szmmctag

Archiv der Einträge: 06 April, 2009
  • Patriarchiale Idioten und Zonendödel im Baumarkt

    So. Das muß jetzt mal ´raus.

    War heute mal im Baumarkt. In der Regel nicht der Ort meiner Wahl, aber: ging nicht anders.

    Dort traf ich: einen Hartz IV-Empfänger. Ich wußte jedenfalls, das er jetzt einer ist. Letztes Jahr war er noch selbständig, aber das gab sich mit der Krise, das Ein-Mann-Unternehmen brauchte auch Aufträge und trägt sich nicht selber. Ich kenne ihn ... oberlächlich seit zwölf Jahren um drei Ecken, habe ein paar mal zu gesellchaftlichen Anlässen mit ihm gesprochen - Schreinermeister, mit 37 das erste Mal arbeitslos geworden, zwei Kinder, zwei pflegebedürftige Elternteile. Mit 40 meinte er - das wars jetzt. Als Handwerker ist man mit 40 draußen, unabhängig von der Lebenserfahrung. Die Zeit ... gab ihm Recht.

    Er kaufte (preiswerte) Dinge, um den Garten zu verschönern. Huh, dachte ich: dafür ist noch Geld da?

    Schön, dachte ich. Fein. Die sollten mehr Geld für Arbeitslose ausgeben, die scheinen es sinnvoll anzulegen. Da haben dann alle was davon. Dafür zahlt man gern Steuern.

    Er unterhielt sich recht laut über seine prekäre Situation mit einem Kumpel aus dem Fußballverein.

    Und dann ... fast wie im Fernsehen ... Genörgel hinter mir.

    Auf sächsisch.

    Ein älteres Ehepaar.

    Ich wußte ... die Touristensaison hat endlich wieder begonnen.

    Der Mann (ca. 55 - 60) nörgelte zu seiner Frau herüber und zog über meinen guten arbeitslosen Kumpel her, faselte was von Arbeitslosen würde es viel zu gut gehen, von Kürzung der Leistungen, davon das "die" noch viel zu viel haben, wenn die sich sowas "leisten" können ... und da ist mir der Kragen geplatzt.

    Was suchen Touristen auch im Baumarkt? Der gehört UNS! Den EINGEBORENEN!

    Also habe ich mal die grobe Kelle herausgeholt und mal ein paar Takte gesprochen.

    "Jetzt aber mal gut hier, ihr Zonendödel habt doch keinen einzigen Pfennig in diesen Sozialstaat investiert! Ohne unsere Kohle währt ihr da drüben doch einfach verhungert! Und selbst heute noch finanzieren wir da drüben jeden einzelnen Arbeitsplatz, jeden Rentner, jedes Kind. Also haltet mal das Maul und laßt uns unseren Arbeitslosen soviel geben, wie wir wollen. WIR haben das hier aufgebaut, und IHR seid hier GAST! Also benehmt euch mal so. Jenseits der Demarkationslinie gibt es absolut kein Recht, sich über UNSERE Sozialleistungen aufzuregen. Denn ohne die Sozialleistungen gäbe es im Zonenland nur noch Agrarsteppe!"

    So ungefähr ... nur lauter, energischer, mit dem üblichen fiesen: "Der Eifelyeti rastet gleich aus" - Blick. War noch etwas mehr ... aber das war nicht jugendfrei.

    Die Verkäuferin an der Kasse jedenfalls stimmte mir völlig zu.

    Natürlich nuschelte der Zonendödel weiter, irgendwas von "Schande für das Vaterland" ... hab´ es nicht ganz verstanden. Dachte erst daran, draußen zu warten und das Interview fortzusetzen.

    Hatte aber Eis und Tiefkühlware im Auto ... das wirkte dann doch enorm demotivierend.

    Immerhin wollte ich es noch essen und nicht nur wegwischen.

    Auf der Rückfahrt (wo ich fast dachte: Vergiß´ das Eis und jage das Zonendödelpack dahin zurück, wo es hergekrochen kam) war dann Zeit für Gedanken.

    Warum habe ich mich eigentlich noch nie darüber aufgeregt, das andere von meinem Geld leben?

