Aus gegebenem Anlaß heraus möchte ich die DSM IV-Klassifikationen noch einmal aus dem Schrank holen.
Der Anlaß?
Ich habe (begrenzt) meinem Freundeskreis meine Blogaktivitäten gestanden ... was für mich zu einem erzwungenen Ausflug in die Welt der Blogger führte, der wenig erbaulich war und den ich mir gern erspart hätte ("Ach guck mal der, was ist das denn für einer" ... nur Kinder können schlimmer sein). Ganz deutlich möchte ich meine bisherigen Blogfreund davon ausnehmen ... und viele andere auch. Aber ... was man da stellenweise findet, sollte man beständig unter psychiatrischen Kategorien betrachten, um selbst nicht völlig den Verstand und den Glauben an die Menschheit zu verlieren.
1. Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer
Ja, wer kennt da nicht. Da blähen manche kranke Individuen Worthülsen ins virtuelle All, die dazu geschaffen worden sind, willentlich und absichtlich zu verletzen. Allein das Stichwort "Hartz IV" reicht schon aus, um anschaulich zu machen, welche Opfer da gerne mal genommen werden.
Was diese Worthülsen anrichten können ... macht man sich keine Gedanken drüber. Ich weiß, das ich selbst verletztend sein kann ... und dieses Medium, das weder Klang, noch Mimik oder Gestik überträgt, trägt durch seine Kälte schon allein ein großes Risiko, zu verletzen. Manchmal macht es schon Sinn, zu verletzen. Wenn ein Kind seine Hand auf eine glühende Herdplatte senkt, hilft nur ein schneller energischer Schrei, schlimmeres zu verhindern. Das Kind wird verletzt ... nur durch Worte.
Aber wenn dies gewollt und absichtlich geschieht ... ohne Sinn ... demonstriert es in deutliche Art -
die Gleichgültigkeit dieser Individuen.
2. Unfähigkeit, dauerhafte Beziehungen einzugehen
Ein Punkt, der virtuell schwerer zu fassen ist. Blogfreunde ... kann man schnell bekommen, auch wenn man nur einen Mob hinter sich scharen will. Ich denke, das geht. Auch Psychopathen sind zur Hordenbildung fähig. Ob diese Individuen unfähig sind, dauerhafte Beziehungen zu ihrer realen Umwelt einzugehen, ist
schwer zu beurteilen ... aus der Ferne. Allerdings gilt: wer mit dem ersten Punkt ein Problem hat, hat in diesem Punkt mit Sicherheit eine Schwäche ... denn dauerhafte Beziehungen setzen Verständnis für die Gefühle des anderen geradezu voraus.
3. Skrupellose Gefährdung anderer
Ein klarer Fall ... bleiben wir bei der Anti-Arbeitslosen-Hetze. Wer finanziell schwächere diskriminiert, indirekt zur Gewaltanwendung (selbst zum vorgeblichen Zwecke der Gefahrenabwehr ... da die Gefahr nur unterstellt, aber nicht bewiesen wird) anregt, Kommentare abläßt, die Menschen in ihrer gesellschaftlichen Rolle und Position entwürdigt, gefährdet diese. Darum wollten die Väter des Grundgesetzes, das die Würde des Menschen unangetastet bleibt. Unter allen Umständen. Sie kannten die Folgen noch sehr gut, die eine andere Einstellung nach sich zieht.
Nun ... bei Kinderfolterpornofans merke ich bei mir selbst, das ... ich eine Gefährdung der Täter in Kauf nehmen würde. Aber ... Skrupel hätte ich schon. Einen Lynchmob möchte ich nicht. Noch nicht mal bei Bankern. Ich denke ... diese Skrupel haben viele, die üble Wünsche ausstoßen.
Darum ... fallen sie heraus aus dem Raster. Die Gefährdung anderer wird vom Psychopathen billigend in Kauf genommen - in dem er, um ein anderes Beispiel zu nehmen, sich über die Deeskalationspolitik der Polizei bei Demonstrationen aufregt und zu verstehen gibt, das er lieber mal "voll in die Menge halten würde" ... mit der guten alten UZI.
4. Unfähigkeit, Schuld zu empfinden
Keine Frage ... wer schon mal versucht hat, mit Psychopathen zu diskutieren, weiß, was gemeint ist.
