen/X888VP,0,0,Arbeitslosigkeit%3A_Was_wir_aus_psychologischer_Perspektive_wissen_und_was_wir_tun_k%F6nnen_Essay.html

    Aber das ist natürlich noch nicht alles.

    Man findet auch etwas über die Gründe für den dynamischen Prozess der gezielten Produktion von Arbeitslosen
    in unserem Land, alles bekannt ... aber scheinbar nicht allen geläufig:

    http://www.bpb.de/publikationen/YM3DUH,2,0,Arbeitslosigkeit_als_zentrale_Dimension_sozialer_Ungleichheit_Essay.html#art2

    Noch gruseliger wird es, wenn man sieht, welch dunklen Schatten die Agenda 2010 eigentlich wirklich nach sich zieht:

    http://www.bpb.de/publikationen/YM3DUH,2,0,Arbeitslosigkeit_als_zentrale_Dimension_sozialer_Ungleichheit_Essay.html#art2

    Wer nun seine politisch-philosophische Ausbildung nicht im real existierenden Sozialismus durch intensives herunterbeten der Parteidoktrinen erworben hat oder als professioneller Politkarrierist nie die Notwendigkeit sah, sich mit gesellschaftlichen Realitäten außeinanderzusetzen (die beiden Herren wissen Bescheid!) wußte gleich zu Beginn der Ausführungen durch Kanzler Schröder, was hier versucht wird.

    Für die Ausführungen ist der Kanzler ja auch von seinen Auftraggebern reihhaltig belohnt worden, und scheinbar hoffen noch einige, durch Nachbeten neuer Parteidoktrinen ... die diesmal aus sozialfaschistisch geprägten Kreisen des Neoliberalismus stammen, ebenfalls ein Stück vom Kuchen abzubekommen.

    Dies ist jedoch ... so fürchte ich ... immer nur führenden Sozialdemokraten gegönnt. Selbst realpolitische Grüne sind bei dem Versuch, dem nachzueifern, auf die Nase gefallen.

    Aus gegebenem Anlaß möchte ich die letzte Studie noch einmal etwas differenzierter betrachten und das eine oder andere Zitat zum Besten geben:

    Die befragten Arbeitsvermittler teilen das in der Medienöffentlichkeit immer wieder von interessierter Seite mobilisierte Klischee der "faulen Arbeitslosen" weitgehend nicht, weil die Realität dem Ressentiment grundsätzlich nicht entspricht.

    Ist jedenfalls die Meinung der Bundesanstalt für politische Bildung ... und die Meinung der ARGE.

    Leider wird die "interessierte Seite" ... nicht näher beschrieben. Schade eigentlich, die hätte ich gern näher kennengelernt, denn ... "Gewalt ist keine Lösung" muß ja nicht immer und überall gelten.

    Auf jeden Fall ist der ARGE-Mitarbeiter keinesfalls der FEIND, wie er von manchen immer gern gesehen wird .... jedenfalls ist er das nicht "an sich" ... den bekannten Arschlochfaktor gibt es natürlich auch dort, wie überall, wo Menschen sind.

    Viel gravierender ist jedoch, was bei näherem Hinsehen sich offenbart:

    An diesem Beispiel wird der die "Kunden" bedrängende Charakter des Aktivierens und damit der neuen Arbeitsmarktpolitik erkennbar: Entscheidungen von Arbeitslosen werden nicht einfach mehr als Handlungen von autonomen Bürgern hingenommen, die, wenn sie gegen Gesetze verstoßen, sanktioniert werden (im vorliegenden Fall: Verweigerung der Aufnahme einer Arbeit bzw. einer Maßnahme als Äquivalent). Darum geht es heute nicht mehr: Es geht vielmehr um Einsicht und Kooperation. Damit einher geht eine Revision des alten Modells der Realisierung von Solidarität. Gewährte der moderne demokratische Volkssouverän seinen Angehörigen bisher die abstrakte Solidarität bedingungslos, weil sie als politische Reziprozität begründet war, so scheint dies nun nicht mehr der Fall zu sein.

    Der Abschied von der Solidarität ... ist leider nicht gleichbedeutend mit dem Abschied vom Solidarbeitrag ... oder dem Abschied aus der Gemeinschaft der Steuerzahler. Bezahlen darf man nach wie vor, immer mehr sogar seit der Erhöhung der Mehrwertsteuer - aber zurück gibt´snichts mehr.