    Nun, weil es einfach nicht meins ist. Es ist ... im Falle des Schreinermeisters ... SEIN Geld, durch die Verfassung garantiert. Wozu sollte man sich aufregen? Im Gegenteil, schön zu sehen, das solche Menschen
    ihr Schicksal positiv meistern und noch Geld investieren, um was Gutes für die Allgemeinheit zu tun.
    Ich kenne seinen Garten ... frei einsehbar von allen Seiten. Wird der schön, haben alle was davon.

    Warum habe ich mich dann so über den Zonendödel aufgeregt?

    Weil da der alte SED-Geist wieder aktiv wurde. Ich glaube, die brauchen einfach den "Klassenfeind" auf den sie dreimal täglich herumtrampeln können, sonst können sie nicht ruhig schlafen. Das ist so ein jahrzehntelang antrainierter Reflex, die können nicht mehr ohne, sonst machen die unter sich.

    Wahrscheinlich hätte man damals für alle, die drüben ein Studium genehmigt bekommen haben, einfach ein Reservat einrichten sollen, wo die ihren Mumpitz weiter verbreiten könnten. Zusätzlich noch unsere "Elite" dazugelegt, dann hätten die anstatt "Arbeiter und Bauernstaat" einen "Anlageberater und Bankgangsterstaat aufziehen können. Mauer drumherum, wie sie es gern haben, und Ruhe is´.

    Immerhin ... wer muß denn hier immer ungefragt seinen Solidaritätsbeitrag abliefern?

    Und das ... ist EINDEUTIG MEIN GELD.

    Das gebe ich gern. Wirklich ... wie schon mal geschrieben, außerordentlich viele fundierte Leute da drüben. Die brauchen keine Verfassung, um sozial zu sein. Die sind das noch ganz natürlich. Und menschlich außerordentlich ok.

    Nur das Bonzenpack und ihre Speichellecker ... nee, da ist sogar die Merkel Gold wert gegen. Na ja, Wendehälse hat. Was will man da erwarten.

    Und dann die Sprüche vom "Vaterland".

    "Patrioten" empfand schon Schopenhauer als das wirklich allerletzte. Tauchen gerade in unsicheren Zeiten gern mal wieder auf, weil sie sonst nichts haben, an das sie sich klammern könnten. Erst Recht keinen Charakter, denn wer selbst was ist, der braucht nicht sein Sein als "Deutscher", "Pole", "Türke" oder "Grieche" von der Staatszugehörigkeit zu leihen. Gut ... ist irgendwo verständlich. Doch dann sollte man das Land und die Gesetze des Landes, von dem man aufgekauft worden ist, auch respektieren. Dazu gehören ganz selbstverständlich Sozialleistungen.

    "Patrioten" verstehen das nicht. Ist ja "ihr" Land, also auch "ihr" Geld. Insofern ist es halbwegs nachvollziehbar, idiotisch, aber nachvollziehbar.

    Aber kein Wunder, setzt sich das Wort "Patriot" auch aus den Wörtern Pater (Vater) und Idiot (Idiot) zusammen. Wird so langsam verständlich, warum.

    ....................................................

    Bei meinen ostdeutschen Lesern möchte ich mich schon im Vorfeld für den Begriff "Zonendödel" entschuldigen. Der ist mir so herausgerutscht. Aber wenn ihr den Typen gesehen (und vor allem: gehört!)
    hättet ... also, ihr hättet mir Recht gegeben. Ganz bestimmt.

    Und jetzt gehe ich in den Garten. Das ist der Tag für den schweren Hammer und die Pfosten.

    Und ich sage hier nicht, woran ich dabei denken werde.

    (Grummel Grummel ... und ich hätte mir doch die Kumpel schnappen und dieses Pack wieder hinter die Grenze scheuchen sollen. Am besten bis nach China, dort gibt´s ja noch frische Kommunisten. Sollen die da herumnölen. Nee, das muß das Alter sein. Also früher .... )

  • Hier wird kräftig Kasse gemacht: die wahren Leistungsträger

    Schon lustig, was man so im Netz findet. Eigentlich wollte ich gar nichts schreiben, nur was bestellen, aber dann ... geht die Seite auf und man findet das hier:

    http://wirtschaft.t-online.de/c/18/33/66/00/18336600.html

    Na ja, dachte ich mir ... bevor das wieder verschwindet, gehört es unbedingt hier herein.

