• Käufliche Liebe und Vergewaltigung

    Nachdem ich mich jetzt schon als Prostitutionskritiker geoutet habe, wird es wohl mal Zeit für grundsätzlich Gedanken zum Thema käufliche Liebe.

    Es geht hier um Liebe. Kopulierende Kakerlaken wurden noch nie als besonders intensiv liebende Wesen beschrieben, obwohl sie das gleiche Tun, was bei käuflicher Liebe geschieht.

    Um käufliche Liebe genießen zu können, bedarf es - so wurde mir versichert - zuerst einer Degeneration der Anschauung, die in aller Regel durch intensiven Pornofilmkonsum gefördert wird. Man klagt ja über die Degeneration der Jugend in dieser Hinsicht - "Gang Bang" ist das neue Stichwort.

    In Pornofilmen wird gezeigt, wie "man" es macht. Filme mit Kakerlaken als Hauptdarstellern haben - glaube ich - nicht so einen durchschlagenden Erfolg. Schade auch, sie wären weniger frauenfeindlich, würden aber schnell den Kakerlakenschutzverein aufs Parkett rufen.

    Die Frau im Pornofilm als "Lustobjekt" zu bezeichnen, ist schon Schönrednerei. Erst recht, wenn sie es
    (wie auch in Kinderpornos gerne dargestellt) mit Tieren jeder Art treibt, weiß man, in welche Richtung das geht: die Frau ist kein Mensch. Die hat es verdient, so behandelt zu werden, wie sie behandelt wird.
    Sie ist an sich ... eine Form von Untermensch, gezüchtet, um dem Manne zu Diensten zu sein.

    Wir sind heute dazu erzogen worden, Phänomene des Alltags nur isoliert zu betrachten. Mit dem Niedergang der Philosophie durch Kirche und Naturwissenschaft (die an sich ebenfalls eine neue Form von Ersatzreligion geworden ist - mit allen Heilsansprüchen, die die katholische Kirche postuliert - inklusive der ... baldigen ... Unsterblichkeit, wenn man nur lange genug forscht) sind umfassende Sichtweisen immer seltener geworden.

    Also schauen wir beim Phänomen der "käuflichen Liebe" auf ein ganz kleines Segment, das wir beurteilen.
    Mann nimmt Frau für Geld. Die Frau macht das natürlich freiwillig. Trifft nur auf fünf Prozent der Frauen zu ... aber egal.

    So gesehen wird es schwierig, Stellung dazu zu nehmen, denn was Menschen freiwillig tun, ist in Ordnung.

    Deshalb gibt es auch eigentlich kaum Vergewaltigungen, denn im Prinzip macht da auch jede Frau freiwillig mit. Lieber Sex haben mit einem Fremden als erstochen, geschlagen, verbrannt zu werden - das ist ihre freie Entscheidung. Na ja, der Rahmen ist anders ... aber ganz isoliert betrachtet ist eine freie Entscheidung auszumachen. Man muß nur die Sichtweise genügend einengen. In Vergewaltigungsprozessen ist dies regelmäßig die Argumentation des Verteidigers. "Die Frau wollte das so" ... und da wir aufgeklärten Pornofilmgucker ja wissen, wie "die Frau" ist, sind wir geneigt, dem zuzustimmen, denn immerhin sind wir ja informiert (und angewiedert) davon, was Frauen für Geld alles mit sich machen lassen. Sogar mit Hunden, Schlangen und Eseln.

    Schon seltsame Geschöpfe, diese Frauen.

    Wir aufgeklärten Menschen wissen auch, das es keine Liebe gibt auf der Welt. Nur Sex.

    Vorbei die Zeiten der Liebe zwischen Mutter und Kind, der Liebe zwischen Freunden, der Liebe zu Natur, Literatur, Musik, Malerei.

    Seltsam ... das man die Liebe zur Musik nicht auch kaufen kann. Gut, man kann sich alles anhören - und manches ist auch richtig teuer, doch was die Liebe zur Musik ausmacht, die selbst dazu führt, das wunderbare Kompositionen erschaffen werden ... das bleibt ein Geheimnis jenseits der Erwerbbarkeit.

    Käufliche Liebe ist nichts weiter als käufliche Lüge. Das weiß auch jeder. Aber in einer zunehmend lieblosen Welt ist das wohl alles, was viele Menschen bekommen.

    Käufliche Liebe und Plastikblumen haben irgendwo etwas gemeinsam. Vielleicht essen die Bewunderer der käuflichen Liebe auch gerne Wachsobst - wer weiß. Zumindestens äußerlich sieht es oft sogar besser aus als echtes Obst.

    Eine Frage, die ich Männern, die Bordelle besuchen, gerne mal stellen würde ist die, was sie denn selbst kosten würden. Die von mir geforderte Dienstleistung ... wäre sogar harmloser.

    Einfach eine Stunde nackt auf den Kölner Markt hinstellen ... und sich von jedem, der Lust hat, anfassen lassen. Das ist noch relativ harmlos im Vergleich zu einem Akt, der normalerweise Nachwuchs zeugt.

    Wie teuer wäre das wohl? 20 Euro? 100 Euro? Oder 5?

    Oder wäre das undenkbar?

    Ich nähme dazu auch gerne finanzstarke Leistungsträger wie Investmentbanker oder Politiker. Und manch eine Frau fände das sicher mal sehr interessant. Männer wahrscheinlich auch.

    Ich würde von den Männern auch gar nicht erwarten, ihren Hintern als Samenklo für Homosexuelle hinzuhalten. Ich wäre da schon ... rücksichtsvoller. Es würde auch nicht geschlagen werden - auch wenn manche es verdient hättten.

    Was kostet das wohl? Wie berechnet sich überhaupt der Preis? Wieviel Freiheit steckt in der Entscheidung einer gerade zusammengeschlagenen sanktionierten Hartz-IV-Abhängigen, die ihre Kinder durchbringen muß?

    Und wer prüft eigentlich im Gewerbe der käuflichen Liebe die Freiwilligkeit? So eine Art Gewissenprüfung wie damals zu den alten Kriegsdienstverweigerungszeiten gibt es ja wohl nicht?

    Und wenn ich jetzt andere körperliche Dienstleistungen möchte (nur von Leistungsträgern wie Investmentbankern), was würde die kosten? Ich kenne Leute, die würden so einem Banker gerne mal "die Fresse polieren " ihre Meinung sagen....wie teuer wäre das? Oder mal mit Hundekacke Dingen bewerfen ... was wird dafür aufgerufen?

    Es gibt Menschen, die haben viele dieser körperlichen Bedüfnisse, die weit über Kopulation hinausgehen.
    Wäre es schlimm ... wenn sie freiwillig auf ihre Würde als Mensch verzichten?

    Stundenlöhne von 1,50 Euro ... werden auch freiwillig entgegengenommen. Also sind sie in Ordnung. Ebenso wie 18 Tage Urlaub (wieso überhaupt Urlaub? Arbeit macht Spaß ... man sollte noch Geld mitbringen dafür, das man sie machen darf!) und die Verpflichtung zur ewigen Gesundheit. Machen die ja alle freiwillig - also gibt´s da nichts zu kritisieren.

    Auch Eingliederungsvereinbarungen der ARGEN werden freiwillig unterschrieben. Das Geld zur Lebenssicherung wird ja niemandem mit Gewalt aufgezwungen - man kann doch freiwillig darauf verzichten?

    Ist doch ein freies Land hier, oder?

    Vielleicht arbeiten Menschen ja gerne für ganz wenig Geld und hassen Urlaub oder das Gefühl, dem Unternehmen durch ihre schwächliche Gesundheit zu schaden?

    Vielleicht geben manche Menschen ja gerne alles zur Steigerung der Rendite? Was ist denn schlimm daran, wenn sie es freiwillig tun?

  • Infokrieger im Bann des FBI?

    Mehr und mehr wird mir mulmig, wenn ich mich in Infokriegerwelten bewege. Das betrübt mich sehr, denn früher habe ich mich dort sehr wohl gefühlt, las lieber dort als im "Spiegel". Zum Beispiel bei Infokrieg.tv.

    Nun haben Blogger wie Megahoschi und DerDemokrat schon einiges an Kritik veröffentlicht. Ich schätze beide sehr, weshalb ich keinen Anlaß sehe, ihren Beobachtungen zu mißtrauen, zumal sie mit ihrer Kritik nicht allein dastehen:

    http://www.mein-parteibuch.com/wiki/Infokrieg.tv

    In der Tradition von Joseph McCarthy und der von der NATO angewendeten Strategie der Spannung übt sich Infokrieg.tv auch gern im Schüren von Paranoia vor Linken[5]. Im Oktober 2009 konstatierte 911video.de[6] "Die deutsche Webseite Infokrieg.tv hat seit ihrem Start 2006 allmählich einen nahezu völkischen, nationalistischen und fremdenfeindlichen Charakter angenommen."

    Völkisch, nationalistisch, fremdenfeindlich?

    Nun, ich lese da nicht mehr. Ich bestelle auch nichts mehr beim Kopp-Verlag, trotz der zum Teil extrem günstigen Sonderangebote. Aber lieber kein Buch als ein Euro in Kanäle, die mir unheimlich werden.

    Hält man mal kurz inne und überlegt sich, wie das alles begann, wird es noch merkwürdiger:

    Am 9.11.2001 geschah etwas in New York. Anfangs sah es aus wie ein Anschlag von Terroristen, die überwiegend aus Saudi-Arabien kamen. Jemand machte viel Geld mit diesem Anschlag, weil er an der Börse die "richtigen" Entscheidungen traf, noch bevor die Maschinen einschlugen. Nach dem Anschlag jedoch ... häuften sich die Fragezeichen - und die Wahrheitsbewegung war geboren. Trotz Verbot von Präsident Bush.

    In der Folge ward ein neuer Feind geboren, aus dem Kampf der Systeme wurde der Kampf der Kulturen, der
    den geostrategischen Zielen der USA sehr entgegenkam. Unter anderem wurde der Anti-islamische Irak besetzt, der nun wirklich überhaupt nichts mit der ganzen Sache zu tun hatte ... aber nun mal gut gelegen war und über viel Öl verfügte. Und obwohl die Mehrheit der Attentäter (wenn es sie denn je gegeben hat)
    aus Saudi-Arabien kam, wurde erstmal Afghanistan besetzt - geostrategisch ebenfalls wichtig.

    Selbst wenn man der offiziellen Version Glauben schenkt ... ganz logisch scheint das alles nicht. Also ein guter Grund, mal Fragen zu stellen.

    Logischerweise ist die künstlich geschürte Islamfeindschaft Grundbestandteil der Gegner der Wahrheitsbewegung, also der potentiellen Verschwörer. Insofern ist es seltsam, das sie langsam auch Bestandteil der Infokriegerbewegung wird ... denn dadurch arbeiten die ja Bush und Konsorten direkt in die Arme.

    Das merkte auch der jüdische Kulturverein Berlin (und merke: Juden und Moslems sind ja wegen dem Nahostkonflikt nicht gerade Freunde:

    http://www.911video.de/news/091009/

    Der jüdischer Kulturverein Berlin e.V. veröffentlichte bereits 2004 eine Presseerklärung zu ähnlichen öffentlichen fremdenfeindlichen Äußerungen
    (hier Auszüge) LINK

    „Zunehmend scheinen Antisemitismus und Islamophobie zwei Seiten jener Medaille zu sein, in die stereotypes Handeln und neues Unverständnis
    mit großen Lettern eingraviert sind.
    Es gibt keine rational nachvollziehbare Erklärung für die aktuelle Hysterie, die gezielt und ohne Rücksicht auf Verluste gegen Muslima und Muslime
    aller Länder, Sprachen, kultureller und sozialer Identitäten geschürt wird.
    Wer so zündelt, riskiert eine Feuerbrunst. Wir wollen das nicht!
    Was treibt Mächtige in der Politik, was veranlasst manche Medien zu einer Kampagne, an deren Ende es nur Verlierer geben wird?
    Was nährt das Zerrbild vom Nachbarn?
    Unübersehbar, und das ist u.E. das Grundübel, benachteiligen soziale Verhältnisse die geduldeten wie hier beheimateten Mitglieder
    der muslimischen Gemeinschaften und jene, die von Außenstehenden dafür gehalten werden.
    Dumpf und zerstörerisch wird eine Islam-Feindschaft hoffähig geredet und der Irrweg in einen Anti-Islamismus geebnet.
    Wir erinnern daran, wann und wie aus religiöser oder ökonomischer Judenfeindschaft mörderischer Antisemitismus geworden ist.
    Das macht uns misstrauisch gegen jede selbstgefällige Polemik, die den Islam und mit ihm die gesamte muslimische Gemeinschaft
    zur verdeckt sprudelnden Quelle jenes brutalen extremistischen Terrors erklärt, der gerade auch gegen unser Volk gerichtet ist.
    Gegen diesen haben wir uns auch mit Muslimen verbündet.“

    Da spricht jemand, der Erfahrung mit Methoden und Weltbildern von Faschisten gesammelt hat.
    Natürlich ... man macht erstmal gerne Angst. Chemtrails, unterirdische Basen von Reptilienaliens, die Menschenfleisch essen, politische Verschwörungen zur Versklavung der Menschheit, Elektrosmog und vieles mehr - die Welt wird zu einem äußerst bedrohlichen Ort. So bedrohlich, das man eigentlich keine Hoffnung haben kann, dem Untergang zu entkommen.

    Und dann, genau im Moment der absoluten Hoffnungslosigkeit, springt der neue Adolf aus der Kiste und verspricht, alles heil zu machen - dank der wundersamen Kräfte der Vorsehung, gegen die kein Kraut gewachsen ist.

    Diesen Weg scheinen jetzt auch Infokrieg.TV und Alles-Schall-und-Rauch einzuschlagen:

    http://www.911video.de/news/181109/

    Als vorläufig letzter Höhepunkt der Absurdität wirbt der Schweizer Blog Schall und Rauch und Infokrieg.tv jetzt tatsächlich auch noch für eine Veranstaltung von David Icke und dessen aberwitzigen Theorien. Icke sieht die Menschheit von einer geheim organisierten Minderheit von Hybriden kontrolliert, die durch Kreuzung von Menschen mit außerirdischen reptiloiden Rassen entstanden sein soll. Um ihre menschliche Form bewahren zu können, sind die Hybride auf den Konsum von menschlichen Blut und Fleisch angewiesen und praktizieren deshalb Satanismus. Zu diesen Reptiloiden gehören auch führende Politiker. Den Menschen soll ein neuartiger RFID-Chip implantiert werden, um sie besser kontrollieren zu können, Nach Icke ist die Erde hohl und in ihrem Innern wohnt eine reptiloid/menschliche Hybridrasse. Die Phantasmen von Icke haben interessanterweise frappierende Ähnlichkeiten mit den Szenarien des Jan van Helsing alias Udo Holey und Gründer von Secret TV.

    Gut, ich gebe zu: manche Politiker wirken nicht so, als hätten sie noch irgendetwas menschliches an sich. Ich nenne da auch keine Namen. Und Satanismus in führenden Kreisen halte ich mitlerweile - erst recht nach den Vorkommnissen um Marc Detroux - auch nicht mehr für Kinderkram, alldieweil diese Einstellung für Kinder lebensgefährlich werden kann. Aber diese Reptiloidengeschichte wäre selbst als Film recht billig und albern. Da gab es schon Besseres.

    Es ist darum sicherlich nicht verkehrt, klare Worte über diese Bewegung zu verlieren:

    Acht Jahre nach dem 11. September 2001 wird zunehmend klar, dass eine Gruppe von Bloggern und Initiativen im deutschsprachigem Raum, der Aufklärungsbewegung zum 11. September immensen Schaden zugefügt hat. Es ist den Betreibern dieser Initiativen unter anderem gelungen, anerkannte Historiker, Journalisten und Filmemacher der Lächerlichkeit preiszugeben. Immer deutlicher werden die Verbindungen zu rechtslastigen und rechtsradikalen Netzwerken um Infokrieg.tv und Secret TV, als auch Verstrickungen der Szene mit der Church of Scientology, der Moon Sekte, der LaRouche Organisation oder Büso, Panikmachern und Internetbetrügern.

    Erinnert sich noch jemand an Cointelpro? Nein? Hier kurz was zur Erinnerung:

    http://de.wikipedia.org/wiki/COINTELPRO

    COINTELPRO ist ein Akronym für COunter INTELligence PROgram. Es steht für ein Programm der US-Bundespolizei FBI, das auf die Störung von politischen Organisationen innerhalb der USA abzielte. Die Operationen fanden zwischen 1956 und 1971 statt und sollten Gruppen mit politisch radikalen Elementen diskreditieren, stören und überwachen. Von den Aktionen des FBI betroffen waren dabei sowohl linksgerichtete Parteien (KPUSA, Socialist Workers Party) als auch Studentenorganisationen (Students for a Democratic Society) und Bürgerrechtsbewegungen (SCLC, NAACP).[1]

    Mitlerweile regt sich in mir der Verdacht, das Cointelpro immer noch aktiv ist. Na ja, mitlerweile foltern die USA sogar, das sie "weichere" Formen der Auseinandersetzung auch noch mit benutzen, scheint mir plausibel. Und wie leicht wäre die Wahrheitsbewegung auszuhebeln, wenn man sie mit geistig verwirrten Elementen in Verbindung brächte?

    Kein Mensch würde ihnen mehr glauben.

    Infokrieg ist eine gefährliche Sache. Er läßt sich nicht leichtfertig und gedankenlos führen. Er wird
    mit äußerster Skrupellosigkeit von hochintelligenten Köpfen geführt um Meinungen zu manipulieren, die wiederum politische Entwicklungen beeinflussen sollen. Die Gegner zu unterschätzen, ist sicherlich der erste Schritt zur sicheren Niederlage. Es sei denn ... es gibt gar keinen Infokrieg in der Welt, alle Medien sagen immer und überall die Wahrheit, alle Regierungen und Konzerne wollen nur unsere Bestes und die Erde ist eine Scheibe.

  • Warwick ... Bassgitarren von Menschenschindern?

    Gestern las ich mal in der neuen Stern-Ausgabe herum. Ich mag diese Nachrichten eigentlich nicht, weil ich mich nicht gern kostenlos als Konsument von dämlicher Werbung zur Verfügung stelle. Doch da hatte ich diesmal keine Wahl.

    Es gab auch nicht viel interessantes zu lesen, bis ich auf etwas unglaubliches stieß: eine Geschichte über einen sächsischen Betrieb, der Arbeitsbedingungen hat, die wohl für uns alle als Zukunftsmodell gelten sollen.

    AusbeutungWie der vom Bundespräsidenten beehrte Gitarrenbauer Warwick seine Mitarbeiter knechtet

    Wie der vom Bundespräsidenten beehrte Gitarrenbauer Warwick seine Mitarbeiter knechtet

    68-Stunden-Woche Regelarbeitszeit, ein Mitarbeiter, der sich über seine 102-Stunden-Woche beschwerte, erstmal ´rausgeschmissen und das alles zu Dumpingpreisen - das hat mich dann doch fasziniert. Sichert Sachsen so seine wirtschaftliche Zukunft? Findet Horst Köhler so etwas etwas gut?

    Also dachte ich heute morgen: schau doch mal nach. Und was fand ich: noch einen Stern-Artikel über Warwick.

    http://www.stern.de/politik/deutschland/bundespraesident-horst-koehler-und-die-ausbeuter-1513438.html

    1100 Euro für eine Diplom-Betriebswirtin - brutto
    Anfang September hatte sich Ulrike Dettmer auf eine Vollzeitstelle als kaufmännische Mitarbeiterin bei Warwick beworben. Gefragt nach ihren Gehaltsvorstellungen, gab die Diplom-Betriebswirtin 2100 Euro an - das ist bereits deutlich weniger, als für ihre Qualifikation üblich. Doch die Firma, die verschiedene Rock-, Pop-, und Jazzmusiker beliefert, darunter auch den U2-Bassisten Adam Clayton, hat für ihre Mitarbeiter andere Konditionen im Sinn: Für eine 47,5-Stunden-Woche -tägliche Arbeitszeit von 8.30 Uhr bis 19 Uhr plus zwei Samstage im Monate - sollte Dettmmer 1100 Euro verdienen. Brutto. "Dies stellt für Sie sicherlich kein Problem dar", schrieb die Personalerin.

    Nun, das hört sich doch noch harmlos an. Nur 47,5 Stunden in der Woche. Das ist ja fast halbtags. Und dafür dann noch ganzen Lohn haben wollen - das geht natürlich nicht.

    Pausen, wie man lesen kann, gibt es bei denen übrigens nicht. Und Urlaub mitlerweile nur noch 18 Tage im Jahr. Wer krank wird, muß die ersten zwei Tage vom Urlaub abziehen .... oder waren es drei? Ich habe den Artikel leider nicht auswendig gelernt.

    http://bassnews.de/wp-content/uploads/2009/11/warwick-hungerlohn-zeitungsartikel.jpg

    Markenbass mit Hungerlöhnen produziert ... das ist schon eine harte Schlagzeile für dieses Land.

    Nun hat der Chef der Firme, die mit edelsten, teuersten Böden ausgestattet ist, ja eine ganz besondere Lebenserfahrung hinter sich, den Papa ging Pleite:

    http://www.archtop-germany.de/-Hersteller/-Vintage/-vintage.html

    Framus wurde 1946 von Frederick Wilfer begründet und war seither ein bekannter Name in der Fertigung von Gitarren. Framus schaffte es, Attila Zoller als Endorser für die Jazzgitarre zu gewinnen. Nach dem Konkurs wurde Framus durch den Sohn des Gründers, Hans-Peter Wilfer, 1995 in seinem Warwick-Unternehmen wieder begründet

    Vielleicht hat der einfach nur Angst, wieder hungern zu müssen. Angst vor der Pleite. Betriebsräte hat´s da wohl nicht - und überhaupt: was so zu lesen ist im aktuellen Stern arbeiten da alle mit Angst vor der jederzeit drohenden Kündigung - und das bei außerordentlich ruppigem Ton.

    Der Bundespräsident hat davon allerdings erst später was mitbekommen, dafür war er zu eilig unterwegs:

    http://www.wochenspiegel-sachsen.de/index.php/plauen-news/1252-koehler-ruft-zu-engagement-auf

    Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer Hans-Peter Wilfer eilte das Staatsoberhaupt in die Produktionsstätte. Köhler war immer schnellen Schritts unterwegs, aber nur, um wieder stehen bleiben zu können, um mit Arbeitern und Menschen aus der Region zu sprechen. Vom Auszubildenden Christian Schättelich, dem er freundschaftlich die Hand auf die Schulter legte, erfuhr er einiges über die maschinelle Herstellung der Gitarrenrohlinge. Mehr konnte dagegen sein Kollege Marcus Spangler vom hochwertigen Holz erzählen, das für die Instrumente verwendet wird. Vor dem Eintrag in das Gästebuch der Firma, erhält der Bundespräsident zur Erinnerung an den Besuch eine Bassgitarre in den Deutschlandfarben Schwarz, Rot, Gold überreicht. Den Mitarbeitern der Firma, die im Schauraum Spalier standen, wünschte er Glück und Durchhaltevermögen. Mit Hornklängen der Oelsnitzer Jagdhornbläser wurde der Bundespräsident mit seinem Tross wenig später an der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze in Sachsgrün begrüßt.

    Glück und Durchhaltevermögen: das werden die Spalier stehenden Mitarbeiter wohl brauchen. Aber andererseits: sie standen auf einem der teuersten Böden der Republik. Sollte einem das nicht etwas Wert seinen?

  • Prostitution, Frauen und Zerrüttung der Gesellschaft

    Schon länger sitze ich an einem Artikel über Prostitution. Wie üblich schwebt er nur in meinem Kopf ... und jetzt lasse ich ihn endlich mal heraus.

    Es ist nicht leicht, über Prostitution zu schreiben, weil es ein gesellschaftliches Tabu gibt. Nicht, das
    die Prostituion als solches das Tabu darstellt, sondern vielmehr scheint es mitlerweile Tabu, sie zu kritisieren. Die Freiheit ist in Gefahr. Prostitution gilt dank massiven Medieneinsatz als Beruf wie jeder andere auch ... und aus einer gewissen Perspektive ist das auch so. Aus einer kalten, herzlosen, materialistischen und allein der Nützlichkeit dienenden Perspektive.

    So viel wird geschrieben über die Sensibilität von Kindern, so viel kann man falsch machen bei der Erziehung, das man am Besten gar nicht mehr damit anfängt. Auch Menschen sollen empfindliche, sensible Wesen sein, die verschiedene Sicherheitszonen um sich brauchen ... eine sogenannte Intimsphäre. Wir sie gewaltsam angetastet, führt das zu psychischen Schäden.

    Sie scheinen deshalb nicht menschlich zu sein, diese Prostituierten, denn da, wo ein normaler Mensch sich bedroht fühlt, weil ein Minimalabstand nicht gewahrt worden ist, gehen sie noch viel weiter und öffnen sich wildfremden (und manchmal sogar außerordentlich unsympathischen) Menschen weiter als selbst ihren liebsten Nachbarn. Der Grund ist für alle offensichtlich: GELD. Und so wünscht man sich heutzutage den Menschen, so ist paßt er optimal in den Konsumprozess - wenn er für Geld alles tut. Geld regiert die Welt, und wer das Geld regiert ... nun, das wissen wir ja mitlerweile.

    Blöd, wenn es Menschen gibt, die für Geld nicht alles tun, die Grenzen setzen, denn sie verlassen den Herrschaftsbereich des modernen Götzen.

    Insofern ist es zwingend notwendig, Prostitution gesellschaftsfähig zu machen - als Akt der endgültigen Befreiung der Frau von alten Zwängen. Endlich kann die Frau so sein, wie Männer sie in jedem Pornofilm sehen wollen.

    http://www.welt.de/vermischtes/article5254784/Britische-Aerztin-outet-sich-als-Edelprostituierte.html

    Wer hinter dem erotischen Blog "Belle de Jour" steckt, galt als eines der großen Rätsel Großbritanniens. Jahrelang wurde spekuliert, von wem die Geschichten stammen, die Millionen lasen. Bis jetzt. Denn nun hat sich die Ärztin Brooke Magnati als Autorin geoutet. Die Lebensbeichte einer Edelprostituierten.

    Und der Job in Bristol, die Eltern? Die Kollegen begegnen ihr eher mit neuer Hochachtung, die Eltern mit der Nachsicht von Erwachsenen, die selber die Tiefen des Lebens durchschritten haben. Die Schöne des Tages im Dunkel der Nacht: ein altes Thema, mit diesmal britischer Variante.

    Und sie genießt es doch ... schreibt der Mann. Dabei brauchte sie nur Geld...und hatte keine sehr beglückende Kindheit. Wie schön wäre es doch, wenn alle Frauen wie diese Ärtzin denken würden. Was man allein bei Hartz IV-Abhängigen sparen könnte, wenn die ganzen Frauen ihr natürliches Kapital zu Geld machen würden. Da bliebe dann mehr Geld für die Herren der Schöpfung übrig.

    Nun hat Prostitution auch Nebenwirkungen:

    http://www.zeit.de/2006/40/Prostitution

    Oder Martina Breslowska*, Grundschullehrerin aus Moskau. Sie vertraute sich einem Russen an, der ihr einen Job in einem Restaurant versprach. Doch dann »wurde sie mit den russischen Worten dawai dawai rabota (Los, los, arbeite!, Anm. der Red.) zur Aufnahme der Prostitution aufgefordert«, wie die Anklage festhält. Lehnte Martina Breslowska »Kunden« ab, wurde sie geprügelt. Für 40000 Euro, so der Staatsanwalt, wurde sie an einen Freier verkauft. Ein Gutachten hält fest: »Sie hat keinen männlichen Freund mehr gehabt, weil sie Männern ? anders als vor der Tat ? nicht mehr unbefangen gegenübertreten kann.«

    Prostituierte und Stricher sind nach einer kanadischen Studie eine Hochrisikogruppe für psychische Störungen. Häufig findet man bei ihnen erhebliche Störungen vor. Viele Prostituierte leiden an psychischen Traumata, die in ihrer Vergangenheit und durch ihre Tätigkeit bedingt sind. Hierbei findet man sexuellen Missbrauch von Kindern bei 26 ? 73 % vor. An körperlicher Kindesmisshandlung litt etwa die Hälfte der untersuchten Prostituierten. Auch sonstige potentiell Trauma auslösende Situationen, sind häufiger bei Prostituierten zu finden als bei nicht Prostituierten. [7]

    Ähnliches habe ich schon häufig gelesen. Kindesmißhandlung oder auch Mißhandlung als Erwachsene sind eine grundlegende Voraussetzung für das Geschäft. Darum müssen berufsfremde Bewerberinnen auch erstmal "eingeritten" werden.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Prostitution#Soziokulturelle_Aspekte

    In Hamburg wurden bei 98 % der untersuchten Prostituierten mind. ein traumatisches Ereignis in der Vergangenheit festgestellt. Hierbei fanden sich bei 83 % bereits ein Trauma in der Kindheit (familiäre Gewalt 70 %, körperliche Misshandlung 65 %, sexueller Missbrauch 48 %). Während der Prostitution erfahrene Traumata fanden sich bei 83 % (körperlicher Angriff 61 %, Vergewaltigung 61 %, Bedrohung mit einer Waffe 52 %). Hierbei erreichten 53 % einen Krankheitswert im Sinne einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Missbrauch und Abhängigkeit von illegalen Drogen bei 74 %. In internationalen Vergleichsstudien finden sich ähnlich Befunde. [8]

    Überwiegend ... braucht man eine psychische Destabilisierung, zum zur Prostituion fähig zu sein. Eine Traumatisierung. Somit wird der Besuch bei einer Prostituierten zur Ausnutzung, zum Mißbrauch einer psychisch "kranken" Person. Aber das möchte man ja nicht hören, weil es das schöne Frauenbild von Männern stören könnte.