Mord, Totschlag, Verleumdung, Entwürdigung ... wenn es für eine "gute Sache" ist, dann kennt der Psychopath kein halten mehr. Auch Kinderpornographie, Kannibalismus, Vergewaltigung sind für ihn eine "gute Sache", weil es die Opfer "irgendwie verdient" haben. Man muß sich nur näher mit dem psychologischen Profil dieser Kranken auseinandersetzen ... dann stößt man immer darauf, das sie sich als absolut im Recht seiend empfinden und deshalb keinerlei Schuld empfinden können. Hat viel zu tun mit der eigenen Sozialisation...aber Psychopathengenese ist hier nicht das Thema. Sie zu erkennen ist wichtiger.
Sie greifen dann gerne auch mal zu unfeinen Methoden, wenn sie ertappt sind ... weil sie ihre Schuld, den Mist den sie angerichtet haben, gar nicht begreifen können. Da fehlt ein wichtiges Gefühl, und unter anderem die Erkenntnis, das Menschen immer Fehler machen, jederzeit. Aber manche sind lernfähig, dann macht der Fehler großen Sinn. Andere nicht ... dann wird er immer wieder geschehen.
5. Hinterlist, Lügen und Täuschen um des eigenen Vorteils willen
Erkennen kann man den Psychopathen daran, das er seine Position mit allen Mitteln verteidigt und zu sachlicher Diskussion nicht fähig ist. Gern werden dann mal neue Pseudonyme erschaffen, neue E-Mail-Adressen aufgebaut (bleibtgeheim@gmx.de ... zum Beispiel), gerne werden Textfluten kopiert mit dem lockeren Hinweis, das man irgendwo in den dreihundert Seiten des Textes schon die Meinung des Psychopathen
bestätigt finden wird (da hatte ich mal ein schönes Erlebnis mit einem braun durchtränkten Funktionsträger bei der "Piratenpartei", einem Bewunderer Goebbels ... die wissenschaftliche Arbeit, die er mir um die Ohren schlug, belegte genau das Gegenteil seiner Behauptung - doch bis ich da durch war, war so viel Zeit vergangen, das das Thema "out" war).
Ein Beispiel bei Blog.de berichtete mir Grilleau ... da wurden bewußt Teile der Diskussion gelöscht, die ihn selbst auf einmal als üblen dummen Gesellen dastehen ließen. Man merke: mit Psychopathen diskutiert man nicht. Das geht einfach nicht.
6. Verletzung sozialer Normen und gesetzlicher Vorschriften
Trifft oberflächlich auf jeden Kleinkriminellen und jede Prostituierte zu. Man bedenke jedoch, das nicht ein Kriterium allein ausreicht, einen Psychopathen zu identifizieren. Es ist die Gesamtheit der Diagnostik, die zählt. Und ... da hilft es, zu beobachten, wie es denn das Individuen mit den Regeln seiner sozialen Umgebung hält. Soziale Normen ... überschreitet er schnell, wenn es um Wortwahl, Respekt und Aktzeptanz des Gegenübers geht. Ist er intelligenter, meidet er den direkten Konflikt mit dem Gesetz.
Aber der gelingt auch nicht immer ... und dann hilft auch kein Rechtsanwalt mehr.
Wie geht man nun um mit Psychopathenbloggern?
Einfach meiden. Reden kann man mit denen nicht. Lesen sollte man da auch nicht (läßt nur am eigenen Verstand zweifeln, wenn man sich nicht der Dimension der Erkrankung bewußt ist), es sei denn, gezielt aus therapeutischer Absicht, um den Moment abzuwarten, wann der Psychopathenblogger gemeingefährlich wird und es gilt, die Behörden zu alarmieren, um eine Zwangseinweisung einzuleiten. Ein mühsamer Weg, der aber das Leben Unschuldiger retten kann, bevor der neue Amoklauf die Republik wieder "fassungslos" dreinschauen läßt.
Ansonsten gilt ... ignorieren, löschen und sich bewußt sein, das da jemand schreibt, der Medikamente braucht. Und ganz viel therapeutische Zuwendung. Aber ... keine Aufmerksamkeit.
Immerhin gilt: man greif ja auch nicht ohne Grund ins Klo ... warum sollte man sich den Terror-Verbalkot dann ohne Grund ´reinziehen?