    Nicht nur, um mal zu verdeutlichen, wie preiswert eigentlich Arbeitslose sind, sondern um mal zu zeigen, wie sehr die eigentlich an der Konsolidierung der Staatsfinanzen beteiligt sind.

    Ich was - ehrlich gesagt - überrascht, wie wenig Geld die Finanzierung der Arbeitslosigkeit eigentlich kostet.

    Und wieviel die eingespart haben. Ein Rückgang von 29 Milliarden auf 13,9 Milliarden, Tendenz: sinkend!

    Schon faszinierend.

    Natürlich ... was steigt, ist die Zahl, der Menschen, die von dem Almosen nicht mehr leben können.
    Viele haben 20 - 30 Jahre eingezahlt, ihr Eigentum verkauft und vegetieren jetzt vor lauter Dank am Rande des Existenzminimums ... viele auch darunter ... vor sich hin.

    Natürlich ... man hört es quasi schon bis hier ... die sollten einfach alle mal wieder arbeiten gehen.

    Arbeiten ist jedoch kein Selbstzweck. Ich kann den ganzen Tag harte körperliche Arbeit verrichten, in dem ich im Dorf die Steine aufsammele, die aus den Äckern quillen und eine schöne hohe Mauer errichten - wenn mir das keiner bezahlt, nützt mir die ganze Arbeit gar nichts und ich verhungere trotzdem.

    Halt nur etwas früher, weil ich meine Lebenskraft sinnlos vergeudet haben.

    Arbeit macht nur Sinn, wo sie bezahlt wird. Jedenfalls die Arbeit, die nicht wie Kindererziehung, Altenpflege, Blogs schreiben, Bilder malen oder musizieren - um nur einiges zu nennen - an sich einen Sinn macht. Aber auch die Leute, die diese sinnvolle Arbeit machen, müssen essen, und Essen gibt es nur für Geld, nicht für Arbeit.

    Das war früher mal anders, da war Arbeit = Essen. Heute gilt das nicht mehr. Heute ist Geld = Essen und Geld = Arbeit. Wo kein Geld fließt, da wird auch nicht gearbeitet. Wozu auch, Arbeit ... um es noch mal zu wiederholen ... ist an sich kein Selbstzweck. Es sei denn zur Bekämpfung von Langeweile ... doch da gibt es spannendere Alternativen. Lesen zum Beispiel.
    Oder wandern ... ist deutlich gesünder als Arbeit.

    Doch kommen wir zum Thema zurück.

    13,9 Milliarden mit sinkender Tendenz kosten die Arbeitslosen.

    Und ich möchte das jetzt nicht sofort mit Banken vergleichen, sondern nur mit Opel.

    Den Verkehrsnachrichten zufolge haben die meinen Brief nicht gelesen. Gut, dann kann man des mit denen eben doch machen. Was kostet uns denn die Opelrettung, die ja soviel billiger sein soll als die
    Finanzierung der Arbeitslosigkeit.

    Ich nehme eine ältere Quelle, weil momentan niemand weiß, ob man zur Rettung nicht auch noch die Patente und die Werke zurückkaufen muß, darum mal dies hier:

    http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/opel-rettung-koennte-steuerzahler-bis-zu-neun-milliarden-euro-kosten-389003/

    Na, Hoppla? Schlappe 9 Milliarden für ... wie viele Arbeitsplätze?

    25 000 ?

    Also, das macht pro Arbeitsplatz ... 360000 Euro. In Worten: Dreihundertsechzigtausend Euro ... FÜR EINEN EINZIGEN ARBBEITSPLATZ.

    Ja, geht´s noch oder wie?

    Habt ihr es so dicke oder was?

    Und dann ... prodzieren die ja auch noch nur Opels. Einen nach dem anderen. Sicher, wer´s mag ..... aber sonst?