    Fein formuliert ... aber leider real, wie folgendes Beispiel sehr schön illustriert:

    Frau Noack, eine junge Arbeitsvermittlerin aus Ostdeutschland, erläutert das Prinzip der Aktivierung von allen, also auch von denjenigen, wo gar nichts geht, die können wir dann in diese gemeinnützige Tätigkeit stecken, die bekommen Leistung vom Staat und leisten zusätzlich ein bisschen was, für den Staat, ich bin der Meinung, dass jeder arbeiten kann und in seinem Restleistungsvermögen zumindest, egal wie's nun ausgestattet ist, immer noch wenigstens einen Teil Arbeit leistet für den Staat (...) also ich finde, jeder sollte was für den Staat leisten wenn er auch vom Staat Geld bekommt ..." (7_ARGE_3, Z. 974 - 987).

    In ihrer Rede bringt sie zum Ausdruck, dass der Staat für sie kein politisches Gebilde mehr, nicht mehr ein Organ des Volkssouveräns ist. Er ist vielmehr eine formale Organisation, die Tauschhandlungen organisiert, in denen Leute gemäß ihres "Restarbeitsvermögens" für die Organisation "Staat" arbeiten. Frau Noack, eine idealtypische Vertreterin dieser neuen Reziprozität, kann sich mit diesem Denken die reformierte Gesetzeslage aneignen. Diese Denkweise wird von der Mehrheit der befragten Arbeitsvermittler innerlich geteilt. Es löst die politische Verbindung von Bürger, Volkssouverän und Herrschaftsinstitution, die ja nur solange als politische existiert, wie sie von den Bürgerinnen und Bürgern geteilt wird, in die einfachere und effizientere ökonomische Reziprozität des Tausches mit "Kunden", in unserem Falle Zwangskunden, auf.

    Das ist ... um es ganz deutlich zu sagen ... eine der wichtigsten Erkenntnisse, die man aus dieser Studie ziehen kann. Wir sind vom Staat zu einem Geschäft mutiert. Der Staat ist KEIN ORGAN DES VOLKSSOUVERÄNS mehr, das heißt ... der Bürger als Souverän hat sich verabschiedet, ist nicht mehr der König - und
    der Staat nicht mehr sein Diener.

    Das ist nichts weiter als eine schöne Formulierung, die nichts anderes sagt als: die Demokratie ist vorbei, jetzt weht ein neuer Wind. Der Staat als "formale Organisation, die Tauschhandlungen organisiert".

    Schön ... wie werden dann Steuer noch legitimiert? Ach nein, die werden ja nur eingezogen.

    Das wir mit diesem Konstrukt ganz in die Nähe der Legitimation zum gewaltsamen Widerstand kommen, ist dem Soziologen natürlich nicht klar, Frau Noack auch nicht, aber die kommt auch aus dem Osten - wo demokratische Vorstellungen noch keine lange Tradition haben und somit auch leichter verdrängt werden können ... ganz schnell, bevor die sich an das Westdenken gewöhnen, das sich eher so anhört:

    Im Gegensatz dazu halten sozialstaatskonservative bzw. paternalistisch denkende Arbeitsvermittler am alten politischen Modell fest.[8] So etwa Frau Pellar aus dem Südwesten, an deren Rede deutlich wird, dass sie sich das Prinzip des Subjektivierens nicht zu Eigen gemacht hat und entsprechend an der Arbeitsmarktlage als objektiver Tatsache festhält: "Langzeitarbeitslose härteres Regiment? Greift man 'nem nackigen Mann in den Sack. Der Mensch selbst, es gibt, da ist eine Quote die sind selbst Schuld dran. Aber es sind sehr viele, das liegt ganz einfach am Markt, ja? Jetzt, was soll ich denn da für ein härteres Regiment führen, wenn die Leut' nichts finden? Was soll ich denn da machen, soll ich sie erschießen?" (8_ARGE_2, 2187 - 2195)

    Letztere, so die Studie, befinden sich deutlich in der Minderzahl. Die Mehrheit, so die Studie, folgt eher Frau Noack.