    Aber viele Kunden interessiert das nicht. Das sind Perspektiven, die nicht in unsere moderne Leistungsgesellschaft passen. Andere Themen sind da Berichtenswerter:

    http://www.wiwo.de/finanzen/was-passiert-wenn-sie-eine-prostituierte-um-ihren-lohn-prellen-386557/

    Dann können Sie richtig Ärger bekommen - mit dem Gesetz, nicht nur mit deren Freund oder Escort-Service. Die Dame hat eine zu entlohnende Dienstleistung erbracht, selbst wenn der gestresste Hedgefonds-Manager dabei nach fünf Minuten unvollendet eingeschlafen ist. Und Wucherpreise sind übrigens auch erlaubt, so WirtschaftsWoche Reporterin Anke Henrich.

    Wenn´s um Geld geht, hört die Freundschaft auf. "Wucherpreise" ... ein spannendes Wort in diesem Zusammenhang. Was ist der Verkauf des eigenen Körpers denn Wert? Was kostet denn so eine Merkel? Oder Anne Will? Oder die Leutheuser-Schnarrenberger? Gibt es da vielleicht auch eine "Schwacke-Liste" wie für Gebrauchtwagen, an der man sich orientieren kann? Und werden Prostituierte denn möglicherweise richtig reich?

    http://www.bmfsfj.de/doku/prostitutionsgesetz/040101.html

    Das monatliche Nettoeinkommen9 aus der Prostitution reichte bei den schriftlich Befragten von unter 500 bis über 5.000 Euro. Spitzenverdienste stellten dabei die Ausnahme dar.10 Annähernd drei Fünftel (58,7 %) hatten ein Nettoeinkommen bis 1.500 Euro, weitere 16,4 % zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Die ganze Verdienstspanne war sowohl bei haupt- als auch bei nebenberuflich tätigen Prostituierten anzutreffen. Insgesamt war der Verdienst der hauptberuflich Tätigen höher: Über die Hälfte (55,7 %) der nebenberuflichen Prostituierten verdiente bis 1.000 Euro, bei den Hauptberuflichen waren es lediglich über ein Viertel (27,9 %). Die meisten der hauptberuflich als Prostituierte tätigen Befragten (72,1 %) hatten ein monatliches Nettoeinkommen von mehr als 1.000 Euro. Knapp zwei Fünftel (39,6 %) hatten zwischen 1.000 und 2.000 Euro zur Verfügung. Nur ein Zehntel (10,4 %) verdiente mehr als 3.000 Euro netto im Monat.

    Ein Viertel der Hauptberuflichen erzielen ein Monatseinkommen von 1000 Euro? Das hört sich nicht nach Wucherpreisen an.

    Nun, wir Männer wissen ja, das die Frauen das gerne machen, um ihre sexuellen Phantasien mal so richtig ausleben zu können. Aus gleichem Grund verkaufen sich ja auch Männer gerne. In Dortmund gab es vor Jahren mal den Versuch, ein Bordell für Frauen zu eröffnen, wo ihnen dann die Männer zu Diensten sein sollten.
    So etwas wäre ja auch für die Frauen viel effektiver, um ihre Phantasien ausleben zu können.

    Allerdings ... hört man von diesen Etablissements nicht mehr viel. Ein kurzes Aufflackern in den Medien - das war´s dann schon. Manche meinen ja, mit Frauen funktioniert das so nicht:

    http://blog.zeit.de/sex/2005/11/17/ein-puff-fur-frauen/

    Die Moral von der Geschicht? Bordelle für Frauen funktionieren einfach nicht, wenigstens nicht in unseren Breitengraden.

    Frauen wollen – gähnen Sie nicht, da hinten! – begehrt werden. Sie wollen sich wenigstens vorübergehend in der Illusion verkriechen, dass der Typ gerade jetzt scharf auf gerade SIE ist.

    Meint jedenfalls eine Frau. Die sollte es wissen. Und dazu paßt dann auch diese Nachricht:

    http://www.spiegel.de/jahreschronik/0,1518,452105,00.html

    Mancher Definition zufolge sind 95 Prozent aller Frauen im Gewerbe Zwangprostituierte.

    Aber das ist ja nur eine Definitionsfrage. Die Frauen, die der Meinung sind, der Job ist Mist, schaffen es allerdings nur selten in die Medien. Dort bevorzugt man andere Frauen, genauso, wie man in den Medien auch Hartz-IV-Abhängige gerne "anders" darstellt - und zwar genauso, wie man es braucht, um die Gesellschaft unter der Wahrung des schönen Scheins weiter zu zerrütten.

    Das ist aber sicher nicht beabsichtigt. Die Frau ist gerne ein "Samenklo" ... ein Begriff, den ich mal von Bordellbesuchern hörte. So reden die Freier. Jedenfalls manche.

    Der typische Kunde sieht natürlich aus wie Jonny Depp oder Brad Pitt, riecht auch noch gut und will die Frau nur um ihrer selbst willen. Das ist mir völlig klar ... immerhin will ich hier nicht an ein modernes Tabu rühren und einen modernen Mythos zerstören. Das könnte mir viel zu viele Sympathien kosten.

  • Blackwater ... die Waffen-SS des Privatkapitals

    In den USA wird ja der Staat gerade mal wieder ausverkauft. Das ist aber nicht schlimm, denn das machen die schon lange so. Die haben auch eine eigene Privatarmee, die man für Geld überall hinschicken kann und die dann dort ihre "Arbeit" machen.

    Detalliert über Blackwater kann man sich hier informieren:

    http://www.amazon.de/Blackwater-Aufstieg-m%C3%A4chtigsten-Privatarmee-Welt/dp/3888975123

    Kaum jemand hatte von der Firma Blackwater gehört, als am 16. September 2007 im Irak 17 Zivilisten erschossen wurden von einem Söldnertrupp. Schnell stellte sich heraus, dass sie zu einer Art Privatarmee gehörten, die im Irak und anderswo für die USA Krieg führt, unbemerkt von der Öffentlichkeit und immun gegen Strafverfolgung.
    Blackwater: die mächtigste militärische Dienst­leis­tungsfirma der Welt. Ihr Gründer Erik Prince, Multimillionär und christlicher Fundamentalist, hat beste Kontakte zur Regierung. Und erkennt nach dem 11. September 2001, wie viel Geld sich mit dem »Outsourcing« militärischer Leistungen verdienen lässt: Bushs »Krieg gegen den Terror« ist die Steilvorlage für den kometenhaften Aufstieg der Firma.
    Blackwaters Elitesoldaten schützen US-Politiker und Geschäftsleute im Irak gegen ein Gehalt, von dem GIs nur träumen können. Blackwater kann bei Bedarf Truppen und eine Flugzeugflotte zur Verfügung stellen, groß genug, Regierungen zu stürzen. Blackwaters Söldner bewachen Öl-Pipelines, seine »Sicherheitskräfte« patrouillierten nach Katrina in den Straßen von New Orleans. Doch erst jetzt fällt dem US-Kongress auf, dass die martialischen Rambos keinerlei parlamentarischer Kontrolle, keiner Gerichtsbarkeit unterliegen.
    Mit seiner glänzend recherchierten Geschichte der Firma Blackwater zeigt Jeremy Scahill überzeugend auf, welche Gefahren der Demokratie drohen, wenn die Regierung ihr Gewaltmonopol privatisiert

    Das Gewaltmonopol des Staates ist ein fundamentaler Grundsatz zivilisierter Gesellschaften. Wir alle verzichten auf die schöne Blutrache, auf Stammesfehden, Saloo-Schießereien und ähnlichem und holen stattdessen die Polizei. Kommt der Russe, holen wir die Bundeswehr. So ist das hier geregelt.

    Eine Privatarmee in Großkapitalhand (anderer könnten die Preise wahrscheinlich gar nicht bezahlen) ist dementsprechend eine offene Rückkehr zum Feudalismus ... zum Feudalismus der Finanzen.

    Das sie auch im Inland eingesetzt werden, um die öffentliche Sicherheit zu garantieren, hört sich erstmal harmlos an, ist aber ein Angriff gegen die Souveränität des US-amerikanischen Staates. Gut, wir in Europa wissen ja, das die USA einfach nur erfolgreichen Räuberbaronen gehören, die mit allen möglichen Sauereien viel Geld gemacht haben, das sie jetzt an der Börse noch vervielfachen um sich jederzeit den Präsidenten kaufen zu können, den sie wollen - mit Wahlkampfspenden, ohne die auch ein Obama heute noch sehr unbekannt wäre.

    Diese offensichtliche Oligarchie in den USA ist schon oft beschrieben worden, da die offizielle Definition unserer amerikanischen Brüder aber "Demokratie" lautet, wird nicht soviel darüber geredet...sonst werden die noch verschnupft.

    Und mit Blackwater hat diese Oligarchie einen interessanten Trumpf in der Hand, der von der Blackwater-Geschäftsführung deutlich gesehen wird:

    http://www.kriminologie.uni-hamburg.de/wiki/index.php/Blackwater

    Für Blackwater gibt es sowohl als Teil der us-amerikanischen Gesamtstreitkräfte wie auch als global operierende Miet-Armee eine Expansionschance. Im Februar 2006 erklärte ein offizielles Planungsdokument des Pentagon (der Quadrennial Defense Review des Department of Defense) die privaten Militärunternehmer zu einem unverzichtbaren Teil der "Gesamtstreitmacht" der USA und erklärte, dass man die Strategie verfolgge, "die kommerzielle Tätigkeit der Dienstleister ... in die operativen Pläne und Befehle zu integrieren" (nach Scahill 2008: 299).

    Private Militärdienstleister erlauben es Regierungen wie Privatleuten, nach Belieben Invasionen, verdeckte Operationen, Okkupationen und Staatsstreiche anzuordnen. Todesfälle bei Einsätzen rufen keine öffentliche Empörung hervor. Die Bevölkerung sieht sich nicht so tangiert wie bei regulären militärischen Operationen etwa mit Wehrpflichtigen. Das sind Chancen für diejenigen, die das Geld und das Interesse haben, sich solcher Hilfen zu bedienen, aber es sind Risiken für die menschliche Sicherheit, für den Frieden und für die Menschenrechte.

    Aber was gelten uns heutzutage schon noch Menschenrechte. Menschen sind Kosten auf zwei Beinen - und die gilt es zu vermeiden. Koste es, was es wolle.

    Blackwater ist nur eine private Sicherheitsfirma, die im Irak tätig ist - und schon lange stellen sie nicht mehr die Mehrheit:

    Im Jahre 2006 waren rund 23000 Privatsoldaten in neun Ländern für Blackwater im Einsatz. Unter den rund 100000 privaten Militärdienstleistern, die Ende 2006 im Irak tätig waren, wo Blackwater ab 2003 Pionierarbeit geleistet hatte, machten die Angestellten des Unternehmens allerdings nur noch eine kleine Minderheit aus.

    Aber sie sind recht bekannt ... und man hat bei ihnen inzwischen die Möglichkeit, mal mehr ins Detail zu schauen:

    http://awis-islamforschung.eu/meinungen/usa-iraqkrieg/wenn-der-krieg-privatisiert-wird?searchterm=Blackwater

    Der in Verruf geratene Sicherheitskonzern Blackwater Worldwide sieht sich neuen massiven Vorwürfen ausgesetzt: Zwei ehemalige Mitarbeiter der US-Firma berichten Blackwater-Gründer Erik Prince habe persönlich Morde angeordnet und im Irak wiederholt tödliche Übergriffe überforderter Wachmänner vertuschen lassen. Zudem habe Prince nebenher seinen Privatjet genutzt, um illegal Waffen und Munition in den Irak zu schmuggeln.

    Die irakische Regierung verlangte den Abzug der Firma, nachdem ein Blackwater-Konvoi am 16.September 2007 in Bagdad 17 offenbar unschuldige Iraker erschossen hatte. Unter der Bush-Regierung hatten bis zu tausend hochgerüstete Mitarbeiter den Personenschutz für US-Diplomaten übernommen, wofür die Firma seit 2003 weit mehr als eine Milliarde Dollar kassierte.

    Schon eine Menge Geld. Damit kann man viel bewegen. Auch innerhalb der Firma, wenn man, wie geschehen, mal auf Aussteiger trifft.

    Die Zeugen bangen im ihr Leben
    Beide Männer geben wortgleich an, sie befürchteten Gewalttaten gegen sich als Vergeltung für die Vorlage der Erklärungen. Zeuge John Doe #2 erklärt, er habe von früheren Kollegen erfahren, dass Firmengründer Prince persönlich "eine Person oder mehr ermordet hat, oder "die Ermordung derer anordnete, die Informationen bereitstellten" im Rahmen staatsanwaltlicher Ermittlungen gegen das Unternehmen. Nach seinem Ausscheiden habe ihm das Firmen-Management persönlich Gewalt und Tod angedroht.

    So eine Firma ist halt keine rechtsstaatliche Organisation. Da kann man Kündigungen - erst recht im internationalen Einsatz - ganz anders durchführen und man spart sogar den Pappkarton für die persönlichen Habseligkeiten.

    Die beiden oben genannten Zeugen berichten (solange sie noch können) von denkwürdigen Einstellungen der Blackwatertruppe:

    "Vision christlicher Vorherrschaft"
    Gemäß den Schilderungen des früheren Managers legte Firmengründer Prince es regelrecht darauf an, im Irak Menschen zu töten. "Er sieht sich selbst als christlicher Kreuzzügler mit dem Auftrag, Muslime und den islamischen Glauben von dieser Erde zu eliminieren", heißt es wörtlich in der eidesstattlichen Erklärung von John Doe #2. Zu diesem Zweck habe der inzwischen 40 Jahre alte Millionär "absichtlich Männer in den Irak geschickt, die seine Vision christlicher Vorherrschaft teilen". Prince habe "gewusst und gewollt, dass diese Männer jedwede Gelegenheit nutzen, Iraker zu ermorden".

    John Doe#2 bestätigt, was schon frühere Blackwater-Kritiker angeprangert hatten: Dass die mit automatischen Waffen, bulligen Geländewagen und Hubschraubern ausgerüsteten Sicherheitskräfte sich mit Zeichen und Code-Namen verständigten, die sie vom sagenumwobenen Templerorden adaptiert hatten, der im Mittelalter aus Europa zur Befreiung Jerusalems ins Heilige Land zog.

    Und da denken wir, nur Muslime können heilige Kriege führen. Weit gefehlt. Aber so richtig heilig verhalten sich unsere Tempelritter dann doch nicht:

    Zudem habe die Firma Prostitution und sexuellen Missbrauch an minderjährigen Irakern in ihrem Camp geduldet. John Doe #2, der Ex-Soldat und Wachmann, nennt ergänzend Namen früherer Kollegen, die - aus Angst oder aus Lust am Töten - grundlos irakische Passanten niedergeschossen hätten. Blackwater habe sich nie um die Toten und Verletzten gekümmert und die Vorfälle gegenüber seinem Auftraggeber, dem US-Außenministerium, zumeist verschwiegen. Zudem seien potentielle Beweise, darunter Videoaufnahmen, systematisch vernichtet worden

    Na, dann wissen wir ja auch, was uns hier droht, wenn nach dem Zusammenbruch oder Ausverkauf staatlicher Strukturen wieder die Feudal Privatarmeen in den Straßen herrschen.
    Eine schöne neue Welt, die dort auf uns wartet. Und in Afghanistan arbeiten wir mit diesem System zusammen.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/529/484961/text/

    Unbemannte Flieger wie der MQ-1 Predator oder der MQ-9 Reaper können mit lasergesteuerten 500-Pfund-Bomben und Hellfire-Raketen bestückt werden. Vor allem im amerikanischen Anti-Terror-Kampf ist die Drohne so zu der vielleicht wichtigsten Kampfmaschine geworden.

    Die Drohnen starten von versteckten Lagern in Pakistan und Afghanistan und können tagelang über den Hindukusch kreisen. Ihr Ziel: Taliban und Al-Qaida-Terroristen ausfindig zu machen - und diese zu töten.

    Jetzt enthüllt die New York Times, dass die amerikanische Regierung bei dieser zentralen Aufgabe der privaten Sicherheitsfirma Xe Services LLC vertraut. Besser bekannt ist diese unter ihrem früheren Namen: Blackwater

    Das ist die Zukunft, die Vivianne Forrester vor 14 Jahren skizziert hatte. Sie wird von Jahr zu Jahr realer. Superreiche sitzen in privaten Festungen und regieren die Welt durch den Einsatz von Privatarmeen, nachdem die Staaten durch Privatisierung zerschlagen wurden. Es wird noch zwanzig Jahre dauern, bis wir dorthin gelangt sind. Aber: wir sind auf dem besten Wege - denn Blackwater ist nur eins von vielen Unternehmen dieser Art. Sie genießen aber jetzt schon besondere Privilegien:

    Der Vorteil der Sicherheitsfirmen: Sie agieren oft in einem praktisch rechtsfreien Raum. So wurden nach Abu Ghraib zwar mehrere Soldaten verurteilt, aber kein Söldner konnte belangt werden.

    Die prognostizierten Reichenfestungen wachsen ebenfalls still und heimlich aus dem Boden:

    http://www.oeaw.ac.at/mitglieder/lichtenberger/pdf/KASTNER_Nr.230.pdf

    1. die als Malling bezeichnete Ausbreitung und schließlich Dominanz von geschlossenen Geschäfts-
    und Konsumkomplexen (KOWINSKI 1986);
    2. die Privatisierung des öffentlichen Raumes, welche als Gating bezeichnet wird und von den
    Watched Neighborhoods der Suburbs über Common Interest Developments (CID) zu den
    Gated Communities und Walled Cities führt;
    3. die Zusammenbindung von Gating und Malling in Privatopia. Es handelt sich um das neue
    Ghetto einer nach Lebensstilen differenzierten postindustriellen amerikanischen Gesellschaft,
    welches dem Vorgang einer primären Ghettobildung folgt, d.h. sich selbst aus der
    "Stadt" ausschließt und sich von dieser mittels "privater Lokalbehörden" legistischadministrativ
    zu emanzipieren bestrebt ist.

    Und über allem schweben dann die Drohnen von Blackwater, der Waffen-SS des Privatkapitals, die den Pöbel fern und die Straßen sauber halten.
    Das ist die schöne neue Welt der Reichen in den USA ... Privatopia, während der Rest der Weltbevölkerung vor den Toren und Mauern von Privatopia vor die Hunde geht.

  • Dear Mr, Obama - alles zu verkaufen?

    Dear Mr. Obama,
    also, heute muß ich einfach mal schreiben und nachfragen, was bei euch los ist

    Kürzlich machte ja ein reicher Investor durch eine ganz besondere Tat auf sich aufmerksam:

    http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E34AC73CB4FB74E978340E9CA2CDF018A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    03. November 2009 Warren Buffett wettet auf die Zukunft der amerikanischen Wirtschaft. Die vom berühmten Investor geführte Anlage- und Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway Inc. übernimmt für 26 Milliarden Dollar in Aktien und bar die restlichen Anteile der zweitgrößten amerikanischen Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe Corp. Es handelt sich nach Angaben von Buffett um die bisher größte Einzelübernahme in der Geschichte von Berkshire Hathaway.

    Na ja, denkt man sich, große Jungs spielen gerne mal mit der elektrischen Eisenbahn - und je größer der Spinner, desto größter die Bahn. Warum sollte also ein Riesenspinner sich nicht die zweitgrößte Eisenbahn der USA kaufen? Eine Meldung, die nicht weiter zum Nachdenken anregt ... jedenfalls bis heute, denn da stoße ich auf eine weitere Nachricht:

    http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=14991

    A radical plan to raise £100 billion by privatising the motorway network has been presented to the three main political parties by NM Rothschild, the influential investment bank.

    Rothschild, an architect of several privatisations, made its pitch in the weeks running up to the summer recess on July 21, Whitehall sources said. Bankers told leading politicians that the sale of the roads overseen by the Highways Agency ? all motorways and most big trunk roads ? could help revive battered public finances.

    Wenn ich das mit meinem Radebrechenglisch richtig verstehe, hat da die Rotschildgruppe Pläne für die Privatisierung der US-amerikanischen Autobahnen vorgelegt ... und schon werde ich stutzig. Eine Megaprivatisierung nehme ich ja noch hin, aber zwei?

    Buffet ist nun kein klassischer Eisenbahnfreak. Er hat sogar mehr für sein Spielzeug ausgegeben, als der besaß. Und jetzt noch die Autobahnen in Kapitalhand? Da fehlt nicht mehr viel und in den USA bewegt sich bald kaum noch etwas ohne die direkte Kontrolle großer Konzerne.

    Das brachte mich dann darauf, mal zu schauen, was sich der Privatkapitalsektor mit seinem Monopolygeld eigentlich noch so alles aneignen möchte ... und ich schaute erstmal bei Public Private Partnership, jener schleichenden aber angesichts knapper Kassen unverzichtbarer neuen Finanzierungsmodelle:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Public_Private_Partnership

    Potentiell besteht die Gefahr, dass bei einem unausreichend überwachten und konzessionierten Vorhaben die Kontrolle durch die Behörden verloren gehen könnte. Ein Negativbeispiel lieferte etwa das Konsortium Toll Collect, das die Lkw-Maut in Deutschland gegenüber dem vertraglich vorgesehenen Termin erst mit über einem Jahr Verspätung einführen konnte. Die Verträge dieses PPP-Modells sind selbst für Abgeordnete des Bundestags nicht frei zugänglich.[2] Eine öffentliche Kontrolle ist dadurch massiv erschwert.

    Autobahnen sollten ja auch in Deutschland schon mal privatisiert werden ... das scheiterte aber am
    Widerstand von Unionspolitikern. Unser Clement (kennen Sie nicht) war da ganz wild hinter her.

    Nebenbei ist zu erfahren, das es in Deutschland schon teilprivatisierte Haftanstalten gibt ... und mir wird etwas schwummrig bei dem Gedanken, zukünftig bei einem Gemeinschaftsunternehmen von Burger King und McDonalds einsitzen zu müssen. Wenn ich allein an das Essen denke ...

    Ihr Amerikaner habt da ja schon eine lange Übung drin. Man konnte an der Börse ja richtig abräumen, wenn man in private Haftanstalten investiert hat.

    http://www.welt.de/print-welt/article532174/US_Gefaengnis_Aktien_stecken_tief_in_der_Krise.html

    Sie galten an Wall Street lange als ein Geheimtipp. Wachstumsraten beim Umsatz von bis zu 70 Prozent waren Anfang der 90er Jahre keine Seltenheit. Doch mittlerweile steht es an der Börse gar nicht mehr so gut um die Aktien von privaten Haftanstalten. Die Notierung des Branchenführers Prison Realty (Marktanteil: 55 Prozent) ist von fast 40 Dollar noch vor zwei Jahren auf inzwischen knapp über zwei Dollar abgesackt, dem tiefsten Stand aller Zeiten; die Nummer zwei - Wackenhut Corrections Corp (30 Prozent) - fiel von 30 auf heute neun Dollar.

    Also ihr wollte da drüben ja wirklich an jedem Müll verdienen. Schade das jetzt Krise ist ... aber es kommt noch schlimmer:

    Der Grund für den Kursverfall: Die Verbrechensquote in den USA ist seit Jahren rückläufig; Soziologen bringen dies in Zusammenhang mit der boomenden Wirtschaft, in der ganze Altersgruppen - die früher arbeitslos waren und sich zum Teil dem Verbrechen zuwandten - nun einen Job haben. Vor wenigen Jahren noch waren die Gefängnisse der USA überbelegt, heute verfügt allein Prison Realty über 12.000 leerstehende Zellen.

    Insofern ist die Rekordarbeitslosigkeit in den USA ja ein Segen für Euch. Füllen sich die Gefängnisse, kann man wieder richtig Kasse machen. Und wenn ich daran denke, das auch viel Mafiakapital an den Börsen
    investiert wird, sehe ich da große Chancen, denn die haben den Markt ja von beiden Seiten im Griff.

    Wenn ich mir das so anschaue, Mr. Obama, dann würde ich gerne mal darüber nachdenken, ob denn diese Krise so ganz und gar überraschend kam. Ich weiß, Verschwörungstheorien fallen ja unter das Bush-Tabu, das nach wie vor Gültigkeit hat. Der hat die ja öffentlich verboten.

    Aber ist es denn so verwunderlich, wenn man mal drüber nachdenkt, wem die Krise nützt? Das die USA so hoch verschuldet sind, das sie kaum noch atmen können und deshalb eigentlich viel verkaufen müssen?
    Und auf der anderen Seite sind Menschen mit viel ... eigentlich wertlosem ... theoretischem Buchgeld, das sie auf einmal in substantiell wichtige Infrastruktur anlegen?

    Ich meine, da könnte doch mal jemand nachschauen, ob da wirklich alles mit rechten Dingen zu geht? Bei diesen weltbewegenden Anschlägen am 11.9.2001 hat ja auch jemand richtig Kasse gemacht. Irgendwer wußte da genau Bescheid, oder? Ist ja leider bei euch verboten, darüber nachzudenken ... und bei uns gibt es auch immer mehr private Sittenwächter, die dem Bush folgen.

    Bei euch kann man ja jetzt auch Schulen kaufen:

    http://www.uni-muenster.de/PeaCon/hochschule/USA/usa.htm

    Exemplarische Beispiele dafür sind die Public Private Partnerships der Schulen, die von Konzernen unterstützt und teilweise gesponsert werden. Im Gegenzug dafür bieten die Schulen die Exklusivrechte (Werbung, Verkauf, Projekttage etc.) als Lockmittel an.

    Beispiele dafür:

    -Wände von Schulgebäuden und Schulbussen finden ihren Gebrauch als Werbeflächen

    -Schulbuchumschläge sowie Plakate in Fluren und Klassenzimmern dienen als Werbeträger

    -Firmenzeichen zieren die Sportkleidung,

    -Fast-Food Ketten liefern die Schulverpflegung,

    Gut, wir haben auch schon REAL-Schulen, aber das bedeutet bei uns was anderes.

    Ihr wollt ja schon lange die Bildung dem Kapital ausliefern, am Besten weltweit. Leise still und heimlich wäre es ja fast schon so weit gewesen:

    http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=10903

    Die USA wollen die weltweite Privatisierung der Bildungssysteme durchsetzen
    Geheimpläne aus dem US-Forderungskatalog für die laufenden WTO-Verhandlungen: die Lernprogramme für den Globus könnten bald einheitlich aus den USA kommen

    Na ja, aber jetzt privatisiert ihr Euch selber ... und deshalb schreibe ich heute.

    Dear Mr. Obama, es ist ja bald Weihnachten und ich will mal nicht so sein. Auf Ihrem Tisch im Oval Office steht so eine schöne Lampe, die gut in das Zimmer meines Sohnes passen würde. Also: zwanzig harte echte Euro würde ich schon springen lassen. Wie wär´s?

    Ach ja ... und wenn ihr diese Flugzeugträger verkaufen müßt: ich hätte da Interessenten. Bald wird es ja soweit sein denn man munkelt ja schon Übles über die USA:

    http://www.welt.de/finanzen/article3789022/Die-USA-zittern-um-ihre-Kreditwuerdigkeit.html

    Die USA zittern um ihre Kreditwürdigkeit
    Die gigantischen Konjunkturpakete auf Pump bringen große Staaten ins Wanken. Denn die Sorge um die Bonität wächst, beispielsweise in den USA. Bei Staatsanleihen drohen Anleger deswegen herbe Verluste. Natürlich haben Experten einen Tipp parat, wo man nun besser investieren sollte.

    Also ... wegen der Lampe nochmal: ich würde jetzt zuschlagen. Wenn Sie mir ihrem Krempel erstmal auf der Straße sitzen kriegen sie weniger.

    Ganz freundliche Grüße: ihr Eifelphilosoph

  • Politik und Wirtschaft: der Terror des Schwachsinns im Alltag

    Terror ... brauchen wir den wirklich? Also wir hier, vor Ort im Großdorf BRD? Ich meine, wir laden ja gerade jeden Selbstmordattentäter nach Hause ein, damit er sich hier für die zerbombten, verbrannten und entstellten Frauen und Kinder rächen kann, die unser Krieg in Afghanistan so mit sich bringt.

    Ursache und Wirkung. Wenn hier pakistanische Bomber Menschen töten würden, weil afghanische Kommandos einen Bombenangriff auf Übach-Palenberg befohlen haben ... dann würden wir ja auch blöde gucken, oder?
    Vielleicht sogar ein kleines bischen sauer werden. Ist immerhin unser Land. Da haben wir ein Recht darauf, mitreden zu dürfen, welche Soldaten unsere Hochzeitsfeiern stören und welche nicht.

    Diesen Terror meine ich aber jetzt gar nicht. Der kommt ja erst noch. Ich meine den Terror durch das jämmerliche Getröte, Geschwalle und Gesuppe, das Politik, Medien und Wirtschaft gerade wieder mal von sich geben - oder dieser Ackermann, der deutsche Vorzeigebanker mit Migrationshintergrund.

    Fangen wir ein mit einem von Ackermännchens Angestellten:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article5209748/Beschaeftigte-sollen-auf-Lohnerhoehungen-verzichten.html

    Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat die Arbeitnehmer in Deutschland aufgerufen, in den kommenden Jahren Lohnzurückhaltung zu üben. „Eine mehrjährige Lohnpause wäre sinnvoll, um die Beschäftigungslage nicht weiter zu gefährden“, sagte Walter „Bild“-Zeitung.

    Wir hatten schon Lohnpause, als der Aufschwung kam. Als Rekordrenditen verkündet wurden (die ja nur auf dem Papier existierten, wie wir im Nachhinein erfahren haben ... aber so etwas wird halt selten deutlich gesagt in diesem Land), hatten wir Lohnpause. Jetzt wird die Rechnung der Finanzterroristen aufgemacht: wieder Lohnpause.

    Arbeit ist für die Unternehmen in Deutschland laut dem Chefvolkswirt der Deutschen Bank zu teuer.

    Das ist zwar gelogen, wird aber trotzdem seit zwanzig Jahren immer wieder gern verbreitet.