    Irgendwie scheint mir das nicht ganz so plausibel zu sein, das ein ständig wachsendes Arbeitslosenheer immer billiger wird, die Rettung von Opel aber zwei Drittel der Kosten der gesamten übrigen Arbeitslosigkeit wert sein soll. Denn das ist nur eine Ramschbude, die anderen kommen erst noch.

    Und dann erstmal die Bankenrettung, die locker monatlich Beträge verschlingt, aus denen man bequem sogar
    weit überzogene Forderungen nach einem Grundeinkommen finanzieren kann.

    Darum einfach mal eine Widmung und einen Gruß an die echten Leistungsträger dieser Gesellschaft, die
    durch weitgehenden (Zwangs-)Verzicht auf ihre sozialen durch die Verfassung garantierten Grundrechte
    einen enormen Beitrag zur Rettung des Landes leisten.

    Viel mehr jedenfalls als das Konzernpack.

  • Erdbebenfrühwarnsystem, der Rhetorikpapst, der Herr der Ringe und ... die Wirklichkeit

    Also, ich schrieb dies heute morgen bei Nettieee ... und beherrsche mitlerweile das Textkopieren.
    Im Laufe des Tages dachte ich ... das gehört hier auch herein - und kommentiert.

    Also erstmal das Ereignis:

    "Ich persönlich habe ein Erdbeben in der Eifel erlebt.
    Betraf dann den ganzen Raum um Aachen herum, im Kreis Heinsberg waren sogar einige Häuser ... danach nicht mehr bewohnbar.

    Ich wachte in der Nacht auf. Ohne Anlaß. Es war totenstill.
    Ich ärgerte mich, denn ich mußte arbeiten - mit Menschen.
    Dazu brauchte ich genug Schlaf, sonst würde das nichts werden und ich müßte spontan erstmal Urlaub nehmen.

    Dann fiel mir auf ... es war auch draußen totenstill.

    Wie heute wohnte ich damals in einem kleinen Tal im Wald
    (aber in einem anderen) und kannte die Geräusche der Nacht.

    Da ist viel Viehzeug unterwegs.

    Doch in der Nacht ... totenstill. Ich lag eine Weile wach im Bett und ärgerte mich darüber, das ich so angespannt war und nicht einschlafen konnte.

    Und dann ... ein Geräusch aus weiter Ferne, wie wenn unterirdisch eine gigantische Tür geöffnet wird.

    Der Lärm wurde blitzschnell lauter und entlud sich in einem außerordentlich heftigen Schlag.

    Das Haus stand an einem Hang ... und ich machte mir Sorgen.

    Schlief dann aber lieber wieder ein, denn auf einmal war die ganze Spannung auch in mir entladen."

    Dann der Kommentar.

    Mit solchen Erlebnissen ist es wie mit Geistersichtungen, Ufo-Erlebnissen oder sonstigen Dingen, die sich außerhalb der wissenschaftlich als Evidenzkriterium geforderten "Wiederholbarkeit" abspielen.

    Wer es erlebt, kann kaum darüber berichten. Wer es nie erlebt hat, kann kaum daran glauben.

    Sollte man immer beherzigen bei der Kommunikation.

    Auch das wissenschaftliche Evidenzkriterium der "Wiederholbarkeit" zeigt hier deutlich seine Grenzen ... Wiederholbar ist nur, was in der Macht der Menschen steht. Was nicht in ihrer Macht steht und somit nicht wiederholbar ist, ist aber deshalb nicht unbedingt falsch. Es übersteigt lediglich den Horizont von "Experten" ... aber das macht die Krise gerade auch. Sogar der DAX (ein Frechdachs sondergleichen) weigerte sich, die "psychologisch wichtige Marke von 3500" zu unterschreiten - entgegen den Erwartungen der Experten.

    Ich habe dieses Erdbeben sehr bewußt erlebt ... weil ich viel zu früh wach geworden war. Und ... trotz der denkbaren Bedrohung eines ins Tal rutschenden Hauses ... schlief ich wieder seelenruhig ein, weil die Spannung vorbei war.