    Ich denke, wer noch bisher Zweifel hatte an dem Auftauchen eines neuen, diktatorischen Systems hatte, wird nun seine Meinung ändern müssen.

    Der Staat kassiert weiter ... gibt seine Gegenleistung aber nur noch gegen Mehrarbeit.

    Wäre ungefähr so, als kaufe ich mir ein Auto, bezahle es, kriege es aber erst geliefert, wenn ich noch mal bezahle.

    Für das Unternehmen ein doppelter Gewinn.

    Für die Bürger das Ende des demokratischen Staatsmodells der Bundesrepublik Deutschland.

    DDR-Nostalgiker werde sich freuen ... ihre Vergangenheit wird unser aller Zukunft.

  • Artikel 277: Der böse Blogger und das liebe Geld

    Man man man, da kommt man morgens auf die Bühne und es hagelt faule Eier und Tomaten.

    Ist auch in Ordnung, spart beim Wocheneinkauf ... und ich war zu unpräzise beim Vermengen spezieller Interessen und allgmeiner Themen.

    Das Thema Blogger und Geld kam, wie erwähnt, beim harmlosen geheimen herummailen auf. Es ging um einen Blogger, der sich auf einmal sehr geändert hatte ... politisch.

    Da kam dann die Frage auf: kann man die Blogger kaufen.

    Ich konnte sie nicht beantworten, bin ja auch erst seit einigen Wochen in dieser Welt aktiv, also forschte ich nach und fand heraus: ja. Kann man. Blogger kann man kaufen wie Journalisten.

    Jetzt die andere Frage, die sich in euren Kommentaren stellt, und auf die ich lieber in einem Artikel antworte als in Einzelgesprächen:

    Ist denn das so Böse, wenn man für´s bloggen Geld nimmt.

    Das ist eine ganz andere Frage, und diese beantworte ich ganz klar mit: NEIN!

    Wieso auch nicht. Ich habe in den acht Wochen, wo ich hier bin mit diesem jetzt 277 Artikel geschrieben.

    Ok, einer war sehr kurz, aber die anderen ...

    Wäre schon nicht schlecht, wenn das bezahlt werden würde. Ich hätte persönlich aber nichts von dem Geld - und deshalb strebe ich nicht danach. Von dem Geld hätten andere etwas ... deren Lebenswandel ich momentan nicht noch weiter unterstützen möchte - was aber eine ganz private Angelegenheit ist.

    Darüber hinaus arbeite ich therapeutisch mit Kindern, was ich nicht unterlassen würde, selbst wenn morgen die Lottomillionen ins Haus flattern würde - wäre einfach unverantwortlich.

    Ich schreibe viel. Vor allem phantastische Abenteuer für meine Kinder. Habe gute Kritiken dafür bekommen -obwohl diese dicken Schinken eigentlich ehedem nur für den Privatgebrauch gedacht waren.

    Ich hätte sie veröffentlichen können ... aber: ich liebe das Abenteuer. Und wenn die wirtschaftliche Lage besser wird, werde ich mich ... ob nun allein oder mit Freunden und Bekannten, da wird noch verhandelt ... in das Abenteuer eines Verlages stürzen. Neben der Eröffnung einer Praxis für philosophische Seelsorge eine Erfahrung, die ich noch machen möchte, bevor ich diese Welt wieder verlassen muß.

    Ich schreibe also permanent. Nur jetzt eben nicht mehr für die vielen diversen Ablagen, sondern ganz nebenbei auch für eine kleine Öffentlichkeit. Das war der Wunsch eines Freundes von mir, der nicht warten wollte, bis ein philosophisches Projekt druckreife erlangt hätte. Er meinte, diese Gedanken sollten so schnell wie möglich hinaus....und führte mich hierhin.

    Ist ja auch ok so. Ansonsten würde ich dasselbe tun wie jetzt gerade, einen Text schreiben, ihn speichern und für spätere Verwendung katalogisieren. Klappt mit einem Blog genausogut.

    Und wie ich merke, haben manche Spaß daran. DAS ist für mich eine wesentlich wertvollere Bezahlung als
    alles Geld der Welt.