    UNSERE ARBEIT IST TEUER, WEIL SIE EINFACH SPITZE IST! könnte man auch dagegenschreien. Ganz laut, so das ihm die Brille aus dem Gesicht fällt. Unsere Arbeit ist mehr Geld wert, als wir dafür bekommen. Das merkt ja auch die Wirtschaft:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article5234872/Made-in-Germany-schlaegt-billigeres-Ausland.html

    Immer weniger Firmen verlagern ihre Produktion ins Ausland. Viele holen sogar ihre Herstellung zurück nach Deutschland. Hauptgrund für diese Entwicklung sind die gravierenden Qualitätsprobleme im Ausland. Und das ist noch nicht alles. So sind auch in den vermeintlich billigen Standorten die Löhne heftig gestiegen.

    Also, was soll denn dann dieser Dauerterror mit: ihr seid zu teuer? Dann soll doch die Deutsche Bank sammt ihren Managern nach China gehen, am besten in eine Sonderwirtschaftszone. Dort gibt es aber auch keine Superboni ... schade, nicht wahr? Aber von mir aus können die gehen. Ich kenne genug Leute, die sie sofort ersetzen würden - für das halbe Geld.

    Es wird wohl Zeit für einen starken Staat, der den Gimpeln zeigt, wo es langgeht: nämlich nach draußen.
    Wer der Volkswirtschaft schadet, gehört vor die Tür gesetzt. Punkt. Wirtschaftsterror muß Kapitalverbrechen werden ... immerhin kann auch er viele Tote nach sich ziehen, wenn es ganz schlimm kommt.

    Die SPD hat ja auch gerade gemerkt, das sie mit ihrem neoliberalen Kurs nicht ganz so gut ankommt beim Wähler und bricht jetzt ... zum wer weiß wievielten Male ... neu auf. Und schon gibt es Gemecker von Menschen, die die Komplexität des Wirtschaftsgeschehens mit Hauptschulschlagwortniveau zu verstehen versuchen:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article5233853/Die-SPD-verleugnet-die-wirtschaftliche-Realitaet.html

    Zum geistigen Grundbestand der SPD gehört die Auffassung, dass der Sozialstaat von der aktiven Bevölkerung getragen werden muss. Der Sinn der Sozialdemokraten für Gerechtigkeit zwischen Arbeitsleistung und Sozialleistung ist verloren gegangen.

    Zum geistigen Grundbestand der SPD gehörte die Auffassung, dass die Leistungen des Sozialstaates von der aktiven Bevölkerung getragen werden müssen. Wer soziale Wärme will, muss sich zuallererst um das Erwerbsleben im Lande kümmern. Das Soziale muss in einer ständigen Relation zur Arbeit stehen.

    DAS IST FALSCH. Es sollte verboten werden, so einen Unsinn unters Volk zu bringen. ARBEIT allein hat keinen WERT, wenn sie keiner BEZAHLT. Und BEZAHLEN will keiner mehr.

    Gestern habe ich nebenbei mitbekommen, das inzwischen auch ausgebildete Lehrer als ein-Euro-Jobber normale Lehrer in Schulen ersetzen und das inzwischen ganze Altenheime von ein-Euro-Jobbern geführt werden. Die arbeiten ganz viel ... nur gibt´s kein Geld für die Sozialkassen - weil die ARBEIT nicht mehr in einer gesunden Relation zur BEZAHLUNG steht. Erwerbsleben ohne Einkommen ist sinnlos, unmenschlich und
    eine Form von modernem Arbeitslager. So was widerspricht auch völlig der menschlichen Natur, was prinzipiell jeder neoliberale Unternehmer verstehen würde - die wollen ja auch nicht zum Nulltarif arbeiten. Banker erst recht nicht.

    Wenn man denen nämlich ans Geld geht, dann ist das Geschrei groß, das wird der Ackermann ganz hektisch.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,661610,00.html

    Ein Jahr nach dem Beinahe-Kollaps der Finanzbranche fassen die Banker wieder Mut: Bei einem Gipfeltreffen in Frankfurt debattierten Ackermann und Co. die Lehren aus der Krise - und mokierten sich vor allem über die Regulierungswut der Regierungen.

    Da kriegen die Banken gleich wieder eine ganz große Klappe. Dabei ist ihr ganzer großer Erfolg nur auf Pump gebaut, das kann man wohl gar nicht oft genug sagen, damit es endlich auch der letzte Dorftrottel versteht und sich nicht vom Lügenterror blenden läßt:

    Sie wissen, dass die Banken aktuell vor allem von der Krise profitieren: Vom hohen Geldbedarf von Unternehmen und Staaten, der für einen Boom im Anleihegeschäft sorgt. Und dass dieser Boom irgendwann ein Ende hat. Dann werde sich zeigen, "wie sich die Banken nach einer Normalisierung schlagen werden", sagt Ackerman

    Der "hohe Geldbedarf der Staaten" ... das sind unsere Schulden, die wir zur Rettung der Banken aufgenommen haben und die denen jetzt ... dann toller Bilanzierungsregeln ... Supergewinne beschehren.
    Denn die Kredite, zu denen sie das für ihre eigene Rettung aufgenommene Staatskapital dem Staat zurückleihen, sind ja nicht umsonst. Da ist man dann auch sehr großzügig ... mit sich selbst.
    Und da sind dann natürlich auch wieder hohe Bonuszahlungen drin.

    So ein System gehört einfach verstaatlicht. Und das es so kommen muß, weiß sogar Roland Koch ... auch wenn ihm das nicht gefallen würde:

    Noch vor Brüderle darf der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) die Branche schelten. Die Banken profitierten über Gebühr von staatlichen Stützungsmaßnahmen für die Märkte, empört er sich. Das normale Geschäft sei für die Institute derzeit geradezu langweilig. Durch das "Spiel im Casino" drohe "die Ruinierung des Rufs der Finanzindustrie, die eine zweite Rettung unmöglich machen würde", ruft Koch dem Publikum zu. Die Debatte um hohe Bonuszahlungen für Banker sei nur ein äußeres Zeichen dafür, sagt er. "Das ist ein Spannungsfeld, das man nicht überschätzen kann. Diese Debatte ist nur in Grenzen aushaltbar."

    Die Banker selbst sehen das lockerer. Sie leben in einer wirklichkeitsfremden Parallelwelt, in der Geld sich von allein vermehrt und jeden Kontakt zum Arbeitsalltag verloren hat. Menschen und ihre Arbeit sind nur ein Kostenfaktor, am besten würde man Menschen gar kein Geld mehr geben, dann hätte man mehr für´s Casino und könnte höhere Phantasiezahlen erwirtschaften.

    Tatsächlich schütten viele Geldkonzerne schon in diesem Jahr wieder satte Boni aus. Doch die wirklich schwindelerregenden Sonderzahlungen gebe es vor allem in Großbritannien und den USA, sagen mehrere Zuhörer in Frankfurt. Und was spreche dagegen, dort Geld zu verdienen, wo es derzeit eben geht?

    Was dagegen spräche, wäre ganz einfach: das Geld ist in Wirklichkeit gar nicht da und wird letztlich nur durch höhere Schulden des Staates theoretisch verfügbar. Da wird nichts verdient, da wird geklaut. Mehr ist das nicht. Und langsam ziehen die ersten Länder die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis:

    Weil die Öffentlichkeit aber konkrete Ergebnisse erwartet, wird derweil auf nationaler Ebene schneller gehandelt. Mit zum Teil erschreckenden Ergebnissen - zumindest aus Sicht der Banker. US-Präsident Barack Obama strich kürzlich die Boni der Bank-Manager radikal zusammen, die auf Staatshilfe angewiesen sind. Besonders alarmierend aber ist für Ackermann und seine Kollegen: In mehreren Ländern wird schon die Zerschlagung von großen Banken diskutiert.

    Wenn die Banken größer werden als der Staat, gehören sie verstaatlicht, weil sie den Gesellschaftsvertrag unterlaufen. Und Ackermann weiß, das so etwas auch konservativen Politikern gefallen könnte.

    Nicht, weil es ihrer Ideologie entspräche, sondern weil sie dann mehr Geld in den Fingern hätten. So eine Motivation versteht ein Banker sehr gut.

  • IWF, Deutschland, Bolivien und der Sieg des Sozialismus

    Den IWF hatte ich ja schon mal erwähnt. Zusammen mit der Weltbank zieht der seit den siebziger Jahren durch die Welt und will die Ziele des Neoliberalismus durchsetzen, die ja auch in Deutschland an der Tagesordnung sind.

    Privatisierung des Staatseigentums, Deregulierung der Märkte, Abbau von Sozialleistungen, Auflösung staatlicher Strukturen ... alles Dinge, die dem IWF sehr gefallen.

    Die Methoden sind immer die gleichen. Den Mächtigen im Land wird Macht und Reichtum vor die Nase gehalten, wenn sie nur gefügig sind. Sind sie es nicht, werden sie ermordet oder die US-Armee marschiert ein. Die allermeisten sind jedoch gefügig.

    So war es auch in Bolivien.

    http://www.hintergrund.de/20091112526/wirtschaft/welt/vom-armenhaus-zum-hoffnungsträger-iwf-lobt-den-bolivianischen-sozialismus-des-evo-morales.html

    Noch in den 1990er Jahren galt Bolivien als Musterschüler der vom IWF diktierten neoliberalen Wirtschaftspolitik. Eins zu eins wurden dessen Strukturanpassungsmaßnahmen (SAP) umgesetzt, so die junge Welt: „drastische Absenkung der Staatsausgaben, Privatisierung von Gas- und Ölbusiness, Bergbau, Renten- und Gesundheitssystemen, von Fluglinien, Telekommunikationsanbietern, Wasser- und Stromversorgung sowie Liberalisierung des Bankensystems.“

    Also ... Business as usual. Allerdings gefiel das den Bolivianern nicht und sie besorgten sich eine neue Regierung. Und auf einmal wurde alles anders:

    Dieser Präsident hat das Land in nur drei Jahren komplett verändert. Bolivien war das zweitärmste Land des Kontinents nach Haiti, verfügt aber über riesige Bodenschätze an Erdöl, Gas, über Bergwerke. Die wurden jetzt vom Staat als Dienstleistungsbetriebe übernommen. Seitdem macht Bolivien unglaubliche sozialökonomische Fortschritte“, sagte der Globalisierungskritiker Jean Ziegler, im Gespräch mit Hintergrund. (3)

    Auch die Wirtschaftskrise geht an Bolivien spurlos vorbei:

    Die sozialistische Wirtschaftspolitik der bolivianischen Regierung unter Evo Morales hat von gänzlich unerwarteter Seite großes Lob erhalten. Ausgerechnet der neoliberal ausgerichtete Internationale Währungsfond (IWF) bescheinigte der bolivianischen Volkswirtschaft nun angesichts der Weltwirtschaftskrise besonders stabil zu sein, berichtete der Lateinamerika-Blog der taz am 02. November 2009. (1)

    Demnach sei die bolivianische Wirtschaft im ersten Halbjahr 2009 um 3 Prozent gewachsen. Dabei handele es sich um die bei weitem höchste Wachstumsrate in der Region. Auch die Entwicklung des Staatshaushaltes fand die Anerkennung des IWF. Die Staatseinnahmen seien seit 2005 um 18 Prozent jährlich gestiegen, während die Ausgaben nur um 9 Prozent pro Jahr wuchsen.

    Das der IWF hier ein Lob ausspricht, verdient besondere Erwähnung. Immerhin war es Evo Morales, der die ganzen marktradikalen Maßnahmen der Regierung über Bord geschmissen hat. Seitdem geht es dem Land immer besser. Kaum hat man die Sozialfaschisten ´rausgeschmissen ... schon geht´s der Volkswirtschaft gut.
    Traumrenditen für Buchkapital sind wohl nicht mehr zu erziehlen, aber der Staat ist stark, den Bürgern geht es zunehmen besser, so ein Wirtschaftswachstum in Zeiten der Krise würde auch unsere Kanzlerin mindestens drei Zentimeter wachsen lassen.

    Schauen wir uns die Zahlen nochmal im Detail an:

    http://www.jungewelt.de/2009/11-11/043.php

    Mit einer »angemessenen« und »vorsichtigen« Wirtschaftspolitik habe die Morales-Administration der weltweiten Krise die Stirn geboten. Die zweitärmste Volkswirtschaft Südamerikas kann im Jahr 2009 ein Wachstum von vier Prozent verzeichnen, lobte IWF-Chefanalyst Gilbert Terrier vergangene Woche bei der Präsentation des Berichts »Ökonomische Perspektiven der Amerikas 2009«. Der zweitgrößte Erdgasexporteur steht mit diesem Wert an der Spitze des gesamten Kontinents. »Die Akkumulierung von Ersparnissen und Geldreserven erlauben dem Land die Durchführung antizyklischer Maßnahmen«, nahm Terrier auf Boliviens gesundeten Staatshaushalt Bezug. Erstmals seit 1970 weist der kein Defizit auf. Mit eigenen Mitteln wurden Schulden abgebaut (2006: von 4,4 auf 2,4 Milliarden US-Dollar) und die Aufnahme neuer Kredite verhindert. Die Devisenreserven hingegen kletterten in drei Jahren auf die Rekordhöhe von acht Milliarden Dollar. In Zeiten der Krise konnte die nationale Währung Boliviano durch weitere Entkoppelung vom US-Dollar vor Abwertung geschützt werden. Zur Stimulierung der Binneninvestitionen gelang es zudem, die Zinsen auf einem stabil niedrigen Wert zu halten und staatliche Infrastrukturprogramme wie den Bau von Straßen, Schulen und Krankenhäusern ungehindert voranzutreiben. Während die öffentlichen Ausgaben um neun Prozent anstiegen, wuchsen die Einnahmen des Fiskus von 2005 bis 2008 um stolze 18 Prozent

    Abbau von Schulden, Aufbau einer Devisenreserve ... der Schäuble würde neidisch werden. Der Weg zum Erfolg: Verstaatlichung von Schlüsselindustrien:

    Über die wiederverstaatlichte Energiefirma Yacimientos Petrolíferos Fiscales Bolivianos (YPFB) flossen die Gewinne aus dem Gas- und Ölverkauf zum großen Teil in die Staatskasse. Von dort aus wurde der Reichtum umverteilt. Den Schwächsten der Gesellschaft, Kindern (Schulgeld »Juancito Pinto«), Alten (»Rente der Würde«) und Müttern (Muttergeld »Juana Azurduy«) wird unbürokratisch und landesweit unter die Arme gegriffen. Über ein Viertel aller Bolivianer kommen derzeit in den Genuß des Bonussystems, so Regierungsquellen.

    Bolivien ist immer noch arm. Aber in nackten Zahlen gemessen, stehen sie deutlich besser da als die von hochkompetenten Experten verratene beratene Bundesrepublik. Vielleicht sollten wir mal nach Bolivien schauen, wenn wir Zukunftsmodelle für unsere Wirtschaft suchen.

    Sicher, wir haben keine großartigen Bodenschätze. Die einzigen Güter, das wir wirklich international noch haben, ist die Bildung, die Infrastruktur und der soziale Frieden. Autos und Maschinen werden andere sehr bald billiger bauen können. Langfristig ist das kein Weg, der Wohlstand sichert.

    Aber der Kahlschlag im Bildungssystem, die Ausplünderung breiter Bevölkerungsschichten zugunsten einer kleinen Minderheit, die in einer Paralellgesellschaft an der deutschen Alltagswirklichkeit vorbeilebt und ihre Zeit nur noch mit riskanten virtuellen Geldgeschäften verbringt, die das ganze komplexe Finanzsystem von heute auf morgen zusammenbrechen lassen können, bietet auch keine Zukunft. Jedenfalls keine sonderlich erstrebenswerte.

    Man kann sich eigentlich nur wünschen, das wir auch eine Integrationsfigur wie Evo Morales bekommen...bevor wir - und andere europäische Länder - noch enden wie Bolivien in den siebziger Jahren.
    So weit entfernt von diesen Zuständen sind wir nicht.

    Zwar leben wir noch auf einem relativ hohen Niveau, doch das wird durch Schulden bezahlt. Jede Hausfrau weiß, wo das endet, wenn man jeden Monat mehr ausgibt als man einnimmt. Entweder man erschließt neue Geldquellen ... oder man endet im Armenhaus.

    Noch glaubt die ganze Welt, Deutschland sei reich - und deshalb bekommen wir noch die Kredite, mit denen wir unseren Alltag finanzieren. So reich sind wir aber nicht mehr - und wenn der Geldfluß weiterhin fort von der Volkswirtschaft hin zu den Spekulationskonten internationaler Kapitalanhäufungen läuft, dann ist auch das große Faß BRD irgendwann einfach nur leer.

    Post, Telekom, Nahverkehr, Bahn gehören in Staatshand. Energieerzeugung, Straßen, Schulen, Universitäten ebenfalls. Bildung muß breitflächig gefördert werden. Wir brauchen keine selbstgefällige Miniaturelite, sondern eine breite Front von Erfindern. Es geht nicht an, das das Volk einen Wissenschaftler nach dem anderen auf eigene Kosten ausbildet, dessen Erfindungen dann aber nur einigen wenigen Profit bringen.

    Patente kann auch eine Universität vermarkten....oder eine Hauptschule. Auch dort können clevere Ideen wachsen. Allerdings zeigen Studien, das das alte kaiserliche Bauer-Bürger-Edelmann-Schulsystem den Anforderungen der modernen Zeit nicht mehr gewachsen ist.

    Zukunft ist möglich - auch für Deutschland. Einfach mal nach Bolivien schauen. Wo ein starker Staat ist, gibt es auch ein starkes Volk und eine gesunde Volkswirtschaft.

    Wo der Staat Opfer von Kapitalvampiren und Renditehyänen geworden ist, wird auch das Volk schwach.

    Vielleicht gehen die deshalb nicht mehr auf die Straße ... in den Konzernzentralen beeindruckt das niemanden. Dort wird nämlich niemand gewählt, dort herrscht der Feudalismus der Geldmenschen.

  • Liebe Frau Merkel! Ich bitte einen Moment um Gehör!

    Liebe Frau Merkel,

    auf der ganzen Welt sind sie ja richtig gut angesehen. Gerüchteweise gibt es schon Heiligenfiguren von Ihnen, die in ärmeren Gegenden der Welt für die Gesundheit und das Wohlbefinden der ganzen Familie sorgen.
    Auch ich sorge mich, allerdings nicht um die Gesundheit meiner Familie, sondern darüber, ob sie eigentlich mal von jemandem aufgeklärt worden sind, wie Wirtschaft funktioniert.

    Merke! Planwirtschaft, Volkswirtschaft und Marktwirtschaft sind unterschiedliche Dinge.

    Zum Beispiel Volkswirtschaft. Das ist das, was uns alle angeht. Da spielen viele Dinge eine Rolle - vor allem der sogenannte kleine Mann, der die überwiegende Mehrheit des Volkes ausmacht und überwiegend weiblich ist.

    Dieser kleine Mann will nur eins: überleben. Vielleicht Kinder kriegen (vor allem wenn es sich um einen weiblichen kleinen Mann handelt, die männlichen kleinen Männer möchten lieber einen Ball), ab und zu mal was von der Welt sehen, nicht hungern und frieren müssen - und wenn die Nachbarschaft zu blöd wird, ein eigenes Haus mit Zaun drumherum. Letzteres kommt immer mehr in Mode, was nichts Gutes bedeutet hinsichtlich der Qualität der Nachbarschaft, nebenbei bemerkt.

    Merke! Planwirtschaft und Marktwirtschaft haben lange Zeit darum gekämpft, wer Volkswirtschaft besser leisten kann. Markt hat gegenüber Plan gewonnen, weshalb wir jetzt planlos vor uns hinwirtschaften - gelenkt von der unsichtbaren Hand des Marktes, die man als Atheistin nicht wirklich verstehen kann.

    Nun haben ja weise Menschen vor einiger Zeit das Geld erfunden, weil es ihnen zu lästig war, immer die ganze Ware zum Tauschen mit sich herumzuschleppen. Das war im Prinzip eine praktische Idee, die der Volkswirtschaft viel Nutzen und Freude brachte. Und vor allem Wohlstand.

    Merke! Geld ist nicht an sich böse.

    Jetzt gibt es aber ein paar Menschen, die finden soviel Gefallen an Geld, das sie gar nicht genug davon bekommen können. Noch nicht mal Münzen und Scheine reizen sie, sondern nur der theoretische Anspruch, eventuell ganz viel von dem Geld bekommen zu könnnen, wenn sie denn mal wirklich wollen würden. Dieser theoretische Anspruch wird von Banken registriert, denen man alles Geld, was man über hat, geben muß.
    Sonst wird das geklaut.

    Merke! Von einem Überfluß an Geld haben vor allem die Banken was.

    Wenn man nun manchen Leuten in der Volkswirtschaft wenig Geld gibt (so wie sie und ihre Vorgänger das die letzten Jahre getan haben) und anderen ganz viel davon (auch dieses hat seit vielen Jahren Tradition) so
    führt das erstmal zu ganz ganz reichen Banken. Die vielen Leute, die wenig haben, brauchen das wenige nämlich ganz dringend - Essen, Kleidung, Heizung, Wohnung ... all das will bezahlt sein. Die wenigen, die viel zu viel haben, bringen das auf die Bank, weil es sich da von selbst vermehrt.
    Das erscheint wundersam, ist aber auch so.

    Einfach mal den Ackermann fragen - der kommt je gelegentlich bei Ihnen zum Essen vorbei. Dieser Ackermann, so eine Art Jesus Christus der unsichtbaren Hand des Marktes, vermehrt Geld wie Christus Brot.
    Natürlich nicht echtes Geld, sondern theoretische Ansprüche auf echtes Geld.

    Merke! Nicht alles Geld ist echt. Erst recht nicht, wenn man es nicht anfassen kann.

    Der Ackermann verdoppelt Geld alle vier Jahre ... leicht läßt sich ausrechnen, wie lange er braucht, um alles Geld der Welt, das es heute gibt, in seiner Bank zu haben. Das macht ihm Freude, weil anders als Christus hat ihn der Teufel nie gefragt, ob er denn die ganze Welt beherrschen möchte. Das wurmt den Ackermann noch heute. Darum will er die Welt einfach kaufen.

    Nun besonders Merken!

    Gibt man den Reichen ganz viel Geld, dann kriegt das alles der Ackermann und die Glaubensbrüder vom Orden der unsichtbaren Hand. Die können nämlich gar nicht soviel kaufen, wie die Geld haben.
    Die anderen aber ... und hier, Frau Merkel, wird es wichtig ... die anderen 90% haben viel zu wenig von dem Geld, was ganz schlecht ist für ... die Volkswirtschaft. In der läuft da nämlich immer weniger.
    Es kann ja auch keiner bezahlen, weil das ganze Geld vom Ackermann in Aktien angelegt wird, die aber beim kleinsten Anzeichen von Krise wieder über Bord geschmissen werden, damit man noch viel mehr theoretisches Buchgeld hat.

    Merke! Hungert der kleine Mann, ist auch der Bäcker arm dran. Metzger ebenso. Genau wie Schuster.

    Alles geht den Bach ´runter, alle arbeiten immer mehr, bekommen immer weniger, damit irgendwo soviel Buchgeld herumgebucht wird, das es reicht, die Welt dreimal zu kaufen.

    Merke! Wir haben nur eine Welt. (Ganz wichtig! Nicht vergessen! Garantie ist auch schon um!)

    Es kommt jetzt aber noch schlimmer. Ich will ja gar nicht über unsinnige Umweltschäden reden, über verblödete Kinder oder zersiedelte Landschaften, die im Dienste des Ordens der unsichtbaren Hand geopfert werden. Viel schlimmer ist: die unsichtbare Hand kriegt auch keine Wirtschaft hin. Sehen wir gerade wieder ... und da ich ja jetzt weiß, das auch Sie endlich wissen, das Krise ist auch wenn es Ackermann wieder gut geht, hoffe ich, das meine Worte auf offene Ohren treffen.

    Auch das ist ja ganz einfach zu verstehen. Die haben ja alle kein echtes Geld. Nur Ansprüche darauf, das die Bank ihnen auf Wunsch echtes Geld auszahlt. Die Bank aber muß zur wundersamen Geldvermehrung ganz seltsame Dinge machen ... und die gehen regelmäßig schief. Ist es so schon bedenklich, aus Geld das es nicht gibt noch mehr Geld zu machen, das es nicht gibt, so ist es erst recht bedenklich, es alle vier Jahre verdoppeln zu wollen. Das geht nur mit Schummeln. Und wenn die dann merken, das da einer schummelt: das nennt man dann Wirtschaftskrise. Dann verkaufen alle alles und merken: eigentlich kriege ich dafür nichts. Jedenfalls nicht das, was von Ackermann versprochen war.

    Also: besonders Merkeln: gibt man Reichen zuviel Geld, macht das die Volkswirtschaft kaputt und den kleinen Mann hungrig, weil auch die Markwirtschaft kaputt geht.

    So, ich hoffe, das war jetzt nicht zu kompliziert. Wenn doch, geht auch noch einfacher.

    Banken schummeln. Gebt denen nix! Reiche schummeln auch! Wer ordentlich arbeitet, hat keine Zeit und keine Lust, auch noch sein Geld für sich arbeiten zu lassen. Das darf sich dann ausruhen - gerade bei den fleißigen Deutschen ist das so. Dafür gibt es den SPARSTRUMPF, die praktische Alternative zur Börse.

    Darum sei unsere deutsche Devise ab heute: Sparstrumpf statt Schummelsumpf!

    In diesem Sinne: schönen Tag noch, Eifelphilosoph

    PS: der Strumpf hat auch den Vorteil, das da nicht soviel hineinpaßt. Da geben die Leute dann wieder mehr aus, was wiederum zu höheren Steuereinnahmen führt. Na ... interessiert?

  • Gute Nachrichten am 16.11.2009

    Guten Morgen. Heute wie üblich die guten Nachrichten, die einem helfen werden, die Woche zu überstehen.
    Die erste Nachricht ist sogar eine sehr gute Nachricht: in Zukunft wird es immer weniger gedruckten Unsinn geben!

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,661406,00.html

    2015 wird der Gesamtumsatz der Verlage laut Booz & Company mit 2,9 Milliarden Euro etwa 700 Millionen unter dem von 2008 liegen, den größten Anteil daran hat der Schwund bei den Anzeigen. Doch auch die Erlöse durch den Verkauf der Blätter am Kiosk oder per Abo werden demnach um rund 200 Millionen Euro zurückgehen.

    Spiegel, Stern und Focus wandern auf den Lokus ... könnte man sagen. Im Online-Bereich sieht es dagegen anders aus. Eine reale Chance für Neugründungen, will ich meinen.

    Eine besonders gute Nachricht ist wohl, das wir endlich Einblick bekommen in die US-amerikanische Politik, vor allem in Pakistan.

    Das ist ja wichtig für uns, weil wir da unten ja Krieg führen irgendetwas machen. Und da weiß man doch gerne, wer da für wen was macht, was letztlich unsere Kollegen da unten in Gefahr bringt.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,661389,00.html

    Seit Jahrzehnten arbeiten der US-Geheimdienst CIA und sein pakistanisches Gegenüber ISI eng zusammen - obwohl Mitarbeiter von ISI mit den Taliban sympathisieren. Die Treue lässt sich die US-Regierung viel kosten: Zig Millionen Dollar an Kopfgeldern für Terroristen sollen nach Pakistan geflossen sein.

    Also, der CIA finanziert den ISI, der aber auf beiden Seiten aktiv ist. Nicht ganz so offiziell (ist ja aber auch ein GEHEIM-Dienst), aber deutlich genug, das man mitlerweile offen drüber reden kann.
    Für den ISI ist der ganze Konflikt also ein sehr gutes Geschäft.

    Die "LA Times" schreibt, ehemaligen und noch aktiven US-Beamten zufolge könnten die Gelder, die nach Islamabad fließen, mittlerweile bis zu einem Drittel des CIA-Gesamtbudgets ausmachen. Die Transfers würden gut kaschiert - in den noch wesentlich größeren Summen, die die US-Regierung insgesamt nach Pakistan überweist. Es handle sich dabei um mehr als 15 Milliarden Dollar seit 2001 in ziviler und militärischer Hilfe, so die Zeitung.

    Also ... der ISI bekommt Geld dafür, das er "Top-Terroristen" ausliefert - lebendig oder tot. Ein Drittel des CIA-Gesamtbudget´s. Was braucht man, damit das Geschäft weiterläuft? Taliban, viele frische, supergefährliche Taliban. Für jemanden, der auf beiden Seiten aktiv ist (was nicht mehr bestritten wird), eine Supergelegenheit, sich eine goldene Nase zu verdienen. Schön, das wir eindlich wissen, warum unsere Jungs in Afghanistan ihr Leben lassen müssen. Und jetzt wissen wir auch, wie lange das noch dauern wird und wofür sie dort bluten.

    Ein wenig von diesem Blut fließt natürlich auch für den amerikanischen Traum, und der wird gerade neu aufgelegt. Während Umweltminister über Steckdosenautos jubeln und über die Absatzkrise jammern, setzt sich ein Ur-amerikanisches Auto erstmal richtig durch, ja, eine ganze Gattung von Autos leistet sich ein Come-Back:

    http://www.welt.de/motor/article5189748/Die-Muscle-Cars-sind-wieder-gut-im-Rennen.html

    Opels neuer Chef-Aufseher Bob Lutz ließ den Chevrolet Camaro neu auflegen. Dodge belebte den Challenger, Ford den Mustang: Drei Retro-Autos, die für eine untergehende Spezies stehen. Doch überraschenderweise trotzen die Neuauflagen der Krise. Und 2010 werden die Geschäfte wohl noch besser laufen.

    Hier haben wir natürlich umweltbewußte Automobile der Extraklasse:

    Mit seinem 4,6 Liter V8-Motor und 305 PS ist der GT nominal der Schwächste der Gruppe, aber durch seine kompakteren Masse und sein leichteres Gewicht der am sportlichsten zu fahrende. Der mit einem 6,2 Liter V8 ausgestattete Camaro SS liegt mit 432 PS und 510 Nm gleichauf mit dem Dodge Challenger, der mit einem 431 PS Aggregat ausgestattet ist. Sowohl der Camaro als auch der Challenger haben in Kurven mit ihrem Gewicht zu kämpfen – der Camaro in der 2SS Top-Version wiegt 1745 kg, der Challenger SRT8 1880 kg. Trotz der heftigen Pfunde schaffen alle Drei Beschleunigungszeiten auf Tempo 100 um die fünf Sekunden. Und die Sound-Ingenieure durften alle Register ziehen.