    Von den vielen Lehrern die ich hatte, schätzte ich einen ganz besonders:

    http://www.holzheu.ch/

    Der schweizer Rhetorikpapst ist nicht billig, berührt aber durch seine Arbeiten Themen, die mir zuvor schon im Rahmen von Erkenntnis- und Wahrheitstheorien begegnet sind.

    Harry ist ein ganz feiner Mensch ... und scheut sich nicht, vor hunderten von kritischen, aufgeklärten Leuten zu gestehen, das eine gelungene Rede ... eine wirklich gelungene, zündende Rede die die Herzen der Menschen erreicht ... nicht von einem selbst stammt, sondern irgendwie so wirkt, als "würde durch einen hindurch gesprochen" ... so in der Art waren seine Worte. Er war fast ehrfürchtig ... religiös, als er dieses (Teil-)Geheimnis seines Erfolges preisgab.

    Das erinnerte mich an J.R.R.Tolkien und den Herrn der Ringe, der ähnliches über die Art und Weise formulierte, wie der Herr der Ringe zustande kam. Er setzte sich vor ein leere Blatt Papier ... und dann fing die Geschichte an zu laufen. Und oft war er selbst überrascht, was da Zustande kam. So gesteht er zum Beispiel in seinen Briefen, das er überhaupt nicht wußte, was dieser "Aragorn" in der Gaststätte zum Tänzelnden Pony darstellen sollte und selbst überrascht war, ihn da vorzufinden.

    So begegnete er einem seiner "Hauptdarsteller".

    Alle drei Momente, die hier aufgeführt sind, sind nicht ... von jedermann wiederholbar.

    Trotzdem sind es Erfahrungen, die Menschen vielfältig machen.

    Sie sind ... im wahrsten Sinne des Wortes wirklich, weil sie wirken.

    Auch wenn die Wissenschaft diese Wirkungen nicht wiederholen noch theoretisch abbilden kann.

    Zeit, sich daran zu erinnern, das nicht die Wissenschaft das Maß aller Dinge ist (obwohl sie es gerne wäre, weil das gutes Geld einbringt) sondern die "Wirklichkeit".

    Und in der "Wirklichkeit" sind Dinge möglich, die die Wissenschaft nur als "Wunder" abtun kann.

    Wunderbare Welt eigentlich. Macht Spaß, in ihr zu leben ... und die Wunder zu genießen.

    Denn davon gibt es wahrscheinlich viel mehr, als es den Experten lieb ist.

    Und es macht schon Freude, zu sehen, das es eine Perspektive gibt, aus der der "Herr der Ringe" "wirklicher" wird als ... vieles, was Schriftsteller so verbrechen.

    Und erste Recht macht es Spaß, mit Verweis auf seine Entstehung zu behaupten: die Geschichte des "Herrn der Ringe" ist so erfolgreich, weil ihre "Quelle" nicht von dieser Welt ist. Die "Entrüstung" der "Experten" übertrifft sicher vieles, was heutzutage an "Comedy" lustig sein soll.

    Aber Entrüstung ist auch eine gute Maßnahme, sich der Wirklichkeit zu nähern, denn offensichtlich ist sie nicht durch Gewalt einzunehmen ... wozu also dann noch die Rüstung. Entrüstung scheint also ein wichtiger Schritt zur Wahrheitsfindung zu sein.

    Ach ja ... man erspare sich die Nachfrage, ob ich als Erdbebenfrühwarnsystem zu mieten bin - das könnte sich keiner leisten. Wäre zu teuer. Achtete lieber auf ... Tiere. Die können das auch.

  • Die Rettung naht! Schuhmannresonanz steigt ...?

    Gestern abend wollte ich eigentlich ganz in Ruhe meinen Magen-Darm-Trakt pflegen und endlich mal wieder etwas erbauliches lesen.

    Das habe ich auch getan. Lesen kann ich immer und überall. Eine lebensnotwendige Technik, um Wartezeiten auf Flughäfen geistig gesund zu überstehen - um nur ein Beispiel zu nennen. Oder 2,5 stündige Wartezeiten beim Kinderarzt.