    Darüberhinaus ... bekomme ich ein Feedback über das, was ich schreibe, was mir hilft, spätere Buchprojekte gezielter zu entwickeln. Ebenfalls ein unbezahlbarer Wert - für den ich mich an dieser Stelle nochmal bei den Lesern bedanken möchte. Wenn das mal Gewinn macht ... machen wir ein großes Fest.
    Oder: ich kaufe ein echtes Dorf. Das wäre noch ... eine spannende Herausforderung. Nicht nur nörgeln, sondern aufbauen.

    Aber wenn jemand noch unbedingt Geld für mein Geschreibe zahlen möchte ... bitte schön.

    Zahlt´s dem "Menschenschutzbund" (Klaus, wir brauchen dann einen Kassenwart. Hast du noch Zeit...?) ... ich weiß zwar noch nicht genau, wo das hinführt ... aber werde mein möglichstes dafür tun, das es sinnvoll, effektiv und mit größtmöglichen Nutzen für Menschen verbunden sein wird, falls es was wird.

    So, jetzt einfach mal generell auf die vielen kritischen Beiträge zum Thema Blogger, Eifelphilosoph und Geld geantwortet.

    Beantwortet das jetzt die Fragen?

  • Energieverschwendung Liebe

    Die größte Möglichkeit, Energie nutzlos zu verschwenden, ist die Liebe.

    Mußte ich vor einigen Tagen überrascht lesen. Wo, ist egal. Es gilt hier nicht, Menschen anzuprangern, die so denken, sondern sich dem Satz zu widmen.

    Erstmal ... möchte man sehr hoffen, sehr sehr hoffen, das solche Menschen keine Kinder haben.

    Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit so sein, denn einen Partner ... haben sie wohl auch nicht.

    Wäre ja Energieverschwendung.

    Sie werden Eltern haben, sonst wären sie ja nicht da. Jedoch können diese Eltern einem nur leid tun, denn Liebe werden sie von ihrem Sprößling nicht erfahren.

    Man braucht glaube ich nicht lange zu überlegen, um zu sehen, was dahintersteckt.

    Ein Schrei nach Liebe von einer gequälten Seele, die ihren Mangel inzwischen voller Haß nach außen trägt ... und dabei wild um sich schlägt.

    Da mag es Eltern gegeben haben, die Geld, aber keine Zeit für Liebe hatten; eine Karriere, die Geld, aber keine Zeit für Menschen mit sich brachte ... oder eine Beziehung, die einfach zerbrach und nur ein gebrochenes, haßerfülltes Herz zurückließ.

    Es mag sogar jemand sein, der vorher viel gegeben hatte ... und nun enttäuscht und haßerfüllt ist.

    Wie ein fünfunffünfzigjähriger Hartz IV-Empfänger, der dieses Land mit aufgebaut hat, fleißig einzahlte, in seiner Freizeit noch ehrenamtlich tätig war - und dann sieht, wie er ausgeplündert und weggeschmissen wird, weil ihn die Wirtschaft gerade mal eben nicht mehr braucht...um nur mal ein Beispiel zu nennen.

    Das sind die Blüten, die unsere Zeit, unsere Art zu leben inzwischen treibt: Liebe als Energieverschwendung ... und als logischen Gegenpol Haß als sinnvollen Energieeinsatz?

    Nun ... mit Logik und Vernunft haben solche Auswürfe nichts zu tun.

    Aber sie zeigen deutlich, welche Irrungen und Verwirrungen diese Zeit hervorruft - und wie weit manche Menschen inzwischen vom Glück entfernt sind.

    Wer glücklich ist, kann glücklich machen. Wer es jedoch nicht ist ... fängt an, Schaden anzurichten.

    Bei sich selbst und anderen.

    Das mag eine Mahnung sein, dem "Glück" etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken, ihm eine höhere Priorität einzuräumen ... die politisch höchste Priorität, die denkbar ist.

    Den wo es an Glück so sehr mangelt, das Liebe Energieverschwendung wird ... da haben auch alle anderen im Umfeld keine Chance, zu überleben - Tierarten zum Beispiel, Wälder, Flüsse, Seen, Moore.

    Denn dieser Geist kennt kein Mitleid, bleibt höchstens aus Furcht dem Menschen fern ... aber an allem anderen kann er seinen Haß austoben.

    Darum ist Menschenschutz Umweltschutz ... wenn er glücklich macht.

    Dem unglücklichen geht der Frosch am Ar... vorbei und er gibt noch Vollgas, wenn er ein Tier auf der Straße sieht.