    Die machen Krach, die saufen Sprit und beschehren dem Fahrer das was er will: jede Menge Aufmerksamkeit.
    Wie schön, das es noch etwas gibt, wofür es sich zu leben lohnt in diesen tristen Zeiten, wo sogar die Kanzlerin Angst vor den Dimensionen der Krise schürt.

    Aber eins ist klar: wer so ein Auto fährt, der hat keine Angst vor der Krise, vor keiner Krise: weder Öl-Krise, noch Klima-Krise oder Wirtschaftskrise. Schön zu sehen, das es noch viele Menschen gibt, die
    zeigen wollen, was sie von den Krisenängsten halten. Schön zu sehen, das manche stark genug sind, an die Krise einfach nicht zu glauben ... und schon sind sie weg, die lästigen Krisen.

    Na, wenn das mal keine guten Nachrichten sind ... damit wird die Woche doch wohl ein Kinderspiel.

    Schöne Woche noch!

  • Ich werde verrückt. Merkel und die Wirtschaftskrise

    Ja, so muß es sein. Diese Beschäftigung mit Politik, gerade am Sonntag, ist völlig ungesund, denn ich verliere dabei so langsam den Verstand.

    Der Grund?

    Eigentlich nur einer: Angelala Merkel. Und natürlich: die Wirtschaftskrise.

    Jetzt habe ich ja schon seit neun Monaten hier und da über die Krise geschrieben und seit der Bundestagswahl war ich mir sicher, das sie vorbei ist. Haben doch auch alle gesagt: der Aufschwung ist da, die Aufträge kommen wieder rein, der DAX steigt, die Banken haben neue Riesengewinne, Autos gehen weg wie warme Semmeln auf dem Weihnachtsmarkt - ist doch alles wieder in Ordnung.

    Die Wirtschaft hat jetzt ihre Traumkoalition, der Deutsche ist endlich glücklich, weil er sich in guten Hände wähnt ... und jetzt das:

    http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E4FF9F106C9B449F38FE28708A1432CA6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch
    „Das Land muss die Dimension der Krise begreifen“

    Wie jetzt? Ich dachte, die ist vorbei, diese Krise? Ist doch alles wieder heil, wir brauchen doch jetzt nur die Hände in den Schoß legen und kräftig anpacken (wie das gleichzeitig gehen soll, weiß ich nicht, aber ich habe das auch nicht angeordnet), dann wird alles wieder gut! Das war versprochen!

    Und jetzt kommt die Merkel daher und sagt mir - auch noch am heiligen Sonntag - ich war zu blöd um zu begreifen das Krise war? Und das das noch ganz Dicke kommt? Ja, hat die denn noch alle Tassen im Schrank?

    Dafür mache ich niemandem einen Vorwurf, ich darf, wenn Sie erlauben, auch die Berichterstattung in den Medien einschließen, die sehr verantwortungsvoll ist, aber aus meiner Sicht die einzigartige Dimension der Krise auch zu wenig vermittelt. Ich möchte allen klarmachen, dass es auch für Deutschland die größte wirtschaftliche Krise ist, die wir in 60 Jahren hatten. Die Kenntnis der Lage schafft Verständnis dafür, dass diese Regierung anders vorgehen muss, als es die vorherige im Jahr 2005 konnte.

    Die "einzigartige Dimension der Krise"? Ich dachte immer, die wollte die Krise doch selbst gar nicht wahr haben? Die hatte doch den Medien gesagt: bloß jetzt keine Panik machen. Deshalb war die Krise doch einmal in der Woche vorbei! Ja ... kann man alles nachlesen, habe ich oft genug was zu geschrieben.

    Ebenso wie bei einer tatsächlichen schweren Krankheit kann man derzeit in der gesamten Welt nicht zuverlässig realistisch abschätzen, wie lang diese Krise dauern wird. Das wird auch von Branche zu Branche stark unterschiedlich sein, abhängig von der jeweiligen Exportabhängigkeit und dem Grad der Verflechtung mit anderen Wirtschaftsregionen. Sicherlich wird die deutsche Wirtschaft noch einige Jahre mit unterausgelasteten Kapazitäten produzieren. Wenn wir jahrelang kein oder sehr geringes Wachstum haben, bedeutet das steigende Arbeitslosenzahlen und große Belastungen für Haushalte und Sozialkassen.

    Das ist doch nicht meine "es-ist-alles-nicht-so-schlimm" Angelala Merkel! Unterausgelastete Kapazitäten ... jahrelang ... bedeutet eine neue Dimension der Massenarbeitslosigkeit. Die man aber nicht mehr bezahlen kann, weil die Banken das Geld für ihre Boni brauchten.

    Das kann alles gar nicht sein.

    Es kann nur so sein, das ich unter einer massiven Wahrnehmungsschwäche leide. Oder ich bin in einem Paralelluniversum gelandet. Meine Kanzlerin ist das nicht. Die hat doch letzte Woche noch von Krise nichts gewußt.

    Und jetzt kommt´s noch schlimmer, als selbst ich erwartet habe? Und das sagt die Kanzlerin in aller Öffentlichkeit? Redet sich selbst den Aufschwung kaputt, was noch letzte Woche ein Kapitalverbrechen war?

    Ich sollte unbedingt mal einen Arzt aufsuchen ...

  • Wahrheiten und Nützlichkeit, Gott und Tod, Tittytainment und Materialismus

    Wieder mal Sonntag. Andere sitzen jetzt in der Kirche und hören sich Wahrheiten an, an die der Priester schon lange selbst nicht mehr glaubt. Aber man geht halt hin, es "strukturiert den Tag" (man könnte auch sagen: es raubt dem Leben die Freiheit - aber das ist hier nicht das Thema) und sowas ist ja in Ordnung.

    Wahrheiten sind ein seltames Dingen und man hört spätestens auf, an Wahrheiten zu glauben, sobald man ihre Beliebigkeit erkennt. Zum Beispiel bei der Frage: was ist der Mensch?

    Die Frage danach, was denn der Mensch ist, beschäftigt das menschliche Denken seitdem es Menschen gibt.

    Eine Antwort auf die Frage, was denn der Mensch ist, ist bis heute nicht gefunden worden. Im Zuge des
    Materialismus gab es lange Zeit eine Antwort, die heutzutage nicht mehr haltbar ist, obwohl alle Gymnasiallehrer weltweit daran arbeiten, sie immer noch in den Köpfen der Menschen zu züchten: der Mensch ist eine Maschine, das Gehirn ein Dynamo und der menschliche Geist nur ein Funken Strom, der im Augenblick des Todes vernichtet wird.

    Diese Philosophie wird mit aller möglichen Macht und Propaganda verbreitet, weil sie trotz Vernunft und Aufklärung das Führen immer größerer Kriege möglich macht, immer effizientere Menschenvernichtungsstrategien erlaubt, den Konsumwillen maximiert und die politische Widerstandsfähigkeit des Individuums minimiert.

    Bei so vielen Vorteilen gibt es für moderne Renditemaximierer gar keine andere denkbare Philosophie. Und obwohl es so offensichtlich ist, das hier pseudonaturwissenschaftliche "Wahrheiten" zum Zwecke der wirtschaftlichen und politischen Dominanz mißbraucht werden, ist der Widerstand gegen diesen Mißbrauch außerordentlich gering.

    Darum haben physikalische Erkenntnisse, die unser primitives Weltbild in Frage stellen, kaum Konsequenzen für den Schulunterricht. Wie auch: die Physiker wissen immer weniger, das da draußen in der "materiellen Welt" eigentlich los ist, nur Materie finden sie immer weniger:

    http://www.faz.net/s/Rub6E2D1F09C983403B8EC7549AB44FA0EF/Doc~E892B8CD8C8F64633A55EC180E90221E0~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Irgendwann Ende 1997 saß Adam Riess an seinem Schreibtisch in der University of California in Berkeley, kraulte sich seinen Henriquatre-Bart und wunderte sich. Vielleicht ärgerte er sich auch ein wenig. Denn offenbar war dem jungen Astrophysiker ein Rechenfehler unterlaufen: "Ich wollte die Masse des Universums ausrechnen", erinnert er sich. "Aber da kam eine negative Zahl heraus. Das war natürlich Blödsinn, es gibt keine negativen Massen."

    Doch es war kein Rechenfehler. Es war die vielleicht wichtigste und zugleich verstörendste physikalische Entdeckung in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Der Name, den die Wissenschaftler dem rätselhaften Effekt gegeben haben, tut allerdings nur so, als wüsste man, was es ist: "Dunkle Energie" bedeutet lediglich, dass es sich um etwas nur indirekt Messbares handelt, das - wie praktisch alles Physikalische - irgendwie mit Energie verknüpft ist. Alles Weitere ist unklar. In das gegenwärtige Weltbild der Physik passt das Phänomen noch weniger als kleine grüne Marsmännchen in das der Biologie.

    Also ... nicht nur, das es keine Materie gibt - wir haben auch noch Schulden? Ich hoffe sehr, er hat sich verrechnet. Es wäre mir unangenehm, wenn ich auch noch Schulden beim Universum hätte, nachdem die Kanzlerin mir schon einiges aufgebürdet hat.

    Der Normalbürger bleibt verwirrt ... und freut sich, das man Physiker auch immer mehr in Elfenbeintürme sperrt, weil sie nicht mehr zur Unterstützung renditefreundlicher Normwahrheiten taugen.

    Und erstmal haben wir ein Erkenntnisproblem. Zwar darf die Erde mitlerweile eine Kugel sein und sich auch um die Sonne drehen (jedenfalls für die Meisten), aber ansonsten gibt es da noch eine ganze Reihe Dogmen, die uns beeinflussen. Vor allem eins: "Wir wissen jetzt endlich alles!"

    Tun wir aber nicht, wissen wir auch, aber Experten jeder Art sind tagtäglich bemüht, es uns zu beweisen.

    Dabei kennen wir unsere Grenzen mitlerweile sehr genau:

    http://www.psychophysik.com/html/re01-illusion.html

    Es ist gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis, dass die menschliche Selbst- und Umweltwahrnehmung zu großen Teilen das Ergebnis einer Illusion ist. Der Mensch sieht mehr Dinge, als sein Auge an Daten liefert. Der Mensch nimmt Materie fälschlicherweise als mit Stoff gefüllten Raum wahr. Das menschliche Auge sieht nur ein kleines Frequenzspektrum. Die Interpretation von Reizen und Gedanken ist mehrheitlich das Ergebnis unterbewusster konditionierender Programme.
    Und die Physik tut das Ihrige dazu, die Illusion zu entlarven:

    http://www.psychophysik.com/html/re022-illusion-materie.html

    Quantenphysikalische Erkenntnisse sind so extrem weit ent- fernt von dem, was sich Otto Normalverbraucher vorstellen
    kann, dass sie in unserem Alltagsbewusstsein keine Rolle
    spielen. Dabei schreit diese Wissenschaft förmlich danach,
    unser mechanistisches Weltbild der Marke ?Newton? endlich dorthin zu schieben, wo es hingehört: In das Reich der Märchen und Illusionen. Es gibt weder prall mit Materie gefüllte Atom- kugeln noch gibt es in den über 99,99999999% Vakuum eines Atoms oder Atomkerns ein winzig kleines Kügelchen, welches randvoll mit ?Stoff? gefüllt ist. Macht diese Erkenntnis einigen Menschen Angst, so ist dies psychologisch verständlich. Es ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Quantenphysik auf dem besten Wege ist, uns die Materie zu rauben.

    Und das ginge ja gar nicht. Rauben uns die Physiker die Welt der Materie - in der wir uns gerade im Westen doch so fein eingerichtet haben.

    Eigentlich gehören solche Nachrichten auf die Titelseite einer jeden Zeitung, in die Lehrpläne der Schulen und Universitäten. Stattdessen muß man lange suchen, um sie zu finden, denn: was Wahrheit ist bestimmen die Medien und die Entwickler von Unterrichtsmaterialien. Und die Wahrheiten, die im 19.Jhd. ins Leben gerufen worden sind, sind außerordentlich nützlich zur Beherrschung des Volkes.

    Menschen, die verinnerlicht haben, das sie eigentlich ein Dynamo sind, haben panische Angst davor, das
    die Maschine kaputt geht.

    Was aber - um einen anderen Vergleich anzuregen - wäre, wenn wir kein Dynamo sind (nicht sein können, weil es Materie im Sinne des 19.Jhd. schlichtweg nicht gibt, obwohl es da draußen für unsere beschränkten Sinne so aussieht), sondern ... ein Radioempfänger. Jemand, der kurz zu Gast ist.

    Die Folgen für die Widerstandsfähigkeit des Volkes wären nicht einzuschätzen. Möglicherweise würden die dann einfach mal auf den Tisch hauen und sagen: Nein, das wollen wir alle nicht. Das konnten die früher ja auch.

    Das wäre aber für die Rendite (und für alle, die von ihr Leben) eine Katastrophe. Die Hamster würden
    aufhören, sich wie bescheuert im Rädchen abzumühen. Das geht ja gar nicht.

    Also lieber: Tittytainment auf Flachbildschirmen. Das schöne an Flachbildschirmen ist übrigens, das sich dort das Gerät endlich dem Niveau des Programms angepaßt hat.

    Dabei ist doch die Frage, was denn da draußen eigentlich los ist, viel spannender als die Brüste von
    Frau Crawford. Denn wenn es so ist, wie die Physiker sagen, wenn das alles hier nicht so ernst ist, wie man uns mit Gewalt vorgaukelt ... dann ist das doch eigentlich eine schöne Angelegenheit.

    Dann würde man ja auch nichts Großartiges riskieren, wenn man man den Arsch vom Sofa bekommt und den Untergang der westlichen Wertegemeinschaft aufzuhalten versucht. Immerhin: man riskiert doch sowieso nichts. Sterben wird man so oder so. Die Frage ist doch: hat man vorher noch mal gelebt - oder nur soviel zusammengerafft, wie man gerade eben abtransporieren konnte?

    Einen bemerkenswerten Ausblick bietet folgende Studie, die auch im (seriösen) Magazin Lancet
    veröffentlicht wurde: eine der wenigen ernstzunehmenden Studie zum Thema "Nahtodesforschung" (auch übrigens ein Thema, das von der neuen Kirche radikal bekämpft wird).

    http://www.psychophysik.com/html/re051-nahtodesforschung-s2.html

    Info3: Wie erklären Sie sich, dass eine bedeutende Anzahl von Patienten mit einer tiefen Nahtodeserfahrung, nämlich 43 Prozent, innerhalb von dreißig Tagen nach der Wiederbelebung verstarb?

    van Lommel: Ich glaube, dass ich das erklären kann, wenn auch nicht wissenschaftlich. Wenn man eine Nahtodeserfahrung macht, weiß man plötzlich - man glaubt nicht mehr -, dass es keinen Tod gibt. Denn man fühlt sich außerhalb des Körpers lebendig und sofort verschwindet die Furcht vor dem Tod. Ich glaube, dass so jemand in gewisser Weise den Zeitpunkt wählen kann, wann er gehen möchte. So jemand wird »locker« und kann seinen Körper jederzeit verlassen. Statistisch gesehen war das sehr auffällig. Nach zwei Jahren wollten wir mit unseren Patienten mit einem Nahtodeserlebnis das zweite Interview durchführen und stellten fest, dass die meisten verstorben waren. Dann sahen wir, dass der Zeitpunkt ihres Todes hauptsächlich in den ersten dreißig Tagen auftrat, nachdem sie die Nahtodeserfahrung gemacht hatten.

    Also ... erschreckend viele wollen lieber nach "drüben". Obwohl da eigentlich gar nichts ist ...

    Was ist nun der Mensch?

    Auf jeden Fall nicht das, was man uns verkaufen will um besser verkaufen zu können.

    Und die Frage, die erstmal beantwortet werden muß, wäre: was ist das eigentlich für eine Welt, dir nur aus der Illusion heraus entstanden ist - und warum haben wir so beschränkte Sinne, das wir uns hier nur mühevoll zurechtfinden können?

  • Dritter Weltkrieg in Planung? Schach, Tittytainment und Weltpolitik.

    Wir modernen Bürger denken ja nicht mehr an unsere Zukunft. Uns hat man beigebracht, im hier und jetzt zu leben und keine großartigen Gedanken an die Zukunft zu verschwenden. Die Politik, die Wirtschaft, die Kirchen werden alles schon schön richten, von der Geburt bis zu dem Tod.

    Das war nicht immer so. Menschen waren nicht immer so. Heute werden sie im Zuge der US-amerikanischen Geostrategie durch die globale Tittytainmententwicklung dahin dressiert so zu leben - und haben im Rahmen der
    Umerziehung zur Konsumlaus vergessen, das sie strategisch denken können. Das sie sich die Frage stellen können: wo will ich in zwanzig Jahren sein, wie komme ich dahin und wie sieht mein erster Schritt dazu gleich jetzt aus.

    Philosophie ist immer ein Teil des strategischen Denkens. Sie beantwortet die Frage danach, wie mein Schachbrett aussieht und welche Figuren ich ziehen kann bzw wo ich überhaupt hinwill.

    Die Freiheit, Züge zu tun ist heutzutage trotz alle angeblicher Freiheit sehr begrenzt - und wird immer weiter im Namen der Freiheit (und vor allem im Namen ihrer "Sicherung") immer weiter eingeschränkt.

    Von der Wiege bis zur Bahre ist das Leben durchorganisiert, die menschliche Gesellschaft gleicht mehr und mehr einem Insektenstaat. Das muß einem aber nicht gefallen.

    Einige Menschen nehmen sich diese Freiheiten heutzutage immer noch. Sie haben auch die Macht, sich diese Freiheiten zu nehmen. Man nennt sie Geostrategen und einer dieser Geostrategen hat einen Namen, den ich ohne das Risiko nachher den Kieferorthopäden konsultieren zu müssen nicht aussprechen kann:
    Zbigniew Brzezinski

    Er ist Berater des heiligen Obama, eines Präsidenten, der durch das Zufallsprinzip an den Friedensnobelpreis kam und seitdem quasie heiliggesprochen wurde. Auch ich werde es nicht wagen, ihn zu kritisieren. Aber bemerken, das dieser Mann nicht zu jenen US-Amerikanern gehört, die ihre Wurzeln in Europa haben, darf ich. Also bemerke ich das einfach mal.

    Brzezinski ist nun einmal ein Mann mit klaren Vorstellungen. Kein Ölmann, sondern ein Kapitalmann. Die sind noch skrupelloser, habe ich mir sagen lassen.

    http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=6054&Itemid=249

    Innenpolitisch ist sein Kurs der des „Tittytainment" . Diese Politik geht davon aus, dass bald 80% der Weltbevölkerung arm und arbeitslos sind und durch eine Politik von Brot und Spielen ruhig gehalten werden müssen.

    Zumindest gibt es weiter Privatfernsehen. Das wird manche freuen. Auch die Bordelle werden preiswerter.

    Brezezinski macht auch keine Hehl aus seinen Zielen:

    Brzeziński steht für globale unilaterale Dominanz der USA. Gleichzeitig lehnt er Alleingänge der US-Imperialisten ab, d.h. er fordert die Unterordnung der europäischen Imperialisten unter die Hegemonie der USA.

    Die neue US-Administration wird das Ziel verfolgen, Russland und China zu zerschlagen anstatt sich in den afghanischen Bergen aufreiben zu lassen und durch einen Krieg gegen den Iran China und Russland weiter erstarken zu lassen.

    Wer die absolute Dominanz der USA in der Welt erhalten will, wer die Wirtschaftskrise überwinden will und die wirtschaftliche Schwächung der USA beheben will, der braucht einen neuen Weltkrieg. Wie üblich sollte der aber besser nicht sofort mit den USA ausgetragen werden. Es ist immer besser, erstmal die anderen gegeneinander anrennen zu lassen und dann zuzuschlagen, wenn die eigenen Verluste am Geringsten sind.

    Das hat schon zweimal super funktioniert.

    Wenn man also Rußland und China zerschlagen will ... dann wird man diese Mächte, die sie gegenseitig sowieso nie grün waren, besser aufeinanderhetzen...und sich zur Not von Europa distanzieren. Europa hat bald kein Geld mehr und damit nichts mehr, was die US-Amerikaner brauchen. Darum starteten die Antrittsbesuche ihrer Aussenministerin nicht wie gewohnt in Europa, sondern in Asien:

    http://www.kas.de/proj/home/pub/37/1/year-2009/dokument_id-15873/index.html

    Ihre erste Auslandsreise führte die neue US-Außenministerin vom 15. bis 22. Februar 2009 Richtung Asien, wobei auch die Volksrepublik China auf dem Programm stand.

    Das war ein deutliches Zeichen an Europa, die sich, wie die Linke Zeitung ausführt, nicht gut benehmen:

    Die Strategie des deutschen und europäischen Imperialismus mittels eines Bündnisses mit Russland die eigene Energieversorgung zu sichern und so seine Eigenständigkeit im Konkurrenzkampf gegen den US-Imperialismus zu fördern, wird diametral der neuen US-Strategie entgegen stehen und zu massiven Konflikten führen.

    Nun, Rußland allein wird den Krieg mit China vielleicht nicht schaffen. Aber wenn es gelänge, die Europäer an ihre Seite zu ziehen ... das wäre schon etwas. Man könnte dann eingreifen, wenn die chinesischen Divisionen die deutschen Grenzen erreichen, dann von Taiwan, Korea und Japan aus in China selbst einfallen, das zu dem Zeitpunkt ziemlich ausgeblutet wäre. Rußland wäre im Eimer, bekommt eine US-Demokratie aufgedrückt, Europa wäre wieder Trümmerland - aber im Aufbauen wären die halt prima.

    Außerdem wäre es ein Krieg für Demokratie und Menschenrechte. Das wären dann die deutschen Grünen wieder voll auf US-amerikanischer Seite.

    So etwas kann man aber nur mit einem Präsidenten durchziehen, dessen Vorfahren nicht aus Europa kommen. Der wäre für diese Schachzüge zu unsicher: nachher wird der noch sentimental.

    Ob es so kommt?

    Ich weiß es nicht. Nur arbeitet es in meinem Kopf, als ich gestern nebenbei hörte, das die USA sich zunehmend transpazifisch als transatlantisch orientieren....und ich fragte mich: warum?

    Ein gleiches Warum treibt mich um, seitdem ich weiß, das dieses Uraltmonster Brzezinski wieder aus der Versenkung aufgetaucht ist. Was will der denn hier ... dachte ich mir. Wollte aber erstmal abwarten, bis man mehr sehen kann.

    Die Leute, die die Wahl Obamas finanziert haben, müssen sich doch was dabei gedacht haben, dachte ich mir.
    Irgendwas. Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde wie die Linkezeitung:

    Abgewählt bedeutet in diesem Kontext, dass Obama ein Vielfaches im Vergleich zu McCain an Wahlkampfgeldern zur Verfügung gestellt wurde. Obama ist der Kandidat der Mehrheitsfraktion des imperialistischen Kapitals. Diese Fraktion ist die am meisten reaktionäre und kriegerischste überhaupt. Sie verfolgt eine abenteuerliche und gefährliche Politik. Obama ist die Marionette von Figuren wie George Soros und David Rockefeller, die seinen Wahlkampf finanzierten. Deren strategische Ziele bedeuten eine Verschärfung der Kriegspolitik und Intensivierung der Ausplünderung der Arbeiterklasse.

    Das wäre mir noch zu weit ... und mein Schachbrett sieht anders aus.

    Aber das ein Krieg zwischen China und Rußland die Vorherrschaft der USA die nächsten 50 Jahre retten würde, das wäre mir klar. Und wenn man die frechen, immer nutzloser werdenden Europäer da mit unterbringen kann - warum nicht?

    Jeder, der an Riesenrenditen interessiert ist, wird sich an diesem Vorhaben beteiligen, ja sogar beteiligen müssen: das sieht das amerikanische Aktienrecht vor. Erst die Rendite, dann die Moral.

    Erste Züge sollen schon erkennbar sein:

    - Da war die inszenierte Burmakrise, die das Ziel verfolgte, China den Zugang zum indischen Ozean zu nehmen.
    - Da war im letzten Jahr die inszenierte Tibetkrise und das Schüren des islamistischen Separatismus in Sinkiang, die das Ziel verfolgten, China zu schwächen.
    - Da gab es die Krise um die Stationierung von Raketen in Polen und der Tschechei, die Russland direkt bedrohen.
    - Da gab es die Zimbabwekrise, in der es darum ging, Chinas Einfluss in Afrika zurückzudrängen.
    - Da gab es die Georgienkrise, deren Ziel es war, Russland zu provozieren und die wichtige Pipeline zu sichern, die südlich an Russland vorbei kaspisches Öl nach Europe befördert. Aus dem scheinbaren Nichts heraus entstand das direkte Aufeinanderprallen von USA und Russland.
    - Da gibt es jüngst die von den „orangenen" Regimen in Osteuropa provozierte Gaskrise gegen Russland.

    http://ukraine.ahk.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Newsletter/newsletter_nr7_090708.pdf

    Die russisch-ukrainisch-europäischen Gasgeschäfte
    bleiben pikant und sorgen für immer
    neue Schlagzeilen. Die Frage nach der Ursache bleibt nicht beantwortbar.

    Diese Konfrontation bringt allen Verluste, Russland, Europa und der Ukraine. Es ist unmöglich zu sagen, wer in diesem Sandkasten dem anderen zuerst Sand ins Auge warf.

    Manche haben ja auf solche politischen Merkwürdigkeiten immer eine Antwort, die aus drei Buchstaben besteht: CIA.

    Aber seitdem George Bush Verschwörungstheorien offiziell verboten hat, lassen sich geostrategische Schachzüge nur noch schwer nachvollziehen, ohne das man sich sofort der Lächerlichkeit preisgibt.
    So kann man aber hinter den Linien der Bauern seine Offiziere in aller Ruhe in Stellung bringen, denn der Bürger folgt Bush´s Befehl und schaut nur auch auf die Bauernzüge.

    Bis er wieder Schach matt gesetzt wird, die Bomben fallen und die Panzer rollen. Aber so wird man halt durch Tittytainment.

  • Leistungsträger im Einsatz

    Leistungsträger sind tolle Menschen. Sie sind die süssesten Früchte unserer Kultur, sie sind der eigentliche Motor des Erfolges. Sie tragen die teuersten Anzüge, fahren die besten Autos, wohnen in den teuersten Hotels und arbeiten rund um die Uhr. Ein klasse Volk. So wie dieser Herr hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mirko_Kovats

    Wegen seiner unkonventionellen Geschäftspraktiken und Finanzierungsmethoden und seiner teils spektakulären Transaktionen wurden Kovats wiederholt riskante, unlautere oder sogar kriminelle Machenschaften vorgeworfen.[1] In der frühen Phase seiner Geschäftstätigkeit (vor 1997) gingen zahlreiche Unternehmen, an denen Kovats direkt oder indirekt beteiligt war, in Insolvenz. Der österreichische Enthüllungsjournalist Hans Pretterebner (Der Fall Lucona) gab bekannt, daß er an einem Buch über Wirtschaftskriminalität arbeitet, in dem ein Kapitel den Werdegang Kovats' und insbesondere die vorgenannten Insolvenzen behandelt.[5][6]
    Mehrfach wurde Kovats privatrechtlich verklagt. Auch strafrechtlich wurde er zwei mal angeklagt:Im Jahr 2000 wurde Kovats vom Oberlandesgericht Wien wegen eines Konkursdelikts im Zusammenhang mit der Diskothek „Dorian Gray“ rechtskräftig zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.[7]
    Im Juli 2007 gab die Staatsanwaltschaft Wien bekannt, dass im Zusammenhang mit der Insolvenz der Diskothek „A2 Südpol“ gegen Mirko Kovats Anklage wegen betrügerischer Krida erhoben wird. Bei einer Verurteilung droht ihm als Wiederholungstäter eine Haftstrafe. Der Prozess begann am 17. September 2007.[7][8]
    Kleinanleger werfen Kovats vor, daß sein Geschäftsgebaren dem Ansehen der A-TEC schadet und den Kursverlauf der Aktie massiv negativ beeinflusst hat. Sie fordern mehr Transparenz.[9] Die A-TEC Aktie wurde im Dezember 2006 um 100 Euro ausgegeben und erreichte am 28. Oktober 2008 einen historischen Tiefststand von 7,81 Euro.

    Der 2008 erschienene Dokumentarfilm Let's Make Money von Erwin Wagenhofer zeigt ihn bei höchst kontroversen Aussagen über die Arbeitsverhältnisse in seinen indischen Fabriken.