    Es stört mich überhaupt nicht, wenn neben mir einer im Internet surft und beständig Kommentare zu den Funden abläßt.

    Nein ... wirklich nicht.

    Aber ich kann nicht umhin, das eine oder andere dann auch bewußt aufzunehmen.

    Zum Beispiel, wenn die Rettung der Welt vor allem Ungemach Einzug in mein Bewußtsein nimmt.

    Heute morgen habe ich versucht, ein wenig zu dem Thema zu recherchieren, wurde jedoch nicht in dem Maße fündig, wie ich erhofft hatte.

    Darum auch kein Link....sondern nur ein Thema.

    Schon in den fünfziger Jahren war die Schuhmannresonanz ein Thema...dazu gibt es was bei Wikipedia.

    Manche bringen diese Resonanz nun in Verbindung mit der Entwicklung des menschlichen Bewußtseins...und verzeichnen eine angeblich seit einigen Jahren beständig ansteigende Erhöhung dieser (eigentlich zufällig zustandekommenden) Schwingung.

    Man verspricht sich davon ... schlauere, einfühlsamere, verantwortungsvollere Menschen.

    Als Pragmat hört man sich ja gern mal alles an.

    Und wenn´s Ergebnisse gibt ... dann ist das auch in Ordnung, selbst wenn es herrschenden Dogmen widerspricht.

    Aber ... noch sehe ich nicht, das man seit 2005 eine deutliche Verbesserung in Richtung Menschlichkeit
    feststellen kann.

    Eigentlich ... geht alles in eine andere Richtung.

    So wie hier:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,617531,00.html

    Doch trotzdem dachte ich ... setz das ruhig mal ´rein.

    Vielleicht macht´s dem einen oder anderen Hoffnung - und vielleicht hat einer Zeit und Lust gehabt, mal was fundierteres zu dem Thema auszugraben.

    Schön wär´s ja, wenn die Weltvernunft einfach zentral gesteigert werden könnte ... so ein "Vernunftostaht"
    wäre schon eine klasse Erfindung. Was würde das alles auslösen können ...

  • Briefe an die Leser: Lieber Eifelaffe

    Leider mußte ich wieder einen Beitrag ungelesen löschen. Schade auch. Dies ist zwar kein Diskussionforum, aber mit Freunden wechsle ich hier schon mal gern ein Wort.

    Mit Kritikern auch, immerhin muß man immer darauf gefaßt sein, daß man mal was unausgewogen reflektiert hat....und gleichzeitig ist es schön, zu sehen, was man alles noch dazu lernen kann.

    Aber schon der erste "Eifelaffen"eintrag war so niveaulos, das ich von meinem Hausrecht Gebrauch machen mußte.

    Leider zeigte sich hier: Nomen es Omen.

    Es hat sich eine gewisse Gruppe von Lesern hier eingefunden, die ein gewisses Niveau fordern und ich gebe mir redlich Mühe, dieses Niveau zu halten. Intelektuell, sozial, rhetorisch. Und das unter großem Zeitdruck - auch wenn jetzt Ferien sind, habe ich noch reichlich zu tun.

    Da kann ich mich nicht mit jedem dahergelaufenen anonymen Heinz auseinandersetzen. Dazu fehlt mir die Zeit. Für solche Elaborate wie die des "Eifelaffen" gibt es doch auch andere Orte, an denen man sie ablassen kann, oder?

    Das muß doch nicht unbedingt hier sein. Und ... ich habe die Disziplin, so etwas wirklich nicht zu lesen, sondern sofort beim ersten Anblick zu löschen. Und ich kann schneller löschen, als Affen schreiben können, deshalb ... lohnt sich die Mühe auch nicht, mit Gewalt Aufmerksamkeit auf sich ziehen zu wollen.

    Desweiteren ... dies ist ein Blog. Kein Diskussionsforum. Und nur aus der Tatsache heraus, das ich hier gelegentlich mit Freunden das eine oder andere auch humorvolle Wort wechsle, sollte sich nicht jeder eingeladen fühlen, hier seine Stänkereien abzulassen. Sicherlich ist es für manche Menschen üblich, ihre psychischen und sozialen Defizite in der Anonymität des Internet abzuarbeiten - aber auch dafür ist hier nicht der richtige Ort, denn da fühle ich mich eher den anderen Lesern gegenüber verpflichtet.