  • Weltuntergang ... nur Stämme werden überleben

    Viele der Beiträge, die ich schreibe, sind morgens fertig, wenn ich aufwache. Sie sind einfach da.
    Ich werde wach ... sogar in den Ferien oft viel zu früh ... und schwirren lästig im Kopf herum, drängen, schubsen, rangeln mit anderen Gedanken, anderen Pflichten, anderen Arbeiten und verdrängen sie konsequent.

    Ich gestehe dies, weil ich diesen Beitrag eigentlich nicht schreiben wollte. Halte wenig davon, in diesen Zeiten demotivierend zu wirken. Aber es gilt wohl, realistisch zu bleiben.

    Natürlich geht die Welt NICHT unter. Sie wird sich wohl noch ein paar Millionen Jahre weiter um die Sonne drehen, neue Formen des Lebens gewären, neue Dramen schreiben.

    Doch die Welt, wie wir sie kennen, ist außerordentlich in Gefahr ... auch ohne Illuminaten, Satanisten, Bilderberger, Bohemian Grover und sonstige machtvolle Spinner, die im Weltgeschehen geortet werden können.

    Steinbrück hatte vor sechs Monaten etwas sehr wahres und beruhigendes gesagt: Wir müssen jetzt dafür sorgen, das die Krise nicht auf die Realwirtschaft überspringt.

    Jetzt kann man sagen ... sie scheinen versagt zu haben. Gefahr erkannt ... davongerannt!

    Täglich erfährt man mehr, das die Realwirtschaft sich verabschiedet. Geld wird in sterbende Industriezweige gepumpt - anstatt z.B. in die Massenproduktion von Solarzellen. Man hätte davon "Solarworld" reich machen können (die haben auch einen erstklassigen Unternehmer als Inhaber und Chef ... dem hätte ich Opel einfach geschenkt. Klasse Mann) und die Engergieversorgung dieses Landes von Öl und Gas unanbhängiger gestalten können.

    Stattdessen schenkt man dem Volk neue Spielzeuge. Ende des Jahres wird kaum noch einer den Sprit bezahlen können, um sie zu bewegen ... aber egal. Hauptsache, wir tun was. Irgendwas. Hektisch, Kopflos, wie Hühner im Stall wenn sie den Fuchs riechen.

    Es ist nicht nur Geld weg. Der ganze Wohlstand, der hier aufgehäuft wurde ... ist noch gar nicht bezahlt.

    Die ganzen Reichtümer und Besitzhaufen sind zwar zentriert ... aber ebenfalls noch nicht bezahlt...weil das Geld, das dazu nötig gewesen wäre, gar nicht existiert hat. Es war nur eine Illusion.

    Und diese Illusion bricht sich nun ... von oben nach unten ... ihre Bahn durch die Realwirtschaft.

    Sicher ... wir haben noch ganz viele Maschinen. Nur verschwindet das Geld in Riesenschritten, um die Produkte zu bezahlen, die sie produzieren könnten. Es löst sich nicht in Luft auf - es war nie da.
    Ein Riesenschwindel der letzten Jahrzehnte, um die Überlegenheit des Kapitalismus gegenüber dem Kommunismus zu beweisen. Vielleicht war sogar die Mondlandung ... Teil dieser Lüge im Kampf der Systeme.
    Nach einer Spiegel-Dokumentation vor vielen Jahren könnte ich mir sogar das vorstellen - obwohl ich es nicht würde hoffen wollen.

    Im Sommer werden es sechs Millionen Arbeitslose erster Klasse sein, nächstes Jahr hängen die auf Hartz IV.

    All jene Menschen, die zugunsten der Produktion von Millionären und einer Reichtumsillusion gezielt per Gesetz verarmt worden sind, fehlen jetzt am Binnenmarkt - und es werden beständig mehr werden.

    Im Winter werden wir ... saisonbedingt, könnte man sagen ... die zehn Millionen erreichen können.
    Vielleicht ist die Krise so schnell, das dann schon Aldi, Lidl und Plus als letzte Lebensmittelversorger ihre Tore schließen werden. Bei uns haben jetzt zwei kleinere Läden geschlossen. Wer kein Auto hat, hat ein Problem ... kann kein Essen mehr kaufen.