    Und in diesem Film klärt uns der Herr Kovats darüber auf, wie er uns seine neoliberalen Freunde sich unsere Zukunft vorstellen:

    In der indischen 8-Millionen-Stadt Chennai (früher Madras) ist die Armut, in der mehr als ein
    Drittel der Bevölkerung lebt, nicht zu übersehen. Menschen hausen auf den Straßen, am
    Strand und an den Ufern der Kloaken, die einstmals Flüsse waren. Mirko Kovats, einer der
    reichsten österreichischen Industriellen, der in seiner Heimat eine gewisse Berühmtheit
    erlangte für die vielen Konkurse, die er hinlegt, beschwört die Relikte der Kolonialzeit: „Hier
    schreit keiner nach dem Staat, hier ist Selbsthilfe angesagt, hier geht’s nur um die Wirtschaft.“
    Londoner Investoren, die Gelder von Pensionskassen und Versicherungen verwalten,
    investieren hier. Der Wettbewerb zwinge zu einer Vielzahl von unangenehmen Maßnahmen,
    so Kovats, „aber wir sind unter dem Druck der Globalisierung und wir müssen uns
    bewähren gegen die Leute, die sehr wenig verdienen, die um ihr Leben arbeiten müssen.
    Selbstverständlich wird die Arbeitszeit steigen und ich gehe davon aus, dass diese
    Mehrarbeitszeit auch in Zukunft nicht bezahlt wird.“

    Ja, die böse, schlimme Globalisierung, die einfach so über uns hereingebrochen ist wie ein Gewitter.
    Ein Gewitter allerdings, das sein Ende der vierziger Jahre geplant war:

    Gerhard Schwarz, seit 14 Jahren Leiter der Wirtschaftsredaktion der Neuen Zürcher Zeitung
    und nebenamtlich Präsident der Friedrich August von Hayek Gesellschaft fährt mit der Bahn
    auf den Mont Pelerin, den Pilgerberg in der Nähe von Vevey in der Schweiz, auf dem 1947 in
    einem der Luxushotels die Mont Pelerin Society (MPS) gegründet wurde. Hayek hatte 36
    Intellektuelle eingeladen, über Liberalismus in Theorie und Praxis zu diskutieren. „Das Ziel
    der Gründer war“, so Schwarz, „ein intellektuelles Netzwerk aufzubauen. Man wollte nicht in

    die Politik hineingehen, sondern mit Ideen die Politik beeinflussen. Berühmt wurde die Mont
    Pelerin Society dann in den 80er Jahren mit Ronald Reagan. In seiner Regierung und in
    seinem Beraterteam waren viele amerikanische Mitglieder der MPS, man spricht von
    streckenweise 20 oder mehr Mitgliedern, und etwa zur gleichen Zeit hat natürlich auch Mrs.
    Thatcher sich stark auf die Ideen von Friedrich August von Hayek und von verschiedenen
    britischen Mitgliedern der MPS gestützt.“

    Das politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Entwicklungen von langer Hand geplant werden können, darf man heute nicht mehr denken. Das ist Verschwörungstheorie, und die ist Pfui Bah, auch wenn sie wahr ist. Wir denken uns Politik lieber wie Seifenoper, Mr. President kommt morgens ins Büro und fragt lustig in die Runde: "So, wie regieren wir denn bis heute abend? Sozial, marktwirtschaftlich oder einfach mal gar nicht - wie gestern?"

    Die Folgen jener Entwicklung ereilen aber auch uns, ob wir nun wollen oder nicht. Das, was vor sechzig Jahren ausgedacht wurde, ist für uns Realität geworden. Das merken wir jeden Tag.

    „Das erste Element bestand in einer Deregulierung der Finanzmärkte auf der ganzen Welt.
    Kapital sollte sich frei von einem Land zum anderen bewegen können.
    Der zweite Teil bestand in einer Liberalisierung der Handelsströme. Es ging darum,
    Handelsbarrieren abzuschaffen, die sehr sorgfältig im Laufe vieler Jahrzehnte von Entwicklungsländern
    errichtet worden waren, um ihre eigenen wachsenden Industrien zu schützen.
    Das dritte Element bestand in einer völligen Abschaffung des Staates, um die Interventionsmöglichkeiten
    des Staates zu reduzieren. Anders gesagt, wurden die Steuereinnahmen
    so reduziert, dass die Staaten nicht mehr einschreiten konnten, um ihre Bürger zu schützen.
    Und das vierte Element verlangte von den Staaten, ihre Industrien zu privatisieren. Dabei
    wurde mehr oder weniger sichergestellt, dass die Industrien unter ihrem Wert an fremde
    Kapitalanleger verkauft wurden.

    Deregulierung der Finanzmärkte ... schon mal was davon gehört? Schon mal was von der momentanen Krise gehört ... und ihren Ursachen? Abschaffung des Staates ... gehört auch dazu. Der hat mitlerweile so viele Schulden, das er seine Arbeit, für die er bezahlt wird, kaum noch leisten kann. Und da er sein Tafelsilber schon verkauft hat, um ja fein angesehen zu sein in den Wirtschaftsclubs der Welt (und das Tafelsilber der DDR noch für einen Euro hinterhergeworfen hat) wird er sich auch in Zukunft nicht erholen können, auch wenn wir alle rund um die Uhr bis 85 arbeiten, ohne Geld dafür zu bekommen, denn Geld vermehrt sich ohne Arbeit viel schneller als mit, da können wir noch so schuften, mithalten können werden wir da nicht.

    Und für die Arbeit mit Geld sind wir auch viel zu weich, mit unserer ganzen Moral, Ethik und unseren Vorstellungen von Anstand. Außerhalb der Religion des Mammon ist einfach jede Religion schädlich für die Rendite ... da treffen sich Rassisten und Kapitalisten und singen gemeinsam im Chor, wobei erstere allerdings dann schnell wieder aussortiert werden - mangels Kapital. Richtig Geld macht man anders:

    In Singapur ist Dr. Mark Mobius unterwegs, der Präsident von Templeton Emerging Markets,
    die den derzeit größten EM-Fond der Welt mit ca. 50 Milliarden Dollar verwalten. In Finanzkreisen
    der Guru schlechthin, auch „Father of the Emerging Markets“ genannt, hält Mobius
    den Trend zur Globalisierung grundsätzlich für positiv. Durch die Investitionen in die
    Emerging Markets verdienten sie dort das Geld, das sie dann in den Westen transferieren:
    „Ich glaube nicht, dass ein Investor verantwortlich ist für die Ethik, für die Verschmutzung
    oder das, was eine Firma verursacht, in die er investiert. Das ist nicht seine Aufgabe. Seine
    Aufgabe ist zu investieren und Geld für seine Klienten zu verdienen.“

    Mark Mobius ist ein wahrer Leistungsträger. "Emerging Markets" ist übrigens nichts anderes als ein euphemistischer Begriff für Entwicklungsländer. 3% Gold für Afrika, 97% für die eigene Tasche: das nennt man Rendite.

    Er hat auch einen ganz konkreten Tipp parat, wie man aus viel Geld unglaublich viel Geld machen kann:

    Und vor der glitzernden Skyline von Singapur erklärt Mark Mobius noch einmal wie man zu
    Geld kommt: „Es gab einen berühmten Ausspruch, dass die beste Zeit zu kaufen ist, wenn
    das Blut auf den Straßen klebt. Ich füge hinzu: Auch wenn es dein eigenes ist. Denn wenn
    es Krieg, Revolution, politische Probleme und Wirtschaftsprobleme gibt, dann fallen die
    Preise von Aktien und jene Leute, die an diesem Tiefpunkt kauften, haben jede Menge Geld
    gemacht.“

    Krieg, Revolution, politische oder wirtschaftliche Probleme ... wenn´s dem Bürger an den Kragen geht, kriegt die Rendite sich vor Freude gar nicht mehr ein. Hauptsache, der Rubel rollt. Die Zeiten, wo Wirtschaft Frieden brauchte um richtig aufzublühen, waren gestern. Geld allein vermehrt sich auch in schlechten Zeiten. Wenn man genug davon hat, diese Zeiten zu überleben und investieren zu können.

    Leistungsträger im Einsatz. Noch Fragen, wie unsere Zukunft aussehen wird?

    Zitate aus: Let´s make Money von Erwin Wagenhofer

  • Herrmann Scheer, Deutschland am Ende und der Anfang der Barbarei

    Es betrübt mich zu lesen, das manche Magengrimmen bekommen, wenn sie hier lesen. Selbst meine "Guten Nachrichten" können das wohl nicht ganz aufwiegen.

    Wer einmal in Slums unterwegs war ... in echten ... kann den Anblick nicht leicht vergessen. Auch wenn man kein Fernsehen schaut, wo Waschmittelreklame auf Hungerkatastrophen folgt und den Blick so wieder auf die "echte", die im Alltag erlebbare Wirklichkeit lenkt, kann man nicht vergessen, das es das gibt.
    So kann man den "guten" Nachrichten der Medien - welche Prinzessin wohnt in Ikeamöblen, wer schoß welches Tor, wer bekam den Fernsehpreis der Hör Zu - nichts mehr abgewinnen. Die Möbel, das Tor, der Preis - sie alles sind mit dem Blut, dem Leiden und dem Leben von Kindern erkauft. Man könnte sofort damit aufhören ... und schon zum nächsten Weihnachtsfest Millionen von Kindern das Leben schenken, zu dem wir uns durch die Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte verpflichtet haben.

    Aber das tun wir nicht.

    Anklagen dieser Art hört man seit Jahrzehnten - und man kann sie schon nicht mehr hören, so wie jener
    evangelische Religionslehrer, der angesichts einer Rede von Eugen Drewermann ende der achtziger Jahre
    empört aufsprang und meinte: "Haben wir nicht auch das Recht, unseren von uns geschaffenen Wohlstand zu genießen?". Er erntete tosenden Beifall.

    Ja, wir haben das Recht den Kopf in den Sand zu stecken. Aber wer den Kopf in den Sand steckt muß sich nicht wundern, das er am Ende mit den Zähnen knirscht. Das werden wir die nächsten Jahre lernen müssen, denn der Neoliberalismus (jene bewußt geschaffene Bewegung zur völligen Vergöttlichung des Kapitals)
    macht vor der bundesdeutschen Grenze nicht halt - dieser Lümmel aber auch.

    Unser Wohlstand beruht zum großen Teil auf den Räubereien der europäischen Regierungspiraten ("Freibeuter" und "Kolonisatoren") des 16. und 17. Jhd. Wem das zu weit weg ist, der kann auch heute noch dasselbe ausmachen. In dem Film "Let´s make money" klärt uns Erwin Wagenhofer darüber auf:

    Der Film beginnt in der Ahafo Mine in Ghana, Westafrika. Riesige Areale werden gesprengt.
    In einem mühsamen Prozess wird dem Gestein Gold entnommen, eingeschmolzen und dann
    direkt in die Schweiz geflogen. Der Verteilungsschlüssel ist klar: 3% für Afrika, 97% für den
    Westen. Die Mine entstand mit Unterstützung der Weltbank.

    So setzt die Weltbank - eigentlich eine US-amerikanische Bank mit deutschen Partnern - das Geld gewinnbringend ein, das ist ihre Form der Entwicklungshilfe, so schafft sie Arbeitsplätze. Zu einem hohen Preis. Würde man den Afrikanern das Gold lassen - es gäbe keine Hungersnöte. Aber unser aufgeblasener Finanzmarkt braucht Sicherheiten, die über die Goldberge, die aus Süd- und Mittelamerika geraubt wurden, weit hinausgehen. Doch nicht nur Gold wird gerafft, auch Baumwolle.

    Burkina Faso / Afrika. Als Ergebnis der jahrzehntelangen Baumwoll-Monokultur hat die
    Erosion die Böden fast vollkommen zerstört. Yves Delisle, in Genf ausgebildeter Agronom,
    bilanziert: „Die Baumwolle ist weg. Das Geld von der Baumwolle ist weg. Zurück bleibt dieser
    Boden, auf dem nichts mehr wächst.“ In 20 Jahren Arbeit mit den Bauern hat er keine
    Verbesserung der Situation festgestellt.
    Die Menschen verdienen weniger als den Gegenwert von 50 Euro - im Jahr. Die Baumwolle
    hat die beste Qualität und die niedrigsten Produktionskosten der Welt. Trotzdem erzielt sie
    auf dem Weltmarkt keinen Ertrag. Francis Kologo von der Sofitex beklagt: „Die USA
    subventionieren jedes Jahr ihre Baumwolle mit rund 3 Milliarden Dollar. Wenn die
    Amerikaner liberal sind, warum subventionieren sie dann ihre Baumwollproduktion? Sie
    machen selbst Protektionismus und verlangen von uns Liberalismus.“

    Auch das ein Produkt der Weltbank ... weltweit werden Monokulturen gefördert, weil die US-amerikanische Wirtschaft sie braucht. Der Steuerzahler blutet für die einheimische Baumwolle, die Wirtschaft verdient sich dumm und dämlich an afrikanischer Baumwolle - und erzeugt so dort eine besondere Hunger-Hölle auf Erden, denn wenn die Monokultur sich verbraucht hat oder gerade mal nicht mehr gebraucht wird, sind weder Geld noch Nahrungsmittel vorhanden.

    Aber das Bill Kaulitz (wer immer das auch sein mag) seinen Audi kaputt fährt, das ist uns eine Nachricht wert.

    Seit Gerhard Schröder den Neoliberalismus mit der Agenda 2010 offiziell nach Deutschland eingeladen hat, merken wir in Deutschland, das Afrika gar nicht mehr so weit weg ist. Jetzt steht es vor der Haustür und jeder kann mitmachen - ob er will oder nicht. Und wieder geht der Kopf in den Sand, obwohl schon viele mit den Zähnen knirschen. Die Faulheit der Arbeitslosen ist es, die die Misere verursacht. So redete man in den Südstaaten der USA auch von den Negersklaven, die man deshalb zur Arbeit zwingen mußte und die darüber hinaus ohne die freundliche Hilfe des weißen Farmers gar nicht hätten überleben können.

    Zu dieser Faulheit werden nächstes Jahr noch viel mehr Deutsche verurteilt werden:

    Wirtschaftsweise: Die Konjunktur zieht 2010 um 1,6 Prozent an (Foto: dpa)
    Die Wirtschaftsweisen erwarten für 2010 Massenentlassungen - und das trotz eines prognostizierten Wachstums von 1,6 Prozent im kommenden Jahr. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) und beruft sich auf das Jahresgutachten zur wirtschaftlichen Entwicklung. Der Grund für die Entlassungswelle: Da die Wirtschaft 2009 voraussichtlich um fünf Prozent schrumpft, wird im kommenden Jahr eine seit der Wende noch nie dagewesene Entlassungswelle die deutschen Haushalte treffen, so die fünf Wirtschaftsprofessoren.

    Die Wirtschaft braucht zum Aufschwung keine Arbeiter mehr. Schon allein die Kredite, die der Staat aufgenommen hat, wirken wahre Wunder bei den Bilanzen der Banken. Wo Geld sich auf so wunderbare Weise von allein vermehrt - wer braucht da noch Bürger? Niemand. Jedenfalls niemand, der Geld genug hat, um es für sich arbeiten zu lassen.

    Es ist die Frage, ob wir uns die Reichen überhaupt noch leisten können, leisten wollen.

    Die kleine britische Kanalinsel Jersey hält nach amerikanischen Schätzungen etwa 500
    Milliarden Dollar an Privatvermögen. Das Kapital kommt von außerhalb und liegt auf den
    Sparkonten der Insel. In Wirklichkeit kommt das Geld gar nicht nach Jersey, es schwappt
    quasi einmal über die Insel hinweg und fließt dann weiter zu den größten Finanzzentren der
    Welt. Jersey ist ein Land mit besonders strengem Bankgeheimnis. Finanzökonom John
    Christensen erklärt, wie Jersey hilft, Steuern zu sparen: „Eine typische Struktur für Steuerumgehung
    oder Steuerflucht besteht aus einem in Jersey gegründeten Trust, der eine Firma
    in Luxemburg besitzt. Die hätte dann ein Konto auf den Kaiman-Inseln, in der Schweiz oder
    in London. Jedenfalls hat man drei verschiedene Rechtssysteme. ... So wird es praktisch
    unmöglich festzustellen, wer hinter diesem Trust steht, wem wirklich die Firma gehört und
    wer wirklich das Bankkonto besitzt.“ Der Welthandel wird zu großen Teilen über Steuerparadiese
    abgewickelt, um das Kapital aus dem Land zu bringen, in dem die Wertschöpfung
    stattfand. Sie ermöglichen nicht zuletzt eine massive Kapitalflucht aus Entwicklungsländern
    und in den meisten Fällen fließt das Kapital nie wieder zurück. Seriöse Schätzungen gehen
    davon aus, dass für jeden Dollar Entwicklungshilfe, der nach Afrika fließt, mindestens 10
    Dollar unter dem Tisch aus dem Land heraus fließen.

    Das Gesamtvermögen, das so irgendwo auf Konten versickert, ist bombastisch:

    John Christensen erklärt: „Man schätzt, dass derzeit 11,5 Trillionen Dollar an Privatvermögen
    in Steuerparadiesen gehalten, von dort aus verwaltet und der Steuer vorenthalten werden.

    Eine Summe, die unvorstellbar ist. Letztlich ... werden immer noch viele den Kopf in den Sand stecken und sagen: was geht mich dieses Land an. Ich habe noch mein Geld, mir geht es gut, ich bin Oberstudienrat und glücklich.

    Eine Stimme aus dem Deutschen Bundestag dazu, die zeigt, das dort nicht nur Quasselbude ist:

    Und Hermann Scheer, der Bundestagsabgeordnete und Träger des Alternativen Nobelpreises
    warnt zum Schluss: „Wenn wir so weitermachen, dann kommen neue Selektionsmechanismen
    zwischen Staaten, zwischen Rassen, zwischen Religionen, zwischen
    berechtigten Menschen und unberechtigten, zwischen wertvollen und nicht wertvollen
    Menschen, dann wird der monetäre Wert des Menschen irgendwann in den Vordergrund
    geschoben und dann beginnt ein neues Zeitalter der Barberei. Das ist unausweichlich.“

    Ein neues Zeitalter der Barbarei - die Opfer werden gerade ausgetestet. Werden es die Kopftruchträger sein, die uns weggebären (trotz der verzweifelten Anstrengungen von Sarrazin und seiner Handvoll Amokblagen, dagegen anzugehen); werden es die faulen Arbeitslosen sein, die Rentner, oder ... ganz neu im Angebot: die "Ossis"?

    Wen es letztlich erwischt ... kann man jetzt noch nicht sagen. Die Rentner waren sehr früh im Gespräch ... aber sie sind eine zu mächtige Gruppe. Bei den Arbeitslosen war man sehr erfolgreich - aber die sind zu heterogen. Die Kopftuchträger sind unverzichtbar (und ihre Söhne schützen die Republik erfolgreich vor "National befreiten Zonen") für die Rente und die Zukunft des Landes.
    Und die "Ossis" sind Brüder und Schwestern, die wir doch erst kürzlich befreit haben.

    Vielleicht erwischt es auch alle zusammen. Oder einen nach dem anderen.

    Aber die Barbarei schreitet stündlich fort in unserem Land. Es hilft nicht, davor die Augen zu verschließen, auch wenn Kinder sich von der Strategie in einem gewissen Alter noch viel versprechen.

    Herrmann Scheer ... warum wird so ein Mann eigentlich nicht Vorsitzender der SPD und Bundeskanzler?
    Also ... meine Stimme würde er kriegen. Sogar mit dieser Partei, die Barbarei in Deutschland hoffähig gemacht hat.

    Zitat aus dem Film: Let´s make Money

  • Robert Enke, Che Argevarra, Hartz IV ... der Mord per Gesetz

    Jetzt ist ja da so ein Fußballspieler gestorben. Ich kannte den Namen überhaupt nicht. Andere schon, denn immerhin waren ja 35000 bei seiner Beerdigung. Hatte vielleicht eine große Familie?

    http://www.welt.de/sport/article5177954/Die-Stille-der-Tausenden-fuer-Robert-Enke.html

    Selbst hartgesottene 96-Fans mussten weinen. In Hannover versammelten sich rund 35.000 Menschen, um Abschied von Robert Enke zu nehmen. Wahrscheinlich noch nie war eine Massenveranstaltung eine so lautlose Sache wie beim spontanen Trauermarsch für den Nationaltorwart.

    Aha, Nationaltorwart. Wahrscheinlich reich. Und depressiv.

    Depression ist eine Volkskrankheit. Viele leiden darunter. Und sie ist ein Tabu. Vielleicht noch ein Echo des Dritten Reiches, wo man "solche Leute" einfach beseitigte. Darüber spricht man nicht, einfach mal im Wartezimmer lauschen: alle Krankheiten werden detalliert ausgebreitet - aber nichts "geistiges". Da hat man zu große Angst "weggesperrt zu werden".

    Per Gesetz werden gerade tausende getötet. Da redet man nicht drüber, obwohl ihr Lebensumfeld ihnen Depressionen aufzwingt:

    http://kriegspostille.blogspot.com/2009/11/hartz-iv-ist-totung-durch-armut.html

    Nach dem Arbeitsplatzverlust kam für die meisten sicher erst einmal der Fall ins Ungewisse. Bekomme ich wieder eine Arbeit? Wie lange werde ich arbeitslos sein? Werde ich meine Lebensstandart halten können? Werde ich jetzt arm werden? Wie wird es weitergehen? Die Angst vor der Arbeitslosigkeit treibt die meisten schon vor dem Eintritt der Arbeitslosigkeit herum. Angst ist der Indikator unserer Zeit. Bei den Meisten, beginnt die Angst mit dem täglichen Gang zum Briefkasten. Wieder ein Brief von Job-Center oder Rechnungen die man gar nicht mehr bezahlen kann? Aus dieser Angst heraus hat es besonders zu Beginn der Hartz-Gesetze eine Vielzahl von Suizidhandlungen gegeben, die die Öffentlichkeit bestürzten.

    Auch hier gibt es dann besonders stille Beerdigungen. Nicht, weil die tausenden so betroffen sind, sondern weil einfach keiner hingeht. War ja nur ein "Harzi", wie manche die abfälligerweise nennen.

    Sozialer Sondermüll. Wertlos.

    Und das ist die zentrale Erfahrung, die diese Menschen in ihrem Restleben noch machen. Arbeit - haben sie zum Teil genug. 40 % sind allein erziehende Eltern - wer das mal mitgemacht hat, weiß, das das ein 120-Stunden-Job ist ... jedenfall bei kleinen Kindern. Er wird nur nicht bezahlt, das ist der Unterschied zu jenen, die fein nach der 38,5-Stunden-Woche vor dem Fernseher sitzen.

    Mit dem Eintritt in die Arbeitslosigkeit verbinden die meisten erst einmal noch die Hoffnung, baldmöglichst wieder eine Arbeit zu bekommen. Die älteren Arbeitnehmer sind, wenn sie realistisch sind, da schon vernünftiger und machen sich keine großen Illusionen mehr. Spätestens aber nach einem Jahr in der Erwerbslosigkeit erkennen die Betroffenen, dass für sie der Zug der Erwerbstätigkeit abgefahren ist. Sie sind an der Endstation angekommen. Am Abstellgleis. Sie erleben die täglichen Enttäuschungen dauernder Absagen, die oftmals schikanösen Behandlungen in den Job-Centern, den Ärger dauernd falscher Bescheide und erkennen, meist unbewusst, dass sie überhaupt nicht arbeitslos sind, sondern erwerbslos. Arbeit mit Behörden und Bescheiden haben sie meist mehr als vor ihrer Erwerbslosigkeit. Nur bezahlt werden sie dafür nicht. Was ihnen fehlt, ist die bezahlte Erwerbsarbeit, die ihnen auch das Überleben sichert.

    Zu Tode verwaltet per Gesetz. Mit Gewalt in die Depression gejagt, damit sie endlich "den Enke machen" und dem Sozialbudget nicht mehr länger auf der Tasche liegen?

    Hierzu ein Zitat von der von mir hoch geschätzten Vivianne Forrester, einer damals 82-jährigen Französin, die eigentlich sehr deutlich beschrieben hat, was in Zukunft auf uns zu kommt. Damals wollte es keiner hören (dabei waren die Gedanken ziemlich einfach und alles andere als konstruiert), heute ist es da:

    Denn nichts lähmt und schwächt derart wie die Schmach. Sie gräbt an der Wurzel an und untergräbt jede Tatkraft. Sie degradiert Menschen zu beliebig beeinflussbaren Objekten und reduziert alle, die unter ihr leiden, zu wehrlosen Beute. Daher der Reitz der Mächtigen, sich ihrer zu bedienen und sie zu verbreiten. Die Schmach erlaubt es, Gesetze aufzustellen, ohne auf Gegner zu stoßen, und sie dann zu übertreten, ohne Protest befürchten zu müssen. Die Schmach führt in eine ausweglose Situation, sie verhindert jeglichen Widerstand. Die Scham sollte an der Börse gehandelt werden, sie ist ein wichtiger Grundstoff des Profits“.

    Dieses Zitat stammt aus dem preisgekrönten Werk „Terror der Ökonomie“ von Viviane Forrester, das sie bereits 1996, also zu einer Zeit als es noch kein Hartz IV gab, geschrieben hat. Heute ist es aktueller denn je.

    Schmach ist die Erklärung dafür, das so viele von Hartz-IV abhängig geworden sind und sich nicht wehren können. Denn die Schmach ... macht depressiv. Und damit die Schmach auch kommt, halten alle zusammen:

    Das Mittel der gesellschaftlichen Entsolidarisierung, betrieben durch z.B. Deutschlands größte Tageszeitung, die überall, derzeit für 0,60€, zu erwerben ist, als Teil eines Medienkonglomerats des Axel Springer-Verlags und der Bertelsmanngruppe im Verbund mit SAT1, PRO7 und RTL und immer wiederkehrenden Äußerungen von Selbstdarsteller unserer Republik, welche größtenteils Mitglieder der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (gemeint ist natürlich weniger soziale Marktwirtschaft) sind, klappt in Deutschland auffallend gut. Egal ob Medienhetze, Politikerschelte, Sarrazins Ernährungstipps für ausgewogene Mahlzeiten, oder die Studien zweier Chemnitzer Professoren, es wird keine Möglichkeit ausgelassen, Erwerbslose und Hartz IV-Emfpänger öffentlich zu denunzieren wo es nur geht. Deutschland hat aus seiner Geschichte überhaupt nichts gelernt. Nur heute geschieht das alles wesentlich subtiler.

    Eigentlich das, was ich befürchte. Es wird bald wieder Lager geben. Irgendwann werden auch die zu teuer und man wird preisgünstige Endlösungen suchen müssen. Da folgt die Geschichte einer fürchterlich einfachen Logik, die sich entfaltet, sobald man Menschen als "Kosten auf zwei Beinen" definiert, als unerwünschte Elemente der Gesellschaft.

    Zuviel befürchtet? Es ist schon längst so weit. Aber ... nicht alle heißen Enke.

    Hartz IV ist Tötung durch Armut. Das mag sich zunächst brutal anhören, ist aber eine Tatsache. Alleine dass die wahrscheinliche Sterberate bei Erwerbslosen und Armen um ein vielfaches höher ist, als bei Arbeitenden und Normalverdienern, belegt diese Aussage.
    Es ist oftmals ein langsames, leises Sterben. Es beginnt mit dem Verlust jeglicher Lebensfreude, Begeisterungsfähigkeit, Empfindungen, Interesse an Dingen, die eigentlich reizvoll wären, Es mündet oft in Desinteresse, Teilnahmslosigkeit, Lustlosigkeit, Trägheit, Depression, Kraft- und Energielosigkeit und steigert sich ,oft selbst unbemerkt, in unregelmäßiger Nahrungsaufnahme mit einem Essen, dem es an jeglichen gesunden Nährstoffen fehlt. Gesunde Ernähung ( Obst, Gemüse, Fisch u. v. m.) ist auf Grund mangelnder ökonomischer Verhältnisse gar nicht möglich. Erkrankungen kommen oft auch durch mangelnde ärztliche Vorsorge, weil oftmals nicht mal mehr die 10.-€ Praxisgebühr aufgebracht werden können. So wird Vieles schleifen gelassen, bis es oftmals zu ernsthaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt. Zahnersatz kann schon gar nicht mehr garantiert werden. Mit mangelhaftem und von Zahnlücken übersätem Gebiss kann keine dauerhafte gesunde Ernährung mehr erfolgen. Wenn nicht der Freitod gewählt wird, so sorgen schon der Verzehr von billigem Fraß für ein verfrühtes Ableben. Kummer, Sorgen, Gram und Angst sorgen für das Übrige.

    Das ist die indirekte Vernichtung unwerten Lebens. Viele finden das gut. Es ist Volksvernichtung im großen Stil - und alle schauen zu, weil die Arbeitslosen ja "faul" sind. Früher reichte es zu sagen, es seien "Juden".

    Es gleicht jener Strategieänderung bei der Belagerung von Burgen - nicht der direkte Angriff auf das Lebend es Burgherren wird gewagt, sondern das Aushungern wird zum Erfolg führen. Der Hunger hat selbst die mächtigsten Festungen zu Fall gebracht.

    Deshalb würde ich auch nicht von Tötung per Gesetz sprechen, sondern von Mord, denn die Folgen der Behandlung von Hartz-Abhängigen sind wissenschaftlich klar verifizierbar:

    Beschwerden Erwerbstätige:

    Umfrage: von 226 Erwerbstätigen 19% demoralisiert
    Keine entstrukturierte Zeitgestaltung
    9% trinken regelmäßig Alkohol
    In 1000 Versicherungsjahren:
    116 Krankheitstage wegen psychiatrischen Erkrankungen
    12% stationäre Leistungstage im Kalenderjahr
    Risiko früher zu versterben: 09%

    Beschwerden Erwerbslose

    Umfrage: von 226 Erwerbslosen 43% demoralisiert
    48% Zeitgestaltung entstrukturiert
    46,8% trinken täglich Alkohol
    In 1000 Versicherungsjahren: 876 Krankheitstage wegen psychiatrischer Erkrankungen
    36% stationäre Leistungstage im Kalenderjahr
    Risiko früher zu versterben: 47%

    Eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit zu versterben. 500 % gegenüber dem Normalverdiener. Messer im Bauch oder Schusswunden dürften ähnlich liegen ... sie sind nur nicht so subtil. Deshalb nenne ich das
    lieber Mord ... denn die Folgen sind ja bekannt.

    Nun ... Che Argevarra geht es auch nicht gut, nebenbei bemerkt. Das hat viele Gründe, die ich nicht veröffentlichen darf. Noch nicht. Es geht nicht ums Geld, er beherrscht die Kunst, mit sehr wenig auszukommen. Er kämpft gegen die Schmach an. Trinkt nicht, raucht nicht, ist aber fest entschlossen, sich nicht unterkriegen zu lassen. Und doch ... bleibt das alles nicht in seinen Klamotten hängen.

    Wenn er jetzt einfach mal Schluß macht....merkt das kein Schwein. In den Tod getrieben per Gesetz - keine Sau interessierts.

    Vielleicht sollte er Fußball spielen, dann wird er zu einem deutschen Held und alle nehmen Anteil an seinem Schicksal.

    So jedoch ist er der Jude des deutschen 21. Jhd. - und es gibt viele, die ihn das spüren lassen in seinem persönlichen Umfeld. So ... kann man schlecht Kriege gewinnen.