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für Ihren weiteren Lebensweg alles Gute: Eifelphilosoph

  • Sozale Unruhen und der Notwehrparagraph

    Wie heute zu hören ist, fürchtet sich der Herr Ackermann vor sozialen Unruhen. Zu Unrecht, wie ich meine.
    Ich habe Ende der siebziger und anfand der achtziger Jahre mitbekommen, was alles mobilisierbar ist, wenn
    die Leute Angst bekommen und sauer werden.

    Grund für Angst und Zorn gibt es wohl genug. Der Zorn ist auch oft deutlich spürbar, allerdings scheinen sich die meisten Menschen inzwischen in dem Spätstadium der Streßreaktion zu befinden: der Angststarre.

    Nach der massiven Implementierung einer Kultur der Angst in dieser Gesellschaft eine Reaktion, die man erwarten konnte. Wer nicht sofort durch Kampf (z.B. Schwarzer Block) oder durch Flucht (z.B.Auswanderung) auf eine bedrohliche Situation reagiert, verfällt in eine Angststarre. Fünf bis fünfzehn Minuten hat man Zeit für eine Entscheidung ... danach ist es zu spät. Alkohol und Privatfernsehen sorgen zudem dafür, das die Angststarre zu einem erträglichen Zustand wird, in dem man gemütlich eingelullt Jahre überleben kann, ohne grundsätzliche Körperfunktionen all zu sehr zu vernachlässigen.

    Zeit genug, sich mal mit dem Grundgesetz zu beschäftigen. Oft war ich in der Vergangenheit verblüfft, wie weit die Väter des Grundgesetzes gedacht hatten.

    Zum Beispiel ... wie bei Wikipedia ausgeführt ... so weit:

    Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden (vgl. § 227 Abs. 2 BGB, § 32 Abs. 2 Strafgesetzbuch, § 15 Abs. 2 OwiG).

    Eine Notwehrhandlung, die diesen gesetzlichen Kriterien entspricht, ist ein gerechtfertigter Eingriff in die Rechtsgüter des Angreifers und damit kein strafbares Unrecht. Sämtliche Individualrechtsgüter (etwa die unter § 34 StGB aufgeführten Rechtsgüter Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum) werden vom Notwehrparagraphen abgedeckt. Nicht notwehrfähig sind Angriffe auf Rechtsgüter der Allgemeinheit, weil die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung allein Aufgabe der zuständigen staatlichen Organe ist und sonst das staatliche Gewaltmonopol untergraben würde. Die einzige Ausnahme hierzu stellt das Widerstandsrecht des Art. 20 Abs. 4 GG dar. Da das Notwehrrecht schneidig ist, erfolgt hier grundsätzlich keine Rechtsgüterabwägung. Lediglich bei einem krassen Missverhältnis der Rechtsgüter (Beispiel unten: Junge der Äpfel stiehlt) darf das Notwehrrecht nicht angewandt werden.

    Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum werden geschützt durch das Gesetz.

    Die Agenda 2010 nimmt Menschen ... die Ehre, die Freiheit und das Eigentum - oder?

    Bei willkürlicher Streichung der Regelsätze (die für Kinder sowieso viel zu niedrig sind) wird wohl auch eine Gefahr für Leib und Leben bestehen ... auf jeden Fall für die Gesundheit.

    Als Nichtjurist sehe ich hier deutlich den Tatbestand der Notwehr als erfüllt an ... für das einzelne Individuum.