    Und dann werden wir das gleiche Problem haben, wie es den Amerikanern prophezeit worden ist: gibt es Essen unterm Weihnachtsbaum oder Hunger zum Fest. Die Wahrscheinlichkeit des Eintritts dieser Zukunft wird von Börsengurus mit 70 % angegeben. Kann man bei meinem Freund Grilleau finden.

    Es wäre Zeit, den Ernst der Lage zu begreifen. Es wäre vielleicht sogar Zeit für ein Nürnberger Tribunal gegen Wirtschaftsverbrecher (so ungesetzlich und ungerecht es auch wäre: nach bürgerlicher Gesetzgebung, jedoch ohne Berücksichtigung von Ethik, Moral und Menschenrechten, die ein solches Tribunal legitimieren könnten) - um auch denen endgültig klar zu machen, das es nicht um ihre Boni geht - sondern um das Überleben der bürgerlichen Gesellschaft. Denn der droht ... anders als der Welt ... der Untergang.

    Ob das alles eintreten wird, weiß ich nicht. Auf jeden Fall zeigen die letzten sechs Monate, das
    keiner das Ausmaß der Krise sehen kann, noch kennt einer Lösungen. Alle Bürger auf Hartz IV, aller Besitz eingezogen und zur Schuldentilgung benutzt ... und dann die nächsten 10000 Jahre Schulden abzahlen - wäre eine denkbar Möglichkeit. Wäre das mein Familienhaushalt, meine Schulden - ich würde keine andere reale Möglichkeit sehen (oder auch einfach haben), ein Minimum an Existenz auf längere Zeit für alle sichern zu können.

    Das einzige, was mir jedoch zu dem Thema einfällt, ist der Titel eines Buches, das ich nie gelesen habe.
    Trotzdem hat der Titel mich sehr berührt in jungen Jahren: Nur Stämme werden überleben. War irgendwie an sich schon sehr plausibel.

    Ich denke, die Zeit ist gekommen, das Buch zu lesen. Ich bestelle es gleich heute.

    Ich weiß nicht, was drin steht ... aber plausibel ist es schon. Braucht man gar nicht großartig drüber nachzudenken.

    Wer keine eigenen Kinder in die Welt gesetzt hat, wird keine Zukunft haben. Niemand wird ihn durchfüttern wollen. Wer keine Freunde hat, keine Familie, wird vergehen ... spätestens, wenn die erste Krankheit kommt.

    Wir brauchen keine Parteien, keine Führer, keine Verbände, sondern kleine dezentrale Einheiten, die generationenübergreifende reale Sozialpartnerschaften gründen ... auf der Basis von Liebe, Vertrauen, Verbundenheit. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind dazu unabdingbare Voraussetzungen, ohne die ... ein Stamm einfach in überlebensuntüchtige egozentrische Individuen zerfällt - die einfach wegsterben, sich selbst im Kampf der Einzelinteressen auffressen (hoffentlich nicht im wahrsten Sinne des Wortes - aber als Gesellschaft, als Gemeinschaft sind wir schon längst zu Sozialkannibalen mutiert. Das wirkliche Gesicht des "Kapitalismus").

    Es waren Indianerstämme, deren Verfassungen die Grundlage für die Verfassung der USA gelegt hatten.
    Der weiße Mann war damals sprachlos vor Erstaunen, das die "Wilden" etwas geschaffen hatten, das mehr Demokratie in sich trug als die damaligen Entwürfe westlicher Philosophen. Gerade weil es ja "Wilde" waren, hat diese Information in unserer Kulturgeschichte keinen großen Einlaß gefunden, denn "Wilde", das weiß man ja, können so etwas gar nicht denken. Sie sind ja "wild". Man nennt sie ja nicht umsonst so.

    Und diese Wilden haben uns auch prophezeit, das der Tag kommen wird, wo wir merken werden, das man Geld nicht essen kann.

    Der Tag, wo selbst der letzte Blödi dies merken wird, kommt jeden Tag ein Stückchen näher.

    Es wird Zeit, etwas zu tun, um diesem Blödi die Erfahrung zu ersparen ... auch wenn er es nicht "verdient" hat. Viele andere jedoch haben diese Erfahrung nicht verdient. Und denen gilt es, sie auf jeden Fall zu ersparen.

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