  • Schweinegrippe ... Regierung entlarvt Impf-Betrug

    Bei uns ist ja jetzt Schweinegrippe ganz groß angesagt. Die Leute fallen um wie die Fliegen, die USA sterben aus wie die Indianer durch die Pocken, bei uns sterben Kinder innerhalb von Minuten während sich in den USA die Leute das Gehirn aus dem Kopf husten.

    Wie gut, das wir Deutschen anders konstruiert sind als die Amerikaner. Bei uns hat das Gehirn keinen Zugang zum Rachenraum, da kommt nichts ´raus. Garantiert nicht. Bei Amerikanern scheint das anders zu sein.

    Aber das Bild, wie man Bröckchen für Bröckchen sein Gehirn im Taschentuch findet ... das hat natürlich schon was. Das ist ein deutliche motivierendes Bild, das man seinen Enkeln noch erzählen kann.

    "Damals, die große Schweinegrippe 2009, das haben sich die Leute das Gehirn aus dem Kopf gehustet. Das war grauenvoll" röchelt der Opa seinem Enkel auf dem Sterbebett zu, um ihm nochmal an seinen schönsten Erlebnissen teilhaben zu lassen.

    "Das kommt jetzt ganz dicke!!!! Ganz schnell jetzt impfen lassen: SONST IST ES ZU SPÄT!!!!!!!!!!!!!"
    ...so ruhig und gelassen scheppert und dröhnt es aus den medialen Kanälen.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,660363,00.html

    "Viele der Frauen husten sich das Gehirn raus"

    In den USA wütet die Schweinegrippe viel stärker als in Europa: Schon mehr als tausend Menschen sind gestorben. Womöglich auch, weil mancher mit schwerer Infektion weiter arbeiten geht.

    Neun von zehn Todesopfern sind jünger als 65

    Die obersten Seuchenwächter der USA jedenfalls sind alarmiert. "In den vergangenen beiden Monaten sind mehr Menschen mit Grippesymptomen in die Krankenhäuser eingewiesen worden, als normalerweise in der gesamten Grippesaison", sagt Thomas Frieden, Chef der CDC.

    "Dies ist eine junge-Leute-Grippe", berichtet der Mediziner. Neun von zehn Todesopfern seien jünger als 65. Bei der normalen Grippe sei das Verhältnis genau umgekehrt. Zudem würden nicht nur jene sterben, die bereits durch Vorerkrankungen geschwächt seien. Bei den Kindern etwa seien zwei Drittel der Todesopfer zuvor vollkommen gesund gewesen.

    Also, wer jetzt nicht sofort zur Impfung rennt, der macht sich ja schon fast strafbar. Sollte man eigentlich auch mal drüber nachdenken, ob Impfverweigerung nicht ein Akt von vorsätzlicher Körperverletzung oder mindestens Geschäftsunfähigkeit darstellt.

    Ganz anders als hier, wo man richtig Geld verdienen kann, reagiert man im östlichen Ausland auf die Schweinegrippe:

    http://polskaweb.eu/betrug-mit-der-schweinegrippe-3725461231.html

    Die Ukraine hat sich am Montag mehr oder weniger für die in ihrem Lande ausgelöste Schweinegrippe- Hysterie entschuldigt, die vor allen Dingen auch nach Deutschland, Österreich und der Schweiz rübergeschwappt war.

    Ich denke, solche Entschuldigungen warten dann ... 2015 auch auf uns.

    Auch im polnischen Parlament fallen einige klare Worte:

    Zur Vorbeugung einer Influenza A/H1N1 Epidemie seien nach Ansicht der Experten noch keine ausreichend getesteten Gegenmittel auf dem Welt-Markt und man warne vor den Nebenwirkungen anderer Produkte, womit die Pharmaindustrie sich derzeit eine goldene Nase verdiene

    Die polnische Gesundheitsministerin Ewa Kopacz sprach von möglicherweise tödlichen Nebenwirkungen durch die bereits in einigen EU- Ländern angelaufen Schweinegrippe- Impfmittel und empfiehlt dringends, den Kauf von derartigen Medikamenten erst dann zu realisieren, wenn ein ausgereifter Impfstoff auf dem Markt ist. Sie betonte, dass in einem Land (Schweden ), welches eine große Menge H1N1 Impfstoff kaufte, schon vier Menschen ein paar Stunden nach der Impfung angeblich durch Stress gestorben seien, doppelt so viele wie durch die Schweinegrippe. Die Ministerin betonte, dass die Pharmakonzerne keine Verantwortung übernehmen für ihre Produkte, die Zusammensetzungen ebenso zu Geheimnissen mache, wie die weltweiten Ergebnisse ihrer Nebenwirkungen.

    So was wünschte man sich auch in unserem Parlament, doch das würden die Lobbyisten nie erlauben. Und auch schön mal nebenbei zu erfahren, das niemand weiß, was eigentlich genau in dieser Impfsuppe drin ist - noch wie es wirkt.

    Aber Hauptsachte: rein mit der Nadel. Hilft auch dem Aufschwung.

    Politiker halten H1N1- Gegenmittel für Betrug

    Der Stellvertretender Minister für das Gesundheitswesen Adam Fronczak fügte hinzu, dass es in der Saison 2006/2007 349 Tausend Grippefälle in Polen gab. In der Saison 2007/2008 - 235 Tausend und in der Saison 2008/2009 - gar 543 Tausend. "Kein abnormale Sache, denn an der jährlichen saisonalen Grippe leiden mehr als eine Milliarde Menschen auf der ganzen Welt, und eine Million stirbt hieran - sagte Fronczak. Der der polnischen Regierungspartei PO angehörende prominente Abgeordnete Janusz Palikot behauptet, dass die Impfstoffe gegen Schweinegrippe einem riesigen Betrug dienen und es keine neue bedrohende Grippe gebe. Die Pharmaunternehmen bezeichnete er als Mafia. Dies meinen auch andere polnische Politiker.

    So eine Regierung möchte ich auch. Die scheinen sich richtig Gedanken ums Volk zu machen. Wo kann man diese Politiker eigentlich kaufen? Und warum haben wir solche nicht?

    Also irgendwie ... macht die EU mir gerade Hoffnung. Dann kriegen wir vielleicht auch echte richtige Bürgervertreter ...

  • Regierungserklärung Schwarz-Gelb auf Deutsch

    Nee, was is´ mir schlecht heute. Übelkeit, Durchfall, einfach bäh. Eigentlich Zeit für einen Blogeintrag, wie es ihn viele gibt und wie sie wohl gern gesehen werden: heute ist mir mal schlecht.

    Ich hatte Stuhlgang - Details erspare ich uns mal lieber.

    Liegt es nun an der Schweinegrippeprophylaxe ... mit Rotwein (der is´ aber auch lecker)? Jedenfalls ... meiner Nase geht´s gut heute.

    Oder liegt es daran, das ich heute die Regierungserklärung lesen wollte? So was kann ja auch schon mal auf den Magen schlagen.

    Natürlich werde ich mich nicht durch diese kleinen Unpäßlichkeiten davon abhalten lassen, kurz mal was über ... die Zukunft zu schreiben. Die ist ja jetzt bekannt:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,660364,00.html

    Als Erstes müssten die Folgen der Krise überwunden werden.
    ■Zweitens gehe es um das Verhältnis der Bürger zu ihrem Staat.
    ■Drittens müssten Antworten auf die Veränderungen beim Altersaufbau gefunden werden.
    ■Viertens müsse der Umgang mit den natürlichen Ressourcen geregelt und dafür ein globaler Ordnungsrahmen gefunden werden.
    ■Schließlich gehe es angesichts neuer Bedrohungen um das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit.

    Fünf Punkte retten die Welt. Ich versuche die mal auf Deutsch zu formulieren, Kanzlerdeutsch liegt ja nicht jedem.

    1. Die Krise ist ja schon oft vorbeigewesen und war auch gar nicht schlimm, wenn man keine Aktien hatte.
    Aber diese doofen Folgen: Staat bankrott, Volk arbeitslos - da muß sich was ändern. Der Staat braucht mehr Geld. Das Volk kriegt ein-Euro-Jobs, dann haben die auch was zu tun. Und natürlich bekommen die Konzernhöflinge einige Extrabonbons, die man schön in Rendite umwandeln kann. Parteispenden sollen ja immerhin weiter fließen, das geht nicht bei leeren Kassen.

    2. So geht es nicht weiter mit dem Staat und seinen Bürgern. Die wollen immer nur haben. Damit ist jetzt Schluß. Der Bürger muß jetzt mal eindeutige Geberqualitäten entwickeln und kann sich nicht einfach immer bequem zurücklehen und andere die Zeche zahlen lassen. Banken sein teuer ... einfach mal die Boni anschauen. Also: höhere Mehrwertsteuer, Autobahnmaut, gekürzte Regelsätze (zumindest im Osten),
    da kommt noch ganz viel auf den Bürger zu. Immerhin wird er so von der Regierung vor der Entscheidung bewahrt, wohin er mit seinem vielen Geld soll. Die Anlageberater werden ganz schön in die Röhre gucken.
    Außerdem ... muß man wohl mal schauen, das nur noch zahlende Mitglieder Bürgerrechte erhalten. Ist in jedem anderen Verein auch sol.

    3. Ganz klar: die Rentner müssen jetzt mal kräftig zur Kasse gebeten werden. Zur Not können die ja auch einfach mal wieder arbeiten gehen. Politiker lassen ja auch mit 67 nicht einfach den Füller fallen. Und zur Rettung der Leistungsträger wird das Wahlrecht von Rentnern eingeschränkt. Die dürfen sich noch wählen lassen, das ist ok - aber selber wählen, das geht ja nicht.

    4. Wir brauchen mehr Öl und sind jetzt immer mehr in der Lage, uns das mit amerikanischen Methoden zu holen. Und das werden wir auch tun. Wir üben gerade mit unserer afghanischen Legion für den Ernstfall, so wie früher die spanische Legion im spanischen Bürgerkrieg geübt hat. Sobald wir fitt sind, geht´s dann richtig los.

    5. Freiheit ist teuer, gefährlich und lästig. Deshalb wird sie jetzt zugunsten flächendeckender Sicherheitsverwahrung abgeschafft. Immerhin gibt es neue Bedrohungen: die Bürger werden zunehmend frech und haben die Regierung nicht mehr lieb. So geht das nicht. Gut das die Verbände der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit mit den Feldjägerkommandos schon bereit stehen. Da wird der Bürger ganz schön blöd gucken, denke ich.

    So, das wurde doch jetzt eigentlich ganz klar ´rübergemerkelt. Jetzt weiß doch jeder, was Sache ist, alle sind zufrieden.

    Nur der Steinmeier nicht. Dem ist die Merkel immer noch zu weich.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,660503,00.html

    Weckruf für Schwarz-Gelb: Kanzlerin Merkel stimmt im Bundestag die Deutschen auf harte Zeiten ein, verspricht aber zugleich, das Land entschlossen aus der Krise führen. Oppositionsführer Steinmeier gibt bei seiner Premiere den Haudrauf. Er wirft der Koalition vor, die Gesellschaft zu spalten.

    Natürlich ... die Agenda 2010 der SPD hat die Gesellschaft ja richtig zusammengeführt. Außer Steinmeier können sich da alle dran erinnern - aber vielleicht mußte der ja damals gerade aufs Klo, als sein BASTA-Kanzler das beschlossen hatte. Ging ja zum Teil alles recht schnell damals.

    Und wie der da so herumpoltert ... eigentlich nur peinlich. Und menschlich erbärmlich. Vier Jahre der Schmusemuffel der Kanzlerin - und auf einmal sind sich alle spinnefeind? Also ... das zeigt nur, das Steinmeier nicht aufrichtig ist. Mehr nicht. Entweder hat er damals geschauspielert oder er macht es jetzt.
    Glauben ... kann man dem Mann sowieso kein Wort. Bevor der nicht weg ist, mache ich mir über die SPD als Wahlalternative gar keine Gedanken.

    Und irgendwie ... ist mir jetzt noch schlechter als vorher.

    Aber ... ich erspare euch mal Details...

  • Luxushotel, saufende Kinder und der Islam

    Deutschland im November 2009. Alle versinken in der üblichen Novemberdepression. Alle? Nein, am Rande der Republik hockt ein kleiner Feld-Wald- und Wiesenphilosoph, dem es bei aller Trübal, allem Nebel, schleichender Kälte und mangelnder Frühstückslust eigentlich ganz gut geht.

    Zu gut, weshalb er Dinge liest, die nicht gelesen werden sollten:

    http://www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,660272,00.html

    Knallrote Flure, goldverzierte Riesenvasen, gigantische Kronleuchter: Wer es dezent mag, wird im neuen Bonner Luxushotel Kameha Grand kaum glücklich. Workaholics, Musikfans und passionierte Spieler dagegen dürfen sich freuen - über speziell für sie eingerichtete Suiten.

    Jenseits des trüben Alltags der Bundesdeutschen, gebeutelt von Wirtschaftskrise, Existenzängsten, Schweinegrippe und Bürokratenpapieren erhebt sich eine neue Trutzburg der Parallelgesellschaft ... die hohe soziale Ansprüche hat:

    Er wolle das Kameha zum "Wohnzimmer der Region" machen, denn die Top-Hotels hätten immer schon Grenzen überwinden können: "Da sitzt der Clochard neben der Grande Dame, und beide haben ihren Platz."

    Das wiederum ist ein schöner Traum. Ein hehres Ideal, das zu begrüßen wäre. Bei Zimmerpreisen von minimal 240 Euro die Nacht dürften jedoch die Getränkepreise eine adäquate Höhe erreichen, es sei denn: man macht auch Sonderpreise für jene 90% der Bürger, die sich - allein aus vernünftigen Erwägungen heraus - so einen Nonsens nie erlauben würde und das Geld lieber sozialen Projekten spenden, die direkt vor Ort konkrete Hilfe anbieten ... oder sich lieber was zu essen kaufen. Somit wäre der Aufenthalt von Clochards
    in diesem Etablissement schon eingeschränkt. Was wird die Grande Dame da traurig sein, denn der Duft von acht Wochen Landstraße ohne Dusche soll ja unvergleichlich sein.

    Die anderen Technik-Gimmicks sind da eher Spielerei: Das E-Piano und der iPod in der Beethoven-Suite mit den schönsten Stücken des Meisters, der Flipper und die Wii-Spielekonsole in der Fair Play Suite, die perfekte Büroausstattung samt Videokonferenzsystem in der Hero Suite für den modernen Workaholic.

    Ich vermisse ein wenig die Clochard-Suite im Brückenpfeilerdesign mit Auto- oder Eisenbahngeräuschkulisse, billigem Rotwein (natürlich nur als Schweinegrippeprophylaxe) und Ventilatoren samt Sprühköpfen für den feinen Nieselregen, der unter die Brücke geweht wird. Auch der Preis sollte natürlich dem Erlebnis angemessen sein: 0 Euro, mehr kostet die Brücke ja auch nicht. Viele Clochards währen sicher dankbar für diese Einrichtung, könnte sie sie doch bei plötzlichem Kälteeinbrauch vor dem Erfrieren schützen. Manche sollen ja daran Jahr für Jahr krepieren.

    Und überhaupt: "Hero Suite" für den "Workaholic". Der neue Held der Arbeiterklasse, der ganztätig steuerhinterziehende Leistungsträger, der auch noch in der Nacht Möglichkeiten sucht, sich der Kosten auf zwei Beinen zu entledigen. Tolle Helden haben wir.

    Und während sich die Parallelgesellschaft köstlich amüsiert und mit dem Clochard Lebensweisheiten austauscht, saufen sich auf der anderen Seite die Kinder zu Tode:

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,660194,00.html

    In Berlin herrscht Entsetzen über den Fall eines siebenjährigen Alkoholopfers. Immer öfter werden Ärzte mit volltrunkenen Minderjährigen konfrontiert - und warnen vor den Folgen: Kinder werden durch das Gift viel schlimmer geschädigt als Erwachsene.

    Die im Jahr 2008 veröffentlichten Zahlen der stationären Krankenhausbehandlungen von Kindern und Jugendlichen im Alter von zehn bis 20 Jahren verdeutlichen das Ausmaß des Problems. Im Jahr 2007 wurden 23.165 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren aufgrund einer Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt. Das ist die höchste Zahl seit der Ersterhebung im Jahr 2000 und entspricht einer Zunahme um 143 Prozent.

    Ich warte nur noch auf die Querverweise darauf, das die Jugendlichen Ostdeutsche, Moslems oder Kinder von Arbeitslosen waren. Die Parallelgesellschaft legt immerhin Wert darauf, das ihr Übermenschentum tagtäglich in den Medien deutlich hervorgehoben wird.

    Ach ja ... Moslems können sie ja nicht gewesen sein. Die dürfen ja keinen Alkohol. Warum wird das nicht eigentlich mal positiv hervorgehoben?

    Im Bankwesen sollen die ja auch solider sein.

    Scheint so, das unseren Kindern die Ausrufung der islamischen Republik Deutschland sehr nützen könnte. Das ist ja mal eine interessante Perspektive für die Zukunft.

  • Deutsche Einheit, Mauerfall, Revolution und der neue Feudalismus

    Wie ich hörte, wurde gestern gefeiert: zwanzig Jahre Mauerfall. Ich persönlich gehörte damals in erster Linie zu denen, die zu beschäftigt waren, um sich damit zu beschäftigen. Die Einführung der 80-Stunden-Woche in unserer Firma hatte mir wenig Zeit gelassen, mich mit solchen Lappalien zu beschäftigen.
    Mauerfall war ein Thema für Politiker, Beamte und Studenten, nicht für die arbeitende Bevölkerung - die hatte andere Sorgen.

    In zweiter Linie war ich skeptisch ... wegen vieler Gespräche mit Verwandten. Das Bild des Goldenen Westens konnte ich nicht teilen - den ich kannte den Preis, den diese Art der Organisation des Wirtschaftslebens hatte. Sicher, man hatte mehr ... aber dafür erlebte man wöchentlich, wie Kollegen über die Klinge springen mußten, weil sie die Leistung nicht erbracht hatten, die für die Rendite nötig war.

    Da gab es aber keine gemeinsame Ebene ... Westen gut, Osten böse. Und ich machte mir Sorgen darum, was aus diesen Menschen wird, wenn sie merken, das das Gold im Westen mit Blut gewonnen wird. Alle Dinge haben eben zwei Seiten.

    Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall sind meine DDR-Bekanntschaften zum größeren Teil bei Hartz IV gelandet - auch, weil ihre Berufsausbildung im Westen nicht anerkannt wurde. Für viele war die Eingliederung in die bestehenden Strukturen der BRD verbunden mit der Erfahrung von Arbeitslosigkeit. Bereits ein Jahr nach der Maueröffnung waren die engagierten DDR-Kritiker in der Bekanntschaft engagierte SED-Wähler geworden - während sie zuvor noch in Leipzig im Knast saßen wegen Demonstrationsteilnahme. Auf Rügen die DDR wiedererrichten: ihr Wunsch nach den Erfahrungen eines Jahres deutscher Einheit.

    Diese Erfahrung hat mein Bild vom Mauerfall sehr geprägt. Menschlich gesehen habe ich - vor allem beruflich - den Eindruck gewonnen, das der Ostdeutsche viel "menschlicher" war als der Wessi. Nicht so sehr auf persönliche Vorteilssucht und Bereicherung programmiert, nicht so hinterhältig und verschlagen, dafür aber sehr vertrauensselig, pragmatisch und zuverlässig. Man hätte viel Geld verdienen können, wenn man das ausgenutzt hätte. Ich habe da lieber ... Freundschaften geschlossen mit Menschen, die den Wert des Vertrauens noch schätzen können.

    Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall ... habe ich an die Wiedervereinigung ebenfalls nicht mehr gedacht. Manche Dinge wachsen halt zusammen. So wie Belgien und die BRD im Rahmen des vereinigten Europas. Ich sehe da erstmal die Vorteile: kein Geldwechseln, keine Geldkontrollen wenn ich mal nach Brüssel fahre.

    Was ich aber bemerkt habe ... und da werde ich ein Auge drauf haben ... das die Paralellgesellschaft der Leistungsträger sich viele Gedanken macht über West und Ost. Ich habe gelegentlich darüber berichtet.
    Scheinbar gibt es wieder Wünsche, dort noch mehr Geld herauszuholen. Man wollte Land, Immobilien, die Hauptstadt, Ausdehnung nach Osten, Märkte, Produktionsstätten ... aber die Menschen? Na ja, sind ja nicht so viele. Wer verwertbar war, kam in den Westen, für die anderen sucht man gerade Entsorgungsmöglichkeiten ... der Herr Sinn hat kürzlich erst ein paar Vorschläge gemacht.

    Nach dem Mauerfall haben sich ja manche Gedanken über die Rückkehr des Bösen Deutschen gemacht:

    http://www.welt.de/politik/ausland/article4504661/Mitterrand-warnte-1990-vor-den-boesen-Deutschen.html

    Würde sich Bundeskanzler Helmut Kohl durchsetzen, könnte Deutschland mehr Boden gewinnen, als es Hitler je getan habe, und Europa müsse die Konsequenzen tragen. Diese Warnung Mitterrands geht aus Aufzeichnungen von Thatchers außenpolitischen Berater, Charles Powell, hervor.

    Da hat der gute Mitterrand übersehen, das die herrschende Parallelgesellschaft der politischen Kaste nicht mehr bedarf, um Macht auszuüben. 1933 war das noch anders. Heutzutage dominieren Konzerne 75 % des Welthandels, Regierungen zittern vor den Ratingagenturen, Banken demonstrieren öffentlich ihre "göttliche Macht" und reden sogar offen über ihren gottgleichen Status. Man braucht ein Land nicht mehr zu erobern.
    Wie bei den Belagerungsstrategien im Mittelalter wählt man das todsichere und wirtschaftlich viel
    effektivere Mittel des Aushungerns. So kann man seine Ziele auch durchsetzen.

    Die Zahl der Menschen, die die Mauer zurückwollen, ist erstaunlich gering:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article5128417/Arbeitslose-und-Linke-wollen-die-Mauer-zurueck.html

    Im Westen sind es 12 Prozent, im Osten 13 Prozent.

    Auch die Kritik hält sich ziemlich in Grenzen:

    Ein Drittel (35 Prozent) kritisiert allerdings, dass es jetzt mehr Ungerechtigkeit gebe als vor dem Mauerfall, darunter 49 Prozent im Osten und 32 Prozent im Westen. Und jeder Vierte (24 Prozent) beklagt, dass sein Lebensstandard inzwischen gesunken sei. Im Westen sagen dies mit 25 Prozent mehr als im Osten mit 21 Prozent.

    Der Lebenstandard im Westen wird weiter sinken, das ist gar keine Frage. Und damit die nicht anfangen, darüber zu meckern (sie machen immerhin 80 % des Volkes aus), wird man den Lebensstandard im Osten stärker senken müssen, sonst riskiert man steigendes Unrechtsempfinden. Das könnte die Linken stärken.

    Die Mauer zurück wollen nur die neuen "Untermenschen" - meint jedenfalls die Welt, ohne das konkret mit Zahlen belegen zu können. Aber man kann es ja einfach mal behaupten. Kommt immer gut an.

    Unter denjenigen, die die Mauer wieder haben wollen, sind deutschlandweit vor allem Arbeitslose, Arbeiter und Wähler der Linken.

    Zu den Menschen, die klar sehen, wo es langgehen soll, gehört auch Matthias Döpfner, für den die Revolution gerade erst beginnt:

    http://www.welt.de/politik/20-jahre-mauerfall/article5130857/Die-Revolution-hat-gerade-erst-begonnen.html

    Mathias Döpfner erinnert daran, dass die Freiheit, die wir heute lässig als Selbstverständlichkeiten hinnehmen, eben keine ist. Und viele sich schon wieder nach mehr Gleichheit sehnen. Wir müssen uns fragen, ob wir die Freiheit, mit allem, was dazu gehört, wirklich wollen.

    Hier kommt jetzt gleich wieder die Neoliberalenkeule, ohne das man es groß merkt. Freiheit wird zum Kampfbegriff gegen Solidarität, Menschlichkeit, Gleichheit.

    Das Ideal der Freiheit besteht für die Freibeuter des Kapitals darin, den Bürger mit einer Waffe, einer Kugel im Lauf und einer Flasche Wasser auf einer einsamen Insel auszusetzen, wo er dann sein Glück machen kann. Ähnlich geht es heute viele Bürgern, wobei der allgemeine Überfluß sie etwas besser dastehen läßt als jenen unglücklichen Piraten, der sich bei seinem Kapitän unbeliebt gemacht hat.

    Aller Reichtum ist verteilt, alles Land gehört jemandem, alle Posten sind besetzt, die Arbeitsgesellschaft des 19 Jahrhunderts wehrt sich seit Jahrzehnten mit Mühen gegen das durch die Maschinen verursachte Aussterben ... aber jeder bekommt eine Eingliederungsvereinbarung, die dazu helfen soll, aus ihm einen Millionär zu machen. Und wehe, man ist gegen diese Freiheit, dann gibt es die grobe Kelle:

    Die Freiheit ist ein „sonderbar Ding“. Sie ist unbequem, sie verlangt dem Einzelnen viel mehr ab als ein Leben unter der süßen Droge der Fremdbestimmung. Man ist für sich selbst verantwortlich. Das ist Arbeit, Entscheidung, Verantwortung. Deswegen fremdeln gerade viele Deutsche damit und flüchten sich lieber unter die scheinbar schützenden Fittiche eines allzuständigen Umverteilungsstaates, der, indem er nur das Beste für seine unmündigen, ergo: unzurechnungsfähigen Bürger zu wollen vorgibt, zum freundlichen Würgegriff ansetzt.

    Der "Umverteilungsstaat" ist die Grundlage der Demokratie. Prinzipiell soll er vor etwas schützen, das gerade wieder seine Tentakel über Land und Volk ausbreitet: der Feudalismus.

    Die neuen Adeligen haben keinen Stammbaum, der war sowieso erst Mode geworden, als der Adel beweisen mußte, das er genetisch besser ist als der Rest. Da war es schon zu spät. Genetisch besser als der Rest ist heute (und das haben - wie schon mal erwähnt - EXPERTEN ja nachgewiesen) der LEISTUNGSTRÄGER.
    Anstelle des Räuberreiches ist der Großkonzern gerückt, der schneller, internationaler und unangreifbarer ist als es je ein Reich war, anstelle der Burgen kommen die Konzernzentralen (inkl. eigener Sicherheitsdienste, anstelle der Städte die Bürotürme. Büroluft macht frei ... der Spruch fehlt gerade noch, aber einfach mal Hartz IV-Abhängige fragen: die würde Büroluft noch genießen können.

    Insofern möchte ich Herrn Döpfner recht geben:

    Zwanzig Jahre nach der friedlichen Revolution für die Freiheit müssen wir uns fragen, ob wir die Freiheit, mit allem, was dazu gehört, wirklich wollen. Denn die Freiheit ist auch ein „Balanceakt“. Man kann schwanken, taumeln und wieder abstürzen. Wenn man das nicht will, muss man kämpfen. Die friedliche Revolution für die Freiheit hat gerade erst begonnen. Oder, wie es der Freiheitskünstler Joseph Beuys in einer berühmten Arbeit 1972 zitiert hat: „La rivoluzione siamo noi“ (Die Revolution sind wir).

    Ja, wir wollen die Freiheit. Dazu gehört auch wirtschaftlicher Freiheit, deshalb brauchen wir momentan zur Konsolidierung der Gesellschaft ein bedingungsloses Grundeinkommen - sonst bekommen wir nur Arbeitssklaven. Sklaven sind eben nicht frei. Und die, die Freiheit wollen, werden kämpfen müssen - und das wird sehr häßlich werden, denn der Feind ist übermächtig.

    Aber wenn die Revolution friedlich bleibt, kann etwas sehr Gutes daraus werden, das Angst, Hunger und Not vom Angesicht der ganzen Welt tilgt.

    Die Freiheit jedoch, seine Mitmenschen nach Gutdünken zu tyrannisieren, wird dann aussterben - mit allem, was dazugehört.

  • Schweinegrippe! Sensation: neuer Medizin entdeckt!

    Aus aktuellem Anlaß unterbricht die Redation des Eifelphilosophen ihr laufendes Programm um eine dringende Eilmeldung zu verbreiten.

    Hochkarätige russische Wissenschaftler und Experten haben ein neues Medikament gegen die Schweinegrippe entwickelt, das sofort auch jedem Deutschen zur Verfügung steht:

    http://de.news.yahoo.com/2/20091031/twl-taeglich-rotwein-soll-affen-vor-schw-d044675.html

    Im Kampf gegen die Schweinegrippe hat sich ein Zoo in Sibirien eine ganz besondere Maßnahme einfallen lassen: Die Affen im Tierpark von Krasnojarsk bekommen täglich einen Schluck Rotwein. Auch Affen könnten wegen ihrer Verwandschaft zum Menschen die Schweinegrippe bekommen, sagten ein Tierarzt des Zoos der Zeitung "Komsomolskaja Prawda". "50 Gramm Wein ist alles, was sie zum Schutz brauchen." Diesen Artikel weiter lesen

    Gerade in Zeiten, wo Impffanatiker und Impfkritiker gnadenlos aufeinanderprallen, scheint sich hier ein goldener Mittelweg anzubahnen: Rotwein.

    Durch die Verwandschaft des Affen zum Menschen kann man davon ausgehen, das auch hier ausreichende Erfolge erzielt werden.

    Nur auf eins muß man achten:

    Laut dem Zeitungsbericht trinken die Affen den Wein gern und schnalzen dabei sogar mit der Zunge. "Die Tierärzte passen genau auf, dass die tägliche Ration nicht überschritten wird. Die Affen versuchen nämlich, die ganze Flasche auszutrinken."

    In diesem Sinne wünscht die Redaktion des Eifelphilosophen allen Interessierten ein herzlichstes:

    PROST!

  • Regelsatzkürzung OST - Sonderwirtschaftszone OST

    Es ist noch gar nicht so lange her, da waren die ersten Anzeichen zu erkennen, das der Wind sich dreht.
    Neben Moslems und Hartz-Abhängigen kamen auf einmal die ersten ostkritischen Meldungen, die Anfangs noch harmlos anmuteten ... wir waren ja ein Volk, Brüder und Schwestern.