    Natürlich muß auch des Widerstandsrecht berücksichtigt werden. Es greift, wenn substantielle unveränderbare Rechtsgüter in Gefahr sind, zum Beispiel die sozialen Menschenrechte, wie hier bei Wikipedia gefunden:

    Soziale Menschenrechte
    Zu den im Internationalen Pakt über Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte festgelegten Rechtsnormen gehören u. a.:

    Recht auf Selbstbestimmung (Art. 1)
    Gleichberechtigung von Mann und Frau (Art. 3)
    Recht auf Arbeit und angemessene Entlohnung (Art. 6/7)
    Recht auf Gründung von Gewerkschaften (Art. 8)
    Schutz von Familien, Schwangeren, Müttern und Kindern (Art. 10)
    Recht auf einen angemessenen Lebensstandard, einschließlich angemessener Nahrung (Art. 11)
    Recht auf den besten erreichbaren Gesundheitszustand (Art. 12)
    Recht auf Bildung (Art. 13)
    Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben (Art. 15)

    Der Hartz-IV-Empfänger möge selbst beurteilen, wo die Agenda 2010 überall in seine sozialen Menschenrechte eingreift. Gesundheit, Bildung, Teilhabe am kulturellen Leben, Recht auf Arbeit (ARBEIT, nicht BESCHÄFTIGUNG - ist ein Unterschied), Schutz von Familien, Ernährung ... da wird schon ganz schön eingegriffen. Nicht nur bei Hartz IV - Empfängern. Vieles an nützlicher Medizin muß man heutzutage selbst bezahlen...wenn man kann. Der beste erreichbare Gesundheitszustand ist auf jeden Fall ... nicht finanzierbar.

    Die Verletzung dieser Rechtsnormen rechtfertigt "Widerstand" ... aber erst wenn alle anderen Rechtsmittel ausgeschöpft sind.

    Kurz gefaßt: erst zum Gericht, dann schießen....wenn die Gerichte nicht mehr in der Lage sind, die Rechtsnormen zu garantieren.

    Das sollte jedem klar sein: auf diese sozialen Menschenrechte hat jeder einen Anspruch, der in diesem Land geboren ist. Sie gehören ihm. Sind sein Eigentum. Ganz umsonst. Braucht er sich auch nicht für zu rechtfertigen. Für die Begleichung der Kosten, die durch Einforderung der Rechte entstehen, tritt der Staat ein. Für die Erarbeitung der Finanzmittel ist die Wirtschaft zuständig, die deshalb mit außerordentlichen Freiheiten bezüglich ihres wirtschaftens ausgestattet worden ist: freie soziale Marktwirtschaft.

    Weiterhin kurz gefaßt: das hier ist wie ein Verein. Sagen wir mal ... ein Angelverein.

    Wenn jetzt einer kommt ... und will z.B. die Arge-Mitarbeiter bewaffnen, so ruft er zu einem Verhalten auf, das mit der Verfassung nicht in Einklang zu bringen ist, will Fußball im Angelverein spielen.

    Kann man machen, dies ist ein freies Land ... allerdings sollte er seine Energien dann auf das "Auswandern" konzentrieren, denn für solche Menschen ist dies eindeutig das falsche Land. China, das wäre mal so ein Tipp von mir, wenn einem selbst nichts einfällt: da kann man so etwas machen. Das wäre dann der Fußballverein, um beim Beispiel zu bleiben.

    Gut ist, das wir uns mit dem umstrittenen Thema "Tyrannenmord" nicht zu beschäftigen brauchen, denn unsere Tyrannen sind künstlich ins Leben gerufene "Ungeheuer", außer Art geschlagene Wirtschaftskonstrukte, die mit anderen Mitteln beseitigt werden können. Die Eleminierung von Menschen sowie Gewalt gegen Sachen ist momentan ... noch nicht angesagt.

    Der Gang zu den Gerichten schon.

    Und aufgrund der Erfahrungen mit der Agenda 2010 auch die unabdingbare Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen, weil die durch die Verfassung garantierten Rechte (zu deren Schutz auch Bundeswehr und Polizei verpflichtet sind ... und es gibt einige dort, die das sehr ernst nehmen - wichtige Verbündete, will mir scheinen, die man nicht ohne Grund verprellen sollte) durch die Agenda 2010 gefährdet worden sind.

    Natürlich vertraue ich auf die weise Politik der Bundesregierung, das sie uns den Rückgriff auf den Notwehrparagraphen sowie den Widerstandsparagraphen ersparen wird und ein Lebensumfeld schafft, das den Widerstandsparagraphen gegenstandslos werden läßt.

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