Als letztes Thema in diesem Monat mal was für Gesundheitsapostel.
Weichmacherterror.
Gemeint sind nicht etwa Übergrifflichkeiten von Moralaposteln oder Schuldeneintreibern, sondern die realen chemischen Weichmacher.
Die sind nämlich gefährlich, muß man wissen. Werden verstoffwechselt ... und sind ziemlich krebserregend.
Darum hat sich die Industrie ja auch selbst verpflichtet, darauf zu achten, das diese bösen Stoffe nicht in den Menschen gelangen.
200 mg sind die Obergrenze, die toleriert werden kann, meinen die Experten.
25000 mg ist das, was der TÜV Rheinland jetzt in Werkzeugen gefunden hat. Die Jungs waren froh, das sie bei der Untersuchung Spezialhandschuhe trugen. Sogar Hupen für Kinderfahrräder waren so extrem belastet.
Fundort ... der Baumarkt ihres Vertrauens.
Ja ja, die Selbstverpflichtung der Industrie - immer schön zu sehen, wie toll das funktioniert.
Wahrscheinlich wird auf eine Anklage wegen Mordversuch wieder einmal verzichtet...oder wegen fahrlässiger Tötung, denn bei der Überdosis Weichmacher wird man den einen oder anderen Menschen ebenfalls ziemlich weich gemacht haben.
Tja, das ist der alltägliche Terror, mit dem wir auch noch zu tun haben. Da kommen aber keine Ledernacken, um die Terroristen auszuräuchern. Obwohl mehr Menschen daran sterben als an 9/11.
Schade irgendwo. Jetzt muß man nämlich selbst überlegen, wie man diese Verbrecher entsorgen kann.
Selbstverpflichtung.
Wäre doch auch ein schönes preiswertes Instrument für den Strafvollzug: "Nein, Herr Richter, ich verpflichte mich, dieses niemals wieder zu tun. Ganz ehrlich. Darf ich jetzt gehen?"
Was hat das mit Vergewaltigung zu tun?
Nichts.
Die gab es im Nachbardorf am Samstag Morgen um 5.08, die Täter hängen jetzt hier herum. Als Bild.
Wir sind dann heute abend mal unterwegs ...
Das war mal eine so friedliche Gegend hier. Kein Haus war verschlossen, die Autoschlüssel konnte man getrost im Fahrzeug lassen, 150 Jahre lang kein Mord, davor ... eine der wenigen Enklaven, wo Hexenverbrennungen vollkommen unbekannt waren. Gut, es gab auch Verbrechen. 1994 wurde mal versucht, ein Zigarettenautomat aufzubrechen. Stand auch groß in der Zeitung. Da ahnten manche schon, was kommen wird...
Aber seit einiger Zeit kommt der neue deutsche Wind auch hier an. Mit voller Wucht, wie mir scheint.
Das erstemal seit 20 Jahren ... werden wir heute die Tür zuschließen. Meine Lebensabschnittsverschönerungsgefährtin (schönes Wort, nicht wahr. Habe ich heute gelernt. Bin ziemlich stolz auf mich ... so alt und noch lernfähig) fühlt sich ein wenig unwohl ... so einsam und abgelegen.
Ich hole den Sportbogen, die Nahkampfmesser, Feueräxte und andere Gerätschaften vorsichtshalber ins Haus.
Man weiß ja nie.
Aber ... vielleicht treffen wir die Kollegen heute Abend noch. Kann ja sein. Vielleicht passiert dann was. Zornig genug bin ich schon. Nein nein ... keine Selbstjustiz. Aber mal schauen. Ich nehme einfach mal ein Werkzeug mit ... und wenn wir die erwischen ... drücke ich es ihnen blitzschnell in die ungeschützte Hand. Na, da werden die aber gucken. Ich weiß nämlich momentan etwas, was die nicht wissen.
Weichmacher, sage ich nur.