    Gestern kamen dann schon Töne auf, die härter klangen. Es gab gute Ossis, die im Westen einiges erwirtschafteten und es gab ... die anderen. Und der Ramsauer sagte klar: jetzt wird mal wieder was im Westen gebaut. Nach den Bausünden des Konjunkturpaketes II wäre ich als einer der westlichsten Wessis froh gewesen, man hätte weiter woanders gebaut - oder am besten gar nicht. Wenn ich viel Schulden habe, dann baue ich auch nicht im Garten herum und verbreitere erstmal kostspielig die Plattenwege darin.
    Da habe ich nämlich ganz andere Sorgen.

    Nun haben die Sozialfaschisten in diesem Land ein Problem: das Bundesverfassungsgericht zog schon kritisch die Augenbrauen hoch. Es scheint nicht mehr so weiterzugehen wie bisher. Möglicherweise muß man dem Prekariat bald mehr Geld geben und stellt dann fest: das gibt es ja gar nicht, das Prekariat.

    Wenn die Geld für Bildung haben, dann schicken die ihre Kinder auch wieder zum Klavierunterricht, können Nachhilfestunden bezahlen, Fördermaterialien bestellen und das Kind in den Sportverein schicken. Dann muß die Spielkonsole nicht das einzige sein, was man sich als Föderung maximal (wenn überhaupt) noch leisten kann.

    Und das wäre ja schlecht. Prekariat war ja so schön. Man konnte betroffen sein, starke Sprüche klopfen, kam ins Fernsehen ... und über wen sollte man sich denn dann noch aufregen, wenn es "Die" nicht mehr gibt?

    Und wie könnte man die Regelsatzkürzung denn sonst noch durchsetzen? Wie üblich kam der Unsinn dann von dem Herrn Sinn, der ja dafür bekannt ist, mal als Speerspitze des Neuen Asozialen Deutschlands zu fungieren:

    http://www.focus.de/finanzen/recht/langzeitarbeislose-ifo-chef-fuer-regional-gestaffelte-hartz-iv-saetze_aid_452371.html

    Ifo-Chef Hans-Werner Sinn hat die Bundesregierung dazu aufgerufen, die Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger künftig nach den unterschiedlichen Lebenshaltungskosten je Region abzustufen.

    "Es kann nicht sein, dass der Hartz-IV-Empfänger in Ostberlin dasselbe kriegt wie der in Hoyerswerda, obwohl er in Berlin mehr für die Lebenshaltung bezahlen muss“, sagte Sinn der „Financial Times Deutschland“ vom Montag. Die Regelsätze müssten „regionalisiert und an das Preisniveau vor Ort angepasst werden“. Langzeitarbeitslose in strukturschwächeren Regionen würden demnach niedrigere Regelsätze erhalten als Betroffene in teureren Gebieten wie den Ballungsräumen

    Na, da hat er ja wieder einmal eine praktikable Methode gefunden, Geld zu sparen. Auf die Idee wäre ich jetzt nicht gekommen, weil das für die deutsche Einheit ja kein gutes Zeichen wäre. Aber es ist ein denkbarer Weg, der von der Regierung sicher dankbar aufgenommen wird, die Kosten zu reduzieren, selbst wenn man im Westen dann nach dem Urteil des Verfassungsgerichtes mehr zahlen muß.

    Und alles im Namen der Gerechtigkeit ... das hört der Deutsche gerne. Jedenfalls im Westen.
    Gestern bemerkte Ormuz noch, das die Hartz-Abhängigen im Osten ja doppelt schlimm sein müßten, heute klären uns die Medien darüber auf: ja, so ist es.

    Das Feindbild Ost wird momentan medial so aufbereitet wie einst das Feindbild "Hartz-Abhängiger". Seit zwanzig Jahren wählen die falsch da drüben, jetzt kommen die Linken verstärkt nach Westen - da wird einfach mal der Geldhahn zugedreht. Und nicht nur bei den Regelsätzen:

    Die Ostdeutschen sind sich gegenseitig zu teuer“, sagte Sinn demnach weiter. Für viele Ost-Unternehmen sei das Lohnniveau zu hoch. Vor allem deshalb gebe es in Ostdeutschland eine deutlich höhere Arbeitslosenquote als im Westen.

    Da haben wir es jetzt schwarz auf weiß: Schuld an der Misere ist der Ostdeutsche selbst. In unermesslicher Gier versucht er durch überhöhte Löhne und Preise seine Mitmenschen auszubeuten. Das geht ja so nicht weiter, immerhin sind wir ein sozialer Staat, der Ausbeutung nicht tolerieren kann.

    "Sonderwirtschaftszone OST" ... war in den Medien (wir berichteten) schon früh zu erkennen. Die Strategien, wie der Ball in Position gebracht wird, sind halt immer dieselben. Wie praktisch, das im Osten des Landes auch so viele Hartz-IV-Abhängige wohnen, die es sich in der Tat nach der Ausplünderung ihrer Wirtschaft haben zu Schulden kommen lassen, das anstatt blühender Landschaften nur leere Autobahnen vorhanden waren. Wie konnten "Die" nur ihre Wirtschaft so verkommen lassen - und alles auf "unsere" Kosten. Die Sünden der Treuhand ... will doch wirklich keiner mehr hören. Jedenfalls nicht im Westen.

    Weiter sagte der Ifo-Chef, die Angleichung der Lebensverhältnisse der Ostdeutschen an Westniveau sei bereits vor 14 Jahren de facto zum Erliegen gekommen. Wenn es seit 1995 beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf noch eine geringfügige Angleichung gegeben habe, dann „ausschließlich durch die massive Abwanderung der Ostdeutschen, also die Verringerung der Zahl der Köpfe“.

    Westdeutschland und Restdeutschland. Wer sich nicht aufgemacht hat, im "Goldenen Westen" sein Glück zu machen, der ... hat es sich selbst zuzuschreiben, was ihm nun wiederfährt.

    "Wir sind ein Volk" sagt freudestrahlend der Bewohner der neuen Bundesländer.

    "Wir auch" erklärt nüchtern der Westdeutsche ... und mitlerweile sogar wieder ganz öffentlich.

    Die Ausgrenzung der Hartz IV-Abhängigen hat nicht ganz funktioniert. Also versucht man es jetzt mal mit denen, die in Restdeutschland hängen geblieben sind. Vielleicht bekommt man für diesen Kurs größere Mehrheiten.

    Niedrigere Preise, geringere Löhne, niedrigerer Regelsatz.

    Sonderwirtschaftszone Ost ... und schon hat man Geld für Steuererleichterungen.

    Und ich sehe jetzt schon clevere Leistungsträger Planungen dafür zu erstellen, die zukünftige Niedrigpreisware in den Westen zu "importieren". Da kann man dann ... ganz ohne große Anstrengung ... wieder einen guten Schnitt machen. Und im Osten ist dann wieder Schlange stehen angesagt.

    Und wie es weitergeht? War nebenbei schon zu erkennen ... die Ostrenten sind zu hoch. Da spricht noch keiner drüber ... aber die ersten Vergleichsstudien wurden nebenbei schon mal ins Netz gestellt.

    Die bekommen mehr als die Westrentner.

    Wetten da kommt bald neuer Unsinn?

  • Gute Nachrichten am Montag, 9.11.2009

    Es ist nicht immer leicht, gute Nachrichten zu finden. Nachrichtenmagazine bemühen sich ja darum. Der eine hat ein Kind bekommen, gezeugt in einer Besenkammer, woanders haben sich auch zwei lieb, an dritter Stelle gibt es neue Kleider in Rom. Doch ich finde: nicht alle diese Nachrichten berühren unseren Alltag, unsere Sicht der Welt. Und überhaupt: was gehen uns andere Leute an?

    Darum mag ich lieber die guten Nachrichten, die auch wirklich uns berühren, die unsere Sicht der Welt verbessern und uns so helfen, uns in ihr besser zurecht zufinden - gerade in Zeiten der Krise.

    Und es gibt diese Nachrichten:

    http://www.welt.de/vermischtes/article5120125/Ein-Kriegsschiff-aus-Ruinen-des-11-Septembers.html

    Teile des Kriegsschiff USS New York entstanden aus 7,5 Tonnen Stahl, die aus dem Material des zerstörten World Trade Center stammten. Der Stahl ist nicht das einzige Symbolträchtige an diesem ganz speziellen Schiff. Nun wurde es in Manhattan in Dienst gestellt.

    Manche haben sich ja echauffiert über die schnelle Beseitigung der Trümmer des WTC, aber in Wirklichkeit hatten die Amerikaner etwas ganz besonderes damit vor. Sie haben ein Kriegsschiff damit gebaut, ein Landungsschiff, das in Zukunft amerikanische Rächer weltweit absetzen kann.
    Die Betroffenen sind total glücklich darüber:

    „Es ist eine Umwandlung – das wurde geschaffen aus etwas wirklich Zerstörtem und Hässlichem. Ich bin stolz, dass unser Militär diesen Stahl benutzt.“

    Nun, es war Stahl, aber das ganz besondere daran war ja auch: irgendwie klebt ja auch das Blut der nie gefundenen Opfer an diesem Stahl. Zumindestens klebten die Leichenteile am Anfang daran. Das zeigt, das wir auch endlich diese überholte Ehrfurcht vor Leichen über Bord geworfen haben, wenn man etwas Nützliches daraus machen kann, dann sollte man doch Stolz darauf sein können. Und das ganze hat auch was Religiöses an sich, jedenfalls für die Beteiligten:

    Kapitän Kevin Wensing war dabei, als in den Stahlöfen der Stahl vom World Trade Center gegossen wurde. „Diese kräftigen, rauen Stahlarbeiter haben es mit größter Ehrfurcht behandelt“, sagt er. „Das war ein spiritueller Moment für uns alle.“

    Da wurde kein Schiff gebaut, da wurde etwas Heiliges geschaffen, möchte man meinen. Und wir Deutschen sind daran durch den deutschstämmigen Kapitän sogar beteiligt: etwas von dem Stolz kann auf uns übergehen:

    Symbole sind wichtig. Darum wurde das Schiff vom Hersteller am 20. August präzise um 9 Uhr 11 übergeben, versichert der befehlshabende Offizier Erich Schmidt. „Das ist fantastisch.“ 1,2 Milliarden Dollar hat das hochmoderne Schiff gekostet, das neue Maßstäbe setzt.

    1,2 Milliarden Dollar ... und so demonstriert dieses Schiff auch, das Amerika immer noch reich ist!

    Religiös geht es auch in der Bankenwelt vor, eine Spähre, die vielen bislang eher satanisch erschien. Doch weit gefehlt:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,660075,00.html

    "Banken verrichten Gottes Werk"
    Gigantische Boni, riesige Profite - kein Problem für die Gesellschaft, sagt jetzt Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein in einem Interview. Tatsächlich sei das nur ein Zeichen für den Aufschwung. Überhaupt hat er ein ganz eigenes Selbstverständnis der Bankenwelt: Diese würden in Wahrheit Göttliches tun.

    Es ist das Werk des HERRN, das dort verrichtet wird, und deshalb sollte es unser aller Lebensziel sein, soviel Geld wie möglich zu erwirtschaften um es in einer rituellen Zeremonie den Banken zu übergeben.
    Was kann es schöneres geben? Niemals wieder wird es heißen können: Gott schaute nur zu und tat nichts.
    Nun schaufelt er Rendite und macht seine Priester reich. Das Paradies scheint nah!

    Goldman Sachs hatte im dritten Quartal einen Gewinn von drei Milliarden Dollar verbucht und will mehr als 20 Milliarden Dollar als Boni zum Jahresende zahlen. Kritiker werfen den Banken vor, aus der Finanzkrise nichts gelernt zu haben und weiterhin hochriskante Geschäfte abzuwickeln. Ihre jüngsten Gewinne verdankten sie vor allem den Unterstützungsmaßnahmen von Staat und Zentralbank.

    Wenigstens die amerikanischen Steuerzahler können sich glücklich schätzen, mit vielen Milliarden an dieser wunderbaren Leistung beteiligt zu sein. Drei Milliarden Dollar Gewinn ... und davon 20 Milliarden Boni! Das erinnert an die wundersame Brotvermehrung, das kann nur das Werk von Göttern und ihren Söhnen sein! Schön zu sehen, das ER wieder unter uns weilt und soviel Gutes tut für die geschundene Welt.

    Und es gibt noch mehr Beruhigendes aus den USA. Der massenmordende Militärpsychiater hat eventuell möglicherweise wirklich islamische Internetseiten besucht, woraus man vielleicht in Zukunft einiges wird folgern können:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,660078,00.html

    US-Ermittler kommen dem Motiv des Amokläufers Nidal Malik Hasan auf die Spur. Laut "New York Times" gibt es Hinweise auf islamistische Internetseiten und eine schleichende Radikalisierung des muslimischen Militärpsychiaters. Politiker sind alarmiert, fordern eine Untersuchung, ob Warnzeichen ignoriert wurden.

    Wieder einmal zeigt sich, das das Internet eine große Gefahr darstellt. Aber: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, wie es so schön heißt. So kann man sich vor weiteren Massenmorden schützen. Das Gute für uns hier in Deutschland: es war kein durchgeknallter Amokläufer, der man ist vielleicht eventuell wahrscheinlich durch das Internet schleichend islamisiert worden.

    Dem Zeitungsbericht zufolge wurden auf dem Computer des 39-Jährigen Hinweise gefunden, dass er Internetseiten besuchte, auf denen radikalislamische Ideologien vertreten werden. Außerdem habe er womöglich in E-Mail-Kontakt mit Mitgliedern der islamischen Bewegung gestanden, eventuell in anderen Ländern. Hasan könnte im Internet Hetzparolen verfasst haben, die Selbstmordattentate rechtfertigen - wobei diese Spur noch nicht untermauert sei, berichtet die "New York Times".

    Das heißt nämlich für uns: unsere Krieger werden nicht wild um sich schießen! Wir sind außer Gefahr. Nur das Internet müssen wir noch in den Griff kriegen, denn das kann sogar gestandene Soldaten schleichend islamisieren - jedenfalls in den USA.

    Nun, wenn das jetzt nicht Nachrichten sind, die uns wohlgemut in die neue Woche starten lassen, dann weiß ich auch nicht ...

    Anstatt Schwerter zu Pflugscharen Leichen zu Kriegsschiffen, anstatt ein unsichtbarer Gott sichtbare Götzen, die ordentlich Rendite ausschütten, anstatt eines psychisch durchgeknallten Psychiaters vielleicht möglicherweise eventuell islamisierte Moslems - das macht die Welt in der wir leben doch irgendwie heiler, oder?

  • Feindbild OST ... Nachtrag.

    Manchmal überholt einen die Wirklichkeit schneller als einem lieb ist. Sinnierte ich gerade noch darüber, das das Feindbild "Osten" langsam aufgebaut wird ... da schlägt die CSU mit ihrem Ramsauer schon gnadenlos zu.

    Zack.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,660014,00.html

    Solidarität mit dem Osten war einmal - jetzt ist der Westen dran: CSU-Verkehrsminister Ramsauer fordert Milliarden-Investitionen in den alten Bundesländern. Hier gebe es im Vergleich zu Ostdeutschland "erheblichen Nachholbedarf", sagt er und spricht schon über konkrete Projekte.

    Die Konzentration auf Ostdeutschland sei aus Solidarität lange richtig gewesen. Jetzt aber gebe es im Westen "erheblichen Nachholbedarf" bei Straße und Schiene.

    Auf Deutsch: jetzt ist Schluß mit lustig, Schluß mit sinnloser Solidarität, wir haben unseren Teil geleistet, wir haben wiedervereinigt, bis die Kassen leer waren - und jetzt müssen wir uns mal wieder um die richtig wichtigen Dinge kümmern.

    Dabei ... eigentlich sind die öffentlichen Kassen doch leer, dachte ich.

    Und was für einen Gewinn bringt der Ausbau der A 1 ... wo doch jeder Dritte in Deutschland zukünftig auf das Auto verzichten will?

    Gäbe es in diesem Land nicht wichtigere Projekte, als noch mehr Raserbahnen in die Welt zu setzen? Bildung, zum Beispiel? Oder Arbeitsplatzförderung? Soll billiger sein als Hartz-Abhängigkeit zu schaffen.
    Alternative Energieformen zum Abbau des subventionsintensiven Atomstroms?

    Und ... haben wir in zwanzig Jahren wieder eine entsolidarisierte Zone? Nachdem die Ostwirtschaft ausgeschlachtet worden ist, die Filetstücke an Immobilien verteilt wurden, der Lebensraum im Osten gesichert ist ... brauchen wir die Menschen nicht mehr? Außer natürlich jenen, die zu den "guten" gehören und die "Zone" aus freien Stücken verlassen.

    Na ja, ... irgendwie braucht man den Osten noch. Der ICE muß ja dann von Nürnberg nach Berlin da irgendwie durchfahren.

    Aber die Eingeborenen, von denen immer noch nicht genug gelernt haben, das sie gefälligst vor lauter Dankbarkeit die "richtigen Parteien" wählen sollen?

    Die braucht man nicht mehr. Jedenfalls nicht die, die einfach nicht in den goldenen Westen ziehen wollten.

    Die haben sich halt für das Falsche entschieden.

    Wäre schon mal interessant zu schauen, ob nach den neuen Plänen von Ramsauer im Osten überhaupt noch Autobahnabfahrten oder ICE-Haltestellen geplant sind. Rest-Deutschland, Dunkeldeutschland ... das scheint nun langsam Realität zu werden.

    Und wer will denn da schon noch was mit zu tun haben.

    "Wir" fahren da wie früher einfach nur durch, zu "unserer" Hauptstadt.

    Und das wird jetzt endlich mal offen gesagt, der westdeutsche Herrenmensch hat jetzt genug gezahlt, jetzt muß er mal wieder an sich selbst denken. Entwicklungshilfe war gestern, "wir" haben genug gezeigt, das wir "gute" Herrenmenschen sind, jetzt muß mal Schluß mit der Nehmermentalität sein. Sollen "die" jetzt mal
    zeigen, was "die" ohne uns können...nachdem wir alles verramscht haben, was noch von Wert war.

    89% der Teilnehmer einer Welt-Umfrage sind für die Abschaffung des Solidaritätszuschlages. Das paßt ja dann.

  • Aufschwunglügen, Giordano und Feindbilder akturell

    Es reicht ein Blick in das konservative Sonntagsblatt für Leute mit Realschulabschluß um zu sehen: da rumpelts wieder im Land. Wir brauchen neue Sündenböcke, es muß abgelenkt werden von einem Riesenskandal, einer mächtigen Paralellgesellschaft, damit die weiter sinn- und zwecklos auf Kosten der Menschheit ihre Geldhaufen vermehren kann.

    Wir haben ja jetzt Aufschwung, das BPI sieht gar nicht mehr so schlecht aus. Kein Wunder, das geht ganz einfach: der Staat macht Schulden. Wo? Bei Banken. Das Geld für diese Banken gibt er ihnen für sehr niedrige Zinsen, er selbst zahlt höhere, klar, Banken müssen ja auch leben. Nun hat der Bankensektor aber ein großes Geschäft gemacht - in den Büchern - und diese neuen Gewinne fließen in das Bruttoinlandsprodukt. Und schon ist die Krise vorbei, jedenfalls in den Büchern.

    Natürlich ist der Parallelgesellschaft klar, das das nicht lange gut geht. Irgendwann ist der Staat alle, dann muß man sich neue Beute suchen. Darum muß erstmal getrommelt werden, am besten an allen Fronten, mal schauen, wo sich der Volkszorn dummerweise am ehesten entlädt.

    Erstmal sind wieder die Arbeitslosen dran. Als neue Hexen, Juden oder Ausländer haben die in unserer Leistungsgesellschaft ja auch wirklich nichts mehr verloren:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article5118154/Bundesagentur-erwartet-Milliarden-Defizit.html

    Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet im kommenden Jahr mit einem Defizit von 17,8 Milliarden Euro. Dabei werde sich wegen eines Anstiegs der Ausgaben um voraussichtlich fünf Milliarden Euro die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben weiter vergrößern.

    Gestern noch Leitungsträger, heute Hartz-IV-Hängematte. Immer mehr Deutsche schielen nach der Prämie, die sie für die Aufgabe ihres Arbeitsplatzes bekommen. Das sind die bösen Arbeitlosen, die dieses Land bis auf den letzten Blutstropfen aussaugen, um in der sozialen Hängematte in Ruhe Talkshows gucken zu können.

    Die guten Arbeiter jedoch ... verhalten sich ganz anders. Die stehen solidarisch hinter ihrem Arbeitgeber und geben ihm das, womit sie selber ja gar nichts anfangen können: Geld!

    http://www.welt.de/wirtschaft/article5122017/Karstadt-Mitarbeiter-verzichten-auf-150-Millionen.html

    Jetzt geht es ans Geld der Belegschaft: Wenige Tage vor der Gläubigerversammlung bei der insolventen Warenhauskette Karstadt haben sich die Verhandlungspartner darauf geeinigt, dass die derzeit noch rund 30.000 Beschäftigten einen Beitrag von insgesamt rund 150 Millionen Euro einbringen.

    Jeder Mitarbeiter zahlt 5000 Euro für seinen Arbeitsplatz - obwohl der möglicherweise dann doch weg ist.
    Na, ist halt wie Lotto, alle zahlen erstmal ein und am Ende gibt es ein paar Gewinner. Hauptsache, man gehört nicht zu den bösen Arbeitslosen.

    Da man aber mitlerweile aus Arbeitslosen und Arbeitern nicht mehr genug herausholen kann, braucht man ein neues Feindbild. Mehr und mehr zeichnet sich ab, das hier der Ossi ins Visier genommen wird:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article5119198/Seit-Mauerfall-flossen-1-3-Billionen-Euro-gen-Osten.html

    Seit Anfang 1990 sind netto rund 1,3 Billionen Euro Transferleistungen vom Westen in den Osten geflossen. Das geht aus einer unveröffentlichten Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle hervor, die der "Welt am Sonntag" vorliegt. In den vergangenen zehn Jahren stiegen die Zahlungen sogar noch deutlich.

    Und um dem ganzen noch eins draufzusetzen, wird da schnell nochmal nachgeschoben:

    Die größte Überraschung war allerdings nicht der hohe Gesamtbetrag, sondern die Entwicklung der Hilfeleistungen. „Dass die Transfers in den vergangenen Jahren nicht ab-, sondern zugenommen haben, hat uns erstaunt“, sagt IWH-Präsident Ulrich Blum. Besonders kräftig war der Anstieg zwischen 1999 und 2005, wobei das Jahr 2003 ein Sonderfall ist, da damals die Folgen der Flutkatastrophe an Elbe und Mulde die Statistik verzerrten. 2005 lag die westdeutsche Unterstützung für jeden Ostdeutschen bei rund 4666 Euro.

    „In den vergangenen Jahren ist die Höhe der Sozialleistungen noch gestiegen“, sagt Joachim Ragnitz, einer der Autoren der Studie. Grund dafür ist, dass im Osten immer mehr Menschen auf staatliche Leistungen wie Hartz IV oder auf Altersrenten angewiesen sind, ohne dass dem entsprechende Beiträge aus Ostdeutschland gegenüberstehen. Zwischen 1991 und 2005 flossen rund 67 Prozent des nach Ostdeutschland transferierten Geldes in Sozialleistungen – aber nur rund zehn Prozent in wachstumsfördernde Projekte.

    Also ... das geht ja so nicht weiter. Es gibt ja auch die "guten" Ostdeutschen, aber die zeichnen sich dadurch aus, das sie in den Westen gegangen sind:

    Während etwa viele gut ausgebildete Polen nach England gezogen seien und das gesamte Land einen gewaltigen Aderlass zu verkraften habe, würden Ostdeutsche, die in die alten Bundesländer gegangen sind, dort 60 bis 70 Milliarden Euro pro Jahr zur Wertschöpfung beitragen.

    Was sollen wir daraus schließen? "Wir" können uns den Osten nicht mehr leisten. Insofern werden wir in Zukunft wohl verstärkt Anti-Hartz-Abhängigen-Sprüche auf ganz Landstriche ausdehnen. Das ist auch praktikabler.

    Ausgenommen davon werden die Sachsen, denn erstmal kämpfen die gerne in Afghanistan und außerdem wählen die, was "man" erwartet. Deshalb sind die nicht ganz so nutzlos.

    Gerade die wirtschaftlich starken südlichen Regionen Ostdeutschlands, etwa Teile Sachsens, könnten in Zukunft auf weniger Einnahmen angewiesen sein, sagt Forscher Blum

    Und der Sonntag wäre ja nicht komplett, wenn neben den Arbeitslosen und den Ossis nicht auch noch die dritte Kaste der neuen Hetzjagdopfer präsentiert wird: der Moslem.

    http://www.welt.de/politik/article2471753/Nicht-die-Moschee-der-Islam-ist-das-Problem.html

    Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem!
    Mit aller Kraft gegen Rassismus – fordert Ralph Giordano. Denn Organisationen wie Pro Köln wollen die islamkritische Haltungen der Bevölkerung für einen rassistisch-völkischen Rechtspopulismus ausbeuten. Trotzdem müsse der Kampf gegen islamische Demokratiefeindlichkeit weitergehen.

    Das nun der Katholizismus auch nicht gerade die demokratiefreundlichste Bewegung auf Erden ist (mit einem unfehlbaren Stellvertreter Gottes auf Erden an der Spitze) wird hier einfach mal bequemerweise übersehen.
    Aber ... lauschen wir weiter:

    Er steht auf dem Prüfstand der Geschichte, er hat einen Nachweis zu führen, den es bis heute nicht gibt: die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie, Meinungsfreiheit, Pluralismus, vor allem aber von Islam und Gleichstellung der Frau. In dieser Auseinandersetzung auf deutschem Boden bleiben Grundgesetz und westliche Werte die großen Leuchttürme humaner Orientierung. Was sie bescheinen, ist nicht verhandelbar.

    So einen Prüfstand der Geschichte würde ich mir auch für Konzerne wünschen, für die Kontrolle der "unsichtbaren Hand des Marktes", für die Achtung der "Wirtschaft" vor Grundgesetz und Humanismus.

    Aber ... letztere sind ja "gut" und fallen deshalb nicht in das Beobachtungsraster. Dabei sind die Frauen in dieser real existierenden Parallelgesellschaft ebenfalls nicht erwünscht, der Mensch an sich wird öffentlich als "Kosten mit zwei Beinen" bezeichnet - und niemanden kümmerts.

    Dabei ist das Endziel, der Endsieg einer Bewegung, einer Parallelgesellschaft, die ihre Mitmenschen als
    überflüssigen Ballast definiert, klar erkennbar: die Gaskammer für alle, die nicht so sind wie Warren Buffet. Was noch unklar ist, auf welchem Weg die Gaskammern errichtet werden, welche Formen sie annehmen ... oder man läßt den menschlichen Ballast auch in Deutschland einfach verhungern wie den Ballast in der "Dritten Welt".

    Ach ja, einen guten Menschen wollen wir ja auch nicht zu kurz kommen lassen, damit man sieht, woran man sich in Zukunft orientieren sollte:

    http://www.welt.de/wirtschaft/article5118332/Warren-Buffetts-Firma-verdreifacht-Gewinn.html

    Die Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway des US-Multimilliardärs Warren Buffett hat ihren Nettogewinn im dritten Quartal verdreifacht. Vor allem dank des höheren Anlagenbestandes und durch die ruhige Hurrikansaison stieg der Überschuss auf 3,24 Milliarden Dollar.

    Der Gewinnsprung ging vor allem auf eine bessere Lage an den Börsen und Finanzmärkten als vor einem Jahr zurück.

    Und die Banken haben ihr Geld vom Staat...der es wiederum dem menschlichen Ballast aus der Tasche gezogen hat.

    Bemerkenswert jedoch: die Investorlegende kauft sich nun eine Eisenbahn.

    http://www.welt.de/finanzen/article5070277/US-Milliardaer-Buffett-kauft-sich-eine-Eisenbahn.html

    Der US-Investor Warren Buffett ist geschätzte 40 Milliarden Dollar reich. Nun kauft sich der Milliardär eine komplette Eisenbahn-Gesellschaft – und er gibt dafür noch mehr Geld aus, als ihm als Vermögen zugeschrieben wird. Buffett sagt: Das ist wie eine Wette. Er setzt nun alles auf eine Karte.

    So macht man aus virtuellem Buchgeld, das nur aufgrund von Vereinbarungen, Erwartungen, Hoffnungen und Optimismus entsteht, reale Werte.

    Und es zeigt, was er wohl auf dem Aktien- und Finanzmarkt erwartet ...

  • Blog.de, Startseite, Marketing

    Man hatte mich gebeten, etwas über Blog.de zu schreiben. Was ich so davon halte. Zuerst war ich vor den Kopf gestoßen, ich habe mich um Blog.de bislang kaum gekümmert.

    Die Kontakte zu Mitarbeitern waren freundlich, korrekt und erfrischend produktiv. Aber ich bin hier nur Gast, kümmere mich selten um das, was um mich herum vor sich geht - dafür fehlt mir die Zeit.

    Möglicherweise bin ich hier auch nicht mehr lange Gast, weil mir die Basis angesichts der vielfältigen Löschungen, der Theorien über rechtsradikale Unterwanderungen und der beobachtbaren Pflege einer
    sozialen Unkultur unter den Usern etwas unsicher erscheint.

    Nun - das hier war für mich ja bisher nur ein Versuch. Ein kleiner Startballon, ob es wirklich jemanden interessiert, was ich hier so vor mich hinschreibe. Ob Blog.de eine weitere Basis für mich sein kann, weiß ich nicht. Bequem wäre es ... aber vielleicht nicht ratsam. Ich weiß deshalb nicht, ob ich der Richtige bin, der sich dazu mal äußern sollte.

    Es gibt Entwicklungen, die mich sehr inspiriert haben. Allerdings finde ich sie nicht wieder.
    Es gab da eine Mitarbeiterin, die von einer neuen Kultur sprach ... ähnlich der Punk-Welle in den achtzigern ... und ihre Darstellung klang sehr überzeugend. Allerdings ... nun ... eine Aufnahme dieses Gedankens, ein Bewußtwerden der gestalterischen Möglichkeiten fand ich nirgends.

    Schaut man sich die Startseite an - so würde ich Blog.de generell als uninteressant schnell wieder verlassen. Man käme nie darauf, was man an Vielfalt hier alles finden kann. Es erinnert an eine Sonderausgabe der Zeitschrift "Frau mit Hund" - und entsprechenden Themen.

    Einfach mal ´reinschauen:

    Sie Startseite selbst ... karg und spärlich.

    Unter Medien ... schöne Photos: Kunst, Reise, Photografie. Kann ich alles selber, finde ich woanders besseres.

    Unter Community ... eine Suchmaschine, ich kann weibliche User zwischen 18 und 30 Jahren herausfiltern und bekomme eine Auswahl von 100 Stück. Eine Freude für jeden Zuhälter auf Pferdchensuche - aber für mich uninteressant. Ein Ball der einsamen Herzen mit Tanztee? Sind wir wieder soweit?

    Top-Interessen: Musik, Lesen, Freunde ... spätestens jetzt würde ich gehen. Ich brauche kein Internet für Musik, Lesen und Freunde. Das alles habe ich real, was soll ich also hier?

    Unter beliebten Mitgliedern finde ich Aipotustar, dessen Blog gerade gesperrt ist. Was soll das? Gut, das weiß ich nicht als zufälliger Besucher, aber sollte mich der Name interessieren - dann bin ich schnell enttäuscht und wieder weg.

    Top-user-Tags: intelligent, lustig, lieb, musikjunkie ... ich bin beim Ball der einsamen Herzen gelandet, keine Frage.

    Beliebte Gruppen: essen, trinken, lesen, knipsen ... "Frau mit Hund", der Anzeigenteil setzt sich fort.

    Zurück zur Startseite ... Leben, Liebe, Politik. Schon interessanter. Gehe ich aber ins Detail, schaue mir "empfohlene Blogs" an, werde ich abgeschreckt wie jeder, der mindestens Spiegel-Online-Niveau hat.

    Aus Marketingsicht würde ich sagen: Blog.de versucht eine Art Face-Book zu werden, so eine Art Wochenzeitung für Werbung und Hundesorgen.

    Sie scheinen mit ihren wirtschaftlichen Zielen sehr bescheiden zu sein, positionieren sie sich doch gerade in einem Sektor, der kaum Leser anzieht.

    Wäre ich nicht auf zufälligem Wege hier gelandet, ohne diesen offiziellen Auftritt von Blog.de wahr zu nehmen - ich wäre hier schleunigst weggelaufen. "Frau mit Hund" ist nicht wirklich meine Zielgruppe,
    BUNTE, GOLDENES BLATT und ähnliches nicht unbedingt meine Welt. Aber die Ideologen von Blog.de scheinen dazu zu raten, gezielt dieses Marktsegment anzusteuern.

    Gruselig.

    Schaue ich nun gezwungenermaßen aus der Sicht eines Bloggers hierauf, so ist es mir persönlich erstmal egal, ich sehe nur, das ich langfristig andere Partner brauche, da ich einen anderen Personenkreis anspreche...der wohl zunehmend außerhalb von Blog.de liegt.

    Ich sehe, das auch andere (empfohlene) Blogger sich in dieser Hinsicht Gedanken machen und Konsequenzen ziehen.
    Und sehe ich mir an, was da an Werbung geschaltet wird ... oh weih.


    Beliebte Themen:

    Rente mit 60
    Nintendo DS Spiele
    Handyvertrag trotz Schufa
    Heimkinoanlage
    Glätteisen
    ComDirekt Tagesgeld
    Krankenversicherung Freiberufler
    Girokonto

    Aktuelle Themen:

    Herbstmode
    Kfz Versicherung
    Silvesterangebote
    Weihnachtsgedichte
    Weihnachtsgeschenke
    Winterreifen günstig
    Weihnachten Geschenkideen
    Snowboard Jacken

    Das sind Themen für die aktuelle Lebensabschnittsbeistellfrau des erfolglosen Versicherungsmaklers, der ganz nach oben will. Ein Minimarkt.

    Die Partner von Blog.de sind da schon ansehnlicher, aber trotzdem zweitklassig.

    Partner:
    Fotobuch Hotels Focus Amica Cinema TV Spielfilm Fit For Fun Max Sevenload

    Bei den Partnern ist klar, was die gefördert sehen wollen: Generation Doof in Reinkultur. Das ist zwar auch die finanzschwache Generation Praktikum, die bildungsfern und selbstverliebt vor sich hinvegetiert, aber es ist wenigstens eine Zielgruppe.

    Das sich "Frau mit Hund" (ist übrigens meine fiktive Lieblingszeitung, die gibt es ... noch ... nicht) Leserinnen jetzt über Arbeitslose, Homosexuelle und alles mögliche andere gerne echauffieren und dabei auch noch die Haltung völlig verlieren, ist norma.

    Der Wert von Lebensabschnittsbeistellweibchen von erfolglosen Versicherungsmaklern ist in dieser Gesellschaft außerordentlich gering - mittelfristig gesehen.

    Mehr ... fällt mir zu Blog.de nicht ein. Und ob das jetzt jemandem was gebracht hat? Keine Ahnung.

  • Panther im Wald und moderne Mythen

    Vorgestern erhielt ich einen Anruf. Man warnte mich vor einem Panther, der in Malmedy gesehen worden sein soll.

    Malmedy ist noch recht weit weg von hier, aber sowas kann schon für Beunruhigung sorgen, vor allem, wenn man kleine Kinder allein durch den Wald streifen läßt.

    Natürlich glaubt man so etwas erstmal nicht. Panther sind eine unangenehme Wahrheit wie der Kollaps der Wirtschaft, die explodierenden Arbeitslosenzahlen, die Zunahme von Korruption sowie die reale Existenz einer klar definierbaren und außerordentlich mächtigen Paralellgesellschaft.

    Außerdem wäre es wirklich absurd, wenn eins der eigenen Kinder im Wald von einem Panther gefressen wird ... in der Eifel. Wo kommen wir denn da hin, wir leben doch nicht in Afrika.

    Der Panther selbst jedoch bewegt sich zielstrebig weiter, obwohl bislang noch keine Nutztiere gefressen worden sind.

    Malmedy - Eupen - Raeren - Lammersdorf .... die Linie der unglaublichen Sichtungen setzt sich fort, wenn er sich so weiter bewegt, wird er heute oder morgen unser kleines Tal erreichen.

    Andererseits ... wurde er im Mai schon nördlich von uns im Hürtgenwald gesichtet, was schwer möglich ist für einen Panther, der zu gleichen Zeit in Nordfrankreich unterwegs war - oder in Bayern.

    Nun, jetzt ist es nicht mehr ganz so ratsam, ihn zu ignorieren. Mit der Wirtschaftskrise ist das leichter, sie fällt noch keinen Baum, keinen Strauch und haut keine Kuh auf der Weide um, auch den Schafen geht es noch gut.

    Wir haben seit einigen Wochen leckere Schafe auf den Weiden ums Haus herum ... vielleicht gelingt mir ein Photo.

    http://www.welt.de/vermischtes/article5110071/Panther-schleicht-durch-deutsches-Grenzgebiet.html

    Nahe dem belgischen Malmedy hat ein Pilzsammler eine ungewöhnlich große schwarze Katze im Wald gesehen. Die belgische Polizei vermutet, das Tier könnte ein in Frankreich ausgebüchster Panther sein. Nun häufen sich auch die Meldungen von Anwohnern, die das Tier in Deutschland gesehen haben wollen.

    Die belgische Polizei in Malmedy hat das Video nun auswerten lassen. Weil das Tier von der Kamera weit entfernt war, sind die Bilder sehr unscharf. Aber die Polizei ist sicher, dass das Tier eine Rückenlänge von 90 Zentimetern hat. "Ein bisschen groß für eine Katze", sagt Günter Thomassen von der Polizei in Malmedy zu WELT ONLINE. Ob es nun aber wirklich um einen Panther handelt, sei unklar. Was dagegen sprechen könnte ist, dass in der schaf- und geflügelreichen Region um Malmedy, keine Tiere auf verdächtige Weise verschwunden sind.

    Ein seltsamer Panther, der solche Leckereien einfach so an sich vorbeiziehen läßt.

    Auf deutscher Seite bestätigen die Kollegen in Aachen tatsächlich "zig Anrufe" mit Hinweisen. Konkretes gebe es aber nicht. "Jetzt wollen einige Leute ein schwarzes Tier gesehen haben und sagen, das war der Panther", sagt Polizei-Sprecher Paul Kemen. Die letzte Sichtung ging in Aachen im rund 20 Kilometer entfernten Lammersdorf ein.

    Und damit hat der Panther eine lange Reise hinter sich:

    Ende August gab es die ersten Panther-Sichtungen in Nordfrankreich. Nach Informationen des WDRs versuchte damals schon ein bewaffnetes Polizeikommando im Wald von Anglier in Frankreich, das Tier einzufangen. Erfolglos - der Panther wurde nicht gefangen und danach zieht sich seine Spur über Luxemburg bis nach Belgien. Woher das Tier ursprünglich kommt ist unklar.

    Möglicherweise kommt er ja aus Bayern ...

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,88243,00.html

    Ein mysteriöser schwarzer Panther beschäftigt derzeit die Polizei in Oberbayern. Ein Jäger will auf einer abgelegenen Waldwiese bei Hohenwart die etwa zwei Meter lange Großkatze gesehen haben.

    Allerdings war dieser Panther größer, tauchte nie wieder auf und das ganze ist ja schon neun Jahre her.
    Können Panther eigentlich schrumpfen? Keine Ahnung.

    Dank der Wunder der modernen Technik kann man ihn sich anschauen und auch die Zeugen anhören:

    http://www.wdr.de/themen/panorama/tiere/091104_panther.jhtml?dslSrc=rtmp%3a%2f%2fgffstream.fcod.llnwd.net%2fa792%2fe2%2fir_flash%2f2009%2fpanorama%2ftiere%2fpanther_091105_big.flv&isdnSrc=rtmp%3a%2f%2fgffstream.fcod.llnwd.net%2fa792%2fe2%2fir_flash%2f2009%2fpanorama%2ftiere%2fpanther_091105_small.flv

    Das alles erinnert an einen modernden Mythos: den Surrey-Puma. Auch so ein interessantes Lehrstück moderner Wahrheitsfindung.

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/792/454474/text/

    Kaum ein Mythos ist so lebendig wie der von riesigen Raubkatzen, die Großbritanniens Wildnis unsicher machen. Die Tiere werden jedes Jahr von Hunderten Zeugen gesehen.

    Anders als unser Panther hielt sich der Surrey-Puma (der auch unter vielen anderen Namen bekannt ist) nicht von den Schafen fern ... und das rief die Armee auf den Plan.

    Und nachdem in den Grafschaften Devon und Somerset nicht nur die Zahl der Sichtungen seit 1970 immer größer wurde, sondern Bauern den Verlust von Schafen beklagten, schickte die Regierung 1988 sogar Soldaten der Royal Marines ins dortige Exmoor. Einige der Scharfschützen sichteten ein katzenähnliches Tier. Erlegen konnten sie es aber nicht.

    Mit der unglaublichen Logik von Regierungsstellen wurde auf diese Reaktion folgerichtig reagiert:

    Das Landwirtschaftsministerium erklärte daraufhin, es gebe keine Bestie von Exmoor. Auch das Umweltministerium wollte die Existenz freilebender Raubkatzen nicht offiziell bestätigen.

    Klar ... was man nicht erschießen kann, das gibt es nicht.

    Vielleicht landet unser Eifelpanther dann irgendwann mal auf dem Haufen der Legenden, so, als ob es ihn nie gegeben hätte. Da liegt er dann neben dem mongolischen Todeswurm, der irakischen Kamelspinne und
    dem Ziegensauger (von dem es ja auch jetzt ein Polizeivideo gibt).

    Es kann nicht sein was nicht sein darf.

    Panther, Rezession, Krieg in Afghanistan ... dieser Leitsatz zieht sich durch die ganzen modernen Medien.
    Aber am besten läßt er sich studieren, wenn unerlaubte Dinge geschehen.

    Irgendwann werde ich meinen Enkeln dann die Legende vom Geisterpanther der Ardennen erzählen können und werde ihnen dann erklären müssen, warum es in diesen Zeiten manche Wahrheiten nur bis zum Legendenstatus
    geschafft haben.

    Das wird dann ein philosophisch sehr spannendes Gespräch.

    Es sei denn, man fängt den Panther noch. Der nicht existierende Surrey-Puma lebt ja jetzt auch in einem kleinen Zoo in Schottland.

  • Wirtschaftskrise, Menschenschutz und Lügentango

    Kann sich eigentlich jemand vorstellen, wie langweilig die Beschäftigung mit wirtschaftlichen Themen für einen gebildeten Geist ist? Das kostet Zeit, die man niemals wiederbekommt. Dabei gibt es so viele existentiell wichtige Themen - gerade jetzt, wo die Welt aus den Fugen gerät, obwohl es keiner wahr haben will.

    Zwischen Tür und Angel habe ich gestern Wirtschaftsnachrichten auf WDR 5 gehört. Die sind politisch interessant, weil hier zwei gegensätzliche Wahrheiten sprachlich vereinbart werden müssen. Zum einen der unglaubliche Aufschwung der Wirtschaft ... zum anderen die Rekordpleiten, die, wie ich gestern bei einer Rundreise sah, auch zunehmend unsere Kleinunternehmer erwischen.

    Und was ich dort hörte, war genial. Beide Wahrheiten in einem Satz vereint, so das der Zuhörer zum Schluß glauben mußte, die Welt wäre superheil und die rekordartig wachsenden Pleiten seien geradezu der Beweis dafür, das es der Wirtschaft gut geht. Im Unterschied zu den Printmedien, die großartig verkündeten, das die Privatkonkurse dieses Jahr leicht gesunken sind, waren sie bei WDR 5 (ca. gegen 18.15) leicht gestiegen.

    Menschen, die nicht mit beiden Beinen fest auf der Erde stehen, werden angesichts dieser Nachrichten wahrscheinlich über eine freiwillige Selbsteinweisung in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie nachdenken, alldieweil sie sich das Nachrichtenchaos nur noch durch eine massive Wahrnehmungsstörung erklären können.

    Darum heute nochmal ... ein kleiner Streifzug durch die Wirtschaft.

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/krise-noch-akut-iwf-schuert-angst-vor-grosser-depression;2480220

    IWF schürt Angst vor großer Depression

    Bislang hatten wir halt nur eine Spielgeldkrise. Theoretisch vorhandenes Geld ist jetzt nicht mehr da.
    Der Wert von Aktien ist halt relativ...und die Tendenz hält an:

    http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentar-finanzen/der-globalist-die-naechste-blase-droht-schon-wieder;2479768

    Die nächste Blase droht schon wieder

    Wer also meint, die Krise wäre überwunden, weil die Banknotendrucker viel theoretisch vorhandenes Geld in den Markt pumpen, um zu vertuschen, das die Wirtschaft ganz schön im Eimer ist, der irrt. Das Geld ist auch nur theoretisch da, es ist nicht mehr das Papier wert, auf das es gedruckt wird. Aber solange alle noch dran glauben, läuft der Laden noch ... aber irgendwann werden die Leute wieder merken, das man Geld nicht essen kann - und die Blase platzt. Das kann man auch mit gelehrten Worten ausdrücken, jenseits der vollmundigen Aufschwungpreisungen der modernen Finanzpriester:

    http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentar-finanzen/pimco-chef-es-wird-nie-wieder-so-wie-vor-der-krise;2479881

    Diese Überlegungen legen den Schluss nahe, dass sich der Kern des globalen Systems nach der Krise nicht sofort regenerieren wird. Die Länder müssen die aus dieser Schwäche resultierenden Unsicherheiten bewältigen. Nationale Regierungen wären gut beraten, das zu berücksichtigen. Investoren wären gut beraten, höhere Renditen zu verlangen, wenn sie ihre Mittel in diesem globalen Umfeld einsetzen. Und die Staatengemeinschaft schließlich sollte ihre Energien darauf konzentrieren, gemeinsam Einfluss auf die Entwicklung zu nehmen, statt diese der Unberechenbarkeit eines in seinem Kern geschwächten globalen Systems zu überlassen.

    Investoren wären gut beraten, höhere Renditen zu verlangen.

    Das heißt auf Deutsch: länger arbeiten für weniger Geld. Am besten 24 Std. am Tag für 0 Euro ... das wäre für die Wirtschaft ein wahrer Segen.

    Und wir sehen ja seit Jahren, das sich die Wirtschaft genau dorthin bewegt: immer mehr arbeiten für immer weniger Geld...bzw. Geldwert. Der Ein-Euro-Job als Zukunftsmodell zur Rettung der irrealen Kapitalwirtschaft, die jetzt am besten noch mehr Rendite erwirtschaften soll.

    Nun schauen ja alle - vor allem Politiker - auf das Bruttoinlandsprodukt, das ja jetzt nicht ganz so schlimm aussieht wie befürchtet.

    Doch warum? Schauen wir uns das BPI mal an:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bruttoinlandsprodukt

    Das Bruttoinlandsprodukt (Abkürzung: BIP) gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Bei der Berechnung werden Güter, die nicht direkt weiterverwendet, sondern auf Lager gestellt werden, als Vorratsveränderung berücksichtigt.

    Also auch Autos, die unverkauft auf Halde liegen. Obwohl sie nichts wert sind, wenn sie keiner haben will.
    Ebenso leerstehende Häuser, weil die Käufer keine Kredite bekommen. Aber es kommt noch besser:

    http://www.bundesbank.de/bildung/bildung_glossar_b.php

    Banken (Kreditinstitute)
    Wirtschaftsbetriebe, die Dienstleistungen rund ums Geld erbringen. Sie nehmen fremde Gelder an (Einlagengeschäft) und leiten diese Mittel in Form von Darlehen an die Wirtschaft weiter (Kreditgeschäft). Neben dieser Finanzmittlerfunktion bestehen weitere Hauptaufgaben der Banken darin, die Wirtschaft mit Zahlungsmitteln zu versorgen und den baren sowie den unbaren Zahlungsverkehr abzuwickeln. Sie unterscheiden sich von anderen, nicht zum Bankensektor zählenden Finanzintermediären (z. B. Kapitalsammelstellen) insbesondere durch ihre Fähigkeit zur direkten Geldschöpfung. Diese Fähigkeit ergibt sich aus der Tatsache, dass insbesondere die Sichteinlagen als Zahlungsmittel allgemein akzeptiert werden. In Deutschland sind nach der Definition des § 1 des Gesetzes über das Kreditwesen diejenigen Unternehmen Kreditinstitute, die bestimmte Bankgeschäfte betreiben (Einlagen-, Pfandbrief-, Kredit-, Diskont-, Finanzkommissions-, Depot-, Garantie-, Giro-, Giro-, Emissions- und E-Geldgeschäfte), sofern der Umfang dieser Aktivitäten einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert.

    Die Bundesbank selbst klärt uns über die Rolle der Banken auf. Ihre Dienstleistungen sind ebenfalls im Bruttoinlandsprodukt enthalten. Und durch die Ablagerung von Giftpapieren sowie die Milliarden Steuergelder, die in Banken geflossen sind wird das Bruttoinlandsprodukt positiv beeinflußt: das Wachstum ist da!

    Ein künstliches, theoretisches Wachstum, das nur die Stimmung heben soll und rituell jeden Tag beschworen wird.

    Was man jedoch merkt: Menschen braucht dieses System nicht mehr. Aus läuft mitlerweile selbstständig auf hohem Niveau weit jenseits der Alltagsrealität der Bürger in diesem Land. Geld schöpft seinen Gewinn mitlerweile völlig aus sich selbst heraus ... und benötigt immer weniger Arbeitskraft dafür.

    Die Wirtschaft 2050? Zwei Dutzend Rechner, die Geldmengen hin und herschieben und sich dabei dumm und dämlich verdienen, während der Rest der Welt zur nuklearen Trümmerwüste verkommen ist?

    So etwas scheint denkbar - mitlerweile.

  • Wirtschaftsaufschwung!

    Der Wirtschafstaufschwung ist ja jetzt da und läßt es richtig knallen! Endlich können wir aufatmen, die Zeit der Not und Drangsal, der Ängste und Sorgen ist endlich vorbei.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,659730,00.html

    Deutschlands Firmen bekommen die Krise mit voller Wucht zu spüren. Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamts ist die Zahl der zahlungsunfähigen Unternehmen weiter in die Höhe geschnellt. Im August stieg die Zahl der Firmenpleiten noch drastischer als im Juli. Gegenüber dem Vorjahresmonat registrierten die Ämter ein Plus von 12,3 Prozent auf 2619 Fälle. Die mit den Insolvenzen zusammenhängenden offenen Forderungen der Gläubiger verdoppelten sich fast auf 4,3 Milliarden Euro.

    Also: besser kann man doch Aufschwung gar nicht definieren. Die Pleiten schwingen nach oben, die offenen Forderungen schwingen nach oben und die Arbeitslosenzahlen schwingen ebenfalls nach oben:

    "Die zahlreichen Firmenpleiten werden die Arbeitslosigkeit nach oben schnellen lassen. Wir erwarten im nächsten Jahr einen Höchststand von 4,25 Millionen Arbeitslosen", schrieb der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees.

    So stelle man sich einen starken Aufschwung vor!

    Der Aufschwung trifft nun auch Mittelständler und Gastronomen, wie führende Gerichtsvollzieher berichten:

    Insgesamt hat sich auch die Klientel der Gerichtsvollzieher geändert. "Wir haben es mit einer neuen Art von Schuldnern zu tun", sagte Rüdiger Majewski, Vorsitzender des Deutschen Gerichtsvollzieher Bundes (DGVB), am Freitag in Heidelberg. "Inzwischen sind längst nicht mehr hauptsächlich Arbeitslose von der Zwangsvollstreckung betroffen. Neben Verbrauchern trifft es zunehmend Mittelständler oder Gastronomen."

    Und im nächsten Jahr, da kommt der Aufschwung ganz dicke, weil wir die Talsohle dann endlich durchschritten haben, dann geht es wieder aufwärts:

    Die Experten gehen laut einer am Mittwoch vorgestellten Schätzung davon aus, dass 2010 rund 6,5 Millionen Verbraucher ihre Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen können. Dies wären 300.000 mehr als in diesem Jahr. Damit könnte fast jeder zehnte Bundesbürger über 18 Jahre in die Schuldenfalle geraten.

    Aufschwung, Aufschwung über alles, über alles in der Welt, von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt ... so singt nun der Chor der deutschen Paralellegesellschaft, die hauptsächlich für den Aufschwung vorhanden ist: die Banken!

    Insolvenzverwalter wie der Verband VID warnen davor, dass eine große Zahl eigentlich gesunder Unternehmen Insolvenz anmelden müsse. Der Verband kritisiert die Kreditvergabe der Banken als zu vorsichtig

    Da haben wir etliche Milliarden in die Bankenrettung gepumpt, um zu verhindern, das die Bankenkrise auf die Realwirtschaft durchschlägt, und nun sorgt die einzige real funktionierende Parallelgesellschaft in Deutschland dafür, das der Dominoeffekt trotz staatlicher Rettungsmaßnahmen so richtig aufräumt in Deutschland.

    Hauptsache, die Boni fließen und die Rendite stimmt. Was der Rest des Volkes macht, deren letzte Reserven man gerade noch an Land gezogen hat, ist doch egal. Schnell noch einen guten Schnitt am Aktienmarkt gemacht und dann ab ins Strandhaus nach Barbados, wo die Mittelstandsproleten niemals hinkommen.

    Wer sind in diesem Land nochmal die asozialen Schmarotzer, die nur auf Kosten der anderen Leben leben und dieses Land durch ihre Lebensweise rücksichtslos zugrunderichten?

    Ach ja ... die anderen.

    Und dank der weisen, rücksichtsvollen und weisen Investitionspolitik der Banken kommen nun auch viele Amerikaner in den Genuß, zu öffentlich angeprangerten Sozialschmarotzern zu werden:

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/job-krise-arbeitslosenquote-in-usa-klettert-auf-27-jahres-hoch;2479763

    Die US-Arbeitslosenquote ist zum ersten Mal seit 1982 über die Marke von zehn Prozent gestiegen – obwohl die amerikanische Regierung bereits mehrere Billionen Dollar in Konjunkturprogramme gepumpt hat. Nun muss Washington die Hilfen für Arbeitslose ausweiten

    Aber wir haben ja in Deutschland das ideale Mittel, dagegen vorzugehen: Hartz IV. Da werden die faulen Sozialschmarotzer schon schön in die Röhre gucken, die dachten, sie könnten sich auf Staatskosten jetzt auf die faule Haut legen. Die müssen sich einfach Arbeit suchen und zwar flott!

    Und das alles ist viel billiger als früher. Sollte sich der Obama mal merken, wäre vielleicht ja auch was für seine Probleme.

    Einfach die Arbeitslosen zu Schuldigen machen, schon ist man das Problem los und kriegt auch einen tollen Boni-Posten in der Wirtschaft. So läuft das heute. Absahnen, abgreifen, abhauen ... seit Jahrzehnten schon die Devies des deutschen Managements.

    Während für die anderen gilt: Hungern für die Boni.

  • Massenmord in US-Kaserne

    Wieder einmal haben wir einen Amoklauf in einer Kaserne. Der in Deutschland war ja vielleicht wirklich nur ein Unfall. Verblüffend jedenfalls auf den ersten Blick schon mal die Nachrichtenlage: konnte in Deutschland sofort alles Bedenkliche ausgeschlossen werden, ist es in den USA schon mal nicht möglich.

    Letzteres ... ist auch immer weiser.

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,659636,00.html

    Der Amoklauf trifft die USA ins Mark. Bei einer Schießerei auf der Militärbasis Fort Hood in Texas sind zwölf Menschen gestorben - 31 Personen wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter ist ein in dem Fort stationierter Offizier.

    Cone zufolge gibt es aber noch keine Hinweise auf eine terroristische Verbindung, auch wenn dies noch nicht ausgeschlossen werden könne.

    Auch eine gewisse Ursache, ein Motiv, ein Auslöser läßt sich erkennen.

    Der 39-Jährige sollte offenbar demnächst in den Irak oder nach Afghanistan entsandt werden. Der Cousin des Schützen sagte dem Sender "Fox News", dass der Psychiater sehr unglücklich über seinen bevorstehenden Einsatz im Irak gewesen sei.

    Das besondere an dieser Tat ist das berufliche Profil des Täters. Ein Psychiater, jemand, der Soldaten mit
    traumatischen Erfahrungen behandelt. Er sollte eigentlich wissen, welche Tabletten man nehmen muß, um nicht auf solche Gedanken zu kommen, er sollte die Techniken kennen, wie man sich wieder in den Griff bekommt.

    Andererseits ... hat er ja nur getan, wofür er ausgebildet wurde. Soldaten zu töten. Aus der Sicht eines Psychiaters spielt es vielleicht keine große Rolle, welche Uniform die gerade haben. Er kriegt den Marschbefehl, schnappt sich seine Knarre und ballert los. So hat er es schnell hinter sich ... und spart noch die Reisekosten. Irgendwie schon ... recht rational. Für ihn selbst keine schlechte Kosten-Nutzen-Rechnung, denn er erspart sich immerhin, an der willkürlichen Ermordung von Zivilisten beteiligt zu sein, erspart sich die Gewissensbisse wegen Teilnahme an einem Angriffskrieg und er erspart sich monatelange Ängste, den Anblick von Scheußlichkeiten, wegen denen er andere behandelte.

    Nun, die Amerikaner sehen das anders, sie sind "betroffen". Ein tolles Wort im Übrigen, das irgendwie aussagt, das es einem eigentlich egal ist aber man das nicht so deutlich sagen darf.

    Andere beten und sind schockiert:

    "Wir beten alle für die Verletzten und hoffen, dass sie rasch und vollständig genesen", sagte US-Vizepräsident Joe Biden, der die Schießerei eine "sinnlose Tragödie" nannte. Die texanische Senatorin Kay Baley Hutchison sprach von einer "willkürlichen, sinnlosen Gewalttat". Sie sei "schockiert über diesen Ausbruch von Gewalt".

    Nun, sinnlos muß diese Tragödie aus der Sicht des Täters nicht gerade sein, wie gezeigt, gibt es schon rein rationale Perspektiven, die zeigen, das so eine Tat aus sehr vernünftigen Erwägungen heraus
    geschehen kann. Sie verkürzt die Qual, gerade für sensible Menschen ein Grund zum Handeln.

    Nur, weil jemand der sinnlosen Tragödie und Gewalt im Irak und in Afghanistan nicht auch noch seinen persönlichen Segen geben wollte, ist die Tat an sich nicht sinnlos.

    Und wenn man Menschen zum Töten von Menschen dressiert, dann gelten für diese Personen halt andere Paradigmen als für Senatoren und Vizepräsidenten. Die haben dann die Möglichkeit - erst recht, wenn sie mit einer gewissen Intelligenz ausgestattet sind - zu überlegen, wen sie denn wann und warum erschießen.

    Er sah seinen Vorteil wahrscheinlich eher darin, den Prozess abzukürzen ... und wollte vielleicht auch einfach mal die Täter selbst ins Visier nehmen. Wäre darüber hinaus auch denkbar.

    Allerdings denke ich auch, das wir im Laufe des Tages eindeutige Hinweise auf eine Verbindung zu den bösen Moslems bekommen. Immerhin war er einer.

    Ob der Herr Biden eigentlich mal daran denkt, das die Taliban zum gleichen Gott beten wie er?
    Und das manche von ihnen das sogar sehr ernst meinen ... selbst, wenn sie dadurch auf eine gewisse Kapitalrendite verzichten müßten? Ob er auch bereit wäre, zum Lobpreis seines Gottes auf Kapitalrendite zu verzichten?

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